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Im September, liebe Kurzgeschichten-Fans, wiederholen wir das Rennen um den Kurd-Laßwitz-Preis für Kurzgeschichten, sozusagen, da wir die 3 höchstplatzierten Geschichten gleichzeitig starten - dies ist der 2. Thread von 3. Damit ihr das verkraften könnt, haben wir als Ausgleich ein Rategewinnspiel veranlasst (Details dazu im FAQ-Thread - dort gibt es auch eine Linkliste der 3 Geschichten).
Zweiter in 2005 war ANDREAS ESCHBACHS Quantenmüll.
Viel Spass beim Lesen und Vergleichen!
Der Beitrag wurde von yiyippeeyippeeyay bearbeitet: 01.09.2005, 11:45
Yay!-SF-Monolog im August... S<a>: Was machst du da? S<k>: Was ich für nötig halte! (Selbstgespräche der "weiblichen" KI benannt nach einer nordischen Kriegsgöttin, aus Halo: Erstkontakt, by Staten)
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Eine Geschichte mit viel Witz und mit unaufdringlichem Humor. Wirklich gut erzählt, wenn auch der Anfang der Geschichte einen kleinen Hänger hat. Von den drei Geschichten mit Abstand mein Favorit. Absolute Premiumklasse!
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Mich hatte der Titel interessiert und so habe ich mir die Geschichte zu Gemüte geführt. Ich glaube nicht, dass Andreas Eschbach jemals eine Geschichte ohne ein gewisses Augenzwinkern geschrieben hat, wie auch immer, die Poente hier ist schlicht genial. Womöglich muss man eine solche Geschichte mit ein wenig Humor würzen, da es sich um ein Gedankenspiel handelt, das man gar nicht weiter wissenschaftlich untermauern möchte oder sollte.
Ich mag die Gedanken über die Zeit am Anfang und den Bezug zu ihr am Schluss. Ich denke mal, jeder jenseits der dreißig sinniert gelegentlich über dieses Phänomen, über die eigene Vergänglichkeit und die ‚alten Zeiten’, in denen man manchmal schwelgt. Auch das subjektive Empfinden, wenn die Zeit scheinbar unterschiedlich verrinnt, je nachdem, ob man gerade gelangweilt oder bestens unterhalten ist, finde ich sehr interessant. Desto mehr man darüber nachdenkt, desto bizarrer wird es.
Gut gefallen hat mir auch, dass man trotz der Kürze der Geschichte dennoch einen guten Eindruck von dem Protagonisten und seinem Umfeld bekommt.
Ich fand QUANTENMÜLL sehr gut und lebendig geschrieben, toll recherchiert (aus meiner Laiensicht), sehr unterhaltsam, aber gerade das Ende vorhersehbar und daher eher schwach. Die Zauberei kehrt sich gegen den (die) Zauberer – der so "genial" entsorgte Weltmüll kommt wieder zurück – nicht gerade originell.
Was Originalität uns Innovation betrifft, ist QUANTENMÜLL aus meiner Sicht der schwächste Kandidat unter den drei KLP-Höchstplazierten.
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Ich stimme Dave zu, dass diese Geschichte nicht ohne Humor funktionieren wuerde. Andreas Eschbach hat dabei genau den richtigen Ton angeschlagen. In einem normalen Plauderton erfaehrt man hier die Schlusspointe. Der Humor darf aber nicht ueber die m.E. in der Geschichte versteckte Warnung hinwegtaeuschen, dass man sorgsamer mit Muell und mit Sachen umgehen muss, deren Risiken man nicht kennt. Wie Oskar Karlweiss, Heinz Ruehmann und Willy Fritsch die Geschichte wohl gefunden haetten? In "Die Drei von der Tankstelle" haette man wohl nicht gedacht, dass man so eine Erfindung brauchen koennte. (Falls ich recht habe mit der Loesung, ich habe "Der Atem Gottes" schon. Es koennte ja an jemanden gegeben werden, der die Namen der Schauspieler und den Titel hier in seinem Posting wiederholt. Ich kann mich leider nur nicht zurueckhalten und muss mitraten...)
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Ich fand die Story leider doch eher dünn - ich glaube, das ich Pointengeschichten einfach wenig abgewinnen kann, und diese hier fand ich eigentlich recht absehbar. Am Stil gabs natürlich nichts zu meckern, und teilweise war's auch ganz lustig, aber ansonsten erschien mir die Story ehrlich gesagt (hartes Urteil): belanglos.
Ehrlich gesagt hab ich die beiden anderen Stories noch gar nicht gelesen, verpsreche mir aber viel von der Simon-Story (nur ist die leider so lang und ich hab so viel anderes auf dem Nachttisch ...)
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Gut geschrieben, humorvoll. Der Zeitdiskurs zu Beginn liegt auch nicht in meinem Geschmacksbereich, derartige Ansprachen sind schon zu oft gehalten worden. Grundsätzlich bleibt aber von der Geschichte nicht viel mehr als die Pointe. Der Einzug der Entsorgungstechnik erscheint mir zu naiv gedacht, auch dass Steinbach so ohne weiteres nach dem Versagen seiner Geräte zu Hause Wein trinken kann, leuchtet mir nicht ein. Warum bringt er seinen Bruder um? Warum überhaupt wird er geldgeil, falls das die Motivation für den Mord war? Blass bleiben die Figuren und auch die Welt.
Alles in allem recht dünn.
• (Buch) gerade am lesen: Defoe - Crusoe / Pynchon - Gegen den Tag
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ZITAT(Morn @ 1 Sep 2005, 21:15)
In "Die Drei von der Tankstelle" haette man wohl nicht gedacht, dass man so eine Erfindung brauchen koennte. (Falls ich recht habe mit der Loesung, ich habe "Der Atem Gottes" schon. Es koennte ja an jemanden gegeben werden, der die Namen der Schauspieler und den Titel hier in seinem Posting wiederholt. Ich kann mich leider nur nicht zurueckhalten und muss mitraten...)
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Ich kam erst jetzt dazu, diese Auflösung zu entdecken, sorry, und muss dir, Morn, wohl oder übel (), und in Absprache mittem Ko-Moderator, den Zuschuss geben: DU hast das Rätsel gelöst und bekommst das Buch. Schicke mir bitte per Mail oder PM bis Monatsende eine Adresse an die ich es verschicken kann! (Es muss ja nicht deine eigene sein. Wenn du es aber "weiter verlosen" willst, bitte ich dich das in einem eigenen Thread zu tun.)
Die Eschbach-Story werde ich mir auch demnächst endlich mal antun... Wenn mehrere hier diese Story nicht so 100%ig loben wollen, warum meint ihr denn, hat sie den Preis gewonnen? Sind die anderen 2 besser?
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ZITAT(yiyippeeyippeeyay @ 14 Sep 2005, 16:03)
Wenn mehrere hier diese Story nicht so 100%ig loben wollen, warum meint ihr denn, hat sie den Preis gewonnen? Sind die anderen 2 besser?
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Ich denke, die starke Poente und das Hintersinnige in ihr könnte den Ausschlag gegeben haben. Das ist schon eine Kunst für sich und entscheidet womöglich darüber, ob eine Geschichte beim Leser haften bleibt
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ZITAT(yiyippeeyippeeyay @ 14 Sep 2005, 16:03)
Die Eschbach-Story werde ich mir auch demnächst endlich mal antun... Wenn mehrere hier diese Story nicht so 100%ig loben wollen, warum meint ihr denn, hat sie den Preis gewonnen? Sind die anderen 2 besser?
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nun ja, gewonnen hat ja Wolfgang Jeschke und nicht Andreas Eschbach. Wobei Platz drei von Erik Simon mein Favorit war.
Gruß Ronni
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Die Schlauheit des Fuchses basiert zu 90% auf der Dummheit der Hühner.
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Für mein Gefühl nimmt der erzählerische Rahmen dem Ganzen ein wenig die Spannung, weil man von Anfang an weiß, dass die wichtigste Frage lautet: wo bleibt der ganze Müll? Dann stellt man beim Lesen die wildesten Vermutungen an: in einem schwarzen Loch, das irgendwann wegen Überlastung explodiert, auf einem fremden Planeten, dessen Bewohner die Nase voll haben und das Zeug zurückschicken, in einer Parallelwelt, die ebenfalls das Loch-Phänomen entdeckt? Meine Lieblingsspekulation ist diese: die Löcher stehen miteinander in Verbindung, und wenn man seinen Apfelbutzen im heimischen Müllschlucker versenkt, kommt plötzlich ein abgebrannter Kernbrennstab zum Vorschein. Die tatsächliche Auflösung ist dann ein bisschen deus-ex-machina-mäßig. Ein unbekannter Effekt, der zeitlich reversibel ist. Das ist, als ob in einem Krimi mit fünf Verdächtigen am Ende ein Penner auftaucht, der das Opfer versehentlich erschlagen hat. Irgendwie unbefriedigend, nachdem man sich so viel Mühe gegeben hat.
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???? Ich habe die Erklärung etwas anders verstanden: Der Effekt ist nicht etwa unbekannt, er besteht schlicht und einfach darin, dass die Sachen, die durchs Loch geworfen werden, in die Zukunft versetzt werden und dort wieder auftauchen.
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Inzwischen habe ich diese Geschichte durch. Die Idee ist toll und sehr allegorisch, finde ich; als Deutscher mit meinem kleinen gepflegten Garten der Schuld am Zustand der Welt wird mir bei dem Plot richtig warm ums Herz! Die Zweifel von emphyrio an der Auflösung der wachsenden Problemankündigung habe ich nicht: Das hyperbolisch schnell herannahende Ende der Geschichte passt m.E. gut zur klarer werdenden Pointe. Das "pacing" ist Ok.
Die Dialoge sind stellenweise gut, wenn auch etwas zu lehrerhaft/trocken für meinen Geschmack, was mir schon (seltener) bei Jesus Video (dem einzigen Eschbach-Roman außer Haarteppichknüpfer den ich bisher kenne) auffiel. Einige der Beschreibungen sind klasse - besonders der Höhepunkt am Ende. Technisch wirkt die Geschichte sehr fundiert (obwohl ich das mit den Atomuhren nicht nachvollziehen konnte). Insbes. glaubhaft wirkt die Einfachheit mit der die ganze Welt diese unerklärliche "Entsorgungstechnik" annimmt; das ist sehr lustig! Man lacht dann über sich selbst...
Insgesamt eine tolle eindeutig DEUTSCHE KG, aber im Vergleich zu der Simon-KG in meinem Leserherz doch eher an 2. Stelle. (Jetzt weiter mit Jeschke!)
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Hallo Jakob, da habe ich mich etwas blöd ausgedrückt. Die ganze Zeit heißt es in der Geschichte: das funktioniert irgendwie, aber keiner weiß was, und dann erfährt man auf dem letzten halben Meter vorm Ziel quasi, dass der Müll in der Zukunft geparkt wurde. Diese Lösung wird in der Geschichte aber nicht vorbereitet. Bei einem unbekannten Effekt kann man selbstverständlich alles behaupten, aber es kommt mir doch vor wie der Auftritt von Göttermutter Hera im klassischen Drama. Deshalb mein Unbehagen. Davon abgesehen ist der Weltuntergang gar nicht so selbstverständlich, denn am Ende ist doch nur wieder da, was ohnehin da gewesen wäre. Ich will das gar nicht zerreden. Es ging mir eigentlich nur darum, dass der Rahmen für mich einen Großteil der Spamnnung aus der Geschichte genommen hat. Vielleicht hatte ich auch zu hohe Erwartungen an die Geschichte, nachdem sie so marktschreierisch angekündigt war und war dann einfach enttäuscht, weil da nicht die große Offenbarung kam. Wenn ich sie einfach so gelesen hätte, hätte sie mir womöglich besser gefallen. Die Superlative in der Biographie - vielleicht schaden sie eher, als dass sie nutzen.
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Also mir gefällt Quantenmüll wie euch mit Abzügen.
Die Pointe finde ich sehr gut und persönlich auch überraschend. Ich hatte eher erwartet, dass sich das Feld immer weiter bis zur Totalvernichtung ausbreitet oder die Erde wegen dem ganzen Energieverbrauch irgendwann im Dunkeln sitzt - aber dieses Finale fand ich dann noch besser - vor allem mit dem trockenhumorigen Protagonisten, der sein Leben mit teurem Wein beendet. Sehr stilvoll. Die physikalischen Inhalte schrammten m.E. ganz knapp am Zu-Professionell-Sein vorbei, aber eben nur knapp. Es geht noch und gut recherchiert scheint's ja auch.
Den Erzählstil kann man ebenfalls lassen, da sticht meines Erachtens aber Simon mehr hervor. Auch wenn ich Eschbach zugute halten muss, dass man in seine Geschichte viel leichter hinein und auch wesentlich einfacher durch sie hindurch findet.
Soweit also alles noch ganz gut.
Nur ein paar Sachen bleiben für mich ernsthafte Minusse:
ZITAT
das mit den Atomuhren nicht nachvollziehen konnte
Ja, ging mir ähnlich. Wenn sie die Atomuhren nicht wieder herausbekommen, wie wollen sie dann wissen, dass eine andere Zeit...usw....
ZITAT
Dieter
Ich weiß ja nicht, wie es euch da geht, aber für meinen Geschmack ist das ein ZU deutscher Name Sicher hat es Charme, wenn die Helden einer deutschen Geschichte nicht alle Jack, John und Alan heißen, aber Dieter? Konrad - okay, aber Dieter?
ZITAT
Da wir in einer Trilliardstelsekunde ungefähr so viel Energie verheizten wie eine Kleinstadt in einem ganzen Jahr
Übertreibung als rhetorisches Mittel hin oder her - das ist mir eindeutig zwei Spuren zu dick aufgetragen...
Und schließlich benötigte es auch bei mir einiges an Überwindung, nach dem blöden Anfangsmonolog weiterzulesen. Der klang in meinen "Ohren" nämlich ziemlich abgedroschen und ich befürchteten, eine pseudophilosophische und lahme Geschichte zu lesen...Befürchtungen, die sich dann ja zerstreuten...
Mein Fazit: 7 von 10 entsorgten Groschenheftchen...
Und jetzt zur Gewinner-KG!
Der Beitrag wurde von Jueps bearbeitet: 24.09.2005, 15:44
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Sullys Kurzgeschichten Montag geht weiter.
Der Anfang hat mich fast vergrault, er ist zu routiniert und packt den Leser nicht richtig. Die Hauptperson ist also ein Physiker, wie originell.
Danach habe ich aber mit viel Spaß und großem Interesse weitergelesen. Meiner Meinung nach benutzt Andreas Eschbach genau die richtige Mischung aus Wissenschaft und Handlung. Die Pointe ist sicherlich vorhersehbar, aber ein guter Abschluss für die Geschichte.
Was mich im Nachhinein ein wenig stört, ist die Geradlinigkeit, mit der aus dem Tellerwäscher (Mechaniker) ein Millionär wird - ganz nebenbei wird der Bruder umgebracht und die Schwägerin geheiratet.
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