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Im Abgrund


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20 Antworten in diesem Thema

#1 Holger

Holger

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Geschrieben 08 September 2002 - 17:12

Eingefügtes Bild

Jeff Long
Im Abgrund
Verlag: Blanvalet
ISBN 3-442-35359-9

Der erfahrene Himalaya-Experte Dwight David Crockett, genannt Ike, sucht mit seiner Expeditionsgruppe Schutz vor einem Unwetter in einer Höhle in Nepal. Zu ihrem Entsetzen stoßen sie dort auf die Leiche eines Mannes, die über und über mit unbekannten Schriftzeichen bedeckt ist. Wenig später sind alle Mitglieder der Gruppe tot, und lke wird für lange Monate Gefangener der »Hadals«. Jahre später ist es fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden, dass die Erde von einem tief liegenden Tunnelsystern unterminiert ist, das von den Hadals bewohnt wird. Niemand weiß wer - oder was - sie sind, aber wenn sie erscheinen, verheißt das nichts Gutes. Eines Tages wird eine wissenschaftliche Expedition zusammengestellt, mit dem Auftrag, das Tunnelsystem zu kartografieren, Ressourcen zu entdecken - und das Geheimnis des Lebens in der ewigen Dunkelheit zu ergründen. Gibt es eine natürliche Erklärung, wie die Wissenschaftler es hoffen? Oder hat das Phänomen übernatürliche Ursachen? Ist der rätselhafte Anführer der Hadals nur ein charismatischer Freak oder tatsächlich Satan, die Verkörperung des Bösen? Die junge Nonne Ali, die sich seit Jahren mit primitiven Sprachen und Kulturen beschäftigt, schließt sich dieser Reise in die steinerne Unterwelt an. Und in diesen gefährlichen Abgründen, in denen Wissenschaftler und Militärs nicht nur Opfer ihrer Angreifer werden, sondern auch ihrer eigenen Gier und Unmenschlichkeit, trifft sie den einen Mann, der einen klaren Kopf behält: lke . . .


Zugegeben, die Idee eines weltumspannenden Tunnel- und Höhlensystems klingt zunächst ein wenig unglaubwürdig. Und das dieses ohne unser Wissen von einer unbekannten menschlichen Spezies bevölkert wird noch mehr. Grund genug, sich dieses vielempfohlene Buch zur Brust zu nehmen.

Um die Katze gleich aus dem Sack zu lassen: ich kann mich nicht erinnern, ein Buch mit einem solchen spannenden ersten Kapitel jemals in Händen gehalten zu haben (jaja, vielleicht mit Ausnahme des RING VON CHARON). Ausnahmsweise fasst der Klappentext das Geschehen recht gut zusammen, die Heftigkeit mit der Teile von Longs Story einschlagen kann er jedoch nicht vorweg nehmen.

Zwar büßt die Handlung mit zunehmender Seitenzahl die Energie der ersten Kapitel ein, unterhält und schauert den Leser aber zuverlässig bis zur letzten Seite. Mit morbider Lässigkeit garniert Long die Eindrücke des "Subplaneten" mit grausamen Szenen und martialischer Gewalt, die in scharfem Kontrast zur zivilisierten und kultivierten Oberfläche stehen. Ab und an lassen sich Paralellen zu Tolkiens Moria mit seinen primitiven Orks nicht abstreiten, was den Eindruck verstärkt, dass es nicht geschadet hätte, wenn Long den Menschen im Homo hadalis etwas ausführlicher beleuchtet hätte.

Stellt sich die Frage, ob das Buch zurecht in einem Forum für SF besprochen wird. Ich würde sagen, JA, auf jeden Fall. Denn trotz des gewagten Gerüsts hat der Thriller durchaus wissenschaftliche Momente, auch wenn ich die hastige Klärung der Abstammung des Homo hadalis für unbefriedigend erachte. Der Autor hat nach eigenen Angaben mit vielen Experten und Sachkundigen gesprochen, ein Biologe scheint nicht darunter gewesen zu sein. Die Abstammung einer "neuen" Spezies Mensch wäre in diesen Tage wissenschaftliche Chefsache und mit gängigen Methoden anhand genotypischer Merkmale einwandfrei durchführbar.

Mit einem Handlungsfaden wird die Suche nach Satan in die Story eingeflochten. Dazu gründen zahlreiche Gelehrte und das Astronautenpendant zu Buzz Aldrin eine Gruppe, die sich diese Angelegenheit zur Aufgabe machen. Ich kann nicht behaupten, dass Long mit dieser Entwicklung den wissenschaftstreuen Leser großartig verärgert, aber ich hätte gut auf die metaphysische Komponente verzichten können.

Das letzte Rätsel des Romans bleibt die Übersetzung des Titels "The Descent (Der Abstieg)" mit "Im Abgrund". Aber da ich nichts von den Raffinessen der Verlagsbranche verstehe, wird mir dieses Rätsel erhalten bleiben. Diese Haarspaltereien können auch nicht davon ablenken, dass IM ABGRUND ein phantastischer Spannungsroman ist, als Einschlaflektüre gänzlich ungeeignet :jumpgrin:
"Rezensionen: eine Art von Kinderkrankheit, die die neugeborenen Bücher befällt."
(Georg Christoph Lichtenberg)

#2 Dave

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Geschrieben 08 September 2002 - 18:18

Was sofort ins Auge fällt, ist der außergewöhnliche Stil des Autors, der Vergleiche schwierig macht. Als Bergsteiger, der sich schon selbst in Extremsituationen befand, scheint er den Leser in eine fast schamanische Magie zu hüllen, die einen fortan nicht mehr loslässt. Wie in den Visionen von Hieronymus Bosch scheint einem selbst ein eiserner Ring durchs Rückgrad geschmiedet zu werden, der einen in der Tiefe der menschlichen Seele gefangen hält, eben wie im ersten, atemberaubendem Kapitel. Fast ist es so, als sträube man sich nach einer Auflösung der Geschichte, will tiefer in den Abgrund hinabsteigen, dem Unfassbaren auf der Spur. Nun muss allerdings jedes Buch einen Schluss finden, aber womöglich geht die eigene Reise darüber hinaus... Der Titel „Im Abgrund“ hat eventuell eine größere metaphorische Kraft als „Der Abstieg“, klingt etwas reißerischer.

#3 Holger

Holger

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Geschrieben 09 September 2002 - 12:37

Was sofort ins Auge fällt, ist der außergewöhnliche Stil des Autors, der Vergleiche schwierig macht. Als Bergsteiger, der sich schon selbst in Extremsituationen befand, scheint er den Leser in eine fast schamanische Magie zu hüllen ...

Ja, man liest das Buch in weiten Strecken mehr mit dem Bauch als mit dem Kopf. Long transportiert die sonderbarsten und beängstigsten Emotionen ...

Fast ist es so, als sträube man sich nach einer Auflösung der Geschichte, will tiefer in den Abgrund hinabsteigen, dem Unfassbaren auf der Spur.

Auch da gebe ich Dir Recht. Schade fast, dass jede Geschichte nach einer Auflösung, oder zumindest einem Abschluß verlangt ...

@ Dave: Ich weiss, dass bei diesem bemerkenswerten Lesegefühl die eigentlichen Fakten nur sekundär sein können, trotzdem krieg ich ein paar Gedanken nicht aus dem Kopf. Vielleicht hast Du Lust ein bisschen drüber zu plaudern. Ich möchte mich einfach noch ein bisschen mit dem Buch beschäftigen.

1) Wo beziehen große Hadal-Clans ihre Nahrung? Was der Subplanet an Insekten und Kleintieren zu bieten hat kann nicht reichen, und die Menschenjagd scheint auch keine langfristige Lösung.

2) Wie kommt Long darauf, dass es im Subplanet höhere Pflanzen (Schilfgras, Wurzelknollen) geben könnte ? Das fluoreszierende Gestein kann für photosynthetische Aktivität nicht ausreichen, oder ? Dafür geht er nie auf Pilze oder Flechten ein ...

3) Wie erklärt sich die Demut und freudige Schicksalsergebenheit der Sklaven und Gefangenen ? Habe ich etwas verpasst, oder vergißt Long auf diese Aspekte einzugehen?

4) Hast Du die Rolle von Isaak verstanden? War er nicht zu Beginn mumifiziert?

[Entschuldigung an alle, die den Titel noch lesen wollen, ich hoffe wir verraten nicht zu viel. Aber dieser Titel will ausführlich verdaut werden!]
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#4 Dave

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Geschrieben 09 September 2002 - 18:54

Isaak erinnerte mich irgendwie an die Leiche aus ZUM MITTELPUNKT DER ERDE, die mit dem Finger die Richtung weist. Die letzten Aufzeichnungen, die Isaak möglich waren, schrieb er ja auf seinen eigenen Körper, und sie überbrückten sozusagen die Zeit, sowie die Höhlen- mit der Außenwelt. Ich glaube, es gibt tatsächlich Vermutungen zu einem weltumspannenden Höhlensystem. Sicher gelten dort nicht die Regeln wie für die Höhlentiere, welche wir so kennen, die auf Nahrung angewiesen sind, die durchs Wasser eingespült werden. Noch tiefer wird man außer Pilzen kaum noch etwas antreffen. Und noch tiefer...hmm Das mit den Sklaven und Gefangenen stimmt nachdenklich. Es gibt eine ähnliche Frage, die unsere unrühmliche Vergangenheit betrifft. Juden wurden in Gruppen zum „Duschen“ geschickt. Zu Hunderten harrten sie aus, ganz bewusst den Tod vor Augen, nur von einer Hand voll Soldaten überwacht. Niemand kann sich so recht erklären, warum sie geduldig ihr Schicksal erduldeten und sich nicht in Wut auf ihre Peiniger stürzten (Hermann Langbein / ...nicht wie die Schafe zur Schlachtbank) Die menschliche Psyche ist oft schwierig zu verstehen. Ich habe mich beim Lesen wohl etwas zu sehr auf die Protagonisten versteift, denn immerhin haben ja Tausende Soldaten in den Höhlen ihr Leben gelassen. Ich müsste es noch einmal unter Deinen Gesichtspunkten lesen. Vielleicht fühlt sich ja noch jemand animiert, auch ein Blick reinzuwerfen, das wäre bestimmt interessant. Ich muss mir auch noch einmal ein paar Dinge in Erinnerung rufen. Mir ist z.B. der Part mit den Visionen während der Obduktion nicht ganz aufgegangen.   Dieses Buch wäre wirklich exemplarisch für ein zweites, analytisches Lesen, das ja (zu meiner Überraschung) nicht wenige von Euch praktizieren. Ich war zumindest gänzlich von der Stimmung gefangen, sodass mir wohl einiges entgangen ist.

#5 Holger

Holger

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Geschrieben 12 September 2002 - 23:26

Ich müsste es noch einmal unter Deinen Gesichtspunkten lesen.

Ich hab das Buch eigentlich gänzlich auf der emotionalen Ebene verschlungen. Die oben gestellten Fragen ergaben sich viel mehr nach dem Aufwachen aus diesem fiebrigen Traum. Ehrlich gesagt ist es mir auch schnurz, ob die Hadal nun Pilze oder Wildragout essen. Ich kann nur immer wieder bekräftigen, dass ich (IMMER NOCH :P) den Drang verspüre, über den Roman zu plaudern (was natürlich enorm für das Buch spricht und jedwede kleinkarrierte Kritik meinerseits auf das Schändlichste relativiert ...) !

Dave, raff Dich auf und sag noch was dazu  :biglaugh:
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#6 Dave

Dave

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Geschrieben 13 September 2002 - 16:18

Ich vermute, dass Du soeben die größte Werbeeinlage für ein Buch innerhalb dieses Forums eingelegt hast, Holger. Ich finde auch, dass dieses Buch auf der Gefühlsebene am stärksten wirkt. Ich habe einmal von Stephen King Fans gehört, die sich ihre Bücher unter den Arm geklemmt haben, sich des nachts außerhalb der Stadt getroffen haben, um sich dann in einer verlassenen Fabrik bei Kerzenschein einer intensiven Leserunde hinzugeben. Ähnlich aufwühlen kann auch dieses Buch. Es scheint eine besondere Faszination zu geben, die schon im GILGAMESCH Epos geschildert wurde und immer wieder auftaucht. Man dringt ein in ein geheimnisvolles Reich, eine unbekannte Welt, tief unterhalb der Unseren. Es dürfte mit der menschlichen Psyche zu tun haben, man muss nur bereit sein, sich darauf einzulassen. Am Schluss trifft man gar auf den Antipoden, das düstere Zerrbild seiner selbst. Vielleicht schaffen wir es irgendwann einmal, ein Buch zum ungefähr gleichen Zeitpunkt zu lesen, was den Focus noch mehr verengen würde, könnte ich mir vorstellen.

#7 Holger

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Geschrieben 15 September 2002 - 13:34

Vielleicht schaffen wir es irgendwann einmal, ein Buch zum ungefähr gleichen Zeitpunkt zu lesen, was den Focus noch mehr verengen würde, könnte ich mir vorstellen.

Wo liegt das Problem. Wir legen einen Titel für einen Monat fest, z.B. den neuen MacBride Allen für Oktober und am Ende des Monats machen wir einen Thread dazu auf und quatschen drüber  :P

Wat meinste?
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#8 Dave

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Geschrieben 15 September 2002 - 19:34

Mist, ich bin schon mit DIE TIEFEN DER ZEIT angefangen, na ja, halb so wild. Ich bin jedenfalls schon gespannt auf Deine Rezi, Holger. Ich werde  G. Benfords EATER erst einmal zurückstellen. Womöglich wird es karger in der Zukunft mit solchen Toptiteln. Es macht auch Spaß, wenn man noch etwas in der Hinterhand hat und sie ruhig und sicher im Regal ausharren. Ich bin sicher, dass sich noch ein paar Leutchen mehr diesen Titel besorgen.

#9 Holger

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Geschrieben 16 September 2002 - 13:58

Hast Du nicht Lust DIE TIEFEN DER ZEIT zu rezensieren? Ich bin wirklich gespannt, komme aber tatsächlich vor Oktober nicht dazu, den Titel zu lesen. In meinem Regal häufen sich gute Titel und unsereins kommt viel zu langsam voran. Jede Woche drei Titel wäre genau das angemessene Tempo  :D EATER könnte man sich schon mal gemeinsam vornehmen, warum nicht.  :P
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#10 Dave

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Geschrieben 16 September 2002 - 17:21

Ich habe DIE TIEFEN DER ZEIT fast durch, und es wäre zu früh jetzt schon ein Thema aufzumachen, weil kaum jemand was dazu sagen könnte. Ich mache mir aber ein paar Notizen. Für eine amtliche Rezension bist Du wohl besser geeignet, Holger, ich versuche mich erst einmal an den Ladenhütern... Drei Titel pro Woche? Dann hinkt man wirklich hinterher, denke ich. Ich kaufe im Schnitt 2-4 Titel im Monat, halte mich also etwas zurück. Dazu eventuell noch ein, zwei Bücher aus dem Bereich Naturwissenschaften. Also immer gerade soviel, wie ich auch lese. Allerdings lese ich nichts mit dem „F“ auf dem Buchrücken, das schmälert den Rahmen doch beträchtlich.

#11 Holger

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Geschrieben 16 September 2002 - 17:52

MISSVERSTÄNDNIS!  :biglaugh:

Ich WÜNSCHTE ich könnte drei Titel in der Woche schaffen. Packe ja nicht mal drei Titel im MONAT (jedenfalls nicht in "normalen" Monaten)!

Für eine amtliche Rezension bist Du wohl besser geeignet, Holger, ich versuche mich erst einmal an den Ladenhütern...

Was soll den das heißen? AMTLICHE REZENSIONEN. Ich hefte neuerdings bloß ein Bildchen obendrüber, weil ich direkt von meiner HP auf die Rezi verweise und mir so eine .html-Seite spare. Außerdem haben sämtliche Rezis auf meiner HP praktisch keine Relevanz, weil sie nicht richtig zur Diskussion stehen. Das geht nun endlich auf diesem Board.

Diese Taktik soll aber BITTE BITTE niemanden abschrecken hier eine Rezension zu schreiben. Das ist ja schrecklich. Ich hoffe ich kann Dich überzeugen, Deine Meinung zu überdenken.
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#12 Dave

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Geschrieben 16 September 2002 - 19:36

War mir schon klar! Allerdings anschaffen und horten, da kommt ja mehr zusammen... Beim Lesen kommt man vielleicht auf uno in der Woche, und manchmal kommt man eben zu nix! Amtlich im Sinne von besser... aber ich tippse mal ein bisschen was zurecht.

#13 deval

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Geschrieben 15 March 2005 - 10:30

@Dave und Holger Sollte euch das Buch von Jeff Long gefallen haben, kann ich euch wärmstens -Dämon- von Matthew Delaney ans Herz legen. Das Buch ist wohl sein Erstlingswerk. Aber dafür schon ganz hervorragend geschrieben. Ich habe selten erlebt, das mich ein Buch dermaßen über alle Seiten hinweg, immerhin rund 770, gefesselt hat. Das Buch beginnt im Jahr 1943, als die Amerikaner eine von den Japanern besetzte Pazifikinsel erobern und reicht bis ins Jahr 2007 hinein. Irgendetwas bringen die Amerikaner an Bord eines Schiffes mit. Dieses Schiff sinkt nach einem japanischen Flugzeugangriff, wird aber 64 Jahre später von einer Bergungsexpedition "stückweise" geborgen und nach Boston geschleppt. An Bord ist dieses Ding, ein Dschinn (im Original lautet das Buch -Jinn-) und dieser Dämon sucht etwas ganz bestimmtes. Vielleicht finden andere das Buch nicht ganz so gut wie ich (soll ja auch vorkommen), aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das jemand den Kauf an sich bereuen würde. Für mich ist das Buch ein echter Tip.

Bearbeitet von vallenton, 15 March 2005 - 10:31.


#14 Dave

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Geschrieben 15 March 2005 - 12:56

Hallo vallenton, bei dem Buch konnte ich auch nicht widerstehen, weil es eine Unterwassermission inklusive einem gruseligen Geheimnis gibt. Leider viel zu kurz geschildert. Die Begebenheiten auf der Pazifischen Insel zu Beginn sind ungemein intensiv und ausgezeichnet geschrieben. Dem Autor ist es gelungen, die Stimmung so zu schildern, als hätte er diese Ereignisse gerade selbst durchlebt. Subtil und ungemein an den Nerven zerrend. Der Vergleich zu Jeff Long ist hier wirklich sehr gut gewählt. Je mehr die Geschichte forterzählt wurde, desto mehr hatte ich später den Eindruck, es mit einem ‚normalen Horrorroman’ zutun zu haben. Ich habe dann im letzten Drittel den Faden verloren und ein paar andere Bücher buhlten schon um meine Aufmerksamkeit, so dass ich erst einmal zur Seite legte. Nicht aus Enttäuschung, aber das Stilmittel ‚das Grauen lauert hinter der Ecke’ nutzte sich bei dem Umfang des Buches doch ziemlich ab. Ich werde es aber ganz sicher noch einmal zur Hand nehmen und bin wie Du der Meinung, hier einen Lesetipp vorliegen zu haben.

#15 deval

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Geschrieben 15 March 2005 - 18:10

Zwischenzeitlich hatte ich auch einen kleinen Durchhänger. Die Morde in Bosten zogen sich dann schon in die Länge. Ich weiß nicht genau wo du ausgestiegen bist, aber im Verlauf der Geschichte wechselt die Erzählebene wieder ins Jahr 1943. Man erfährt dann näheres über das Schicksal von Eric Davis und seine Kameraden. Spätestens da wird es wieder richtig gut. Interessant auch wie Delaney alle losen Enden miteinander verknüpft. Die "Beziehung" zwischen Davis im Jahr 1943 und Jefferson im Jahr 2007 wird aufgezeigt, ebenso wie Brogan, Lyerman, McKenna und Vincent in das Puzzle passen. Der Roman ist zu gut um so weit zu kommen und ihn dann beiseite zu legen. :D

#16 Dave

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Geschrieben 15 March 2005 - 18:27

Der Roman ist zu gut um so weit zu kommen und ihn dann beiseite zu legen.  :rolleyes:

:D

Ja, stimmt.
Gelegentlich komme ich mal aus dem Lesefluss raus und lege es dann zur Seite, um später nochmal ganz von vorne anzufangen.
Ich kann auch eine alte Angewohnheit schwer ablegen, nämlich Romane nicht parallel zu lesen. Das klappt besser mit Roman - Sachbuch.
Ich übe das beim Lesezirkel, wo ich versuche, das zu besprechende Buch langsamer zu lesen, und mir nebenher noch andere Romane vorknöpfe.

#17 Scotty

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Geschrieben 22 May 2007 - 13:19

Ich bin ein wenig spät auf diesen Thread gestoßen, aber ein solch tolles Buch ist es wert, mal wieder in Erinnerung gerufen zu werden. Das Buch ist einer meiner All-Time Favourites! Ganz eigener Stil, seeehr atmosphärisch, spannend....ein Buch, das mir nach Jahren noch in guter Erinnerung ist! Hat jemand noch ein anderes Buch von Jeff Long gelesen?

#18 deval

deval

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Geschrieben 22 May 2007 - 17:19

Bis jetzt habe ich alle von Jeff Long gelesen die übersetzt wurden. 3 Stück an der Zahl.

#19 Dave

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Geschrieben 22 May 2007 - 17:58

Ich habe noch Grauzone gelesen, das mir auch gut gefallen hat.

#20 Holger

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Geschrieben 22 May 2007 - 18:08

Ich hab auch Grauzone gelesen. Fand ich auch sehr gut (auch, wenn es mit den auferstandenen Klonen Gekreutzigter, die sich an ihre Hinrichtung erinnerten, einen haarstreubend hanebüchenen Aspekt aufweist). Worum geht es in dem dritten Buch? War das nicht ein astreines Bergsteigerbuch?
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#21 deval

deval

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Geschrieben 23 May 2007 - 01:42

Korrekt. Weder phantastisch noch horrormäßig. Ein reines Bergsteigerbuch über die Fastbezwingung des Mount Everest. Streckenweise zwar etwas zäh, aber gefallen hats mir trotzdem. Long ist selbst Bergsteiger und weiß aus erster Hand worüber er schreibt. Es ist aber ein Roman und kein Sachbuch.


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