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Auf nach Kallisto


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11 Antworten in diesem Thema

#1 Beverly

Beverly

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Geschrieben 25 September 2002 - 17:50

Gewöhnlich wird ja in der SF nur der Mars als Kandidat für Terraforming gehandelt, aber er ist nicht die einzige Welt im Sonnensysten, wo sich darüber spekulieren liesse.

Ich habe auf meiner Homepage

http://www.beverly-schnett.de > essays > auf nach Kallisto!
( Link http://www.beverly-s...3.html?kallisto )

spasseshalber die Umwandlung des Jupitermondes Kallisto in eine bewohnbare Welt dargestellt.

#2 Dave

Dave

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Geschrieben 25 September 2002 - 19:05

Ich habe auch kürzlich etwas darüber nachgedacht, angeregt durch den Roman DIE TIEFEN DER ZEIT. Roger MacBride Allen rechnet dort ganz rigoros ab mit dem Gedanken des Terraforming. In dem Buch wird die These vertreten, dass ein solches Projekt nur die gleiche Zeit überdauern kann, die zu ihrer Umsetzung nötig war. Ich bin nicht sicher, ob ich dem folgen kann. Soweit ich allerdings weiß, ist es noch nie gelungen, eine wirklich isolierte Flora und Fauna für länger am Leben zu erhalten, so sehr mach auch auf die natürlichen Bedingungen eingeht. Ich denke, je ehrgeiziger man an ein solches Projekt geht, desto schwieriger ist es. Vielleicht ist nur ein Anstoß möglich, nicht aber das völlige Beherrschen der Umstände. Wenn MacBride Allen recht hat, dann bedarf es wohl die Zeitspanne, die sich auch die Natur genommen hat, und die ist ja nicht gerade knapp bemessen.

#3 Beverly

Beverly

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Geschrieben 25 September 2002 - 19:42

Hm, die Erde ist vor 4,5 Milliarden Jahren entstanden, günstige Bedingungen für eine komplexe Flora und Fauna gab es erst vor 0,5 Milliarden Jahren (davor nur Einzeller, Würmer und Algen), also hat das "Terraforming" der Erde selbst vier Milliarden Jahre gedauert. Das ist natürlich ernüchternd  :)   :) Aber ich denke, die Menschen haben viele Dinge und Strukturen geschaffen, welche die Natur qua vernunftloser Evolution nicht hervorbringen kann - siehe Internet und Computer. Warum soll das "Terraforming" von toten Himmelskörpern - wo die Natur ja nichts zustande gebracht hat - nicht binnen einiger Jahrhunderte möglich sein? Wenn Terraforming sinnvoll wäre, hätten dadurch selbst die Menschen, welche den Abschluss nicht mehr erleben würden, eine sinnvolle Aufgabe. Ich z. B. würde lieber im Jupitersystem rumgurken - da wird bestimmt auch eine Bar mit Bartranse gebracht, sonst bekommen die Weltraum-Arbeiter Depressionen - als den Rest meines Lebens in Korridoren des Arbeitsamtes rumzuhocken und mir die neuesten Tiefststände vom DAX - bis er endlich 0 Punkte erreicht - anzuhören. Dass isolierte Ökosysteme nicht lebensfähig sind, hat mit der Grösse zu tun - die Erde als Ganzes ist auch ein isoliertes Ökosystem. Es können also nur zu kleine isolierte Ökosysteme gemeint sein.

#4 pyrdakor

pyrdakor

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Geschrieben 26 September 2002 - 17:37

Callisto ist doch noch weiter weg als der Mars und besitzt er eigentlich Wasser? Also ich habe mal vor Jahren einen NASA-Artikel über Terraforming gelesen Im Rahmen des aufsehenerregenden Projektes Biospähre 2 , was ja als Anfangsstadium des NASA-Terraforming-Projektes gedacht war. Notwendig war dafür auf einem Planeten fester Untergrund und Wasser, der Mars hat beides und ist der Erde am nächsten. Warum sollte man Callisto nehmen, wenn der Weg weiter ist? Was ist sein Vorteil? Ich habe zwar auch gehört, das man gerne dort eine Raumbasis irgendwann errichten möchte, aber Terraforming-Kandidat ist mir neu? Na ,ja vielleiht wisst ihr mehr! pyrdakor

#5 Beverly

Beverly

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Geschrieben 26 September 2002 - 18:56

Kallisto besteht zur Hälfte aus Wasser, allerdings als Wassereis. Die Idee ausgerechnet diesen Mond zu "terraformen" ist eine von mir ausgedachte Spekulation, mit aktuellen NASA-Plänen hat sie nichts zu tun.

#6 Dave

Dave

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Geschrieben 26 September 2002 - 20:08

Ich finde es interessant, dass oftmals zwei Extreme Gegenstand des Interesses sind. Zum einen die Planten und Monde als ernüchternde Einöde, bestenfalls mit Wasser angereichert, und auf der anderen die Zivilisationen in ihrer ganzen Farbenpracht. Seien es wir selbst oder die fiktive, weit entfernte Lebensform. Gut, unser eigenes Sonnensystem bringt außer der fulminanten Erde nichts weltbewegendes hervor, dennoch plädiere ich hier für etwas, das ich meine zwischen Beverlys Zeilen gelesen zu haben: Etwas Weltraumromantik! Ich meine, vermutlich gibt es irgendwo da draußen einen Planeten, der es nicht einmal zu Algen, Flechten oder Moosen gebracht hat, aber dennoch ein (verlorenes) Paradies ist? Womöglich gäbe es einen Sandstrand, Wellen, die sich an zerklüfteten Felsen brechen und geschwungene Hügelketten, aber keinen Geist, der dies alles je reflektiert hätte. Eventuell hat der Ozean bereits seinen ersten Atemzug getan, eine Atmosphäre ermöglicht und ein paar stattliche Wolken produziert. Das ganze zu günstigen Grundstückspreisen... Klingt bescheuert (und unwissenschaftlich), ich weiß, aber ist Euch so etwas nie durch den Kopf gegangen? ;)

#7 Holger

Holger

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Geschrieben 26 September 2002 - 20:52

Dave, ich kann nur sagen, dass Deine Ausführungen eine Saite in mir (und bestimmt jedem SF-Leser) zum schwingen bringt. Mal im Ernst, hast Du mal daran gedacht Kurzgeschichten zu schreiben ? Ich habe mal (sehr lange her), eine Kurzgeschichte gelesen, in der drei Astronauten eine Wanderung auf der Marsoberfläche unternehmen. Es passierte nichts, bis sie in einen seltsamen Talkessel kamen. Was dann passierte weiss ich nicht mehr, aber ihre Ausführungen über die einsame Marslandschaften ... *seufz*. Leider fehlte das sehnsuchterweckende Motiv vom Meer.
"Rezensionen: eine Art von Kinderkrankheit, die die neugeborenen Bücher befällt."
(Georg Christoph Lichtenberg)

#8 Dave

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Geschrieben 27 September 2002 - 17:30

Wie wohl die meisten von uns trage ich so ein paar Ideen mit mir herum. Mein Gedanke war aber eigentlich immer, diese Vorstellungen vielleicht an jemanden weiterzugeben, der sie richtig umsetzen kann. Jemand, der die Sache einfach beherrscht. Ich bedanke mich aber für die Bemerkung, denn jetzt weiß ich, dass es zumindest für Postings reicht... und ich denke noch einmal darüber nach. Ich kann mich übrigens an eine ähnliche Kurzgeschichte erinnern. Einer der Dreien verletzt sich in dem Talkessel und kann ohne Hilfe nicht zur Raumkapsel zurück kehren. Der Mann in der Kapsel beordert den Zweiten, der sich zwischen den anderen befinden, sofort zurück. Der Sauerstoff wird knapp, und es muss eine Entscheidung für oder gegen den Befehl gefällt werde. Eine sehr beeindruckende Geschichte.

#9 Holger

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Geschrieben 30 September 2002 - 21:53

und ich denke noch einmal darüber nach.

Ja, tu das  :)

Ist ja witzig,ich glaube wir sprechen von der gleichen Geschichte. Muss ein uralter Heyne-Kurzgeschichtenband gewesen sein. In irgendeiner Bibliothek ...
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(Georg Christoph Lichtenberg)

#10 Jorge

Jorge

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Geschrieben 02 April 2016 - 22:21

Dennoch plädiere ich hier für etwas, das ich meine zwischen Beverlys Zeilen gelesen zu haben: Etwas Weltraumromantik!

Ich meine, vermutlich gibt es irgendwo da draußen einen Planeten, der es nicht einmal zu Algen, Flechten oder Moosen gebracht hat, aber dennoch ein (verlorenes) Paradies ist?
Womöglich gäbe es einen Sandstrand, Wellen, die sich an zerklüfteten Felsen brechen und geschwungene Hügelketten, aber keinen Geist, der dies alles je reflektiert hätte. Eventuell hat der Ozean bereits seinen ersten Atemzug getan, eine Atmosphäre ermöglicht und ein paar stattliche Wolken produziert.

Das ganze zu günstigen Grundstückspreisen...

Klingt bescheuert (und unwissenschaftlich), ich weiß, aber ist Euch so etwas nie durch den Kopf gegangen?

 

Larry Niven ist es...in Der Schritt zurück .

Das ganze entwickelt sich aber zu einem puren Horrortrip für die Kolonisten...ohne Rückfahrschein.


Terraforming

 

SF-Sachbuchtipp

Chris Pak

Terraforming: Ecopolitical Transformations and Environmentalism in Science Fiction


Bearbeitet von Jorge, 02 April 2016 - 22:23.


#11 quanat

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Geschrieben 03 August 2018 - 10:50

 

"Den Mars zur Erde zu machen, ist keine Option. Der Mars war nicht immer so abweisend wie heute. Seit langem geistert daher die Idee durch den Raum, er lasse sich mit technischen Mitteln wieder lebensfreundlicher machen. Wer so argumentiert, verkennt die Realitäten."

 

Die Neue Zürcher Zeitung berichtet heute über die Erfolgsaussichten eines marsianischen Terraforming: https://www.nzz.ch/w...tion-ld.1407848



#12 Jorge

Jorge

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Geschrieben 03 August 2018 - 20:24

"Den Mars zur Erde zu machen, ist keine Option. Der Mars war nicht immer so abweisend wie heute. Seit langem geistert daher die Idee durch den Raum, er lasse sich mit technischen Mitteln wieder lebensfreundlicher machen. Wer so argumentiert, verkennt die Realitäten."

 

Die Neue Zürcher Zeitung berichtet heute über die Erfolgsaussichten eines marsianischen Terraforming: https://www.nzz.ch/w...tion-ld.1407848

 

Passt gut zu anderen Forschungsergebnissen ...allerdings werden sich Nerdkolonisatoren ala Musk & Co. bestimmt nicht von ihren abstrusen Besiedelungsplänen abhalten lassen.




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