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Corona-Story: Ein schöner Tag zum Sterben


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33 Antworten in diesem Thema

#1 Armin

Armin

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Geschrieben 24 June 2008 - 09:59

Mit etwas Verspätung (ich hatte viel um die Ohren, sorry) der Hinweis, dass die Ausgabe 203 des Corona Magazines online gegangen ist - genau hier. In der Story-Ecke gibt es die Siegergeschichte unserer Wettbewerbsrunde "Ferne Ziele": "Ein schöner Tag zum Sterben" von Andreas Dresen. Ausgewählt wurden die Geschichten in dieser Runde unter Mithilfe der beiden Gastjuroren Benedict Marko und Ralf Steinberg – dafür noch einmal ein großes Dankeschön. Autor und Redaktion freuen sich wie immer über Rückmeldungen zur Story.

Die nächsten Themen des Corona-Kurzgeschichtenwettbewerbs: "Besuch" (Einsendeschluss 1. November 2008) und "Das Ende der Welt" (Einsendeschluss 1. Januar 2009). Wer Interesse hat, sich mit einer Kurzgeschichte (Science-Fiction, Fantasy, Horror, Phantastik – keine Fan-Fiction) zu beteiligen, die einen Umfang von 20.000 Zeichen nicht überschreitet, schickt seine Story (möglichst als rtf-Datei) rechtzeitig per E-Mail an die Kurzgeschichten-Redaktion, die unter kurzgeschichte@corona-magazine.de zu erreichen ist. Die nach Meinung der Jury drei besten Geschichten werden wie immer im Corona Magazine veröffentlicht.

#2 AndreasDresen

AndreasDresen

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Geschrieben 25 June 2008 - 10:58

Danke schön. Ich freue mich, dass Dir die Geschichte gefallen hat. Ich hoffe, dass sie auch den anderen gefällt. :rofl1: Gruß Andreas
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#3 Armin

Armin

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Geschrieben 25 June 2008 - 11:35

Ich hoffe, dass sie auch den anderen gefällt. :rofl1:


Ich will doch schwer hoffen, dass hier noch ein bisschen Resonanz kommt.

#4 Muside

Muside

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Geschrieben 25 June 2008 - 12:18

Das Interessante an dieser Themenrunde war, dass die Top drei - Bewertungen, die herausgekommen sind, genau meinen Top drei entsprachen - und sogar in derselben Reihenfolge. Diese Geschichte hob sich von den anderen durch ihre Kürze und Prägnanz ab. Gute Grundidee - saubere Ausführung - keine Zeile zuviel. Dazu kommt, im Gegensatz zu fast allen anderen Geschichten im Wettbewerb, so etwas wie Subtext. Der uralte Konflikt zwischen Glaube und Säkularisation findet hier eine sehr schöne ironische Wendung. Aus diesen Gründen war diese Geschichte von Anfang an mein Favorit.

#5 Armin

Armin

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Geschrieben 25 June 2008 - 12:22

Das Interessante an dieser Themenrunde war, dass die Top drei - Bewertungen, die herausgekommen sind, genau meinen Top drei entsprachen - und sogar in derselben Reihenfolge.


Ah, wir machen eine Jury-Runde. Fehlt nur noch Lapismont ...

:rofl1:

#6 Christian Günther

Christian Günther

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Geschrieben 25 June 2008 - 12:35

Ah, wir machen eine Jury-Runde. Fehlt nur noch Lapismont ...

:rofl1:


Nix da, Juryrunde.

Ich habe die Story auch gelesen und sie hat mir gefallen. Tatsächlich sehr schön knapp und auf den Punkt geschrieben, das Ende fand ich sehr, ähm, unangenehm, es hat in mir eine Empfindung ausgelöst und das ist doch schonmal was (nicht, dass ich sonst nichts empfinden würde, aber... ach, lassen wir das, ihr wisst schon was ich meine).

#7 Armin

Armin

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Geschrieben 25 June 2008 - 12:46

Nix da, Juryrunde.


Noch besser :rofl1:

#8 AndreasDresen

AndreasDresen

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Geschrieben 25 June 2008 - 14:45

Ich freue mich wie ein Schneekönig, dass Euch die Geschichte gefällt.

es hat in mir eine Empfindung ausgelöst und das ist doch schonmal was


Gerade dieses Gefühl hat bei anderen dazu geführt, dass ihnen die Geschichte nicht gefallen hat. :D So unterschiedlich kann man sowas auffassen.

Der uralte Konflikt zwischen Glaube und Säkularisation

ja, genau das fand ich spannend an dem Thema. Den Spieß umzudrehen und zu zeigen, dass es auch anders geht.
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#9 Jürgen

Jürgen

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Geschrieben 25 June 2008 - 14:54

Keine Jury ohne MICH !!! :rolleyes: Eine feine kleine Geschichte, die zwar stilistisch noch ein wenig Potential noch oben hat, erzählerisch aber durchaus überzeugt. Mich überrascht, wie viel Story man mit relativ wenigen Worten erarbeiten kann. Dieses Kleinod erinnert mich an alte Geschichten von Poe und Lovecraft, die ich vor Jahrzehnten mal gelesen habe. Sollte man durchaus als uneingeschränktes Lob verstehen. :D Gruß Jürgen
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#10 AndreasDresen

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Geschrieben 25 June 2008 - 14:59

Ohh danke! :rolleyes: Was für ein Lob. Da ich natürlich daran interessiert bin mich zu verbessern, hast Du vielleicht einen Hinweis/ ein Beispiel für mich, wo ich an meinem Stil arbeiten kann? (Nur wenn Du eins zur Hand hast.... :D ) Danke Andreas
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#11 Jürgen

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Geschrieben 25 June 2008 - 15:10

...hast Du vielleicht einen Hinweis/ ein Beispiel für mich, wo ich an meinem Stil arbeiten kann? (Nur wenn Du eins zur Hand hast....


Hab ich tatsächlich...


"Gerade noch rechtzeitig", dachte der Priester, als er den abgedunkelten Raum betrat. Es war muffig und roch nach Krankheit und Tod.
Er hatte das abgelegene Haus kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreicht.


Die doppelte Dunkelheit verdoppelt leider nicht die Finsternis. :D

..und dann wird es ... noch dunkler?

Patrick erwachte in der Dunkelheit. Erst wusste er nicht, was geschehen war. Doch dann erinnerte er sich und mit einem Schlag kam die Erkenntnis.

anderes Beispiel...

Er war vor vielen Jahren hierher versetzt worden. Weil er sich auskannte mit dem Glauben und dem Aberglauben. Ein Spezialist der heidnischen Gebräuche und Riten sei er, hieß es. Der richtige Mann für ein solches Dorf.

Da könnte man an der Formulierung schrauben....
Wie gesagt... nur kleine stilistische Bugs... mit ein wenig mehr Wortschatz kann man da noch etwas herausholen.

Die Atmosphäre stimmt und die eher gradlinige Erzählweise passt gut - auch das muss man erst einmal können.

Gruß
Jürgen

Bearbeitet von Jürgen, 25 June 2008 - 15:11.

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#12 AndreasDresen

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Geschrieben 25 June 2008 - 15:23

Ah ja, danke. Ich glaube ich habe verstanden. Das sind ungefähr die Stellen, die mir auch -naja- aufgefallen waren. Aber irgendwie habe ich den Dreh damals nicht hinbekommen. Ich werde weiter an mir und meinen Texten feilen..... :D
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#13 Armin

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Geschrieben 25 June 2008 - 15:28

Ich werde weiter an mir und meinen Texten feilen..... :D


Beim nächsten Mal streiche ich dir einfach mehr an ...

#14 AndreasDresen

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Geschrieben 25 June 2008 - 15:33

Na gerne! Das hiesse ja, dass ich nochmal unter die ersten Drei käme. :D Im Ernst, ich würde mich über Kritik immer freuen.
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#15 Jürgen

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Geschrieben 25 June 2008 - 16:09

Hmm... meine Beispiele wirken irgendwie negativ, und das finde ich jetzt auch nicht so toll. Zum Ausgleich...

... ein Beispiel, was man NICHT mehr besser (be)schreiben kann.


Alte Bruchsteine bildeten die feuchten Wände des Kellers. Riesige Regalreihen mit uralten Büchern und Folianten erstreckten sich im flackernden Kerzenschein entlang der dunklen Mauern.


Da entsteht ein Bild... so perfekt und starr wie ein hochauflösendes Foto. Andere brauchen für den gleichen Effekt wesentlich mehr Sätze.
Diese Atmosphäre begleitet den kompletten letzten Absatz... und sorgt dadurch für dieses "wohlige" schauern. Perfekt.


Gruß
Jürgen
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#16 AndreasDresen

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Geschrieben 25 June 2008 - 16:37

Hmm... meine Beispiele wirken irgendwie negativ, und das finde ich jetzt auch nicht so toll. Zum Ausgleich...

... ein Beispiel, was man NICHT mehr besser (be)schreiben kann.


Alte Bruchsteine bildeten die feuchten Wände des Kellers. Riesige Regalreihen mit uralten Büchern und Folianten erstreckten sich im flackernden Kerzenschein entlang der dunklen Mauern.


Da entsteht ein Bild... so perfekt und starr wie ein hochauflösendes Foto. Andere brauchen für den gleichen Effekt wesentlich mehr Sätze.
Diese Atmosphäre begleitet den kompletten letzten Absatz... und sorgt dadurch für dieses "wohlige" schauern. Perfekt.

Danke! Ich finde aus solchen Feedbacks kann man jede Menge mitnehmen.
Darum finde ich Deine ersten Beispiele nicht "negativ" sondern konstruktiv. :D Aber die positiven hör ich natürlich auch gerne, wenn nicht lieber.
Also, danke für Deine Mühe.

Gruß
Andreas
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#17 lapismont

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Geschrieben 25 June 2008 - 18:46

Da ich in letzter Zeit einiges an klassischer Phantastik las (der Bibliothek von Babel sei dank) passte diese Geschichte wunderbar in meine momentanen Vorlieben. Sie ist ja quasi so retro, dass sie völlig unverbraucht in ihrer Idee ist. :D Wie Jürgen schon anmerkte, bewirkt die sorgfältig aufgebaute Stimmung, dass man beim Lesen in der Geschichte steckt. Auch von mir ein: Gern gelesen!
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#18 heschu

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Geschrieben 25 June 2008 - 19:23

Hab ich auch gern gelesen. So kurze Geschichten sind mein Fall. :D Mir ist klar, dass ein Autor gern positive Rückmeldungen hat. Wer mag das nicht? :rolleyes: Hast du ja auch. Trotzdem. Was soll die Story aussagen? Gott vergibt, der Priester nicht, schreibst du. Widerspricht die Handlung des Priesters nicht den Grundsätzen der Kirche? Würde er in Wirklichkeit tatsächlich so handeln? Er benutzt dazu die alte Bräuche der Götter, an die er selbst nicht glaubt. Ist das Ende nicht einfach nur pure, persönliche, ja kriminelle Rache (wenn es das Auffangen der Seele eines Menschen tatsächlich geben würde)? Der Schluss hinterläßt bei mir auch einen merkwürdigen Beigeschmack.

Carpe diem!

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#19 Ernst Wurdack

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Geschrieben 25 June 2008 - 19:30

Widerspricht die Handlung des Priesters nicht den Grundsätzen der Kirche? Würde er in Wirklichkeit tatsächlich so handeln?

JA, würde er. Ich kenne eine Menge Priester, die nicht das leben, was sie verkünden und von ihren Schäflein fordern.
Es gibt kaum eine verlogenere Institution als die katholische Kirche.
Glaube und Kirche haben nicht unbedingt etwas miteinander zu tun.

#20 Bernd42

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Geschrieben 25 June 2008 - 19:39

Du schreibst, "Heute Abend ist Samhain", kam es dem Priester in Erinnerung. Eines dieser verfluchten heidnischen Feste.... und weiter: Doch der Aberglauben war tief verwurzelt.... Das liest sich als die Gedanken des Priesters, doch für ihn kann es kein Aberglauben sein, da er die Magie ja beherscht. Auch verstehe ich nicht, weshalb ein Mann, der die heidnischen Rituale beherscht und anwendet, den christlichen Glauben verbreitet. Da solltest du uns den Priester evtl. etwas näher bringen. Trotzdem gute Story :D lg Bernd

#21 heschu

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Geschrieben 25 June 2008 - 20:34

Glaube und Kirche haben nicht unbedingt etwas miteinander zu tun.

Das ist mir schon klar. Ich habe mich wahrscheinlich missverständlich ausgedrückt. Sorry.
Der Priester verlangt vom Sterbenden, dass er bereuen soll. Das macht er nicht. Daraufhin fängt der Priester die Seele ein. Warum? Will er dem anderen ganz primitiv eins auswischen? Oder ist es die Bestrafung für den verkehrten Glauben?
(Oder ich bin wieder mal zu müde und verstehe gar nichts mehr. Kann gut möglich sein. :D )

Auch verstehe ich nicht, weshalb ein Mann, der die heidnischen Rituale beherscht und anwendet, den christlichen Glauben verbreitet. Da solltest du uns den Priester evtl. etwas näher bringen.

Finde ich auch. Der Mann ist zu widersprüchlich.

Carpe diem!

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#22 AndreasDresen

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Geschrieben 26 June 2008 - 11:14

Hallo,

ich freue mich über diese Diskussion... :unsure:

Der Mann ist zu widersprüchlich.


Hmm. Ok. Ich verstehe,was ihr mir sagen wollt. :blink:
Meine Intention war folgende:
Dieses Dorf ist voller Menschen, die zwar zur Kirche gehören, aber unter der Hand einen heidnischen Glauben praktizieren.
Patrick ist der geistige Führer. Der Priester kommt extra deswegen in das Dorf.
Meiner Meinung nach kann man nur dann etwas bekämpfen, wenn man es kennt. Daher kennt der Priester auch die fiesesten Bräuche und abartigsten Praktiken. (Was nicht heisst, dass er das gutheissen muss oder sie regelmäßig praktiziert)
Patrick hat den Priester sein Leben lang geärgert und das Leben schwer gemacht, während der Priester versucht hat, die Gemeinde zu "retten".
Vielleicht hatte der Priester am Ende einfach genug und hat - gepackt vom ganz persönlichen Rachegefühl- Patrick gezeigt, wohin ihn seine heidnischen Bräuche führen.
Und wollte auch Rache üben. Ist ja auch nur ein Mensch.
Das ist eine mögliche Interpretation der Charaktere. Vielleicht kann man noch etwas anderes daraus lesen. Gerne. ;)
Ich finde einen Text erst dann richtig interessant, wenn man ihn unterschiedlich interpretieren kann.
Ist jemand, der ein Priesteramt bekleidet deshalb auf bestimmt Handlungen oder Denkweisen beschränkt?
Nur weil er an (einen) Gott glaubt, heisst das nicht, dass er nicht weiss, dass es noch anderes daneben gibt.....

(Kann man meine Ausführungen nachvollziehen? oder zu verworren?)

Gruß
Andreas
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#23 Muside

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Geschrieben 26 June 2008 - 11:46

Ist doch ein gutes Zeichen, wenn eine Geschichte Diskussionen lostritt. In diesem Fall zeigt es, dass uns die Botschaft der Story nicht mit dem Vorschlaghammer präsentiert wird, sondern in der Erzählung selbst steckt: Subtext. Stories, über die man hinterher lange diskutieren kann, sind für mich immer noch die besten. :unsure:

#24 Bernd42

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Geschrieben 26 June 2008 - 17:54

Vielleicht hatte der Priester am Ende einfach genug und hat - gepackt vom ganz persönlichen Rachegefühl- Patrick gezeigt, wohin ihn seine heidnischen Bräuche führen. Der Autor sollte die Handlungen seiner Figuren kennen. :blink: Warum der Priester Patricks Seele fängt ist klar. Aber warum hat das niemand aus dem Dorf gemacht? In deinem Universum existieren und funktionieren die heidnischen Bräuche. Die Dorfbewohner sind also nicht Abergläubisch, sie glauben an eine reale Macht. Diese Macht zaubert sogar Seelen in Puppen. Patrick kannte und lehrte dieses Wissen, war er da nicht mehr als nur ein Ärgernis? Mir scheint, es ist der Kampf Gute gegen Böse. Gott gegen Satan. Und der Priester bedient sich satanischer Mittel um den Kampf zu gewinnen. Warum lässt Gott das zu? Sorry, evtl. bin ich etwas kleinlich. Die Story ist trotzdem gut und die Diskission finde ich super. :unsure: lg Bernd

#25 lapismont

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Geschrieben 26 June 2008 - 18:43

Satan ist ja nicht heidnisch, sondern christlich. Ich hab das eher so interpretiert, dass der Priester einfach erfolgreich auf mehreren Hochzeiten spielt. Die Existenz des christlichen Gottes schließt ja die Existenz anderer nicht aus. Immerhin steht selbst in der Bibel, dass da noch mehr sind ( Du sollst keine anderen Götter haben neben mir) :unsure:
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#26 heschu

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Geschrieben 26 June 2008 - 19:03

Ich hab das eher so interpretiert, dass der Priester einfach erfolgreich auf mehreren Hochzeiten spielt.

Stimmt irgendwie auch. Man könnte behaupten, der Priester ist nur ein fieser, hinterlistiger Kerl. Aber dadurch, dass er seinen Glauben lebt und dann (aus welchem Grund auch immer) gegen ihn verstößt, wird die Geschichte mehrschichtig. Eigentlich steckt viel Ungesagtes drin.

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#27 Bernd42

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Geschrieben 26 June 2008 - 19:12

Die Existenz des christlichen Gottes schließt ja die Existenz anderer nicht aus. Da bin ich mir nicht ganz sicher. Du sollst nicht an andere Götter glauben, weil es keine anderen gibt. (sagt Gott, nicht ich :smokin: ) Das Satan christlicher Natur ist, stimmt natürlich. Ich bin ein Ungläubiger und in klerikalen Dingen nicht gut bewandert. lg Bernd

#28 AndreasDresen

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Geschrieben 27 June 2008 - 12:23

Der Autor sollte die Handlungen seiner Figuren kennen.


Der Autor muss ja nur das kennen, was er da hingeschrieben hat. Die Beweggründe "muss" er nicht kennen, oder? Ich mein, versteht mich nicht falsch, es ist ok, wenn er sich etwas dabei denkt, aber wenn es offen bleibt, dann finde ich das auch gut. So bleibt Spielraum für die Gedanken des Lesers und was sich der Autor für sich gedacht hat, bleibt zweitrangig....

Vielleicht hatte der Priester am Ende einfach genug und hat - gepackt vom ganz persönlichen Rachegefühl- Patrick gezeigt, wohin ihn seine heidnischen Bräuche führen.

Ja. Eigentlich dachte ich mir das so.

Warum der Priester Patricks Seele fängt ist klar. Aber warum hat das niemand aus dem Dorf gemacht?


Weil, (nach meiner Vorstellung, die -wie ich oben sagte- von jedem über den Haufen geworfen werden kann) da noch ein Unterschied ist. Es gibt vielleicht nicht nur Kirche und einen parallelen heidnischen Glaube. Sondern es könnte viele Wege geben. Einer ist der eng umrissene heidnische Glaube, ein anderer aber vielleicht schwarze Voodookunst, die mit dem Dorfglauben nichts gemein haben muss. Aber kann. :) Vielleicht haben aber andere Dorfbewohner schon mal ein solches Ritual ausgeführt, was aber eher unwahrscheinlich ist, schließlich ist das ja nicht so einfach wie einen Baum anbeten, sondern hohe Kunst. Da steckt viel Wissen und Erfahrung drin.


Satan ist ja nicht heidnisch, sondern christlich.

Stimmt. Aber ich habe ja nicht gesagt, dass die Kirche christlich ist.
Das war Interpretation. :) (Wenn doch, dann korrigiert mich bitte)
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#29 Bernd42

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Geschrieben 27 June 2008 - 17:53

Erkärt mir bitte wie das mit der Zitat Zeile funktionert? Habe es leider noch nicht heraus bekommen. lg Bernd

#30 heschu

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Geschrieben 27 June 2008 - 18:14

Unter jedem Beitrag steht rechts +quote. Wenn du z.B. aus meinem Geschriebsel was zitieren willst, drückst du also auf +quote (das wird rot und ein - erscheint vor quote) und gehst dann ganz normal auf add reply und schreibst deine Antwort. In dem Antwortfeld kannst du auch Unwichtiges aus dem Text, den du zitieren willst, herauslöschen.

Carpe diem!

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