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SF und Theater - gibt es das?


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146 Antworten in diesem Thema

#1 simifilm

simifilm

    Cinematonaut

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Geschrieben 22 October 2007 - 15:06

Eine Frage, die heute im Rahmen eines Gesprächs aufgetaucht ist: Ist SF im Theater möglich? Meine erste Reaktion war: "Ja natürlich." Und als Beispiel habe ich Capeks "R.U.R." angeführt. Je länger ich darüber nachdachte, desto unsicherer wurde ich aber, ob SF im Theater nicht etwas vollkommen Anderes ist als im Kino oder in der Literatur. Vor allem fiel mir kein Beispiel für ein SF-Stück ein, das ich selbst gesehen hätte, und ich bin ein einigermassen regelmässiger Theatergänger. Beim Weiterdenken fielen mir andere Dinge auf: Obwohl ich mich nun schon seit einigen Jahren quasi professionell mit theoretischen Überlegungen zur SF beschäftige, kann ich mich nicht daran erinnern, je etwas über SF und Theater gelesen zu haben, nicht einmal in einer Fussnote. Kurze Recherche in der Uni-Bibliothek förderte lediglich ein Buch zu Tage. Oder dann dieses Forum: Es gibt ein SF-Buchforum, das Scifiboard hat die Themen "Filme, TV-Serien, Hörspiele, Multimedia", von Theater kaum eine Spur. Ich möchte nicht behaupten, dass es keine SF-Theaterstücke gibt, aber ich würde gerne ein bisschen grundsätzlich über die Frage nachdenken, warum SF im Theater offensichtlich sehr viel weniger prominent vertreten ist als in anderen Medien. Wahrscheinlich hängt das damit zusammen, dass die Realitätsillusion - sofern das hier überhaupt der richtige Begriff ist - im Theater anders funktioniert als im Film oder der Literatur. Aber es würde mich interessieren, was Ihr dazu meint. Auch Beispiele für SF-Theaterstücke und -Aufführungen sind willkommen. simon

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#2 Guido Seifert

Guido Seifert

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Geschrieben 22 October 2007 - 15:13

Mir fielen Dürrenmatts "Die Physiker" ein. Aber ob das SF ist? Es ist auf jeden Fall eine Komödie (im Dürrenmattschen Sinne).

#3 Armin

Armin

    Entheetonaut

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Geschrieben 22 October 2007 - 15:16

Es gab wohl zwei Bühnenfassungen von Douglas Adams' "Per Anhalter durch die Galaxis". Und ich meine, irgendwann einmal etwas über eine Theaterfassung von Carl Amerys "Der Untergang der Stadt Passau" gelesen zu haben.

Korrigiere mich (das mit den zwei Bühnenfassungen hatte ich in Neil Gaimans "Keine Panik" gelesen, meine ich). In der Wikipedia steht:

There have been multiple professional and amateur stage adaptations of The Hitchhiker's Guide to the Galaxy. There were three early professional productions, which were staged in 1979 and 1980.

The first of these was performed at the Institute for Contemporary Arts in London, between 1st-9 May 1979, starring Chris Langham as Arthur Dent (Langham later returned to Hitchhiker's as Prak in the final episode of 2004's Tertiary Phase). This show was adapted from the first series' scripts and was directed by Ken Campbell, who went on to perform a character in the final episode of the second radio series. The show ran 90 minutes, but had an audience limited to eighty people per night. Actors performed on a variety of ledges and platforms, and the audience was pushed around in a hovercar, 1/2000th of an inch above the floor. This was the first time that Zaphod was represented by having two actors in one large costume. The narration of "The Book" was split between two usherettes, an adaptation that has appeared in no other version of H2G2. One of these usherettes, Cindy Oswin, went on to voice Trillian for the LP adaptation.

The second stage show was performed throughout Wales between 15 January and 23 February 1980. This was a production of Clwyd Theatr Cymru, and was directed by Jonathan Petherbridge. The company performed adaptations of complete radio episodes, at times doing two episodes in a night, and at other times doing all six episodes of the first series in single three hour sessions. This adaptation was performed again at the Oxford Playhouse in December 1981, Plymouth's Theatre Royal in May/June 1982, and also at the Belgrade Theatre, Coventry in July 1983.

The third, and least successful stage show was held at the Rainbow Theatre in London, in July 1980. This was the second production directed by Ken Campbell. The Rainbow Theatre had been adapted for stagings of rock operas in the 1970s, and both reference books mentioned in footnotes indicate that this, coupled with incidental music throughout the performance, caused some reviewers to label it as a "musical". This was the first adaptation for which Adams wrote the "Dish of the Day" sequence. The production ran for over three hours, and was widely panned for this, as well as the music, laser effects, and the acting. Despite attempts to shorten the script, and make other changes, it closed three or four weeks early (accounts differ), and lost a lot of money. Despite the bad reviews, there were at least two stand out performances: Michael Cule and David Learner both went on from this production to appearances in the TV adaptation.

Future stage production rights got tied up with the rights to make the film, though various amateur adaptations appeared worldwide at least up to 2004.

For example, in 1995 Alexandra Secondary College, a high school in the small rural community of Alexandra, Victoria, Australia, with the permission of the publishers, produced a successful stage musical version. The adaptation combined scenes from "The Hitchhiker's Guide to the Galaxy" and "The Restaurant at the End of the Universe" and was considered a great success by the audience over its three-night season. It contained such original songs as "Two Heads Are Better Than One", "Resistance is Useless", "The Overqualified Unemployed Got A Degree In Astrophysics Blues" and "Inside Your Brain" (possibly one of the few songs in existence to use the word "trepanning"). Further staging of this show was not possible due to the negotiations then under way for the film.


Außerdem:

Das Linzer Theater Phönix setzte den Stoff der ersten beiden Bücher 2001 mit großem Erfolg als Theaterstück um. Regie führte Stefan Kurowski.


Edit Nr. 2:
"Vetternwirtschaft", der Verein für bodenständige Kultur (V.f.b.K. e.V.) Rosenheim, listet auf seiner Homepage tatsächlich eine Theaterproduktion aus dem Jahr 1984 nach Amerys "Der Untergang der Stadt Passau".

Bearbeitet von Armin, 22 October 2007 - 15:25.


#4 Gallagher

Gallagher

    TI 29501

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Geschrieben 22 October 2007 - 15:31

Es gab auch mal eine Musical-Fassung von "Metropolis". Nein, nicht der Disco-Remix von Giorgio Moroder, sondern eine echte Aufführung auf einer Bühne.
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#5 Armin

Armin

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Geschrieben 22 October 2007 - 15:43

Wenn sich der Kollege Gallagher hier einmischt, erinnert mich das an eine Agentur-Meldung, die ich vor über einem Jahr mal in meinem Blog zitiert hatte. Nämlich die hier:

Die gesamte «Star Wars»-Saga will eine englische Theatertruppe in nur 20 Minuten aufführen. Die Geschichte der insgesamt 13 Stunden dauernden «Star Wars»-Filme wolle man in einer kondensierten Form darstellen, sagte ein Sprecher der Reduced Shakespeare Company. «Ein Jugendtraum wird wahr», sagte Adam Long, Autor, Regisseur, und Drittel der Mini-Besetzung. «In 20 Minuten werde ich Jabba, Jar Jar Binks, Darth Vader und Anakin Skywalker verkörpern.»
Der komödiantischen Aufführung steht auch von Seiten des «Star Wars»-Erfinders George Lucas nichts mehr im Wege. Der amerikanische Regisseur hat laut Long bereits sein Einverständnis gegeben.
Die Reduced Shakespeare Company ist bekannt für ihre gerafften Versionen berühmter Stücke. So führten die Engländer bereits alle 37 Stücke aus dem Gesamtwerk Shakepeares in nur 97 Minuten auf. Weitere Produktionen umfassen «Die Bibel: das komplette Wort Gottes» und «Die komplette Geschichte Amerikas».
Die einzige Vorstellung findet am 17. August im Londoner Criterion Theatre statt. Das Stück soll dabei auch gefilmt und später im britischen Fernsehen ausgestrahlt werden.


Was daraus geworden ist, weiß ich aber auch nicht.

#6 Theophagos

Theophagos

    Giganaut

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Geschrieben 22 October 2007 - 16:04

Ich erinnere etwas von einer Aufführung von Burgess' "Uhrwerk Orange"/Huxleys "Schöne neue Welt" (aus einem unerfindlichen Grund verwechsle ich die beiden immer) gelesen zu haben. Warum es so wenig SF-Theater gibt. Möglicherweise weil im Theater Spannung in erster Linie über Dialoge/Charakterentwicklung entsteht, während SF sich in erster Linie mit dem wissenschaftlichen Wunder befasst. Anders gesagt: Natürlich könnte der Romeo den Tybald auch mit einem Laserschwert zustrecke bringen und die Julia sich mit Naniten vergiften, aber was wäre der Gewinn dabei? Alternative History - was ich normalerweise nicht der SF zuordne - sollte theoretisch genauso gut gehen wie normale historische Themen; vielleicht ist das Thema für konservative Theaterbesucher ("Shakespeare auf Stelzen - was für ein Unfug!") und für die Avantgarde zu trivial. Theophagos Edit-Nachtrag: Kurz gegoogelt - anscheinend sind beide Werke als Theaterstücke adaptiert und aufgeführt worden.

Bearbeitet von Theophagos, 22 October 2007 - 16:06.

"Cool Fusion? What is 'Cool Fusion'?" - "As Cold Fusion is beyond our grasp, we should reach for something ... less ... cold. Cool Fusion."
- Dr. Karel Lamonte, Atomic Scientist (Top of the Food Chain, Can 1999)
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#7 simifilm

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    Cinematonaut

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Geschrieben 22 October 2007 - 16:17

"Clockwork Orange" wurde ja schon verschiedentlich auf der Bühne aufgeführt, aus einer Produktion stammt ja auch eines der (wenn nicht das) bekannteste Album der "Toten Hosen". Habe das allerdings nie live gesehen ...

Vielleicht kann ich meine Ausgangsfrage etwas revidieren: Wenn ich nach konkreten Beispielen für SF-Stücke frage, interessiert mich weniger eine Auflistung, sondern konkrete Erfahrungen mit entsprechenden Aufführungen, denn die scheinen mir insgesamt rar. Es gibt wohl eine bestimmte Musical-/Spektakelschiene, bei der SF-Stoffe eingesetzt werden. Mir fällt da spontan "Starlight Express" und eine Schweizer Musical namens "Space Dream" ein, aber mich interessiert hier eher 'klassisches Theater'. Hat hier schon mal jemand SF gesehen? Wie "fühlt" sich das an?

Warum es so wenig SF-Theater gibt. Möglicherweise weil im Theater Spannung in erster Linie über Dialoge/Charakterentwicklung entsteht, während SF sich in erster Linie mit dem wissenschaftlichen Wunder befasst. Anders gesagt: Natürlich könnte der Romeo den Tybald auch mit einem Laserschwert zustrecke bringen und die Julia sich mit Naniten vergiften, aber was wäre der Gewinn dabei?


Ich weiss nicht, ob ich ich mit dieser Einschätzung wirklich einig gehe. Es wird ja genug oft gesagt, dass bei Space Operas nur die Colts mit Laserschwertern ausgetauscht werden. Die Frage, was ein solcher Austausch bringt, würde sich also auch bei anderen Medien stellen. Beim Film sehe ich den Gewinn sofort: Es bringt neue Schauwerte. Aber einerseits kann ja auch das Theater mit Schauwerten operieren - Bühnenbild, Kostüm etc. -, und andererseits spielen diese bei der Literatur ja wiederum keine Rolle.

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#8 HoudiniNation

HoudiniNation

    Yoginaut

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Geschrieben 22 October 2007 - 17:27

Einer der bekannteren Off-Broadway Produzenten hatte mal so was wie "Timeworm" in der Mache, das aber glaube ich nicht zur Aufführung kam. Frank Zappas "Thing-Fish" hat SF Anleihen (Und Frankenstein und Verschwörungstheorien und auch sonst alles) und wurde in einer Adaption 2003 in London aufgeführt. Aufführungsrechte für sowas wie UBIK zu bekommen ist (nahezu) unmöglich, da die nur Komplettrechte (also incl. Hollywood) verkaufen. das hatte ich mal angefragt. Und wer will sich das leisten können? Ich kann mir generell Sachen wie UBIK, 13th Floor, Utopolis usw. als SF-Theater vorstellen. Alles was ohne immense Effekte auskommt. Auch der LEM würde sich eignen, wenn man ihn denn mag. Marrak hat mal was geschrieben, übrigens (Hallo Michael, wir haben dich nicht vergessen!) Zeitreisegeschichten mit eineiigen Zwillingen wären cool. ;) Wenn sich irgendwo was in der Richtung tut: Bitte Bescheid sagen!
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#9 translatrix

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    Mikronaut

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Geschrieben 22 October 2007 - 17:27

Mir fielen Dürrenmatts "Die Physiker" ein. Aber ob das SF ist? Es ist auf jeden Fall eine Komödie (im Dürrenmattschen Sinne).

Das ist mir auch als erstes eingefallen. Und ich finde, es ist mehr SF als Komödie...
Wer aus einer Mücke einen Elefanten macht, behält zwei Beine übrig.

#10 Heidrun

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Geschrieben 22 October 2007 - 18:53

Von Capek (wie kriegt man hier einen Haken auf das C???) würde mir noch "Die weiße Krankheit" einfallen. Roboterdramen (Bühenfassung!) von Lem liefen bei uns vor Jahren mal im Fernsehen. Und das Stadttheater spielt gerade was mit Namen "Second Life", das der Rezi nach SF sein müßte - oder wenigstens was Ähnliches. Warscheinlich gibt es einfach zu wenige SF-Autoren, die eine innige Beziehung zum Theater haben. Wenn man keine Chance hat, das Teil hinterher loszuwerden, schreibt man lieber gleich eine Story ...
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#11 HoudiniNation

HoudiniNation

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Geschrieben 22 October 2007 - 19:48

Warscheinlich gibt es einfach zu wenige SF-Autoren, die eine innige Beziehung zum Theater haben. Wenn man keine Chance hat, das Teil hinterher loszuwerden, schreibt man lieber gleich eine Story ...


Und es gibt nicht genügend Regisseure, die sich eines solchen Stoffs annehmen wollen ... oder dürfen?
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#12 Guido Seifert

Guido Seifert

    Biblionaut

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Geschrieben 23 October 2007 - 00:22

Eine Frage, die heute im Rahmen eines Gesprächs aufgetaucht ist: Ist SF im Theater möglich?


Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir dieses kleine Schmankerl erlauben darf. Ich habe 2002/3 eine SF-Komödie fürs Theater geschrieben und würde ganz gerne mal den Anfang des Ersten Aktes hier hin setzen. Ich könnte mir allerdings denken, daß es der Ein oder Andere als Zumüllen empfindet. Dann bitte ich um Nachricht, und dem Verstimmten wird dann auch gleich mein Versprechen entgegenfliegen, sowas nie wieder zu tun. Das Stück heißt "Die Rückkehr" und spielt auf dem Erdmond. Dabei habe ich die Physik so abgeändert, wie ich sie brauche (es ist - wie gesagt - ein Komödie). Die Charaktere tragen keine Raumanzüge (anscheinend gibt es also Luft auf dem Trabanten) und die Gravitation scheint größer als auf Terra zu sein ...


Erster Akt

Im Hintergrund sieht man die Innenwand des Mondkraters Manilius, die links und rechts etwas nach vorne kommt, so daß eine Rundung angedeutet ist. Es braucht nicht zu interessieren, wie hoch die wirkliche Wand ist; auf der Bühne muß die Kraterkante sichtbar und passierbar sein: die Steilheit der Wand muß Auftritte und Abgänge über die Kraterkante ermöglichen. Am `Himmel´, der vorwiegend schwarz ist, steht die Erde; allerdings nicht in ihrem hübschen Weiß-Blau, sondern verschleiert in gelb-bräunlichen Farbtönen. Rechts steht eine Rakete, die ein paar Meter hoch sein darf. Einige Raketenteile fehlen, sie wurden demontiert. Links daneben bis über die Mitte der Bühne und in mittlerer Tiefe befinden sich acht Parzellen: sie bestehen aus nichts weiter als vier mit einem dünnen Seil verbundene Stöckchen, die ein Areal von je etwa ein mal zwei Metern abstecken. Eine weitere Parzelle befindet sich auf einem kleinen Plateau, welches aus der Kraterwand in etwa zwei Metern Höhe herausragt: hierhin wurde Peter Klein verbannt, der während des gesamten Stückes dort verbleibt. Peter Klein ist nur mit einem Hemd bekleidet und hat die Beine von sich gespreizt. An der Handbewegung unter dem Hemd ist zu erkennen, daß er masturbiert.
Links neben den Parzellen, ebenfalls in mittlerer Tiefe, befindet sich eine im Bau befindliche Bar, die einmal aus Tresen, rückwärtigem Flaschenregal und Barhockern bestehen wird. Dies muß jetzt noch nicht erkennbar sein; aber das ein oder andere Raketenteil im bereits Aufgebauten oder im ganz links liegenden Materialhaufen darf sichtbar sein. Bei diesem Materialhaufen sitzt Amedée am Boden, mit dem Aufbau der Bar befaßt, doch nur seltsam teilnahmslos und langsam in dem Material wühlend. Nach einiger Zeit gelangt Peter Klein zum Orgasmus, der sich darstellt als ein kurzes Aufbäumen, ein kurzes Stöhnen und ein schnelles Zusammensinken. Das Geräusch des Stöhnens holt Amedée in die Zeit zurück: seine Bewegungen werden sofort eifrig.


AMEDÉE für sich Theoretisch ist die Sache ja ... eigentlich klar. Papier und Stift wären natürlich ... Oder Schiefertafel und Kreide. Wäre natürlich ... Wäre absolut ... So muß man alles im Kopf behalten. Erschwert die Sache natürlich. Er hält mit jeder Hand ein Teil hoch, betrachtet beide abwechselnd, läßt sie fallen; reibt sich sachte die müden Augen. Von rechts kommt Prof. Ottmar Dreier mit weiteren Teilen in den Händen. Er wirft sie auf Amedées Materialhaufen.

PROF. DREIER Hier Amedée, der Nachschub. Alles paßgerecht herausgearbeitet. Entgratet. Bestes Ynkonit auf Ynkelonium-Terkonit-Basis, aber mit der fünfunddreißigfachen Festigkeit von Terkonit. Thermische Belastbarkeit ohne Verformungserscheinungen reicht exakt bis 128.544 Grad Celsius. Dann kommt es allerdings - nebenbei gesagt - nicht zum Schmelzen, sondern zu einem spontanen, quasi explosiven Zerfall in Protonen, Neutronen und Elektronen, welche augenblicklich und recht heftig mit der umgebenden Materie reagieren. Explosiver Spontanzerfall nennen wir das. Na ja. Es gibt wohl keine zweite Bar auf dem Mond, in der man 128.544 Jahre lang saufen muß, bis die Materialkosten wieder drin sind. Lacht. Bemerkt, daß Amedée noch nichts geschafft hat. So richtig schreitet Herr Böcklin mit der Montage nicht voran, oder?

AMEDÉE Doch, doch ... Ich sammle mich nur ... Die Konstruktion im Kopf - durchgehen. Eigentlich klar. Hier, das sind die Seitenwände A, zwei Stück, das hier sind die Tresen-Platten C, fünf mal vorhanden, hier die Verschalung, figuriert als Teil D, ebenfalls fünf mal vorhanden, hier die Verbindungsbolzen F, 20 Stück, abgezählt, in Ordnung, Stahlschrauben G, 8 Millimeter, 30 Stück, Stahlschrauben E, 20 Millimeter, ebenfalls 30 Stück. Alles klar im Grunde. Was kam jetzt hinzu?

PROF. DREIER Spülbecken und Rost. Quittieren bitte. Hält ihm eine kleine Schiefertafel und Kreide hin, Amedée quittiert. Sag mal, Amedée, wo ist denn eigentlich Jaques? Hat Galland nicht euch beide gebeten, die Theke zu bauen?

AMEDÉE Ich weiß nicht, wo Jaques ist, Professor.

PROF. DREIER Ich geh ihn mal suchen. Links ab.

AMEDÉE nimmt Rost und Spülbecken hoch, betrachtet die Teile, läßt sie fallen, schlägt sich die Faust an die Stirn Rost, Teil I, waagerecht zu verschrauben, Spülbecken, Teil H, einzulassen und mit beiliegenden Schrauben zu befestigen. Sinkt in sich zusammen. Peter Klein richtet sich langsam wieder auf und beginnt wieder mit seiner Selbstbefriedigung. Von rechts erscheinen Constanze Galland und Grete, zurückkehrend von einem Kraterspaziergang.

CONSTANZE Ach Grete, wenn wir es uns hier nur ein bißchen schöner machen könnten ...

GRETE Ja, Mama.

CONSTANZE Du sollst nicht ‘Mama’ sagen. Sag ‘Constanze’.

GRETE Ja, Constanze.

CONSTANZE Ein bißchen schöner. Ein bißchen bunter, belebter. Der veredelnde Hauch der Kunst mangelt uns hier, Grete. Ein bißchen mehr Goethe, Shakespeare; Yves Saint-Laurent.

GRETE Das wäre schön.

CONSTANZE Nur Staub und der Männer karge Gesten
Zu wenig für ein fühlend Frauenherz.
Ein Ringwall schließt uns kalt und öde ein
Der Wallung bringt nicht unsern armen Herzen
Die Schicht um Schicht den Staub sich aufgeladen
Bis festgebacken ein Krustenpanzer schließt
In sich den zarten Schlag der Mädchenbrust.
Und alles Feinere und Edle ist
Wie eingekapselt im Herz des staub’gen Monds
Dort duldsam harrend, langsam in sich kreisend
Und bange hoffend auf die Wiederkehr.

GRETE Das wäre schön.

CONSTANZE Natur, ach Grete, wie vermiß’ ich sie!
Der Fuß, der wandelt nun im Mondenstaub
Sich einst von grünen Gräsern streicheln ließ
Das Bein, das nun so schwer zu schreiten hat
Mich damals wie ein Reh hat springen lassen
Diese Hüften, breitgedrückt von Schwerkraft
Einst so wohlgeformt im Tanze schwangen
Diese Brüste zieht der frauengrimme Mond
Glocken, die auf Erden Frühling sangen
Und mein Antlitz mondstaubgrau gepudert
Auf Erden weich geküßt vom Juni-Regen
Mein Geist gepfercht im kühlen Mondsteinkessel
Auf Erden stieg und sprang er bunt und reich
Und ach, mein müdes Herz, gepreßt, gedrückt
Umfing einst liebend der Menschheit Wohl und Weh.
Ach Grete, du erinnerst nicht die Welt
Die wir verlassen, die uns Mutter war
Ja Grete, nur der Mond sah dich wachsen
Der Erde, die dir Leben gab, entrissen.

GRETE Vielleicht sagt uns dein Mann, daß wir zurück auf die Erde können.

CONSTANZE Daß deine Worte nicht im All verhallen
Die Hälfte meiner letzten Jahre gäb’ ich.
Die alte Welt, sie war das Paradies
Als solches erst erkannt, als wir geflohen
Wie’s Menschenart seit langen Zeiten ist
Das, was man hat, nicht hoch genug zu schätzen
Dann spürst du, wie der einbehalt’ne Dank
In dir sich löst und rötet dir’s Gesicht
Und schwemmt dir Augenseen und Wangenflut
Du Reichster, der von seinem Schatz nichts weiß
Und später Dank und spätes Menschentum
Läßt dich mit Wehmut erdwärts fühlen, blicken
Dein Sinn durchdringt die jetzt so wüste Welt
Und dein verlor’nes Land dir traumhaft steigt
Wie’s vom Sommer einst so mild gebadet
Wie’s bebrütet von der Sommersonne
Und freudig Lachen überall gebar
Wie’s mit Herbst sich lustvoll bunt bekleidet
Und dem rauhen Winter Stirne bot.
Und der Frühling, ach, den willst lassen
Denn dies die Zeit, die Hoffnung sich erfand
Da alles Dasein mächtig sich beatmet
Und mit roten Wangen Tod verdrängt
Die im Glitzer ihres Morgentaus
Als liebend Lichtspiel deinen Anteil dir versprach
Mit jedem linden Hauch dein Glücksrecht dir bewies.

Constanze und Grete haben in ihren jeweiligen Parzellen Platz genommen, das heißt, sie sitzen im Mondstaub. Von links erscheint Prof. Dreier mit Jaques Laverenz, der ein Buch in der Hand hält.

PROF. DREIER Ich sage dir Jaques, eine Bar ist etwas Famoses, Irdisches, Männliches. Sie wird euch jungen Kerlen Freude bringen. Und Galland und mir ein Stück der guten alten Welt. Einwandfrei. Also ran an den Speck. Alldieweil werde ich die Demontage fortführen. Er läßt Jaques bei Amedée stehen und steuert auf die Rakete zu, wo er sich wieder ihrer Demontage widmet.

JAQUES zu Amedée Speck. Ein Wort ohne Erfahrungsinhalt. Amedée reagiert nicht. Jaques blickt zur Erde empor, liest dann kurz in seinem Buch, blickt wieder die Erde an. Es stimmt nicht. Es stimmt einfach nicht. Bei einem 200 Kilometer durchmessenden Einschlagskrater dürfen wir von einem Kometen ausgehen, der etwa 100 Milliarden Tonnen Schwefelverbindungen in die Atmosphäre schleudert. Nach allen klimatischen Kenntnissen müßten aber die Schwefelsäurewolken nach 25 Jahren absorbiert sein. Jetzt sind’s 30 Jahre her seit dem Kometeneinschlag, und die Erde ist höllengelb wie immer. Sie müßte deutlich blasser sein. Blaß wie deine Nase, Amedée.

AMÉDÉE Ich bin Dichter. Da kann mein Vater zehn mal Buchhalter gewesen sein.

JAQUES Dichter oder Buchhalter. Was macht diese Theke? Laß mal sehen. Weit bist du ja nicht gekommen. Hebt ein Teil auf, betrachtet es und beginnt es zu montieren. Es dauert nicht lange, und Amédée hat einige Teile so zusammengefügt, daß ein Tresen erkennbar wird.

AMÉDÉE Du kannst alles Jaques, was? Nur das eine nicht. Angst haben.

JAQUES Du bist sicher ein guter Lehrer im Angst-haben.

AMÉDÉE Dein ganzes Bücherwissen läßt dich unwissend. Wissen lenkt von Wissen ab. Jaques beschäftigt sich weiter mit der Theke. Von links erscheint Madeleine Böcklin.

MADELEINE zu Amédée Geht es vorwärts?

AMÉDÉE Ich habe einen Satz hinzugefügt. Er öffnet ein Heft, das vor ihm liegt und liest: Der Alte sagt zur Alten: Leicht wird es nicht sein!

MADELEINE Ist das alles? Du wirst nie fertig werden.

AMÉDÉE Ich habe keine Einfälle. Es ist die Angst.

MADELEINE An Entschuldigungen fehlt es dir nie.

AMÉDÉE Ich fühle mich müde. Müde vor Angst. Ich bin zerschlagen. Die Miasmatis wühlt in meinen Eingeweiden.

MADELEINE Wir leiden alle unter der Miasmatis.

AMÉDÉE Ich möchte immerzu schlafen.

MADELEINE Du schläfst den ganzen Tag.

AMÉDÉE Ich kann nicht schlafen. Es ist die Angst.

MADELEINE Auch ich bin müde. Aber ich beklage mich nicht. Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben.

AMÉDÉE Auf die Erde zurückzukehren?

MADELEINE Auf die Erde zurückzukehren.

AMÉDÉE Ich will gar nicht auf die Erde zurück.

MADELEINE Red’ keinen Unsinn. Wir alle wollen auf die Erde zurück.

AMÉDÉE Ich habe eine Herzensangst in mir, eine Bangigkeit.

MADELEINE Erinnerungen habe ich an die Erde. Wunderschöne Erinnerungen.

AMÉDÉE Red’ keinen Unsinn. Wir waren ein paar Monate alt. Säuglinge.

MADELEINE Und doch sind mir Bilder im Kopf geblieben.

AMÉDÉE Phantasmagorien.

Fred H. Galland erscheint mittig auf dem Kraterwulst, wo er verharrt und sich positioniert. Alle sehen zu ihm auf. Während seiner Rede kommt er langsam herunter.

GALLAND Meine ob ihrer Duldsamkeit hoch verehrten und geschätzten Inhabitanten des Kraters Manilius! Liebe Constanze! Ihr seht mich hier stehen und prangen als ein in jeglicher Hinsicht wohl saturierter und satisfaktionierter Teilnehmer der Neunten Großen Mondkonferenz, die sich mit einiger Sicherheit – ganz so wie die acht anderen großen Zusammenkünfte – in die Annalen der Lunaren Historie schreiben wird. Einer lunaren Historie, die nicht nur überschaubar kurz ist, sondern die nach dem von jeglichem Mondmenschen leicht einzuholenden Urteil auch hübsch kurz bleiben sollte. Diesem Ziel treulich zuzuarbeiten trafen sich in freundschaftlicher Verbundenheit die Führer, Leiter, Vorsteher der von Menschen in Besitz und Wohnstatt überführten Mondkrater, als da wären Herschel, Endymion, Plato, Archimedes, Copernicus und so weiter. Im Krater Pythagoras, unter unserem großen und gerechten Oberführer O’Stritch, fanden wir zusammen, und ich darf es sagen und preisen: ein geradezu brüderliches Einvernehmen herrschte zwischen uns männiglich leidgeprüften Leitern. Und wenn es mir verstattet ist, mich als Teil jenes fast gefühlstaumeligen Konferenz-Kreises zu begreifen, so sei euch erlaubt und nahegelegt, den langjährigen Vorsteher des Kraters Manilius, euren Fred Galland, als einen munter Mit-Sprechenden zu imaginieren, der sich mit ebensolchen zuversichtlichen facialen Freudefalten verschönerte, wie sie die Kollegen zur Erleuchtung des Konferenzraums allesamt um Nase und Augen herum angelegt hatten. Die Rückkehr auf die Erde ist unser aller großes und, fast möchte ich sagen: heiliges Ziel. Der Komet, welcher vor 30 Jahren wie ein Auswurf des Teufels Terra terrorisierte, die gute alte und auch sehr runde Mutter Erde penetrierte, darf für sich in Anspruch nehmen, nicht nur das Prädikat eines giftigen Eisklumpens mit einigem Recht zu verdienen, sondern auch als grausiges Symbol des sekundenschnell gewendeten Menschenschicksals zu figurieren. Ich bekenne: wir alle, die wir uns im kleinen Konferenzraum die Schenkel warm drückten, wir alle, der Erde grausig Exilierte, verfielen immer noch des häufigeren in ungläubiges Kopfschütteln, das sich – sagen wir es frank! - als fast beschwörendes Ritual aus der Zeit des Komenten-Crashs fortgeerbt hat. Der Transcribator, der sich neugieren Geistes jenen geschwungenen Haarzotteln näherte, würde unzweifelhaft übersetzen: Warum gerade wir? Warum die Erde? Warum wurde das Unwahrscheinliche wirklich? Je nun, man weiß es nicht. Deus absconditus, die Wege des Herrn aller Himmelsgewölbe und soweiter, natürlich. Trara. Mist. Bockmist. Absolut verfickter Bullshit und kosmische Kacke. Ich vergesse mich. Ein Komet, eine unschöne aber doch gewaltige Steinfaust aus dem Irgendwo des arschdunklen Weltalls. Sela. Tjaja. Die linde Luft, gerade noch klar und würzig zu atmen, färbte sich safrangelb und lackierte einem inwendig die Lungenflügel. Gerade harkte man noch versonnen und floristensanft im Blumenkasten und im nächsten mallen Moment verfügt sich ein zwei Kilometer durchmessender Felsbrocken in dein Gewächshaus. Alle lang und wohl erwogenen Zukunftsplanungen lösen sich mit einem mal von dir ab, drehen dir eine Nase und heißen dich mit jeglichem satanischen Wirklichkeitsrecht einen schwergewichtigen Hanswurst. Schwefelrauch onduliert dir die Nasenhäärchen, und den Schöpfer aller Schwarzen Löcher kann man nur noch in ein ebensolches sich diskret zurückgezogen habend vermuten. Meine lieben Maniliusaner, getreulich, so kennt ihr mich, will ich euch berichten.
Wir Abgeordnete, vereint um unseren großen Führer O’Stritch, ließen Revue passieren jenen vor 30 Jahren – von keinem Metereologen so recht vorausgesehenen – Wetterumschwung, welcher den ein oder anderen, der zum einen nicht im Schwefelhauch zu verscheiden gedachte, und zum anderen einen Permit zu einer der Mondraketen im Brusttäschlein führte, zu einem rüstigen und rettenden Fußmarsch Richtung Abschußrampe animierte. Aber, meine zähen Kratereinsitzer, so mächtig die Vergangenheit uns auch an den zerschlissenen Hosenbeinen zerrte, so heroenhaft stemmten wir uns ihr doch auch entgegen und konnten sie letzlich immerhin dorthin abdrängen, wo ihr gute Aussichten entstanden, mit der Zeit zur bloßen Historie zu verblassen. Wenn dies vielleicht auch zu optimistisch erhofft ist, so ist doch der fast apodiktisch zu fordernde Wille, die Zukunft zu gestalten und die Rückkehr zur Erde zu planen unser aller heilighafte Aufgabe. Und seid versichert, daß sich die gesammelten Antlitze eurer Führerschaft mit ebenso gesammeltem Ernst jenem ehemals blau-weißen und leicht elipsoiden Planeten zuwandten, dessen Gravitation uns in vergangenen Tagen mütterlich an sich band. Und starr schauten wir, was wir jetzt auch schauen: eine schwefelgelb verhangene Trauerkugel, ja eigentlich Trauerkloß, was? Rückkehr, ja, Rückkehr, ja? Die Rückkehr: wollen wir alle, ja? Wollen wir, ja? Aber wohin? Auf einen Pestplaneten? In die real existierende Apokalypse des dritten Trabanten unseres ansonsten soliden Sol-Systems? Wir müssen das, was wir bislang so duld- und huldsam praktizierten, auch für einige Zukunft noch auf uns nehmen: Warten. Die Ergebnisse der Zyan-Spektrometer lassen einen ja doch nicht hoffnungslos. Wir messen Fortschritte, kleine. Die Erd-Atmosphäre verbessert sich stetig. So dürfen wir sagen, daß der Tag nicht allzu ferne ist, an dem sich dutzende Raketen vom gutmütig-exilgebenden Monde lösen werden, um das Kostbarste der Erde ihr zurückzugeben. Nicht in den Sternen steht der Tag, an welchem ein Mensch mit einem kleinen Schritt von der Leiter hüpfen wird, um den großen Schritt der Heimkehr auf die Erde zu besiegeln. Enthusiasmus ergriff uns allesamt ob dieser stärkenden Vorstellung, O’Stritch gab seinen Tränen freie Bahn und auch mir preßte sich eine Zäre in den Augenwinkel, wanderte zögerlich den Wangenweg, zitterte absprungbereit an der Kinnlade. Mit der Rückkehr ist’s also vorläufig Essig, Kinder. Wir müssen warten. Aber Warten haben wir gelernt, nicht?

JAQUES Klar. Alles halb so wild.

MADELEINE Ich gebe die Hoffnung nicht auf.

AMÉDÉE Mir ist’s egal.

CONSTANZE Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß.

GALLAND Meine Liebe sei euch gewiß. Eure Geduld ist die Stärke des Kraters Manilius. Wir prägen und formen uns in der Übung des stillen und geiststarken Ausharrens. Wir lassen Vergangenheit und Gegenwart in uns wirken und erblühen schließlich in Schönheit, Kraft und tätigem Schaffen. Ach Gottchen, ich bin froh nach all dem politischen Trubel wieder hier, bei euch zu sein. Sieht den rudimentären Bar-Bau und tritt hinzu. Ah ja. Nett. Nett. Du bemühst dich, Amédée.

AMÉDÉE Ein Dichter zu sein. Das da hat Jaques gemacht.

GALLAND Sehr schön, Jaques. Ihr beide werdet das hinbekommen. Wißt ihr, am Tresen zu sitzen, in der zünftigen Gesellschaft geistiger Getränke, das ist wie eine unverhoffte Aufhebung der Schwerkraft, ist eine Reanimation deiner innersten Freiheit. Jedesmal, wenn dir das Gefühl für deine innerste Freiheit zu entgleiten droht, laß dir vom Spiegel hinter den Flaschen zeigen, wie sie zurückkehrt in dein Menschenantlitz, Zug um Zug.

CONSTANZE Schöne Freiheit. Säuferfreiheit.

GALLAND Es ist keine Flucht vor der Wirklichkeit, sondern eine Rückkehr zu dir selbst.

CONSTANZE Taugenichtse allesamt.

GALLAND Wichtige Entscheidungen der Lebensführung sind schon am Tresen gefällt worden. Man setzt sich der Wahrheit aus.

CONSTANZE Herumtreiber.

GALLAND Plötzlich bekommst du wieder Zugang zu dir selbst. Alles dich Umstellende, dich Haltende, Hindernde, Hemmende läßt du zurück und eröffnest dir selbst die vergessene Möglichkeit der Wirklichkeitsformung.

CONSTANZE Tage- und Nachtdiebe.

GALLAND wendet sich zu Constanze Constanze! Sei nochmals gegrüßt, meine Gemahlin, Gattin, Angetraute, Anbefohlene.

CONSTANZE Nun sag’, Fred. Habt ihr wieder kein Kulturprogramm verabschiedet?

GALLAND Ach Constanze. Haben sich deine üppigen Reize auch ins Überüppige geweitet, so wird dein Kunstsinn und -verstand doch immer Grund meiner unverbrüchlichen Anhänglichkeit bleiben. Ein Kulturprogramm ist unser aller heißer und innigster Wunsch und Wille, ist meine beständige Forderung seit neun Mondkonferenzen, ist leider aber auch eine organisatorische Waghalsigkeit, die wir uns als glücklich Untergebene der Vernunft wohl nicht verstatten sollten. Unsere Ressourcen sind knapp, täglich schälen wir weiter unsere Existenz aus dem Mondgestein. Da scheint der bunte Überfluß der Kunst noch weit. Doch immerhin habe ich ihn wieder eingefordert und werde dies auch künftig tun. Eine Vision muß immer neu belebt werden, um ihre zukünftige Verwirklichung als Möglichkeit zu erhalten.

CONSTANZE Du redest und redest. Und während du redest, verfault unser ästhetisches Sensorium. Ich hab’s satt. Wir stellen jetzt selber etwas auf die Beine. Der Krater Manilius macht sein eigenes Programm.


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Gruß, Guido

#13 simifilm

simifilm

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Geschrieben 23 October 2007 - 06:02

Habe es zwar noch nicht in Ruhe gelesen, empfinde es aber nicht als Zumüllen, da ich ja explizit nach eignen Erfahrungen gefragt habe. Eine Frage: Wurde das Stück aufgeführt, hat's funktioniert?

Signatures sagen nie die Wahrheit.

Filmkritiken und anderes gibt es auf simifilm.ch.

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Alles Wissenswerte zur Utopie im nichtfiktional Film gibt es in diesem Buch, alles zum SF-Film in diesem Buch und alles zur literarischen Phantastik in diesem.
 

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#14 Guido Seifert

Guido Seifert

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Geschrieben 23 October 2007 - 12:40

Eine Frage: Wurde das Stück aufgeführt, hat's funktioniert?


Nein, da ich es nie angeboten habe. Ich hielt und halte es für nicht ausgefeilt genug, um es anzubieten. Die fast fünf Jahre alte Version müßte gründlich überarbeitet werden ...

Gruß, Guido

#15 Gast_Jorge_*

Gast_Jorge_*
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Geschrieben 23 October 2007 - 15:13

Auch Beispiele für SF-Theaterstücke und -Aufführungen sind willkommen.


Stücke

Gore Vidal
"Besuch auf einem kleinen Planeten"(Visit to a small planet)
Dieses satirische Theaterstück wurde auch zweimal http://german.imdb.com/title/tt0054446 http://german.imdb.com/title/tt0904044 verfilmt.

Mike Batt
"Zero Zero"
http://www.mikebatt.com/zerozero.html

Harald Müller
"Totenfloß"
Müßte eigentlich den "älteren" Semestern hier im Forum ein Begriff sein :rolleyes: .
http://www.ph-heidel...raldMueller.htm
http://www.ph-heidel...erInterview.htm

http://www.pohlw.de/...r/tendenzen.htm


Aufführungen nach literarischen Vorlagen

Doris Lessing
"Die Ehen zwischen den Zonen drei, vier und fünf"(The Marriages between Zones Three, Four and Five)
"Die Entstehung des Repräsentanten von Planet 8"(The Making of the Representative fpr Planet 8)

Stanislaw Lem
"Solaris"

Terry Bisson
"Der Nächste!"(Next!)
"Sie sind aus Fleisch"(They`re made out of meat)
aus
"Die Bären entdecken das Feuer"(Bears discover fire)
Die Bühnenadaption wurde(zusammen mit >Sie sind aus Fleisch<) am New Yorker West Bank Theater aufgeführt, unter der Regie von Donna Gentry.
(Nachwort des Autors)

Bearbeitet von Jorge, 23 October 2007 - 15:26.


#16 Konrad

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Geschrieben 28 October 2007 - 16:04

Ich muß gestehen, daß ich bisher auch weder ein SF-Stück im Theater gesehen, noch je eine Ankündigung dazu gelesen habe. Allerdings wundert mich dies nicht, da es zu dem Eindruck paßt, daß die SF als Literatur außerhalb der Fangemeinde nicht ernst genommen wird. Zudem wird das Bild der SF ja hauptsächlich von der Special-Effekts/Action-lastigen Form geprägt, die auf der Bühne mit ihren Begrenzungen wahrscheinlich ziemlich peinlich wirken würde. Dabei gäbe es durchaus ein paar SF-Geschichten, die ich mir als Kammerspiel gut vorstellen kann. Spontan fällt mir da Tom Godwins: "Die kalten Gleichungen" ein.

#17 Sierra

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Geschrieben 29 October 2007 - 08:41

Die folgende Bühnen-Bearbeitung von Lems Solaris durch "Strohlinka" habe ich vor zwei Jahren in Berlin besucht und sie hat mir sehr gut gefallen, obwohl ich ja "nichts" gesehen habe, - was hervorragend zur Botschaft des Werks passte.
Gruß, Bartel

---
Die erste deutsche Textfassung des Sci-Fi-Klassikers Solaris fürs Theater stammt aus den Händen Aron Kitzigs und Jonas Zipfs. Das Augenmerk der daraus folgenden Inszenierung liegt auf den zwischenmenschlichen Beziehungen in einer Extremsituation an Bord eines Raumschiffs. Stanislaw Lem beschreibt in seinem 1968 erschienenen Roman die Situation dreier Forscher ¸berhalb eines rätselhaften Planeten, die sich den realen Verkörperungen ihrer verdrängten und unverarbeiteten Vergangenheit ausgesetzt sehen: Der Psychologe Kelvin trifft an Bord der Raumstation auf seine auf der Erde verstorbene Frau...

Regisseur Jonas Zipf verlegt das Geschehen in ein totales Dunkel – die Zuschauer werden zu Zuhˆrern, Zu-Riechern, Zu-Fühlern. Sie erleben die Bedrängnis der Wissenschaftler simultan mit und erschaffen den Planeten Solaris mit ihrer eigenen Fantasie aktiv selber. Eine wesentliche Komponente dieser „im Dunkeln tappenden“ Inszenierung bildet die von Paul Friedrich Frick eigens für dieses Projekt komponierte Musik, die über athmosphärisches Klangmaterial hinaus für sich selber stehen und damit für die Solaris steht. Die denkbar schwierige Herausforderung für einen Bühnenbildner nimmt Samuel Hof an, indem er den dunklen Raum so gestaltet, da_ sich anhand von Vorgängen; Bewegungen, Geräuschen und Gerüchen auch in der totalen Finsternis ein räumliches Gefühl entwickelt. Lenard Gimpel als Kelvin, Raphaela Morgenroth als Harey, Steffen Klewer als Snaut und Daniel Jaroszewski als Sartorius nehmen das Publikum mit auf eine Reise gen Solaris.

http://www.strohlink...Theater:Solaris

Bearbeitet von Sierra29, 29 October 2007 - 08:44.

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#18 lapismont

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Geschrieben 29 October 2007 - 09:39

"Der Tag zieht den Jahrhundertweg" von Aitmatow gibt es auch als Bühnenstück.

#19 Gast_Jorge_*

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Geschrieben 27 January 2008 - 20:53

Auch Beispiele für SF-Theaterstücke und -Aufführungen sind willkommen.


Aktuell in diesem Jahr erlebt die Oper "Die Fliege"(The Fly) im Theatre du Chatelet in Paris ihre Bühnenpremiere.
Regie führt David Cronenberg, Musik von Howard Shore, die Eröffnungsarie singt Placido Domingo(ob er sich dabei die Fingernägel ausreißt oder die Zuschauer mit Verdauungssekret vollreiert weiß ich leider nicht :smokin: ) - näheres hier: http://www.chatelet-...acle.php?id=159

#20 Bungle

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Geschrieben 28 January 2008 - 11:25

Immer wieder begegnen mir in der Zeitung und auf Plakaten Ankünidigungen von Dramatisierungen von SF-Erzählungen und Romanen. In Stuttgart wurde einmal "Die Welt, die Dienstag war" nach Philip Jose Farmer gespielt und eine Dramatisierung von "Fahrenheit 451". In Karlsruhe läuft zur Zeit ein Zukunfstdrama. Da ich Zeitungsausschnitte darüber sammele, kann ich noch mehr Beispiele geben, aber diese habe ich zur Zeit nicht zur Hand. Aber das Heyne SF-Magazin und das SF-Jahrbuch sind eine gute Quelle. Also SF kann man auf der Theaterbühne sehr gut inszenieren. Auch wenn es nur ein Monolog ist :thumb:. (z.B. "Ayla vom Clan der Bären", Prehistoric Fiction zwar, aber soll ja auch zur SF gehören.) Ich habe einmal "Frank'n Stein" von Ken Campbell gesehen. Zwei Penner spielen um sich die Zeit zu vertreiben den Filmklassiker "Frankenstein" nach. Das war sehr amüsant. Von Ken Campbell stammen noch andere Stücke. Einmal sah ich ihn und Brian Aldiss in einer dramatischen Lesung von "Superspielzeug, hält einen Sommer lang". Auch das war bemerkenswert. MB

#21 Bungle

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Geschrieben 28 January 2008 - 11:27

Aktuell in diesem Jahr erlebt die Oper "Die Fliege"(The Fly) im Theatre du Chatelet in Paris ihre Bühnenpremiere.
Regie führt David Cronenberg, Musik von Howard Shore, die Eröffnungsarie singt Placido Domingo(ob er sich dabei die Fingernägel ausreißt oder die Zuschauer mit Verdauungssekret vollreiert weiß ich leider nicht :thumb: ) - näheres hier: http://www.chatelet-...acle.php?id=159


"Die Fliege" gab es schon als Tanztheater. Wahrscheinlich eine sehr frei Adaption :smokin:

MB

#22 pirandot

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Geschrieben 28 January 2008 - 11:43

Von Capek (wie kriegt man hier einen Haken auf das C???) würde mir noch "Die weiße Krankheit" einfallen.

Mit einem Unicode-fähigen Betriebssystem oder Editor stellen Sonderzeichen wie in Čapek kein Problem dar … :thumb:

Bearbeitet von pirandot, 28 January 2008 - 11:46.

An schlechten Tagen, wenn es regnet, glaubst du, du hättest Magengeschwüre. Nur an schönen Tagen, wenn die Sonne scheint, da denkst du, du hättest Krebs. (Die MAD-Fibel des Lebens)
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#23 Nessuno

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Geschrieben 28 January 2008 - 20:09

Eine Frage, die heute im Rahmen eines Gesprächs aufgetaucht ist: Ist SF im Theater möglich? Meine erste Reaktion war: "Ja natürlich." Und als Beispiel habe ich Capeks "R.U.R." angeführt. Je länger ich darüber nachdachte, desto unsicherer wurde ich aber, ob SF im Theater nicht etwas vollkommen Anderes ist als im Kino oder in der Literatur.

Aber es würde mich interessieren, was Ihr dazu meint. Auch Beispiele für SF-Theaterstücke und -Aufführungen sind willkommen.


Wie dein Beispiel schon zeigt, ist die Beziehung von SF und Theater schon alt. Vor 1918 war sie aber auch recht intensiv. Ich nenne ein paar Titel aus der Zeit vor 1918, es ist nur die Spitze des Eisbergs ... (meistens sind es Parodien auf den Kommunismus oder die Frauenbewegung).

Biltz, Karl: Anno Zweitausend: Zukunfts-Posse mit Gesang und Tanz in drei Acten. Berlin: Leo Liepmannssohn, 1877, 86 S.; 2. Aufl. Stuttgart; Berlin; Leipzig: Union Deutsche Verlagsgesellschaft, 1887, 86 S.
Böhm, Martin: Nach 100 Jahren: Zukunftsposse mit Gesang in 1 Akt. Musik v. G. Steffens. Berlin: Theaterverlag Martin Böhm, [ca. 1897], 12 S.
Bräunert, F. A.: Im Jahr 2120: Dramatisches Original-Zukunftsbild in einem Akt von F. A. Braeunert und Cons. Dresden: E. Pierson’s Verlag, 1905, (5), 31 S.
Burckhard, Max: Das Theater in 100 Jahren. In: Die Welt in 100 Jahren (1910).
Caring, Otto: Der letzte Leutnant: Eine Burleske aus der Zukunft in vier Akten. Berlin-Friedenau: Verlag des Bureau Fischer, [1910], 104 S.
Hochfeldt, Hans: Ypsilon-Strahlen: Schwank in drei Akten. München: Rubinverlag. Hof-Kunst- und Verlags-Buchhandlung. Theater- und Manuskriptverlag, [1898], 109 S. (Rubin-Bibliothek) (als Hans Hardt).
Die Welt ist ein Theater: Humoristisch-satirisches Zukunftsbild in zwei Aufzügen. München: Druck und Verlag Val. Höfling, [1911], 23 S. (Höflings Vereins- und Dilettanten-Theater; Nr. 4); 2., durchges. Aufl. als Kiefer, Peter Wendel: Die Welt ist ein Theater: Launiges Zukunftsbild in zwei Aufzügen. München: Druck und Verlag Val. Höfling, [1922], 38 S. (Höflings Volkstümliche Bühne; Nr 4) (als P. W. Kiefer).
Lippmann, Jakob: Don-Juans Ende: Zukunfts-Posse mit Gesang in einem Akt. (Musik von Franz Bühnert). Leipzig: Theaterverlag Gustav Richter, [1908], 23 S. (Vereinstheater; 5).
Mader, Friedrich Wilhelm: Die Emanzipierten: Eine dramatische Zukunftsphantasie. Dresden; Leipzig: E. Pierson’s Verlag, 1901, 88 S.
Meyer, Max Wilhelm: Bis ans Ende der Welt: Ein Schöpfungsdrama; In 12 Bildern und einem Prolog. Berlin: Verlags-Firma A. Entsch, 1900, 79 S.
Scherz, Ernst: In fünfzig Jahren: Zukunftskomödie in 3 Aufzügen. Leipzig: Gustav Richter, Theaterverlag, [1908], 36 S. (Richters Mehrakter; Nr. 7).
Wagenhoff, Franz von: Ein Königreich m. b. H.: Lustspiel in drei Akten. Berlin: Theaterverlag Eduard Bloch, 1912, 87 S. (als Franz Wagenhoff).
Wentzel, Hans von: Die weibliche Gefahr: Utopische Komödie in vier Aufzügen. Berlin: Oesterhold & Co., [1916], 112 S.
Widmayer, P. Bartholomäus: Der Afrikaforscher am Kochherd: Zukunftsposse in zwei Aufzügen. München: Val. Höfling, [1911], 12 S. (Höflings Vereins- und Dilettantentheater; Nr. 7); 2., unveränd. Aufl. München: Val. Höfling, [1925], 24 S. (Höflings volkstümliche Bühne; Nr. 7).

Nessuno

#24 simifilm

simifilm

    Cinematonaut

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Geschrieben 28 January 2008 - 20:47

Herzlichen Dank für die vielen Hinweise; leider muss die Theatergeschichte vorübergehend ruhen. Aber ich möchte mich wirklich mal intensiver mit der Frage beschäftigen.

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#25 † a3kHH

† a3kHH

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Geschrieben 30 January 2008 - 07:49

Herzlichen Dank für die vielen Hinweise; leider muss die Theatergeschichte vorübergehend ruhen. Aber ich möchte mich wirklich mal intensiver mit der Frage beschäftigen.


Würde mich auch interessieren.
Insbesondere, als ich das Theater an sich eigentlich für eine überholte Darstellungsform halte.

#26 simifilm

simifilm

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Geschrieben 30 January 2008 - 08:16

Würde mich auch interessieren.
Insbesondere, als ich das Theater an sich eigentlich für eine überholte Darstellungsform halte.


Ob das eine besonders fruchtbare Ausgangslage für die Diskussion meiner Ausgangsfrage ist, möchte ich bezweifeln.

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#27 MartinHoyer

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Geschrieben 31 January 2008 - 09:40

Mich wundert, dass die "Rocky Horror Show" nicht erwähnt wurde. Das ist doch eigentlich das der breiten Masse bekannteste originäre Bühnenstück mit SF-Charakter ...
Though my soul may set in darkness, it will rise in perfect light;
I have loved the stars too fondly to be fearful of the night.
(Sarah Williams: The Old Astronomer To His Pupil)

#28 simifilm

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Geschrieben 31 January 2008 - 09:50

Mich wundert, dass die "Rocky Horror Show" nicht erwähnt wurde. Das ist doch eigentlich das der breiten Masse bekannteste originäre Bühnenstück mit SF-Charakter ...


Stimmt, ist allerdings eine Parodie, die die SF nicht wirklich ernst nimmt.

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#29 pirandot

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Geschrieben 31 January 2008 - 10:16

Stimmt, ist allerdings eine Parodie, die die SF nicht wirklich ernst nimmt.

Na und? Als vollständiges Genre muss die SF auch Parodien auf die SF verkraften können! :D
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#30 simifilm

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Geschrieben 31 January 2008 - 10:20

Na und? Als vollständiges Genre muss die SF auch Parodien auf die SF verkraften können! :D


Ja, sicher. Überhaupt nichts gegen Parodien. Aber mir geht es ja primär um die Frage, ob und wie SF auf dem Theater funktioniert, ein parodistisches Musical, das vor allem Filme auf die Schippe nimmt, ist diesbezüglich wohl nur mässig aussagekräftig.

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