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Robert Charles Wilson: Julian Comstock


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26 Antworten in diesem Thema

#1 Morn

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Geschrieben 01 October 2009 - 08:27

Wir lesen:

Eingefügtes Bild
Julian Comstock
Robert Charles Wilson

Prolog bis Akt 2

Bearbeitet von Rusch, 01 October 2009 - 09:51.


#2 Kopernikus

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Geschrieben 02 October 2009 - 09:23

Ich habe die letzten zwei Tage schon mal einen frühen Spurt hingelegt, bin jetzt bei Akt 2, Kapitel 3. Nach dem bisher gelesenen scheinen die Vorschublorbeeren gerechtfertigt zu sein, Wilson ist hier nach dem kleinen Lapsus mit "Axis" wieder zu Höchstform aufgelaufen. Das Thema Glaube contra Wissen ist zwar sicherlich nicht das frischste in der SF, aber, wenn man sich die albernen Debatten in den USA zum Thema Evolutionstheorie anguckt, doch irgendwie immer noch aktuell. Auch die Frage, was nach dem Öl mit unserer Industriegesellschaft passiert, bietet ja aufgrund ihrer Aktualität der SF ein breites Betätigungsfeld. Wilson tendiert hier nicht ganz zur Apokalypse, aber sein auf frühindustrielles Niveau zusammengebrochenes Amerika ist schon eine ziemlich drastische Variante der Möglichkeiten. Insgesamt auf jeden Fall ein spannender Mix, eine SF-Geschichte, die sich fast wie ein Historien-Roman ließt.

#3 Pogopuschel

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Geschrieben 02 October 2009 - 13:37

Seite 147 Akt 2 Kapitel 3 Aufgrund der Jahreszahl 2172 und des Covers mit Hochhäusern hatte ich einen futuristischen Roman erwartet, nicht ein "postapokalyptische" Westernszenario, das an das späte 18 Jahrhundert erinnert. Gefällt mir aber gut. Die Charakterbeschreibungen von Wilso sind, wie immer, ausgezeichnet. Die Stimmung erinnert mich ein bißchen an "13 Monde" von Charles Frazier. Ich bin aber mal gespannt was er uns über die nächsten 500 Seiten noch alles bietet.

#4 lapismont

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Geschrieben 03 October 2009 - 10:52

muss nur den Bergerac fertig lesen, bin ab Mitte nächster Woche dabei
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#5 Mammut

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Geschrieben 03 October 2009 - 13:07

Seite 147 Akt 2 Kapitel 3

Aufgrund der Jahreszahl 2172 und des Covers mit Hochhäusern hatte ich einen futuristischen Roman erwartet, nicht ein "postapokalyptische" Westernszenario, das an das späte 18 Jahrhundert erinnert.


Genau das hatte ich auch nicht erwartet. Ich erwartete einen interessanten und spannenden Roman über eine altenative Zukunft. Stattdessen ein zäher Roman über Amerika und seine Vergangenheit.

Galactic Pot Healer - die etwas andere Bar
http://defms.blogspo...pot-healer.html


#6 Kopernikus

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Geschrieben 04 October 2009 - 14:15

Ich erwartete einen interessanten und spannenden Roman über eine altenative Zukunft. Stattdessen ein zäher Roman über Amerika und seine Vergangenheit.


Hmm, Geschmäcker sind doch sehr verschieden. Ich finde das Buch sehr spannend und Interessant, von zäh kann da bisher absolut keine Rede sein.
Einziges Manko bis jetzt: Ich hätte gerne Übersetzungen der Niederländischen und Französischen Texte gehabt, da ich leider beide Sprachen nicht spreche. Andererseits kann man sich so etwas besser in den Protagonisten hinein versetzen, der ja schließlich in der selben Lage ist und nicht versteht, was die Gegenseite da von sich gibt.

#7 ✝ Christian Weis

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Geschrieben 04 October 2009 - 16:44

Ich hab den Julian Comstock auch hier aufm Stapel liegen, kämpfe mich aber grad noch durch Dahlquists "Glasbücher der Traumfresser" und weiß nicht recht, ob ich mich danach gleich wieder an einen dicken Wälzer wagen soll ...

#8 klox

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Geschrieben 04 October 2009 - 18:16

Stand: Seite 246, Zweiter Akte, Kapitel 6 Das Buch liest sich für mich sehr flüssig. Die Handlung wird ohne Hast kontinuirlich weiter getrieben. Es ist das erste Buch das ich von Robert Charles Wilson lese, und bisher gefällt mir seine Art zu erzählen sehr gut. Die Handlung selbst könnte ohne Probleme zur Zeit der amerikanischen Bürgerkriegs spielen. Bis auf die Relikte aus der alten Zeit (insbesondere die Bücher) und vereinzelte Hinweise auf andere Hinterlassenschaften (die Reste der Hochhäuser in Montreal) finden sich kaum Hinweise darauf das der Roman nicht im 19., sondern im 22. Jahrhundert spielt. Ich hoffe das die Geschichte noch ein wenig SF mäßiger wird und bald auch ein richtiges Ziel für die Handlung erkennbar wird. Auch mich stören die nicht übersetzten niederländischen und französischen Textpassagen. Beim niederländischen kann ich mir zwar noch helfen, beim französischen bin ich dagegen auf die Hilfe meiner Freundin angewiesen. Ein wenig unverständlich ist mir warum viele näheren Erklärungen in Fußnoten verbannt worden sind. Mann könnte Sie ohne Umstände direkt in den Text einfügen.

Bearbeitet von klox, 04 October 2009 - 18:17.


#9 Rusch

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Geschrieben 05 October 2009 - 07:20

Ich habe den ersten Akt durch: Zeit für eine Zwischenwertung: Das Buch erinnert vom Stil her an Spin, zumindest erzeugt es in mir eine ähnliche Stimmung. Das ist ziemlich interessant, wenn man bedenkt, dass beide Bücher kaum etwas gemein haben, außervielleicht den Rückblick auf geschichtlich wichtige Ereignisse über die der Leser noch nichts weiß. Das Buch liest sich flüssig und man bleibt dabei. Wäre dem nicht so, wäre ich gestern bestimmt nicht so weit gekommen. Ich war gespannt auf die Geschichte, denn Heinlein hatte mit dem Kurzroman Coventry eine ähnliche Geschichte erzählt. In seine Future History Zyklus wurde Amerika von einem religösen Eiferer übernommen, der sich "Der Prophet" nannte. Hier ist das anders: Glaube und Religion scheinen getrennt zu sein - irgendwie so wie im Mittelalter. Also Fazit soweit: Unterhaltsamer Roman mit interessanten Aspekten und trotz Westernszenario recht interessant.

#10 klox

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Geschrieben 05 October 2009 - 23:03

Stand: Seite 304, Dritter Akt, Kapitel 1 Ein schöner Western.

#11 Rusch

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Geschrieben 06 October 2009 - 07:08

Ich bin jetzt bei Seite 210. Das ganze liest sich in der Tat recht flüssig. Man hat schon eine ungefähre Ahnung worauf das ganze hinaus läuft, aber es sind mehrere, unterschiedliche Enden möglich. Gespannt bin ich, ob der Spannungsbogen hält oder ob es nach 400 Seiten einen Druchhänger gibt. Mal sehen.

#12 Morn

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Geschrieben 06 October 2009 - 08:18

Ich habe den Prolog und die ersten zwei Kapitel gelesen. Laesst sich sehr gut an. Wie u.a. bei "Spin" gibt es wieder einen Ich-Erzaehler, der wohl nah am Geschehen dran sein wird, da er mit der eigentlichen Hauptperson eng befreundet ist. Sehr gelacht habe ich bei der Erwaehnung eines Namens der Halde - Eebay. :lol:

#13 lapismont

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Geschrieben 06 October 2009 - 11:19

Akt 1, S. 90 Bin heute zu weit gefahren, so tief steckte ich im Buch. :lol: Der Anfang ist ziemlich fesselnd, wenn man so ein bischen den alten Romanstil mag. Wilson wandelt ziemlich deutlich in den Traditionen von Dickens, Twain und Hawthorne, was man stilistisch sehr stark spürt und was wohl auch der Zeit geschuldet ist, die er seiner Zukunft aufpfropft. Western trifft es nicht ganz, das Dominion erinnert eher an das viktorianische Empire, zumindest von der Gesellschaft her, die als Ausgangslage dient. Zwar sind Reste der amerikanischen Gesellschaft zu spüren, doch der Präsident ist ein Diktator und die USA fest in der Hand einer religiösen Behörde. Mir gefällt die Leichtigkeit, mit der Wilson seine Gesellschaft zeichnet. Wir erfahren zügig, wie das ganze funktioniert. Wie die politische Macht verteilt ist, welche Klassen wie und warum zusammen leben, welche ökonomischen Grundlagen das ganze am Laufen halten und was mit der bekannten Welt geschah. Und dabei erzählt er das eher nebenbei. Auch die von Spin bekannte Erzählweise gefällt, sie wurde jedoch noch konsequenter ausgeführt. Durch die auktorialen Fußnoten wird der Eindruck verstärkt, hier eine sorgfältig editierte Biografie zu lesen. Die Nummerierung suggeriert eine Platzierung am Ende des Textes. (die Unterscheidung von den Fußnoten der Übersetzer hätte deutlicher sein können) So, langer Text, aber ich find das Buch bisher toll. ;) PS: ja beim Namen der Halde hab ich auch gegrinst

Bearbeitet von lapismont, 06 October 2009 - 11:20.

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#14 Rusch

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Geschrieben 07 October 2009 - 14:14

So, ich habe den 2. Akt jetzt durch. Ich muss sagen, das Buch liest sich nach wie vor sehr gut. Die Szenen an der Front waren auch durchaus gelungen, obwohl mir das Sache mit dem Geschütz und dem Zug und der plötzlichen Heldenverehrung von Julian ein wenig übertrieb vorkam. Aber gut, das kommt ja vielleicht noch raus. Es war ja irgendwie absehbar, dass Adams Notizen von dem Schreiberling missbraucht und weiterverkauft werden würden. Mal sehen.

#15 lapismont

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Geschrieben 08 October 2009 - 06:44

So, ich habe den 2. Akt jetzt durch. Ich muss sagen, das Buch liest sich nach wie vor sehr gut. Die Szenen an der Front waren auch durchaus gelungen, obwohl mir das Sache mit dem Geschütz und dem Zug und der plötzlichen Heldenverehrung von Julian ein wenig übertrieb vorkam. Aber gut, das kommt ja vielleicht noch raus. Es war ja irgendwie absehbar, dass Adams Notizen von dem Schreiberling missbraucht und weiterverkauft werden würden. Mal sehen.


jop, der Teil war vorhersehbar. Bin bang gespannt, ob Calyxas Bedeutung darin besteht tragisch zu sterben, ansonsten mag ich als oller Romantiker ja solche zarten Liebesbande, wenn sie hier auch durch reichlich Action geknüpft wurden.

Fazit der ersten beiden Akte: Toller Roman: Sehr gut geschrieben, spannend inszeniert und rundum befriedigende Lektüre. Wilson ist erzählerisch auf sehr hohem Niveau.
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#16 ✝ Christian Weis

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Geschrieben 09 October 2009 - 18:49

Ich hab jetzt auch mit dem Buch angefangen und bin mitten im 1. Akt. Liest sich bisher ganz interessant, wobei die Erzählweise eher gemächlich ist und der Spannungsbogen recht flach verläuft. Gefesselt bin ich bisher noch nicht. Auch der Vergleich zu SPIN drängt sich mir noch nicht auf, da der Storyhintergrund nicht so faszinierend ist.

Sehr gelacht habe ich bei der Erwaehnung eines Namens der Halde - Eebay. ;)

Ging mir auch so. :D

#17 ✝ Christian Weis

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Geschrieben 10 October 2009 - 10:15

Einziges Manko bis jetzt: Ich hätte gerne Übersetzungen der Niederländischen und Französischen Texte gehabt, da ich leider beide Sprachen nicht spreche.

Ich spreche zwar kein Holländisch, aber der letzte Satz auf Seite 191 (da bin ich gerade angekommen, also mitten im 2. Akt) wurde vom Major eindeutig falsch übersetzt. :smokin: :(
Das zeigt auch, dass die einfachen, ungebildeten Soldaten dumm gehalten werden.

Der Roman liest sich zunehmend flott, Wilson hat natürlich seine Qualitäten als Erzähler.

Der Hintergrund und das Verhalten bzw. Gehabe der Leute gaukeln einem desöfteren vor, man befände sich in den USA zu Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs - ich frag mich, ob angesichts des Wissens, das die Leute ins Jahr 2173 gerettet haben (haben müssen, denn es ist ja nicht alles verloren gegangen), die Welt sich nicht deutlicher von 1865 unterscheiden müsste. Wilson kriegt zwar immer wieder die Kurve (z. B. durch die inzwischen befahrbare Nordwestpassage oder die teilweise überfluteten Niederlande), aber auf mich wirkt das mitunter "dazwischengeschoben", um eben keinen zeitgenössische Roman, sondern SF aus dem Ganzen zu machen. Das Setting hat aber was, man kann recht schön in Wilsons zukünftig-gestrige Welt eintauchen.

Bisher müsste der Titel wohl eher ADAM HAZZARD lauten, denn seine Erlebnisse dominieren den Roman noch immer, aber das wird sich vermutlich noch mehr zu J. C. hin verlagern.

Wenn der Zeitungsschreiber dem (noch) Möchtegernschriftsteller Adam Hazzard rät "Schreibe deine Erinnerungen an die Ereignisse der letzten paar Tage auf - und spare nicht mit Einzelheiten", erinnert er sich vermutlich daran, dass einst die Verlage gern 800-Seiten-Wälzer herausgebracht haben. :lol:

Die inflationär verwendeten und oftmals ziemlich unnötigen Fußnoten mit ihren Pseudoverweisen nerven ein wenig. Die Infos, die für die Story interessant oder wichtig sind, hätte Wilson leicht in den Text verpacken und den großen Rest mit der Delete-Taste entsorgen können. Wobei der Running Gag mit Wilsons Alter Ego Charles Curtis Easton eigentlich ganz witzig ist.

#18 Morn

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Geschrieben 14 October 2009 - 22:50

Ich spreche zwar kein Holländisch, aber der letzte Satz auf Seite 191 (da bin ich gerade angekommen, also mitten im 2. Akt) wurde vom Major eindeutig falsch übersetzt. :) :)
Das zeigt auch, dass die einfachen, ungebildeten Soldaten dumm gehalten werden.


Ich hatte den Eindruck, dass der Major sich keine Blöße geben wollte, dass er es nicht versteht, und einfach etwas gesagt hat, was ihm gerade von der vorangegangenen Predigt und der wohl verbreiteten Propaganda in den Sinn kam.

Es kam in Posts zum Ausdruck, dass es unklar ist, warum gerade ein Rückfall ins Viktorianische Zeitalter stattgefunden hat. Ich denke, dass es logisch ist, dass es als Vorbild gewaehlt wurde, da in der Zeit nach den Vorstellungen die Welt noch in Ordnung war: Werte, die für gut erachtet werden, keine Verschwendung von Öl usw und gleichzeitig an angenehmes Leben für die herrschende Klasse. Im Zitat aus "American History Since the Fall of the Cities" (dt. Ausgabe S. 239) wird auch deutlich, warum sich eine Aristokratie gebildet hat und ein"Rückzug in religiösen Dogmatismus und klerikale Autorität" stattgefunden hat. (Die Verbreitung religiösen Dogmatismus' kann man in den letzten Jahren ja auch in der Gegenwart beobachten.) Dabei scheint sich allerdings die Geschichte zu wiederholen.

#19 ✝ Christian Weis

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Geschrieben 15 October 2009 - 19:00

Es kam in Posts zum Ausdruck, dass es unklar ist, warum gerade ein Rückfall ins Viktorianische Zeitalter stattgefunden hat.

Das ist es nicht - der Rückfall in ein Zeitalter vor der Motorisierung bzw. ein Zeitalter gerade dieser Werte erscheint durchaus nachvollziehbar, wenn man den Ausfall des Rohstoffes Öl oder den Standpunkt gewisser Gruppierungen betrachtet. Was für mich weniger nachvollziehbar war, ist der Rückfall in dem Ausmaß, quasi 1:1. Bei all dem Wissen, das dieser und jener trotz aller Dominion-Aktivitäten irgendwo noch bewahrt hat, frag ich mich, warum nicht etwas mehr von dem übrig geblieben ist, das die 150 Jahre dazwischen ausgemacht hat (Beispiel die Kriegsführung - ohne dass ich Experte auf diesem Gebiet bin -, aber da hat sich seit 1865 doch sicher so viel getan, dass im Jahr 2170 auch mit den damaligen Mitteln anders Krieg geführt werden würde).

Bearbeitet von ChristianW, 15 October 2009 - 19:01.


#20 Morn

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Geschrieben 15 October 2009 - 20:35

Dass Wissen verloren geht, wenn viele Menschen auf der ganzen Welt aufgrund Hunger und Seuchen sterben, oder vielleicht auch tabuisiert wird, weil es aus der Zeit stammt, die für das ganze Unglück verantwortlich gemacht wird, erscheint mir nachvollziehbar, auch ohne, dass es im Roman direkt thematisiert wird.

#21 Pogopuschel

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Geschrieben 15 October 2009 - 21:14

Vor allem zeigt es, den Wert des gedruckten Wortes. Was nützen all die digitalen Speichermedien, wenn sie in der Zukunft niemand benutzen kann.

#22 ✝ Christian Weis

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Geschrieben 15 October 2009 - 21:38

Dass Wissen verloren geht, wenn viele Menschen auf der ganzen Welt aufgrund Hunger und Seuchen sterben, oder vielleicht auch tabuisiert wird, weil es aus der Zeit stammt, die für das ganze Unglück verantwortlich gemacht wird, erscheint mir nachvollziehbar, auch ohne, dass es im Roman direkt thematisiert wird.

Ja, das seh ich auch so - Wissen geht massenhaft verloren. Aber dass nicht hier ein Körnchen und dort ein Quentchen mehr von dem Wissen aus den bewussten 150 Jahren übriggeblieben ist und die viktorianisch geprägte Welt ein bisschen bunter sprenkelt - das ist es, was mich verwundert. Diese Inszenierung der Welt des ausgehenden 19. Jahrhunderts durch das Dominion erscheint mir zu glatt, für meinen Geschmack müsste es mehr Einflüsse aus späteren Epochen geben, um es glaubhafter zu machen. Ich will das nicht überbewerten, zumal ich den Roman insgesamt nicht soo schlecht fand, aber der eben beschriebene Eindruck hat sich bei mir über viele hundert Seiten verfestigt.

#23 ✝ Christian Weis

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Geschrieben 15 October 2009 - 21:40

Vor allem zeigt es, den Wert des gedruckten Wortes. Was nützen all die digitalen Speichermedien, wenn sie in der Zukunft niemand benutzen kann.

Stimmt, der Roman ist ein Plädoyer für das gedruckte Buch und gegen Kindle & Konsorten - und steigt gleich in meiner Achtung. http://www.scifinet....tyle_emoticons/default/cool.png ;)

#24 Henrik Fisch

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Geschrieben 23 October 2009 - 13:06

Ihr Lieben, ich hatte mal wieder Lust am Lesezirkel teil zu nehmen und habe mir - *schwups* - den aktuellen Lesezirkel-Roman bestellt. Wohlgemerkt trotzdem ich den Romanen vom Herrn Wilson recht zwiespältig gegenüber stehe. „Bios“ fand ich gut, aber ein klein wenig zu kurz – der Roman hätte mehr Potential gehabt – und deswegen unausgegoren. „Die Chronoliten“ (Lesezirkel November 2005) fand ich geschwafelt und alles andere als ausgegoren. Genau deswegen stellt „Julian Comstock“ für mich durchaus eine positive Überraschung dar. Ich kann es gar nicht so genau festmachen, warum ich den Roman mag. Vielleicht weil er in der Zukunft spielt, Sprache und Handlunsgbeschreibung eher an das 18. Jahrhundert in den USA erinnern. Für mich ist das Buch erfreulich Un-SF. Generell empfinde ich die Sprache als sehr angenehme, fast möchte ich mich zu einem „schön“ hinreissen lasssen. Was mich dagegen tierisch nervt, sind die Fußnoten, die hier als satztechnischer Trick erhalten, um den Leser noch mehr in die Zukunftsatmosphäre des Erzählers zu ziehen. Nur leider hätten bisher ausnahmslos alle Fußnoten problemlos als separater Satz, gerne auch in Gesankenstrichen oder Klammern – was Wilson ja auch gerne einsetzt – in den normalen Fließtext gepasst. Was für mich den Effekt hat, dass der Lesefluss störend gehemmt wird. Die eigentliche Geschichte reisst mich dagegen bisher nicht sonderlich vom Hocker. Halt eine Art „Tom Sawyer“ unter gebildeten Aristokraten, die nebenbei noch in der Zukunft spielt, ohne dabei allerdings penetrant auf die Zukunft hinzuweisen. Trotzdem übt das Buch eine gewisse Magie aus, wobei ich jetzt, nach zirka der Häfte des Buches, schon so ungefähr weiss, was noch alles passieren wird. Mal sehen, wie es weiter geht. Bis dennen, Henrik
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#25 Rusch

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Geschrieben 23 October 2009 - 14:25

Hast Du von Wilson "Spin" gelesen? Das ist sicherlich sein bester Roman.

#26 Henrik Fisch

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Geschrieben 23 October 2009 - 14:38

Nein, kam mir bisher nicht unter die Hornhaut. Mit Blick auf den stetig wachsenden Lesestapel mit angefangenen Büchern wie "Dr. Adder" von K. W. Jeter (genau mein Fall bisher) und "Metro 2033" von Dmitry Glukhovsky (auch gut), sehe ich da auch eher weniger eine Chance. Es sei denn, dieser Roman entpuppt sich noch als Pageturner. Aber danke für den Tipp. Bis dennen, Henrik
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#27 Lucardus

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Geschrieben 02 January 2010 - 18:20

Ein wenig unverständlich ist mir warum viele näheren Erklärungen in Fußnoten verbannt worden sind. Mann könnte Sie ohne Umstände direkt in den Text einfügen.


Offenbar befleißigt sich der Erzähler eines seiner Zeit angemessenen Stils. Das ist der Hauptgrund, denke ich.
Andererseits enthalten die Fußnoten Zusatzinfos, die man theoretisch auch ignorieren kann. Diese in den
Text einzubinden, würde mich eher stören als die gelegentliche kleine Abschweifung ans Seitenende.

Ich mag den Comstock bisher sehr gern. Wunderbar erzählt. Aber definitiv nichts für Hardcore-Fetischisten.

Aber als Western würde ich den Roman nicht diffamieren. Das geht am Kern vorbei, deutlich.
Goodreads: Ich lese gerade" (sorry, nur für "Mitglieder" sichtbar)
Wer mal reinschauen will: http://www.goodreads.com/


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