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Philip K. Dick: Marsianischer Zeitsturz


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63 Antworten in diesem Thema

#31 Barney Mayerson

Barney Mayerson

    Mikronaut

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Geschrieben 03 November 2007 - 12:25

Unglaublich! :lol:


Ich stimme auch zu. Wollte sogar fast dasselbe über Arnie und sein Projekt schreiben, habs aber irgendwie vergessen :-)

Jedenfalls ist doch bei den Stellen, wo Arnie sich Gedanken über seine Idee macht, mit Manfreds Hilfe in die Zukunft zu sehen, die Begeisterung fast schon greifbar die er dabei verspürt.

Tschüss,
Barney

#32 heschu

heschu

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Geschrieben 03 November 2007 - 12:54

Ein weiterer Kritikpunkt für mich sind seine Frauenfiguren. Ich halte PKD, so gut er auch schreibt, nicht gerade für einen Kenner des weiblichen Geschlechts. Sie spielen im Roman zwar die ihnen zugedachte Rolle, aber so sind sie einfach nicht. Na? Protestiert, meckert, nur zu! Ich habe ein dickes Fell. :lol:

Bearbeitet von heschu, 04 November 2007 - 08:00.

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#33 Armin

Armin

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Geschrieben 03 November 2007 - 13:42

Ein weiterer Kritikpunkt für mich sind seine Frauenfiguren. Ich halte PKD, so gut er auch schreibt, nicht gerade für einen Kenner des weiblichen Geschlechs. Sie spielen im Roman zwar die ihnen zugedachte Rolle, aber so sind sie einfach nicht.


Tim Powers hat dazu im Nachwort zu "Die Lincoln-Maschine" etwas Nettes geschrieben:

"Es wird manchmal gesagt, er [Dick] wäre frauenfeindlich gewesen. Diese Behauptung ist wohl auf die, gelinde ausgedrückt, etwas schwierigen Frauenfiguren zurückzuführen, die in vielen seiner Romane auftauchen, wie etwa Pris Frauenzimmer in "Die Lincoln-Maschine". Dick selbst wäre über diese Ansicht wohl mehr als verblüfft gewesen - schließlich liebte er diese Frauen, und zwar genauso, wie er sie dargestellt hat: Pris Frauenzimmer, Pat Conley aus "Ubik" oder Kathy Sweetscent aus "Warte auf das letzte Jahr".

Nun sind Powers' Worte natürlich nicht Gesetz, aber ich finde, da ist etwas Wahres dran. Das sind schwierige Figuren - schwieriger als die meisten von Dicks männlichen Charakteren, die ja auch meist nicht so leicht zu durchschauen sind. Trotzdem (oder gerade deshalb) haben die Frauen oft eine wichtige Funktion, auch wenn sich diese auf den ersten Blick nicht offenbart.

(Und das alles, ohne "Marsianischer Zeitsturz" schon gelesen zu haben - sorry ...)

#34 heschu

heschu

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Geschrieben 04 November 2007 - 08:36

gelinde ausgedrückt, etwas schwierigen Frauenfiguren

Dass es Tim Powers ebenfalls aufgefallen ist, beruhigt mich. Vielleicht - ich spinne mal drauflos - hat P.K.Dick ein gestörtes Verhältnis zu Frauen gehabt, das sich schließlich in seinen Büchern widerspiegelt?

Dabei bin ich mir durchaus bewusst, dass man mit solchen Mutmaßungen vorsichtig sein sollte. Ein Autor, der eine Figur für seinen Roman erfindet, besitzt ja nicht zwangsläufig eine Neurose (oder Psychose? Ich gucke jetzt nicht bei Wikipedia nach. :lol: ) Wenn diese Gestalt für den Fortgang der Handlung notwendig ist, wird sie eben ausgewählt und geformt.

Aber wenn Dick auch in seinen anderen Büchern "schwierige Frauenfiguren" beschreibt, bestätigt das meine oben geäußerte Vermutung.

Bearbeitet von heschu, 04 November 2007 - 08:40.

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#35 Barney Mayerson

Barney Mayerson

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Geschrieben 05 November 2007 - 13:22

Aber wenn Dick auch in seinen anderen Büchern "schwierige Frauenfiguren" beschreibt, bestätigt das meine oben geäußerte Vermutung.


Ja, in seinen Büchern kommen oft solche schwierigen, starken Frauen vor, die den männlichen Figuren das Leben schwer machen, und - da sind wir wieder beim Meta-Roman - es sind auch oft dieselben Typen.

Auch dass PKD im Privatleben ein schwieriges Verhältnis zu Frauen hat kann man wohl so sagen. Es gibt da auch Theorien zu, wenn ich mich recht erinnere wird in der Sutton-Biographie spekuliert dass es mit der schwierigen Beziehung zu seiner Mutter zu tun hatte, der er wohl die Schuld am Tod seiner Zwillingsschwester gab.

Später kam es in Beziehungen teilweise auch zu Handgreiflichkeiten und er war ja auch mehrfach verheiratet, also nachdem ich Sutton gelesen habe würde ich persönlich schon sagen, dass er ein Problem mit Frauen hatte. Er konnte nicht mit ihnen, aber auch nicht ohne sie.

Und es fällt schon auf, dass man die Frauenfiguren in seinen Romanen oft relativ problemlos den verschiedenen Frauen, mit denen er im Privatleben zu tun hatte, zuordnen kann.

Tschüss,
Barney

#36 Lemmy

Lemmy

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Geschrieben 05 November 2007 - 17:45

Es gibt da auch Theorien zu, wenn ich mich recht erinnere wird in der Sutton-Biographie spekuliert dass es mit der schwierigen Beziehung zu seiner Mutter zu tun hatte, der er wohl die Schuld am Tod seiner Zwillingsschwester gab.



Tschüss,
Barney


Der Tod seiner Zwillingsschwester hat wohl auch bei Philip selbst starke Schuldgefühle ausgelöst (wenn ich mich recht an Sutins Bio erinnere).

Ansonsten: Ich habe "Marsianischer Zeitsturz" sehr genossen, insbesondere weil dargestellt wird, wie psychisch Kranke ihre Umwelt wahrnehmen.

#37 heschu

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Geschrieben 05 November 2007 - 20:03

Ansonsten: Ich habe "Marsianischer Zeitsturz" sehr genossen, insbesondere weil dargestellt wird, wie psychisch Kranke ihre Umwelt wahrnehmen.

Ja, das fand ich auch sehr interessant. Es muss schlimm für die Betroffenen sein.

Bearbeitet von heschu, 05 November 2007 - 20:06.

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#38 heschu

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Geschrieben 11 November 2007 - 16:43

Wie fandet ihr das Ende des Romans?

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#39 sirius6

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Geschrieben 11 November 2007 - 17:38

Das Ende fand ich genial, es gab vorher ein paar ungereimtheiten, beim Ende hatte ich allerdings nichts auszusetzen war ein typisches PKD Finish.

#40 heschu

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Geschrieben 12 November 2007 - 22:11

Welche Ungereimtheiten meinst du, hellster Stern des Nachthimmels (google)?

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#41 Barney Mayerson

Barney Mayerson

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Geschrieben 14 November 2007 - 11:29

Hi, also ich muss sagen dass ich das Ende nicht so richtig verstanden habe. Obwohl ich das Buch mehrmals gelesen habe. Aber vielleicht gibts da ja auch nicht wirklich was zu verstehen. Meine Fragen wären:
Spoiler
Ist das vielleicht nicht mehr als der etwas holprige Versuch eines Happy Ends? Das kann ich mir eigentlich nicht so recht vorstellen, ich hab das Gefühl dass mir da irgendwas wesentliches bisher entgangen ist. Tschüss, Barney

#42 Lemmy

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Geschrieben 15 November 2007 - 18:34

Ist das vielleicht nicht mehr als der etwas holprige Versuch eines Happy Ends?
Tschüss,
Barney


Wieso holprig ? Ich fands durchaus gelungen, es besteht Hoffnung, daß sich Manfreds düstere Visionen, die ja auch für seinen Autismus verantwortlich sind, nicht bewahrheiten. Das ist die message, die ich da hinein interpretiere.

Nur ein bisschen OT: Eine meiner Neuerwerbungen- Elizabeth Moon "Die Geschwindigkeit des Dunkels"
Auch hier gehts um einen autistischen Jungen und die Möglichkeit seinen Autismus "heilen" zu lassen.
Hier erwarte ich differenziertere Einblicke in die Welt eines Autisten, Elizabeht Moon hat selbst einen adoptierten autistischen Sohn.
"The speed of dark" wurde 2003 mit dem Nebula Award ausgezeichnet.

#43 Barney Mayerson

Barney Mayerson

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Geschrieben 16 November 2007 - 12:10

Hm, also irgendwie hab ich mit diesem Ende wirklich ein Problem, ich hab irgendwie nicht die geringste Idee, was es mir sagen soll. Warum besteht Hoffnung, dass sich die Visionen nicht bewahrheiten?
Spoiler

Bearbeitet von Barney Mayerson, 16 November 2007 - 12:12.


#44 heschu

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Geschrieben 17 November 2007 - 18:08

es besteht Hoffnung, daß sich Manfreds düstere Visionen, die ja auch für seinen Autismus verantwortlich sind, nicht bewahrheiten. Das ist die message, die ich da hinein interpretiere.

So sehe ich das auch. Er ist ja dem gefürchteten AM-WEB entkommen.

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#45 heschu

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Geschrieben 08 December 2007 - 19:38

Hallo, ich schreibe meine Fragen schnell mal hier rein, obwohl es nicht um den Marsian. Zeitsturz geht, sondern um einen Film, der nach einer Kurzgeschichte von Dick gedreht wurde. Sa, 8. Dez · 22:00 · kabel eins Screamers - Tödliche Schreie Kennt jemand den Film? Ist er ansehenswert? Viele Grüße heschu

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#46 heschu

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Geschrieben 09 December 2007 - 11:34

Hach, gestern abend hatte ich dann die Antworten auf meine Fragen. Ein düsterer Film, in dem es typische PKD-Elemente gab. Seltsame Maschinen, ein gefälschtes Hologramm. Unklare Motive, merkwürdige Verhaltensweisen, ein labiler Typ, der dann starb. Und am Schluss war alles anders. Auf den Teddy im Raumschiff, das zur Erde flog, habe ich gewartet. Er tauchte dann promt auf. (Wenn ich der Drehbuchschreiber gewesen wäre, hätte ich es wahrscheinlich auch so gemacht. Es kommt eben auf die kleinen Dinge an.:lol2: ) In der KG von PKD ist der Teddy wohl kaum drin. So, das gehörte nicht hierher, ich weiß.

Bearbeitet von heschu, 09 December 2007 - 13:48.

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#47 raps

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Geschrieben 18 December 2007 - 18:21

Hallo, yippeyippeeya (und wer das sonst noch liest), Du hattest Dich ja bereit erklärt, Dir meine verspäteten Eindrücke noch anzuhören. Darum nütze ich das gleich mal aus. Ich hab bisher erst die Kap. 1-5 gelesen. Für den Rest werde ich wohl bis Samstag brauchen, weil ich unter der Woche einiges zu tun habe. Bis dahin werde ich mir sicher auch nochmals besonders in Kap. 5 genauer anschauen, ob Dicks Exkurse über Schizophrenie und Autismus mehr aussagen wollen als "Es ist von Übel, mit der Natur/dem neuen Planeten nicht im Einklang leben zu wollen." Was ich sonst noch anmerken wollte: 1.) Bei Büchern von PKD habe ich eigentlich nie das Gefühl, realistische Literatur zu lesen – und das auch schon, bevor seine Welten auseinander fliegen. Woran genau das liegt, weiß ich nicht. Vielleicht an meinem Vorwissen? Oder womöglich an einer Kombination aus sehr einfacher Sprache, sehr spärlichen Szenenbeschreibungen, nur holzschnitthaft gezeichneten Charakteren und der heute museal wirkenden Technologie? In einer Rezi (vor Jahren im DLF) meinte der Kritiker durchaus wertneutral, Dick schreibe Literatur mit den Mitteln des Groschenromans. Kann schon sein, aber irgendwie hat mich das nie gestört. Wenn ich versuche, die Atmosphäre seiner Texte zu beschreiben, kommt mir die kafkaesk vor oder (wegen des Holzschnitts?) ein bisschen wie in einem Brecht-Stück. Außerdem finde ich die Storys der Romane nie trivial. 2.) Ich frage mich, ob es große Unterschiede zwischen den einzelnen Übersetzungen von „Martian Time-Slip“ gibt. Meine alte Version (Insel/Suhrkamp) liest sich eigentlich ganz vernünftig, und in der oben erwähnten Rezi war der Kritiker auch von der Neuübersetzung von „Valis“ (?) alles andere als angetan. Dein kürzeres Zitat aus dem Gespräch zwischen Steiner und dem Kneipenwirt liest sich in meiner Übersetzung anders, aber ähnlich. (Im Übrigen würden die meisten Deutschlehrer "in 1930" als Fehler anstreichen.) Da die meisten „Time-Slip“ sicher in der Heyne-Ausgabe gelesen habe, drucke ich hier noch mal die ersten Insel/Suhrkamp-Absätze ab: Im tiefen Luminalschlaf hörte Silvia Bohlen jemand rufen. Der Ton drang scharf in die Schichten ein, in die sie versunken war, und zerstörte ihren Zustand des perfekten Nichtseins. „Mama“, rief ihr Sohn wieder von draußen. Sie richtete sich auf und nahm einen großen Schluck Wasser aus dem Glas, das an ihrem Bett stand. Sie setzte die bloßen Füße auf den Boden und erhob sich mühsam. Nach der Uhr war es halb zehn. Sie fand ihren Morgenrock und ging ans Fenster. Ich darf nichts mehr davon nehmen, dachte sie. Lieber allmählich schizophren werden wie die übrige Welt. Sie zog die Jalousie auf. Sie Sonne schien ihr mit der gewohnten rötlich-staubigen Färbung ins Gesicht und blendete sie. Sie hob ihre Hand und rief: „Was ist los, David?“ „Mama, der Kanalfahrer ist da!“ Dann muß heute Mittwoch sein. Sie nickte, drehte sich um und ging schwankend vom Schlafzimmer in die Küche, um mühsam den guten, soliden, auf der Erde hergestellten Kaffeetopf anzustellen. Was muß ich tun? fragte sie sich. Es ist alles für ihn vorbereitet. David wird es schon merken. Sie drehte den Wasserhahn über dem Ausguß an und wusch sich das Gesicht. Das unangenehm verunreinigte Wasser reizte sie zum Husten. Wir sollten den Tank ausleeren, dachte sie. Ihn reinigen, die Chlorzufuhr regeln und nachsehen, wie viele Filter verstopft sind. Vielleicht sind es alle. Könnte das nicht der Kanalfahrer machen? Nein, das ist nicht Sache der UN. 3.) Ich bin ja erst bei Seite 103 (von 301), hatte aber bisher mindestens 3 x das Gefühl, dass sich die Realität änderte, und zwar (in meiner Ausgabe) auf S. 44, als Otto Zitte zu Norbert Steiner etwas völlig Zusammenhangloses sagt, auf S. 51, als Anne Esterhazy eine aufgebrachte Aussage Steiners als gleichgültig ausgesprochen empfindet, sowie auf S. 71, wenn Esterhazy Steiners Tod ohne Begründung als Selbstmord beschreibt, obwohl sie noch eine Seite zuvor fest von einem Unfall ausgegangen war. Noch kurz zu meiner Einstellung zu Dick (hier im Forum scheint es ja ausgesprochene Fans und Ablehner zu geben): Ich habe bisher ein halbes Dutzend Bücher von ihm gelesen und fand alle interessant, ohne ihn jetzt unbedingt für den großen Gott zu halten. Herrlich lustig fand ich "Der galaktische Topfheiler", sprachlich herausragend - und inhaltlich seltsam, weil bierernst religiös - die ersten Seiten von "Timothy Archer" (weiter kam ich bislang nicht). So, mal schauen, wie die nächsten 200 Seiten "Mozart für Marsianer" werden. Gruß, Rainer

#48 raps

raps

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Geschrieben 23 December 2007 - 19:06

Hallo zum zweiten Mal, yippeyippeeyay (und wer das sonst noch liest), so, ich bin fertig, und bevor ich zu meinen sonstigen Eindrücken komme, zuerst noch etwas Peinliches. Ich habe in meinem ersten posting über Deine Übersetzung der Kneipenszene gelästert. Mittlerweile ist mir die Möglichkeit in den Sinn gekommen, dass Du vielleicht nicht die Heyne-Ausgabe zitierst, sondern Deine persönliche Übersetzung. In diesem Fall wäre mein Geschwafel natürlich höchst unangebracht gewesen. Deshalb hier sicherheitshalber ein "Sorry!" Noch einiges zu meinem ersten Posting-Schnellschuss: Zu Punkt 1: "Bei Büchern von PKD habe ich eigentlich nie das Gefühl, realistische Literatur zu lesen – und das auch schon, bevor seine Welten auseinander fliegen." - Dazu stehe ich, allerdings braucht man dafür nicht unbedingt Kafka und Brecht zu bemühen. Mir scheint, dass in PKD-Büchern eher Typen denn ausgearbeitete Charaktere auftreten. Einzige Ausnahme ist da vielleicht der 'redliche Handwerker' - hier Jack Bohlen (eine Art Alter ego Dicks?). Daneben sehe ich halt die Typen wie: - Arnie Kott, der impulsive, barocke Macht- und Genussmensch (und Rassist), der sich aus kleinen Verhältnissen nach oben gearbeitet hat (eine Art Jimmy Hoffa?); - Doreen Anderton, die Hure mit Herz; - Silvia Bohlen, die gelangweilte Ehefrau (und Euthanasie-Befürworterin); - Leo Bohlen, der konservative Kapitalist; - Otto Zitte, der schmierige Handelsvertreter und Damenbeglücker. Zu diesen Typen kommen, scheint mir, die nur sehr spärlichen Beschreibungen einer Szenerie dazu, die - nähme man die Darkies weg - auch in Arizona oder New Mexiko in den sechziger Jahren angesiedelt sein könnte. PKD scheint die SF ja hauptsächlich als Mittel zur Verfremdung zu benutzen. Interesse an der technologischen Entwicklung hat er wohl kaum. Wenn High-Tech eine Rolle spielt, ist sie leicht unglaubwürdig: Ich kann z.B. nicht glauben, dass es so billig ist, Konservendosen in unbemannten Raketen von der Erde zum Mars zu schießen. Zu Punkt 2: Mich würde wirklich interessieren, ob es große Unterschiede zwischen den Übersetzungen gibt: Normalerweise würde ich ja immer Suhrkamp/Insel eine größere Sorgfalt auf diesem Gebiet zutrauen. Da die Heyne-Übersetzung jüngeren Datums ist, müssen die aber doch wohl einen Grund für ihr Tun gehabt haben? Zu Punkt 3: Ich rede hier von "Realitätsveränderungen", weil ich glaubte, mich daran von meiner Erstlektüre vor 20 Jahren her zu erinnern. Mir schien sich jeweils eine Szene grundlos seltsam weiterzuentwickeln. Ich zitiere hier lieber mal die entsprechenden Passagen: S. 44: "... sagte Steiner: (...) Es ist unnatürlich, wie [die Israelis] leben, in diesen Baracken, und dieser dauernde Versuch, Obstgärten mit Orangen und Zitronen anzulegen, wissen Sie. Sie sind viel besser dran als alle anderen hier, weil sie drüben in der Heimat schon genauso lebten, wie wir hier leben, umgeben von Wüste und fast ohne jegliche Hilfsquellen." [HIER ÄNDERUNG ??] "Stimmt", sagte Otto. "Man muß es ihnen beibringen; sie drängen sich richtig danach. Sie sind nicht faul." S. 51: "Mrs Esterhazy sagte: Man wird die Kinder einschläfern." Aufgebracht sagte er: "Töten, meinen Sie wohl." [HIER ÄNDERUNG ??] "Oh", sagte sie, "wie können Sie von so etwas sprechen, als wäre es ihnen egal?" S. 71: [Anne Esterhazy:]"... Und nun ist [Steiner] tot." (...) Und es war ein Unfall, er hat es nicht absichtlich getan." (...) [HIER ÄNDERUNG ??] Etwas später gingen [Esterhazy und Kott] auf dem Gehweg entlang. "Weshalb nehmen sich die Menschen das Leben?" fragte Anne. Es mag natürlich sein, dass ich in diese Passagen zu viel hineininterpretiert habe. Schwierig zu sagen. So, jetzt noch meine Meinung zum Buch: Ich bin noch nicht dazu gekommen, bei Wikipedia "Schizophrenie", "Autismus" usw. nachzuschlagen, aber ganz grob will PKD sicher sagen: "Das Leben in der modernen Massen-/Industriegesellschaft entfremdet uns von uns selbst, sprich: Wir werden gespalten, schizophren. Als Folge ziehen wir uns von unseren Mitmenschen zurück, werden zu Autisten." Es gibt dazu genügend Textstellen als Beleg (die ich jetzt aus Faulheit nicht zitiere). Jack Bohlen wollte seiner eigenen Schizophrenität in der Natur (also auf dem Mars) entgehen, wird aber durch Manfred plus Arbeitsstress wieder von ihr eingeholt. Das Problem der Entfremdung durchzieht ja PKDs Werk. In einem Essay hier im SF-Netzwerk (siehe Übersicht über die PKD-Lesezirkel) argumentiert Gero Reimann, glaube ich, dass zum Beispiel die ganze UBIK-Werbung im gleichnamigen Roman auch nur illustrieren soll, wie bizarr/unnatürlich die moderne (Medien-)Gesellschaft ist. Mir hat das Buch gut gefallen, weil es komisch, leicht lesbar und doch nicht doof war. Etwa die Szene, als Otto Zitte Silvia Bohlen verführte, fand ich amüsant. Oder die Art und Weise, wie Doktor Glaub sich selbst analysiert. ("Nein, so geht es nicht. Ich bin keiner von den psychologischen Fällen, die sich rächen wollen - das täte nur ein Analfixierter oder Oralfixierter. Und er hatte sich vor langer Zeit schon klassifiziert als den spätgenitalen Typus, für den reife Geschlechtsbeziehungen typisch sind.") Im Großen und Ganzen habe ich den Roman als Sittenkomödie gelesen, in dem zwar ganz schön üble Dinge passieren, wo Tragik aber nie aufkommt. Ein bisschen nach dem Motto: "Die Lage ist aussichtslos, aber nicht ernst." Und noch kurz zum Ende, das weiter oben diskutiert wurde: Ich hätte es auch okay gefunden, wenn der Text einfach mitten in irgendeinem Satz abgebrochen wäre. Mir scheint bei PKD-Romane der Weg das Ziel zu sein. Die Frage, ob Manfred dem Altersheim entgeht, hat mich nicht interessiert. Genausowenig, was aus Jack Bohlens Liebesleben wird. PKD ist als Autor immer so weit weg von seinen Typen (ups, fast hätte ich "Charakteren" geschrieben, dass deren Schicksal mich nie sehr interessiert. Gruß und tschüß, Rainer/raps (Seit Neuestem Limonaut!)

#49 heschu

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Geschrieben 23 December 2007 - 19:48

Ich bin einer von denen, die das sonst noch lesen. :thumb:

PKD ist als Autor immer so weit weg von seinen Typen (ups, fast hätte ich "Charakteren" geschrieben, dass deren Schicksal mich nie sehr interessiert.

Seine Typen sind irgendwie nicht richtig fassbar. Auf der einen Seite verhalten sie sich fatalistisch (der Ausdruck wurde bereits von einem anderen Mitposter verwendet). Auf der anderen Seite sind es Personen, die entsprechend ihren Motiven handeln.

Bearbeitet von heschu, 25 December 2007 - 18:04.

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#50 raps

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Geschrieben 24 December 2007 - 07:57

Falls ich mich richtig erinnere, wird Fatalismus im "Zeitsturz" mehrfach als typische Eigenschaft von Schizophrenen bezeichnet (?). Ich habe ja keine der 2 (?) gängigen Dick-Biographien gelesen - und auch nicht die Doktorarbeit von Kim Stanley Robinson - aber wenn ich lese, wie sehr psychische Störungen im Vordergrund dieses Romans stehen, überlege ich mir schon, wie es in den 60ern um Dicks eigene Geistesverfassung ausgesehen haben mag. Spätestens ab einem für ihn übernatürlichen Erlebnis 1974 soll er ja selbst schizophren (?) / verrückt (?) gewesen sein. Gruß, Rainer/raps Hier meine Quelle [http://www.newyorker...rintable=true]: In February, 1974, Dick, after having a tooth pulled by the dentist, and still high on the vestiges of sodium pentathol, opened the door of his house to get a prescription from a delivery girl—and had a vision that dominated and damned the last eight years of his life. The delivery girl visiting the already drug-addled Dick was wearing a fish medallion; Dick casually asked her about it, and she fingered it to show him that it was an ancient Christian symbol. Dick had an overwhelming, numinous experience of “unforgetting”: he eventually saw (the vision came in bursts) that he and the girl were both early Christians in flight from Roman persecution and exchanging a coded language of gesture. He wasn’t seeing, Shirley MacLaine style, that he had been a Christian in an earlier life; the point was that he was one now. The entire phenomenal world around him was an illusion created by a fallen female God, twin to a good immaterial God; he was experiencing not a flashback but a flash-in. Sometime in the first century—he later pinned it down to the year 70 C.E.—the passage of time had been deliberately stopped by the Empire, the Black Iron Prison. There was no 1974; there never had been. It was still the year 70. The Roman Empire had never ended.

#51 heschu

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Geschrieben 24 December 2007 - 09:20

Man muss vom literarischen Werk eines Autors ja nicht gleich auf den Geisteszustand des Schreibenden schließen. Ich ertappe mich auch manchmal bei diesen Verallgemeinerungen und rufe mich dann streng zur Ordnung. Biografien, Artikel zum Autor u.a. können subjektiv gefärbt sein. Und wenn der Autor erst einmal ein bestimmtes (vielleicht sogar ein verkaufsorientiertes, gewolltes) Image hat, ist es einfach, die gängigen Meinungen immer wieder abzurufen, bis jeder das glaubt. Vielleicht hatte er wirklich ein psychisches Problem und ließ es behandeln. Damit stand er sicher nicht alleine da. Irgendwo habe ich gelesen, dass dreiviertel der Menschheit wenigstens einmal in ihrem Leben eine Störung des Geisteszustandes durchleidet. (Ich weiß, mit dieser Bemerkung begebe ich mich wieder aufs medizinische Glatteis. :lol: ) Aber eigentlich ist es mir ziemlich egal, ob er krank war oder nicht. Für mich zählt das Werk, nicht der Autor. Immerhin hat er es geschafft, Bücher zu schreiben, über die wir heute noch diskutieren. Das ist eine Leistung, die ihm erst jemand nachmachen muss. :thumb: Und ich bezweifle mal, ob Schizophrene Bücher schreiben können. (Bitte nicht gleich lynchen, es ist ja nur eine Annahme.) Das ist Arbeit, die Ausdauer und Energie verlangt.

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#52 heschu

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Geschrieben 24 December 2007 - 09:40

Mir fällt gerade noch etwas ein. Mal angenommen, PKD hatte durch eine Behandlung Kontakt mit anderen Kranken. Ich könnte mir vorstellen, dass das einem sensiblen Geist Stoff für genügend Bücher liefert (ohne dass der Autor gleich verrückt ist).

Bearbeitet von heschu, 24 December 2007 - 09:41.

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#53 raps

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Geschrieben 24 December 2007 - 14:28

Klar, für meine Wertschätzung Dicks ist auch nicht entscheidend, wie genau sein Geisteszustand war. Normalerweise meine ich auch, dass fast alles, was an einem Text wichtig ist, in ihm selbst zu finden sein muss. In dem oben von mir zitierten Artikel benutzte der Autor Dicks angeblichen Wahnsinn ab 1974 áber dafür, um Band 1 der VALIS-Trilogie besser analysieren zu können. Zitat (mit möglichen VALIS-Spoilern!): Without Dick’s name, it almost certainly wouldn’t have been published—it’s just too static and strange. Yet, once you force yourself to read it, and read past the really nutty bits, it emerges as perhaps the most emotional and in an odd way the most artistically achieved of all his books. In a manner ironically reminiscent of mid-period Philip Roth—if you can imagine a mid-period Philip Roth in which three-eyed aliens living in a parallel dimension play a crucial part—Dick divides his persona into two voices. One belongs to Horselover Fat, who has had exactly the epiphany that Dick had in 1974, and is trying to cope simultaneously with the mental breakdown that the vision entails and with his sad personal circumstaces (one of his girlfriends is dying horribly of cancer, as was one of Dick’s); the other belongs to “Philip Dick,” who narrates the book, in an empathetic but disinterested tone, correcting Fat’s (that is, his own) faults and speculating calmly on the real meaning of his epiphany. There are many books with unreliable narrators under the control of sane authors; this is the only one I know where a sane, reliable narrator (on the book’s own terms) is under the control of a clearly crazy author. What makes it heartbreaking is the author’s consciousness, expressed sporadically through the fictional narrator Dick, that he (that is, the real Dick, embodied in the pathetic Fat) has undoubtedly gone nuts—but that, just as undoubtedly, he is in possession of the truth about the cosmos. Ganz allgemein scheint mir manchmal biographisches Wissen nützlich dabei zu sein nachzuvollziehen, warum ein Buch so ist, wie es ist.

#54 heschu

heschu

    Giganaut

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Geschrieben 24 December 2007 - 15:54

Solche Analysen, warum einer wie oder was schreibt, sind zwar ganz interessant für Leser allgemein, aber ob sie unbedingt stimmen? PKD ist ja tot. Ich verstehe Autoren gut, die sich hinter einem Pseudonym verbergen, um nicht zu viel Angriffsfläche für analysesüchtige Leser zu bieten. :D

Bearbeitet von heschu, 24 December 2007 - 15:55.

Carpe diem!

  • (Buch) gerade am lesen:Code Genesis – Sie werden dich finden von Andreas Gruber
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#55 raps

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Geschrieben 24 December 2007 - 23:50

Tjaja, ich könnte mir außerdem vorstellen, dass Leute wie J.K. Rowling sich manchmal wünschten, sie hätten ihre Romane unter einem geheimnisvollen Pseudonym geschrieben und könnten noch unbehelligt shoppen gehen. :D Gruß, Rainer/raps

#56 Rusch

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Geschrieben 25 December 2007 - 17:34

Ich habe es ja schon oft geschrieben: Ich habe gebraucht, um mich an Dick zu gewöhnen. Heute empfinde ich jeden weiteren Roman von ihm, den ich von ihm Lese, wie einen sehr guten Wein. Den dekantiert man, verschwendet man nicht und geniest ihn, wenn man sich dazu entschließt, in vollen Zügen. Dick hatte ein bemerkenswerte Art zu schreiben und es sind vor allem seine Protagonisten, die so wunderbar lebendig wirken und es dem Leser so einfach machen, sich mit ihnen zu identifizieren. Auf einer halben Seite führt er eine Figur ein und was wirklich bemerkenswert ist: So mancher moderner Autor schafft dies noch nicht mal auf 200 Seiten.

#57 deval

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Geschrieben 25 December 2007 - 18:13

Ich habe es ja schon oft geschrieben: Ich habe gebraucht, um mich an Dick zu gewöhnen. Heute empfinde ich jeden weiteren Roman von ihm, den ich von ihm Lese, wie einen sehr guten Wein. Den dekantiert man, verschwendet man nicht und geniest ihn, wenn man sich dazu entschließt, in vollen Zügen. Dick hatte ein bemerkenswerte Art zu schreiben und es sind vor allem seine Protagonisten, die so wunderbar lebendig wirken und es dem Leser so einfach machen, sich mit ihnen zu identifizieren. Auf einer halben Seite führt er eine Figur ein und was wirklich bemerkenswert ist: So mancher moderner Autor schafft dies noch nicht mal auf 200 Seiten.


Naja, der letzte Satz ist ist halt Auslegungssache.

Ich habe es ja ebenfalls schon oft genug geschrieben. Man hat halt so seine Pappenheimer unter den Autoren. Die können oftmals schreiben was sie wollen, wenn man sie erstmal liebgewonnen hat, sieht man alles durch eine rosarot gefärbte Brille. Für mich ist Asimov so ein Autor.

Dick ist für mich nur Mittelmaß. Ein gutes zwar, aber mehr auch nicht. Von seinen Protagonisten habe ich nicht so eine hohe Meinung wie du.

#58 Rusch

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Geschrieben 25 December 2007 - 22:09

Na zumindest würde man so eine 800 Seiten Drama wie Richard Morgans Skorpion bei Dick nicht erleben. Mein Verriss - es ist tatsächlich das mieseste Buch, dass ich 2007 gelesen habe - findet sich jetzt brandaktuell bei Fictionfantasy.

#59 deval

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Geschrieben 26 December 2007 - 00:11

Huch, das klingt in der Tat nicht begeistert.

Wie siehts aus mit Skorpion? Ein Ticket drüben bei TT? :lol:
Dann reiße ich es dir aus der Hand.

#60 raps

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Geschrieben 26 December 2007 - 11:43

Ha, wenn Rupert hier für seine Morgan-Rezension wirbt, tue ich das auch! Meine Rezi zu "Marsianischer Zeitsturz" steht bei Fictionfantasy direkt unter seiner. Wobei mich selbst überrascht hat, dass sie sich dann doch etwas anders liest als meine zwischenzeitlichen Ergüsse hier. Nebenbei: der arme Morgan! Sollte er vor wenigen Tagen nicht noch 5 Punkte kriegen, Rupert? :lol: Gruß, Rainer/raps


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