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Splitter im Auge Gottes – Wie die Science Fiction den Ersten Weltkrieg erinnert (#72)

Geschrieben von Sierra , in Dystopie, Phantastik, Sekundärliteratur, Science Fiction, Rezension 24 April 2022 · 204 Aufrufe

Erster Weltkrieg Science Fiction Mitteleuropa Phantastik Walter Müller
Der vorliegende Artikel erschien erstmals im Heyne-SF-Jahr 2015. Aufgrund der Textlänge habe ich den Text in zwei Teile geteilt. Den zweiten Textteil werde ich in Kürze aufbereiten und hochladen.
Eine Anmerkung zu der sozialistischen Utopie "Wenn wir 1918..." (1930/ 2003) von Walter Müller aus dem Rostocker BS-Verlag, die ich hier vorstelle. Der Verlag hat zwischenzeitlich seine Tätigkeit eingestellt. Müllers Roman lässt sich allerdings anderenorts als Kindle-E-Book zu beziehen:klick! Alternativ wird man vielleicht in einem Antiquariat fündig. (bf)

Splitter im Auge Gottes – Wie die Science Fiction den Ersten Weltkrieg erinnert

»Jedesmal, wenn ich im Gespräch jüngeren Freunden Episoden aus der Zeit vor dem ersten Kriege erzähle, merke ich an ihren erstaunten Fragen, wieviel für sie schon historisch oder unvorstellbar von dem geworden ist, was für mich noch selbstverständliche Realität bedeutet. Und ein geheimer Instinkt in mir gibt ihnen recht: zwischen unserem Heute, unserem Gestern und Vorgestern sind alle Brücken abgebrochen.«
Stefan Zweig: Die Welt von Gestern (1942)1


Dass sich die Science Fiction für Kriege interessiert, ist ein Gemeinplatz. Das ist allseits bekannt, selbst wenn man von »Perry Rhodans« Kugelraumschiffen oder den »Starship Trooper noch nie gehört hat, die in Heinleins gleichnamigen Roman (1959) einen interstellaren Survival of the Fittest mit monströsen Käfer-Aliens austragen. Denn das militärische Interesse der Science Fiction ist omnipräsent, aus vielen ihrer literarischen und filmischen Werke nicht wegzudenken. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Autor*innen oder Filmschaffende können auf einer ästhetischen Ebene eine Action-Handlung in Gang bringen, problematische Tendenzen der heutigen Welt extrapolieren (den Drohnenkrieg, die Wiederkehr der atomaren Bedrohung usw.) oder pädagogische, gar ideologische Intentionen transportieren. Daher beschränken sich manche Science-Fiction-Autor*innen auch nicht auf die literarische Darstellung kriegerischer Konflikte nahe an der Realhistorie, sondern stellen ihren Roman von vornherein in einen militärisch-bellizistischen Verstehenskontext. So widmet zum Beispiel Robert A. Heinlein seinen Roman »Starship Troopers« seinem Freund Sarge Arthur George Smith und »allen Sergeanten zu jeder Zeit, die sich daran abgearbeitet haben, aus Jungen Männer zu machen.«2

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(Starship Troopers, Erstauflage, 1959. Bildquelle: https://en.wikipedia...s_(novel).jpg.Copyright: fair use)

Das Interesse der Science Fiction am Kriegsgeschehen geht aber noch tiefer, denn es reflektiert ihre eigene Literaturgeschichte: Die Science Fiction ist ein relativ junges Genre, das sich im Wesentlichen erst im 20. Jahrhundert ausgebildet hat und sicherlich vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs gesehen werden muss, dessen Beginn sich nunmehr zum hundertsten Mal gejährt hat. So ist für die Literaturwissenschaftlerin Sherryl Vint der Erste Weltkrieg genreprägend, da er in besonderer Weise die Janusköpfigkeit technischen Fortschritts augenfällig gemacht hat: Technik hat zwar zu epochalen Umbrüchen in den Bereichen Medizin, dem Verkehrswesen oder der Kommunikation geführt, gleichzeitig hat sie aber auch die militärische Auseinandersetzung durch immer tödlichere Waffensysteme und effektive Methoden der Propaganda dynamisiert.3 Zudem haben John Clute und Peter Nicholls auf die Darstellungskrise der sogenannten realistischen Literatur hingewiesen, die die katastrophalen Folgen des Ersten Weltkriegs – vor allem aus der Perspektive der Soldaten und der zivilen Opfer – kaum noch schildern vermochte.4 Dies ist nicht verwunderlich, erschien der Krieg doch schon den Zeitgenossen unfassbar, als er noch wütete. Diese wussten sich in ihrer Sprachnot nur mit Begriffsprothesen zu behelfen, indem sie den Krieg als »Naturkatastrophe« bezeichneten, was er natürlich nicht war.5 Dank innovativer Motive und Handlungsideen konnte hier die Science Fiction, aber auch die Fantasy neue Möglichkeitsräume eröffnen, um die Erfahrung des Krieges, aber auch seine Ursachen zu thematisieren.6
Weil die Geschichte nie mit den Fakten selbst zu verwechseln ist, sind Geschichtsschreibungen nur als Annäherungen an die Komplexität der Wirklichkeit aufzufassen.7 Dies gilt besonders für Menschheitskatastrophen wie den Ersten Weltkrieg, in dem – diese Zahl war bis dahin unvorstellbar – ca. 20 Millionen Menschen getötet wurden.8 Als eine gewichtige Ursache hebt der Historiker Volker Berghahn die außenpolitische Isolierung Deutschlands hervor, die durch die Bündnispartnerschaft zwischen Frankreich, England und Russland ab dem Jahr 1904 – als Reaktion auf das »imperialistische Weltmachtstreben« Wilhelm II.9 – weiter zunahm.10 Erwähnung finden müssen auch die Rüstungsspirale der Marine und der Landstreitkräfte, die die Blockbildung verstärkte, und die imperialistischen Stellvertreterkonflikte in den Kolonien der Europäer, die im späten 19. Jahrhundert in Afrika, Asien und Lateinamerika entstanden sind. Schließlich spielten innenpolitische Instabilität durch Konflikte mit ethnischen Minderheiten (im russischen Zarenreich, Habsburger Reich und Osmanischen Reich), aber auch mit der Arbeiterschaft und Sozialdemokratie (im Deutschen Reich) eine Rolle, sodass einflussreiche Politiker, Militärs und Berater der deutschen und österreichischen Monarchen darin bestärkt wurden, »Innen- und Außenpolitik zu verknüpfen und je nach Interessenlage die eine als Schwungrad der anderen zur Stabilisierung des bestehenden Systems einzusetzen.«11 Bis heute ist dabei umstritten, wer die Hauptverantwortung für den Kriegsausbruch trägt. So kratzte jüngst Christopher Clarke in seinem Sachbuch »Die Schlafwandler« an der klassischen These der deutschen Alleinschuld, indem er akribisch die Kriegsinteressen und Fehlentscheidungen der Befehlsträger in Deutschland, Österreich-Ungarn, Großbritannien, Frankreich und Russland aufzeigte.12 Und auch die im Jahre 2015 intensiver geführte Diskussion um den Völkermord an den Armeniern, die türkische Schuld und die deutsche Mitverantwortung verdeutlicht, dass die Geschichtsschreibung über den Ersten Weltkrieg noch lange nicht abgeschlossen ist – woraus natürlich wiederum weiteres Anregungspotential für künstlerisches Wirken resultiert.

In dem vorliegenden Artikel soll dargestellt werden, wie die literarische Science Fiction an dem Diskurs über den Ersten Weltkrieg und seinem historischen Bedingungsgefüge teilnimmt. Selbstverständlich kann der Artikel nicht darauf abzielen, möglichst umfassend die Spiegelbilder des Ersten Weltkriegs in der phantastischen Literatur vorzustellen. Dies würde eines Forschungsprojekts bedürfen, selbst wenn man sich auf literarische Werke deutscher Autoren beschränken würde.13 Und nicht ganz zu Unrecht konstatiert der Kunstwissenschaftler Andreas Brenne, dass die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg »eine Schwemme an intermedialem Material« produziert habe, »sodass auch der neugierige Rezipient überfordert erscheint.«14 Daher beschränkt sich der Artikel in seiner literaturgeschichtlichen Tiefendimension auf drei Werke von Erich Maria Remarque, Ernst Jünger und Walter Müller und einen deutschen – lange Zeit verschollenen Propagandafilm. Leitfragen für die anschließende Analyse zweier aktueller Science-Fiction-Romane zum Weltkriegsthema lauten: Wie wird der Weltkrieg veranschaulicht? Welche Bedeutung hat dabei technischer Fortschritt? Wie wird auf die reale Geschichte Bezug genommen? Lassen die Romane die Annahme bestimmter über die Unterhaltung hinausgehender Autor*innenintentionen zu? Auf den ersten Blick scheinen die ausgewählten Romane dabei sehr unterschiedlich zu sein: So entwickelt Scott Westerfeld in seinem Roman »Leviathan – Die geheime Mission« (2009; dt. 2011) eine unterhaltsame Alternativgeschichte, die sich um den Sohn des ermordeten Thronfolgers Franz Ferdinand dreht, der selbst zum Staatsfeind und Opfer einer Verschwörung Deutschlands mit dem Habsburger Reich wird. Dagegen ist Hannes Steins utopischer Roman »Der Komet« (2013) im Kern an einem jüdisch geprägten Mitteleuropa des ewigen Friedens interessiert, das es so nicht gab, aber zumindest in Ansätzen hätte geben können.

Im Dienst des Vaterlandes oder der Freiheit?

Ernst Gläser, Ludwig Renn, Ernst Friedrich, Edlef Köppen oder Walter Flexviele Schriftsteller haben sich mit dem Ersten Weltkrieg auseinandergesetzt. Ihre Werke changieren zwischen Tagebuchaufzeichnungen über pazifistisch orientierte Romane bis zu hin zu Texten, die Kriege sogar befürworten. Der hier vorgenommene Fokus auf Erich Maria Remarque und Ernst Jünger ist natürlich eine Verkürzung. Der Einfluss beider Schriftsteller auf die Weltkriegsliteratur ist jedoch so groß, dass sie auch im Kontext phantastischer Literatur erwähnt werden müssen.

Ernst Jünger (1895 – 1998) zog nach seinem Notabitur 1914 als Freiwilliger in den Krieg und nahm an mehreren Schlachten in Frankreich und Belgien teil. Im Laufe des Kriegs wurde er einige Mal verwundet und musste mitansehen, wie eine Vielzahl seiner Kameraden getötet wurde. Aufgrund seiner Tapferkeit wurde ihm unter anderem das Eiserne Kreuz und der Orden Pour le Mérite verliehen. Im letzten Kriegsjahr führte Jünger eine ganze Kompanie an. Er nutzte seine umfangreichen Tagebuchaufzeichnungen aus den Kriegsjahren als Fundament für sein autobiographisches Werk »In Stahlgewittern«, das 1920 mit dem Untertitel »Aus dem Tagebuch eines Stoßtruppführers« im Selbstverlag erschien und seinen Erfolg als Schriftsteller des Ersten Weltkriegs begründete. Seine Auseinandersetzung mit Krieg begleitete Jünger ein Leben lang: Elfmal überarbeitete Jünger »In Stahlgewitter, wobei er nach der Ansicht des Jünger-Biographen Helmuth Kiesel »auf die unterschiedlichen politischen Verhältnisse und auf den geschichtlichen Erfahrungszuwachs reagierte«.15

Selbst wenn man »In Stahlgewitter in der historisch-kritischen Ausgabe liest, die die verschiedenen Fassungen des Textes nebeneinanderstellt und etliche Passagen in ihrem Aussagegehalt relativiert, bleibt die Lektüre bis heute polarisierend: Dies liegt nicht zuletzt an der eigentümlichen Spannung zwischen dem dokumentarischen Charakter des Werks16 und zuweilen phantastisch-idealisierend anmutenden Perspektiven auf die Kampfhandlung. Einige Stimmen betonen, dass Jünger dem gegnerischen Soldaten nie die Menschenwürde abspreche an einer Stelle ist von einer »sportmännische[n] Achtung«17 des Gegners die Rede –, dennoch scheinen die vielen Gleichsetzungen des Krieges mit einem Naturschauspiel einem Wunsch nach Verdrängung nachzukommen: So wird der »grandiose[...] Ausblick« der Sommeschlacht gelobt und in der weiteren Beschreibung ästhetisch überhöht: »Die Frontabschnitte links von uns waren in weiße und schwarze Rauchwolken gehüllt, turmhoch spritzte ein schwerer Einschlag neben dem anderen; darüber zuckten zu hunderten die kurzen Blicke platzender Schrapnells.«18 Selbst der Tod des Gegners wird zum Naturereignis, das auf schier sensationslüsterne Weise begafft wird, obwohl diese Sensationen auch für den Betrachter nicht ganz risikolos sind. So werden der Erzähler und seine Kompanie in der Nähe des Dorfes Fresnoy (Nord-Pas-de-Calais) des Luftkriegs gewahr: »Während der ganzen Tage spielte sich über uns eine Reihe erbitterter Fliegerkämpfe ab, die fast immer mit der Niederlage der Engländer endeten, da die Kampfstaffel Richthofen über der Gegend kreiste. Oft wurden fünf, sechs Flugzeuge nacheinander auf den Boden gedrückt oder brennend abgeschossen. Einmal sahen wir den Insassen in weitem Bogen herausfliegen und als schwarzen Punkt von seiner Maschine getrennt zur Erde stürzen. Das Hinausstarren barg allerdings auch seine Gefahren, so wurde zum Beispiel ein Mann der vierten Kompanie durch einen herabfallenden Splitter tödlich am Halse getroffen.«19 Sukzessive nimmt der Krieg Züge einer abenteuerreichen Todes-Safari an, bei der wenig überraschend auch das eine oder andere Souvenir gestohlen wird. Nach Kämpfen mit britischen Soldaten an der Riquevalbrücke (Picardie) stößt der Erzähler auf die Leiche eines gegnerischen Offiziers: »Er hatte einen Schuß ins Auge bekommen. Das Geschoß hatte die entgegengesetzte Schläfe durchbohrt und den Rand seines Stahlhelms zerschmettert, der sich heute in meiner Sammlung derartiger Dinge befindet.«20

Kritisiert wurde auch eine Glorifizierung des Krieges im Sinne einer unabwendbaren Bewährungsprobe, die den Menschen angeblich zu einem Helden stählt, dessen Selbstgewissheit sogar – so lautet eine Formulierung in der Ausgabe aus dem Jahr 1924 – an den »Ausdruck mancher Köpfe der Antike oder der Renaissance« denken lässt.21 Helmuth Kiesel fasst zusammen: »Tatsächlich hat Jünger den Krieg als einen naturgegebenen Modus des menschlichen Zusammenlebens und der geschichtlichen Entwicklung betrachtet, ja lange Zeit auch bejaht.«22 Gemäß der Überzeugung, dass Heldentum Opferbereitschaft voraussetzt, wird der massenhafte Tod so zu einer unabänderlichen Begleiterscheinung des Krieges. Die Bereitschaft, tödliche Risiken einzugehen, ist dabei eine Grundqualifikation für den guten und männlichen Soldaten.23 An anderen Stellen zeigt sich schließlich eine Tendenz zur biologischen Entproblematisierung von Kriegsverbrechen wie etwa der Erschießung kapitulierender Soldaten »im Banne gewaltiger Urtriebe«24 und generell zur historischen Überhöhung des Material- und Stellungskriegs.25 Andere Sichtweisen – im Sinne etwa einer politischen, ökonomischen oder soziologischen Metaperspektivesucht man im Werk vergeblich und noch im Vorwort zur 2. Auflage vom Juli 1921 heißt es grimmig: »Oder sollten Strömungen unserer Zeit dann schon so reißend geworden sein, daß niemand mehr versteht, wie wir das Leben geringer achten konnten als unsere Idee?«26 Jünger zieht schließlich in der Fassung von 1924 ein positives Fazit des Kriegs, der von ihm wegen der Vermittlung der Vaterlandsidee als sinnstiftendes wie identitätsstiftendes Ereignis gelobt wird.27 Erwartungsgemäß nahm Jünger als Hauptmann der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg in Frankreich teil und ließ die Erinnerung an den Krieg auch in sein Spätwerk einfließen.


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(Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues. Roman. Berlin: Propyläen 1929, 287 Seiten. Erstdruck mit Original-Verlagsumschlag (Wilpert/Gühring² 3) Bildquelle: Foto H.-P.Haack. Sammlung H.-P.Haack. Antiquariat Dr. Haack Leipzig. Privatbesitz. https://de.wikipedia..._Neues_1929.jpg Copyright: CC BY 3.0)


Zum berühmten Antipoden Jüngers in der Weltkriegsliteratur wurde Erich Maria Remarque (eigentl. Erich Paul Remark, 1898 - 1970). Anders als Jünger, der freiwillig in den Krieg zog, wurde Remarque zwei Jahre nach Kriegsausbruch eingezogen und musste seine Studien an einem Osnabrücker Lehrerseminar unterbrechen. Nach seiner militärischen Ausbildung in der Caprivi-Kaserne in Osnabrück und in Celle wurde er schließlich Ende Juni 1917 als Infanterist nach Westflandern (Belgien) in die Nähe der Ortschaften Torhout und Houthulst verlegt. Nach einer Verletzung durch Granatsplitter im Folgemonat kehrte er nach Deutschland zurück und wurde nach seiner Genesung nicht mehr an die Front eingezogen.28 Auf das ihm verliehene Ehrenkreuz Erster Klasse verzichtete er und setzte seine Ausbildung als Lehrer fort. Tätigkeiten als Lehrer und Journalist folgten. Nach ersten Schreibversuchen während des Krieges folgte 1920 der Erstling »Die Traumbude«. Sein 1928 erschienener Antikriegsroman »Im Westen nichts Neues« machte ihn schlagartig weltberühmt und wurde im Jahre 1933, als Remarque bereits ins schweizerische Exil entkommen ist, von den Nazis verbrannt. In seinem vielübersetzten Roman, der fälschlicherweise bis heute primär autobiographisch gedeutet wird, schildert Remarque die Erlebnisse des Soldaten Bäumer, der zusammen mit seinen Klassenkameraden im Jahre 1916 in den Krieg zieht. Nach einem mehrwöchigen Training in der Kaserne wird Bäumer Zeuge der Brutalität und der Sinnlosigkeit der folgenden Materialschlachten und fühlt sich von seinen Lehrern und Ausbildern belogen und seines Lebensglücks beraubt: »Sie [die Lehrer] sollten uns Achtzehnjährigen Vermittler und Führer zur Welt des Erwachsenseins werden, zur Welt der Arbeit, der Pflicht, der Kultur und des Fortschritts, zur Zukunft. Wir verspotteten sie manchmal […], aber im Grunde glaubten wir ihnen. Mit dem Begriff der Autorität, dessen Träger sie waren, verband sich in unseren Gedanken größere Einsicht und menschlicheres Wissen. Doch der erste Tote, den wir sahen, zertrümmerte diese Überzeugung.«29

Kamerad für Kamerad wird im Krieg vom Tod zum Tanz gebeten, und auch die größte Freundschaft und Solidarität bleiben machtlos. Die Darstellung der körperlichen Verletzungen der Soldaten ist dabei stellenweise schockierend. Bäumer merkt auch, dass sich seine Generation von ihren Mitmenschen entfremdet hat, die noch an den sauberen Krieg glauben: Schlimmer noch nimmt der Krieg ihnen auch ihre Menschlichkeit: »Wir fahren ab als mürrische oder gutgelaunte Soldaten, – wir kommen in die Zone, wo die Front beginnt, und sind Menschentiere geworden.«30 Von dieser fortwährenden Dehumanisierung erlöst Remarque schlussendlich seinen Protagonisten, indem er ihn im Oktober 1918 im Schützengraben das Schicksal seiner Freunde erfahren lässt. Obzwar Bäumer im Zentrum der Handlung steht und in der Ich-Form von seinen Erlebnissen berichtet, hat Remarque die Allgemeingültigkeit seines Werks betont und schon im Motto den Wunsch ausgedrückt, »über eine Generation zu berichten, die vom Kriege zerstört wurde – auch wenn sie seinen Granaten entkam.«31


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(Verwundete Soldaten des Ersten Weltkrieges in einem Lazarett. Fotoansichtskarte, etwa 1916. Quelle: ... und grüßen Sie mir die Welt. Tübingen – eine Universitätsstadt auf den Postkarten, hrsg. von Udo Rauch und Antje Zacharias, Stadtmuseum Tübingen 2007, ISBN 978-3-910090-78-1, S. 125 (Original Postkarte im Stadtarchiv Tübingen). https://de.m.wikiped...tt_(TPk125).jpg Copyright: Julius Wilhelm Hornung (1861–1929) gemeinfrei.)

Selbstverständlich gab es neben bürgerlichen Kriegsgegnern wie Remarque, die den Ersten Weltkrieg aus eigenen Anschauung kannten, auch Stimmen – oder ›Strömungen‹ mit den Worten Jüngers –, die den Ersten Weltkrieg aus politischen oder religiösen Gründen verurteilten. Zudem gab es materielle und soziale Belastungen, beispielsweise in Form mangelnder Versorgung mit Gütern und Lebensmitteln an der ›Heimatfront‹, sodass sich einfache Bürger politisierten und gegen die Herrschenden auflehnten: Man denke etwa an die russische Februarrevolution, die zum Ende der Herrschaft der Zaren führte.

Dem Rostocker BS-Verlag ist es zu verdanken, dass seit ein paar Jahren die sozialistische Utopie »Wenn wir 1918...« (1930 ) von Walter Müller wieder erhältlich ist. Seine Schilderung einer erfolgreichen Weltrevolution der nach Kriegsende erstarkten deutschen Arbeiterschicht wurde vom NS-Staat im Jahre 1938 auf die »Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums« gesetzt. Über das Leben des Autors, eines Gewerkschaftsfunktionärs aus Breslau, ist wenig und teilweise Widersprüchliches bekannt: Sicher ist, dass er 1930 aus der SPD wegen angeblich parteischschädigenden Engagements ausgeschlossen wurde und infolgedessen in die KPD übertrat. Sein weiterer Lebensweg ist bisher unbekannt, vermutlich wurde er 1933 von den Nazis ermordet.32

Müllers Werk hat keine Romanhandlung im herkömmlichen Sinne, sondern ist im Grunde eine ›Zeitungsfiktion‹: Nach einigen echten historischen Bekanntmachungen der Novemberrevolution von 1918 informiert den Leser fortan eine Vielzahl fiktiver Beiträge in der SPD-Parteizeitung »Vorwärts« über den weltweiten Siegeszug des Sozialismus. Damit ist klar, dass es Müller nicht um eine klassische Staatsutopie geht, sondern um die Beschreibung des »dramatischen und dynamischen sozialen Transformationsprozess[es] hin zum kommunistischen Ideal«.33 Mit einem Generalstreik nimmt die Arbeiterrevolution am 9. November 1918 ihren Lauf. Unter dem Druck der SPD und der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) muss der Kaiser abdanken und flüchtet nach Holland. Als noch am selben Tag der SPD-Vorsitzende Friedrich Ebert das Machtvakuum als Reichkanzler nutzen will, um eine gemäßigte Volksregierung zu bilden, wird die »Vorwärts«-Zentrale von roten Soldaten besetzt. Anders als in der Realität – hier beginnt die eigentliche Alternativgeschichte – kann sich die radikale Seite der Linken gegen die Vertreter des Ausgleichs durchsetzen. In der Parteizeitung kommt das in pathetischen Sentenzen folgendermaßen zum Ausdruck »Raus mit den Durchhaltepolitikern aus allen Redaktionen, Gewerkschafts- und Parteibüros! [...] Sie wollen die Einheitsfront mit Bürgertum und Generalität. Wir wollen die Einheit des revolutionären Proletariats. Sie wollen Nationalversammlung, bürgerliche Republik, Rettung des Kapitalismus.«34 Ziel des Kampfes ist also nichts Geringeres als die Schaffung eines globalen »sozialistischen Universalwirtschaftsstaat[s].«35 Deutschland schließt einen Waffenstillstand mit den alten Kriegsparteien und erklärt sich bereit, Frankreich wiederaufzubauen. Auch ist Deutschland nicht länger das Vaterland, sondern nur ein »Teil des großen Vaterlandes aller Werktätigen« 36 – sodass der Verbrüderung mit den russischen Kriegsgefangen nichts mehr im Weg steht. Der Große Krieg wird nunmehr als Fehler angesehen und als Produkt imperialistischen Allmachtsstrebens, das von unten, aus der Perspektive des ›einfachen Soldaten‹ gebrandmarkt wird: »Vier Jahre lang wurden täglich Hunderte und Tausende von Menschen geschlachtet. Vier Jahre Dreck, Not, Hunger, Verzweiflung. Vier Jahre Schlamm, Gas, Maschinengewehre, Drahtverhau, Läuse und Ratten. Vier Jahre Fliegerbomben, zerstückelte Menschenleiber, brennende Städte, vernichtete Dörfer, krepierende Pferde. [...] Gab es jemals vier Jahre, die so lang waren wie diese? So angefüllt mit Mutterleid und Kindesweh?«37

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(Novemberrevolution 1918 in Berlin. Ein Lastauto, mit revolutionären Matrosen und Soldaten besetzt, fährt durch das Brandenburger Tor. 9.11.1918. https://de.wikipedia...rrevolution.jpg. Copyright: CC BY-SA 3.0 de.)

Den ersten Erfolgen zum Trotz geraten die Revolutionäre alsbald in innen- und außenpolitische Schwierigkeiten: Die eigenen Soldaten verhalten sich disziplinlos, während die reformorientierten Sozialdemokraten an die Macht zurückstreben. Gegenwind kommt auch von den Alliierten, die neutrale Staaten für ihre kapitalismusfreundliche Position gewinnen wollen. Nur dank der Hilfe ausländischer Arbeiter – und Lenins als messianischem Mastermind 38– können die Angriffe englischer, französischer, italienischer und spanischer Streitkräfte abgewehrt werden. Dabei wird interessanterweise das ›sozialistische Argument‹ selbst zur besten Waffe, wenn erst die gegnerischen Truppen mit den Kämpfern der »arbeitenden Menschheit«39 in Kontakt gekommen sind: »Wenn wir 1.000 Gefangene machen, so bedeutet das fast immer, daß wir viele Hundert neue Kämpfer gewonnen haben. Wenn aber die Gegner 1.000 Gefangene machen, so haben sie bestenfalls zehn Offiziere neu für ihre Kampftruppen gewonnen.«40 Zudem wird die Entente durch einen Generalstreik ihrer eigenen Arbeiter geschwächt. Am 29. Dezember 1918 ist es schließlich soweit: Italien, Frankreich und England geben auf. Mit den USA und Japan wird eine Art Kompromissfrieden geschlossen, wegen der militärischen Stärke der Amerikaner, aber auch weil Hoffnung besteht, dass die USA und Japan sich langsam im Inneren wandeln könnten, wenn die sozialistischen Staaten sie wirtschaftlich übertrumpfen.

Müllers Beschreibung des sozialistischen Staates ist detailverliebt und geht über die Abschaffung des Privateigentums, die Durchsetzung des Achtstundentages und einer Einheitswährung (Mark) weit hinaus. Auch das Steuersystem, die Lohnpolitik oder Fragen der sozialistischen Erziehung und Freizeitgestaltung – bis hin zur Regelung der Verteilung von Neuerscheinungen auf die Arbeiterbibliotheken! – werden nicht ausgeblendet. Schließlich wollen die Revolutionäre nicht nur die Welt verändern, sondern den Menschen selbst. Doch so einfach ist es nicht: Neben der schleichenden Inflation lässt zum Ärger der Funktionäre die Arbeitsmotivation ihrer Kameraden zu wünschen übrig. Es wird zu wenig produziert und zu viel Alkohol getrunken: »Der Konsum alkoholischer Getränke ist leider trotz aller Propaganda erst auf 32 % des Vorkriegskonsums zurückgegangen.«41 Kein Wunder, dass die Revolutionäre der »Alkoholseuche« steuerlich den Garaus machen wollen.42 Nachdem die Wirtschaftskrise nochmal abgewendet wird, beschließt Müllers seine Utopie mit einer dramatischen Spitze. Als sich in Japan eine Räterepublik durchsetzt und die USA in Folge von Massenarbeitslosigkeit, Börsencrash und Absatzkrise eine wirtschaftliche Talfahrt erlebt, flammt der militärische Konflikt wieder auf: Statt diplomatischen Kommuniqués werden nun Gasraketen zwischen Ost und West ausgetauscht. Bevor die USA jedoch vollständig zerstört wird, siegen die Arbeiterevolution im amerikanischen Landinneren und der Kommunismus weltweit.

Es lassen sich vermutlich wenige phantastische Romane aus der Weimarer Republik finden, die derart radikal den Imperialismus und Chauvinismus als Ursache für den Ersten Weltkrieg verurteilen und eine Utopie ausbuchstabieren, in der sie keinen Bestand mehr haben. Hellsichtig nimmt Müllers Buch bestimmte reale weltweite Entwicklungen – wie etwa den Kalten Krieg – vorweg. Es ist dabei Wolfgang Both zuzustimmen, dass die Darstellung des interkontinental geführten Raketenkriegs mit Chemiewaffen höchst erstaunlich ist als eine »für die damalige Zeit ungeheure Prognose weltweiter Bedrohungsszenarien.«43 Allerdings war die im Werk als notwendiges Übel in Kauf genommene Massenvernichtung amerikanischer Soldaten und Zivilisten selbst für überzeugte Linke – schon damals – zu abgeschmackt und skandalös.44 Eine Ironie der Geschichte sind zudem einzelne Details wie die Auswanderungssperre in den USA oder der Kampf gegen den Alkoholismus, die bekanntlich die reale DDR selbst betrafen.45 Und auch der Überbietungswettbewerb mit den USA mutet spätestens dann befremdlich an, wenn die Beschreibung der Trockenlegung des Toten Meers (!) zur Wertstoffgewinnung die Handlung vom Utopischen ins Märchenhafte verschiebt. Leider spiegelt sich auch die unglückselige Melange aus Führerkult, Misstrauenskultur und Militarismus – aus verschiedenen realen Diktaturen sowjetischer Couleur hinreichend bekannt – in Müllers literarischer Utopie wider: Ideologische Abweichler oder gar Saboteure werden nicht nur als personae non gratae erachtet, sondern sind Todgeweihte, – und die Freude an der (Wieder-)Bewaffnung ist durchgängig so groß, als hätte es den Ersten Weltkrieg nicht gegeben. (bf)

Fortsetzung folgt in Kürze...
[Erstveröffentlichung dieses Artikels im "Science Fiction Jahr 2015", hrsg. von Hannes Riffel und Sascha Mamczak. Berlin: Golkonda, 2015. S. 471-501.]

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1 http://gutenberg.spi...-gestern-6858/2 [abgerufen: 5.5.2015].
2 Robert A. Heinlein: Starship Troopers. Frankfurt a.M.: Mantikore-Verlag, 2014. Widmung. (Dort in Großbuchstaben.) Zudem überschreibt Heinlein das erste Kapitel mit einem viel zitierten Schlachtruf eines Sergeanten aus dem Jahre 1918: »Vorwärts, ihr Affen! Wollt ihr ewig leben?«. (Robert A. Heinlein: Starship Troopers. Frankfurt a.M.: Bastei Lübbe, 2004, S. 5) Der Sergeant wird unter dem Kapitelmotto als unbekannt bezeichnet; in der Militärgeschichte wird dieser Satz aber Daniel Joseph ›Dan‹ Dalys (1873-1937) zugeschrieben, der ihn so im Kampf mit den Deutschen in der Schlacht im Wald von Belleau (Picardie) seinen Soldaten zugerufen haben soll. Der heute überlieferte Ausspruch fiel in seiner Wortwahl noch drastischer aus: »Come on, you sons of bitches, do you want to live forever?« Vgl. http://www.mcu.usmc....-F/Daly_DJ.aspx [abgerufen: 5.5.2015].
3 »It is thus unsurprising that the genre was formulated and named in the twentieth century, a period marked by rapid and substantial technological change: [...] the increased mechanization of war from the poison gases of World War I to the remotely guided missiles of contemporary warfare« (Sherryl Vint: Science Fiction. A Guide for the Perplexed. London u.a.: Bloomsbury, S. 5.)
4 »Numerous poets and authors found creative inspiration, or had creations wrung from them, by the horror and squalor of World War One, a trauma that tested to destruction the capacity of ›realist‹ modes of literature to represent its surreal extremity as a human experience.« http://www.sf-encycl...y/world_war_one [abgerufen: 5.5.2015].
5 Volker Berghahn: Der Erste Weltkrieg. München: C.H. Beck, 2006. S.7.
6 Eine überzeugende Lektüre von »Herr der Ringe« vor dem Hintergrund von Tolkiens Erfahrungen des Ersten Weltkriegs hat John Garth vorgelegt: John Garth: Tolkien and the Great War: The Threshold of Middle-earth. Boston, New York: Houghton Mifflin Harcourt, 2003.
7 Vgl. John H. Arnold: Geschichte. Eine kurze Einführung. Stuttgart: Reclam, 2011. S. 26.
8 Vgl. Berghahn 2006, S. 8.
9 http://www.bpb.de/ge...d-imperialismus [abgerufen: 5.5.2015].
10 Vgl. Berghahn 2006, S. 24.
11 Berghahn 2006, S. 26 f.
12 Vgl. Christopher Clark: Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog. München: Deutsche Verlags-Anstalt, 2013.
13 Ein knapper Überblick ist von John Clute und Peter Nicholls an anderer Stelle gegeben worden. Vgl. http://www.sf-encycl...y/world_war_one
14 https://www.friedric...2B3A0AD16.0.pdf [abgerufen: 5.5.2015].
15 Helmuth Kiesel: Vorwort des Herausgebers. In: Ernst Jünger: In Stahlgewittern. Historisch-kritische Ausgabe. Hrsg. von Helmuth Kiesel. Band 1. Stuttgart: Klett-Cotta, 2013. S. 5-10, hier: S. 8.
16 Die allgemeingültige Qualität von Jüngers Werk als – sogar von Erich Maria Remarque gewürdigtes – Kriegsdokument hat der Helmut Kiesel wie folgt in Worte gefasst: »Jüngers eindringliche und schonungslose, zugleich leiderfüllte und frivole, ebenso ergreifende wie schockierende Kriegsdarstellung ist als schriftstellerische Leistung und als Dokumentation einer epochalen Disposition und Erfahrung anzuerkennen, auch wenn man den Krieg verabscheut.« (Kiesel 2013, S. 6)
17 Ernst Jünger: In Stahlgewittern. Historisch-kritische Ausgabe. Hrsg. von Helmuth Kiesel. Band 1. Stuttgart: Klett-Cotta, 2013. S. 134.
18 Ebd., S. 180, vgl. auch S. 214.
19 Ebd., S. 308.
20 Ebd., S. 346.
21 Ebd., S. 242, vgl. S. 458.
22 Kiesel 2013, S. 6.
23 Das macht der Erzähler an einem Zugführer deutlich, der einen Angriff aus dem Unterstand heraus befiehlt anstatt voranzugehen: »[...] der Offizier darf sich unter keinen Umständen in der Gefahr von der Mannschaft trennen. Die Gefahr ist der vornehmste Augenblick seines Berufes, da gilt es, gesteigerte Männlichkeit zu beweisen.« (Jünger 2013, S. 78; vgl. S. 288)
24 Ebd., S. 536.
25 Nach einem vernichtenden Kampf an der Steenbachlinie bei Langemarck mit seinem Bataillon liest der Erzähler im Heeresbericht, dass der Vormarsch des Feindes gestoppt wurde: »Es war seltsam zu empfinden, daß unser scheinbar wirres Tun in finsterer Nacht weltgeschichtliche Bedeutung erlangt hatte. Wir hatten ein gut Teil dazu beigetragen, die mit so gewaltigen Kräften begonnene feindliche Offensive zum Stillstand zu bringen.« (Ebd., S. 394)
26 Ebd., S. 22.
27 Vgl. ebd., S. 644.
28 http://www.remarque....k.de/fragen.htm [abgerufen: 5.5.2015].
29 Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 1998. S. 18.
30 Ebd., S. 46.
31 Ebd., Widmung.
32 Vgl. dazu einen kenntnisreichen Artikel von Wolfgang Both: http://content.schwe...other_pdf_4.pdf [abgerufen: 5.5.2015].
33 Ebd.
34 Walter Müller: Wenn wir 1918.... Eine realpolitische Utopie. Rostock: BS-Verlag, 2003. S. 10.
35 Ebd., S. 11.
36 Ebd., S. 11.
37 Ebd., S. 17.
38 Lenin hält am 29. November 1918 eine Rede vor einer frenetisch begeisterten Menge in Berlin:
»Die Begeisterung wächst ins Ungemessene, wie die französischen und englischen Sozialisten kommen, die sich unter Lebensgefahr in das rote Berlin durchgeschlagen haben. Und plötzlich wird der Sturm zum Orkan, reißt alles hoch in einem einzigen ungeheuren Wirbel. Hunderttausend Willen werden zusammengeschweißt zu einem einzigen Willen, hunderttausend Kehlen verschmelzen, vereinigen sich zu einem einzigen Ruf. Lenin!!! Lenin!!! Lenin!!!« (Ebd., S. 29)
39 Ebd., S. 5.
40 Ebd., S. 48.
41 Ebd., S. 137.
42 Ebd., S. 137.
43 http://content.schwe...other_pdf_4.pdf [abgerufen: 5.5.2015].
44 Wolfgang Both stellt die konträren Ansichten und Bewertungen des Werks im linken Lager anhand von Auszügen aus Zeitungsrezensionen ausführlich dar. Vgl. ebd.
45 Auch die DDR kämpfte vergeblich mit dem grassierenden Alkoholmissbrauch im eigenen Land. So wurde beispielsweise in den 1960er-Jahren eine Broschüre an Gaststättenbesitzer ausgehändigt, in der zu lesen war: »Alkoholmissbrauch ist unsozialistisch. Er entspricht nicht den neuen Lebensformen unserer Gesellschaft, gefährdet das Leben unserer Bürger und ihr Eigentum, schadet der Gesundheit und in vieler Hinsicht der Volkswirtschaft – schadet immer uns allen!« http://www.bundessti.../pdf/kochan.pdf [abgerufen: 5.5.2015].





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[Ursula K. Le Guin: Genre: A Word Only the French Could Love. In: The James Tiptree Award Anthology 1. Tachyon Publications, 2005, S. 68.]

 

800px-Ursula_Le_Guin_%283551195631%29_%2

 

(Quelle: Wikipedia: Le Guin in 2009. Ursula Le Guin. Photo by Marian Wood Kolisch. CC BY-SA 2.0)

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