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Gesucht: Zeugungsunfähige Männer und Zwangsbegattung


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59 Antworten in diesem Thema

#1 simifilm

simifilm

    Cinematonaut

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Geschrieben 04 January 2009 - 13:50

Hallo zusammen, ich bin auf der Suche nach Hinweisen zu einem delikaten Thema: Ich habe kürzlich einen Artikel über einen Skandinavier (Schwede? Dänemark? Finde den Link nicht mehr), der für Dutzende von Frauen als Samenspender fungiert hat. Kostenlos, ohne Verpflichtung, einfach so, weil er den Leuten helfen will. Ist ja an sich schon ungewöhnlich genug, besonders interessant fand ich's aber, dass er mal ein Treffen mit seiner Grossfamilie organisiert hat. Da kamen dann also Kinder aus aller Welt, die auch Eltern haben, deren biologischer Vater er aber ist. Das brachte mich dann auf die Idee einer Gesellschaft, in der jeder Mensch zwar mehr oder weniger 'normale' Eltern hat, also die, von denen man gross gezogen wurde, zusätzlich aber noch einen biologischen Vater. Es entstehen dann ganz neue Verwandtschaftsbeziehungen, da mann den "Übervater" mit hunderten anderen teilt. Seit Jahren ist ja davon zu lesen, dass die Spermaqualität immer schlechter wird. Ich dachte dann an ein Szenario, in der alle Männer mit "gutem Sperma" zur Samenspende verpflichtet sind, um den Fortbestand der Menschheit zu gewährleisten. Diese Überväter wären zu regelmässiger Spermalieferung verpflichtet, wären aber auch sehr angesehen in der Gesellschaft und würden viele Vorzüge geniessen. Natürlich hätte das zahlreiche interessante Auswirkungen auf den zwischenmenschlichen Bereich (wie gehen all die unfruchtbaren Paare damit um, dass ihr Kind einen fremden Vater hat. Wie fühlen sich die Männer, die zu eigentlichen Melkkühen werden etc.) Ich bin sicher, dass es ähnliche Szenarien in der SF schon gibt und wäre um Hinweise froh (möglichst mit kurzer Erläuterung, wie das jeweils ausgestaltet ist), da ich gerade darüber nachdenke, daraus eventuell ein Drehbuch zu basteln. simifiöm

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Gedanken rund um Utopie und Film gibt's auf utopia2016.ch.

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#2 Ulrich

Ulrich

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Geschrieben 04 January 2009 - 14:12

Direkt zu deinem gesuchten Thema fällt mir nichts ein. Vermutlich kennst du bereits die Bücher und Filme. Robert Merle: Die geschützten Männer (1974) Auf der ganzen Welt sterben geschlechtsreife Männer an einer Seuche. In einem geschützten Camp forschen Wissenschaftler an einem Heilmittel, während die Frauen das Regieren übernehmen. Schwarze Utopie und Satire. Margaret Atwood: Der Report der Magd (1985, The Handmaid's Tale). Das Buch wurde 1990 unter dem Titel Die Geschichte der Dienerin von Volker Schlöndorff verfilmt. Nach verschiedenen Katastrophen und Anschlägen in den USA haben christliche Fundamentalisten die Macht übernommen. Die weibliche Hauptfigur ist eine der wenigen gebärfähigen Frauen und muss das Kind ihres Kommandanten und seiner angeblich unfruchtbaren Frau austragen. P. D. James: Im Land der leeren Häuser (The Children of Men, 1992), verfilmt 2006 Eine unfruchtbare Menschheit, in der keine Kinder mehr geboren werden. Brian W. Aldiss: Graubart (1964). Einer der besten Romane Aldiss'. Die Menschheit ist durch biologische Waffen unfruchtbar geworden. Fast alle Figuren sind ältere Menschen, die mit dem bevorstehenden Untergang der Kultur umgehen müssen.

Bearbeitet von Ulrich, 04 January 2009 - 14:14.


#3 deval

deval

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Geschrieben 04 January 2009 - 15:00

Spontan fällt mir dazu ein verfilmtes Buch ein. Leider weiß ich den Titel nicht mehr, ich meine aber, das Buch ist mit Kevin Costner in der Hauptrolle verfilmt worden. Das ganze spielt postapokalytisch und Costner durchstreift mit einem Hund die Gegend. Er gelangt dann in einen unterirdischen Bunker und wird dort als eine Art "Spermaspender" von einem Regime aus Frauen gefangengehalten. Ich bin mir nicht sicher, aber es könnte nach einem Buch von J. G. Ballard verfilmt worden sein. Irgendwie mit dem Titel -Ein Mann und sein Hund- oder so ähnlich.

#4 Christian Günther

Christian Günther

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Geschrieben 04 January 2009 - 15:13

In der Gefahr, Eigenwerbung zu betreiben: Diese Grundidee kommt auch in meinem Roman "Rost" vor (siehe Werbebanner am Fuß dieser Seite), wo der Protagonist eben dieser Problematik begegnet. Die meschliche Gesellschaft ist gespalten, und der unprivilegierte Teil der Menschen ist auf der Suche nach derartigen Samenspendern. Es dient in diesem Roman aber hauptsächlich als Erklärung der Motivation Einzelner und wird weder wissenschaftlich fundiert noch besonders ausführlich behandelt. Ich fand es spannend, sich die dadurch entstehenden Veränderungen im sozialen Gefüge einer Gemeinschaft auszumalen. Würden die wenigen Männer mitverbliebener Zeugungskraft ähnlich wie behandelt wie Bienenköniginnen? Oder würden sie gewaltsam/zwangsweise zur zeugung herangezogen?

#5 simifilm

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Geschrieben 04 January 2009 - 15:18

In der Gefahr, Eigenwerbung zu betreiben: Diese Grundidee kommt auch in meinem Roman "Rost" vor (siehe Werbebanner am Fuß dieser Seite), wo der Protagonist eben dieser Problematik begegnet.
Die meschliche Gesellschaft ist gespalten, und der unprivilegierte Teil der Menschen ist auf der Suche nach derartigen Samenspendern.
Es dient in diesem Roman aber hauptsächlich als Erklärung der Motivation Einzelner und wird weder wissenschaftlich fundiert noch besonders ausführlich behandelt.
Ich fand es spannend, sich die dadurch entstehenden Veränderungen im sozialen Gefüge einer Gemeinschaft auszumalen. Würden die wenigen Männer mitverbliebener Zeugungskraft ähnlich wie behandelt wie Bienenköniginnen? Oder würden sie gewaltsam/zwangsweise zur zeugung herangezogen?


Das ist auch das, was mich interessiert. Die wissenschaftliche Komponente ist für mich definitiv sekundär. Ich stelle mir momentan eine Gesellschaft vor, die im Grunde mit der unsrigen identisch ist bis auf diese eine Komponente, dass zeugungsfähige Männer eben zu Samenspenden verpflichtet werden. Wie geht die Gesellschaft damit um, wie ist das für das Individuum. – "Ich wollte doch eigentlich Pianist werden." – "Nichts da, jetzt verbringst Du die nächsten zehn Jahre damit, Gläser zu füllen." :rofl1:

Edit: So, bestellt. Gemäss der Beschreibung auf der Website, schwebt mir schon was anderes vor – nahe Zukunft, keine grundsätzliche Änderung der Weltordnung und Gesellschaftsstruktur –, aber ich werde das Buch auf jeden Fall mit Interesse lesen.

Bearbeitet von simifilm, 04 January 2009 - 15:25.

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#6 Gevo

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Geschrieben 04 January 2009 - 15:30

Spontan fällt mir dazu ein verfilmtes Buch ein.

Leider weiß ich den Titel nicht mehr, ich meine aber, das Buch ist mit Kevin Costner in der Hauptrolle verfilmt worden.

Das ganze spielt postapokalytisch und Costner durchstreift mit einem Hund die Gegend. Er gelangt dann in einen unterirdischen Bunker und wird dort als eine Art "Spermaspender" von einem Regime aus Frauen gefangengehalten.

Ich bin mir nicht sicher, aber es könnte nach einem Buch von J. G. Ballard verfilmt worden sein. Irgendwie mit dem Titel -Ein Mann und sein Hund- oder so ähnlich.


Hier ein Link zum Film bzw. zu Infos über die Story von Harlan Ellison.
Hat mit dem Thema aber weniger zu tun.
A Boy and his Dog
Harlan Ellison

Gevo

#7 simifilm

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Geschrieben 04 January 2009 - 15:31

Spontan fällt mir dazu ein verfilmtes Buch ein.

Leider weiß ich den Titel nicht mehr, ich meine aber, das Buch ist mit Kevin Costner in der Hauptrolle verfilmt worden.

Das ganze spielt postapokalytisch und Costner durchstreift mit einem Hund die Gegend. Er gelangt dann in einen unterirdischen Bunker und wird dort als eine Art "Spermaspender" von einem Regime aus Frauen gefangengehalten.

Ich bin mir nicht sicher, aber es könnte nach einem Buch von J. G. Ballard verfilmt worden sein. Irgendwie mit dem Titel -Ein Mann und sein Hund- oder so ähnlich.


Es gibt den Film A Boy & His Dog; allerdings basiert der auf einem Roman von Harlan Ellison und hat Don Johnson in der Hauptrolle. Aber gemäss Deiner Beschreibung könnte das der Film sein. Ein Kevin-Costner-Film ist es ziemlich sicher nicht.

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#8 simifilm

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Geschrieben 04 January 2009 - 15:36

Hier ein Link zum Film bzw. zu Infos über die Story von Harlan Ellison.
Hat mit dem Thema aber weniger zu tun.
A Boy and his Dog
Harlan Ellison

Gevo


Da haben sich unsere Posts wohl überschnitten. Nach der Beschreibung ist das weniger, was ich suche, aber werde ich mir auf jeden Fall ansehen. Habe den Film schon lange bei mir rumliegen, ihn aber noch nicht gesehen.

Generell suche ich weniger nach post-apokalyptischen Szenarien, sondern nach schön geordneten Gesellschaften. Ich finde die Vorstellung, dass in unseren wohl gesitteten westlichen Demokratien plötzlich Zwangsmasturbation eingeführt werden muss, sehr reizvoll.

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#9 SF Dinner Norddeutschland

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Geschrieben 04 January 2009 - 15:47

Generell suche ich weniger nach post-apokalyptischen Szenarien, sondern nach schön geordneten Gesellschaften. Ich finde die Vorstellung, dass in unseren wohl gesitteten westlichen Demokratien plötzlich Zwangsmasturbation eingeführt werden muss, sehr reizvoll.

Im weitesten Sinne vielleicht noch dieser Film.
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Ad astra

Bearbeitet von SF Dinner Norddeutschland, 04 January 2009 - 15:48.

"Es ist gut, das Staunen neu zu erlernen", sagte der Philosoph.
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#10 simifilm

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Geschrieben 04 January 2009 - 15:53

Im weitesten Sinne vielleicht noch dieser Film.
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Ad astra


Danke. Ebenfalls ein Film, der schon darauf wartet, von mir angeschaut zu werden.

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#11 deval

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Geschrieben 04 January 2009 - 16:54

Wow, da habe ich ja alles durcheinandergebracht was mir möglich war. Es ist der Film/das Buch den/das ich auch meinte. Don Johnson statt Kostner und Ellison statt Ballard. Kein Wunder, dass ich den Film bzw. das Buch nicht googeln konnte. :rofl1:

#12 Ulrich

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Geschrieben 04 January 2009 - 16:56

Generell suche ich weniger nach post-apokalyptischen Szenarien, sondern nach schön geordneten Gesellschaften. Ich finde die Vorstellung, dass in unseren wohl gesitteten westlichen Demokratien plötzlich Zwangsmasturbation eingeführt werden muss, sehr reizvoll.

Sexualaufklärung im Wandel der Zeit. Man stelle sich vor, welche Erziehungsmaßnahmen die Regierung ergreifen müsste, um die Bevölkerung darauf vorzubereiten.

Vielleicht kannst du recherchieren, welche Szenarien die Politik und Wissenschaft bereit hält, um der Problematik ungewollter Kinderlosigkeit zu begegnen.

Ungewollte Kinderlosigkeit, Unfruchtbarkeit und Adoption war schon um 1900 ein Thema:
Clara Viebig: Einer Mutter Sohn (1906)
Ein kinderloses bürgerliches Paar kauft von einer armen Witwe ihr Kind ab. Viebig stellte die Adoption als unrechtmäßiges Geschaft dar.

#13 simifilm

simifilm

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Geschrieben 04 January 2009 - 19:29

Sexualaufklärung im Wandel der Zeit. Man stelle sich vor, welche Erziehungsmaßnahmen die Regierung ergreifen müsste, um die Bevölkerung darauf vorzubereiten.


Genau das sind die Dinge, die mich interessieren. Wenn der Pfarrer plötzlich erklärt, dass Selbstbefriedigung schon ok ist, solange das Sperma im Reagenzglas landet. :rofl1:

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#14 Konrad

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Geschrieben 04 January 2009 - 19:59

Genau das sind die Dinge, die mich interessieren. Wenn der Pfarrer plötzlich erklärt, dass Selbstbefriedigung schon ok ist, solange das Sperma im Reagenzglas landet. :rofl1:

Glaubst du wirklich, daß z.B. die USA da über den Schatten ihres puritanischen Erbes springen kann ?
Atwood hat m.E. sehr gut den reaktionären Kern hinter der sexistischen Fassade erspürt. :rofl1:

#15 simifilm

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Geschrieben 04 January 2009 - 20:10

Glaubst du wirklich, daß z.B. die USA da über den Schatten ihres puritanischen Erbes springen kann ?
Atwood hat m.E. sehr gut den reaktionären Kern hinter der sexistischen Fassade erspürt. :rofl1:


Atwood habe ich (noch) nicht gelesen, aber dort geht's meines Wissens ja darum, dass zeugungsfähige Frauen zu Zuchtvieh gemacht werden. Mich würde da gerade das Gegenteil interessieren: Der Mann wird bei seiner ganzen Männlichkeit gepackt und seinerseits zum Zuchtbullen degradiert.

Ist das plausibel? Schwierig zu sagen. Schon jetzt ist die Überalterung der Gesellschaft ja ein Problem. Wenn aber ab morgen nur noch jeder 10'000ste Mann zeugungsfähig wäre (weltweit), könnte man sich leicht ausrechnen, was die demographischen Folgen wären. Dann hätten wir in ca. 20–30 Jahren ein noch massiveres Problem, weil das Verhältnis ab dann noch viel, viel schlechter wäre. Wie würde eine Gesellschaft auf solche absehbaren demographischen Probleme reagieren? Sicher würden nicht alle gleich reagieren (und auch damit könnte man in der Story ja spielen), aber wahrscheinlich würde auch der Ruf laut, dass die wenigen zeugungsfähigen Männer ihre Verantwortung wahrnehmen müssen, um einen gesellschaftlichen Kollaps zu verhindern.

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#16 Ulrich

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Geschrieben 04 January 2009 - 21:12

Plausibel oder zum Nachdenken geeignet ist das schon. Schon seit längerer Zeit wird darüber geredet, dass es zu wenig Nachkommen gibt. Das beruht unter anderem auf der wenig kinderfreundlichen Gesellschaft. Und dann gibt es noch den Punkt, der dich interessiert, nämlich die Reproduktionstechnologie und demographische Entwicklung. Doch ob das ein Thema ist, über das man öffentlich gerne spricht? Wichtig wäre das schon, weil Wirtschaft, Rentensystem u.a. nicht auf eine schrumpfende Bevölkerung ausgelegt sind.

Genau das sind die Dinge, die mich interessieren. Wenn der Pfarrer plötzlich erklärt, dass Selbstbefriedigung schon ok ist, solange das Sperma im Reagenzglas landet. :rofl1:

Schwierig. Ob die Science Fiction da Beispiele hat oder eher andere Literaturbereiche?

Es fallen mir vor allem umgekehrte Beispiele ein, wie diese hier

Noch ein apokalyptischer Roman
Akif Pirincci: Yin (1997)
Männer sterben weltweit an einem Virus. Da viele Frauen sich weigern typische Männerberufe zu ergreifen, strebt die Zivilisation einem neuen Mittelalter zu. Und wer über die Samenbanken verfügt, kann die Welt beeinflussen.

Joanna Russ: Als alles anders wurde (Kurzgeschichte, 1972)
in: Arthur C. Clarke (Hrsg.) Das Treffen mit Medusa und andere "Nebula"-Preis-Stories. Playboy Science Fiction 6728, Moewig, 1982. S. 115-125
Auf einem Planeten starben vor langer Zeit alle Männer aus und die Frauen haben neue Reproduktionstechniken entwickelt. Eines Tages landet jedoch ein Raumschiff mit männlicher Besatzung.

oder:

Anna Roth: Operation Zeitsprung (2003)
In gut zweihundert Jahren sind die Männer durch biologische Waffen zeugungsunfähig geworden. Eine Zeitreise soll das verhindern.
http://www.epilog.de...tsprung_kAC.htm

Film: Letzte Ausfahrt Erde (Last Exit to Earth, USA 1996)
Nach gewaltigen Kriegen wurden den Männern ein Aggressionsgen entfernt. Gleichzeitig wurden sie dadurch zeugungsunfähig. Ein paar Frauen begeben sich in die Vergangenheit, um ein paar ausgewählte der Gattung Mann zu holen.
http://www.epilog.de...de_USA_1996.htm

Arthur C. Clarke: Rendezvous mit Rama (1972)
Astronauten werden routinemäßig sterilisiert, weil strahlungsbedingte Mutationen durch den langen Weltraumaufenthalt nicht ausgeschlossen werden können. vorher werden jedoch noch Spermien der Betroffenen eingefroren. Außerdem ist Polygamie erlaubt.
Das sind nur kleinere Passagen in dem Buch. Kulturelle Auswirkungen sind nicht näher beschrieben.

Bearbeitet von Ulrich, 04 January 2009 - 21:14.


#17 simifilm

simifilm

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Geschrieben 04 January 2009 - 21:40

Plausibel oder zum Nachdenken geeignet ist das schon. Schon seit längerer Zeit wird darüber geredet, dass es zu wenig Nachkommen gibt. Das beruht unter anderem auf der wenig kinderfreundlichen Gesellschaft. Und dann gibt es noch den Punkt, der dich interessiert, nämlich die Reproduktionstechnologie und demographische Entwicklung. Doch ob das ein Thema ist, über das man öffentlich gerne spricht? Wichtig wäre das schon, weil Wirtschaft, Rentensystem u.a. nicht auf eine schrumpfende Bevölkerung ausgelegt sind.
Schwierig. Ob die Science Fiction da Beispiele hat oder eher andere Literaturbereiche?


Meines Wissens würden die meisten westlichen Länder ohne Zuwanderung aus dem Ausland schon heute schrumpfen. Das hat seinen Grund aber nicht in der mangelnden Zeugungsfähigkeit, sondern darin, dass die Leute gar nicht viele Kinder haben wollen (was natürlich auch damit zusammenhängt, dass vieles in unseren Breitegraden nicht familienfreundlich organisiert ist).

Danke für die Hinweise; einige davon werde ich mir sicher ansehen.

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#18 Konrad

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Geschrieben 04 January 2009 - 22:05

Atwood habe ich (noch) nicht gelesen, aber dort geht's meines Wissens ja darum, dass zeugungsfähige Frauen zu Zuchtvieh gemacht werden. Mich würde da gerade das Gegenteil interessieren: Der Mann wird bei seiner ganzen Männlichkeit gepackt und seinerseits zum Zuchtbullen degradiert.

Ist das plausibel? Schwierig zu sagen. Schon jetzt ist die Überalterung der Gesellschaft ja ein Problem. Wenn aber ab morgen nur noch jeder 10'000ste Mann zeugungsfähig wäre (weltweit), könnte man sich leicht ausrechnen, was die demographischen Folgen wären. Dann hätten wir in ca. 20–30 Jahren ein noch massiveres Problem, weil das Verhältnis ab dann noch viel, viel schlechter wäre. Wie würde eine Gesellschaft auf solche absehbaren demographischen Probleme reagieren? Sicher würden nicht alle gleich reagieren (und auch damit könnte man in der Story ja spielen), aber wahrscheinlich würde auch der Ruf laut, dass die wenigen zeugungsfähigen Männer ihre Verantwortung wahrnehmen müssen, um einen gesellschaftlichen Kollaps zu verhindern.

Ich phantasiere natürlich genauso herum, wie jeder andere auch. :rofl1:

Jedenfalls würde ich am Anfang von einer kausal unklaren Lage ausgehen, d.h. das Problem wird im ganzen Ausmaß lediglich als unbestätigte These von einigen Wissenschaftlern diskutiert, es gibt kein koordiniertes Handeln zu Beginn.
Zeugungsunfähigkeit ist in den meisten Gesellschaften, nicht nur in einer agrikulturell geprägten Gesellschaft, eine große Schande.
Angesichts der puritanischen großbürgerlichen Mentalität insbesondere im mittleren Westen und Süden der USA tippe ich mal darauf, daß man zunächst versucht, das Problem zu kaschieren.
Auf dieser Gesinnungsbasis wird sich also zunächst ein mafiöser Handel mit Sperma bilden.
Infolge der ruinösen Ausbeutung wird es zu einem Rechtsruck kommen, der dann die Spermagewinnung und -Handel unter staatliche Kontrolle stellt.
Dabei wird die Wahrung eines "moralisch sauberen" Anscheins zum prägenden Element der weiteren Entwicklung.

PS: Also nichts mit Masturbation, sondern lustfeindliche klinische Spermagewinnung. :rofl1:

Bearbeitet von Konrad, 05 January 2009 - 10:28.


#19 Gast_Jorge_*

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Geschrieben 05 January 2009 - 00:04

Der Mann wird bei seiner ganzen Männlichkeit gepackt und seinerseits zum Zuchtbullen degradiert.


Philip Jose Farmer
Der Sonnenheld-gekürzt!-/Fleisch-ungekürzt!-(Flesh)
http://www.fantastic...armer/flesh.htm

#20 Ulrich

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Geschrieben 05 January 2009 - 16:48

Meines Wissens würden die meisten westlichen Länder ohne Zuwanderung aus dem Ausland schon heute schrumpfen.

In Deutschland gibt es einige Diskussionen, wie viel Einwanderer man braucht, um Wirtschaft u.a. am Laufen zu halten. Da liegst du richtig. Natürlich gibt es dann hitzige Debatten, welche Zahl richtig ist. Und Familienfreundlichkeit ist schon seit langem ein Thema.

Folgenden Roman habe ich noch im Heyne Lexikon der Science fiction Literatur (1988) gefunden. Passt aber auch wieder nicht so richtig zum Gesuchten:

Juanita Coulson
Unto the Last Generation (1975) [Novel]

Population Zero has accomplished its mission only too well. Not only has the world's population ceased to mushroom, it has ceased to reproduce ... because it cannot. Wholesale application of population control technology has rendered man infertile. In the Life Sciences Building, a team of doctors and scientists is trying everything imaginable in their frantic efforts to produce life artificially ... when into their midst walks a little girl. "I'm eight," the little girl announces proudly. But mankind has been sterile for more than 15 years!
Quelle: iblist.com


Bearbeitet von Ulrich, 05 January 2009 - 16:49.


#21 Ulrich

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Geschrieben 05 January 2009 - 17:09

James Tiptree, Jr.: "Houston, Houston, Do You Read?" (Novelle)
Astronauten landen in einer anderen Zeit und finden heraus, dass sie die einzigen Männer sind. Am Ende sind sie zumindest noch als Samenspender zu gebrauchen.

They are perfectly happy living without men, and the astronauts are merely being studied, pressed for any useful information, and (in the case of the overamorous astronaut) used to obtain sperm samples, presumably to introduce fresh genetic material and create new genotypes.
Quelle: http://en.wikipedia......_Do_You_Read?

Deutsche Ausgabe: Houston, Houston, hört Ihr mit? bzw. Houston, Houston, bitte melden!
In: Hans Joachim Alpers (Hrsg.) Kopernikus 4. Moewig
In: Wolfgang Jeschke (Hrsg.) Science Fiction Story Reader 17. Heyne
In: James Tiptree Jr.: Sternenlieder eines alten Primaten. Heyne

#22 simifilm

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Geschrieben 05 January 2009 - 17:17

Herzlichen Dank für die all Hinweise. Wenn sogar unser wandelndes SF-Lexikon Jorge nur ein Beispiel bringen kann, scheint es sich hier ja wirklich um noch weitgehend unbearbeitetes Thema zu handeln. Sehr gut. Also: Hände weg, ich war zuerst da. :rofl1:

Signatures sagen nie die Wahrheit.

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#23 MartinHoyer

MartinHoyer

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Geschrieben 06 January 2009 - 12:35

Vielleicht ist die Anfrage falsch formuliert? Wenn ich das richtig verstehe, geht es doch im Endeffekt um neuartige/fremdartige familiäre Strukturenim engeren und um soziale Strukturen im weiteren Sinne. Zu diesem Zweck sind Mittel wie Zwangsbegattung, Samenspende etc. p.p. in der SF spätestens seit dem ersten Auftritt des Klonens (Das seitdem bis zum Erbrechen verwendet wird ...) zumindest stark angestaubt. Da sollte man die Recherche eventuell ausdehnen? Ein Beispiel in diesem Sinne: "Himmelstürmer" (OT: "The Man Who Pulled Down The Sky") von John Barnes. Die Ausgangssituation ist diese, dass in den äußeren Bereichen des Sonnensystems Menschen in künstlichen Habitaten leben. Auch Raumreisen funktionieren nur wissenschaftlich harten Prinzipien, also mit hohem Ressourcen- und Zeitaufwand, weshalb ein alternative Gesellschaftmodell nötig ist. Die Menschen dort sind in Großfamilien, den sogenannten Kraals organisiert sind - in autarken, auch räumlich abgetrennten Sektoren der Habitate, die allerdings nicht isoliert sind, sondern in regen Austausch miteinander stehen. Alle Bewohner eines Kraals sind gewissermaßen miteinander verwandt, teilen sich also entweder mütterliche oder väterliche Gene. Die Familienbezeichnungen sind Xvatr, Xmuttr, Xbrudr und Xschwestr, also Kunstbegriffe, um sich in der Großfamilie verorten zu können. Normale sexuelle Kontakte existieren und man ist in dieser Hinsicht sogar hochgradig liberal (andeutungsweise ist Polygamie die Regel, Bisexualität häufig), aber Nachwuchs ist - logischerweise, denn Platz und Ressourcen sind begrenzt - reglementiert und wird künstlich gezeugt. Mit anderen Worten: Eine modifizierte Familienstruktur für eine recht große Gesellschaft mit unverhältnismäßig kleinem Genpool, der trotzdem gesund und erhalten bleiben soll.
Though my soul may set in darkness, it will rise in perfect light;
I have loved the stars too fondly to be fearful of the night.
(Sarah Williams: The Old Astronomer To His Pupil)

#24 MartinHoyer

MartinHoyer

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Geschrieben 06 January 2009 - 12:58

Da schiebe ich direkt noch etwas hinterher, was mir soeben noch eingefallen ist: Das engere Beispiel trifft andeutungsweise bereits auf so ziemlich jede heutige Gesellschaft zu. So ziemlich jede Tätigkeit, die tendenziell lebensgefährlich ist, wird von Männern ausgeübt. Frauen sind dabei die absolute Ausnahme - statistisch praktisch ohne Relevanz. Militante Emanzen kriegen deswegen Albträume, weil sie einerseits wollen, dass diese Tätigkeiten gleichberechtigt erfolgen, es andererseits aber auch die Entbehrlichkeit der meisten männlichen Exemplare einer Gruppe verdeutlicht. In der Urgesellschaft starben die Männer häufiger eines unnatürlichen, nicht krankheitsbedingten Todes - es gab grundsätzlich einen höheren Frauenanteil innerhalb der Gruppe. Aus Sicht der Arterhaltung ist das in Ordnung: Eine Handvoll Männchen genügt vollauf, der Genpool wird dadurch nicht geschädigt. Der grundsätzliche Überschuss an Männern verschleißt sich produktiv bei gefährlichen Tätigkeiten. In komplexeren Gesellschaften hatte man dann doch ein Problem mit zu vielen Männern und war bemüht, diese durch Kriegs- und Raubzüge oder ähnliche Konflikte einerseits beschäftigt zu halten und anderseits auszudünnen. Dies geschah teilweise sogar bewusst (viele feudale Konflikte dienten tatsächlich dazu, die zu vielen Söhne mit politischem Nebenutzen aus der Erbfolge zu nehmen), meistens aber durch die Eigendynamik der Notwendigkeit. Moderne oder eben auch futuristische Gesellschaften machen im Grunde nichts anderes: Wenn sie ihren biologisch überflüssigen Männerüberschuss nicht abkämpfen können, beschäftigen sie ihn - grob vereinfacht - durch Produktion und/oder Unterhaltung (ggf. bis es mal wieder einen passenden Konflikt zur Ausdünnung gibt). Das hat sich dummerweise heutzutage in den Industrienationen soweit verselbstständigt, dass vor lauter Produktion und Unterhaltung viel zu wenige Menschen ans Reproduzieren denken. Das ist aber kein Problem, dass man durch "Zwangsmasturbation" und Zuchtprogramme lösen könnte. Die Leute würden ja, wenn sie könnten/wollten,und das lässt sich nicht technisch lösen. Also löst es auch niemand technisch.
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#25 simifilm

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Geschrieben 06 January 2009 - 15:10

Vielleicht ist die Anfrage falsch formuliert? Wenn ich das richtig verstehe, geht es doch im Endeffekt um neuartige/fremdartige familiäre Strukturenim engeren und um soziale Strukturen im weiteren Sinne. Zu diesem Zweck sind Mittel wie Zwangsbegattung, Samenspende etc. p.p. in der SF spätestens seit dem ersten Auftritt des Klonens (Das seitdem bis zum Erbrechen verwendet wird ...) zumindest stark angestaubt. Da sollte man die Recherche eventuell ausdehnen?


Die Ausgangsfrage ist etwas vage formuliert, das gebe ich gerne zu. Was mich momentan vor mein Projekt vor allem interessiert, sind die Auswirkungen eines solchen "Unfruchtbarkeitsszenarios" für die nächste Zukunft. Wie würde eine Welt, die mehr oder weniger der heutigen entspricht, darauf reagieren. Und Klonen ist momentan definitiv noch keine valable Option. Unabhängig davon, ob nun Raelianer oder sonstwer tatsächlich schon einen Menschen geklont haben, oder nicht – solange das "Dolly-Verfahren" eingesetzt wird, ist das ein zu fehleranfälliger und zu aufwendiger Prozess, der das Problem nicht lösen wird.

Zuerst ging es mir vor allem mal darum, abzuchecken, ob es so eine Geschichte bereits gibt. Das scheint bislang nicht der Fall zu sein. Aber grundsätzlich bin ich zwecks Inspiraton auch an Ideen und Aregungen interessiert, die darüber hinausgehen, also durchaus auch an Szenarien mit Klonen etc.

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#26 Gast_Jorge_*

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Geschrieben 06 January 2009 - 21:23

Das brachte mich dann auf die Idee einer Gesellschaft, in der jeder Mensch zwar mehr oder weniger 'normale' Eltern hat, also die, von denen man gross gezogen wurde, zusätzlich aber noch einen biologischen Vater. Es entstehen dann ganz neue Verwandtschaftsbeziehungen, da mann den "Übervater" mit hunderten anderen teilt.


So etwas gibt es im Known Space-Zyklus von Larry Niven, allerdings ist die Ausgangslage hier eine andere: Da die Erde sehr bevölkert ist, haben die Behörden strikte Fortpflanzungsregeln eingeführt: "Unbegrenzt" fortpflanzen dürfen sich nur ca. 120 Personen, die sich durch besonders vorteilhafte Gene etc. auszeichnen. Paare, denen vom Gesetz her der Wunsch nach Nachwuchs verstellt ist, treffen dann mit einer dieser Personen eine Vereinbarung: So z.b. Beowulf Shaeffer, der aufgrund seiner Herkunft(albinöser Crashlander) mit seiner Frau Sharon auf der Erde keine Kinder zeugen darf, sich an Carlos Wu(unbegrenzte Elternlizenz) wendet und die Erde für einen gewissen Zeitraum verläßt, damit dieser mit seiner Frau Kinder zeugen kann, die nach Beendung dieser "Vereinbarungszeit" dann als Sharons/Shaeffers gelten.

Auf die Verwandtschaftsbeziehungen wird aber nicht näher eingegangen, obwohl Carlos Wu(bzw. die anderen) diesen "Gefallen" auch anderen mehr als einmal erweist.

Shaeffer bleibt während dieser zweijährigen "Vertragsehe" der Erde fern und bekämpft seinen Frust auf verschiedene Weise(u.a. durch Alkoholkonsum)...nachzulesen in Grendel http://en.wikipedia....Grendel_(Niven) aus der Sammlung Crashlander.

Bearbeitet von Jorge, 06 January 2009 - 21:36.


#27 Gast_Jorge_*

Gast_Jorge_*
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Geschrieben 08 January 2009 - 20:23

Auswirkungen eines solchen "Unfruchtbarkeitsszenarios" für die nächste Zukunft. Wie würde eine Welt, die mehr oder weniger der heutigen entspricht, darauf reagieren.



Philip Jose Farmer
Bevölkerungsimplosion(Seventy Years of Decpop)
in
Wolfgang Jeschke (Hrsg.)
Science Fiction Story Reader 3

Durch ein Biowaffenattentat eines Wissenschaftlers wird die Menschheit nahezu sterilisiert(nur eine Person von 20.000 bleibt gebär/zeugungsfähig).
Die Geschichte geht auf die gesellschaftlichen(Fortpflanzungsfähige bilden die neue Elite) und ökologischen(durch die Reduktion der Population kann sich die Erde erholen) etc. Auswirkungen ein.

Bearbeitet von Jorge, 08 January 2009 - 20:25.


#28 Bungle

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Geschrieben 09 January 2009 - 11:00

Der postapokalyptische Film, in dem Kevin Kostner als Samenspender fungiert, ist übrigens "The Postman". Die literarische Vorlage hat den selben Titel, ist auch übersetzt worden und stammt von David Brin. Ein interessantes Thema. Da gab es doch den Sperminator, ein Frauenarzt, der künstliche Befruchtungen statt mit dem Sperma der vorgesehenen Väter, mit seinem eigenen vorgenommen hat. - Dieser Fall war sogar mal Vorbild für einen Folge in einer der Krimiserien. Wenn es nur wenige Samenspender gibt, dann bedeutete das auf jeden Fall eine Verarmung im Genpool. MB

#29 Gast_Jorge_*

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Geschrieben 09 January 2009 - 21:39

Nancy Kress
In grellem Licht(Maximum Light)
http://www.fantastic...ximum-light.htm
http://www.medical-t...llem_licht.html

Pat Frank
Adam und die Frauen(Mr. Adam)
http://www.fantastic...ank/mr-adam.htm

Densil Barr
The Man with only One Head
http://www.wsu.edu/~...s/nuclear/b.htm

#30 simifilm

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Geschrieben 14 January 2009 - 15:10

In der Gefahr, Eigenwerbung zu betreiben: Diese Grundidee kommt auch in meinem Roman "Rost" vor (siehe Werbebanner am Fuß dieser Seite), wo der Protagonist eben dieser Problematik begegnet.
Die meschliche Gesellschaft ist gespalten, und der unprivilegierte Teil der Menschen ist auf der Suche nach derartigen Samenspendern.
Es dient in diesem Roman aber hauptsächlich als Erklärung der Motivation Einzelner und wird weder wissenschaftlich fundiert noch besonders ausführlich behandelt.
Ich fand es spannend, sich die dadurch entstehenden Veränderungen im sozialen Gefüge einer Gemeinschaft auszumalen. Würden die wenigen Männer mitverbliebener Zeugungskraft ähnlich wie behandelt wie Bienenköniginnen? Oder würden sie gewaltsam/zwangsweise zur zeugung herangezogen?


Ich habe den Roman mittlerweile gelesen – das Thema kommt ja wirklich nur ganz am Rande vor. Ich habe eigentlich schon erwartet, dass eben gerade die sozialen Folgen mehr angesprochen werden. Effektiv kommt das ja nur zur Sprache, als Jules Aron den Einbau des Nanondingsdas vorschlägt, und am Ende, als er Aron und Natascha wegschickt.

Aber wenigstens können sich Autor und Verlag über ein weiteres verkauftes Buch freuen. :thumb:

Als nächstes ist Atwood an der Reihe.

Bearbeitet von simifilm, 14 January 2009 - 15:11.

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