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Habt ihr Interesse und Lust dazu, die zehn SF-Stories/Hörspiele, die von der Jury aus den 340 eingesandten Texten für den Publikumspreis auf Telepolis zur Online-Abstimmung veröffentlicht wurden, an dieser Stelle zu besprechen? Worum es geht, könnt ihr hier nachlesen (die Stories gibt es dort ebenfalls): http://www.heise.de/tp/r4/magazin/lit/22693/1.html Einziger Nachteil ist, dass die Geschichten am Bildschirm gelesen werden müssen. Aber ich glaube eine Auseinandersetzung mit diesen Texten lohnt sich auf jeden Fall. Der Ansporn für die Autorinnen und Autoren war sehr groß, so dass mit herausragenden Stories gerechnet werden kann. Da einige von euch selber Texte eingereicht haben oder Aktive SF-Autoren sind, sollten wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die von einer hochkarätigen Jury ausgewählten Stories zu begutachten und darüber zu diskutieren. Aber auch SF-Fans, die nicht selber schreiben, werden die online gestellten Geschichten sicherlich spannend und unterhaltsam finden und haben vielleicht auch etwas dazu zu sagen. Zwar gibt es bei Telepolis die Gelegenheit in einem Forum Stellungnahmen abzugeben. Aber das Verfahren erscheint mir etwas unübersichtlich. Also, wie sieht´s aus? Wir könnten die Texte z.B. nach alphabetischen Reihenfolge durchgehen und die Autoren zum Mitmachen motivieren.
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Super! Ich les das Forum schon seit längerem und hab das als Anlass genommen, mich endlich anzumelden. Meine Geschichte heißt "Aus der Reihe". Nicht wundern, die haben meinen Namen falsch geschrieben. Freue mich auf Euer feedback! Viele Grüße Julia
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Hallo Julia. Willkommen hier und Glückwunsch zur Nominierung. Das mit Deinem Namen ist natürlich ein bißchen doof.
Habe jetzt mal alle Geschichten angeklickt und zwei ausgedruckt.
Tatsächlich war mir keiner der Autoren bislang bekannt.
Ohne da zu sehr nachbohren zu wollen, aber haben sich viele der "üblichen Verdächtigen" dort beworben? Wenn ja, dann finde ich es interessant, dass es keiner in die Endrunde "schaffte"!
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ZITAT(Holger @ 22 Nov 2006, 23:51) [snapback]74537[/snapback]
Ohne da zu sehr nachbohren zu wollen, aber haben sich viele der "üblichen Verdächtigen" dort beworben? Wenn ja, dann finde ich es interessant, dass es keiner in die Endrunde "schaffte"!
Ich war dabei und auch noch ein paar andere, von denen ich weiß. Aber die Konkurrenz war stark, denke ich, und das Thema anspruchsvoll.
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ZITAT(Holger @ 22 Nov 2006, 21:51) [snapback]74537[/snapback]
(...) Tatsächlich war mir keiner der Autoren bislang bekannt. Ohne da zu sehr nachbohren zu wollen, aber haben sich viele der "üblichen Verdächtigen" dort beworben? Wenn ja, dann finde ich es interessant, dass es keiner in die Endrunde "schaffte"!
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ZITAT(Holger @ 22 Nov 2006, 22:51) [snapback]74537[/snapback]
Wenn ja, dann finde ich es interessant, dass es keiner in die Endrunde "schaffte"!
Ich finde das auch ... interessant. Mir geht's da wie Helmuth, ich kenne nur den Christian von Aster. Ein guter Grund, sich mit den Texten eingehend zu beschäftigen
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Ich hatte erst drei Tage vor Abgabetermin von der Ausschreibung erfahren (hier im SF-Netzwerk) und dann auf die Schnelle einen Auszug aus meinem SF-Roman geschickt. Das war aber total überflüssig und naiv gewesen, weil es in dem Text nur am Rande um das geforderte Thema ging. Aber bei der Prämie musste ich einfach was schicken, allein um mein Gewissen zu beruhigen. Aber natürlich ist der Text unten durchgefallen. Ich kenne von den ausgewählten Autorinnen und Autoren auch nur den Christian von Aster. Das wird bestimmt spannend, wieder neue Leute und ihre Texte kennen zu lernen. @Helmuth: Die Visionen 3 Besprechungen werden unter diesem Thema hier bestimmt nicht leiden. Schließlich sind wir ja alle engagiert und heißblütig bei der Sache. Außerdem wird es ja abends jetzt früh dunkel, so dass man sich vor das anheimelnde Licht seines Computerbildschirms flüchten muss und viel Zeit zum fachsimpeln hat. .
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ZITAT(Holger @ 22 Nov 2006, 21:51) [snapback]74537[/snapback]
Tatsächlich war mir keiner der Autoren bislang bekannt.
Ohne da zu sehr nachbohren zu wollen, aber haben sich viele der "üblichen Verdächtigen" dort beworben? Wenn ja, dann finde ich es interessant, dass es keiner in die Endrunde "schaffte"!
Ja, ich zähle mich mal zu den "üblichen Verdächtigen", und auch meine Story hat es nicht geschafft. Ich nehm das aber sportlich: Die Ausschreibung war aber so beschaffen, dass man alles Mögliche einsenden konnte, letztlich entscheidet der Geschmack der Jury (die mir bis auf F. Rötzer und natürlich H. W. Franke nicht bekannt war).
Christian von Aster ist mir ein Begriff, aber wir sollten nicht vergessen, dass Julia Blaschke 2005 den William-Voltz-Award gewonnen hat! (Hallo, Julia!)
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Hallo Julia. Auch von mir Glückwunsch zur Nominierung.
Ich habe es übrigens auch versucht, aber da ich mich nicht allzusehr ans Thema gehalten habe, bin ich nicht überrascht, das es nicht geklappt hat. Vielleicht beim nächsten Mal. Gibt es eigentlich eine Möglichkeit herauszufinden welchen Platz man gemacht hat?
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ZITAT(Jan Gardemann @ 22 Nov 2006, 15:23) [snapback]74525[/snapback]
Habt ihr Interesse und Lust dazu, die zehn SF-Stories/Hörspiele, die von der Jury aus den 340 eingesandten Texten für den Publikumspreis auf Telepolis zur Online-Abstimmung veröffentlicht wurden, an dieser Stelle zu besprechen?
Nachdem ich mir zweieinhalb Geschichten angetan habe: Nein.
Ein naiver "Brave New World"-Verschnitt mit einem Cyberbaby sowie die Geschichte vom armen Yuppy-Mädchen, das seine Seele - Pardon, seine Emotionen - für den beruflichen Aufstieg verkauft, haben meinen Bedarf an massenkompatiblen Near-Future-Szenarien im Illustriertenformat gedeckt.
Vermutlich muß ich jetzt anmerken, daß ich mich nicht am Wettbewerb beteiligt habe.
Gruß
Frank
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Also ich hab auch teilgenommen, weiß nicht, ob ich zu den "üblichen Verdächtigen" zähle (wobei so ziemlich alle SF-Ausschreibungen, die nicht mal wieder mit "maximal 20000 Zeichen" ankommen, mit Post von mir rechnen dürfen, von daher bin ich ausgesprochen verdächtig ...). Ich werd mir die Gewinner bei Gelegenheit auch zu Gemüte führen, derzeit bin ich etwas Lesestoffüberlastet. Vielleicht läuft die Diskussion ja auch in ein paar Wochen noch.
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ZITAT
Die ersten beiden und ein Stück von der dritten, die ein Lehrstück aus dem Handbuch: "Wie schreibe ich einen hölzernen Dialog?" sein könnte.
Hab jetzt zuerst die Story von der Julia gelesen ... dann presche ich doch mal mit einer Kritik zur zweiten Story "Aus der Reihe" vor und teste ihre Kritikfähigkeit :
Erinnert mich stark an "Equilibrium", wobei es in der Geschichte vorrangig um Leistungssteigerung im Berufsleben geht und nicht um Gewaltunterdrückung wie im Film - wobei ich bezweifeln möchte, dass eine Abtötung von Emotionen bzw. die ... "Verautistisierung" eines Menschen zu sinnvollen Ergebnissen bzw. brauchbaren, mündigen Mitarbeitern führt, aber gut. Was mir überhaupt nicht gefällt, ist die Umsetzung: Erstens der mehrfache Tempuswechsel, der wohl eine Art "Echtzeit-Erlebnis" bei den "spannenden" Szenen bewirken soll, was nicht so richtig funktioniert, und zweites der Wechsel vom "Show" zum "Tell", der den Großteil der Geschichte ausfüllt: eine langatmige Nacherzählung der Hintergründe, die sich nicht in den "Show"-Teil einfügen will und mehrere unschöne Brüche produziert. Liest sich wie ein Zettelkasten, wie Flickwerk, dass erst zu einer richtigen Geschichte zusammengefügt werden muss. Dennoch gebe ich zu, dass der Plot generell schon Potenzial besitzt und - bei richtiger Aufbereitung - ein recht ansprechendes Hörspiel ergeben könnte ... vielleicht haben das auch die Juroren so gesehen ... *schulterzuck*
Der Beitrag wurde von Frank bearbeitet: 24.11.2006, 14:24
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ZITAT(Frank @ 23 Nov 2006, 19:46) [snapback]74585[/snapback]
... dann presche ich doch mal mit einer Kritik zur zweiten Story "Aus der Reihe" vor und teste ihre Kritikfähigkeit :
Dann teste mal!
Equlibrium hab ich nicht gesehen, kann also zur Ähnlichkeit nichts sagen. Was die sinnvollen Ergebnisse einer "Verautistisierung" angeht: die Wirklichkeit ist manchmal gruseliger als man denkt.
Zum Aufbau: Das klingt natürlich hart. Ich hab während des Schreibens verschiedene Möglichkeiten ausprobiert und bin bei dieser als der für mich am besten funktionierenden gelandet. Gegenfrage: Welche Brüche waren dir zu holprig? Und wie hätte man sie glätten können?
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ZITAT
Gegenfrage: Welche Brüche waren dir zu holprig? Und wie hätte man sie glätten können?
Na, es beginnt mit einer Fluchtszene im Präsens, dann kommt - soweit ich das erkennen kann - ein Zeitsprung, doch die Zeitform bleibt gleich, dann eine Rückblende mit Tempuswechsel und das nach bereits ca. 3.400 Zeichen. Nacherzählung: 7.600, immer wieder durchbrochen von eingestreuten Dialogen, dann plötzlich ein längere "Show-"Szene mit der Auseinandersetzung zwischen der Protagonistin und dem Chef (Vergangenheitsform), dann zieht plötzlich Emma - jetzt wieder im Präsens - den Gurt fest, dann ein gedanklicher Sprung in die Zukunft "Ich werde auf dem Firmengelände wohnen." Dann sozusagen als Grande Finale deines Zeitform-Konfettis folgender Abschnitt, wo noch mal sämtliche Zeitformen schön bunt durcheinander purzeln:
ZITAT
Während ich meine Koffer gepackt habe, ist mir der Zettel in die Hand gefallen, den ich schnell aufgeschrieben habe, während ich vor dem Büro meines Chefs wartete. Er ergibt keinen Sinn. Aber auf die Rückseite habe ich geschrieben "NICHT WEGSCHMEISSEN!!!" und deswegen stecke ich ihn ein.
ZITAT
Ich packe meine Koffer. Dabei fällt mir ein Zettel in die Hand, hastig von mir beschrieben, als ich vor dem Büro meines Chefs wartete. Er ergibt keinen Sinn, und doch ahne ich, dass er etwas Wichtiges bedeuten muss: Mit roter Schrift steht auf der Rückseite: "NICHT WEGSCHMEISSEN!!!" Deshalb stecke ich ihn ein.
Wie man das besser machen kann? EINE ZEITFORM WÄHLEN UND DURCHHALTEN! Und wenn du zeitlich springen willst, dann als "Show"-Abschnitt, nicht als Nacherzählung im "Tell". Jo.
Der Beitrag wurde von Frank bearbeitet: 24.11.2006, 10:12
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Beim ersten überfliegen würde ich sagen, dass die meisten Stories wohl nicht so recht meinen Geschmack treffen. Die Story von Julia habe ich ganz gelesen, gefällt mir eigentlich recht gut (Ich störe mich da auch nicht so an dem "Flickwerk" - etwas strukturierter hätte es sein können, aber thematisch passen die Sprünge und Unebenheiten ganz gut), ich bin aber auch ein bisschen enttäuscht, weil die Story mich nicht einmal überraschen konnte. Der erste Eindruck von den Ergebnissen versöhnt mich jedenfalls mit meiner Ablehnung. Was hier gewünscht wurde, ist glaube ich einfach nicht so ganz mein Fall. Die Story von Chhristian v. A. werde ich mir aber in jedem Fall noch ganz zu Gemüte führen müssen - schließlich habe ich bei dem sonst durchaus meine Freude!
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Ich habe nach einigen Seiten abgebrochen, das wollte ich mir nicht antun: Blutleere Abhandlung nach Art von "Das Leben in X-Jahren" oder "Wie sieht unsere Zukunft aus?" mit viel technischem Brimborium. Hey, soll das vielleicht eine Story sein?
Aus der Reihe von Julia Plaschke
Die Story wirkt fragmentarisch, wie aus dem Zusammenhang gerissen. Was will sie uns eigentlich sagen, über uns und unsere Zukunft? - Dass das Streben nach mehr Ratio durch Unterdrückung der Emotio falsch ist? Wissen wir das nicht längst? Haben wir nicht längst erkannt, dass Gefühle wesentlicher Bestandteil der "Intelligenz" sind? - Wie sagt die Autorin selbst: Wir wollten keine Maschine schaffen, die uns das Denken abnahm, wir wollten den Maschinen das Denken abnehmen. - Ja, bitte schön, wofür denn? Diese Art von "Denken" können wir getrost den Maschinen überlassen.
Stilistisch eher schwach. Sorry, Julia, aber da musst Du noch kräftig an Dir arbeiten.
Und, bevor ich´s vergesse: Nein, ich habe keine Geschichte eingereicht.
Grüsse, Helmuth
Der Beitrag wurde von Helmuth W. Mommers bearbeitet: 24.11.2006, 16:09
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Hi Frank, danke für die Mühe, die Du Dir gemacht hast. Ich hab meine Geschichte auf deine Kritik hin nochmals durchgelesen, aber ehrlich gesagt, ich finde keine Inkonsistenz. Alles was die Protagonistin gerade erlebt (oder sich vorstellt), ist im Präsens erzählt, unterbrochen von einer Erinnerungssequenz, die im Perfekt erzählt ist.
Zur Verdeutlichung, der Aufbau der Geschichte (spoilerfrei): 1. Tagtraum (Präsens, eingeleitet durch Konjunktiv, beendet durch "reisst mich aus meinen Träumen") 2. Vorbereitung der Behandlung (Präsens) 3. Erinnerung: wie konnte es soweit kommen? (Perfekt) 4. Durchführung der Behandlung (Präsens) 5. Was dann passiert (Präsens)
Im Originalmanuskript hatte ich übrigens die einzelnen Teile durch doppelte Absätze getrennt.
Deinem Rat zu folgen, eine Zeitebene durchzuhalten, hieße, entweder die Gegenwart im Perfekt, oder die Vergangenheit im Präsens zu erzählen und beides gefällt mir nicht besonders.
Zu deiner Variante:
ZITAT(Frank @ 24 Nov 2006, 04:53) [snapback]74593[/snapback]
Ich packe meine Koffer. Dabei fällt mir ein Zettel in die Hand, hastig von mir beschrieben, als ich vor dem Büro meines Chefs wartete. Er ergibt keinen Sinn, und doch ahne ich, dass er etwas Wichtiges bedeuten muss: Mit roter Schrift steht auf der Rückseite: "NICHT WEGSCHMEISSEN!!!" Deshalb stecke ich ihn ein.
Auch schön. Aber ich mag es reduzierter. Die rote Farbe und der erneute Hinweis auf die Wichtigkeit ist mir zuviel.
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ZITAT
1. Tagtraum (Präsens, eingeleitet durch Konjunktiv, beendet durch "reisst mich aus meinen Träumen")
Ja, siehste, und ich dachte, dass wäre Realität, beendet mit: "Nur noch ein paar Schritte und ich bin in Sicherheit." Neue (frühere) Szene: "Also dann, lasst uns anfangen!"
ZITAT
Jetzt wäre der richtige Moment gekommen, um zu fliehen. Ein gezielter Tritt und der Neurotechniker bricht zusammen.
Weil hier nämlich "bräche" stehen müsste ... Klar, ist ein Kunstgriff, den Konjunktiv sofort wegzulassen, aber das verwirrt den (dummen - unaufmerksamen - hektischen ) Leser nur ...
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