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Eine Weihnachtsgeschichte


3 Antworten in diesem Thema

#1 Armin

Armin

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Geschrieben 09 November 2009 - 09:24

Dem Gefühl nach ist es noch ein bisschen früh für Weihnachten. Aber andererseits ist Charles Dickens’ „Weihnachtsgeschichte“ inzwischen so alt, dass sie wohl schon als zeitlos durchgeht. Zumal die Botschaft der 1843 veröffentlichten Erzählung auch heute noch und zu jeder Zeit des Jahres ihre Bedeutung hat. Das Besondere an der neusten Version des schon oft verfilmten Stoffs ist dann auch die Machart: Regisseur Robert Zemeckis hat reale Schauspieler vor der Kamera agieren lassen und dann ihre Bewegungsabläufe und Gesichtsausdrücke am Computer auf animierte Figuren übertragen. So hatte Zemeckis („Zurück in die Zukunft“, „Forrest Gump“) das zuletzt auch bei „Die Legende von Beowulf“ (2007) versucht, einem Film, der zwar optisch beeindruckend, wegen seiner banalen Handlung und der eindimensionalen Charaktere letztlich aber doch eine Enttäuschung war. Daraus hat der Regisseur inzwischen offensichtlich gelernt.

Ebenezer Scrooge (Jim Carrey) ist ein hartherziger Geizhals. Weder sein Neffe Fred (Colin Firth) noch sein Angestellter Bob Cratchit (Gary Oldman) dürfen selbst über die Weihnachtstage auch nur mit einem einzigen freundlichen Wort rechnen. Das rächt sich: Scrooge erscheint zunächst der Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Marley (auch Gary Oldman) und dann die sattsam bekannten Geister der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht (jeweils Jim Carrey). Die zeigen dem verbitterten, alten Mann noch einmal auf, wo er in seinem Leben Fehler gemacht hat und was daraus wird.

Wer angesichts des Hauptdarstellers Jim Carrey hier die übliche Grimassenschneiderei samt alberner Blödeleien erwartet, irrt sich. „Eine Weihnachtsgeschichte“, obwohl aus dem Hause Disney, ist auch kein Kinderfilm geworden, ganz im Gegenteil: Einige Szenen sind richtiggehend gruselig, der Humor (wie er etwa die bekannte Verfilmung „Die Geister, die ich rief“ prägt) ist hier bestenfalls Nebensache. Zemeckis’ „Weihnachtsgeschichte“ ist ein verblüffend ernsthafter Film geworden, der sich eng an die literarische Vorlage hält und den Nachteil einer jedermann gegenwärtigen Handlung durch überzeugende Bilder ausgleicht. Gerade was die Gesichter der Darsteller und die dadurch vermittelten Emotionen angeht, hat das sogenannte „Performance Capture“ seit „Beowulf“ offensichtlich einen ordentlichen Schritt nach vorn gemacht. In Verbindung mit der 3D-Technik ist das Ergebnis überraschend sehenswert. Kleinere Schwächen verzeiht man deshalb gern.

#2 Uwe Post

Uwe Post

    Preisträger'o'naut

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Geschrieben 09 November 2009 - 13:40

Ein überraschendes Urteil. Ist denn die überzeugende Darbietung so beeindruckend, dass man darüber hinweg gehen kann, dass in Hollywood keine guten neuen Geschichten mehr erfunden werden, so dass man sicherheitshalber die bewährten hernimmt?

Ich werde mir den Film nicht ansehen, weil ich die Geschichte schon kenne. Oder wurde sie abgewandelt?

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#3 Armin

Armin

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Geschrieben 09 November 2009 - 14:40

Ein überraschendes Urteil.

Ja, ja, für mich auch. Neulich wurde ich von einer treuen Leserin meiner Filmkritiken gefragt, ob meine in jüngster Zeit vermehrt auftretende Nettigkeit schon "Altersmilde" sei ...

Ist denn die überzeugende Darbietung so beeindruckend, dass man darüber hinweg gehen kann, dass in Hollywood keine guten neuen Geschichten mehr erfunden werden, so dass man sicherheitshalber die bewährten hernimmt?
Ich werde mir den Film nicht ansehen, weil ich die Geschichte schon kenne. Oder wurde sie abgewandelt?

Die Story ist die altbekannte von Dickens. Das halte ich nun aber für keinen Schaden.

#4 Uschi Zietsch

Uschi Zietsch

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Geschrieben 09 November 2009 - 19:37

Dafür ins Kino? Ne. Nur wegen der Bilder muss ich mir die Geschichte nicht zum x-1000-mal anschauen.



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