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Bücher von Robert Heinlein


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209 Antworten in diesem Thema

#31 heschu

heschu

    Giganaut

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Geschrieben 21 April 2008 - 06:07

Heinlein zu lesen macht einfach Spaß.

Ich werde es sehen. Bei so vielen Empfehlungen...
Mal abwarten.

Carpe diem!

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#32 heschu

heschu

    Giganaut

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Geschrieben 11 May 2008 - 07:01

Ich lese gerade Kurzgeschichten von Heinlein. In dem Buch "Entführung in die Zukunft" sind fünf Storys enthalten. "Die Söhne des Vogels" ist die erste und absolut spannend. An ihr gefällt mir alles, der Aufbau, die Idee, die spärlichen, nicht zusammen passenden Informationen, die erst am Ende ein Bild ergeben. So hab ich es gern!

Carpe diem!

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#33 heschu

heschu

    Giganaut

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Geschrieben 11 May 2008 - 08:59

Heinlein zu lesen macht einfach Spaß. Ob es bei der deutschen Erstveröffentlichung war oder 20 Jahre danach oder 40 Jahre. Vieles von dem, was mir vor 40 Jahren noch gefallen hat, kann ich heute nicht mehr gut finden (vor allem die deutschen Autoren). Bei Heinlein ist das etwas anderes.

Brrazo

Jetzt verstehe ich, was du meinst. Heinleins Ideen sind durchdacht, ausgereift, mit einem Ende, das einen Leser nicht ratlos zurück läßt. Die Storys waren von 1959! Und keine von ihnen fand ich verstaubt, altmodisch oder bieder, eher voller Frische und Kraft. Ich glaube, bei Heinlein habe ich viel nachzuholen. Wie viele Romane hat er geschrieben? Wie viele Kurzgeschichten? Das wird sicher eine Lebensaufgabe.

Carpe diem!

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#34 pirandot

pirandot

    Illuminaut

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Geschrieben 11 May 2008 - 09:08

Wie viele Romane hat er geschrieben? Wie viele Kurzgeschichten?

Schau einfach mal in den deutschen Wikipedia-Artikel zu Robert A. Heinlein. Die meisten seiner Werke dürfte ich da erwähnt haben … ;)
An schlechten Tagen, wenn es regnet, glaubst du, du hättest Magengeschwüre. Nur an schönen Tagen, wenn die Sonne scheint, da denkst du, du hättest Krebs. (Die MAD-Fibel des Lebens)
You, especially, I like. Passionate, sincere… …goofball. (Three to Tango)

#35 heschu

heschu

    Giganaut

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Geschrieben 11 May 2008 - 10:08

Danke, Pirandot! Es ist eine Menge Lesematerial. Ich beantrage für den Rest meines Lebens ein Bücherzimmer mit Schaukelstuhl und jeder Menge Freizeit.

Carpe diem!

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#36 † a3kHH

† a3kHH

    Applicant for Minion status in the Evil League of Evil

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Geschrieben 11 May 2008 - 10:51

Die Storys waren von 1959! Und keine von ihnen fand ich verstaubt, altmodisch oder bieder, eher voller Frische und Kraft.

Bei allem Verständnis, einen weiteren Heinlein-Fan zu finden : Die gesellschaftspolitischen Ansichten von Heinlein, die auch in seinen Werken durchschimmern, sind jetzt, nach einem halben Jahrhundert, überholt. Jedenfalls in der Form, die er damals darstellte. Das sollte man immer im Hinterkopf haben, wenn man sich in seinen Stories verliert. Nimmt man diese Ideen allerdings nicht wörtlich, sondern passt sie der heutigen Zeit an bzw. verwirft sie beim Lesen als überholt, hat man tatsächlich auch als kritischer Leser den Lesespaß, den Du beschreibst. "Lazarus Long" hast Du schon gelesen ?

#37 † a3kHH

† a3kHH

    Applicant for Minion status in the Evil League of Evil

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Geschrieben 11 May 2008 - 10:58

Schau einfach mal in den deutschen Wikipedia-Artikel zu Robert A. Heinlein. Die meisten seiner Werke dürfte ich da erwähnt haben … ;)

*grummel*
Heinlein hat in "Starship Troopers" nie behauptet, daß nur derjenige wählen darf, der beim Militär war. Seine Aussage war, daß nur derjenige wählen darf, der seinen Dienst an der Allgemeinheit abgeleistet hat. Das war bei Erscheinen des Romans hauptsächlich das Militär, aber auch da beschreibt Heinlein eine "Armee", die nicht nur dem Kämpfen verpflichtet ist. Ich meine mich sogar zu erinnern, daß er in ein, zwei Passagen den heutigen Zivildienst implizit erwähnte.

#38 pirandot

pirandot

    Illuminaut

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Geschrieben 11 May 2008 - 11:06

*grummel*

Schlag bitte keinen Unschuldigen. Ich habe im Wesentlichen die Auflistung seiner Werke zum Gesamtartikel beigetragen. Den einleitenden Text hat jemand anders verbrochen … :rolleyes:

Wenn Du es besser weißt, kannst Du den Artikel ja auch korrigieren! ;)
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#39 heschu

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Geschrieben 11 May 2008 - 11:21

Bei allem Verständnis, einen weiteren Heinlein-Fan zu finden : Die gesellschaftspolitischen Ansichten von Heinlein, die auch in seinen Werken durchschimmern, sind jetzt, nach einem halben Jahrhundert, überholt. Jedenfalls in der Form, die er damals darstellte. Das sollte man immer im Hinterkopf haben, wenn man sich in seinen Stories verliert. Nimmt man diese Ideen allerdings nicht wörtlich, sondern passt sie der heutigen Zeit an bzw. verwirft sie beim Lesen als überholt, hat man tatsächlich auch als kritischer Leser den Lesespaß, den Du beschreibst. "Lazarus Long" hast Du schon gelesen ?

Nein, habe ich noch nicht.
In den paar Geschichten fand ich bisher nichts weiter von gesellschaftspolitischen Ansichten. Vielleicht werde ich sie eher in den Romanen finden. Dann habe ich deine Warnung im Hinterkopf parat.

Carpe diem!

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#40 Chetter Hummin

Chetter Hummin

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Geschrieben 27 July 2011 - 17:24

Aber ganz im Ernst : Ich sehe das genauso wie Du, die neueren Sachen von ihm sind nicht so prickelnd, die älteren klassische SF-Action. Die habe ich eigentlich immer gern gelesen, waren ganz nett zum Schmökern. Du weisst, daß einer der ganz frühen Heinleins (den Du sicher noch nicht in Deiner Sammlung hast) vor kurzem erstmalig auf Deutsch erschienen ist ?
http://www.shayol.bi.../Products/08804

welcher ist da gemeint - haben will

ein heinlein-fan

sonst stimme ich dem im großen und ganze zu - habe mich aber in den spätwerken gefreut die vielen alten bekannten wiederzutreffen obwohl es wirklich anstrengend ist den Überblick zu behalten.
Nicht zustimmen kann ich bei tramps von Luna (einmal Pluto und zurück) halte ich für großartige Unterhaltung für jugendliche und amüsiert mich heute noch.


Weltraumkadetten habe ich gerade meinem 11jährigen zum Lesen gegeben und er hats in 2 tagen ausgelesen (da war papa stolz)

#41 Rusch

Rusch

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Geschrieben 27 July 2011 - 22:38

Du meinst "For us the Living". Das war Heinleins erster Roman, den er zu Lebzeiten nie veröffentlicht hat. Das interessante ist, dass er diese Buch immer wieder kanibalisiert hatte und Ideen daraus in andere Romane hat einfließen lassen.

#42 alexandermerow

alexandermerow

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Geschrieben 27 July 2011 - 23:39

Ich habe bisher lediglich "Sternenkrieger" gelesen und fand den Roman nicht so dolle. Eigentlich sogar recht langweilig. Da hatte ich nach dem Film etwas anderes erwartet.
In unserer örtlichen Bibliothek gibt es aber noch einige weitere Heinleins, die ich mir irgendwann trotzdem mal zu Gemüte führen möchte. Das wird aber noch dauern.

"Jedes Zeitalter strahlt am hellsten vor seinem Untergang!"
www.alexander-merow.de.tl
https://www.thalia.d...ID33696499.html

https://www.thalia.d...D143787146.html

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#43 Gevo

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Geschrieben 28 July 2011 - 01:12

Heinlein ist auf jeden Fall nie langweilig.
Hier gibt es eine schöne Übersicht über die deutschen Ausgaben.
Spittel-Heinlein-Seite

Ich habe sie alle und gebe sie auch nicht her :sofa: .

Gevo

#44 Rusch

Rusch

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Geschrieben 28 July 2011 - 07:29

Oder hier:

http://www.fictionfa...-anson-heinlein

Ich habe alles von Heinlein rezensiert und sogar noch die englische Sammlung "Expanded Universe" und die Briefe in "Grumbles from the Grave" (war übrigens sehr interessant).

#45 AngelikaD

AngelikaD

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Geschrieben 11 September 2011 - 13:55

Danke für den Link zu den Rezensionen.

Mein absoluter Lieblingsband ist ja "Doppelleben im Kosmos". Ein Buch, das ich wieder und wieder gelesen habe.

Auch Starship Troopers habe ich gern gelesen, weil ich Entwicklungsromane sehr mag.
Der Film dazu, ist meiner Meinung nach, einfach Schrott. Das wirklich Interessante fiel dem Actiongedöns zum Opfer. Ich weiß nicht, wie viele Heinlein-Fans den Film mögen ich fand ihn schrecklich.

Bearbeitet von AngelikaD, 11 September 2011 - 13:57.


#46 simifilm

simifilm

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Geschrieben 11 September 2011 - 15:33

Danke für den Link zu den Rezensionen.

Mein absoluter Lieblingsband ist ja "Doppelleben im Kosmos". Ein Buch, das ich wieder und wieder gelesen habe.

Auch Starship Troopers habe ich gern gelesen, weil ich Entwicklungsromane sehr mag.
Der Film dazu, ist meiner Meinung nach, einfach Schrott. Das wirklich Interessante fiel dem Actiongedöns zum Opfer. Ich weiß nicht, wie viele Heinlein-Fans den Film mögen ich fand ihn schrecklich.


Juhuu, mal wieder eine Starship-Troopers-Diskussion! Ich halte den Film für eine der raffiniertesteten und witzigsten filmischen Satiren überhaupt (nicht nur auf Heinlein, sondern generell auf vermeintlich utopische Gesellschaftsentwürfe).

Signatures sagen nie die Wahrheit.

Filmkritiken und anderes gibt es auf simifilm.ch.

Gedanken rund um Utopie und Film gibt's auf utopia2016.ch.

Alles Wissenswerte zur Utopie im nichtfiktionalen Film gibt es in diesem Buch, alles zum SF-Film in diesem Buch und alles zur literarischen Phantastik in diesem.
 

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#47 Konrad

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Geschrieben 11 September 2011 - 16:12

Juhuu, mal wieder eine Starship-Troopers-Diskussion! Ich halte den Film für eine der raffiniertesteten und witzigsten filmischen Satiren überhaupt (nicht nur auf Heinlein, sondern generell auf vermeintlich utopische Gesellschaftsentwürfe).

Yep! :lol:
Ich muß immer an die Szene denken, in der der Brain-Bug gefangen wird und der Telepath gefragt wird, was es denkt. ;)

#48 Jaktusch †

Jaktusch †

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Geschrieben 11 September 2011 - 20:10

Juhuu, mal wieder eine Starship-Troopers-Diskussion! Ich halte den Film für eine der raffiniertesteten und witzigsten filmischen Satiren überhaupt (nicht nur auf Heinlein, sondern generell auf vermeintlich utopische Gesellschaftsentwürfe).


Als ich den Film vor Jahren sah, hatte ich keinerlei Vorab-Informationen zu ihm und erwartete SF-Schrott der B- oder C-Kategorie.
Und war dann sehr verblüfft, das zu sehen, was du oben beschreibst...

Jaktusch
Man erwirbt keine Freunde, man erkennt sie.

#49 RobRandall

RobRandall

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Geschrieben 11 September 2011 - 23:12

Bei allem Verständnis, einen weiteren Heinlein-Fan zu finden : Die gesellschaftspolitischen Ansichten von Heinlein, die auch in seinen Werken durchschimmern, sind jetzt, nach einem halben Jahrhundert, überholt. Jedenfalls in der Form, die er damals darstellte. Das sollte man immer im Hinterkopf haben, wenn man sich in seinen Stories verliert. Nimmt man diese Ideen allerdings nicht wörtlich, sondern passt sie der heutigen Zeit an bzw. verwirft sie beim Lesen als überholt, hat man tatsächlich auch als kritischer Leser den Lesespaß, den Du beschreibst. "Lazarus Long" hast Du schon gelesen ?


Da gebe ich dir völlig Recht. Aber manchmal überschreiten die Romane trotzdem die Schmerzgrenze. Z.B. in 'Die Marionettenspieler', wo die demokratischen Institutionen der U.S.A. als handlungsunfähige Quasselbuden dargestellt werden, um dann zu zeigen, dass nur der "starke Mann" Abhilfe schaffen kann.

#50 Rusch

Rusch

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Geschrieben 12 September 2011 - 18:25

Ja, Heinlein hatte seltsame Ansichten. Aber das Grundthema mochte ich: "Wenn Du in einer Demokratie lebst, dann musst Du Dich dafür ein setzen!"

#51 -Toni82-

-Toni82-

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Geschrieben 12 September 2011 - 18:59

Bisher kenne ich Heinlein nur von Star Ship Troopers und auch nur den Film.
Aber Diskussionen über Heinlein füllen anscheinend nicht nur einen Thread.

Ich frage mich, warum man meistens versucht in die Werke von Schriftstellern etwas reinzuinterpretieren, was so vielleicht gar nicht die Intention war.

Hat Heinlein denn in einem Vorwort sich irgendwie dazu bekannt, Vorreiter einer revolutionären Idee zu sein?
Oder haben seine Geschichten den Anspruch einer gesellschaftlichen Studie mit etwaigen Berechnungen von Statistikern?
Muß denn in jedem künstlerischen Werk eine Lösung vorhanden sein?

Ich finde es natürlich gut, wenn man über angesprochene Themenbereiche spricht und sich austauscht. Schätzungsweise wird sich wohl jeder Autor über den Umstand freuen, für Gesprächsstoff gesorgt zu haben.

Inwieweit man dem Autor einer fiktiven Welt mit ganz anderen Gegebenheiten dafür verantwortlich machen kann etwas 1 zu 1 in unsere Welt zu übertragen ist eine noch zu klärende Frage, die würde sie geklärt werden, noch eher zum Tod der SF beitragen würde wie irgendwelche Threads darüber.
Denn das Losgelöste von realen Gegebenheiten in der Naturwissenschaft und oder Gesellschaft ermöglicht doch dem Autor über Dinge zu schreiben, die eben keinen Anspruch auf unbedingte Wahrhaftigkeit besitzen.
Vielleicht ist SF deswegen so reizbar für uns weil jeder da etwas hineininterpretieren kann?
Nieder mit den Anglizismen!
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#52 leibowitz

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Geschrieben 12 September 2011 - 19:18

, noch eher zum Tod der SF beitragen würde wie irgendwelche Threads darüber.


Wegen deiner Signatur: Nieder mit den Anglizismen: "Thread" finde ich inkonsequent. "Diskussionsstrang" wäre passend. SF finde ich auch inkonsequent. "Phantastische Literatur" fände ich passend. Deine zahlreichen Wörter mit lateinischem Ursprung finde ich dann übrigens auch unpassend. Was soll daran besser sein? Du könntest sie zumindest durch mittelhochdeutsche Entsprechungen ersetzen, finde ich.

Zum Thema: Man muss das Buch ganz unabhängig von irgendwelchen "Intentionen" des Autors lesen, denn entscheidend ist, was man selbst daraus macht. Jeder konstruiert Wissen immer wieder neu, anhand seiner Erfahrungen und seines Vor- / Weltwissens. Aber wenn ich z.B. Heinlein lese, sind manche Bücher (anhand meines Weltwissens) in Teilen eindeutig ideologisch konnotiert. Allerdings nicht so, dass ich mir verbieten müsste, sie zu lesen. Heinlein ist m.E. nach nicht in die rechtsradikale Ecke zu stellen. Auch wenn ich manche Ansichten nicht teile, mag ich viele seiner Bücher doch.
Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört, daran zu glauben. (P.K.Dick)

#53 simifilm

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Geschrieben 12 September 2011 - 19:24

Bisher kenne ich Heinlein nur von Star Ship Troopers und auch nur den Film.
Aber Diskussionen über Heinlein füllen anscheinend nicht nur einen Thread.

Ich frage mich, warum man meistens versucht in die Werke von Schriftstellern etwas reinzuinterpretieren, was so vielleicht gar nicht die Intention war.

Hat Heinlein denn in einem Vorwort sich irgendwie dazu bekannt, Vorreiter einer revolutionären Idee zu sein?
Oder haben seine Geschichten den Anspruch einer gesellschaftlichen Studie mit etwaigen Berechnungen von Statistikern?
Muß denn in jedem künstlerischen Werk eine Lösung vorhanden sein?

Ich finde es natürlich gut, wenn man über angesprochene Themenbereiche spricht und sich austauscht. Schätzungsweise wird sich wohl jeder Autor über den Umstand freuen, für Gesprächsstoff gesorgt zu haben.

Inwieweit man dem Autor einer fiktiven Welt mit ganz anderen Gegebenheiten dafür verantwortlich machen kann etwas 1 zu 1 in unsere Welt zu übertragen ist eine noch zu klärende Frage, die würde sie geklärt werden, noch eher zum Tod der SF beitragen würde wie irgendwelche Threads darüber.
Denn das Losgelöste von realen Gegebenheiten in der Naturwissenschaft und oder Gesellschaft ermöglicht doch dem Autor über Dinge zu schreiben, die eben keinen Anspruch auf unbedingte Wahrhaftigkeit besitzen.
Vielleicht ist SF deswegen so reizbar für uns weil jeder da etwas hineininterpretieren kann?


Das sind ja ein ganzes Bündel von Fragen. Zuerst einmal: "Reininterpretieren" tun wir auf Leser auf jeden Fall, geht gar nicht anders. Jeder Leser macht sich seinen Reim auf das, was er liest, und füllt das Gelesene mit Interpretationen an. Die Forderung, in einen Roman "nichts hineinzuinterpretieren", läuft letztlich darauf hinaus, Lesen generell zu unterbinden.

Ich gebe Dir grundsätzlich Recht, dass die Aussagen eines Roman keineswegs deckungsgleich mit den Ansichten eines Schriftstellers sein müssen. Dass ein Roman – aus ganz verschiedenen Gründen – durchaus eine andere Weltsicht vertreten kann als der Autor. Das hindert mich als Leser aber nicht daran, eine andere Meinung zu vertreten als der Roman.

Zu Starship Troopers (mal vorerst ohne Berücksichtigung von Heinlein): Der Roman verbringt viele Seiten damit, sein Gesellschaftsmodell zu erklären und darzulegen, warum es anderen politischen Systemen wie etwa der Demokratie überlegen ist. Das zu einfach zu ignorieren, schiene mir eine seltsam Art, mit dem Roman umzugehen. Das Buch fordert doch vielmehr heraus, dass man dazu Stellung bezieht.

Zu Heinlein: Heinlein hat sich immer wieder und sehr prononciert zu politischen und gesellschaftlichen Fragen geäussert. Insofern ist es sicher nicht verkehrt, wenn man solche Dinge auch in seinem Werk sieht. Auch Starship Troopers ist ein Ergebnis der Auseinandersetzung Heinleins mit politischen Fragen. Nun glaube ich keineswegs, dass Heinlein der Ansicht ist, dass das beschriebene Gesellschaftssystem tatsächlich das beste sei – insofern ist der Roman sicher auch als Denkanstoss und Provokation gedacht –, aber gewisse Themen wie die Faszination für Militär, Ehre, "kompetente Führer" etc. tauchen bei Heinlein eben immer wieder auf und sind definitiv Teil seines Weltbilds.

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#54 Ming der Grausame

Ming der Grausame

    Evil Ruler of Mongo

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Geschrieben 12 September 2011 - 19:49

Zu Starship Troopers (mal vorerst ohne Berücksichtigung von Heinlein): Der Roman verbringt viele Seiten damit, sein Gesellschaftsmodell zu erklären und darzulegen, warum es anderen politischen Systemen wie etwa der Demokratie überlegen ist.

Moment. Starship Troopers kann gar nicht apostrophieren, dass dessen Gesellschaftssystem der Demokratie überlegen wäre. Heinleins Starship-Troopers-Gesellschaft ist nämlich nichts anderes als eine eine exakte Kopie des Gesellschaftssystems der Polis, des antiken griechischen Stadtstaates, wo das aktive Stimmrecht an den Abstimmungen in der Volksversammlung und im Volksgericht ebenfalls am Kriegsdienst gekoppelt war. Die Föderation ist ergo lediglich eine Demokratie, wo eben das aktive und passive Wahlrecht nur Personen verliehen wird, die eine mindestens zweijährige Dienstzeit beim Militär bzw. einer dem Militär nahestehenden Organisation abgeleistet haben.

„Weisen Sie Mittelmäßigkeit wie eine Seuche zurück, verbannen Sie sie aus ihrem Leben.“

Buck Rogers


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#55 simifilm

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Geschrieben 12 September 2011 - 21:57

Moment. Starship Troopers kann gar nicht apostrophieren, dass dessen Gesellschaftssystem der Demokratie überlegen wäre. Heinleins Starship-Troopers-Gesellschaft ist nämlich nichts anderes als eine eine exakte Kopie des Gesellschaftssystems der Polis, des antiken griechischen Stadtstaates, wo das aktive Stimmrecht an den Abstimmungen in der Volksversammlung und im Volksgericht ebenfalls am Kriegsdienst gekoppelt war. Die Föderation ist ergo lediglich eine Demokratie, wo eben das aktive und passive Wahlrecht nur Personen verliehen wird, die eine mindestens zweijährige Dienstzeit beim Militär bzw. einer dem Militär nahestehenden Organisation abgeleistet haben.


Diese Diskussion hatten wir hier im Forum schon: Zwar mögen die Anfänge der Demokratie historisch in der Antike zu suchen sein, dennoch ist das Demokratieverständnis, das Du beschreibst, weit von einem modernen Demokratieverständnis entfernt. Was Heinlein beschreibt, ist eine Meritokratie, die nicht einmal ansatzweise einem heutigen Verständnis von Demokratie entspricht.

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#56 Rusch

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Geschrieben 12 September 2011 - 22:08

Wie gesagt: Heinlein, war der Meinung, dass jemand der in einer Demokratie lebt, etwas dafür tun müsse. Oder aber, er sollte gezwungen sein, sein Stimmrecht erringen. Heinleins Weltbild war durchaus stimmig und er war sehr strikt in seinen Ansichten. Parzifisten hat er mehr oder weniger verachtet, weil sie für ihn den Staat verrieten. Er war aber auch kein Kriegsgegner oder Befürworter. Er war niemand, der Agressivität gut geheißen hätte, aber er war auch der Meinung, dass man, um sein Land zu verteidigen, alle Schritte unternehmen sollte, die notwendig sind. Diese Sichtweise taucht immer wieder auf. Besonders aufschlussreich war das Werk "Grumbles from the Grave" dass die Briefe Heinleins sammelte. Ich kann das Buch nur sehr empfehlen. Dort liest man z. B. warum sich Heinlein mit Campell zerstritten hatten (eben wegen dem - aus Heinleins Sicht - notwendigen Schritt der USA, im 2. Weltkrieg mitzumischen). Oder auch die ständigen streitereien darüber, ob die Jungen in Heinleins Bücher eine Waffe haben dürfen oder nicht. Übrigens - kaum zu glauben - Heinlein hatte Starship Trooper zunächst auch als Jugendbuch geplant. :D

#57 -Toni82-

-Toni82-

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Geschrieben 13 September 2011 - 12:02

@Leibowitz
Das ich inkonsequent, äh....nicht nachhaltig bin was das Nieder mit den Anglizismen angeht, liegt daran, daß wenn ich Diskussionsstrang für Thread oder Verknüpfung für Link verwende es viele mittlerweile nicht im Kontext, äh....Zusammenhang verstehen.
Desweiteren soll meine Unterzeichnung eine bewertende Äußerung gegen zu häufst überschwappende Fremdwörter sein, die in nicht richtigerweise eingedeutscht werden und so die Ursprungssprache mürbe machen.
Ich mache keinen Hehl daraus, Anglizismen als Krankheit zu betrachten und selbst ich bin nicht vor ihnen gefeit.
Lateinische, griechische, französische und auch slawische Wörter die innerhalb von Jahrzenten in die deutsche Sprache immer wieder Eingang fanden, wurden meist auch dementsprechend germanisiert und im alltäglichen Sprachgebrauch durch die Menschen annehmbar umgewandelt, wobei auch Goethe, Duden und andere Zeitzeugen damals beim französisch nieder bewerteten und wohl den Untergang des Abendlandes deuteten.

Zum Thema:
Das ist ja klar. Jeder liest ein Buch anders, durch seine eigene Erfahrungswerten die im besten Falle zu Erkenntnissen herangewachsen sind (also subjektiv), weswegen auch die Absichten (Intentionen) des Autors für den einzelnen Leser, jenseits des Anspruches ein Sachbuch vor sich zu haben, eine mindere Rolle spielt.

Soweit ich das sehe, vielleicht bin ich ja auch kurzsichtig, soll diese Art der Literatur unterhalten, mich entführen in eine total fremde oder fremdartige Umgebung, Welt. Will der Verfasser einer Geschichte absolute, freie Hand haben entrückt er das Geschehen aus unserer Welt und findet dort alles wieder was er braucht um sich auszutoben (nicht um sich auszukotzen).
Genau das kann die Geschichte ja so interessant machen (jede Art von Geschichte).
Ein Buch deshalb wegzulegen, nur weil mir die Umgebung in der die Geschichte spielt nicht passt oder ich dem Autor, vielleicht ungerechtfertigterweise, etwas unterstelle, ist für mich unnachvollziehbar.

Wie bereits erwähnt, ich kann im Moment nur über den Film (Star Ship Troopers) sprechen, weswegen ich hoffentlich nicht gleich gesteinigt werde. Die Geschichte kam dort etwas überzogen rüber, aber nicht unangenehm. Es ist eine gegenüberliegende, gleichverlaufende Welt (Parallelwelt) und ich hatte nicht das Gefühl bei diesem in irgendeiner Art und Weise vorbereitend gelenkt zu werden.

Ähnlich interessant gestalten sich manche Augenblicke auf Ausstellungen (Vernissagen) oder in Museen. Da sieht man manchmal Menschen die stundenlang vor einer gänzlich rot gefärbten, gestrichenen Leinwand starren, die Arme intellektuell verkreuzt, eine Hand unterm Kinn und teilweise laut denken:
"Was hat der Maler uns damit sagen wollen?!"
Andere wiederum sehen auf dieser knallroten Leinwand etliche Dinge die wirklich nicht vorhanden sind.
Möglicherweise ist es bei Literatur, hier Henlein, ganz gleich. Vielleicht hat er sich nicht viel dabei gedacht als er um seine Kerngeschichte des außerirdischen Ungeziefers herum eine absolute Welt erschuf.

Das erinnert mich auch an Ernst Jünger und wofür er heute alles verantwortlich gemacht wird, weswegen der Vergleich hier mir passend erscheint. Seine Bücher "In Stahlgewittern" oder "Der Kampf als inneres Erlebnis" wird/wurde gerne als eine erklärende, zumindest gedankliche Mitwegbereitung späterer Ereignisse gesehen, was einfach nur Schwachsinn ist.
Dann wäre da noch der Faktor Zeit, der Jünger in den 20er Jahren mit diesen Werken etwas total anderes bescheinigte als heutzutage, obwohl Nachfolgewerke, wie "Marmorklippen"ebenso erschienen sind.

Kurze Rede langer Sinng:
Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters und die Autoren solcher Geschichten müssen nicht immer ein Ziel verfolgen.
Vielleicht würden meine vielen Zeilen auch total überflüssig sein, wenn nur ausdiskutiert wird inwieweit und ob ein Gesellschaftsentwurf o. ä. in unsere heutige Welt/Zeit passt, aber selbst dann müßte ich mich dafür aussprechen, daß Künstler keine Lösungen bieten müssen.

Danke für den Austausch

Bearbeitet von -Toni82-, 13 September 2011 - 12:03.

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Geschrieben 13 September 2011 - 12:14

Bei Starship Troopers liegen Roman und Film, was die Stossrichtung angeht, meilenweit auseinander: Verhoevens Film ist eine giftige Satire auf eine Welt, die bei Heinlein ganz klar positiv dargestellt wird. Insofern ist es müssig, über Heinleins Position zu diskutieren, wenn man nur den Film kennt. Denn was immer man von dem Film halten mag, Heinleins Ansichten entspricht er sicher nicht.

Soweit ich das sehe, vielleicht bin ich ja auch kurzsichtig, soll diese Art der Literatur unterhalten, mich entführen in eine total fremde oder fremdartige Umgebung, Welt. Will der Verfasser einer Geschichte absolute, freie Hand haben entrückt er das Geschehen aus unserer Welt und findet dort alles wieder was er braucht um sich auszutoben (nicht um sich auszukotzen).


Wie ich schon geschrieben habe: Die Beschreibung des politischen Systems nimmt bei Heinlein schlicht zu viel Raum ein, als dass man sie einfach als Hintergrund für eine spannende Geschichte abtun könnte (das gilt übrigens – unter umgekehrten Vorzeichen – auch für den Film. Wenn man da die Satire nicht sieht, hat man den Film wirklich nur sehr oberflächlich geschaut). Der Grund-Plot von ST hätte sich auch problemlos in einem anderen Setting erzählen lassen können. Die "philosophischen Einschübe" zu politischem System, Erziehung, Körperstrafe, militärischem Geist etc. sind integraler Bestandteil des Romans, den man nicht einfach ignorieren kann.

Bearbeitet von simifilm, 13 September 2011 - 13:06.

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Geschrieben 13 September 2011 - 13:12

Gut, ich weiß ja eh schon das Heinlein noch zu lesen ist auf der 'Zu erledigen Liste'.

Zitat:
"Bei Starship Troopers liegen Roman und Film, was die Stossrichtung angeht, meilenweit auseinander: Verhoevens Film ist eine giftige Satire auf eine Welt, die bei Heinlein ganz klar positiv dargestellt wird. Insofern ist es müssig, über Heinleins Position zu diskutieren, wenn man nur den Film kennt. Denn was immer man von dem Film halten mag, Heinleins Ansichten entspricht er sicher nicht."

Mir fehlt grad die Vergleichsmöglichkeit, aber wenn Du sagst, die Welt sei im Buch positiver dargestellt worden - na und?
Sind denn die persönlichen Absichten eines Autors der Unterhaltungsliteratur soo von Bedeutung?
Liegt hier nicht gerade die Würze Dinge zu lesen zu bekommen die jenseits von aktuellen Moralvorstellungen oder Richtungen liegen?

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Geschrieben 13 September 2011 - 13:35

Gut, ich weiß ja eh schon das Heinlein noch zu lesen ist auf der 'Zu erledigen Liste'.

Zitat:
"Bei Starship Troopers liegen Roman und Film, was die Stossrichtung angeht, meilenweit auseinander: Verhoevens Film ist eine giftige Satire auf eine Welt, die bei Heinlein ganz klar positiv dargestellt wird. Insofern ist es müssig, über Heinleins Position zu diskutieren, wenn man nur den Film kennt. Denn was immer man von dem Film halten mag, Heinleins Ansichten entspricht er sicher nicht."

Mir fehlt grad die Vergleichsmöglichkeit, aber wenn Du sagst, die Welt sei im Buch positiver dargestellt worden - na und?
Sind denn die persönlichen Absichten eines Autors der Unterhaltungsliteratur soo von Bedeutung?
Liegt hier nicht gerade die Würze Dinge zu lesen zu bekommen die jenseits von aktuellen Moralvorstellungen oder Richtungen liegen


Irgendwie scheinen wir aneinander vorbeizureden. Ich habe klar geschrieben, dass die Aussage eines Buches keineswegs mit den Ansichten eines Autors übereinstimmen muss und dass die Absichten des Autors in meinen Augen nicht das zentrale Kriterium bei der Interpretation sind. Ob und wie sehr Heinlein das System, das er in ST beschreibt, tatsächlich befürwortet, ist für mich erst einmal zweitrangig (wenn man sich eingehender mit Heinlein beschäftigt, wird zwar deutlich, dass viele seiner eigenen Überzeugungen in den Roman eingeflossen sind, das ändert aber nichts daran, dass man zuerst einmal den Roman für sich betrachten und mit Rückschlüssen auf den Autor vorsichtig sein sollte).

Wenn man den Roman und die Intention des Autors trennt, folgt daraus aber nicht, dass man sich nicht überlegen soll, was für ein Weltbild ein Roman denn vertritt. Und es ist eine Tatsache, dass die Beschreibung des politischen Systems im Roman nicht einfach nur einen austauschbaren Hintergrund bildet. Dem Roman geht es ganz offensichtlich darum, im Rahmen einer spannenden Geschichte gewisse Fragen zu politischer und sozialer Organisation zur Diskussion zu stellen und mögliche Antworten darauf zu geben. Und zu diesen Antworten kann ich als Leser sehr wohl eine Position einnehmen (um nicht zu sagen: dazu muss ich als Leser eine Position einnehmen. Es wäre doch eine komische Reaktion, wenn ich als Leser überhaupt nicht darauf reagieren würde, dass der Roman mit viel Energie versucht, mich davon zu überzeugen, wie grossartig die beschriebene Gesellschaftsordnung ist). Ob die Positionen, die der Roman vertritt, denjenigen des Autors entsprechen, ist dafür aber nicht wirklich relevant. Und ob es sich bei dem Roman um "Unterhaltungsliteratur" oder etwas anderes handelt, ist da ebenfalls nicht von Bedeutung. Dass ein Roman unterhalten will, schliesst ja keineswegs aus, dass er eine politische Position vertritt.


Genau hier liegt, wie ich finde, der Hund begraben.
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Da frag ich mal: na und. Was hat das mit der Diskussion zu tun?

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