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Humor in deutscher SF-Literatur?


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55 Antworten in diesem Thema

#31 Heidrun

Heidrun

    Giganaut

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Geschrieben 28 Juli 2010 - 13:32

Hast Du vermutlich schon, aber offenbar bin ich der einzige, der sich über den "gastfreien Planeten" scheckig lachen kann. ;)

Ich wollte es haben, obwohl ich es nicht brüllend komisch fand. Aber ich hab's nicht bekommen ;) . Ich finde selten was wirklich lustig.

Unbedingt dazu gehört aber Ernst-Eberhard Manski, über dessen "Dezibel" ich selbst im Krankenhaus laut lachen mußte (sehr schräge Blicke), und Uwe Posts "Symbiose" kann ich auch uneingeschränkt empfehlen.
Außerdem: Gerhard Branstner "Reise zum Stern der Beschwingten", allerdings ein uralter Klassiker aus der DDR, den es garaniert nur noch antiquarisch gibt.
Ich mag außerdem Arnold Bucher ganz ungemein, obwohl er von der Kritik meist Prügel bezieht. Die Nur-Leser in meiner Familie geben mir recht. Er bringt auf zwei, drei Seiten eine Menge Absurdität unter. Allerdings tauchen diese 2, 3 Seiten irgendwo zwischen 200 anderen auf. Wir sorgen dafür, daß es in unseren Büchern immer auch etwas Lustiges gibt zwischen den Weltuntergängen. Obwohl ich ein Attest für meine Humorlosigkeit habe.
  • (Buch) gerade am lesen:Gene Wolfe "Sword and Citadel"

#32 Uwe Post

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Geschrieben 28 Juli 2010 - 14:22

Ich darf an dieser Stelle darauf hinweisen, dass mein Roman SYMBIOSE soeben den zweiten Platz beim DSFP erreicht hat. Unabhängig vom Humorgeschmack der Jury darf daraus gerne geschlossen werden, dass der Roman nicht nur recht witzig, sondern auch insgesamt recht brauchbar ist. Definitiv ein Hinweis für mich, in diese Richtung weiterzumachen. Allzu viele deutsche Autoren gibt es ja nicht, die sich auf Romanlänge humoristisch mit SF auseinandersetzen. D.h. einer muss den Job ja machen - in dem Fall halt ich... und gerne ;)

Bearbeitet von Uwe Post, 28 Juli 2010 - 14:22.

Herausgeber Future Fiction Magazine (deutsche Ausgabe) ||| Aktuelles Buch: KI - KOMISCHE INTELLIGENZ (mit Uwe Hermann) ||| edition-übermorgen.de ||| uwepost.de ||| deutsche-science-fiction.de


#33 lapismont

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Geschrieben 28 Juli 2010 - 15:35

Außerdem: Gerhard Branstner "Reise zum Stern der Beschwingten", allerdings ein uralter Klassiker aus der DDR, den es garaniert nur noch antiquarisch gibt.

Jap, aber doch schon recht spezifischer Humor. Ich hatte das Buch und den Autor damals in Sono vorgestellt (Gerhard Branstner - Mit der Bommel durchs All), samt Interview. Branstner ist eher der Theater-Mann. Aber wer etwas von ihm in die Hand bekommt, sollte mal reinschauen.

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#34 Heidrun

Heidrun

    Giganaut

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Geschrieben 31 Juli 2010 - 22:20

Ich muß noch was loswerden. Klar, "Per Anhalter durch die Galaxis" ist schreiend komisch, aber wenn ich so durch meine Amerikaner+Briten im Regal schaue, dann sind die meisten auch todernst. Das ist keine Macke, die nur die Deutschen haben. Komische SF ist eher selten.
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#35 †  a3kHH

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    Applicant for Minion status in the Evil League of Evil

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Geschrieben 31 Juli 2010 - 23:04

Komische SF ist eher selten.

Komische SF wird eher selten ins Deutsche übersetzt. Aber auch da gibt es genügend : Etwa Anderson oder Dickson oder deCamp oder Dick oder Harrison oder oder oder ... Vielleicht liest Du einfach nur die falschen Romane.
:unsure:

#36 Martin Stricker

Martin Stricker

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Geschrieben 01 August 2010 - 19:40

Komische SF ist eher selten.

Rein komische SF ist in der Tat eher selten und funktioniert oft nicht, da die Geschichte darunter leidet, daß auch noch der letzte Kalauer aus der Sache herausgequetscht wird. Kurzgeschichten von Philip K. Dick, Frederic Brown und Robert Sheckley tendieren stark zu humorvoll-fiesen Enden und sind trotzdem gut gemacht. Was ich mag, sind ernste Geschichten, die hin und wieder durch Humor aufgelockert werden. Ein gutes Beispiel ist Dr. "Pille (Bones)" McCoy, dessen schnodderigen Bemerkungen die eigentlich ernsten Episoden von Star Trek auflockern. Sehr gut gefällt mir der trockene Galgenhumor in der Kris-Longknife-Serie von Mike Shepherd, die leider immer noch nicht auf deutsch erhältlich ist.

#37 Gast_Jorge_*

Gast_Jorge_*
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Geschrieben 01 August 2010 - 20:13

Wenn ich so durch meine Amerikaner+Briten im Regal schaue, dann sind die meisten auch todernst. Das ist keine Macke, die nur die Deutschen haben. Komische SF ist eher selten.


?

http://www.epilog.de...mann_Satire.htm

Und noch ein paar Klassiker:

Die Odyssee des Captain Roadstrum
http://www.kerckhoff..._M/MSF_3504.HTM

Es grünt so grün
http://www.kerckhoff..._M/MSF_3510.HTM

Tore in der Wüste
http://www.kerckhoff..._M/MSF_3525.HTM

Des Erdenmannes schwere Bürde
http://www.kerckhoff..._M/MSF_3530.HTM

Sir Rogers himmlischer Kreuzzug
http://www.kerckhoff..._M/MSF_3566.HTM

Schmetterlingskind
http://www.kerckhoff..._M/MSF_3664.HTM

Die grünen Teufel vom Mars
http://www.kerckhoff..._H/HSF_3038.HTM

Der Weltraum-Roboter
http://www.kerckhoff..._H/HSF_3105.HTM

Das andere Universum
http://www.kerckhoff..._H/HSF_3215.HTM

Zwischenhalt
http://www.kerckhoff..._H/HSF_4052.HTM

Die Galaxis-Rangers
http://www.kerckhoff...R_T/TTB_358.HTM

Zeitreise in Technicolor
http://www.kerckhoff...R_T/TTB_315.HTM

um nur mal ein paar zu nennen...es gibt nämlich noch viel mehr :) .

#38 Heidrun

Heidrun

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Geschrieben 02 August 2010 - 11:41

Au fein, jetzt diskutieren wir, was Humor ist ... Dick etwa hätte ich da auf keinen Fall einsortiert. Okay, einige seiner Storys, aber die Romane? Vielleicht habe ich die falschen gelesen? In meinem Regal hätte ich nur Sheckley und Rob Grant in die Humor-Schublade gesteckt oder den einen SF-Ausrutscher von Pratchett. Ich mache freilich noch einen Unterschied zwischen "humoristischer SF" und Büchern, in denen mich ab und an ein fieses Grinsen oder freundliches Schmunzeln befällt, die ansonsten aber eher ernsthaft sind. Allerdings lese ich mindestens die Hälfte der Briten und Amerikaner in Englisch/Amerikanisch und kaufe die auch dort (traumhafte Regale ...) Nur an mir kann es auch nicht liegen, denn der Grant war ein reiner Spontankauf (in Inverness/Schottland), weil ich auf der ersten Seite nicht aus dem Kichern rauskam.
  • (Buch) gerade am lesen:Gene Wolfe "Sword and Citadel"

#39 Diboo

Diboo

    Kaisertentakel

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Geschrieben 02 August 2010 - 11:44

Sehr gut gefällt mir der trockene Galgenhumor in der Kris-Longknife-Serie von Mike Shepherd, die leider immer noch nicht auf deutsch erhältlich ist.


Da sagste mal was. Und das, wo sich MilSF doch offenbar ganz ordentlich verkauft. Ich weiß auch nicht, warum da noch keiner das Händchen drauf gelegt hat.

"Alles, was es wert ist, getan zu werden, ist es auch wert, für Geld getan zu werden."
(13. Erwerbsregel)

"Anyone who doesn't fight for his own self-interest has volunteered to fight for someone else's."
(The Cynic's book of wisdom)

Mein Blog
 


#40 Martin Stricker

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Geschrieben 02 August 2010 - 19:39

Dick etwa hätte ich da auf keinen Fall einsortiert. Okay, einige seiner Storys, aber die Romane? Vielleicht habe ich die falschen gelesen?

Wenn Du die falschen gelesen hast, hab ich das auch. Die Dick-Romane, die ich kenne, sind weder humorvoll noch sonderlich gut - ganz im Gegensatz zu seinen Kurzgeschichten. Ich muß allerdings gestehen, daß ich einen recht schrägen Humor habe und etliches lustig finde, über das andere vermutlich nicht (mehr) lachen können.

In meinem Regal hätte ich nur Sheckley und Rob Grant in die Humor-Schublade gesteckt oder den einen SF-Ausrutscher von Pratchett.
[...]
Nur an mir kann es auch nicht liegen, denn der Grant war ein reiner Spontankauf (in Inverness/Schottland), weil ich auf der ersten Seite nicht aus dem Kichern rauskam.

Und, war es gut? Wenn ja, bitte noch den Titel, damit ich es mir auch holen kann, danke!

Da sagste mal was. Und das, wo sich MilSF doch offenbar ganz ordentlich verkauft. Ich weiß auch nicht, warum da noch keiner das Händchen drauf gelegt hat.

Ich verstehe es auch nicht, es würde prima ins Bastei-Programm passen. In das vom neuen Heyne nicht, denn es ist ja gut... http://www.scifinet....tyle_emoticons/default/dry.png

Bearbeitet von shugal, 02 August 2010 - 19:44.


#41 fictionality

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Geschrieben 15 August 2010 - 12:58

Also, es gibt in der SF-Szene schon vergleichsweise wenig Möglichkeiten für Kurzgeschichten-Autoren, die Humoriges verfassen. Bei Romanen sieht es anders aus. Nachfolger von Douglas Adams werden immer gesucht. Ich selbst habe vor Jahren einen humorigen SF-Roman geschrieben, der leider beim Verleger verloren gegangen ist. Schade. Ich sehe es als Chance: Jetzt kann ich mich dem widmen, was ich eigentlich schon immer schreiben wollte: spannende SF-Thriller. Wenn man da schon einen Satire-Roman veröffentlicht hat, stehen die Chancen nicht so gut, von der Leserschaft ernst genommen zu werden (ohne die Schreiben von Satire zu verunglimpfen, bin selbst ein Fan von gut gemachter Satire) ...

#42 Gevo

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Geschrieben 15 August 2010 - 18:42

Wenn hier im Thread von "deutscher" humorvoller SF zu allgemeiner humorvoller SF erweitert wird, kann ich nicht umhin, den allerlustigsten aller je von mir gelesenen SF-Romane anzuführen!

"A Civil Campaign" von Lois McMaster Bujold,
enthalten in

Lois McMaster Bujold
Der Botschafter © (2006) (D) (SF)
Deutsche Erstausgabe
A Civil Campaign / Winterfair Gifts / Diplomatic Immunity (2006) (US)
Uebersetzer: Michael Morgental
Heyne SF & F, 52127: 1. Aufl. (TB)
959 S., ISBN: 3-453-52127-7
Preis: 10,95 EU
Titelbild: Jim Burns
Serie: Barrayar (ND) 6

Ich habe mich gekringelt!

Gevo

Bearbeitet von Gevo, 15 August 2010 - 18:43.


#43 Harald Giersche

Harald Giersche

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Geschrieben 15 August 2010 - 20:33

Also, es gibt in der SF-Szene schon vergleichsweise wenig Möglichkeiten für Kurzgeschichten-Autoren, die Humoriges verfassen. ...

Mhm ... nö, das glaube ich nicht, wenn eine Geschichte gut ist, gibt es in Deutschland doch einige KG-Sammlungen, die regelmäßig erscheinen und die gerne guten Stoff nehmen. Nur um einige zu nennen: NOVA, die SF-Reihe bei Wurdack, XUN, die neuen "Ferne Welten" Hefte und andere. Die brauchen immer gutes Material. Und das darf ganz sicher auch lustig sein.

... Bei Romanen sieht es anders aus. Nachfolger von Douglas Adams werden immer gesucht. ...

Jaha, aber deutsche Autoren haben es eh schwer, im eigenen Land SF an den Mann zu bringen, das muss schon echt gut sein ...

... Ich selbst habe vor Jahren einen humorigen SF-Roman geschrieben, der leider beim Verleger verloren gegangen ist. Schade. ...

Wie geht denn das? Verloren hieße dann ja, dass Du nicht einmal das Original hast ...??? ;) :) :D

Ich sehe es als Chance: Jetzt kann ich mich dem widmen, was ich eigentlich schon immer schreiben wollte: spannende SF-Thriller. Wenn man da schon einen Satire-Roman veröffentlicht hat, stehen die Chancen nicht so gut, von der Leserschaft ernst genommen zu werden (ohne die Schreiben von Satire zu verunglimpfen, bin selbst ein Fan von gut gemachter Satire) ...

Ich glaube nicht, dass jemand, der einen Satire/lustigen/komischen SF Roman geschrieben hat, Schwierigkeiten hätte, einen 'normalen' SF-Roman an den Mann zu bringen. Immerhin hat er, wenn er das Lustige geschickt in die Story einbauen kann, eine Pfundswaffe, seine Geschichte interessant zu gestalten.

Ich persönlich muss sagen, dass ich neben einigen Scheckley Stories nur Adams aufzählen könnte. Und Post.
Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass auch in der SF das Lustige oft von Persiflage und Satire komme, quasi eine Comedy-Show in Worten. Mhm, gibt es eigentlich 'Lustig ™' ohne das?
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Harald Giersche
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#44 fictionality

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Geschrieben 15 August 2010 - 21:54

Mhm ... nö, das glaube ich nicht, wenn eine Geschichte gut ist, gibt es in Deutschland doch einige KG-Sammlungen, die regelmäßig erscheinen und die gerne guten Stoff nehmen. Nur um einige zu nennen: NOVA, die SF-Reihe bei Wurdack, XUN, die neuen "Ferne Welten" Hefte und andere. Die brauchen immer gutes Material. Und das darf ganz sicher auch lustig sein.


Ja, stimmt schon.

Jaha, aber deutsche Autoren haben es eh schwer, im eigenen Land SF an den Mann zu bringen, das muss schon echt gut sein ...

Wie geht denn das? Verloren hieße dann ja, dass Du nicht einmal das Original hast ...??? ;) :) :D


Ach, ich hatte meinem Verleger das Originalmanuskript geschickt, der hat den Verlag verkauft, Manuskript verschollen, meinen PC hatte ein Virus befallen, bums. Da war er weg. Ein professioneller Datenretter könnte ihn wahrscheinlich wieder hervorzaubern, aber die sind teuer.

Ich glaube nicht, dass jemand, der einen Satire/lustigen/komischen SF Roman geschrieben hat, Schwierigkeiten hätte, einen 'normalen' SF-Roman an den Mann zu bringen. Immerhin hat er, wenn er das Lustige geschickt in die Story einbauen kann, eine Pfundswaffe, seine Geschichte interessant zu gestalten.


Ich glaube schon dass es schwierig ist. Es ist eben ein Spagat den man vollführen muss und gerade die Leserschaft versteht oft nicht, wenn man zu sehr von seiner Kernfunktion abdriftet.

Ich persönlich muss sagen, dass ich neben einigen Scheckley Stories nur Adams aufzählen könnte. Und Post.
Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass auch in der SF das Lustige oft von Persiflage und Satire komme, quasi eine Comedy-Show in Worten. Mhm, gibt es eigentlich 'Lustig â„¢' ohne das?


Little Britain ist definitiv lustig. Und auch Bully & Rick. Besonders gefiel mir der Gag mit Rapunzel, die als Kirchturmglocke missbraucht wurde ;-)

#45 Martin Stricker

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Geschrieben 15 August 2010 - 23:20

Ach, ich hatte meinem Verleger das Originalmanuskript geschickt, der hat den Verlag verkauft, Manuskript verschollen, meinen PC hatte ein Virus befallen, bums. Da war er weg. Ein professioneller Datenretter könnte ihn wahrscheinlich wieder hervorzaubern, aber die sind teuer.

Schade! Ich hab ein paar Deiner Kurzgeschichten gelesen, von daher wäre ich auf einen humorigen Roman von Dir sehr gespannt gewesen.

Ich glaube schon dass es schwierig ist. Es ist eben ein Spagat den man vollführen muss und gerade die Leserschaft versteht oft nicht, wenn man zu sehr von seiner Kernfunktion abdriftet.

Jein. Ein guter humorvoller Roman ist meiner Meinung nach viel schwieriger zu schreiben als ein guter normaler Roman - jeder versteht Humor anders, und Humor kann schnell ins Alberne abgleiten oder zum Selbstzweck werden (wenn sich die Geschichte der Jagd nach Pointen unterordnen muß). Wer also einen guten humorvollen Roman hinkriegt, sollte mir "normalen" Romanen keine Schwierigkeiten haben und kann sie sogar mit etwas Humor würzen, was das Leseerlebnis zumindest für mich deutlich erhöht.

Little Britain ist definitiv lustig. Und auch Bully & Rick. Besonders gefiel mir der Gag mit Rapunzel, die als Kirchturmglocke missbraucht wurde ;-)

Die eine Folge von "Little Britain", die ich mir aufgrund empfehlender Freunde habe anschauen müssen, war nicht lustig, sondern eklig. Eingefügtes Bild "Bully & Rick" ist lustig. ;)

#46 fictionality

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Geschrieben 16 August 2010 - 09:27

Schade! Ich hab ein paar Deiner Kurzgeschichten gelesen, von daher wäre ich auf einen humorigen Roman von Dir sehr gespannt gewesen.


In meinem neuen Buch, das vorauss. bald erscheint (ich hab noch keinen Vertrag, deshalb bin ich vorsichtig mit Ankündigungen, aber wenn es erscheint, wird es "Menschgrenzen" heißen) sind fast alle meiner humorigen SF-Geschichten versammelt. Das würde ich dir empfehlen. Den Roman (eine SF-Coca-Cola-Persiflage) würde ich auch noch irgendwann veröffentlichen, wenn ich ihn noch hätte, aber erst mal möchte ich gute SF-Thriller schreiben, weil sich meine Schreibe irgendwie dahin entwickelt hat.

Jein. Ein guter humorvoller Roman ist meiner Meinung nach viel schwieriger zu schreiben als ein guter normaler Roman - jeder versteht Humor anders, und Humor kann schnell ins Alberne abgleiten oder zum Selbstzweck werden (wenn sich die Geschichte der Jagd nach Pointen unterordnen muß). Wer also einen guten humorvollen Roman hinkriegt, sollte mir "normalen" Romanen keine Schwierigkeiten haben und kann sie sogar mit etwas Humor würzen, was das Leseerlebnis zumindest für mich deutlich erhöht.


Ja, Humor ist so eine Sache (s. u.). Dem einen gefällt, was dem anderen schon wieder zu weit geht. Bei Filmen stößt mir auf, dass Humor fast immer eine Parodie sein muss (siehe Filme wie Space Balls). Vielleicht ist das auch ein Generationenproblem. Ich kann mich an ältere Filme erinnern, die sehr humorvoll waren (Hotel Paradiso z. B.), während viele neue Filme nur schlechte Kopien oder eben Parodien sind. Gute, böse, versteckte Satire findet man z. B. auch in den Filmen von Quentin Tarantino.

Die eine Folge von "Little Britain", die ich mir aufgrund empfehlender Freunde habe anschauen müssen, war nicht lustig, sondern eklig. Eingefügtes Bild "Bully & Rick" ist lustig. ;)


Siehst du, da gehen die Meinungen schon auseinander ...

Gruß, Sven

#47 Uwe Post

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Geschrieben 16 August 2010 - 13:31

@Bully+Rick: Das fällt aber zum großen Teil unter Persiflage, und Harald hatte ja gefragt, ob es auch "anderes lustig" gibt.

Humor funktioniert ja meist so, dass (als Pointe) etwas unerwartetes geschieht. Das geht aber nur, wenn es eine Erwartung beim Rezipienten gibt.
Deshalb bringt man mit Persiflagen so viele Leute zum Lachen, nämlich (fast) alle, die das Original kennen. "Ernste" Dinge durch den Kakao zu ziehen, wirkt entspannend, daher lacht man so gerne drüber. Ob man Ekel-Übertreibungen witzig findet, hängt stark von individuellen Hemmschwellen ab, daher kommt z.B. Little Britain bei vielen Leuten überhaupt nicht an.

Eine andere Art des Humors ist Slapstick. Funktioniert aber visuell (wie in Filmen mit Laurel&Hardy) wesentlich besser als in gelesenem Text. Dürfte am Tempo liegen, das man als Autor nicht genau bestimmen kann.

Ihr seht: Ich habe mich ausführlich mit den theoretischen Aspekten des Phänomens Humor beschäftigt, bevor ich das Wagnis eingegangen bin, Walpar Tonnraffir und der Zeigefinger Gottes zu schreiben... ;)

Bearbeitet von Uwe Post, 16 August 2010 - 13:34.

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#48 fictionality

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Geschrieben 16 August 2010 - 14:04

@Bully+Rick: Das fällt aber zum großen Teil unter Persiflage, und Harald hatte ja gefragt, ob es auch "anderes lustig" gibt.


Find ich nicht. Bully & Rick zeigen den Deutschen endlich mal wieder (seit Didi Hallervorden & Samstag Nacht), wie man Humor macht. Persiflagen sind dort kaum bis gar nicht vorhanden. Ist mir zumindest nicht aufgefallen.

#49 Uwe Post

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Geschrieben 16 August 2010 - 18:32

Find ich nicht. Bully & Rick zeigen den Deutschen endlich mal wieder (seit Didi Hallervorden & Samstag Nacht), wie man Humor macht. Persiflagen sind dort kaum bis gar nicht vorhanden. Ist mir zumindest nicht aufgefallen.

Vielleicht reden wir von unterschiedlichen Sketchen. Ich als so-gut-wie-nie-Fernseher denke zugegebenermaßen hauptsächlich an Sketche, in denen Sissy oder Star Trek veralbert werden. Wenn das keine Persiflage ist... davon abgesehen entfernen wir uns mit Bully, Rick und Dieter Hallervorden weit vom Thema dieses Threads, oder?

Die Phrase "wie man Humor macht" halte ich für nicht verwendbar. Humor ist eben zum großen Teil Geschmacksache. Es kann nicht nur "einen" Weg geben, wie "man" ihn richtig "macht".

Bearbeitet von Uwe Post, 16 August 2010 - 18:33.

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#50 fictionality

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Geschrieben 17 August 2010 - 12:42

Vielleicht reden wir von unterschiedlichen Sketchen. Ich als so-gut-wie-nie-Fernseher denke zugegebenermaßen hauptsächlich an Sketche, in denen Sissy oder Star Trek veralbert werden. Wenn das keine Persiflage ist...


Jetzt weiß ich was du meinst: die "Bullyparade". Die war auch mit Bully und Rick, aber "Bully & Rick" ist eine eigene Sendung. Da kommt gar keine Persiflage drin vor.

davon abgesehen entfernen wir uns mit Bully, Rick und Dieter Hallervorden weit vom Thema dieses Threads, oder?


Das stimmt wohl, diese allgemeine Diskussion über Humor ist aber schon zielführend, weil auch auf die SF anwendbar.

Die Phrase "wie man Humor macht" halte ich für nicht verwendbar. Humor ist eben zum großen Teil Geschmacksache. Es kann nicht nur "einen" Weg geben, wie "man" ihn richtig "macht".


Genau. Vielleicht sollte man zuerst einmal die verschiedenen Varianten von Humor herausstellen, dann wird es auch leichter, ein Urteil über den Humor in der deutschen SF zu fällen ... Meiner Ansicht nach gibt es da den ganz "platten" Didi-Humor, den gehobeneren Humor wie z. B. bei Douglas Adams, Satire, Persiflage, Stand-up-Comedy, Sit-Com-Humor etc. ... mir würden bestimmt noch viele verschiedene Varianten einfallen.

#51 Gast_Dirk_*

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Geschrieben 17 August 2010 - 17:24

Interessantes Thema. Welche Varianten mag ich / kenne ich? Ich persönlich mag am ehesten Humor in Büchern allgemein, der sich aus der Situtaion und dem Zusammenspiel zwischen den jeweils handelenden Figuren ergibt. Also am ehesten Sit-Com. Gute Satiren sind selten, lese ich aber auch sehr gerne. Hier sehe ich aber die Schwierigkeit, dass der jeweilige Autor schnell ins "Bully&Rick" bzw. ins "Schuh des Manitou"-Szenarios abrutscht, die vor Insidern nur so wimmeln, sich nicht allen Lesern erschließen und zudem sehr (!) geschmacksabhängig sind. Viele humorvolle Bücher aus dem englischsprachigen Raum verlieren zudem in der Übersetzung an Pfeffer. Was ich gar nicht mag, sind Slap-Stick Einlagen, die meist an der fehlenden Rasanz scheitern, die ein Film beiten kann, in einem Buch aber sehr schwer zu handeln sind. Wie gesagt, ein interessantes Thema und ein verdammt weites Feld voller Minen, die rein nach geschmacklichen Ausrichtungen verteilt werden. Ich abboniere diesen Thread mal, denn man will ja lernen ;) LG Dirk :)

#52 Heidrun

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Geschrieben 25 August 2010 - 14:34

Und, war es gut? Wenn ja, bitte noch den Titel, damit ich es mir auch holen kann, danke!

Entschuldige, shugal, ich habe eine Weile nicht reingesehen ...
Ja und nein. Die erste Hälfte von "Incompetence" fand ich wirklich lustig, aber danach ging dem Autor irgendwie die Luft aus. Da merkte man, daß er vorher eher Sketche geschrieben hat. Die Szenen an sich waren recht nett, aber als Roman wollte es nicht recht zusammenhalten. Die Idee, daß keiner aus Gründen der Unfähigkeit diskrimiert werden darf, war dafür ein bißchen dünn.
Immerhin war es aber gut genug, daß ich drei Jahre später im 1-Pfund-Book-Shop Rob Grants zweiten Roman "Fat" gekauft habe (tatsächlich schadhaftes Mängelexemplar). In der Summe ging der Preis dann auf - "Fat" ist richtig gut, durchaus auch lustig, hat aber ein ernsthaftes Anliegen und drei Protagonisten, die sich mit echten Problemen herumschlagen. Kann ich empfehlen.
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#53 Martin Stricker

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Geschrieben 28 August 2010 - 18:47

Danke, Heidrun! :)

#54 Fyona

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Geschrieben 09 September 2010 - 06:25

Ich darf an dieser Stelle darauf hinweisen, dass mein Roman SYMBIOSE soeben den zweiten Platz beim DSFP erreicht hat.
Unabhängig vom Humorgeschmack der Jury darf daraus gerne geschlossen werden, dass der Roman nicht nur recht witzig, sondern auch insgesamt recht brauchbar ist.

Definitiv ein Hinweis für mich, in diese Richtung weiterzumachen. Allzu viele deutsche Autoren gibt es ja nicht, die sich auf Romanlänge humoristisch mit SF auseinandersetzen. D.h. einer muss den Job ja machen - in dem Fall halt ich... und gerne ;)


Ich habe mir inzwischen die ersten Bücher aus der Empfehlungs-Liste zu Gemüte geführt, u.a. eben "Symbiose". Ehrlich gesagt, war die Lektüre zuerst etwas irritierend, weil ziemlich viele Personen rasch hintereinander eingeführt werden und die Vorgeschichte erst weit hinten im Buch erzählt wird; bei einer Szene bin ich mir bis jetzt nicht sicher, wo sie eigentlich spielt. Wenn man sich aber erst einmal eingelesen hat, ist es sehr unterhaltsam, angenehm ironisch, erfreulich geistreich, und es hat auch das, was ich (ja, Klischee!) von einem deutschsprachigen SF-Autor erwarte: Einen gewissen philosophisch-weltanschaulichen Hintergrund. Ich habe zwar auch Teilhard de Chardin gelesen (daher stammt doch das Omega-Konzept?), aber auf eine literarische Umsetzung wäre ich nie gekommen. Kompliment!

Auch dioe Anthologie "Darwins Schildkröte" habe ich durch. Die Geschichten haben wechselndes Niveau und Unterhaltungswert, aber auf einige interessante und originelle Autoren bin ich auch dabei gestoßen - und auch schon auf ein paar Bekannte...

#55 Naut

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Geschrieben 12 September 2010 - 18:20

Auch die Anthologie "Darwins Schildkröte" habe ich durch. Die Geschichten haben wechselndes Niveau und Unterhaltungswert, aber auf einige interessante und originelle Autoren bin ich auch dabei gestoßen - und auch schon auf ein paar Bekannte...

Das freut mich, denn ich meine auch, dass trotz wechselndem Niveaus (durchaus meine Meinung) ein paar lohnende Geschichten dabei sind.
Liest gerade: Zafón - Der dunkle Wächter

#56 Forticus

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Geschrieben 20 September 2010 - 12:38

Ich sag vielen herzlichen Dank für die vielen Lesetipps ! Vor ca 30 Jahren sah ich mich mit einer ähnlichen Frage konfrontiert, wie eingangs Fyona. Auf dem Weg zur Uni und damit in die lang ersehnte Zukunft habe ich sie aber vermutlich an irgendeiner Bushaltestelle stehen lassen und dann vergessen. Und als ich vor ein paar Jahren schließlich im Alltag angekommen war, griff ich wieder ins Regal, erwischte aber vermehrt SF-Romane die vom Autor den Charm eines Sachbuches verpasst bekommen hatten.
"Ich bin die Konsequenz meiner Entscheidungen." (Buch Forticus 17,1)
"Am Anfang war das Wort ... am Ende nur noch Fe_56 !" (Buch Forticus 1,∞)


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