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498 Antworten in diesem Thema

#481 Jordan

Jordan

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Geschrieben 27 November 2017 - 20:07

Ja, ich glaube, dass man mit Infinite Stars nich viel falsch machen kann. Mal ganz vom Inhalt abgesehen: Das Hardcover mit dem in Gold gehaltenen Titelschriftzug auf cremeweiß-schmutzigrosa Wolkenhintergrund sieht ziemlich schick aus, das eBook ist mit 7,99 € schon fast ein Schnäppchen. Leider nicht DRM-frei, aber irgendwas ist ja immer.

 

Ansonsten erlebt SF-Fan ja derzeit die Renaissance der Novelle. Auf der Fanseite File 770 hat JJ mal einen gutern Teil der dieses Jahr erschienen Novellas zusammengestellt, viele davon mit Titelbild und Handlungsüberblick sowie Kommentaren der User. Lohnt sich, da mal 'reinzuschauen, denn auch jenseits von Tor sind viele spannende Texte erschienen, die man wahrscheinlich nicht auf dem Schirm hat(te). http://file770.com/?p=39112

 

Eine andere Informationsquelle "for all things short" ist Rocket Stack Rank. Greg Hullender und Eric Wong betreiben hier ihr Unruhestandsprojekt, lesen so ziemlich jede Kurzgeschichte und schreiben zu jeder eine Bewertung. Zusätzlich listen sie Bewertungen anderer Rezensenten wie Horton, Strahan, Dozois, usw. auf. Für Novellas 2017 gibt es diesen Link http://www.rocketsta...el/Novella 2017


I've seen things you people wouldn't believe. Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I watched C-Beams glitter in the dark near the Tannäuser-Gate. All those moments will be lost in time like tears in rain. Time to Die -- Roy Batty, BLADE RUNNER

Basically ... run.

 

X minus One - Adventures in a million could-be years on a thousand may-be worlds

  • (Buch) gerade am lesen:Theodora Goss: The Strange Case of the Alchemists Daughter
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#482 Jordan

Jordan

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Geschrieben 01 January 2018 - 10:16

Die erste Anthologie des neuen Jahres widmet sich der Frage, auf deren Beantwortung die Menschheit seit Jahrzehnten wartet: Wer ist cooler: Roboter oder Elfen? :D

 

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Herausgegeben wird die Anthologie von Dominik Parisien und Navah Wolfe, die u.a. auch für "The Starlit Wood - New Fairy Tales" verantwortlich zeichnen, Die darin enthaltene Geschichte "Seasons of Glass and Iron" von Amal El-Mohtar hat bekanntlich den Nebula, Hugo und Locus Award abgeräumt.

 

Auch in dieser Sammlung kann sich das Lineup der Autoren sehen lassen: Mary Robinette Kowal, Ken Liu, Seanan McGuire, John Scalzi, Alyssa Wong, Lavie Tidhar, Carherynne M. Valente, Max Gladstone, Madeline Ashby und andere mehr lassen das Blog-Team von B&N vermuten, die Herausgeber hätten Schwarze Magie oder Hypnose-Technologie eingesetzt, um die alle unter Vertrag zu bekommen. Der Link zum Blogeintrag des Herausgebers, wo man das Titelbild (Amy Sol und Vault 49) dann auch in voller Pracht begutachten kann, ist dieser hier: https://dominikparis...ots-vs-fairies/

 

 


I've seen things you people wouldn't believe. Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I watched C-Beams glitter in the dark near the Tannäuser-Gate. All those moments will be lost in time like tears in rain. Time to Die -- Roy Batty, BLADE RUNNER

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#483 Jordan

Jordan

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Geschrieben 08 April 2018 - 19:54

Bei diesem Titelbild muss man einfach zugreifen - bei dieser Autorin ohnehin.

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Ein gewisser John Scalzi schreibt dazu: "As if Ziggy Stardust went on a blind date with The Hitchiker's Guide to the Galaxy, then they got smashed and sang karaoke all night long. Cat Valente is mad and brilliant and no one else would have even thought of this, much less pulled it off."

 

Wer es etwas düsterer mag: Die Woche darauf erscheint der erste "Erwachsenenroman" von Sam J. Miller: Blackfish City. Auch hier gibt es einen Werbespruch: “Blackfish City is an exhilarating tour of a post-catastrophe future that’s both fantastical and eerily convincing. Imagine The Yiddish Policeman’s Union cross-bred with Snowcrash and you’ll get an inkling of the imaginative horsepower on display here.” (Adam Sternbergh, author of The Blinds)

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Zum Vormerken: Am 8. Mai gibt's Teil 2 der Murderbot Diaries von Martha Wells: "Artificial Condition". Teil 1 ist in diesem Jahr für Nebula und Hugo nominiert und es würd' mich nicht wundern, wenn Sternennebel und/oder Rakete am Ende in Texas landen. Ihr Protagonist ist einfach goldig. :D

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Und im Juli kann Fan schon mal sein Taschentuch bereit halten. Jonathan Strahan führt seine exzellente Infinity Project Anthologie-Reihe mit Band 7 zum Abschluss. Werbeeinblendung 3:  "The stories of Infinity’s End are set in those empty spaces, in futures where planets have been disassembled and reused for parts, or terraformed and settled; where civilisations have risen and fallen; where far future people make their lives anywhere from colonies hanging in the clouds of Neptune or Venus to the repurposed cores of distant asteroids; on worldlets and asteroids, inside Saturn’s rings or distant spheres and wheels, on-board ships trucking from home to home, and port to port. They're set in a future that's lived in. And they make it clear that even if we never leave the Solar System, there's life enough and room enough to live out all of science fiction's dreams. 

Infinity’s End is the future. The stories you’ll find here are the stories of your life."

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#484 Peter-in-Space

Peter-in-Space

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Geschrieben 08 April 2018 - 20:19

Da ich keine Lust auf 'ne weitere schlechte Übersetzung eines Titels hatte (Ringwelt-Ingenieure - der zweite im Doppelband - hätte mir fast die Lust am Lesen verleidet!), habe ich bei Ann Leckies Neuem diräktemang zugegriffen.

 

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Bearbeitet von Peter-in-Space, 08 April 2018 - 20:21.

„La filosofia è scritta in questo grandissimo libro che continuamente ci sta aperto innanzi a gli occhi (io dico l’universo), ma non si può intendere se prima non s’impara a intender la lingua, e conoscer i caratteri, ne’ quali è scritto. Egli è scritto in lingua matematica, e i caratteri son triangoli, cerchi, ed altre figure geometriche, senza i quali mezi è impossibile a intenderne umanamente parola; senza questi è un aggirarsi vanamente per un oscuro laberinto.“

 

Galilei

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#485 Jordan

Jordan

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Geschrieben 20 May 2018 - 18:44


Zum Vormerken: Am 8. Mai gibt's Teil 2 der Murderbot Diaries von Martha Wells: "Artificial Condition". Teil 1 ist in diesem Jahr für Nebula und Hugo nominiert und es würd' mich nicht wundern, wenn Sternennebel und/oder Rakete am Ende in Texas landen. Ihr Protagonist ist einfach goldig. :D

Mal wieder 'ne Chance für ein Selbstzitat :P : "All Systems Red" hat den Sternennebel eingefahren. http://file770.com/?p=42291  Mal sehen, was die Hugo-Wählerschar später im Jahr oben auf dem Zettel hat.

 

Auf der Veranstaltung ist Peter S. Beagle zum (34.?) Damon Knight Memorial Grand Master ernannt worden und hat unter anderem ein Robot-Einhorn geschenkt bekommen :fun: (das scheint mir der Smilie zu sein, der einem Einhorn am nächsten kommt)  https://twitter.com/..._src=twsrc^tfw  Wahrscheinlich eine gute Gelegenheit, noch mal auf seine Novelle "In Calabria" aus dem vergangenen Jahr hinzuweisen, die sogar schon ins Deutsche übersetzt worden ist und als "In Kalabrien" bei Klett-Cotta erschien

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Ach, und wo ich schon mal dabei bin: Ende Oktober gibt's bei Saga Press eine von Charles Vess illustrierte Neuausgabe der "Books of Earthsea" von Ursula le Guin, wobei der Erscheinungstermin der deutschen Ausgabe (TOR, Übersetzung von Hans-Ulrich Möhring und Karen Nölle) schon vier Wochen früher sein soll. Wenn's stimmt. Artikel zur englischsprachigen Ausgabe: https://www.theverge...ns-release-date

 

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(Technische Frage: Gibt es eigentlich eine (unkomplizierte) Möglichkeit, Bilder auch nebeneinander anzuordnen?)


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#486 Jordan

Jordan

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Geschrieben 28 May 2018 - 09:28

Neues von der Anthologie-Front: :lol:

 

Die Twelve Tomorrows-Reihe des des MIT Technology Review Magazins geht in die nächste, die fünfte Runde. Fokus der near-Future-Reihe ist, auszukundschaften, wie sich heutige technische Entwicklungen auf die zukünftige Gesellschaft auswirken könnten, klassische hard SF also. In diesem Jahr gehen z.B. Elizabeth Bear, Sarah Pinsker, Nnedo Okorafor, Alastair Reynolds, Ken Liu, Liu Cixin, Paul McAuley und andere dieser Frage nach. Zum ersten Mal wird 12T eine Graphic Novella enthalten. Abgerundet wird das ganze durch ein Portrait Samuel R. Delanys und farbige und schwarz-weiße Illustrationen. Details zum Lineup und zur Anthologie gibt's vom Herausgeber hier: https://www.soonishp...into-the-future

 

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Eine andere spannende Veröffentlichung (7. August) ist die Übersetzung einer ursprünglich 2012 in Brasilien erschienenen Anthologie brasilianischer und portugiesischer Autoren. Ermöglicht wurde die Übersetzung durch eine Kickstarter-Kampagne des World Weaver Verlags, übersetzt hat sie Fábio Fernandes, seines Zeichens u.a. (Mit-)Herausgeber der postkolonial-Anthologie We see a different Frontier.

 

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Angeblich ist das die erste Verwendung des Begriffs Solarpunk. Die Autoren waren angehalten, nicht den üblichen Klimakatasrophen-Porno zu schreiben, sondern einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft zu werfen. Auch hier gibt es Statements vom Übersetzer und Herausgeber der ursprünglichen Anthologie:

http://workshop.drag...tainable-world/

https://www.kickstar...n/posts/1963894

 

 

 

 


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#487 Jordan

Jordan

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Geschrieben 06 July 2018 - 17:48

Sommerlektüre :ValsWeizen:

 

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Mary Robinette Kowal: The Calculating Stars

Drüben im Blog von John Scalzi beschreibt MRK ihren aktuellen Roman mit einem Satz: Apollo-Ära Science Fiction mit weiblichen Astronauten. Nicht von Ungefähr erinnert das Titelbild an "Hidden Figures" über die unbekannten Mathematikerinnen, die das US-Weltraum-Programm erst möglich gemacht haben. The Calculating Stars ist eine Alternativwelt-Geschichte, in der 1952 ein riesiger Meteorit vor der Ostküste der USA einschlägt und ein Extinction-Level-Event auslöst. Die Erde wird in absehbarer Zeit überhitzen und unbewohnbar werden. Die erste, die dies erkennt, ist die geniale Mathematikerin und WK2-Pilotin Elma York. Die einzige Chance, die die Menschheit hat, ist, so schnell wie möglich andere Welten zu besiedeln. Ein Space Race entbrennt, aber trotz des Zeitdrucks kommt niemand von der männlich-weißen Führungselite auf die Idee, dass Frauen oder ethnische Minderheiten eine Ressource sind, auf die man nicht verzichten kann. Auftritt Elma York und ihre Kolleginnen, die im Weltkrieg als W.A.S.P.-Pilotinnen teils viel mehr Flugstunden geleistet haben als ihre männlichen Gegenstücke und sich ihren Platz im Rettungsprogramm der Menschheit erkämpfen.

 

Calculating Stars ist das erste von zwei Prequels zu Robinsons hugo-prämierter Geschichte "The Lady Astronaut of Mars", die Elma und ihren Ehemann gegen Ende ihres Lebenswegs präsentiert (hier https://www.tor.com/...ronaut-of-mars/  oder deutsch übersetzt hier https://www.tor-onli...nerin-teil-12/  kostenlos zu lesen). Wie schon die Kurzgeschichte lebt der Roman von warmherzigen Figuren, mit denen man mitfiebert, und auch dem einen oder anderen Stinkstiefel. Letztendlich aber eine Feelgood-Geschichte, deren Heldin man alles erdenklich gute wünscht. Das exzellent vorgetragene Hörbuch ist zu empfehlen, MRK ist als Sprecherin eine Klasse für sich.

 

Hannu Rajaniemi: Summerland

Mit einem zur Jahreszeit passenden Titel kehrt Hannu Rajaniemi nach vier Jahren mit einem neuen Roman zurück. Gelesen/Gehört hab' ich den Roman noch nicht, aber den Besprechungen nach verknüpft HR die Handlung eines Kalter Krieg-Spionageromans mit einer übernatürlichen Handlungsebene: Die Toten und das Jenseits sind in dieser alternativen Realität des Jahres 1938 wichtige Partner des Britischen Empires und seiner Gegner. Die Verstorbenen residieren eben in Summerland und dort in einer offenbar von Aliens gebauten Metropole. Spione, Doppelagenten, falsches Spiel: Hier muss sich die britische Agentin Rachel White behaupten, die ein ähnliches Problem hat wie Elma York: Sie ist eine Frau ... . Die Rezensenten loben einhellig das Worldbuilding des Summerland-Jenseits, in das HR offenbar eine Menge Gehirnschmalz investiert hat.

 

Gardner Dozois (Hrsg.): The Years Best Science Fiction 35th Annual Collection

Heute frisch eingetroffen. Das es in Zukunft keinen "Dozois" mehr geben wird, ist immer noch schwer zu ertragen. Ein kleiner Trost: Simone Hellers "How Bees Fly" aus der Februar-Clarkesworld hat es in die Honorable Mentions Liste am Ende des Buchs geschafft. Ansonsten zählen die erste und die letzte nachgedruckte Geschichte des Buchs zu meinen ganz persönlichen Jahreshighlights und ich freue mich schon darauf, auch noch die eine oder andere Entdeckung zu machen.

 

Peter Watts: The Freeze-Frame Revolution

Ein Raumschiff auf einer 65 Millionen Jahre Mission: Eat that, puny 5-Year-Mission-Enterprise :P. Die Besatzung hat allerdings ein Problem: Die Schiffs-KI. Richard K. Morgan, Autor von Altered Carbon, schreibt zu der Novella: "This -THIS- is the cutting edge of science fiction." Und wer wäre ich, da zu widersprechen. Fun-Fact: Die roten Buchstaben der Print-Ausgabe weisen den Weg zu einem Bonus-Inhalt. Schnitzeljagd, yeah. Die Story gehört offenbar zum "Sunflower"-Zyklus, eine Rezensentin auf Goodreads empfiehlt, die Geschichten "Hotshots", "Freeze-Frame-Revolution", "The Island" und "Giants" in dieser Reihenfolge zu lesen. Die anderen Storys sind gemeinfrei auf Peter Watts Homepage im PDF-Format zu finden http://www.rifters.com/real/shorts.htm

 


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#488 Jordan

Jordan

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Geschrieben 19 August 2018 - 08:29

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Martha Wells: Rogue Protocol

Zum dritten mal muss Murderbot das Bingewatching von Serien unterbrechen, um unterbelichteten Menschen den Arsch zu retten. Diesmal trifft er/sie/es (aus irgend einem Grund hab' ich Murderbot mental als Frau gespeichert) außer auf mörderische fast unbesiegbare Kampfroboter auf einen eher simplen mechanischen Kollegen, der darauf besteht, dass seine Besitzerin sein Freund ist und der auch Murderbot zum Freund gewinnen will. Das passt so gar nicht in das Weltbild des zynischen Bots, und doch ... .

 

Carrie Vaughn: The Wild Death

Zweiter Band der postapokalyptischen Bannerless-Saga. Der erste Teil, Gewinner des Philip K. Dick Award, ist unter dem Titel Die Banner von Haven ins deutsche übersetzt worden. The Wild Death ist eine lose Fortsetzung, erneut ist Ermittlerin Enids Talent als Konfliktlöserin gefragt. Als die Leiche einer jungen Frau entdeckt wird, zeigt sich, dass hinter dem Konflikt mehr steckt ...

 

Irene Gallo (Hrsg.): Worlds seen in Passing

Im Juli feierte die aktuelle Webpräsenz von Tor ihr zehnjähriges Bestehen. Von Anfang an veröffentlichte man Kurzgeschichten aus dem Bereich Fantasy, Horror und SF "für lau" - zumindest für den Leser. Im Lauf der Jahre kamen hunderte Geschichten zusammen. Die Autorinnen und Autoren (und auch die entsprechenden Herausgeber und Bearbeiter) gehören mit zum Besten, was das Genre zu bieten hat. Zum Jubiläum erscheint nun ein Hardcover mit einer Auswahl dieser Geschichten, darunter Hugo- und Nebula-Gewinner, einige davon zum ersten Mal in Print. Ob die Grafiken, die die Stories der Webseite zieren, auch enthalten sind, wird nicht gesagt und die Vorschau ist bei Amazon noch nicht aktiviert. Viele der Geschichten sind natürlich schon anderswo in den diversen Best Of Anthologien veröffentlicht, aber in dieser Zusammenstellung dürfte dieses Werk zu den Reprint-Highlights des Jahres gehören.

 

Catherynne M. Valente: The Future is Blue

Und gleich noch mal Reprint: Catherynne M. Valente gehört zu den außergewöhnlichen Stimmen der aktuellen Phantastik. Mit ihrem Stil und ihren Themen kann nicht jeder etwas anfangen, aber wer ihr einmal verfallen ist (so wie dieser Leser), der verliert sich in ihren Texten. Bei Subterranean Press ist jetzt eine auf 1250 Exemplare limitierte Deluxe-Ausgabe erschienen, die 13 ihrer Geschichten sammelt, drei davon exklusiv für diese Ausgabe. Das Hardcover ist (natürlich) bereits verlagsvergriffen, aber Amazon listet noch einige Exemplare, außerdem gibt es eine günstige eBook-Version. Das Cover ist übrigens von Galen Dara, die schon mehrfach Hugo-nominiert war und auch dieses Jahr wieder im Rennen ist. Nebenbei: Wer noch ein außergewöhnliches Geschenk sucht: Im Mai nächsten Jahres erscheint hier eine Luxusversion von Cixin Lius Three Body Problem, von der 26 speziell gebundene Exemplare angefertigt werden. Stückpreis: 750 $. Aber es gibt auch noch die "normale" limitierte Edition, die nur mit 150 $ zu Buche schlägt.


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#489 Amtranik

Amtranik

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Geschrieben 19 August 2018 - 12:13

Martha Wells wünschte ich mir in Deutsch.



#490 Jordan

Jordan

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Geschrieben 13 September 2018 - 16:21

Für Freunde schön gestalteter Reprint-Hardcover bietet der frisch erschienene Herbstkatalog der Folio Society interessante Neuerscheinungen:

 

Ramsey Campbell (Hrsg.): The Folio Book of Horror Stories, illustriert von Corey Brickley

Von einem der bekanntesten britischen Horrorautoren und Genrekenner zusammengestellte Anthologie, umfasst 15 Geschichten, die von 1839 (Edgar Allan Poe:The Fall of the House of Usher) bis 2015 (Adam Nevill: Hippocampus) erschienen sind und einen (kleinen) Einblick über die Evolution des Genres geben sollen.

https://www.foliosoc...or-stories.html

 

Ursula K. Le Guin: The Left Hand of Darkness, illustriert von David Lupton, Einführung von Becky Chambers

An der Entstehung dieser Ausgabe war Le Guin, was das Artwork angeht, noch selbst beteiligt, laut Katalog ist das die erste illustrierte Ausgabe dieses Werks. Schwer zu glauben bei all den Reprints, die diese Geschichte bereits erfahren hat, aber so steht es da.

https://www.foliosoc...f-darkness.html

 

Auch sonst gibt's im Katalog noch einige tolle Sachen, wie z.B. George Orwells Homage to Catalonia, der Bericht über seine Erlebnisse im spanischen Bürgerkrieg, Ayn Rands umstrittenes Atlas Shrugged, eine Auswahl aus den Tagebücher des Entdeckers James Cook oder auch den Time Travellers Guide to Elizabethan England. Die Backlist führt noch zahlreiche Leckerbissen für Bibliophile. Wer die nicht ganz unerheblichen Versandkosten aus England scheut: Hierzulande sind die Bücher der Folio Society über die Büchergilde zu beziehen, sofern man dort Mitglied ist.

 

 

 


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#491 Jordan

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Geschrieben 26 September 2018 - 22:06

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Die dunkle Jahreszeit steht bevor. Höchste Zeit, sich mit neuem Lesefutter einzudecken.

 

Sheldon Teitelbaum & Emanuel Lottem (Hrsg.): Zion's Fiction - A Treasury of Israeli Speculative Literature

Einer der ältesten Titel auf meiner Vorbestellliste ist heute dann endlich ins Haus geflattert. Mal wieder eine "Über-den-Tellerrand-blick"-Anthologie, die einen Einblick in die Fantastik anderswo bietet. In einer ausführlichen 28-seitigen Einleitung beschreiben die Herausgeber die Entwicklung der fantastischen Literatur, Autoren- und Fanszene in Israel, die lange Zeit, bis weit in die 70er Jahre, als Schmutz und Schund geächtet war. Stattdessen war solche Literatur gefragt, die sich mit den realen Problemen und Lösungen Israels auseinandersetzte. Und das, obwohl Israel der einzige Staat auf der Erde ist, der sein Entstehen direkt auf eine Utopie zurückführen kann, nämlich Theodor Herzls Novelle Altneuland. Neben der Einführung gibt es in dem gut 300 Seiten starken Buch noch ein Vorwort von Robert Silverberg, ein Nachwort von Aharon Hauptmann, Autorenportraits und natürlich Geschichten, 16 an der Zahl, überwiegend aus den 2000er Jahren, eine aus 1984, die jüngste Story von 2017. Die Geschichten werden jeweils durch eine schwarz-weiß-Grafik von Avi Katz eingeleitet. Viele davon erscheinen erstmals in englischer Übersetzung. Der international bekannteste Genre-Autor dürfte Lavie Tidhar sein, aber das Spannende an dieser Anthologie ist ja gerade, auch die anderen Autoren zu entdecken, bei denen Männlein und Weiblein übrigens fast gleich zahlreich vertreten sind. http://www.zionsfiction.com/

 

Aliette de Bodard: In the Vanishers' Palace

Erscheint Mitte Oktober zunächst als eBook, später auch als Printausgabe. Aliette de Bodard, die vergangenes Wochenende als Ehrengast beim Elstercon war, hat diesen (Kurz-)Roman geschrieben, als es ihr gerade nicht so gut ging, quasi als Therapie. Diese Therapie hat offenbar funktioniert, in ihrem Blog berichtet sie, dass die Arbeit an diesem Roman zwar sehr anstrengend, sogar quälend und emotional fordernd war, ihr aber geholfen hat, die Lust am Schreiben wiederzufinden. Und dann vor der Frage stand, was sie damit jetzt anfängt: In die Schublade oder veröffentlichen, obwohl der Roman sehr persönlich geworden ist und sie damit einen guten Teil von sich selbst preis gibt. Schließlich hat sie sich entschieden, den Roman als Selfpublisher auf den Markt zu bringen, in der Hoffnung, dass das kein finanzielles Fiasko wird. Zum Inhalt: Die Werbetrommel verkündet, es sei eine düstere Neuerzählung von Die Schöne und das Biest, wobei das Biest in dieser Geschichte eine der letzte Drachinnen (wenn es das Wort gibt) ist, die Welt eine postapokalyptische und sie wie so viele ihrer Geschichten vor dem Hintergrund einer vietnamesisch-asiatischen angehauchten Kultur spielt.

 

Martha Wells: The Murderbot Diaries 4: Exit Strategy

Murderbot-Finale. 02.Oktober. 'Nuff said. :)

 

Lisa Yaszek (Hrsg.) The Future is Female! - A Celebration of the Women, who made Science Fiction their own

Und noch eine Library of America Reprint-Antho, die ob ihrer hochkarätigen Besetzung das Herz höher schlagen lässt. 25 Stories von Autorinnen von der Pulp Ära bis Ende der 60er. Eine der Geschichten stammt übrigens von Elizabeth Mann Borgese, einer Tochter von Thomas Mann. Klappentext:

 

SF-expert Lisa Yaszek presents the biggest and best survey of the female tradition in American science fiction ever published, a thrilling collection of twenty-five classic tales. From Pulp Era pioneers to New Wave experimentalists, here are over two dozen brilliant writers ripe for discovery and rediscovery, including Leslie F. Stone, Judith Merril, Leigh Brackett, Kit Reed, Joanna Russ, James Tiptree Jr., and Ursula K. Le Guin. Imagining strange worlds and unexpected futures, looking into and beyond new technologies and scientific discoveries, in utopian fantasies and tales of cosmic horror, these women created and shaped speculative fiction as surely as their male counterparts. Their provocative, mind-blowing stories combine to form a thrilling multidimensional voyage of literary-feminist exploration and recovery.

 

Interssierte sollten unbedingt auf die Homepage des Werks schauen: http://womensf.loa.org/ Da hat es Autorinnenportraits, Cover der Magazine, in denen die Storys erschienen sind, 'ne handvoll Videos und nicht zuletzt eine Einführung durch die Herausgeberin, die als Professorin für Science Fiction an der Georgia Tech Universität lehrt und forscht.


I've seen things you people wouldn't believe. Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I watched C-Beams glitter in the dark near the Tannäuser-Gate. All those moments will be lost in time like tears in rain. Time to Die -- Roy Batty, BLADE RUNNER

Basically ... run.

 

X minus One - Adventures in a million could-be years on a thousand may-be worlds

  • (Buch) gerade am lesen:Theodora Goss: The Strange Case of the Alchemists Daughter
  • (Buch) als nächstes geplant:Kai Meyer: Die Krone der Sterne 3: Maschinengötter
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#492 Gast_Jorge_*

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Geschrieben 30 September 2018 - 20:12

Martha Wells wünschte ich mir in Deutsch.

 

Da gibt es aktuell gute Nachrichten



#493 Amtranik

Amtranik

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Geschrieben 01 October 2018 - 10:34

:thumb: :fun:



#494 Jordan

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Geschrieben 08 March 2019 - 13:55

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Helen Oyeyemi: Gingerbread Pan Macmillan

Helen Oyeyemi ist mit ihrer Kurzgeschichtensammlung "Was du nicht hast, das brauchst du nicht" auf meinem Leseradar materialisiert. Kommt ja nicht so oft vor, dass (fantastische) Kurzgeschichten von Autorinnen ins deutsche übersetzt werden, wenn sie nicht gerade Tiptree, Le Guin oder Munro heißen. Anekdote am Rande: Ich hatte mir Titel und Autorin nicht notiert und bin aufs geradewohl in meine Stammbuchhandlung. Da haben wir dann versucht, das Buch zu finden. Und weil ich anstatt "Was du nicht hast..." "Was man nicht hat... " im Kopf hatte und von Autorinnennamen nur noch wußte, dass er so ähnlich klingt wie ojemineh war das ein ziemlicher Akt, bei dem auch Google keine Hilfe war. Aber wie in jeder guten Buchhandlung haben wir das Buch dann schließlich lokalisiert. Anekdote Ende.

Oyeyemi ist eine 1984 in Nigeria geborene Autorin, die in London aufwuchs und inzwischen in Prag lebt. Ein schönes Zitat von ihr lautet "As a fiction writer you don’t have to have a serious relationship with fact." Und so lesen sich ihre Texte dann auch, manchmal ist ihre überschäumende Fantasie schon etwas viel, aber was sie schreibt, reißt einen mit. Ist allerdings nichts, was man so im Vorbeigehen lesen kann, Oyeyemi fordert ihre Leser auch. Vor ein paar Tagen hat der Guardian ein Interview mit ihr veröffentlicht: https://www.theguard...bread-interview

 

Sarah Pinsker: Sooner or later everything falls into the Sea Small Beer Press

Sarah Pinsker gehört zu den Shooting Stars der Kurzgeschichten-Szene der letzten Jahre. Seit 2012 hat sie mehr als 40 Kurzgeschichten veröffentlicht (sprich: verkauft), von denen viele auf den diversen Award-Listen auftauchen. Auch dieses Jahr ist sie wieder für den Nebula nominiert, den sie 2016 mit ihrer Novelette Our Lady of the open Road gewonnen hat. 12 dieser Geschichten sind in Sooner ... enthalten, dazu kommt eine neue Story. Thementechnisch hat sie alle Spielarten der Fantastik im Programm. Könige und Zauberer? Check. Generationenraumschiff? Check. Urban Fantasy? Check. "Nebenbei" ist sie auch Sängerin und Songwriterin mit eigener Rockband (The Stalking Horses, falls es jemand wissen möchte). Das mag sie auch zu ihren ersten Roman inspiriert haben, der im September erscheinen soll. Er spielt in einem dystopischen Amerika, in dem nach Terrorangriffen und tödlichen Virusepedemien größere Versammlungen, also auch Musikkonzerte, verboten sind. Woraufhin die Szene in den Untergrund gegangen ist.

 

Kameron Hurley: The Light Brigade Saga Press

Der Roman beruht auf ihrer Kurzgeschichte gleichen Titels, die man hier http://www.lightspee...-light-brigade/ nachlesen oder auch anhören kann. In der Zukunft werden Konzernkriege von Soldaten ausgefochten, die man in Lichtpartikel herunterbricht, um sie blitzschnell an den Ort des nächsten Kampfes beamen zu können. Der aktuelle Kriegsschauplatz ist der Mars. Doch beim Transfer der neuen Rekrutin Dietz geht etwas schief, sie lernt nach und nach, wie die Konzerführung die Soldaten betrügt. Rebecca Roanhorse, letztjährige John W. Campbell Award Gewinnerin, charakterisiert den Roman mit folgendem Satz: Starship Troopers meets Edge of Tomorrow. Hurleys Schreibe ist brutal intensiv, wer lieber Kuschel-SF liest, ist hier verkehrt. Fun Fact: Das Hörbuch wird von Cara Gee gesprochen, die in der Expanse TV-Serie Fred Johnsons Stellvertreterin Camina Drummer spielt.

 

Elizabeth Bear: Ancestral Night Saga Press

Mit Ancestral Night kehrt Elizabeth Bear nach etlichen Jahren wieder zur Science Fiction, zur Space Opera zurück. Ancestral Night ist der erste Teil der White Space Duologie und spielt im (mir nicht bekannten) Jacobs Ladder Erzählkosmos, allerdings sehr viel später. Das Setting ist nicht Ian Banks-unähnlich, auch hier gibt es eine milchstraßenweite wohlwollende Institution. Die Bergungsspezialistin Haimey Dz und ihr Partner entdecken Hinweise auf ein schreckliches Verbrechen und (wohl am Grund des Super-Black-Holes im Milchstraßenzentrum) Relikte einer Alientechnik, deren unbedachte Anwendung das ganze Universum in den Untergang reißen könnte. Dies weckt Begehrlichkeiten. Sie werden zu Gejagten und müssen das Geheimnis der uralten, vergessenen Alienrasse lösen. Dabei lernen sie mehr über sich selbst, als sie je zu wissen gewünscht hätten ... Wie man der einen oder anderen Rezension entnehmen kann, konzentriert sich das Buch mehr auf die Protagonisten als auf den Plot, was den einen oder anderen enttäuscht. Mal sehen.


Bearbeitet von Jordan, 13 March 2019 - 12:59.

I've seen things you people wouldn't believe. Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I watched C-Beams glitter in the dark near the Tannäuser-Gate. All those moments will be lost in time like tears in rain. Time to Die -- Roy Batty, BLADE RUNNER

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#495 derbenutzer

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Geschrieben 10 March 2019 - 22:53

[...]

 

 

Elizabeth Bear: Ancestral Night Saga Press

Mit Ancestral Night kehrt Elizabeth Bear nach etlichen Jahren wieder zur Science Fiction, zur Space Opera zurück. Ancestral Night ist der erste Teil der White Space Duologie und spielt im (mir nicht bekannten) Jacobs Ladder Erzählkosmos, allerdings sehr viel später. Das Setting ist nicht Ian Banks-unähnlich, auch hier gibt es eine milchstraßenweite wohlwollende Institution. Die Bergungsspezialistin Haimey Dz und ihre Partnerin entdecken Hinweise auf ein schreckliches Verbrechen und (wohl am Grund des Super-Black-Holes im Milchstraßenzentrum) Relikte einer Alientechnik, deren unbedachte Anwendung das ganze Universum in den Untergang reißen könnte. Dies weckt Begehrlichkeiten. Sie werden zu Gejagten und müssen das Geheimnis der uralten, vergessenen Alienrasse lösen. Dabei lernen sie mehr über sich selbst, als sie je zu wissen gewünscht hätten ... Wie man der einen oder anderen Rezension entnehmen kann, konzentriert sich das Buch mehr auf die Protagonisten als auf den Plot, was den einen oder anderen enttäuscht. Mal sehen.

Lieber Jordan, 

 

mit der Ähnlichkeit zu Banks hat Du "rechter" als Du vielleicht weißt ... :)

 

Banks, Consider Phlebas, Prologue erster Absatz:

 

"The ship didn't even have a name. It had no human crew because the factory craft which constructed it had been evacuated long ago. It had no life-support or accommodation units for the same reason. It had no class number or fleet designation because it was a mongrel made from bits and pieces of different types of warcraft; and it didn't have a name because the factory craft had no time left for such niceties...."

 

Elizabeth Bear: Ancestral Night

 

"The Boat didn't have a name.
He wasn’t deemed significant enough to need a name by the authorities and registries that govern such things. He had a registration number—657-2929-04, Human/Terra—and he had a class, salvage tug, but he didn’t have a name ..."

 

Für mich eindeutig eine Hommage an Iain Banks.

 

Beste Grüße

 

Jakob


Austriae Est Imperare Orbi Universo


#496 Jordan

Jordan

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Geschrieben 13 March 2019 - 13:14

Hi Jakob,

 

schöne Fundstelle, danke dafür.Zum Thema Gesellschaftssysteme hat Elizabeth Bear in einem Interview im Barnes & Noble Blog folgendes zu Protokoll gegeben:

 

The book also posits a novel political system, a post-scarcity society focused on providing opportunities for personal fulfillment and community service for everyone while navigating the complexities of an enormous, multi-species polity–and discussing the shortcomings of that system as well. (It’s not a utopia. But then, neither is our current system.) Honestly, I think the most radical SF ideas in this book have to do with mechanisms of governance and political systems. A lot of people have posited post-scarcity societies, from the Federation to the Culture; I’m trying to talk a little but about how you might make such a thing work.

 

Der nächste Roman, Machine, soll von einer Ärztin in einer interstellaren Multispeziesklinik erzählen, ein Thema, das von James Whites Sector General Romanen und diversen Krankenhaus TV-Serien inspiriert wurde.

 

https://www.barnesan...ncestral-night/

 


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#497 Jordan

Jordan

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Geschrieben 23 March 2019 - 23:43

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Mix-Anthologie für Nachteulen. Klappentext:

 

We live our lives in the daylight. Our stories take place under the sun: bright, clear, unafraid.
This is not a book of those stories.

 

These are the stories of people who live at night; under neon and starlight, and never the light of day.

These are the stories of poets and police, tourists and traders; the hidden and the forbidden; the lonely and the lovers.
This is their time.

 

Herausgegeben von Mahvesh Murad und Jared Shurin, die vor zwei Jahren schon bei der World Fantasy- und Shirley Jackson Award-nominierten Antho "The Djinn falls in Love" zusammengearbeitet haben. Auch diesmal haben sie wieder oft hochkarätige Autoren aus mehr als einem Dutzend Ländern und aus allen möglichen Bereichen zusammengebracht. SF- und Fantasyautoren sind ebenso vertreten wie Comedians, Filmemacher, Comickünstler, Leute von der literarischen Ecke, Journalisten etc. Entsprechend breit ist auch die Palette der Geschichten. Noch mal ein Zitat:

 

The Outcast Hours contains monsters and mobsters, of course. But also pop stars and puppies, runaways and DJs, bartenders, ghosts, lovers, serial killers, and even the Tooth Fairy.

 

Hört sich nach einer Menge Spass beim Lesen an, wenn auch die reinen SF-Leser wohl nicht genügend Stoff finden werden. Die komplette ToC und ein Text der Herausgeber findet sich z.B. hier bei Tor: https://www.tor.com/...rs/#more-409909


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#498 Gast_Jorge_*

Gast_Jorge_*
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Geschrieben 02 April 2019 - 21:55

Martha Wells wünschte ich mir in Deutsch.


 

Und einen Erscheinungstermin



#499 Jordan

Jordan

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Geschrieben 30 October 2019 - 09:08

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Mal ein längeres Traktat. Schon mal im Voraus Sorry dafür :P

 

Theodora Goss: The Extraordinary Adventures of the Athena Club

 

01 The Strange Case of the Alchemist‘s Daughter (2017)

02 European Travel for the Montrous Gentlewoman (2018)

03 The Sinister Mystery of the Mesmerizing Girl (2019)

 

Theodora Goss wurde 1968 in Ungarn geboren. Im Alter von fünf Jahren zog ihre Familie zunächst nach Mailand, dann Brüssel um dann schließlich in den USA zu landen. Dort studierte sie englische Literatur, erwarb dann einen Abschluss der Harvard Law School, arbeitete vier Jahre in Anwaltskanzleien, kehrte aber zur Literatur zurück und promovierte mit einer Dissertation über den viktorianischen Schauerroman.

 

Viktorianisch ist auch das Stichwort für die oben angeführten Romane. Nachdem sie bereits 2001 ihre erste Story verkaufen konnte, eine Umdichtung des Märchens Dornröschen, und seitdem etliche ihrer Geschichten und Gedichte in verschiedensten Publikationen veröffentlicht wurden, erschien 2017 ihr erster Roman. In diesem spielt Theodora Goss mit den Motiven zahlreicher bekannter fantastischer Erzählungen dieser Ära. Und das offenbar erfolgreich, Strange Case war für den Nebula-  und Compton Crook Award (für das beste SF/Fantasy/Horror-Roman-Debüt) nominiert und gewann den Locus Award. Das von Kate Reading vorgetragene Hörbuch gewann darüber hinaus den Audie-Award (Fantasy).

 

 

Plot (Spoiler inside)

Hauptfigur der Romane ist Mary Jekyll, die zwanzigjährige, zu einer Dame der Gesellschaft erzogene Tochter des Wissenschaftlers aus Stevensons Roman. Nach dem Tod ihrer zum Ende verwirrten Mutter entdeckt Mary bei der Suche nach dem auf rätselhafte Weise verschwundenen Vermögen ihres Vaters, dass ihre Mutter einen Fond für die Erziehung einer gewissen Diana Hyde in einem Heim für gefallene Mädchen eingerichtet hat.

 

Mary geht der Sache nach und entdeckt, dass Diana ihre Halbschwester ist, gezeugt vom Alter Ego ihres Vaters, Edward Hyde. Mehr noch, ihr Vater erweist sich als Mitglied der Société des Alchimistes, eines Geheimbunds von skrupel- und gewissenlosen Wissenschaftlern, der nach wie vor in London aktiv ist.

 

Bei ihren weiteren Nachforschungen trifft Mary auf Frauen, die ähnlich wie Diana Opfer der Experimente der Wissenschaftler sind: Justine Frankenstein, die „Schwester“ der Kreatur des Dr. Frankenstein, Catherine Moreau, eine Puma-Mensch-Hybridin von Dr. Moreaus Insel, die tödlich giftige Beatrice Rappaccini.

 

Die Frauen finden ebenso wie Diana Aufnahme in Marys Haus. Als in London mehrere grausam verstümmelte Frauenleichen entdeckt werden, ruft dies auch Sherlock Holmes und Dr. Watson auf den Plan. Ihre Wege kreuzen sich mit denen Mary Jekylls und ihrer Gefährtinnen. Gemeinsam machen sich die höchst unterschiedlichen Charaktere daran, die Pläne der Geheimgesellschaft zu durchkreuzen, nicht zuletzt, weil sie selbst ins Fadenkreuz der Société geraten sind, wie ein Überfall von Moreau’schen Tiermenschen auf Marys Haus bezeugt. Dabei erlauben die Frauen Holmes und Watson, gelegentlich ihren Beitrag dazu zu leisten, lassen aber keinen Zweifel daran, wer in diesem Fall das Sagen hat.

 

 

Im zweiten Band erreicht die Frauen des Athena Club, wie sie sich inzwischen getauft haben, ein Telegramm vom europäischen Kontinent. Lucinda van Helsing fleht um ihre Hilfe. Ehrensache, dass der Club diesem Hilferuf nachgeht. Sherlock Holmes ist leider verhindert, er bietet aber (neben der Bezahlung der Zugtickets im Orient-Express) an, seine in Wien ansässige gute Bekannte Irene Norton, ehemals Irene Adler (Holmes-Kenner werden hier aufhorchen), um Unterstützung für die Frauen zu bitten. Lucinda kann aus einer Nervenheilanstalt befreit werden. Allerdings ist es ihrem Vater bereits gelungen, sie zu einem Monster zu machen: Sie kann sich nur noch von Blut ernähren. Der Weg führt die Frauen des Athena Club nach Budapest zum führenden Experten in Sachen Vampirismus – Graf Dracul. Dort hält die Société „zufällig“ auch gerade ihre Jahreskonferenz ab. Allerdings erfahren die Frauen auch von einer anderen Geheimorganisation, die die Machenschaften der Gesellschaft der Alchimisten im Auftrag des Empire  im Auge behält …

 

 

 

Die Romane sind mit einem Gutteil Augenzwinkern geschrieben. Fiktive Autorin der Geschichten ist Catherine Moreau. Diese nutzt jede Gelegenheit, einen Werbeblock für ihre anderen Romane einzuschieben, schließlich muss der Haushalt der „Frauen-WG“ finanziert werden und jede der Frauen trägt auf ihre Weise ihren Teil dazu bei. Der Text wird immer wieder durch Einwürfe aller Beteiligten aus dem Off unterbrochen, die Cat bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf Widersprüche, Fehler und unvorteilhafte Schilderungen der eigenen Rolle hinweisen zu müssen glauben. Diese Einwürfe führen regelmäßig zu Kabbeleien der Beteiligten, die das Buch ausgesprochen auflockern.

 

Stark an den Romanen ist zum einen die Charakterisierung der Frauen. Es treffen die impulsive, extrem selbstständige  Pumafrau Catherine, das rotzig-egomanische Gossenkind Diana, die sensible und gottesfürchtige Justine mit ihrer Künstlerseele, die wohlerzogene Tochter aus besserem Haus Mary, deren heile Welt aufgrund der Geheimnisse ihres Vaters zusammenbricht, die aufgrund der Unmöglichkeit eines Körperkontakts mit anderen unglückliche und sich oft überflüssig fühlende Beatrice aufeinander. In London wird die Gruppe durch Mrs. Poole geerdet, Marys ehemaliges Kindermädchen, die als urbritische Haushälterin die Fahne der Kultur des Empires hochhält. Als einzige ehemalige Bedienstete des Jekyll-Haushalts hat sie sich geweigert, Mary allein zu lassen, obwohl sie ihr gesamtes Personal aufgrund ihrer prekären finanziellen Situation entlassen musste und sorgt nun dafür, dass die in ihr Haus eingezogene Rasselbande zumindest die Grundzüge von dem beibehält, was aus England erst England macht.

 

Stark ist zum anderen die Beschreibung unabhängiger junger Frauen, die sich in einer männlich dominierten Gesellschaft behaupten, die Frauen vor allem in der Rolle als Ehefrau und Mutter akzeptiert. Theodora Goss will die Romane ausdrücklich nicht als feministisch verstanden wissen, aber dennoch.

 

Die ersten beiden Teile sind jedenfalls durch den selbstbewussten Cast und die Verbindung zu den bekannten Fantastikromanen ausgesprochen vergnüglich zu lesen. Band Drei, der die Reihe abschließt, ist kürzlich erschienen, eine Übersetzung der Reihe ist (natürlich) wohl nicht zu erwarten. Es lohnt sich auch, die übrigen Werke von Theodora Goss abzuchecken.


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