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Weltraumschrott und Science Fiction


41 Antworten in diesem Thema

#1 Ulrich

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Geschrieben 27 October 2009 - 14:36

wieder eine Suchanfrage von mir :thumb:

Gibt es Romane oder Kurzgeschichten, in denen Weltraumschrott (ausgediente Satelliten, Stationen, Fragmente) vorkommt, und wenn ja, welche?
Zum Beispiel die Überfüllung des Erdorbits durch nicht mehr benutzte Satelliten oder vielleicht sogar Ideen, um den Weltraumschrott loszuwerden?

#2 Frank

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Geschrieben 27 October 2009 - 14:41

Hm. In meiner Story "Relikte" gibt's jede Menge Weltraumschrott, der die Erde umkreist ...

Relikte
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<br />
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#3 Jorge

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Geschrieben 27 October 2009 - 16:04

Beitrag anzeigenUlrich sagte am 27.10.2009, 14:36:

Gibt es Romane oder Kurzgeschichten, in denen Weltraumschrott (ausgediente Satelliten, Stationen, Fragmente) vorkommt, und wenn ja, welche?
Zum Beispiel die Überfüllung des Erdorbits durch nicht mehr benutzte Satelliten oder vielleicht sogar Ideen, um den Weltraumschrott loszuwerden?


Kein Roman oder Kurzgeschichte, dafür ein Manga und eine daraus entstandene TV-Serie:

Planetes
http://en.wikipedia.org/wiki/Planetes

Bearbeitet von Jorge, 27 October 2009 - 16:06.


#4 Jorge

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Geschrieben 27 October 2009 - 16:21

Beitrag anzeigenUlrich sagte am 27.10.2009, 14:36:

Gibt es Romane oder Kurzgeschichten, in denen Weltraumschrott (ausgediente Satelliten, Stationen, Fragmente) vorkommt, und wenn ja, welche?
Ideen, um den Weltraumschrott loszuwerden?


Arthur C. Clarke
Fahrstuhl zu den Sternen(The Fountains of Paradiese)
"Operation Cleanup"
http://www.technovel...nt.asp?Bnum=698

George R. R. Martin
Patrick Henry, Jupiter und das kleine Raumschiff aus Ziegelsteinen(Patrick Henry , Jupiter and the Little Red Brick Spaceship)
in
Lieder von Sternen und Schatten(Songs of Stars and Shadows)
Professionelle Schrottsammler suchen in den Weiten des Alls nach Verwertbarem; der Protagonist stößt auf das (unfertige) Schiff eines gescheiterten Träumers, der der NASA die Stirn bieten wollte...und verschrottet es.

Bearbeitet von Jorge, 27 October 2009 - 16:36.


#5 lempirx

    Limonaut

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Geschrieben 27 October 2009 - 20:43

Beitrag anzeigenUlrich sagte am 27.10.2009, 15:36:

wieder eine Suchanfrage von mir :thumb:

Gibt es Romane oder Kurzgeschichten, in denen Weltraumschrott (ausgediente Satelliten, Stationen, Fragmente) vorkommt, und wenn ja, welche?
...


Eine Kurzgeschichte aus Stanislaw Lem: Die Jagd: Neue Geschichten des Piloten Pirx

"Pirx erzählt" ("Opowiadanie Pirxa") Der Pilot Pirx reist mit einem Transporter, tausende Tonnen Wracks im Schlepp, auf einer Flugroute durch das All auf dem Weg zur Erde, als er ein Außerirdisches Raumschiff sieht. Zu spät bemerkt er, dass das Aufzeichnungsgerät nicht funktioniert, und damit alle Beweise verschwunden sind und so verschwindet das Artefakt (fast) unbemerkt wieder in den Tiefen des Alls.

Bearbeitet von lempirx, 27 October 2009 - 20:45.


#6 Naut

    Semantomorph

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Geschrieben 28 October 2009 - 08:02

Michael Marrak: "Die Ausgesetzten" in Eschbach (Hrsg.): "Eine Trillion Euro"
Ein alternder Weltraumtourist wird von einem orbitalen Schrottsammelroboter eingesammelt und einer besonderen Verwertung zugeführt.
_________________________________________________________________________________________________________________

Semantomorph: Mein Blog, meine Geschichten
Liest gerade: Munro, Himmel und Hölle; Elbel, Megapolis

D9E - Das Haus der blauen Aschen (Januar '14)
D9E - Die Seelen der blauen Aschen (Januar '15)
Steampunk-Chroniken — Geschich­ten aus dem Æther
Rache ist eine schwere Schaufel Amazon Beam
Fieberglasträume

#7 Jorge

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Geschrieben 28 October 2009 - 10:10

Beitrag anzeigenUlrich sagte am 27.10.2009, 14:36:

Ideen, um den Weltraumschrott loszuwerden?


Film

Memories(Memories)
Episode 1: Magnetic Rose


#8 Jorge

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Geschrieben 28 October 2009 - 19:09

Beitrag anzeigenUlrich sagte am 27.10.2009, 14:36:

Romane oder Kurzgeschichten, in denen Weltraumschrott (ausgediente Satelliten, Stationen, Fragmente) vorkommt, und wenn ja, welche?


Die Eroberung der Galaxis/Die Festungen zwischen den Sternen(Space Wreck: Ghostships and Derelicts of Space)
Illustrierte Geschichten um Wracks etc., darunter über eine Bande, die illegal seltene Metalle/Legierungen verschiebt. Die Ermittler kommen hinter deren Geheimnis: Der wertvolle Rohstoff stammt aus einer Art "Sargassosee"(oder gigantischer Schiffsfriedhof) in der Nähe des Sonnensystems, wo "Treibgut" aus allen Winkeln der Galaxis "angespült" wird.
http://www.khantazi.org/Rec/TTABooks/TTABo...html#SpaceWreck


Alfred Bester
Tiger! Tiger!(The Stars My Destination)
Der Sargasso-Asteroid,
"ein winziger Planet aus gewachsenem Fels und Wrackteilen, die von den Bewohnern im Verlaufe von zweihundert Jahren gesammelt worden sind.
Die Einwohner waren Wilde, die einzigen Wilden des vierundzwanzigsten Jahrhunderts, Nachkommen eines Forschungsteams, das vor zweihundert Jahren infolge eines Defektes am Schiff hier gestrandet war. Als ihre Nachfahren wiederentdeckt wurden, hatten sie sich eine eigene Welt und eine eigene Kultur geschaffen und dachten nicht daran, diese zu verlassen. Sie wollten dableiben, im Weltraum Strandgut sammeln und die barbarische Travestie der wissenschaftlichen Methoden praktizieren, die ihnen von ihren Ahnen überliefert waren. Sie nannten sich die Wissenschaftler.
...
Die natürlichen und künstlichen Gänge des Asteroiden bestanden aus Meteormetall, Stein und Stahlplatten von Schiffsrümpfen. Einige Platten trugen längst vergessene Namen aus der Geschichte der Raumfahrt.: INDUS QUEEN; TERRA, SURTUS RAMBLER, MARS, THREE RING CIRCUS, SATURN. Die Gänge führten in weite Hallen, zu Lagerräumen, Wohnungen und Häusern, alle aus Trümmern gestrandeter Schiffe gebaut, die man in den Asteroiden einzementiert hatte.
...
Der Raum wurde von einem Erzleichter gebildet, und die Wand bestand vollständig aus Schiffsfenstern. Runde Bullaugen, quadratische Bullaugen, rhombenförmige und sechseckige Bullaugen - alle Formen, die es je gegeben hatte, waren in diese Wand gefügt, bis sie aussah wie eine riesige Steppdecke aus Glas und Licht."


Stanislaw Lem
Sterntagebücher(Dzienniki Gwiazdowe)
Einundzwanzigste Reise
"Dr. Hopfstoßer, der Bruder jenes bekannten Tichologen, hatte eine periodische Tabelle der Kosmoszivilisationen in Anlehnung an drei Prinzipien ausgearbeitet, die es gestatteten, untrüglich die am höchsten entwickelten Gesellschaften zu entdecken, und zwar handelte es sich um das Prinzip des Schmutzes, das des Rauschens und das der Flecke. Jede Zivilisation, die in der technischen Phase steckt, beginnt allmählich in den Abfällen zu versinken, die ihr gewaltige Sorgen bereiten, bis sie schließlich die Müllplätze in den kosmischen Raum verlagert. Damit diese nun nicht übermäßig die Raumfahrt behindern, werden sie auf einer besonders isolierten Umlaufbahn untergebracht. Auf diese Weise entsteht ein ständig wachsender Ring von Aufschüttungen, und eben daran läßt sich die höhere Fortschrittsära erkennen.
Nach einer gewissen Zeit jedoch ändern die Aufschüttungen ihren Charakter. In dem Maße nämlich, wie sich die Intellektronik entwickelt, ist man gezwungen, immer größere Mengen vom Komputerschrott loszuwerden, dem sich alte Sonden, Sputniks und so weiter anschließen. Diese >denkenden< Abfälle wollen sich nicht bis in alle Ewigkeit in einem Ringmüllhaufen bewegen und stieben auseinander, wobei sie die Umgebung des Planeten und sogar sein ganzes System ausfüllen; diese Phase führt zur Verunreinigung des Milieus durch den Intellekt. Die einzelnen Zivilisationen versuchen zunächst, dieses Problem unterschiedlich zu bekämpfen; bisweilen kommt es zum sogenannten Komputerzid; so werden zum Beispiel im All besondere Fallen, Fangnetze, Schlingen und Klemmen gegen die psychischen Wracks angebracht, aber solche Aktionen haben noch schlimmere Folgen, denn nur die in geistiger Hinsicht am tiefsten stehenden Wracks lassen sich dadurch einfangen. Somit setzt diese Taktik das Überdauern des >klügsten< Mülls voraus - er schließt sich zu Gruppen und Banden zusammen, verübt Überfälle und führt Kampfdemonstrationen durch, wobei er schwer zu erfüllende Postulate vorbringt, denn er verlangt Ersatzteile und Lebensraum. Wird ihm das abgelehnt, so übertönt der Unrat die Rundfunkverbindungen, schaltet sich in Sendungen ein, verbreitet eigene Proklamationen, so daß der Planet auf dieser Entwicklungsstufe schließlich von einem solchen Krachen und Heulen im Äther umgeben ist, daß einem die Trommelfelle platzen. Und eben an diesem Krachen kann man sogar aus weiter Entfernung jene Zivilisationen erkennen, die von der intellektuellen Befleckung geplagt sind. Es mutet eigenartig an, wie lange die irdischen Astronomen nicht begriffen haben, woran es liegt, daß der Kosmos von Geräuschen und anderem sinnlosen Lärm widerhallt, wenn man ihn mit Radioteleskopen abhört; es handelt sich eben um diese Störsendungen, eine Folge der genannten Konflikte, und sie erschweren erheblich die Aufnahme von interstellaren Verbindungen.
Schließlich verraten auch Sonnenflecken, jedoch solche von besonderer Form und einer besonderen chemischen Zusammensetzung, die sich spektroskopisch feststellen läßt, das Vorhandensein der am höchsten entwickelten Zivilisationen, die sowohl die Barriere des Mülls als auch die des Rauschens durchstoßen haben. Diese Flecken entstehen, wenn gewaltige Mengen dieser in Jahrhunderten angewachsenen Abfälle sich von selbst gleich Motten in die Flammen der lokalen Sonne stürzen, um selbstmörderisch darin umzukommen. Diese Manie wird durch besondere depressive Mittel ausgelöst, denen alles erliegt, was elektrisch denkt. Die Methode des Ausstreuens solcher Mittel ist höchst grausam, doch die Existenz im Kosmos und gar das Errichten von Zivilisationen darin ist leider keine Idylle."

Bearbeitet von Jorge, 28 October 2009 - 19:18.


#9 Ulrich

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Geschrieben 28 October 2009 - 21:25

Vielen Dank. Ich wäre auf diese Bücher nie gekommen. Marraks "Die Ausgestoßenen" habe ich gelesen, konnte mich aber nur dunkel an die Details erinnern.

Ich kenne einen Wissenschaftler für Space Debris/Weltraummüll. Den wird das sicherlich auch alles interessieren.

#10 Ulrich

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Geschrieben 29 October 2009 - 12:23

In der Serie "Dead like me" wird die 18-jährige Georgia Lass gleich zu Beginn von einem Toilettensitz der abstürzenden MIR-Raumstation erschlagen.

#11 Jorge

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Geschrieben 30 October 2009 - 19:23

Beitrag anzeigenUlrich sagte am 27.10.2009, 14:36:

Gibt es Romane oder Kurzgeschichten, in denen Weltraumschrott (ausgediente Satelliten, Stationen, Fragmente) vorkommt, und wenn ja, welche?


Mark Brandis
Blindflug zur Schlange
Die Besatzung eines EAAU-Raumers stößt bei der Suche nach einem gekaperten Hospitalschiff auf eine lange verschollene & schrottreife VOR-Raumstation, deren einziger Insasse/Überlebender sich als nützlich für die Suche erweist , jedoch bei einer Kollision des Schiffes mit einem Stück Weltraummüll - ein verlorengegangener Lukendeckel, der seine Bahn geändert hatte - (in dem betreffenden Abschnitt des Buches wird auf das Problem des Mülls, seiner Umlaufbahnen und dessen Erfassung noch weiter eingegangen. Habe das Buch mal vor langer Zeit gelesen, aber nicht im Besitz, so daß ich das fragliche Zitat hier nicht angeben kann.) durch die Beschädigung der Hülle eine tödliche Strahlungsdosis abbekommt.

Bob Shaw
. . . und Inseln, wo gute Menschen lügen(. . . And Isles Where Good Men Lie)
in
Cocktailparty im All(Tomorrow Lies In Ambush)
Die Erde erhält ständig unliebsamen Besuch http://www.scifinet.org/scifinetboard/inde...ost&p=66846 , der Protagonist hat Probleme, die Ursache dafür zu beweisen bzw. zu finden:
"Er erinnerte sich daran, wie ihm zumute gewesen war, als man das erstemal die Theorie vertreten hatte, die Nesster-Kolonne werde durch Signale eines Spähsatelliten zur Erde gesteuert. Es war leicht, sich den langen Zug vollautomatischer Raumschiffe vorzustellen, wie er sich dem Sonnensystem näherte, wie das Flaggschiff eine Voraussonde in eine Umlaufbahn um jeden Planeten schickte und wie die Sonde, die um die Erde kreiste, plötzlich das Signal aussandte, das bedeutete - ja, diese Welt ist bewohnbar. Genauso hatten es schon immer Landstreicher gemacht, die Kreidezeichen an die Türpfosten von Häusern malten, wo man freundlich empfangen wurde. Alles, was man tun mußte, war also, dieses Kreidezeichen mit einem Orbitalabfanggerät auszuradieren, und die Landstreicher würden nicht mehr an die Tür kommen.
Man hatte auf hoher Ebene die Theorie überprüfen lassen, aber es hatte Hindernisse gegeben - und nicht das geringste davon war die Tatsache gewesen, daß 1983 (Anmerkung: Entstehung der Kurzgeschichte 1973) die Zahl der die Erde umkreisenden Objekte von Menschenhand an die fünfzigtausend betrug. Nur ein Bruchteil davon waren brauchbare Satelliten, und der Großteil bestand aus Bruchstücken und Teilen der Trägerraketen, die sie in den Weltraum befördert hatten. Bei einigen der komplizierteren Experimente waren bei einer Mission bis zu fünfzig Teile von Raketenantriebsgehäusen und Absprengmechanismen freigesetzt worden, und das war auch der Grund dafür, daß schon Ende der sechziger Jahre die Zahl auf über tausend gestiegen war.
Das Gewirr von Weltraumabfall hatte es unmöglich gemacht, einen fremden Satelliten einfach zu orten, so daß man eine Reihe von Raumkapseln in ferne Präzessionsumlaufbahnen geschossen hatte, um mögliche Sendungen an die Nesster abzuhören. Sie hatte den unvermeidlichen Spitznamen bekommen, in diesem Fall PUH - Präzessiver Unbemannter Horchposten. Als damit nichts erreicht wurde, gab man die Spähsatellitentheorie offiziell auf und konzentrierte die Forschungsarbeit in erster Linie wieder auf die bislang erfolglosen Bemühungen, ein Abfanggerät für die Weltraumtiefen zu konstruieren, das die Meteorschirme der Nesster-Schiffe zu durchdringen vermochte.
Fortunes Zeit vor dem Militärdienst, die er dem unmodernen Gebiet der Submilimeterbündelstrahlung gewidmet hatte, erweckte in ihm ein paar private Zweifel über die Wirksamkeit des Unternehmens PUH, aber gegen fünfzigtausend Schrottklumpen in Umlaufbahnen war nicht anzukommen."

Er findet schließlich einen Mitstreiter, mit dessen Hilfe das unliebsame "Kreidezeichen" aufgespürt und beseitigt werden kann, so daß die schier unendliche Schiffskolonne den Signalen des "nächsten" Spähers folgt("Die nächste Wegstrecke würde achthundert Jahre in Anspruch nehmen, aber die Neester waren geduldig. Und sie bauten sehr geduldige Maschinen.").

Bearbeitet von Jorge, 30 October 2009 - 20:05.


#12 Jorge

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Geschrieben 30 October 2009 - 19:58

Beitrag anzeigenUlrich sagte am 27.10.2009, 14:36:

Ideen, um den Weltraumschrott loszuwerden?


Charles Sheffield
Kalt wie Eis(Cold As Ice)
Räumboote
"Eine der Maschinen, die bis zum Uranus beständig nach potenziellen Gefahren für die Raumfahrt Ausschau hielten, hatte ein eindeutig von Menschenhand hergestelltes Objekt entdeckt und untersucht."
...
"Ein Räumboot hat also ein Stück Raumschrott entdeckt, das noch aus dem Krieg stammt. Na und? Davon muß es doch Abermillionen geben!"
"Die gibt es in der Tat. Das Räumboot hat Position und Geschwindigkeit des Fragments abgeschätzt, um es auch für die Zukunft leichter auffindbar zu machen, doch es hat das Trümmerstück weder aus dem Orbit geborgen noch es zerstört. Ich hätte gern Ihre Erlaubnis, umgehend eine Bergungsaktion einzuleiten."
"Wie viel wird das kosten?"
"Eine Kostenschätzung liegt mir noch nicht vor. Aber es wird um eine beachtliche Summe gehen, da über die Position nur äußerst ungenaue Daten zur Verfügung stehen."


In einer Geschichte aus dem Duckuniversum(Titel kriege ich leider nicht mehr zusammen, aber vielleicht findet sich ja hier jemand, der helfen kann? :unsure: ) hat Onkel Dagobert eine lukrative Geschäftsidee: "Massen von ausgedienten Sputniks und Raketen im Orbit, die ihrer Wiederverwertung harren!"
Er läßt Daniel Düsentrieb eine Fangvorrichtung(eine Art Riesenmagnet) konstruieren, mit dessen Hilfe der gesamte Schrott in der Erdumlaufbahn nebst den Panzerknackern (die sich in das Unternehmen eingeschlichen hatten, als sie Tick, Trick und Track etwas von "Das Gold liegt auf der Milchstraße!" reden hörten - dabei ging es nur um einen SF-Film, mit dem sie sich die Zeit im All kurzweiliger machen wollten) fein säuberlich eingesammelt wird, in die Atmosphäre eintritt und per Fallschirm zur Erde gleitet.

Bearbeitet von Jorge, 30 October 2009 - 20:08.


#13 Jorge

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Geschrieben 01 November 2009 - 22:55

Beitrag anzeigenUlrich sagte am 27.10.2009, 14:36:

Kurzgeschichten, in denen Weltraumschrott vorkommt, und wenn ja, welche?


Iain Banks
Entsorgung(Cleaning Up)
in
Ein Geschenk der Kultur(The State Of The Art)
Überall auf der Erde fallen merkwürdige Dinge vom Himmel, neben beträchtlicher Zerstörung rufen sie auch ebensolche Verwirrung(über Herkunft und Zweck kann man sich keinen Reim machen) hervor - bis die Verursacher auftauchen:

". . . Sie sehen also, wenn Sie von einem Fabrikationsschiff einer bestimmten Größe soundsoviel Material produzieren lassen, müssen Sie die optimale Produktionsleistung maximieren, sowohl bezüglich der tatsächlichen Stückzahlen als auch einer angemessenen Proportion des brauchbaren Anteils zu den insgesamt produzierten Einheiten. Bei dem hohen Ausstoß, der erreicht wird durch die Verwendung von Lichtatomen und Staub, mit denen die Basismoleküle, die dann Gebrauchsgegenstände ergeben, aufgebaut beziehungsweise aufgelöst werden, erhalten Sie naturgemäß einen gewissen Ausschuß, der nicht ganz dem Perfektionsstandard entspricht, den wir uns gesetzt haben.
All dieses Ausschußmaterial wird auf die Oberfläche eines nahen Planeten abgeworfen, oder - im Falle extrem hitzebeständiger Artikel - irgendwo in seinem Inneren abgelagert. Dieses Material kann nicht ökologisch wiederverwendet werden, denn selbst die unzulänglichen Güter, die wir produzieren, sind so dauerhaft, daß sie sich sehr schwer zersetzen lassen, und die Transmutatoren sind so eingerichtet, daß sie Materie nur in verhältnismäßig kleinen Mengen annehmen. In diesem Zusammenhang ist uns offenbar ein ziemlich schwerwiegendes Mißgeschick passiert. Die neue Anlage, die wir vor kurzem erst in Betrieb genommen haben, hat bei den betreffenden Koordinaten einen Fehler gemacht, und . . ., na ja, den Rest kennen Sie ja."
"Wollen Sie damit sagen, das ganze Zeug ist MÜLL?"
"Ja, das fürchte ich. In Kürze müßte eigentlich Schluß damit sein. Ich habe bereits mit einem Fabrikationsschiff Verbindung aufgenommen. Bitte nehmen Sie unser tiefempfundenes Bedauern an, und verzeihen Sie uns."

#14 Jorge

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Geschrieben 02 November 2009 - 15:57

Beitrag anzeigenUlrich sagte am 27.10.2009, 14:36:

wieder eine Suchanfrage von mir B)

Gibt es Romane oder Kurzgeschichten, in denen Weltraumschrott (ausgediente Satelliten, Stationen, Fragmente) vorkommt, und wenn ja, welche?
Ideen, um den Weltraumschrott loszuwerden?


Isaac Asimov
Wasser für den Mars(The Martian Way)
in
Wasser für den Mars(The Martian Way and Other Stories)
Marsianische Schrottsammler durchstreifen mit ihren Schiffen den Bereich zwischen Erde und Mars, um dort ausgebrannte Raketenstufen/abgeworfene Treibstofftanks etc. aufzuspüren, abzufangen und zwecks Wiederverwertung zum Mars zu schaffen.
Diese Sammler sind es später auch, die ein Wasserembargo der Erde gegen den Mars brechen, indem sie ein riesiges Eisstück aus den Saturnringen zum Mars transportieren.

#15 Jorge

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Geschrieben 05 November 2009 - 19:32

Vernor Vinge
Das Karussell der Zeit(The Whirligig of Time)
in
Wolfgang Jeschke(Hrsg.)
Eine Lokomotive für den Zaren
oder als
Die Tiefen der Zeit
in
Die Tiefen der Zeit(The Collected Stories of Vernor Vinge)
Eine kaiserliche Raumjacht durchstöbert das All um den Bereich der Erde herum auf der Suche nach alten Artefakten der Raumfahrt,

"Wahrscheinlich werden wir - in fünfzehn Stunden, wenn wir nicht wegen dieses Dings da gestoppt hätten - weit genug zurück sein, um in den Umlaufbahnen der Trojaner Objekte zu entdecken. Nun gibt es Gründe zu glauben, daß wenigstens ein paar der Raumsonden, die in erdähnliche Umlaufbahnen geschickt wurden, bis in die Nähe der trojanischen Runkte der Erde gekommen sein könnten . . ."

für die der Sohn des Herrschers eine besondere Leidenschaft hat:

"Sie wissen, daß seine Sammlung riesig ist. Natürlich sind in ihr alle Mondsonden enthalten, die jemals losgeschickt wurden. Sie sind ja auch ziemlich leicht zu finden, wenn man die Karten Ihrer Navy hat. Er hat sogar zwei Marssonden, eine republikanische und eine, die der Große Feind abgeschossen hat. Und die noch vorhandenen erdnahen Satelliten sind im allgemeinen auch leicht zu finden. Aber die Solarsonden und die Raketen zu den äußeren Planeten - so etwas ist schwer zu entdecken, da sie ja nicht mit einem Himmelskörper verbunden sind, sondern frei in riesigen Räumen dahintreiben. In seiner ganzen Sammlung sind nur zwei Solarsonden vertreten, und beide wurden von der Republik in den Raum geschossen."

Das "Ding"(das vom großen Feind stammt - den bei einem nuklearen Schlagabtausch mit der Republik vernichteten USA) hält am Ende jedoch für den Tyrannen sowie dessen an Bord befindliche Familie und Regierungsapparat eine ziemlich böse, für den Rest der unterdrückten Menschheit freudige Überraschung bereit:

"Sieben Millionen Kilometer von der Erde entfernt wurde ein neuer Stern geboren. Astronomisch gesehen, war es nur ein sehr kleiner Stern, aber für sich und alles, was in der Nähe war, war es eine Plasmahölle aus Spalt- und Fusionsprodukten, Neutronen, Gammastrahlen."



Joan D. Vinge
In den Trümmern des Himmelsystems(The Outcasts of Heaven Belt)
Vermächtnis(Legacy)
Das Himmelsystem ist ein Asteroidengürtel eines anderen Sonnensystems, dessen menschliche Kolonisten sich einen verheerenden Krieg untereinander geliefert haben:

"Es hat einen Krieg gegeben, den Bürgerkrieg. Alles flog auseinander, die gesamte Industrie. Niemand kann heute mehr etwas am funktionieren halten, ausgenommen das Demarchy und die Ringe. Sie sind die einzigen, die weit genug draußen sind, um Schnee auf ihren Felsen zu haben. Lansing ist das Zentrum von nichts; fast alle im Hauptgürtel sind tot."

Die Überlebenden suchen in schrottreifen Schiffen in den Trümmern und Resten nach Verwertbarem, um die zusammenbrechende Technologie zusammenzuflicken und damit den endgültigen Untergang etwas hinauszuzögern:

"Still und lautlos erstreckte die Nacht sich vor ihren suchenden Augen; sie zogen Trost aus ihrer grenzenlosen, sternenglitzernden Unberührtheit. Sie waren Leichenfledderer, die die Gebeine der Welten absuchten; die Nacht gab ihnen Schutz, denn sie richtete nicht, und sie waren dankbar für ihre Amoralität.
...
Zum zehntausendsten Mal sah er weg, zum verwahrlosten, engen Inneren der Kabine, aber er fand einfach kein Wunder, mit dem er diesen Berg aus Schrott- und Altmetall in ein Schiff hätte verwandeln können, dessen Schönheit der der Computerkonsole entsprochen hätte. Fast entschuldigend wischte er mit seinem zerrissenen Ärmel Fingerabdrücke vom kalten Metall der Konsole. Die Aufklärungseinheit war der Preis einer Bergung, weit wertvoller als sein eigenes Leben, denn sie gab der ganzen Welt eine Chance des Überlebens. Vor dem Bürgerkrieg war es eine Prospektionseinheit gewesen, programmiert für die Laser- und Radaranalyse von Metallvorkommen in den Asteroiden sowie für flüchtige organische Stoffe. Nun suchte sie nach altem, anstatt neuem Metall, suchte nach den Trümmern der Toten, nach Artefakten, um die Lebensspanne der Lebenden zu verlängern."



Lois Tilton
"Drachenzähne"
Hier machen Kolonisten auf dem Mond etwas ähnliches http://www.scifinet.org/scifinetboard/inde...ost&p=85615 um zu überleben(besser gesagt, um noch ein bißchen weiterzuleben).

#16 Jorge

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Geschrieben 06 November 2009 - 23:00

Beitrag anzeigenUlrich sagte am 27.10.2009, 14:36:

Romane oder Kurzgeschichten, in denen Weltraumschrott (ausgediente Satelliten, Stationen, Fragmente) vorkommt, und wenn ja, welche?


Kristine Kathryn Rusch
Diving Into the Wreck
http://www.fantasticfiction.co.uk/r/kristi...-into-wreck.htm


Marianne J. Dyson
A Solution to the Orbital Debris Problem
http://www.sfsite.com/02a/an0250.htm

#17 Jorge

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Geschrieben 13 November 2009 - 15:48

Beitrag anzeigenUlrich sagte am 27.10.2009, 14:36:

Weltraumschrott (ausgediente Satelliten, Stationen, Fragmente) vorkommt, und wenn ja, welche?


Reihe
Die Terranauten

Henry Roland
Das Wrack-System
Ein Raumschiff der Terranauten landet in einer Art Schrottplatz: Ein Sonnensystem, in das von den Weltenbäumen aus dem Verkehr gezogene Raumschiffe(deren Antriebssysteme das Raum/Zeit-Gefüge beschädigen) befördert werden...ohne Rücksicht auf das Leben der Besatzungen.
Deshalb gibt es dort jede Menge Wracks & Trümmer unterschiedlichster Raumschiffe/Spezies.

#18 Ulrich

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Geschrieben 26 November 2009 - 16:08

Beitrag anzeigenJorge sagte am 30.10.2009, 19:58:

In einer Geschichte aus dem Duckuniversum(Titel kriege ich leider nicht mehr zusammen, aber vielleicht findet sich ja hier jemand, der helfen kann? :) )

Wirklich vielen Dank für diesen Hinweis. Auf so etwas wäre ich nie gekommen.

Die Geschichte sollte folgende sein, laut Inhaltsangabe des Bandes:
Freiheit für Flora
36 Seiten
Story: Silvano Mezzavilla
Zeichnungen: Giorgio Cavazzano
enthalten in: Lustiges Taschenbuch Spezial 31, Alarm im All, 09.04.2009

Das Buch werde ich mir demnächst kaufen und reinlesen

#19 Jorge

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Geschrieben 08 January 2010 - 19:51

Beitrag anzeigenlempirx sagte am 27.10.2009, 20:43:

Der Pilot Pirx reist mit einem Transporter auf einer Flugroute durch das All auf dem Weg zur Erde, als er ein Außerirdisches Raumschiff sieht. Zu spät bemerkt er, dass das Aufzeichnungsgerät nicht funktioniert, und damit alle Beweise verschwunden sind und so verschwindet das Artefakt (fast) unbemerkt wieder in den Tiefen des Alls.


Etwas ähnliches geschieht in

Arthur C. Clarke
Ein Besucher zieht vorbei(Passer-By)
in
Die andere Seite des Himmels

#20 Jorge

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Geschrieben 25 January 2010 - 14:32

Edmond Hamilton
Die Eroberung zweier Welten(A Conquest of two Worlds)
in
Die besten Stories von Edmond Hamilton(The Best of Edmond Hamilton)
Warnungs/Ortungssysteme gegen Weltraummüll http://www.technovel...t.asp?Bnum=1085 .

Arthur C. Clarke
Der verhexte Raumanzug(Who`s there)
in
Unter den Wolken der Venus(Tales of Ten Worlds)
In dieser Kurzgeschichte wird Weltraummüll

"Der Radarschirm zeigt ein kleines, nahezu stillstehendes Echo in drei Kilometer Entfernung, etwa fünf Grad westlich des Sirius. Können Sie uns eine Sichtmeldung geben?"
Ein Objekt, dessen Weg unserer Kreisbahn so genau entsprach, konnte kaum ein Meteor sein; es mußte sich um einen Gegenstand handeln, den wir verloren hatten - vielleicht ein schlecht befestigtes Baustück, das von der Station abgetrieben worden war. So nahm ich an; als ich aber das Fernglas ansetzte und den Himmel in der Gegend des Orion absuchte, klärte sich mein Irrtum rasch auf. Obwohl dieses Raumobjekt von Menschenhand stammte, hatte es mit uns nichts zu tun.
"Schon gefunden", erklärte ich der Leitstelle. "Das muß ein Testsatellit sein, kegelförmig, vier Antennen und ein Objektivsystem an der Unterseite. Wahrscheinlich US Air Force, frühe sechziger Jahre, der Konstruktion nach zu urteilen. Ich weiß, daß einige davon spurlos verschwunden waren, als die Sendegeräte ausfielen. Man versuchte damals ja zunächst mehrmals vergeblich, diese Kreisbahn zu erreichen."
Nach kurzer Suche in den Archiven bestätigte die leitstelle meine Vermutung. Es dauerte ein bißchen länger, bis man erfuhr, daß Washington an der Entdeckung des über zwanzig Jahre alten Satelliten nicht im geringsten interessiert war.
"Na, das geht nun aber doch nicht", erklärte die Leitstelle. "Auch wenn niemand das Ding haben will, stört es die Navigation. Jemand muß hinaus und es an Bord ziehen."

mittels spezieller Anzüge von Bord einer Raumstation aus eingefangen.

"An dieser Stelle sollte ich Sie vielleicht daran erinnern, daß sich die Anzüge, die wir auf der Station benützen, von den biegsamen für den Mond beträchtlich unterscheiden. Bei den unsrigen handelt es sich eigentlich um kleine Raumschiffe, die gerade einen einzelnen Mann aufnehmen können, stumpfe Zylinder von etwa zwei Meter Länge, ausgerüstet mit schwachen Rückstoßdüsen und einem Paar akkordeonähnlicher Manschetten am oberen Ende für die Arme des Insassen. Normalerweise behält man die Hände jedoch im Innern des Anzugs und betätigt die Handsteuerung vor dem Brustkorb."

Unerklärliche Geräusche im Inneren kurz nach dem Start lassen den zunehmend ängstlicher werdenden Astronauten an überirdische Erscheinungen glauben...des Rätsels Lösung entpuppt sich jedoch als von höchst irdischer Natur Eingefügtes Bild .


Charles Platt
Asteroid der Ausgestoßenen(Garbage World)
http://www.sf-hefte....e=Terra%20Astra
http://www.fantasticfiction.co.uk/p/charle...rbage-world.htm


Quark
http://en.wikipedia....ark_(TV_series)


Isaac Asimov
Space Garbage
http://www.fantasticfiction.co.uk/a/isaac-...ace-garbage.htm


Brian Herbert
Sidney`s Comet
http://www.fantasticfiction.co.uk/h/brian-...dneys-comet.htm


Stephen Goldin
Scavenger Jagd(Scavenger Hunt)
Kapitel 7: Treibgut aus dem Wirbel
Hier werden die Teilnehmer einer galaktischen Schnitzeljagd vor die Aufgabe gestellt, aus dem Einzugsbereich eines Schwarzen Lochs(der sich in den Normal-und Hyperraum erstreckt und demzufolge von einer riesigen Wolke aus natürlichen und künstlichen Trümmern umgeben ist) eines der unzähligen Teile zerfetzter und explodierter Schiffswracks zu bergen, denen dieses zum Verhängnis geworden ist.


Jack Vance
Wo Hesperos herunterkommt(Where Hesperos Falls)
in
Die Welt der zehn Bücher(The Narrow Land)
Henry Revere, ein Mensch des 20. Jahrhunderts, ist durch ein "mißglücktes" biologisches Experiment quasi unsterblich geworden, mittlerweile 96202 Jahre alt und lebensmüde...allerdings will ihm die inzwischen sehr weiterentwickelte menschliche Spezies den Selbstmord nicht gestatten:

"Ich bin ein lebendes Fossil, eine Kuriosität unter Kuriositäten, ein Schützling der Allgemeinheit, ein Geschöpf, dem man die freie Wahl zwischen Leben und Tod verweigert."

Unter ständiger Bewachung ist ihm der Tod von eigener Hand unmöglich gemacht worden; auf der Suche nach etwas, das ihn ohne Vorwarnung töten könnte, kommt ihm eine "himmlische" Idee:

"Der Hesperos(Anm.: Ein alter Satellit aus seiner Zeit...geschossen in eine Umlaufbahn, die ungefähr 100.000 Jahre stabil sein sollte) wird am 13. Januar des nächsten Jahres um 2 Uhr 22 Minuten und 18 Sekunden nach Standard-Mittag in den Pazifischen Ozean fallen, und zwar bei 0 Grad 0 Min. 0 Sek +/- 0.1 Sek. Breite und 141 Grad 12 Min. 63.9 Sek. +/- 0.2 Sek. Länge. Er wird mit einer Geschwindigkeit von annähernd tausend Meilen pro Stunde einschlagen, und ich hoffe, ich bin zur Stelle, um einen gewissen Prozentsatz seiner Massenträgheit zu absorbieren.
...
Sein Orbit liegt in der Äquatorebene, südlich der Raumschiffbahnen; man hat ihn in jeder Hinsicht vergessen.
Hesperos ist rund elftausend Jahre nach seinem Abschuß zum letztenmal erwähnt worden. Ich habe eine Notiz gefunden, die besagt, daß seine orbitale Position und seine Geschwindigkeit genau mit den theoretischen Werten übereinstimmten. Ich glaube, ich kann sicher sein, daß der Hesperos planmäßig herunterkommen wird.
Das Erfreulichste an der ganzen Geschichte ist, daß keiner außer mir etwas von der bevorstehenden Katastrophe weiß."


J.G. Ballard
Der Sandkäfig(The Cage of Sand)
in
Die Stimmen der Zeit(The Complete Short Stories Part 1)
"Überhaupt waren sie nur wegen der langsam fortschreitenden Zersetzung ihrer Aluminiumaußenhaut sichtbar - es war schon häufig darauf hingewiesen worden, daß der Betrachter auf der Erde eigentlich nicht die Kapseln sah, sondern einen Schweif aus verglühendem Aluminium und ionisiertem Hydrogensuperoxydgas aus den zerborstenen Einstellungsdüsen, der ihnen inzwischen bis zu einer Länge von einem halben Kilometer folgte. Woodwards Kapsel, als letzte in den Weltraum geschossen, war lediglich ein schwacher Lichtpunkt, kaum zu erkennen. Nach und nach lösten sich die Raumschiffwracks mit ihrer vollkommen erhaltenen menschlichen Fracht auf, hinter Merril und Pokorwsky (1998 und 1999) öffnete sich als Phantomwolke ein weiter Fächer aus Silberdunst, was den Anschein erweckte, als handele es sich um einen Doppelstern, der sich im Zentrum eines Sternbildes in eine Nova verwandelt. Mit abnehmender Masse sanken die Kapseln in Umlaufbahnen, die der Erde immer näher kamen, und es war abzusehen, daß sie bald in die dünneren Schichten der Atmosphäre eintreten und abstürzen würden.
...
Wie immer war er von dem grausigen, doch auf merkwürdige Weise auch heiteren Schauspiel bewegt, das der geisterhafte Konvoi auf seiner nie enden wollenden Bahn über das dunkle Meer des mitternächtlichen Himmels bot, wie die seit langer Zeit toten Astronauten zum zehntausendsten Mal zusammentrafen und sich anschließend wieder auf ihre einsamen Flugbahnen um den Außenrand der Ionosphäre begaben, den Gezeitenrand der Küstenstraße in den Weltraum, der sich ihrer wieder bemächtigt hatte.
...
Als diese neuen Sterne im Westen aufgingen, wurde der Versuch gemacht, sie abzuschießen, zumal die Aussicht, im Verlaufe der nächsten tausend Jahre könnte der Himmel durch Abfälle im All verunreinigt werden, als beunruhigend empfunden wurde, doch dann beließ man sie schließlich auf diesem natürlichen Friedhof, auf dem sie sozusagen ihr eigenes Denkmal abgaben."

Der tote Astronaut(The Dead Astronaut)
in
Vom Leben und Tod Gottes(The Complete Short Stories Part 2)
"Das einstige Abschussgebiet diente nur noch als Satelliten-Friedhof. Wenn die führerlosen Kapseln ihre Umlaufgeschwindigkeit verloren hatten, wurden sie per Funksteuerung heruntergeholt. Ebenso wie die amerikanischen Raumfahrzeuge wurden hier auch die russischen und französischen Satelliten aus den gemeinschaftlichen euro-amerikanischen Raumfahrtprojekten auf die Erde gebracht. Die ausgebrannten Rümpfe der Kapseln explodierten auf den alten geborstenen Betonfahrbahnen.
Auch die Reliquienjäger waren damals bereits in Cape Kennedy und durchkämmten das noch brennende Riedgras nach Schalttafeln und Raumanzügen und - was das wertvollste von allem war - nach den mumifizierten Leichen der Astronauten.
Die rauchgeschwärzten Bruchstücke von Schien- und Schlüsselbeinen, Kniescheiben und Rippen waren die wertvollsten Reliquien des Raumfahrtzeitalters und ebenso kostbar wie die Gebeine der Heiligen in mittelalterlichen Schreinen. Nach dem ersten Todesfall im Weltraum verlangte die Öffentlichkeit lautstark die Rückführung dieser durch den Himmel ziehenden Totenbahren. Als eine heimkehrende Mondrakete über der Wüste Kalahari abstürzte, drangen unseligerweise Angehörige eines einheimischen Stammes in das Raumfahrzeug ein. Weil sie die Mannschaft für tote Götter hielten, schnitten sie ihnen die Hände ab und verschwanden damit im Busch. Es hatte zwei Jahre gekostet, sie wieder aufzuspüren. Seither ließ man die Kapseln im Orbit, bis sie beim Wiedereintritt verglühten.
Was nach den Bruchlandungen auf dem Satelliten-Friedhof noch übrig blieb, schnappten sich die Reliquienjäger von Cape Kennedy. Diese Bande von Heimatlosen lebte schon jahrelang in den Wracks der Autos und den leeren Motels und stahl den Aufsehern, die auf den Betondecks patrouillierten, die Ikonen quasi unter den Augen weg.
...
Überall in der Talsenke stapelte sich Bergungsgut aus dem All: Teile von Kapseln, Hitzeschilden, Antennen und Fallschirmbehältern. Zwei fahlgesichtige Männer in Schaffelljacken saßen auf einem Autositz neben der zerbeulten Hülle eines Wettersatelliten. Der ältere trug eine abgewetzte Mütze der Air Force auf dem Kopf. Er polierte mit seinen narbigen Händen das Stahlvisier eines Raumhelms."

Bearbeitet von Jorge, 16 February 2012 - 16:12.


#21 Jorge

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Geschrieben 11 June 2010 - 18:38

Beitrag anzeigenUlrich sagte am 27.10.2009, 14:36:

Weltraumschrott (ausgediente Satelliten, Stationen, Fragmente)
Ideen, um den Weltraumschrott loszuwerden?



TV-Serie

UFO(UFO)

Episode Falle im Weltraum(Conflict)


http://ufoseries.com...e/conflict.html

#22 Jorge

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Geschrieben 22 July 2010 - 15:49

Sachbuchtipp

Space Debris - Models and Risk Analysis
http://www.esa.int/e..._Germany_0.html



TV-Tipp

"Schrottchaos im Weltraum"
http://www.3sat.de/page/?source=/hitec/146....html&cx=19

#23 Jorge

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Geschrieben 15 March 2011 - 16:43

Beitrag anzeigenUlrich sagte am 27.10.2009, 14:36:

Weltraumschrott (Stationen, Fragmente)


Edmond Hamilton
The Sargasso of Space
http://www.technovel...t.asp?Bnum=2012
http://www.technovel...t.asp?Bnum=2010

Andre Norton
Die Raumschiff-Falle/Der unheimliche Planet
http://www.fantasticfiction.co.uk/n/andre-...so-of-space.htm

John Moressy
Labyrinth zwischen den Sternen(Under a Calculating Star)
http://www.fantasticfiction.co.uk/m/john-m...lating-star.htm

#24 Skydiver

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Geschrieben 15 March 2011 - 17:26

Ein altes Thema neu aufgewärmt?

Da fällt doch glatt das Fehlen des„Glitzerbandes“ von Alastair Reynolds Yellowstone Romanen auf…Aurora und der Unendlichkeitszyklus.

Auch bei David Brin und seinem Uplift Zyklus geht es immer wieder um die aufgegebenen Hinterlassenschaften der Ahnen und Alten
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#25 Jorge

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Geschrieben 16 February 2012 - 16:05

In der Realität:

CleanSpace One
http://actu.epfl.ch/...tellite-to-tac/

Bearbeitet von Jorge, 16 February 2012 - 16:05.


#26 Jorge

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Geschrieben 04 April 2012 - 18:58

Beitrag anzeigenUlrich sagte am 26 November 2009 - 16:08:

Wirklich vielen Dank für diesen Hinweis. Auf so etwas wäre ich nie gekommen.

Die Geschichte sollte folgende sein, laut Inhaltsangabe des Bandes:


Gold auf der Milchstraße(The Golden Galaxy)
http://coa.inducks.o...?c=W+DD++161-01



Eine weitere, ziemlich schräge Idee Eingefügtes Bild aus dem Duckuniversum zur Beseitigung von Weltraummüll:

Der Knall im All(Rocketmouth)
http://coa.inducks.o...hp?c=D+2007-296

Bearbeitet von Jorge, 04 April 2012 - 19:03.


#27 Jorge

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Geschrieben 04 June 2012 - 16:54

Beitrag anzeigenUlrich sagte am 27 October 2009 - 14:36:

Weltraumschrott (ausgediente Satelliten, Stationen, Fragmente)
Ideen, um den Weltraumschrott loszuwerden?


In Banditen auf dem Mond (Moon Zero Two) sammelt die Besatzung einer alten Raumfähre (zwecks Bestreitung des Lebensunterhalts) Weltraumschrott ein 08:00 - 10:15.

#28 derbenutzer

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Geschrieben 22 August 2012 - 21:38

Recht neu: In David Brins Existence findet ein gewisser Gerald Livingston (Beruf: Orbitalmüllsammer) etwas, was dann doch ganz was anderes ist ...

LG

Jakob

#29 Jorge

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Geschrieben 14 September 2012 - 15:01

Beitrag anzeigenJorge sagte am 16 February 2012 - 16:05:

In der Realität:

CleanSpace One
http://actu.epfl.ch/...tellite-to-tac/


DEOS
http://www.dlr.de/dl.../151_read-5173/

Bearbeitet von Jorge, 14 September 2012 - 15:04.


#30 Jorge

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Geschrieben 22 April 2013 - 19:22

TV-Tipp

http://www.3sat.de/p...8433/index.html





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