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PetraHartmann



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Nestis und ihre Ahnherrinnen: Die Göttin Tethys

Geschrieben von Petra , in Nestis 05 June 2021 · 212 Aufrufe
Nestis, Meerjungfrauen, Nixen und 1 weitere...
In meiner Serie über Wasserfrauen, Meergottheiten und Nixen möchte ich euch heute eine alte griechische Göttin vorstellen: Tethys, Meergöttin und Angehörige des alten Göttergeschlechts der Titanen, ist die vermutlich älteste und ehrwürdigste Ahnherrin meines Meermädchens Nestis. Und wenn ihr jetzt denkt: Moment, die hatte sie doch schon mal ... Nein, hatte ich nicht. Sie wird nur gelegentlich mit ihrer Enkelin Thetis verwechselt, man beachte die Feinheiten der Orthografie.

Tethys gehörte zu den Titanen, den sechs Göttinnen und sechs Göttern des goldenen Zeitalters der griechischen Mythologie. Ihre Eltern waren die Göttin Gaia (Erde) und der Gott Uranos (Himmel). Herodot schildert die Geburt der Titanen in seiner Theogonie folgendermaßen:

Gaia brachte zuerst, ihr gleich, den sternenreichen Uranos hervor, damit er sie ganz bedecke und den seligen Göttern ein niemals wankender Sitz sei. [...] Dann aber gebar sie, von Uranos umarmt, den tiefwirbelnden Okeanos, auch Koios und Kreios und Hyperion und Iapetos, dazu Theia und Rheia und Themis [...] und Mnemosyne, Phoibe, die goldbekränzte, und die Tethys.
(Hesiod: Theogonie. Übersetzt und herausgegeben von Otto Schönberger. Stuttgart: Reclam, 1999. V. 126-136.)

Die Mutter der Okeaniden

Die Zahl ihrer Nachkommen ist groß. Hier der Katalog, den Herodot aufgestellt hat:

Tethys aber gebar dem Okeanos wirbelnde Ströme:
Neilos, Eridanos auch, den Strudeler, und den Alfeios,
Strymon, Mäandros zugleich, und den schönhinflutenden Istros,
Auch Acheloos mit Silbergeroll, auch Rhesos, und Fasis,
Nessos, und Rhodios auch, Heptaporos, und Haliakmon,
Simois dann, den gefeirten, Granikos dann, mit Äsepos,
Hermos, und, mit Peneios, den wasserreichen Kaïkos,
Ladon, Parthenios auch, und des großen Sangarios Gottheit,
Auch Euenos, Ardeskos zugleich, und den edlen Skamandros.
Töchter gebar sie darauf, hochheilige, welche des Erdreichs
Männer zur Reif aufnähren, sie selbst und der Herscher Apollon,
Auch die Ströme; denn solches beschied Zeus ihnen zum Antheil.
Peitho, Admete zugleich, Ianthe sodann, und Elektra,
Doris, und Prymno zunächst, und Urania, göttlicher Bildung,
Klymene, Rhodia auch, Kalliroe dann, mit der Hippo,
Zeuxo, und Klytie dann, und Pasithoe, samt der Idya,
Galaxaure, Plexaure zugleich, und die holde Dione,
Thoe, Melóbosis dann, und die edle Gestalt Polydora,
Dann, mit der schönen Kerkeïs, die hoheitblickende Pluto,
Xanthe, samt Ianeira, Perseïs auch, und Akaste,
Auch Europa, Menestho zugleich, und die schlanke Peträa,
Metis, Eurýnome dann, und im Safranmantel Telestho,
Asia dann, Kreseïs darauf, und die hehre Kalypso,
Tyche, mit Amfiro dann, und Okýroe, samt der Eudora,
Styx auch, welche vor allen in höherer Würde hervorragt.
Diese von Tethys zugleich und Okeanos stammenden Töchter
Sind durch Alter erhöht; auch giebts noch viele der andern.
Denn drei Tausende sind leichtfüßiger Okeaninen,
Welche verstreut in Menge das Land und die Gründe des Meeres
Ringsumher durchschalten, der Göttinnen herliche Kinder.
Eben so viel auch sind dumpfrauschender Ströme noch übrig,
Sie, des Okeanos Söhn', und der ehrfurchtwürdigen Tethys:
Welche gesamt mit Namen ein Sterblicher schwerlich benennet;
Doch sie kennen für sich die zunächst anwohnenden Männer.
(Hesiod: Theogonie oder Der Götter und Göttinnen Geschlecht. Übersetzt von Johann Heinrich Voß. V. 330-363. Ausgabe Tübingen, 1911. Projekt Gutenberg.)


Stammbaum der Tethys laut Platons "Timaios"

Einen leicht veränderten Stammbaum gibt Platon seinen Lesern im Dialog "Timaios". Darin lässt er den Namensgeber des Dialogs in einem Referat über die Weltschöpfung, die Gestirne und die Entstehung der Götter berichten:

Als Kinder der Ge (Erde) und des Uranos (Himmel) wurden Okeanos und Tethys geboren, von diesen wiederum Phorkys, Kronos und Rhea, und alle ihre Geschwister; von Kronos und Rhea aber Zeus, Hera und alle, die nach unserem Wissen ihre Geschwister und sonstigen Nachkommen von ihnen genannt werden.
(Platon: Timaios. Übersetzung, Anmerkungen und Nachwort von Thomas Paulsen und Rudolf Rehn. Stuttgart, 2009. Kapitel 13. S. 65.)


Wissenschaftler vermuten, dass Platon hier versucht hat, Hesiod und Homer zu versöhnen. Denn bei Homer hatte Hera Okeanos und Tethys als "Ursprung der Götter", Tethys gar als "Mutter Tethys" bezeichnet. Doch wird zumindest das "Mutter" einfach dadurch zu erklären sein, dass Tethys wohl als Amme und Ziehmutter Rheas fungiert hatte.

Homers Bericht über den Ehekrach im Meer

In der Ilias erhalten wir nähere Informationen über Tethys und ihren Gatten Okeanos: Zum einen wird berichtet, die beiden hätten während des Krieges zwischen Kronos (dem Obergott der Titanen) und seinem Sohn Zeus (dem Anführer des olympischen Göttergeschlechts) ihre Nichte Hera, Zeus' Schwester, bei sich aufgenommen. Das ist insofern bemerkenswert, als deutlich wird, dass nicht alle Titanen auf Kronos' Seite waren. Seine Frau Rhea schützte ihre Kinder vor Kronos' Zorn, und auch die Meergötter Okeanos und Tethys sorgten für Kronos' Tochter Hera. Des weiteren berichtet Homer von einem Ehekrach im Ozean, über dessen Ursache man jedoch nichts Genaueres erfährt.
Als Hera in der Ilias Zeus in einen Zauberschlaf fallen lassen will und sich von Aphrodite dazu einen Liebeszauber ausleiht, erklärt sie:

Denn ich gehe nun hin zu den Grenzen der fruchtbaren Erde,
Will nach dem Ursprung der Götter, Okéanos und Mutter Tethys
Schauen, die mich zu Hause behüteten und mich erzogen,
Rheia brachte mich hin, als Zeus, der donnernde, Kronos
Unter die Erde und unter das wogende Meer hinab sandte.
Denn schon lange Zeit enthalten sie beide einander
Sich vom Lager der Liebe, da Zorn ihr Gemüt hat befallen.
Könnte ich beiden ihr liebes Herz durch Worte bewegen,
Auf ihr Lager zu steigen und sich in Liebe zu einen,
Würde ich immer bei ihnen lieb und achtbar geheißen.
(Homer: Ilias. Neue Übersetzung, Nachwort und Register von Roland Hampe. Stuttgart: Reclam, 1979. XIV, 199-210, ähnlich auch XIV, 302-306.)


Tethys verweigert dem Großen Bären die Ruhe im Meer

Die besondere Verbindung der Götterkönigin Hera zu ihrer Amme Tethys wird auch in der Geschichte der Sternbilder Großer Bär und Kleiner Bär sichtbar. Es ist eine der vielen Sagen über die Seitensprünge des Götterkönigs Zeus, der hier die schöne Kallisto, eine Jungfrau im Gefolge der Artemis, schwängerte. Der römische Dichter Ovid erzählt, dass die Jagdgöttin Diana (Artemis), als sie ihre Dienerin plötzlich als schwanger, also unkeusch, auffand, hochgradig erzürnt war. Sie verstieß sie, und Juno (Hera) verwandelte die Frau in eine Bärin. Der aus der Verbindung entstandene Sohn Arcas wurde 15 Jahre später ein großer Jäger und geriet eines Tages an ebendiese Bärin, die er aber nicht als seine Mutter erkannte. Um den Muttermord zu verhindern, griff Jupiter (Zeus) in letzter Sekunde ein und versetzte beide als Sternbild Großer und Kleiner Bär an den Himmel. Für Juno erneut Anlass zum Zorn: Ihre Nebenbuhlerin nun auch noch als leuchtendes Sternbild am Himmel zu sehen, war der Kränkung zuviel. So bat sie ihre Amme Tethys (bezeichnenderweise haben die Römer als Nicht-Seefahrer-Nation für diese Gottheit keinen eigenen lateinischen Namen) um Hilfe:

Juno ergrimmte: jetzt funkelte unter den Sternen die Kebse!
Nieder stieg sie zum greisen Oceanus und zu der grauen
Tethys ins Meer, vor denen schon oft die Götter sich beugten,.
Als nach dem Grund ihres Kommens sie fragten, da sagte die Göttin:
"Möchtet ihr wissen, warum aus aetherischen Sitzen der Götter
Fürstin hier unten erscheint? Eine andre verdrängt mich am Himmel!
Lautere Wahrheitr ist's: wenn die Nacht die Erde verfinstert,
Seht ihr am Himmel dort oben - für mich sind's Wunden! - die Sterne,
Welche man jüngst zu Ehren erhob, an den Ort, wo zu äußerst
Sich um die Achse der kürzeste Kreis und der letzte herumzieht.
Und da sollte noch jemand sich scheuen, die Juno zu kränken,
Vor der Beleidigten zittern? Ich strafe - da nützt die Bestrafung!
Wahrlich! Was hab ich vollbracht! Meine Macht, wie ist sie gewaltig!
Mensch sein ließ ich sie nicht: da wurde sie Göttin! Wahrhaftig,
Frevler bestrafe ich so! So riesig ist meine Befugnis!
Soll er ihr doch die alte Gestalt wieder schenken, die wilde
Fratze ihr nehmen, wie einst er Phoronis von Argos begnadet!
Weshalb verstößt er nicht Juno und ehelicht jene? Er soll sie
Doch in mein Schlafgemach setzen, Lycaon zum Schwäher sich wählen!
Greift es euch aber ans Herz, daß man so euren Pflegling mißachtet,
Wehrt dem Siebengestirn die Fluten, die blauen! Die Sterne ,
Die man, um Unzucht zu lohnen, hinauf an den Himmel versetzte,
Stoßt sie hinweg! Sonst badet im lauteren Meer die Kebse!"
Willig waren die Götter des Meeres (...)
(Publius Ovidius Naso: Metamorphosen. Epos in 15 Büchern. Übersetzt und herausgegeben von Herrmann Breitenbach. Stuttgart: Reclam, 1990. II, 508-531)


Das tragische Ende des Phaëton

Auch sonst ist Tethys als personifiziertes Meer bei Ovid vor allem gekennzeichnet als Ort, in dem Gestirne ihren Ruheraum haben. Zum Beispiel als nächtlicher Aufenthalt der Sonne, die am Morgen aus den Schranken der Tethys entlassen wird. So beschreibt Sonnenlenker Apoll seinem Sohn Phaëton die letzte Etappe des Sonnenwagens folgendermaßen:

Tethys selbst, die mich birgt in den unten sich breitenden Wellen,
Fürchtet da wohl, daß es jählings hinab in die Tiefe mich reiße.
(Ovid: Metamorphosen. II, 68f.)


Als wenig später Phaëton dann mit dem Sonnenwagen an die Schranken des Wassers gelangt, heißt es:

Tethys schiebt sie zurück, nicht ahnend das Schicksal des Enkels. (Ovid: Metamorphosen, II, 156.)

Wobei das Wort "Enkel" hier etwas unpassend ist. Denn Tethys war weder Großmutter von Apoll noch von dessen Sohn Phaëton. Als Schwester von Apolls Großeltern Koios und Phoibe wäre sie wohl dessen Großtante und somit Phaetons Urgroßtante ...

Die Verwandlung des Aesacos

Auch den Aesacos, der nach dem Tod seiner Geliebten von einer Klippe springt, nimmt die Meeresgöttin liebevoll in sich auf und verwandelt ihn in einen Vogel:

Doch Tethys empfindet Erbarmen, und linde
Nimmt sie ihn auf und, wie er die Fluten durchschwimmt, überkleidet
Sie ihn mit Federn: er kann ihn nicht finden, den Tod, den ersehnten.
Aber der Liebende zürnt: er will nicht mehr leben, man zwingt ihn,
Sucht seiner Seele zu wehren, ihr klägliches Haus zu verlassen,
Die es doch wünscht! Und als er die Schultern so seltsam beschwingt fühlt,
Fliegt er empor, und wiederum stürzt in die Fluten sein Körper;
Federn erleichtern den Sturz. Und Aesacos wütet: kopfüber
Geht er zur Tiefe, und endlos versucht er, zum Tod zu gelangen.
Liebende Sehnsucht magert ihn ab: lang werden die Stelzen-
Beine, der Hals bleibt lang, der Kopf ist entfernt von dem Leibe.
Fernerhin liebt er das Meer, und es bleibt ihm der Name vom Tauchen.
(Ovid: Metarmorphosen, XI, 784-795)


Glaukos wird ein Meergott

Zuletzt schließlich erzählt Ovid von einer ähnlichen Verwandlung, von der des Glaucus (Glaukos Pontios) in einen fischschwänzigen Meergott. Glaucus hat nach seiner ungewöhnlichen Metamorphose nichts Eiligeres zu tun, als die beiden ozeanischen Urgötter anzurufen:

"Nie wirst du mich wieder erblicken,
Erde! leb wohl!" so ruf ich und spring in die Tiefe der Wellen.
Und sie nehmen mich auf, die Götter des Meeres: sie gönnen
Mir die Ehre, der Ihre zu werden; sie fordern von Tethys
Und von Oceanus, von mir zu nehmen, was sterblich.
(Ovid: Metamorphosen. XIII, 947-951)


Teen Titans gegen Titanen

Meinen ersten Kontakt mit Tethys und den anderen Titanen verdanke ich übrigens nicht Herodot, sondern wie viele Kinder des Silver Age einem Comic-Album: Die "Teen Titans" - in der Ehapa-Zeit firmierten sie unter dem Namen "Junge Giganten" - treffen in ihrem 9. Album, erschienen 1983, auf ihre mythologischen Namenspatronen. Leider ging in der Übersetzung dieser Aspekt verloren, denn in der deutschen Version trafen nicht junge Titanen auf alte Titanen, sondern es hieß nur: "Giganten gegen Götter".

Eingefügtes Bild

Sehr einprägsam fand ich die Gegenüberstellung der einander zugeordneneten Geschwister/Ehepaare. Allerdings hat der Autor hier an einigen Stellen gepatzt. So sprach er von zwei Göttinnen "Thia" und "Theia", wobei Thia mit Hyperion verheiratet war und ein Sonnengötter-Paar bildete, während "Theia" Gattin und Schwester des Japetos war und beide als Gerechtigkeitsgötter fungierten. In der tatsächlichen Überlieferung gab es aber nur vier und nichts sechs Paarbeziehungen unter den Titanen: Okeanos und Tethys, Kronos und Rhea, Koios und Phoibe sowie, wie gesagt, Hyperion und Theia. Dem Japetos, der hier als Gerechtigkeitsgott bezeichnet wird, war zwar seine Schwester die Gerechtigkeitsgöttin Themis in der Funktion verwandt. Als "Paar" werden die beiden jedoch eher selten gehandelt. Japetos ehelichte die Okeanide Klymene (gelegentlich auch Asia). Themis wurde Gattin des Zeus (Ja, er hatte mehrere). Kreios heiratete die Eurybia, eine Tochter des Meeresgottes Pontos, während Mnemosyne durch Zeus Mutter der Musen wurde.

Interessant ist, dass der Comic sich nicht ganz entscheiden kann zwischen den beiden oben beschriebenen Stammbäumen. So wird zwar lang und breit über die Titanen als Geschwister berichtet, die allesamt von Uranos und Gäa abstammen, aber im Kampf um den Olymp kommt es dann zu der hier dargestellten Begegnung und einem Dialog, der vollkommen mit der bisherigen Erzählung bricht:

Eingefügtes Bild

Tethys und Okeanos kämpfen gegen Poseidon und bezeichnen ihn als ihren Sohn. Damit wird plötzlich von der Hesiod-Tradition umgeschwenkt auf den Platon/Timaios-Stammbaum. Folgerichtig wäre natürlich gewesen, wenn die beiden Titanen den Olympier als ihren "Neffen" bezeichnet hätten. Aber das klingt natürlich nicht so dramatisch wie ein Kampf auf Leben und Tod zwischen Eltern und ihrem Sohn.

Namenspatronin für Mond, Meer und Mount

Bleibt noch festzuhalten, dass nach Tethys ein Saturnmond - (mytho)logischer wäre natürlich ein Uranus-Mond - sowie ein urzeitliches Meer im Mesozoikum zwischen Gondwana und Laurasia benannt wurden. Außerdem trägt der 1252 Meter hohe Berg "Mount Tethys" auf Südgeorgien ihren Namen.

In meiner Nestis-Serie habe ich mich allerdings mehr an ihre Enkelin Thetis, die Tochter ihrer Tochter Doris, gehalten. Thetis wurde der Name einer Schwester von Nestis. Aber ein paar Erinnerungen an Tethys könnt ihr vielleicht auch in der grummeligen und doch gutherzigen Meergroßmutter entdecken ...




Weitere Nestis-Ahnherrinnen:
Andersens kleine Meerjungfrau
Die Göttin Nestis
Die Göttin Thetis
Melusine
Undine
Glaukos Pontios
Ran und die Wellenmädchen
Die Loreley
Die schöne Lau

© Petra Hartmann


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Thorgal 38: Die Selkie

Geschrieben von Petra , in Comics 15 May 2021 · 127 Aufrufe
Comics, Thorgal, Selkie
Die Sage um die Selkie Kopakonan steht im Mittelpunkt des neuen 38. Thorgal-Albums. Thorgal und sein Sohn Jolan müssen zu den Färöer-Inseln aufbrechen, um die entführte Lupine zu befreien. Dabei begegnen sie einer sagenhaften Selkie, einer Robbenfrau, die vor Urzeiten einen Fluch über die Inselbewohner verhängte.
Wie das vorhergegangene Album Der Eremit von Skellingar bietet auch dieser neue Band ein in sich abgeschlossenes Abenteuer. Nach der langen verschlungenen und sich über mehrere Alben und zwei der Nebenserien erstreckende Geschichte um Aniels Entführung und die Kämpfe um die Herrschaft im Nordland ist dies eine wohltuende Abwechslung, die dem Leser einfach mal wieder Zeit zum Genießen des Augenblicks gibt und nicht durch überbordende Rückblenden und den Zwang zum Zurückblättern in mehrere Jahre alten Vorgängerbänden geprägt ist. Weniger eine Saga also, mehr ein Heldenlied.

Rückblick auf die Sage von der Selkie Kopakonan

Dieses Abenteuer kann man auch als Neueinsteiger sofort genießen. Blutig allerdings ist die Geschichte, und auch hier gibt es zwei Rückblenden, die eine jedoch nur verursacht durch den Sprung mitten in die Situation der entführten Lupine hinein, die andere, als Inselbewohner die Geschichte der Selkie Kopakonan erzählen, den Sagenkern des Abenteuers.

Thorgals Tochter wird auf die Färöer-Inseln entführt

Lupine, die kindliche und tierliebende Tochter Thorgals ist offenbar jetzt doch kein Kind mehr. Sie zeigt erste frauliche Züge - genug, um sie für einen Kaufmann von den Inseln als brauchbare Frau für seinen heranwachsenden Sohn erscheinen zu lassen. Er entführt sie, und Thorgal und Jolan nehmen die Verfolgung auf. Es sind eindrucksvolle Bilder, die ihre Fahrt begleiten. Die monumentale Statue der Selkie Kopakonan etwa, die in einer Meerenge steht und an der ihr Boot beinahe zerschellt wäre. Der Kampf unter Wasser mit den schwarzen Meeressäugern. Vor allem aber die in blutigem Rot gehaltenen Szenen, als Robbenschlächter Schaaren von Robben in einer Bucht erschlagen, um auf ihre gewalttätige Weise den Fluch von Kopakonan - mangels Robben - aufzuheben. Nein, es ist keine schöne, sondern eine sehr harte Geschichte, der alten Sage von der Robbenfrau angemessen, der ein Fischer einst ihr Robbenfell stahl, um sie zu seiner Frau zu machen, und der er später den Robben-Ehemann und beide Kinder erschlug. Mehr als Grund genug, um die Insel zu verfluchen.

Spannendes Abenteuer mit Thorgal-Moral

Das Selkie-Abenteuer ist schnell und spannend erzählt, in sich abgeschlossen und auch ohne Vorkenntnisse gut lesbar. Es bietet beeindruckende, teilweise düstere und sehr blutige Bilderwelten, aber wie immer eine positive Thorgal-Moral und dazu einen Einblick in die Sagenlandschaft der Färöer-Inseln.

Rätsel um die verschwundenen Kräfte

Etwas irritierend wirkt, dass beide Kinder Thorgals in diesem Band nicht über ihre besonderen Kräfte verfügen. Jolan hatte sie zwar im Band Der Herr der Gerechtigkeit unter den Bedingungen des Kampfes in einer besonderen Arena nicht zur Verfügung, erlangte sie aber nach der Beendigung des Kampfes und der Zerstörung des hemmenden Apparates wieder zurück. Und im Band Der Eremit von Skellingar spricht er noch mit einer absoluten Selbstverständlichkeit von seinen Heilerfähigkeiten: "Es ist zu ernst! Mit meiner Gabe als Heiler kann ich nichts mehr für sie tun." (S. 8) Warum vesagen seine Kräfte nun, als der Aufprall an der Selkie-Statue droht? Warum zögert er, als er den schwer verletzten Thorgal heilen muss? Jolan spricht darüber, als sei diese Unfähigkeit etwas Altbekanntes, aber trotz Zurückblättern (ja, jetzt doch) habe ich weder in der Hauptserie noch in dem Kriss-de-Valnor-Spin-off etwas dazu gefunden.
Und wieso kann Lupine, als sie im Käfig sitzt, nicht mit dem Riesenhummer wie mit allen anderen Tieren reden und ihn um Hilfe bitten? Wieso empfindet Lupine, die Freundin der Tiere, plötzlich sogar Ekel vor dem Scherenträger, der die Stricke, die die Gitterstäbe verbinden, ohne weiteres durchtrennen könnte? Ein Rätsel.
Aber abgesehen davon, ein schönes Album, düster und dramatisch, sagenhaft und mystisch.

Fazit: Spannender, sagenhafter Einteiler, gut erzählt und düsteren, stimmungsvollen Zeichnungen. Blutige, aber faszinierende Geschichte. Lesenswert.

Thorgal 38: Die Selkie. Text: Yann. Zeichnungen: Fred Vignaux. Bielefeld: Splitter, 2021.48 S., Euro 15.


Weitere Thorgal-Abenteuer
Thorgal 31: Der Schild des Thor
Thorgal 32: Die Schlacht von Asgard
Thorgal 33: Schwertboot
Thorgal 34: Kah-Aniel
Thorgal 35: Scharlachrot
Thorgal 36: Aniel
Thorgal 37: Der Eremit von Skellingar

Kriss de Valnor 1: Ich vergesse nichts!
Kriss de Valnor 2: Das Urteil der Walküren
Kriss de Valnor 3: Einer Königin würdig
Kriss de Valnor 4: Bündnisse
Kriss de Valnor 5: Rot wie der Raheborg
Kriss de Valnor 6: Die Insel der verlorenen Kinder
Kriss de Valnor 7: Der Berg der Zeit
Kriss de Valnor 8: Der Herr der Gerechtigkeit

Lupine 1: Raïssa
Lupine 2: Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr
Lupine 3: Das Reich des Chaos
Lupine 4: Crow
Lupine 5: Skald
Lupine 6: Die Königin der Schwarzelfen
Lupine 7: Nidhöggr

Thorgals Jugend 1: Die drei Schwestern
Thorgals Jugend 2: Das Auge Odins
Thorgals Jugend 3: Runa
Thorgals Jugend 4: Berserker
Thorgals Jugend 5: Slive
Thorgals Jugend 6: Der Drakkar aus dem Eis
Thorgals Jugend 7: Blauzahn
Thorgals Jugend 8: Die zwei Bastarde

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"Petra, du musst zwei Bücher schreiben"

Geschrieben von Petra , in Krimskrams 06 May 2021 · 94 Aufrufe
Krimskrams
Ich werde als Autorin ja oft gefragt: "Woher nimmst du eigentlich deine Ideen?" Nun, falls ihr irgendwann ein Hunde- oder Pferdebuch von mir lest - ich kann euch heute schon verraten, wie es dazu kam ...
Heute Mittag hat mich meine Nichte Minnie mit ihrer Handy-Uhr angerufen. Sie war gerade mit zwei Schulkameradinnen auf dem Pausenhof und hat den beiden erzählt, dass ihre Tante Bücher schreibt. Und plötzlich klingelt mein Handy, und drei Siebenjährige geben bei Minnies Tante zwei Buchbestellungen auf. Freundin eins wünscht sich: Ich soll über eine dreibeinige Hündin namens Bertha schreiben. Bertha ist ein brauner, mittelgroßer Straßenhund, sie ist sieben Jahre alt und ist jetzt zu einem Mädchen gekommen. Das Mädchen hatte keine Freunde, und jetzt hat sie Bertha.
Freundin zwei wünscht sich ein Pferdebuch. Und zwar über ein braunes Shire-Horse mit heller Mähne, das Orelie heißt.
Ich sage, dass ich versuchen will, mir etwas auszudenken. Aber es wird schon ziemlich lange dauern. Das ist vollkommen in Ordnung für Minnies Freundinnen. Und dann wollen sie mir noch ihre Adressen diktieren, wo ich das Buch dann hinschicken soll.
Wenig später klingelt mein Handy zum zweiten Mal. Die drei Mädchen sind dran. Und sie haben sich inzwischen noch etwas zum Plot ausgedacht.
"Also", sagt Freundin zwei, "Orelie wird von einem Mädchen geritten, das Jessy heißt. Jessy ist eine Fee. Und kannst du es bitte so schreiben, dass sich Orelie in ein Einhorn verwandeln kann, das fliegen kann?" Sternenschweif, ick hör dir trappsen.
Freundin eins erzählt, dass die dreibeinige Hündin Bertha eines Tages ein Schienbein geschenkt bekommt. Aber sie nimmt es dann doch nicht an und entscheidet sich dafür, etwas Besonderes zu bleiben.
Dann ist der Akku von Minnies Handy-Uhr leer. Und ich sitze da mit dem Arbeitsauftrag. Kennt jemand von euch einen Verleger, der Interesse an einem Pferde- und Hundebuch hat?


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Doctor Nikolas Abenteuergarn

Geschrieben von Petra , in Doctor Nikola 04 May 2021 · 92 Aufrufe
Doctor Nikola
Ich freue mich ja immer, wenn mal etwas über meine älteren Bücher höre und wenn ich von Lesern Rückmeldungen zu meinen "Jugendwerken" bekomme. Jetzt hat sich Blognachbar Thomas Hofmann den Abenteuer-Schmöker "Das Serum des Doctor Nikola" vorgenommen und in seiner April-Leseliste vorgestellt.

"Man kommt aber gut rein, viel 'Vorwissen' ist nicht nötig", stellte er fest, was beim sechsten Band einer Reihe ja schon mal gut zu wissen ist.
Thomas findet: "Es ist ein rasanter Abenteuerschmöker". Sein Fazit: "Habe mich köstlich amüsiert bei dem geradlinig erzählten Abenteuergarn."

Die komplette April-Liste mit vier weiteren Buchvorstellungen findet ihr hier:
https://www.scifinet...sche-ansichten/


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Antje Babendererde: Schneetänzer

Geschrieben von Petra , in Indianer 30 April 2021 · 137 Aufrufe
Indianer, Antje Babendererde und 1 weitere...
"Schneetänzer" von Antje Babendererde ist ein Jugend-Indianerroman, der bei den Cree in Kanada spielt. Erzählt wird die Geschichte eines deutschen Jungen, der auf der Suche nach seinem unbekannten indianischen Vater ist.
Kurz nach seinem 18. Geburtstag erfährt Jacob, dass sein Vater nicht ein unbekannter Mann aus Südostasien und er selbst nicht das Ergebnis eines One-Night-Stands im Marihuana-Rausch war. Nein, sein Vater sei ein Cree-Indianer, verrät ihm der Stiefvater. Die ersten vier Lebensjahre hatte der Junge tatsächlich mit Mutter und Vater gemeinsam in Kanada verbracht, aber ein schwerer Verkehrsunfall hat seine Erinnerungen an diese Zeit komplett ausgelöscht. Nach einer heftigen Auseinandersetzung mit seinem Stiefvater, einem tierquälerischen Schweinebaron, den Jacob bei der Organisation PETA mit einem Video aus dessen Schweineställen ziemlich tief in die Scheiße reitet, fliegt das Familiengeheimnis auf. Emotional aufgewühlt verlässt Jacob kurz vor den Abiturprüfungen seine Familie und fliegt nach Kanada, um seinen Vater zu suchen.
Doch der Ausflug mit dem straffen Zeitplan verläuft vollkommen anders als geplant. Nicht nur, weil ein Mann mit Motorschlitten Jacob nicht wie versprochen zu seinem Vater bringt, sondern ihn mitten im tief verschneiten Wald sitzen lässt. Hunger, Orientierungslosigkeit, Schneesturm und eine Begegnung mit einem Bären sind nur der Auftakt. In der abgelegenen Hütte eines alten Cree-Indianers und seiner "Adoptiv-Enkelin" Kimi findet Jacob nicht nur die Liebe seines Lebens und erfährt mehr über Leben und Tradition der Cree, sondern er kommt auch seinem Familiengeheimnis auf die Spur.
Der Roman ist ausgesprochen spannend und flüssig geschrieben. Zum größten Teil ist die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, und der Leser erlebt die Handlung aus Sicht Jacobs. Weitere Passagen, für die die Autorin die dritte Person wählte, schildern Gedanken und Gefühlsleben Kimis, die als einzige Überlebende einer Brandkatastrophe nicht nur am Körper Narben davon getragen hat.
Abenteuerliche und eher sensible zwischenmenschliche Situationen wechseln einander ab, Informationen über Kultur und Sagenwelt der Cree treffen auf das klassische Gefühlschaos eines jungen Menschen zwischen Abiturstress und erster großer Liebe.
Mit Jacob und Kimi schuf Antje Babendererde zwei starke, eigenwillige Charaktere, die trotz der sehr ungewöhnlichen, sehr konstruiert wirkenden Ausgangslage - deutschindianischer Pubertierender, Massentierhalterskandal, Survivalsetting, Familientragödie, Brandkatastrophe, Gedächtnisverlust, Träume und Sagenwelt - sehr authentisch und berührend herüberkommen. Dass Jacobs Mutter mehr als einmal gelogen hat, ist am Ende nur konsequent. Man hatte es ja geahnt, als sich die Anzeichen häuften, und es sich als Leser auch gewünscht.

Fazit: Spannendes und atmosphärisches Jugendbuch mit Ethno- und Survival-Hintergrund und Liebesgeschichte. Abenteuerlich, informationsreich und mit einem Schuss Romantik. Lesenswert.

Antje Babendererde: Schneetänzer. Würzburg: Arena, 2019. 389 S., Euro 17.


Weitere Bücher von Antje Babendererde
Findet mich die Liebe?
Rain Song
Isegrim
Julischatten

© Petra Hartmann


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Pia Tafdrup: Tarkowskis Pferde

Geschrieben von Petra , in Lyrik 25 April 2021 · 198 Aufrufe
Lyrik, Pia Tafdrup
Traurig, berührend, Zeilen voller Hilflosigkeit, und doch zugleich von einer ungeheuren Kraft des Hinnehmens, Ertragens und Weitermachens geprägt: Das Buch "Tarkowskis Pferde" der dänischen Dichterin Pia Tafdrup ist ein Lyrikband, der einem trotz seiner leichten, eingängigen Sprache das Lesen nicht leicht macht.
Es geht um Demenz, um das Verlieren, Verblassen ihres Vaters, bis schließlich der Tod auch den endgültigen, physischen Abschied besiegelt. Aber endgültig dann doch nicht. Am Ende ist es das Bild grasender Pferde am Wegesrand, das die Autorin doch wieder zurückdenken lässt an die Zeit mit ihrem Vater. Und an ein Leben voller unverlierbarer Erinnerungen an eine besondere Kindheit, Jugend, eine jahrzehntelange liebevolle Beziehung.
Von den ersten kleinen Anzeichen an zeichnet Tafdrup die Geschichte eines Verblassens und Verlorengehens nach. "Mit einem Mal verstehe ich: / Mein Vater weiß nicht, was er tut", heißt es mitten in der Erinnerung an einen warmen Sommerabend mit Schwalben und Sonnenstrahlen. Schon in diesem Auftakt-Gedicht deutet sich an, wie die Gedanken fliehen werden: "Die Pferde / haben sich losgerissen", notiert Tafdrup. "Langbeinige Flucht, / schwarzem Horizont entgegen."
Immer wieder sind es Bilder aus der Natur, die beschworen werden. Bäume in farbigem Laub, die die Zeit anzeigen. Der Vater ist ein naturverbundener Mensch, aus jeder Zeile spürt man sein inniges Verhältnis zu Tieren und Pflanzen, das wohl auch auf die Tochter überging. Auch wenn das Gefühl für Datum und Uhrzeit verloren geht:

Es gibt immer Bäume, die meinem Vater
die Jahreszeit verraten, sie leuchten
in seinem Gehirn,
die weißen Stämme der Birken,

so der Beginn des Gedichts "Bäume werden gelesen". Ein schönes Idyll, das aber bereits den Beginn der Orientierungslosigkeit und Verwirrung anzeigt. Was braucht es konkrete Zeitangaben, wenn nur die Stimmung stimmt, wenn man nur zusammen ist und die Jahreszeiten fühlt, scheint der Anblick des Baumes zu sagen. Ein Festhalten am Wesentlichen, das hier beschworen wird, ein "Und doch ist es gut" ...

Ob heute
oder vor fünfzig Jahren,
wo ist der Unterschied?
Ob zwei Stunden
oder zwei Minuten vergangen sind,
ist das entscheidend,
solange Schutz gesucht wird
in einer glasklaren Erinnerung aus der Kindheit?
Ob ich im Sessel sitze
oder meine Mutter,
was macht das schon?
Oder ob's meine Schwester ist oder ich,
ist das wichtig,
wenn wir's gemütlich haben?

Aber die Schatten sind da. Diesmal ist es ein kletterndes Eichhörnchen, das im Astwerk klettert und herumspringt, wie ein verwirrter Gedanke im Gehirn, das sie vertreibt, "Aber was geschieht, / wenn die Bäume mit der Wurzel / herausgerissen werden - / wenn sie langsam hinausschweben, / wo Sterne asphaltiert werden?"
Vergangenheit wird wichtiger. Szenen aus Kindheit und Jugend steigen auf. Erinnerungen des Vaters an den Zweiten Weltkrieg. Dann wieder sind da "weiße Flecke / auf der Karte der Erinnerung". Es beginnt mit einem Verrat, der Einweisung des Vaters in ein Heim. Mit Besuchen im "Gefängnis", wo die Bewohner Memory spielen und alte Kinderlieder singen. Mit Fluchten. Mit kleinen, alltäglichen Gegenständen, die mehr und mehr Bedeutung gewinnen, zur Welt werden.
Ein Mann "weiß nicht mehr, wie belesen er ist". Plötzlich taucht ein alter Rilke-Band auf. "Wie der erste Schlag einer schwer / schwebenden Glocke / an einem bronzestillen Morgen / meldet sich Deutschland". Der Vater hatte nach Schweden fliehen müssen. Später war die deutsche Sprache verpönt im Haus der Dichterin, die Mutter hatte versucht, ihr den Besuch bei einer deutschten Brieffreundin auszureden. Das alles kommt nun wieder hoch, jahrzehntelang vergessen.
Neue Straßennamen im Viertel - für den Vater wird die eigene Adresse zur Fremde. Verblassen, Verdunkeln eines Geistes, eines Menschen. Die Vögel kommen noch immer wie jedes Jahr im Frühjahr zurück. Die Rechnungen kommen noch lange nach dem Tod des Vaters. Der Tod. Einäscherung. Begräbnis. Ein Mann mit der gleichen Schuhgröße erhält die Schuhe des Vaters. Tröstlicher Gedanke, dass seine Schuhe weiter durch die Welt gehen werden. "Wörter werden nicht begraben", heißt es. Und doch:

Sage ich
"Vater",
kann ich ihn nicht erwecken.
Ich wohne im Schatten des Wortes
- denn wer hält sonst, was er verspricht?

Ist der Vater also nun verschwunden, vergessen auch im Geiste seiner Tochter? Ein Bild, gesehen durchs Zugfenster, eine Erinnerung an den Film "Andrej Rubljow", Tarkowskis Pferde, "in den letzten Bilder des Films, / ist mein Vater zugegen, / ruhend in sich selbst", schreibt Tafdrup. Ein starkes Bild, das für immer mit ihrem Vater verbunden sein wird:

Etwas im Wesen des Pferdes
läßt ihn hervortreten.
Ein Schatten leuchtet,
nun i s t er hier einfach.

Tafdrups Sprache ist, trotz oder gerade wegen der harten und belastenden Inhalte der Gedichte, nie aufgeregt, laut oder besonders emotional. Sensibel, ja. Aber auf eine schaumgebremste, sich selbst schützende Art sensibel. Auch in der deutschen Übersetzung (einige dänische Originale sind beigegeben) bleibt der distanzierte, leise Ton spürbar, die Sprech- und Denkweise von Menschen in Krisensituationen, unter hoher Belastung, wenn man einfach nur funktionieren muss, sich keine hysterischen Ausbrüche leisten darf und auch nicht die Energiereserven dafür hat.
Dafür sieht sie jede Einzelheit, die Sinne sind offen für jedes noch so kleine Detail beispielsweise aus der Natur oder aus dem Zimmer des Vaters. Konkret, genau beobachtet und in seiner herben Schlichtheit lauter als jeder Tränenausbruch. Genau darum berühren die Gedichte so sehr, fassen den Leser an und lassen ihn teilhaben an einem Verlust, der selbst unaussprechlich ist, aber durch die Schilderung der kleinen Dinge, die ihn begleiten, für alle mit-erfahrbar.
Man spürt das Ein- und Ausatmen der Autorin, etwa beim Anblick eines huschenden Eichhörnchens oder beim Blick auf ein liegen gelassenes Buch. Alles ist mit Erinnerung aufgeladen, jeder stumme Gegenstand spricht: Das hier hat ihm einmal etwas bedeutet. Eine beeindruckende, unvergessliche Reise in das Vergessen - und darüber hinaus.

Fazit: Beeindruckender und unvergesslicher Gedichtband über ein schweres Thema und in einer Sprache wie leicht davonfliegende Erinnerungen. Still und berührend. Empfehlenswert.



Pia Tafdrup: Tarkowskis Pferde. Gedichte. Ins Deutsche übersetzt und mit einer Nachbemerkung von Urban Halle. Stiftung Lyrik Kabinett München, 2017.


© Petra Hartmann


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Nestis und ihre Ahnherrinnen: Die schöne Lau

Geschrieben von Petra , in Nestis 20 April 2021 · 249 Aufrufe
Nestis, Nixen, Meerjungfrauen und 2 weitere...
In meiner Serie über Meermädchen, Nixen und Wasserfrauen und weitere Ahnherrinnen meines Meermädchens Nestis möchte ich euch heute eine schwäbische Wasserdame vorstellen: Die schöne Lau, bekannt geworden durch den Dichter Eduard Mörike (1804- 1875).

Mörike erzählt die „Historie von der schönen Lau“ als eingebettete Geschichte in seinem Märchen „Das Stuttgarter Hutzelmännchen“, erstmals veröffentlicht im Jahre 1853. Die „Historie“ erschien 1873 auch als eigenständige Erzählung mit Illustrationen von M. v. Schwind, „die dem Publikum aber als anstößig erschienen und der Ausgabe keinen Erfolg brachten“, vermerkt Kindlers Literaturlexikon (München, 1990. Bd. 11, S. 820).

Traditionelle Sagenmotive

Mörike verwandte durchaus traditionelle Sagenmotive. Im Hutzelmännchen-Teil sind es das wundersame „Hutzelbrot“, das immer wieder zu einem vollständigen Brot nachwächst, sofern man nach dem Essen nur einen kleinen Brocken davon übrig lässt, oder die „Glücksschuhe“ des jungen Schusters, die ihn durch die Welt führen und ihn schließlich die Frau fürs Leben finden lassen. Der Kindler verortet ihn in der literarischen Tradition folgendermaßen: „Mörike führt bewusst die Tradition der romantischen Märchenerneuerung fort – seine eigenen Märchendichtungen aber zeichnen sich im Gegensatz zu den spekulativen allegorischen Kunstmärchen der Romantiker durch eine Fülle volkstümlicher und realistischer Details aus, die ganz konkret und aller Phantastik zum Trotz den Ort des Märchens bestimmen.“ (ebd.)

Alte Sagen von der Lau und dem Blautopf

Mörike arbeitete mit dem bereits Vorhandenem: Mit dem Ort, mit Besonderheiten der Landschaft, mit lokalen Sagen. Auch über Wasserfrauen erzählte man sich am Blautopf schon vor Mörike Märchen- und Sagenhaftes. Dazu schreibt Ruth M . Fuchs:

„Die schöne Lau errang durch Mörikes Erzählung Berühmtheit. Aber dass Nixen im Blautopf in Schwaben leben, das wusste man schon vorher. Ein Blick auf diesen fast kreisrunden See in seinem leuchtenden Blau genügt, um sicher zu sein: Wenn es Nixen gibt, dann muss mindestens eine davon hier leben. Wie viel von der Handlung Volkssage, wie viel Dichtung Mörikes ist, kann heute niemand mehr entscheiden. [...]
Die Nixen aber, die der Lau im Blautopf dienten und vielleicht auch schon vorher dort gelebt hatten, sollen noch da sein. Es sind niedliche Geschöpfe – und alle mit Entenfüßem.“
(Ruth M. Fuchs: Welcher Naturgeist ist das? Eine Art Bestimmungsbuch. Karlsfeld, 2014. S. 146f)


Die schöne Lau, einer Anmerkung Mörikes zufolge auch als „die arge Lau“ bekannt, soll demnach im Blautopf gelebt haben, einem rund 20 Meter tiefen Quellbecken der Blau, eines Nebenflusses der Donau, der außer durch seine ungewöhnliche, magisch anmutende Farbe durch seine damals als unergründlich geltende Tiefe auf die Phantasie nicht nur der Dichter wirkte. Mörike selbst, der aufgrund der zahlreichen schwäbischen Ausdrücke und lokalen Besonderheiten sein Märchen mit mehreren kommentierenden Anmerkungen versehen musste, notiert dazu:

„Die dunkle, vollkommen blaue Farbe der Quelle, ihre verborgene Tiefe und die wilde Natur der ganzen Umgebung verleihen ihr ein feierliches, geheimnisvolles Aussehen. Kein Wunder, wenn sie in alten Zeiten als heilig betrachtet wurde und wenn das Volk noch jetzt mit abenteuerlichen Vorstellungen davon sich trägt.“
(Eduard Mörike: Das Stuttgarter Hutzelmännchen. Märchen. Stuttgart, 1970/1985. S. 97f)


Der blaue Farbton des Wassers beziehungsweise der Name des Flusses mögen auch für den Namen der Wasserfrau Pate gestanden haben. So etymologisiert Mörike das „Lau“ als abstammend von „La, Wasser, welches in lo, lau, b’lau überging“ (ebd. S. 99).

Eine Wasserfrau mit langen Haaren

In Mörikes Märchen ist die Lau „eine Wasserfrau mit langen, fließenden Haaren. Ihr Leib war allenthalben wie eines schönen natürlichen Weibs, dies eine ausgenommen, dass sie zwischen den Fingern und Zehen eine Schwimmhaut hatte, blühweiß und zärter als ein Blatt vom Mohn.“ Verbunden wird ihre Geschichte mit dem Nonnenhof, einem ehemaligen Kloster, dann einer großen Wirtschaft: „Dort hing vor sechzig Jahren noch ein Bildnis von dem Wasserweib, trotz Rauch und Alter noch wohl kenntlich in den Farben. Da hatte sie die Hände kreuzweis auf die Brust gelegt, ihr Angesicht sah weißlich, das Haupthaar schwarz, die Augen aber, welche sehr groß waren, blau.“ (ebd. S. 9)

Kein Fischschwanz, sondern Entenfüße

Die Wasserfrau ist, anders als viele klassische Nixen, nicht durch einen Fischschwanz gekennzeichnet. Sie hat Beine und Füße, kann sich also auf dem Festland fortbewegen, auch wenn sie die Nähe des Wassers nicht verlässt. Doch sie hat eine andere Besonderheit: Sie hat Entenfüße. Interessanterweise greift Mörike hier ein klassisches Sagenmotiv auf, ohne es auszureizen und bis zum Ende auszuspielen. Denn die Entenfüße, die durchaus in einigen Sagen über Wasserwesen eine Rolle spielen, werden in anderen Geschichten oft zur Ursache für Zwist und Verderben, wenn nämlich ein mutwilliger Sterblicher solche Entenfüße oder ihre Fußspuren sieht und den betreffenden Wassergeist darob verspottet und auslacht.

Vom Lachen und Auslachen

Ausgelacht wird die Lau wegen ihrer Füße nie. Sie ist im Märchen eine freundliche, den Menschen zugewandte Dame, neugierig auf die Welt der Landbewohner, die im Gegenzug auch freundlich und respektvoll mit ihr umgehen. Eine leichte Distanz eines Abtes des benachbarten Klosters deutet sich an, aber auch hier gibt es kein Drohen wegen Gottlosigkeit und Hexerei, keine Gefahr durch die Inquisition oder Ähnliches für die Lau. Mörikes Theologie ist über dergleichen inzwischen hinausgewachsen.
Nur eine Sache ist ungewöhnlich an der schönen Lau: Sie kann nicht lachen. Ein ungewöhnliches Manko bei einer Wasserfrau, werden Nixen und Wassergeister doch meist als heitere, fröhliche Wesen geschildert, die mit den Menschen durchaus ihre Scherze treiben. Das Gelächter der griechischen Götterwelt, der fröhliche Tanztee, den Heinrich Heine den Helgoländer Meerjungfrauen andichtet – all dies ist der Lau fremd. In der Welt der Meerjungfrau Undine konnten die zauberhaften Wasserwesen nicht weinen und kannten keine Tränen. Hier ist die Wasserdame auf der Suche nach ihrem Lachen. Und dies durchaus aus traurigen Gründen.

Die verbannte Gemahlin des Donaufürsten

Die Lau ist die Gemahlin des Donaufürsten. Aber sie hat es bislang noch nicht geschafft, ihm Kinder zu schenken. Mehrere Totgeburten hat sie bereits hinter sich. Als Ursache gilt gerade diese Unfähigkeit zu lachen. So ordnet ihr Gatte an, sie solle von ihm getrennt im Blautopf leben, bis sie es geschafft hat, fünfmal zu lachen. Einmal im Jahr sendet er seine Boten und fragt, ob es inzwischen geklappt hat mit dem Lachen. Doch immer wieder bleibt die Antwort ein: „Nein.“

Die Herrin des Blautopfs zu Besuch im Nonnenhof

Mörikes „Historie“ setzt ein mit einem Besuch der schönen Lau im Nonnenhof. Sie will sich bedanken, weil dessen Wirtin ein Stück Land am Ufer des Blautopfs gepflegt hat, und taucht aus einem Brunnen im Keller des Hauses auf. Nonnenwirtin Betha und Blautopfherrscherin Lau freunden sich schnell an, und in der Lau erwacht das Interesse, die Menschenwelt kennen zu lernen. In Faltenrock und Jacke, aber ohne Schuhe und Strümpfe nimmt sie am Nonnenhof-Leben teil. Und als Jutta, die Tochter der Wirtin, sie nach dem Heraussteigen aus dem Brunnen abtrocknet und dabei mit dem Tuch auch an ihren Entenfüßen entlangfährt, da beginnt die Lau zu kichern und steigert sich zu einem lauten Freudengelächter. Ob das gilt als eines der fünf Lachen? Betha zweifelt heimlich. Aber danach scheint ein Damm gebrochen.

Ein Happy End für die Lau

Noch weitere viermal veranlassen Erlebnisse auf dem Nonnenhof die Lau, in Gelächter auszubrechen, darunter ein Traum, in dem der Abt eine lächerliche Rolle spielt. Und tatsächlich, nach dem fünften Lachen braust es und schäumt es im Blautopf, das Wasser scheint über die Ufer treten zu wollen, der Donaufürst hat die frohe Botschaft erhalten, die Lau kehrt zurück nach Hause. Aber neun Monate später taucht sie wieder am Nonnenhof auf, als glückliche Mutter, die ihr Kind präsentieren und sich bedanken will bei ihren Menschenfreunden.

Die Geschenke der Wasserfrau

Sehr interessant sind die Geschenke der Lau. Schon zu Beginn der Geschichte schenkt sie der Nonnenwirtin einen Kreisel aus „wasserhellem Stein“, der auf Festen die Streitigkeiten von Betrunkenen beenden kann – für eine Gastronomiebetreiberin ein unschätzbares Kleinod. Zum Abschied erhält die junge Jutta einen „Fingerreif mit grünem Schmelzwerk“. Die Mutter erhält einen besonderen Segen, den die Lau für die Gäste des Hauses stiften will: Sie hinterlässt einen Krug voller Silbermünzen, aus dem die Wirtin nach Gutdünken wandernden Handwerksgesellen eine oder mehrere mit auf den Weg geben soll. Außerdem fünf besondere Geschenke, die die Handwerksburschen an den fünf besonderen Tagen erhalten sollen. So kommt schließlich auch der wandernde Schuster Seppe, der Protagonist des Hauptmärchens an ein Geschenk der Lau. Für ihn gibt es eine silberne Haube, die er seiner künftigen Braut schenken soll.

Ein Blei-Lot mit Krakenzahn

Außer durch die Haube ist die „Historie der schönen Lau“ noch durch einen zweiten Gegenstand mit der Hutzelmännchen-Handlung verbunden: Es ist ein bleiernes Lot, das das Hutzelmännchen von Seppe als Dank für seine Hilfe erbittet. Das Lot selbst ist nicht wertvoll, aber es steckt ein Zahn eines Kraken darin, der magische Fähigkeiten hat. Wer es im Rucksack auf der linken Seite trägt, wird unsichtbar. Einst gehörte es einem Doktor, der jedoch auf dem Sterbebett seinen treuen Bediensteten Kurt gebeten hatte, das Blei im Blautopf zu versenken. Kurt zieht auch artig zum Blautopf, doch dort angekommen, kommt er auf den Gedanken, das sagenhafte Gewässer, dessen Tiefe noch niemand ergründen konnte, mit dem Lot auszumessen. Er knüpft Leine an Leine, doch immer noch laufen die Leinen im durch die Hände. Schließlich stellt er erstaunt fest: „Der Topf ist währle bodalaus.“ (ebd. S. 27)

Ein Zungenbrecher aus Blaubeuren

Die Schlussfolgerung ist allerdings nicht korrekt: In Wirklichkeit hatte eine scherzlustige Zofe der schönen Lau, Kammerjungfer Aleila, immer weiter an der Schnur gezogen, hatte schließlich die Leine abgeschnitten und eine dicke Zwiebel daran festgebunden. Doch die Lau will dem guten Kurt als Gegengabe dann doch etwas mehr geben und bindet ihr Geschmeide daran. Ein Geschenk, das den Mann schier wahnsinnig macht. Sieben Tage lang läuft der Mann herum wie irre und rasselt immer nur den Zungenbrecher herunter:

„s’leit a Klötzle Blei glei bei Blaubeura,
glei bei Blaubeura leit a Klötzle Blei.“

Eine Zeit lang nutzt die Lau das magische Blei, um sich unerkannt die Häuser der Menschen anzusehen. Wie das Blei an die Oberfläche gekommen und warum es dort oben herumliegt, sodass Seppe es finden kann, wird nicht gesagt. Möglicherweise geschah es beim Überschäumen des Blautopfs nach dem fünften Lachen. Doch die Lau spricht, als sie der Wirtin ihre Geschenke übergibt, den rätselhaften Satz aus: „Vergesset nicht das Lot! Der kleine Schuster soll es nimmermehr bekommen (S. 33)

Beim Hutzelmännchen im Wort

Das war 100 Jahre bevor der junge Schustergeselle Seppe im Nonnenhof einkehrt. Seppe hatte dem Hutzelmännchen versprochen, ihm diesen Bleiklotz mitzubringen, falls er ihn unterwegs finden sollte. Als er nun im Nonnenhof 100 Jahre nach dem Besuch der Lau die Geschenke erhält, weist ihn der rund 80 Jahre alte Hoferbe darauf hin, er möge, wenn er ein Bleiklötzchen finde, dies zum Nonnenhof bringen. Seppe hätte es beinahe versprochen, doch dann fiel ihm ein, dass er ja bereits beim Hutzelmännchen im Wort war, und er sagte nur: „Ich will sehen.“
Im Endeffekt bringt aber weder das Silberhäubchen dem Seppe seine Braut, noch gibt er das Bleiklötzchen im Nonnenhof ab (zur Rückerstattung an die Lau?). Das Hutzelmännchen erweist sich als die stärkere Figur in diesem Doppelmärchen, die Lau-Geschichte hat weiter keinen Einfluss auf die Haupthandlung, und im Prinzip könnte man die eingelegte Erzählung genau so ersatzlos aus der Hutzelmännchen-Handlung streichen, wie man andersherum ja die Lau-Historie auch separat veröffentlichen konnte. Es sind die Schuhe des Hutzelmännchens, und nicht die Haube, die Seppe zu seiner Braut führen. Und es ist das Hutzelmännchen, dem Seppe, seinem Versprechen gemäß, das Blei aushändigt. Es gibt ein Happy End. Und von der Lau spricht niemand mehr.



Weitere Nestis-Ahnherrinnen:
Andersens kleine Meerjungfrau
Die Göttin Nestis
Die Göttin Thetis
Melusine
Undine
Glaukos Pontios
Ran und die Wellenmädchen
Die Loreley
Die Göttin Tethys

© Petra Hartmann


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Zwei Millionen Besuche

Geschrieben von Petra , in Krimskrams 14 April 2021 · 240 Aufrufe
Krimskrams
Donnerwetter, das ist doch mal eine Zahl! Heute war der zweimillionste Besucher in diesem Blog unterwegs. Ich bin natürlich stolz wie Bolle, genehmige mir eine eiskalte Cola darauf und frage mich, welchen Artikel der oder die schöne Unbekannte wohl gelesen hat - und ob es ein Mensch war oder eine Suchmaschine oder vielleicht ein Lesekobold. Egal, ihr seid natürlich alle herzlich willkommen, und ich sage Dankeschön für eure Aufmerksamkeit und Treue.
Eigentlich sollte man das ja richtig groß feiern, aber mit Maske, Abstand und Haushaltsbeschränkungen ist uns allen wohl nicht nach Partystimmung zumute. Wir stoßen an, wenn wir uns irgendwann einmal wieder live und in Farbe auf einer Buchmesse oder einem Con treffen, ja?

Aber einen kurzen Blick auf die Statistik will ich auf jeden Fall jetzt schon werfen.

Aaalso: Meinen ersten Eintrag habe ich am 18. Januar 2010 geschrieben, es ging um den Roman "Vorstoß zum Uranus" von Mark Brandis. Seitdem sind 1276 Artikel erschienen, dieser hier ist Nummer 1277.
Die Ein-Millionen-Marke knackte dieses Blog (Ja, ich bin oldschool, ich weiß noch, dass es "das Blog" heißt) in der Nacht zum 9. Juni 2017. Das ist knapp vier Jahre her, was bedeutet, dass ich durchschnittlich eine Viertelmillion Zugriffe pro Jahr hatte. Das wären etwas über 340 Leute täglich. Kein astronomischer Wert, eher ein Grund zur Bescheidenheit, da ist noch Luft nach oben. ;-)

Angefangen habe ich mit ziemlich vielen SF-Einträgen, aber inzwischen ist die Kategorie "Nestis", in der ich über meine Kinderbuchserie um eine freche Nordseenixe berichte, mit heute 139 Beiträgen die stärkste, gefolgt von "Bücher - phantastisch" (122) mit Rezensionen zu Fantasy, Märchen, Horror und Phantastik aller Art und "Aus Petras Werkstatt" (75), in der ich über Veröffentlichungen aus meiner Feder berichte, die es hier noch nicht zu eigenen Kategorien gebracht haben.

Der Blick auf meine meistgeklickten Einträge lässt vor allem einen Schluss zu: Thorgal ist ein absoluter Hit. Ja, klar, ich liebe die Serie ja auch, wenn ich auch ab und zu mit den Textern und Übersetzern hadere). Hier meine Rangfolge der beliebtesten Artikel:

1) Die Welten von Thorgal: Thorgals Jugend 5 - Slive (38.141)

2) Die Welten von Thorgal: Kriss de Valnor 6 - Die Insel der verlorenen Kinder (13.100)

3) Die Welten von Thorgal: Thorgals Jugend 6 - Der Drakkar aus dem Eis (9763)

4) Rabattaktion: "Die Schlagzeile" und "Freiheitsschwingen" (9445)

5) Erika Mann: Zehn jagen Mister X (8553)

6) Sabine Zett: Lenny, Melina und die Sache mit dem Skateboard (5772)

7) Darthula: "Handtaschenbuch" mit humorvollem Vorwort (5452)

8) Jahresrückblick: Oktober bis Dezember 2016 (5067)

9) Reporterslam in Hildesheim: Die Kunst, kleine Buchstaben zu schreiben (4409)

10) Nestis-Rezension: "Am liebsten den süßen Kraken knuddeln" (4202)

11) Reimer Boy Eilers: Das Helgoland, der Höllensturz (3842)

12) Die Welten von Thorgal: Kriss de Valnor 5 - Rot wie der Raheborg (3827)

13) Verlagsgründung? "Lass es bleiben!" - Ein Interview mit Simone Edelberg (3803)

14) Die Welten von Thorgal: Lupine 5 - Skald (3785)

15) Die Welten von Thorgal: Lupine II - Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr (3745)

16) Die Welten von Thorgal: Lupine 3 - Das Reich des Chaos (3724)

17) Die Welten von Thorgal: Thorgals Jugend II: Das Auge Odins (3716)

18) Die Welten von Thorgal: Thorgals Jugend I: Die drei Schwestern (3648)

19) Die Welten von Thorgal: Thorgals Jugend 3 - Runa (3647)

20) Nürnberger Autorentreffen 2010 (3594)

Tja, soviel erstmal als Zwischenbilanz. Ich hoffe, ihr schaut weiter rein und habt Spaß an der Sache. Ich will jedenfalls noch ganz viel schreiben. Drückt mir die Daumen, dass ich auch die dritte Million erreiche, ja?


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Julie Bender: Der Schatz des Arabers

Geschrieben von Petra , in Bücher - phantastisch 27 March 2021 · 243 Aufrufe
Bücher- Abenteuer, Julie Bender
Eine Zeitreise in die Welt der Likedeeler und eine Begegnung mit dem legendären Seeräuber Störtebeker erlebt der junge Henrik im Jugendbuch "Der Schatz des Arabers" von Julie Bender. Das von Claudia Gabriele Meinicke liebevoll und detailreich illustrierte Hardcover-Buch bringt alles mit, was ein Abenteuerbuch für Kinder und Jugendliche mit sich führen muss - und hat neben der spannenden Handlung und dem mitreißenden Schreibstil noch einiges an Extras zu bieten, das weit über das verlegerische Pflichtprogramm hinausgeht.
Der Protagonist Henrik ist zwölf Jahre alt und Sohn eines Archäologenpaars, das ihn arbeitsbedingt gerade nicht gebrauchen kann und deshalb kurzerhand beim Großvater Fridjof einquartiert. Stinklangweilige Ferien, könnte man meinen. Doch der alte Seebär hat für seinen Enkel ein besonderes Geschenk: Eine uralte Seekarte aus der Hansezeit, in der ein arabischer Kaufmann das Versteck eines kostbaren Schatzes eingezeichnet hat. Als Henrik sich vor zwei garstigen Mitschülern im Museum versteckt und sein Talisman, eine kleine Bernsteinkugel, zufällig in eine kleine Vertiefung auf der Karte rollt, passiert es: Henrik ist plötzlich weit weg von seinen Peinigern - und findet sich als blinder Passagier an Bord des Seeräuberschiffs "Nordstern" wieder. Am Steuer steht der legendäre Magister Wigbold, und das Schiff gehört zur Flotte des obersten Likedeelers Störtebeker, der bald zu ihnen stoßen wird.

Mutprobe für einen neuen "Likedeeler"

Henrik sitzt ganz schön in der Patsche, aber zumindest ein Teil der Mannschaft besteht aus recht liebenswürdigen und kameradschaftlichen Kerlen. Vor allem Schiffsjunge Simon und Koch Flosse unterstützen ihn. So darf der Junge aus dem 21. Jahrhundert durch Ablegen einer Mutprobe beweisen, dass er würdig ist in die Gemeinschaft der Likedeeler aufgenommen zu werden. Zwar hassen der finstere Navigator Kralle und dessen Speichellecker, der zweite Schiffsjunge Bono ihn und würden jede Chance nutzen, ihm etwas anzutun, aber dann entdeckt Henrik auf einem Beutezug das alte Astrolabium des Arabers, mit dessen Hilfe sich die Schatzkarte nach und nach entschlüsseln lässt. Und der verborgene Reichtum könnte die letzte Chance der Nordseepiraten sein, im Kampf gegen die immer mächtiger werdende Hanse zu überleben.
Das Buch hat eine spannende Handlung und ist ein echter "Pageturner". Wer es einmal angefangen hat, wird es in einem Zug durchlesen wollen, was sich trotz des Umfangs von rund 300 Seiten an einem Tag recht gut bewerkstelligen lässt. Vor allem die Crew der "Nordstern" bietet einige sehr interessante Charaktere, die den Leser schnell in ihre Reihen aufnehmen und mit auf große Fahrt nehmen.

Autorin Julie Bender verbindet phantastische und historische Elemente

Julie Bender verknüpft sehr geschickt phantastische Elemente wie die Zeitreise und die magische Schiffskarte mit der historischen Seefahrer- und Piratengeschichte und bringt den jungen Leser zugleich etwas Geschichtswissen und nautische Hintergründe nahe. Man erfährt etwas über Schiffstypen und die aufwändige Bergung und Konservierung der Bremer Hansekogge, über das Navigationsinstrument Astrolabium, die großen Sturmfuten "erste und zweite große Manndränke" und die Grundsätze der Likedeeler, deren Name "Gleichteiler" daher stammt, dass die Beute zu gleichen Teilen auf alle Mannschaftsmitglieder verteilt wurde. Das alles, ohne schulbuchmäßig oder belehrend herüberzukommen und dem Leser irgendwelchen trockenen Lernstoff eintrichtern zu wollen.

Viel Zusatzmaterial zum "Schatz des Arabers"

Hierbei hat das Buch auch über den reinen Romantext hinaus noch sehr viel an Zusatzmaterial zu bieten. So findet der Leser eine farbige Karte der Nordsee vor, erhält im Anhang unter dem Titel "Seefahrerwissen" ein kleines Lexikon der seemännischen Fachausdrücke und historischen Hintergründe und kann anhand einer kurzen Liste von Museen mit Ausstellungen zur Hansezeit nach der Lektüre des Buches im realen Leben weiter auf den Spuren von Henrik und Störtebeker wandeln.

Fazit: Eine hansezeitliche Schatzsuche, die selbst ein großartiger Schatz ist. Nicht lang gucken - kaufen und lesen.


Julie Bender: Der Schatz des Arabers. Zeitreise zu Störtebeker. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2020. 295 S., Euro 16,90.


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Christel Scheja und Uta Hesse: Im Bann der wilden Jagd

Geschrieben von Petra , in Bücher - phantastisch 24 March 2021 · 287 Aufrufe
Bücher - phantastisch und 2 weitere...
Zornige Highlander und stolze Sidhe, Aberglaube, Magie und Wissenschaft - in Christel Schejas und Uta Hesses Roman "Im Bann der Wilden Jagd" finden Schottland-Fans und Freunde der keltischen Sagenwelt alles, was ihr Herz begehrt. Es ist eine harte, von ganz eigenem Zauber durchdrungene Welt, die die beiden Autorinnen da zum Leben erweckt haben, und für die beiden Helden, Alastair und Calumn, wird es eine todgefährliche Reise beziehungsweise Flucht. Eine Flucht vor der Rache eines Lairds, aber auch vor dessen sexuellen Gelüsten.
Altfans der Fanzine-Reihe "Legendensänger-Edition" werden sich vielleicht noch an die beiden jungen Halb-Sidhe erinnern: "Aly und Cal" und ihre Abenteuer in den Highlands waren dort erstmals erschienen, und die vier Hefte strahlten schon damals einiges an Romanpotenzial aus. Nun also, rund 15 Jahre später, haben es die beiden Helden geschafft, und ihre Geschichte ist in überarbeiteter Form als über 400 Seiten starkes Taschenbuch im Verlag Legendarion erschienen.

Ein Mann ohne Gedächtnis am Schweinetrog

Der junge Aly ist Gehilfe des Alchimisten und Schwarzmagiers Mikhail Scotus, der ihn ziemlich schlecht behandelt, aber was hat ein Junge ohne Eltern schon groß zu erwarten vom Leben? Als Aly einen heruntergekommenen Fremden entdeckt, der den Schweinen seines Lairds das Fressen wegessen will, schleppt er ihn zu einem Priester, der sich zunächst um ihn kümmert. Es stellt sich heraus, dass der Fremde, der zunächst unter Gedächtnisschwund leidet, ein Bastard und der Halbbruder eines benachbarten Clanchefs ist. Und Malcolm will den Entlaufenen unbedingt zurück haben. Einerseits, um Rache zu nehmen, da dieser seine Braut verführt hat, andererseits, weil er Cal schon seit einiger Zeit sexuell missbraucht und die Nächte mit ihm nicht missen möchte. Schnell wird klar, dass sowohl Aly als auch Cal so schnell wie möglich fliehen müssen, dieser vor Malcolm, jener vor dem Magier Scotus, der den Jungen misshandelt und üble Pläne für Samhain mit ihm hat.

Ungleiche Brüder

Es sind zwei sehr ungleiche Männer, die sich gemeinsam auf den Weg machen: Cal, der die Harfe wesentlich besser zu führen weiß als das Schwert, und Aly, der von einem hilflosen Knaben nach und nach zu einem Mann der Wissenschaften heranreift und ein besonderer Heilkünstler werden wird. Unterschíedlich, aber doch durch eines verbunden: Beide sind Söhne eines Sidhe, eines Feenfürsten aus der Anderswelt, der mit den Seinen gebrochen und sich den Menschen zugewandt hat. Und so werden die beiden bald nicht nur von Malcolm und Scotus verfolgt, sondern auch von den unsterblichen Feinden ihres Vaters. Von der Wilden Jagd und den Schreien der Banshees ...

Eine wilde Jagd durch die Jahrhunderte

Die Geschichte ist fiktiv. Christel Scheja, die im Nachwort ein wenig die historischen Hintergründe aufdröselt, spricht von einem "wilden Mix", den die beiden Autorinnen hier zusammengebraut haben. "Aber es hat unheimlich Spaß gemacht, aus der Reihe zu tanzen und nicht alles streng auseinanderzuhalten", schreibt sie, und dieser Spaß und die überschäumende Fabulierfreude der beiden kommt auch beim Lesen des Buchs genau so rüber. Die Geschichte solle in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts spielen, wobei das schottische Leben und die Clantraditionen sich eher am 17. Jahrhundert orientieren, und in Italien die Renaissance etwas vorgezogen wurde, wie Scheja schreibt.

Gelungene Charaktere

Herausgekommen ist auf jeden Fall ein spannender Roman, in schöner, angenehm zu lesender Sprache, der sich trotz seines Umfangs sehr schnell "wegliest", man vergisst einfach die Zeit über diesem schönen Stück Literatur. Sehr gut gelungen ist den beiden Autorinnen die Charakterzeichnung der beiden Helden und einiger Nebenfiguren, vor allem die Entwicklung des Alastair vom Knaben bis hin zum reifen, selbstbewussten Medicus wirkt sehr überzeugend. Sehr interessant auch die Figur des Mikhail Scotus, eines Wissenschaftlers und Philosophen, der um die Jahrhundertwende vom 12. zum 13. Jahrhundert gelebt hat. Ob er tatsächlich so ein finsterer Beschwörer der alten heidnischen Kräfte war, scheint fraglich, aber mit der Kirche hatte er tatsächlich den einen oder anderen Strauß auszufechten.
Auf jeden Fall ein flüssig geschriebenes und spannendes Stück Fantasy-Literatur, das jedem Freund guter Bücher unbedingt ans Herz gelegt werden kann.

Fazit: Highlander, Magie und Elfenfürsten, dazu ein Schuss italienische Renaissance, das alles spannend und in gepflegter Sprache erzählt - was will man mehr von einem Buch?


Christel Scheja und Uta Hesse: Im Bann der wilden Jagd. Steina: Legionarion Verlag, 2020. 415 S., Euro 18.


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Kreuzfahrt-Albtraum

Geschrieben von Petra , in Krimskrams 13 March 2021 · 181 Aufrufe
Krimskrams, Kreuzfahrt, Zeitreise und 1 weitere...
Was für ein bescheuerter Traum ... Ich glaube, ich muss langsam anfangen, mir Sorgen über meinen Geisteszustand zu machen. Oder sollte ich zu meinem persönlichen Gehirn-Wartungsexperten gehen?

Also: Ich habe geträumt, ich war mit meiner Klasse auf Klassenfahrt. Es war aber nicht meine echte Klasse, sondern das waren alles typische US-Teenys, wie aus dem Disney-Channel entsprungen. Wie auch immer. Wir gerieten auf eine Art Kreuzfahrtschiff, und auf dem Kahn war irgend etwas nicht ganz astrein, es war unheimlich, irgendwas stimmte nicht darauf. Es war, als ob im Hintergrund immer irgendwie unhörbar Hitchcock-Musik mitlief.
Irgendwann stand ich oben auf einer ziemlich breiten Treppe und sah hinunter zum unteren Deck des Schiffs. Zwei Klassenkameraden, ein Junge und ein Mädchen, kamen gerade die Treppe hoch. Und sie wurden immer langsamer. Wie in einer extremen Zeitlupe. Erst schienen sie es gar nicht zu merken, aber irgendwann, als sie vielleicht 20 Minuten für eine Stufe gebraucht hatten, haben sie es wohl auch mitbekommen. Sie schienen in einem Zeitloch festzustecken. Die ganze Szene hatte etwas ungeheuer Entsetzliches, Horrorfilm pur. Vor allem, da immer mal wieder Leute aus anderen Reisegruppen die Treppe in ganz normalem Tempo hochkamen und sie nicht weiter wahrzunehmen schieben.
Die beiden haben es dann aber irgendwie doch noch bis nach oben geschafft. Wir fanden schließlich heraus, dass das Kreuzfahrtschiff eine Art Zeitmaschine war. Oder dass es an Bord irgend ein Dimensionsloch oder eine Passage gab. Jedenfalls war es möglich, durch die Zeit zu reisen.
Wir trafen uns alle im großen Saal, dort wo sonst immer das "Captains Dinner" stattfindet, um zu beraten, was wir mit unserer Entdeckung nun tun wollten. Plötzlich waren haufenweise Eltern im Raum. Sie verlangten von ihren Söhnen und Töchtern, dass die in der Zeit zurückreisten und ihnen Smartphone-Fotos von ihren schönsten Seitensprüngen beschaffen sollten. Die wollten sie ihren jeweiligen Ehepartnern zeigen. Keine Angabe, keine Eifersucht, einfach so, wie alte Leute nun einmal Familienfotos herumzeigen, wohlgemerkt.
Die Jugendlichen meinten aber, mit so einer Zeitmaschine hätte man eine große Verantwortung. Also müsse man alles daransetzen, um die schlimmsten Verbrechen der Menschheit im 20. Jahrhundert ungeschehen zu machen. Alle waren sich einig, dass man auf jeden Fall in der Zeit zurückreisen müsse, um diese unsägliche Szene aus "Dallas" zu verhindern, in der Bobby Ewing plötzlich unter der Dusche stand.
Die Entscheidung war bereits fast gefallen, als einer sich zu Wort meldete, die Jugendlichen an ihre Verantwortung für die gesamte Menschheit und die Zukunft des Planeten und der Kultur erinnerte und sagte, es gebe nur eine Sache, die absolute Priorität hätte: Lemmy Kilmister zurückholen. Und daraufhin stürmten alle raus aus dem Saal, um genau das zu tun, und ich saß allein da, fühlte mich etwas überrascht und wurde plötzlich von meinem Wecker aus dem Schlaf gerissen.

Sollte ich mich einliefern lassen?

© Petra Hartmann


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Sternenregen für Kreuzfahrt-Krimis

Geschrieben von Petra , in Aus Petras Werkstatt 05 March 2021 · 174 Aufrufe
Aus Petras Werkstatt
Zu unserer Kreuzfahrt-Krimi-Anthologie "Kreuzfahrt, Mord und Mittelmeer" sind inzwischen einige Rezensionen erschienen. Hier ein paar Stimmen aus den Besprechungen bei Amazon und Lovelybooks:

Pimpy2502 vergab fünf Sterne und schrieb:
"Die Idee, die hinter dem Buch steckt, eine Anthologie zu kreieren und die Kurzgeschichten allesamt auf ein und demselben Kreuzfahrtschiff spielen zu lassen, ist mehr als genial und den 17 Autorinnen und Autoren bestens gelungen. Es war sehr unterhaltsam und kurzweilig und die Schreibstile sind alle flüssig und gut zu lesen." Das Buch sei "eine tolle, unterhaltsame Lektüre zum Abschalten und durch die Kurzgeschichten auch idealer Lesestoff für zwischendurch."

Von Jarlina gab es vier Sterne und diese Einschätzung:
"Die einzelnen Geschichten in dem Buch sind spannend und kurzweilig. Die Verbindung mit Kreuzfahrten macht das Buch zu einer schönen Urlaubslektüre."

Fünf Sterne gab es von Diana182. Sie meint:
"Jede Story ist für sich abgeschlossen und birgt Urlaubsfeeling, aber auch Spannung und überraschende Wendungen. Hier wird man bestens unterhalten und vielleicht sogar auf die nächste Reise eingestimmt." Ihr Fazit lautet: "Ich fand jede Geschichte auf ihre Weise besonders. Sie sind allesamt sehr abwechslungsreich und unterhaltsam. So eignet sich das Buch sicherlich auch als Urlaubslektüre und dürfte an Deck eines jeden Schiffes die Aufmerksamkeit auf sich ziehen."

Claudi-1963 hat am Ende fünf Sterne vergeben, obwohl sie nur viereinhalb angekündigt hatte. Sie nennt das Buch eine "unterhaltsame, kurzweilige Anthologie an Krimis mit Traumschiffflair" und schreibt dazu: "Es ist ja Geschmackssache, welche Krimis man liebt, ob brutal, blutig oder eher etwas leicht. Doch hier haben mich bis auf wenige Ausnahmen alle Krimis bestens unterhalten, trotzdem die meisten eher von der harmlosen Sorte waren. Das es dabei oft zu einer ganz anderen Wendung kommt, als ich erwartet habe, hat mir gut gefallen. Jedoch das Besondere an allen diesen Krimis ist das in allen die Besichtigungen der Städte mit ihren bekannten Sehenswürdigkeiten integriert sind. Dadurch haben wir es hier nicht nur mit einer Anthologie an Kriminalgeschichten zu tun, sondern ebenso mit einem kleinen Reiseführer. (...) Ich jedenfalls kann dieses Buch zum Beispiel für die nächste Kreuzfahrt empfehlen und gebe 4 1/2 von 5 Sterne."

Vier Sterne gab es vom Lesewunder und dazu die folgende Einschätzung:
"Die Anthologie beinhaltet eine Vielzahl unterschiedlicher Kurzkrimis unterschiedlicher Autoren. Der Rahmen, der sie zusammenhält, ist die Kreuzfahrt und die damit verbundenen Landgänge. Wie nicht weiter verwunderlich haben die Kurzkrimis ein breites Spektrum. Die Bandbreite reicht von Körperverletzung über Diebstahl bis hin zu Mord. Über einige der Krimis konnte ich herzlich lachen, andere haben mich überrascht und einige konnten mich nicht wirklich begeistern. Das finde ich nicht schlimm bei der Vielzahl der Geschichten. Angenehm fand ich auch die Länge der Erzählungen, da man sie gut zwischendurch oder in Bus und Bahn lesen kann. Insgesamt wurde ich gut unterhalten und die Lektüre war abwechslungsreich. So macht eine Kreuzfahrt richtig Spaß!"

Booky-72 vergab fünf Sterne und schrieb Folgendes:
"Einmal eine Kreuzfahrt machen ist der Traum von vielen. Ich hab es schon erlebt und, hier muss man wohl mit Glück sagen, auch überlebt. Diese Mordsgeschichten zeigen, wie es auf einem Kreuzfahrtschiff zugehen kann, wenn man nicht so viel Glück hat. Ganz verschiedene Charaktere mit ganz verschiedenen Rachegelüsten, die zu den verschiedensten Verbrechen führen. Die vielen Autorinnen, die hier jeweils einen Fall geliefert haben, haben damit auch meinen Geschmack voll getroffen."

Angelsammy begründet ihr Fünf-Sterne-Urteil so:
"Schadenfreude, Genugtuung, ( schwarzer ) Humor und Co. wechseln sich beim Leser ab.
Eine gelungene Anthologie, vielseitig und hintersinnig, mit feiner Ironie.
Brigitte Lamberts, Julia Raabe, Edith Anna Polkehn, Heike Winter, Carolin Roth, Jan Teuner, Bruno Woda, Sabine Giesen, Stefan Schreiber, Petra Hartmann, Martin Meyer, Greta R. Kuhn, Kerstin Lange, Joachim Speidel, Ursula Schmid - Spreer, Laura Gambrinus und Fenna Williams teilen sich die Gangway zum kriminellen Schiff des Todes! Bruhahahaha! Klasse Anthologie!!!"
Fünf weitere Sterne gab es von Ulla-Leuwer. Ihr Fazit lautet:
"Mir hat bei diesem Buch sehr gut gefallen, dass die Geschichten so unterschiedlich waren und ich auch die Möglichkeit hatte, immer mal zwischendurch das Buch zur Seite zu legen. Denn ich meine, dass nicht alle Geschichten in einem Rutsch hintereinander gelesen werden sollen. Die Wirkung für die einzelne ist wesentlich größer und schöner. (...) Wer gerne verreist und spannende und unterhaltsame Geschichten mag, sollte hier zugreifen. Und keine Angst, solche Abenteuer kommen doch relativ selten vor. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung. Außerdem möchte ich noch erwähnen, dass die eine oder andere Geschichte mich neugierig gemacht hat und ich mehr von der Autorin oder von dem Autor lesen möchte."

Bellis-Perennis vergab vier Sterne. Hier Ihre Einschätzung:
"Gut getroffen ist das Leben auf dem Mikrokosmos Kreuzfahrtschiff, einem Moloch aus unterschiedlichen Charakteren sowie, größeren und kleineren Verbrechen. Ich bin ja kein Fan von solchen Schiffen, die durch die Weltmeere pflügen und die Umwelt schädigen. Dennoch eignen sie sich gut für Krimis à la Agatha Christie mit ihren „closed room“-Gschichten.
Ich weiß um die Schwierigkeiten in Kurzkrimis Spannung aufzubauen und auf wenigen Seiten das eine oder andere Verbrechen, den Täter und das Motiv zu „verstauen“. Diesmal ist das recht gut gelungen, denn der vorgegebene Rahmen, nämlich das Kreuzfahrtschiff, enthebt die Autoren der Aufgabe, sich ein eigenes Setting auszudenken. Daher können sie sich voll und ganz dem Verbrechen widmen.
Fazit: Die Geschichten lesen sich leicht und locker. Sie haben die richtige Länge für eine Bus- oder Straßenbahnfahrt in die Arbeit. Gerne gebe ich hier 4 Sterne."

Vier Sterne gab es auch vom Wortherz. In der Rezension ist zu lesen:
"Manch eine Geschichte hat nicht im Entferntesten die Merkmale einer Kurzgeschichte. Leider ist schon die erste Geschichte eine großes Durcheinander von Namen und Menschen, Zeitwechsel etc. Es gibt aber aber auch sehr sehr starke Geschichten, die mir ausnehmend gut gefallen haben, die etwas in mir angestoßen haben und zu denen ich mir die Autorennamen gemerkt habe. Da passt einfach alles und manche Geschichten haben mich schmunzeln und zweimal sogar laut Lachen lassen. Herrlich. (...) In einer Anthologie gibt es immer gute und weniger gute Beiträge. Da ich die weniger guten gleich wieder vergessen habe, bleiben trotzdem noch 4 Sterne übrig, weil die anderen einfach überragend waren."

Ker Mel schrieb:
"Auf jeden Fall kann ich die Lektüre nur empfehlen. Am besten ist es, nicht alle Geschichten hintereinander zu lesen und sich wirklich immer mal Abwechslung zu gönnen. Es sind zwar die Haupt-Protagonisten durchgängig vertreten, aber es werden immer neue „Fälle“ beschrieben, so dass man sich auch immer wieder neue einlassen kann. Ich gebe gerne 5*."

Funny1 schrieb von "einem spannenden Erlebnis rund um die Kreuzfahrt". In der Rezension heißt es:
"Vor allem bei einer Kurzgeschichte ist es ja nicht immer einfach die Spannung aufzubauen und zu einem schnellen und trotzdem spannenden Ende zu kommen, man hat ja nur wenige Seiten zur Verfügung, und die richtig einzusetzen ist nicht leicht, doch die Autoren/innen haben mit diesem Buch ein tolles Werk geschaffen. Ich hatte tolle Lesestunden und war auf jede einzelne Geschichte total gespannt, deshalb von mir 5 Sterne.
Fazit: Ein tolles Buch mit interessanten Kurzkrimis genau das richtige für Zwischendurch. Kann ich nur weiterempfehlen."



Quellen:
https://www.lovelybo...r-2742288136-w/
https://www.amazon.d...dp/3941935755/


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Diana Menschig: Jaspers Reise zur Erkenntnis

Geschrieben von Petra , in Bücher - phantastisch 13 February 2021 · 331 Aufrufe
Bücher - phantastisch und 2 weitere...
Ein Hesel ist der neue Held der Herbstlande. Nein, kein Esel. Autorin Diana Menschig stellt in ihrer Novelle "Jaspers Reise zur Erkenntnis" ein asinoides Säugetier vor, das sich auf eine abenteuerliche Suche macht.
Bei diesem Abenteuer aus der Welt der Herbstlande handelt es sich zunächst um eine klassische Queste. Allerdings legt der Protagonist, der Hesel Jasper, dabei keine großen Strecken zurück, Sein Heimatort ist der Sommerwald im Monat September, und die Herrscherin des Waldes hat eine besondere Aufgabe für ihn: Innerhalb von drei Tagen muss Jasper für sie einen klugen Menschen finden, sonst ... Ja, was sonst passiert, das erfährt Jasper nicht. Der Hesel mit der stacheligen Ilex-Mähne und den roten Beeren auf den Ohrspitzen trabt auch brav los. Zwar hat er noch niemals einen Menschen gesehen und weiß auch nicht so recht, wonach man die Klugheit solcher Wesen beurteilen soll, aber wenn die Drei-Eine einen Auftrag in einem solchen Ernst erteilt, dann diskutiert man als Waldbewohner nicht lange.
Ohne groß zu spoilern, darf wohl verraten werden, dass Jasper erfolgreich ist. Aber damit ist nicht einmal die Hälfte des Problems gelöst. Auf die junge Menschenfrau kommt eine Aufgabe zu, die eigentlich mit Klugheit nicht sehr viel zu tun hat, gefragt sind eher ihre Empathie, ihre emotionale Intelligenz, ihre Überzeugungsfähigkeit, ihr Herz.
Für Leser, die das Herbstlande-Projekt schon länger verfolgen, gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Der Elsterprinz und seine Rabenvögel spielen eine zentrale Rolle, und es gibt auch eine Erinnerung an die Malvendrachen, die die Autorin schon in der Anthologie "Geschichten aus den Herbstlanden" über dem septemberlichen Sommerwald hatte kreisen lassen. Sehr liebenswert ist das Nornenpony Werdandi, das Jasper ein Stück des Weges begleitet.
Der Titel "Jaspers Reise zur Erkenntnis" wirkt vielleicht etwas zu bombastisch für das dünne Büchlein, auch wenn der langohrige Held tatsächlich etwas lernt über das Werden und Vergehen eines Waldes in den Herbstlanden. Vielleicht ist das Büchlein an einigen Stellen zu absichtlich-tiefsinnig, aber alles in allem ein nettes, freundliches Abenteuer, das nach einem dramatischen Höhepunkt in herbstliche Melancholie mündet. Eine ordentliche Leistung für einen Hesel.

Fazit: Ein Hesel auf der Suche nach einem klugen Menschen. Freundliche, fantastische Queste in herbstlicher Umgebung, kleine Reiselektüre für einen gedanklichen Waldspaziergang.

Diana Menschig: Jaspers Reise zur Erkenntnis. Eine Herbstlande-Novelle. Meitlingen/Erlingen: Verlag Torsten Low, 2021. 71 S., Euro 9,90.


Weitere Bücher über die Herbstlande
Herbstlande
Herbstlande - Verklingende Farben
Geschichten aus den Herbstlanden
Anja Bagus: Das Nebelreich
Alessandra Reß: Die Sommerlande
Fabienne Siegmund: Herbstfeuer
Markus Heitkamp: Die Reisen des jungen Haselhorn

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Walhalla: Die gesammelte Saga 2

Geschrieben von Petra , in Comics 31 January 2021 · 319 Aufrufe
Comics, Walhalla, Wikinger und 1 weitere...
Der zweite Band der Walhalla-Gesamtausgabe kommt ähnlich opulent und werthaltig daher wie der Vorgänger. Erneut werden dem Leser drei Alben der dänischen Comic-Serie in einem großformatigen Hardcover-Band präsentiert, und es gibt erneut reichhaltige Beigaben, die etwa ein Drittel des Umfangs ausmachen.
Enthalten sind die Abenteuer "Quark trumpft auf", "Im Land der Riesen" und "Die goldenen Äpfel". Wobei die Geschichte um den kleinen Riesen Quark frei erfunden ist, aber sehr geschickt zum Aufhänger und Dreh- und Angelpunkt der Fahrt Thors und Lokis ins Land der Riesen ausgestaltet wurde. Der kleine Unruhestifter wurde so passgenau in die mythologische Welt integriert, dass man sich beinahe fragen muss, wie die alten Germanen eigentlich ohne ihn ihre Geschichten erzählen konnten.

Quark: Ein nerviger Riese mit brillanter Knotentechnik

Quark hatte bereits im Abenteuer "Thors Brautfahrt" in Band zwei der Saga seinen ersten Auftritt. Damals war er nur ein kleiner Nervtöter, der in der Küche von Thrym für noch mehr Unordnung als sonst sorgte. Nun gerät der Unhold nach einem Saufgelage am Hof Utgardlokis unter die Vormundschaft Lokis. Loki war, bei einem Besuch im Riesenland, im Suff eine folgenschwere Wette eingegangen: Ihm rutschte die Behauptung heraus, er könne dem ungezogenen und respektlosen Bengel Manieren beibringen. Als er am nächsten Morgen mit einem gewaltigen Kater und einem eberzahnigen Riesenbengel in Richtung Asgard aufbricht, nimmt das Unheil seinen Lauf. Quark ist laut, verfressen, anarchisch, macht Musik und hat eine unschlagbare Technik, alle Schnüre und Tücher, die er bekommen kann, zu unlösbaren Knoten zu verschlingen - einschließlich der Schnürsenkel der Götter. Keine Diskussion nötig: Der Riese muss weg. Auch wenn Röskva, die ja schon den Fenriswolf ins Herz geschlossen hat, noch so sehr für ihn bittet und seine gute Seite sieht: Der wütende Thor spannt seine Böcke an, und gemeinsam mit Loki, Tjalfi und Röskva muss sich Quark auf die Heimreise machen.

Wettessen und Wettlauf an Utgardlokis Hof

Teil zwei, "Im Land der Riesen", erzählt die bekannte Sage von Thors Abenteuer am Hof von Utgardloki. Interessanterweise erhält die Reise durch Quark, der ja heimgebracht werden soll, nicht nur eine neue Motivation, sondern auch eine sehr interessante gegenläufige zweite Handlungsschiene. Während sich auf der Götter-Ebene das große, tragische Scheitern Thors abspielt, das ja in Wirklichkeit eine beeindruckende Demonstration der Stärke dieses Gottes ist, schafft es das Schlitzohr Loki durch einen Trick, den Quälgeist Quark im Riesenland zu lassen, obwohl er ihn ja eigentlich dank seiner verlorenen Wette hätte behalten müssen.

Im Kampf mit der Midgardschlange

In der Haupthandlung folgt die Erzählung sehr genau der in der Edda erzählten Geschichte von Thors Fahrt ins Riesenland. Thor und seine Begleiter Loki und Tjalfi werden von den Riesen mit magischen Tricks verblendet. Sie sollen in Wettbewerben ihre Fähigkeiten zeigen und versagen dem Anschein nach dabei völlig. So wird Loki beim Wettessen gegen Lohe geschlagen, als er sich zwar tapfer durch einen Trog bis zur Mittellinie hindurchfrisst und alle darin liegenden Speisen vertilgt. Doch sein Gegner Lohe hat in der gleichen Zeit nicht nur das Fleisch gefressen, sondern auch alle Knochen und seine Hälfte des Troges gleich mit. Tjalfi verliert hoffnungslos beim Wettrennen gegen Hugi. Und Thor blamiert sich gleich bei drei Wettbewerben. Zunächst schafft er es nicht, das riesige Trinkhorn in drei Schlucken auszuleeren. Dann scheitert er beim Versuch, Utgardlokis Katze hochzuheben, das Tier bleibt mit drei Pfoten am Boden. Schließlich ist er beim Ringkampf mit Utgardlokis alter Mutter so schwach, dass er zu Boden geht.

Comic vs. Edda

Am Ende unterscheiden sich Edda-Text und Comic ein wenig. Thor zieht im Original geschlagen von dannen. Erst als er die Burg verlassen hat, offenbart ihm Utgardloki, dass die Riesen jetzt alle schwer beeindruckt von ihm sind und tierische Angst vor ihm haben. Denn das angebliche Trinkhorn war nicht mit Bier gefüllt, sondern endete im Meer, und Thor hat eine gewaltige Ebbe verursacht. Die Katze war in Wirklichkeit die Midgardschlange, und er hat es tatsächlich geschafft, einen Teil des weltumspannenden Wurms vom Boden hochzuheben. Die alte Frau schließlich war das Alter. Eigentlich zwingt sie jeden zu Boden, doch Thor knickte lediglich mit einem Knie ein.
Im Comic entfällt Utgardlokis Aufklärung über diese Mystifikationen. Hier ist es Tjalfi, dessen Rolle deutlich aufgewertet wurde. Schon im vorigen Teil ist der Menschenjunge von Odins Raben dazu berufen worden, genau hinzuschauen und zu erkennen. Tjalfi begreift, dass Lokis Gegner beim Wettessen das Feuer war und dass er selbst nicht gegen einen Läufer aus Fleisch und Blut angetreten ist, sondern gegen Utgardlokis Gedanken. Tjalfi erkennt auch, dass das Trinkhorn im Meer endet und sieht im Zauberspiegel, dass Thor versucht, die Midgardschlange anzuheben. Besonders drastisch fällt die dritte Prüfung Thors aus: Im Comic ringt ihn die Alte / das Alter nicht nur zu Boden, er stirbt sogar. Erst durch Tjalfis dramatisches Bekenntnis zu seinem Gott: "Ich glaube an dich" wird Thor wieder zum Leben erweckt.
So gestaltet sich der Abschied im Comic auch völlig anders: Utgardloki will von der Zinne gerade zu seiner großen Aufklärung ansetzten, aber Loki kann lässig abwinken: "Wissen wir doch alles. Aber wir haben euch auch reingelegt." Nervensäge Quark ist nämlich wieder bei den Riesen. Pech gehabt, Utgardloki.

Die goldenen Äpfel der ewigen Jugend

Das dritte Abenteuer ist weniger bombastisch, kommt eher verspielt und lieblich daher, wenn es auch mit dem Besuch beim Riesen Tjasse durchaus Platz für Riesen-Architektur und drastische Darstellungen gibt. Vor allem bietet der Band eine sehr schöne charakterliche Ausgestaltung der Riesentochter Skadi, die auf jeden Fall auch optisch ein absoluter Höhepunkt ist. Nicht ganz so hübsch, aber liebevoll und detailreich dargestellt ist Njörd, der in seiner Küstenfestung Noatum lebt, den Fischen und Winden den Weg weist und mit den Möwen spricht. Ein schnuckeliger mittelalter Junge von der Waterkant eben. Lokis Ausrede, er habe sich in Skadi verliebt und deshalb die Entführung Iduns unterstützt, ist eine schöne Erfindung der Comic-Macher, die das Ganze geschickt abrundet. Schön auch, dass die idyllische Zweisamkeit Bragis und Iduns ein paar Kratzer erhält.
Der Band ist erneut reich an Beigaben, von denen die Skizzen zu den einzelnen Figuren und ihrer Entwicklung sicher die kostbarsten sind. Außerdem erfährt der Leser viel über den Walhalla-Zeichentrickfilm, dem die beiden Quark-Abenteuer zugrunde liegen, und darüber, wie die Arbeit am Film die Entwicklung des Comics beeinflusst hat. Im Anschluss an die Abenteuer vier und fünf sind jeweils wieder die eddischen Originalversionen der Geschichten abgedruckt, sodass der Leser rundum gut versorgt mit mythologischem Grundwissen aus der Lektüre hervorgeht. Einfach ein außerordentlich gelungenes, vorbildliches Editionsprojekt.

Fazit: So muss eine Gesamtausgabe aussehen. Eine ohnehin schon großartige Serie wurde durch diese liebevoll gestaltete Edition noch veredelt. Ausgesprochen werthaltig.


Walhalla. Die gesammelte Saga 2. Illustriert und erzählt von Peter Madsen. Meschede: Edition Roter Drache, 2020. 196 S., Euro 40.


Weitere Walhalla-Bände
Walhalla. Die gesammelte Saga 1


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Walhalla: Die gesammelte Saga 1

Geschrieben von Petra , in Comics 24 January 2021 · 382 Aufrufe
Comics, Walhalla, Wikinger und 1 weitere...
Donnerwetter. Das ist ein Schmuckstück. Schon die alten Walhalla-Bände, die in den 80er Jahren als Softcover-Alben bei Carlsen erschienen waren, hatten ja ein besonderes Flair. Aber dieser erste Band der Gesamtausgabe, die jetzt in der Edition Roter Drache herausgekommen ist, lässt einen Fan nur noch begeistert nach Luft schnappen.
Der erste Band, ein edles Hardcover-Album mit reichlich Zusatzmaterial, vereinigt die ersten drei Abenteuer der dänischen Comic-Serie in sich: "Der Wolf ist los", "Thors Brautfahrt" und "Odins Wette" sind inspiriert von alten germanischen Göttersagen, vor allem aus der Edda, erzählen aber ihre Geschichten frisch und modern, haben ein wenig Asterix-Flair und sind doch zugleich eigenständige dänische Comic-Pionierarbeit.

Als Thors Diener in Asgard

Helden und gewissermaßen Identifikationsfiguren für jüngere Leser sind die beiden Kinder Röskva und Tjelfe, die als Diener Thors im Götterreich Asgard leben. Im ersten Teil wird erzählt, wie es dazu kam, dass beide in den Besitz des Donnergottes gelangten. Und schon kann die furchtlose Röskva zeighen, was sie auf dem Kasten hat. Als der gefürchtete Wolf Fenrir sich von der Kette losreißt, ist sie diejenige, die ganz Asgard vor der "wilden Bestie" rettet. Sie streichelt das süße Hundchen einfach und lädt es dann zu einem Spaziergang ein, natürlich mit der herumliegenden extrasuperreißfesten Hundeleine.

Donnergott in Freyas Brautkleid

Teil zwei erzählt die Sage von Thors Brautfahrt. Dem hammerschwingenden Gott wurde der Hammer geklaut, und der Dieb, der Riese Thrym, verlangt als Lösegeld die Liebesgöttin Freya als Braut. Die ist natürlich stinksauer und lehnt ab. Woraufhin Thor in Frauenkleidern als "heiratswillige Freya" selbst zu Thrym reist, um seinen Mjölnir zurückzuerobern. Schon im eddischen Original eine herrlich schräge Geschichte und die Urmutter aller Transenkomödien à la "Charlies Tante" und "Fidelio". Im Comic wunderlustig umgesetzt und durch die - eigentlich ziemlich ernste - Thematisierung von Männer- und Frauenrollen in Asgard und der Gegenwart leider immer noch aktuell.

Odins Wette mit den Walküren

Sehr schön auch das dritte Abenteuer, in dem Odin mit den Walküren eine Wette eingeht: Er sei in der Lage, wesentlich bessere Einherier zu finden, als das üble Kämpfer-Kroppzeug, das sie aktuell von den Schlachtfeldern auflesen. Während Odin verkleidet in der Welt herumstreift, übernehmen seine Brüder Vili und Ve die Herrschaft in Asgard - nicht unbedingt zum Besten des Götterreichs, auch wenn die beiden irren Greise Odins Frau Frigg nicht gerade unangenehm zu sein scheinen.

Liebevoll und detailreich erzählte germanische Göttersagen

Die Abenteuer waren aufgrund ihres Humors und des liebevollen und detailreichen Bildwitzes schon in den 80ern ein tolles Erlebnis. Der eddische Hintergrund wurde kenntnisreich, aber auch auf sehr eigene Art kreativ umgesetzt und weiterentwickelt, und durch die informativen Eingangsseiten wurde auch der Nicht-Fachmann problemlos in die mythologische Welt mitgenommen.
Die nun erschienene Gesamtausgabe übertrumpft das Ausgangsprodukt jedoch noch um vieles. Dem Leser werden in umfangreichen Einleitungen zu den einzelnen Werken nicht nur Hintergrundinformationen zur Entstehung der Serie, sondern auch reichlich sehenswertes Skizzenmaterial zur Entwicklung der unterschiedlichen Charaktere präsentiert, und im Anhang zu den Abenteuern gibt es ausführliche Darstellungen zu den Quellen inklusive Übersetzungen der verwandten Edda-Lieder und weiterer Texte. Der Handcover-Band wurde auf diese Weise etwa anderthalbmal so umfangreich wie die drei Orignial-Alben zusammen. Einfach ein editorischer Traum! So hat auch derjenige, der die alten Bände aus der Carlsen-Zeit noch im Regal stehen hat, einen guten Grund, sich diese Ausgabe anzuschaffen.

Fazit: Germanische Göttersagen, frech, kenntnisreich und eigenständig in Comicform erzählt. Für Mythologie-Kenner und Neu-Einsteiger gleichermaßen faszinierend. Mit viel Hintergrundmaterial in einer neuen vorbildlichen Editon. Wer sich das Buch entgehen lässt, ist selber schud.

Walhalla. Die gesammelte Saga 1. Illustriert und erzählt von Peter Madsen. Rudolstadt: Edition Roter Drache, 2020. 214 S., Euro 40.


© Petra Hartmann


Weitere Walhalla-Bände
Walhalla. Die gesammelte Saga 2


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Erschienen: "Geisterreiter" in "Tod des Helden"

Geschrieben von Petra , in Aus Petras Werkstatt 22 January 2021 · 202 Aufrufe
Aus Petras Werkstatt und 1 weitere...
Ab jetzt erhältlich: Die Anthologie "Tod des Helden" mit meiner Geschichte "Geisterreiter" ist im Verlag Saphir im Stahl erschienen. Mein Beitrag spielt im mexikanisch-texanischen Grenzland und handelt von einem gefürchteten Banditen und einem jungen Mann, der seinen Bruder an diesem Banditen rächen will. Unglücklicherweise sind beide Helden dieser Geschichte bei ihrer Begegnung bereits seit Jahren tot. Der eine wurde standesgemäß aufgehängt, der andere hatte eine wahrhaft schaurige Art, aus dem Leben zu scheiden ...

Der Verlag schreibt dazu:

"Der Tod des Helden ist immer ein entsetzliches Ereignis. Man begleitete den Helden auf abenteuerliche Fahrten, traf fremde Menschen und Wesen, lernte andere Länder kennen. Liebe und Leid hautnah erlebt und die Geschichte bis zum ende erlebt. Wenn der Held am Ende stirbt, kommt zum Glück nur selten vor, dann ist das ein trauriges Ende.
Doch was, wenn der Held mitten in der Erzählung stirbt? Wie soll die Geschichte weitergehen? Einen Ersatzhelden hat man nicht immer dabei.
Wie nun eine Geschichte endet, darüber machten sich 25 Autorinnen und Autoren Gedanken. Herausgekommen ist eine bunte Mischung mit vorzeitig verstorbenen Helden. Und Geschichten die dennoch ein gutes? Aber erfolgreiches Ende finden."

Volkmar Kuhnle, der Herausgeber, beschreibt das Buch folgendermaßen:

"Die hier enthaltenen Geschichten sind das Ergebnis dieser Ausschreibung: 25 Geschichten, die das Ganze aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchten. Ich war selbst überrascht, auf wie viele Weisen der Tod eine Hauptfigur ereilen kann. In den meisten Fällen ist es dramatisch. Das finde ich durchaus angemessen. Ein paarmal schlägt der Tod auf überraschende Weise zu. Aber eins freut mich am meisten: Keiner der Autoren hat „gemogelt“. Um den Tod kommt keiner herum. In Terry Pratchetts Scheibenwelt-Romanen ist der Tod die ultimative letzte Gewissheit, der niemand entrinnen kann (wenn man nicht gerade Rincewind heißt). Das trifft auch auf die Helden dieser Geschichten zu.
Trotz der vielen Tode wünsche ich viel Spaß beim Lesen!"

Mit dabei sind:
Kassandra Schwämmle: Wolfsseele
Tabea Petersen: Nach dem Sturm
Kornelia Schmid: Der Ton einer Harfensaite
Stefan Cernohuby: Seine letzte Heldentat
Anna Eichinger: Der Seher
Annie Waye: Der Pakt
Olaf Lahayne: Schlangenbrut
Hanna Bertini: Atemlos
David Acker: Die Nacht des Feuers
Sabine Reifenstahl: Wenn die Liebe stirbt
Katherina Ushachov: Kore
Martin Beyerling: Die warme Fährte
Adina Heinemann: Im Schaum der Brandung
Albertine Gaul: Aufbruch ins ungewisse Abenteuer
Stefan Lochner: Heldensterben
Corina Lendi: Jupiters Tippsen
Wolfgang Schroeder: Sinkflug
Franziska Bauer: Vom lieblichen Duft der Rosen
Nadine Wahl: Die Sonne, die sie verloren hatten
Uwe Gehrke: Der Junge mit den Narben
Achim Stößer: Sojablut
Regine D. Ritter: Tod eines Unternehmensberaters
Petra Hartmann: Geisterreiter
Jörg Olbrich: Flammentod
Verena Jung: Geistergeschichten


Buch-Infos:
Tod des Helden, hrsg. v. Volkmar Kuhnle
Taschenbuch, 422 Seiten, 15 Euro
ISBN: 978-3-939139-27-0

Bestellungen unter
https://www.saphir-i...uLUWU5vi3CL0jNc


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Thorgals Jugend 8: Die zwei Bastarde

Geschrieben von Petra , in Comics 20 January 2021 · 336 Aufrufe
Comics, Thorgal, Yann und 1 weitere...
Thorgals Abenteuer am Hof von Harald Blauzahn gehen weiter. Der achte Band der Serie "Thorgals Jugend" trägt den Titel "Die zwei Bastarde" und schließt nahtlos an den vorhergehenden Band "Blauzahn" an.
Thorgal und seine Freunde Sven Gabelbart und Mehdi sind Gefangene des Königs Harald Blauzahn und schmoren in Haithabu in dessen Kerker. Dort sollen sie aufbewahrt werden bis zu einem großen Fest, bei dem sie dann in einer Art Gladiatorenkampf die Hauptattraktion sein sollen. Thorgals Geliebte Aaricia, zu deren Rettung Thorgal an den Hof kam, ist ebenfalls Gefangene und muss als Küchenmagd Dienste tun.

Bewährungsprobe für Heldinnen

Das Abenteuer fällt auf durch seine beinahe feministische Akzentsetzung. Zwar haben Thorgal, Sven und der muskelbepackte Araber Mehdi durch mehrere spektakuläre Ausbruchsversuche und Kampfszenen Gelegenheit, männliches Heldentum mit viel Body-Action zu zeigen, doch immer wieder müssen sie sich geschlagen geben und landen erneut im Kerker.
Sehr effektiv befreit sich die rothaarige Enyd, die mithilfe eines spitzen Knochens ihrem Wächter bei einem Vergewaltigungsversuch die Kehle aufschlitzt und ihm mit einem Totenkopf den Schädel einschlägt. So hat sich ihr Vorgänger in der Zelle, "Hugøn der Entbeinte", auch nach seinem Tode noch einmal nützlich machen können. "Wir Frauen sollten unbedingt lernen, besser allein klarzukommen", meint sie spitzzüngig, als sie anschließend mit dem Schlüsselbund im Ausschnitt zu Thorgal und Mehdi vordringt. Enyd ist auch selbstbewusst genug, am Ende ihren besten Freund Mehdi zu heiraten, obwohl der ihr peinlich berührt gesteht, dass er Eunuch ist. "Aber das kommt mir sehr zupass", meint sie pragmatisch. "Ich liebe dich ... aber in der Liebe hasse ich alles ... was zu konkret ist". Da steht einem großen Glück mit dem impotenten Mann fürs Leben ja nichts mehr entgegen.

Altes Märchen ist Schlüssel zu Thorgals Rettung

Vor allem aber ist es Aaricia und ihrer Mutter zu verdanken, dass das Abenteuer am Ende glücklich ausgeht. Ein altes Märchen aus frühen Kindheitstagen, das die kranke Mutter damals nicht zu Ende erzählen konnte, begleitet Aaricia leitmotivisch durch ihre Küchenfron. Überraschend trifft sie auf die jüngste, ein wenig naseweise und herrschsüchtige, aber im Grunde gutmütige Tochter des Blauzahns, die ihr das Märchen zu Ende erzählt. Wenig später erweist sich ausgerechnet diese Geschichte als Schlüssel zur Rettung aus der tödlichen Arena. So kann Aaricia, die in der Hauptserie immer mehr zum Blondchen im Hintergrund verkam oder zur Matrone, die ihre Kinder von Abenteuern abhalten will, auch endlich mal wieder zeigen, was in ihr steckt, und schnell und entschlossen handeln, wie es einer echten Wikingerprinzessin gut zu Gesicht steht.
Die Geschichte findet den rechten Mittelweg zwischen Kinderzeit-Märchen und drastischen Kampfszenen, hat einen sehr ansprechenden Zeichenstil und knüpft gut an die frühen Thorgal-Abenteuer der Hauptserie an. Eigentlich fehlt nur noch die Narbe auf der Wange, und wir haben den "guten alten" Thorgal der 80er und 90er Jahre wieder. Sehr schön erneut die arabischen Bezüge durch die Händler in Haithabu. Und mit Sven Gabelbart als neuem Freund Thorgals wird in den nächsten Bänden wohl noch zu rechnen sein.

Fazit: Märchen, Action und Humor, verbunden mit dem guten alten Thorgal-Charme, dazu tapfere Recken und nicht minder heldenhafte Heroinen. Sehr schön.


Die Welten von Thorgal: Thorgals Jugend 8 - Die zwei Bastarde. Text: Yann, Zeichnungen: Roman Surzhenko. Bielefeld: Splitter, 2020, 48 S., Euro 15.



Weitere Thorgal-Abenteuer
Thorgal 31: Der Schild des Thor
Thorgal 32: Die Schlacht von Asgard
Thorgal 33: Schwertboot
Thorgal 34: Kah-Aniel
Thorgal 35: Scharlachrot
Thorgal 36: Aniel
Thorgal 37: Der Eremit von Skellingar
Thorgal 38: Die Selkie

Kriss de Valnor 1: Ich vergesse nichts!
Kriss de Valnor 2: Das Urteil der Walküren
Kriss de Valnor 3: Einer Königin würdig
Kriss de Valnor 4: Bündnisse
Kriss de Valnor 5: Rot wie der Raheborg
Kriss de Valnor 6: Die Insel der verlorenen Kinder
Kriss de Valnor 7: Der Berg der Zeit
Kriss de Valnor 8: Der Herr der Gerechtigkeit

Lupine 1: Raïssa
Lupine 2: Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr
Lupine 3: Das Reich des Chaos
Lupine 4: Crow
Lupine 5: Skald
Lupine 6: Die Königin der Schwarzelfen
Lupine 7: Nidhöggr

Thorgals Jugend 1: Die drei Schwestern
Thorgals Jugend 2: Das Auge Odins
Thorgals Jugend 3: Runa
Thorgals Jugend 4: Berserker
Thorgals Jugend 5: Slive
Thorgals Jugend 6: Der Drakkar aus dem Eis
Thorgals Jugend 7: Blauzahn


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Markus Heitkamp: Die Reisen des jungen Haselhorn

Geschrieben von Petra , in Bücher - phantastisch 16 January 2021 · 862 Aufrufe
Bücher - phantastisch und 3 weitere...
Ein Haselhorn ist der neue Star der Herbstlande-Serie. In seiner Novelle "Die Reisen des jungen Haselhorn" fügt Markus Heitkamp dem Land September eine neue, liebenswürdige Facette und ein zugleich niedliches und tragisches Wesen hinzu.
Allerdings ... Ganz neu ist das Tier nun doch nicht. Wer die Veröffentlichungen über die Länder September, Oktober und November schon länger verfolgt, wird sich an das kleine Pelztier vielleicht noch aus dem Kurzgeschichten-Band "Geschichten aus den Herbstlanden" erinnern. Damals hatte Heitkamp in seinem Beitrag "Ein Horn ist ein Horn" bereits über das kleine Hörnchen mit dem sonderbaren Tick berichtet. Der ungewöhnliche Held kam an, die Leser mochten ihn, und nun hat er ein eigenes Buch.
Haselhörner sind tragische Wesen. Sie sehen im Prinzip aus wie ein Eichhörnchen, aber sie tragen ein Horn auf der Stirn. Ihrer Abstammung nach sind sie tatsächlich Eichhörnchen, werden auch in ganz normale Eichhörnchenfamilien hinein geboren, aber ihr Leben beginnt gewöhnlich damit, dass sie - unabsichtlich natürlich - ihre eigene Mutter töten, indem sie sie bei der Geburt von innen mit dem fatalen Horn aufschlitzen. Selbst wenn die Mutter den Geburtsakt überleben sollte: Gewöhnlich werden junge Haselhörner von ihrer Familie verlassen und verstoßen und haben nur sehr geringe Überlebenschancen. Sollten sie überleben, so erhalten sie weitere Päckchen zu tragen: Zum Geburtstrauma und den Schuldgefühlen packt das Schicksal dem so gebeutelten Haselhorn noch ein Handicap, eine Behinderung, oben drauf. Und nur die wenigsten Haselhörner finden am Ende ihre Bestimmung und erfahren, welche besondere Kraft ihnen verliehen wurde.

Werther in der Bonbontüte

So weit die allgemeine Beschreibung dieser Tiere. Das spezielle Haselhorn, um das es hier gehen soll, heißt Werther, da es nach seiner Geburt in eine Tüte geriet, die vormals echte Bonbons enthalten hatte, und mit dieser ins Meer gespült wurde. Werther hat Glück im Unglück: Er wird aufgefischt von der Mannschaft des Schiffs "Vergissmeinicht", ehemalige Mitarbeiter des Todes, die bei ihrem Arbeitgeber in Ungnade gefallen sind und sich nur rehabilitieren können, indem sie 100 Wesen ihrer wahren Bestimmung zuführen. Unglücklicherweise zeigt sich an Bord auch, welcher Art das Zusatzhandicap des jungen Haselhorns ist: Werther leidet am Tourette-Syndrom, und die Flüche, die er auf die hilfsbereiten Seeleute loslässt, sind schon *Kackpissdreckverdammter Bumsbiber*

Odyssee mit fantastischer Tierwelt

Wie dem auch sei: Das Haselhorn erlebt mit der Mannschaft seine ganz eigene Odyssee und trifft Wesen, die nicht von dieser Welt sind. Darunter dreiäugige Zylinderbackenbartfische, die sich durch ihre ausgesuchte Höflichkeit auszeichnen, und den wahrhaft furchteinflößenden Löwiathan, dessen Name eindeutig ein Extrasternchen verdient hat. .
Die Geschichte ist, wie fast alles, was bislang über die Herbstlande und ihre Wesen erschienen ist, erneut ein zauberhaftes und liebenswertes Stück Literatur. Allerdings bringt diese Novelle einen ganz anderen Zungenschlag mit sich als die anderen Herbstlande-Bücher. Die Melancholie und die Pastelltöne, die sonst vorherrschen, werden hier gebrochen durch ironische, manchmal ziemlich brastige und kratzbürstige Töne, und es sind nicht nur die herzhaften Flüche des Haselhörnchens, die für einen etwas raueren Tonfall sorgen. Dass ein fluchendes Eichhörnchen mit einen Horn auf der Stirn bei aller Fäkalsprache immer noch zum Knuddeln niedlich bleibt, sollte man dem kleinen Werther am besten sehr schonend beibringen.
So entstand erneut ein zauberhaftes, liebenswürdiges und, wie in der Serie gewohnt, auch liebevoll gestaltetes Büchlein, das den Leser mit Vorfreude auf den Herbst zurücklässt. Einfach wieder eine lesenswerte Besonderheit.

Fazit: Fantastische Novelle mit einem besonderen Helden. So zauberhaft, wie es nur ein fluchendes Einhorn-Eichhörnchen sein kann.


Markus Heitkamp: Die Reisen des jungen Haselhorn. Eine Herbstlande-Novelle. Mit Illustrationen von Jana Damaris Rech. Meitlingen/Erlingen: Verlag Torsten Low, 2020. 117 S., Euro 9,90.

Weitere Bücher über die Herbstlande
Herbstlande
Herbstlande - Verklingende Farben
Geschichten aus den Herbstlanden
Anja Bagus: Das Nebelreich
Alessandra Reß: Die Sommerlande
Fabienne Siegmund: Herbstfeuer
Diana Menschig: Jaspers Reise zur Erkenntnis

© Petra Hartmann
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Brita Rose-Billert: Sheloquins Vermächtnis

Geschrieben von Petra , in Indianer 09 January 2021 · 260 Aufrufe
Brita Rose-Billert, Skwahla und 2 weitere...
"Sheloquins Vermächtnis" von Brita Rose-Billert ist ein moderner Indianer-Roman, der an der Nordwestküste Kanadas im Gebiet der Skwahla und Squamish spielt. Geschildert wird ein Kriminalfall, der, wie die Autorin im Vorwort betont, frei erfunden ist, aber gleichzeitig Geschehnisse verarbeitet, die so und ähnlich mehrfach geschehen sind und weiterhin geschehen: "Der Landraub ist den Ureinwohnern immer gegenwärtig, auch heute noch", schreibt sie. Auch eine wirkliche Vorlage für den titelgebenden Sheloquin habe es gegeben.
Sheloquin ist ein alter Indianer, der einen unglaublich schönen Flecken Land besitzt. Ein weißer Unternehmer namens Barn will das Land haben, macht zunächst finanzielle Angebote, dann folgen Drohungen, schließlich wird der alte Mann, der nicht verraten will, wo er die Besitzurkunde versteckt hat, zu Tode gefoltert.
Die Besitzverhältnisse sind zunächst unklar, der Stammesrat tagt. Wäre der alte Mann ohne Erben gestorben, wäre das Land an den Stamm zurückgefallen. Doch es gibt einen Erben: Cody White Crow, dem Sheloquin vorausschauend längst die nötigen Papiere übergeben hatte. Und Cody ist wild entschlossen, das Land nicht an den weißen Immobilienhai zu verkaufen, sondern es für sein Volk unberührt zu bewahren. Allerdings bekommt Cody sehr starken Gegenwind aus den eigenen Reihen: Sein Stiefbruder David, ein Totempfahlschnitzer, würde das Land gern verkaufen, vor allem, da er damit rechnet, dass es sonst noch weitere Tote geben wird. Eine Befürchtung, die nicht von der Hand zu weisen ist. Inzwischen ist längst ein Auftragskiller engagiert und versucht herauszufinden, wer Sheloquins Erbe ist.
Der Roman vereinigt eine spannende Abenteuer-Handlung mit Informationen über die Lebensweise der Skwahla. Cody ist ein Mensch, der die alten Traditionen achtet und sehr eng mit der Natur und den Bergen verbunden ist. Er glaubt auch fest an die "kleinen Leute", die am Stolo-Fluss leben, und ist überzeugt, dass sie es sind, die ihn beschützen, als er vor dem Auftragskiller Share und seinen Kumpanen flüchten muss. Unterstützung erhält er außerdem von der jungen Montaya Sun Road, einer Sqamish-Indianerin und Anthropologie-Studentin, die im Museum in Vancouver arbeitet und Besucher über die Geschichte und Kultur der Küstenstämme aufklärt.
"Sheloquins Vermächtnis" ist gut geschrieben, die Handlung ist spannend, die Geschichte liest sich zügig und entwickelt beim Lesen einen gewissen Sog, sodass man das Buch erst wieder aus der Hand legen kann, wenn die letzte Seite erreicht ist.
Der Krimi-Teil allerdings weist einige Macken auf. So erscheint vollkommen unverständlich, warum Share so hartnäckig und gewalttätig gegen Montaya vorgeht. Der Mann will eigentlich nur von ihr wissen, wer der Erbe Sheloquins ist. Als die junge Studentin ihm wahrheitsgemäß erklärt, sie wisse es nicht, versucht er zunächst, sie zum Mitfahren in seinem Auto zu überreden. Dann folgt er dem Bus, mit dem sie fährt. Später überfällt er sie an einem Imbissstand und will sie in sein Auto zerren. Am Ende greift er sie an, als sie mit ihrem Freund Pat in dessen Auto unterwegs ist. Dieses Verhalten ist weder professionell noch logisch. Wieso sollte eine Sqamish-Indianerin, die in Vancouver arbeitet, etwas über Interna des Skwahla-Stammes, über die gerade erst die Ratsmitglieder informiert, aber eben nicht ganz informiert, worden sind, wissen? Von einem Profikiller sollte man erwarten, dass er unauffällig vorgeht und nur sein Opfer ausschaltet ...
Von einem Profikiller sollte man ebenfalls erwarten, dass er halbwegs zielsicher ist, Aber er schafft es das ganze Buch über nicht, auch nur einen einzigen Menschen zu erschießen. nicht einmal einen alten Angler, der bei unbewegtem Wasser wie auf dem Präsentierteller vor ihm liegt, während der Profikiller in aller Seelenruhe seine Waffe ausrichten und den Mann mit dem Zielfernrohr einmessen kann.
Auch die Art, wie der letzte Beweis gegen den Immobilienhai Barn auftaucht, erscheint absolut an den Haaren herbeigezogen.
Spoiler
Hier wäre ein bisschen mehr kriminologisches Geschick wünschenswert gewesen. Abgesehen davon aber ein sehr spannender und lesenswerter Roman, der vor allem in den Kämpfen Codys gegen die Verbrecher in den Bergen ausgesprochen mitreißend ist.

Fazit: Krimi aus der Welt der amerikanischen Ureinwohner. Ein Plädoyer für die Rechte der Indianer und den Erhalt der Natur. Leichte Macken in der Krimi-Handlung, aber sehr spannend und lesenswert.

Brita Rose-Billert: Sheloquins Vermächtnis. Kanada-Roman. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2019. 196 S., Euro 9,90.



Weiterer Roman von Brita Rose-Billert
Maggie Yellow Cloud


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Jahresrückblick V: Dezember 2020

Geschrieben von Petra , in Jahresrückblick 01 January 2021 · 419 Aufrufe
Jahresrückblick
Der fünfte und letzte Teil meines Lese-Rückblicks auf 2020. Offenbar hat der November mein Blog gesprengt, sodass ich hier den letzten Monat separat abfeiern muss. Dafür wird es jetzt kurz. Etwas SF und Phantastik, ein weiterer Oz-Band und etwas zur Aufklärung und Haskala, das wars dann mit dem alten Jahr. Fürs neue habe ich schon ein paar Lesungen geplant, auch soll demnächst eine Kurzgeschichte von mir erscheinen. Wir sehen uns wieder, sobald Corona es zulässt. Und wenn die Seuche noch weiter wütet, bleibt uns immer noch das Lesen. Alles Gute für dieses neue Jahr 2021.

Hinweis:
Etwaige blau markierte Texte sind herausragende Spitzenbücher, rot steht für absoluten Mist, ein (e) hinter dem Titel bedeutet, dass ich den betreffenden Text in der eBook-Version gelesen habe, und hinter den Links verbergen sich ausführlichere Besprechungen innerhalb dieses Blogs.


Dezember

Rund um die Welt in mehr als 80 SF-Geschichten
Engagiertes Projekt des Verlags Saphir im Stahl. Die im Titel angesprochene, von Jules Verne inspirierte Zahl 80 wurde allerdings durch die zur Verfügung gestellten internationalen SF-Storys bei weitem übertroffen. Es wurden 93 Geschichten von 93 Autoren aus 41 Ländern. Eine stattliche Sammlung. Und natürlich ist jede einzelne Geschichte auf ihre Art schön.
Meine absoluten Lieblinge waren vier Storys.
Da ist zunächst "Bevillinger" von Flemming R. P. Rasch aus Dänemark. Es handelt sich um eine Wissenschafts- und Bürokratie-Persiflage, eine sehr schöne Satire auf die Vorschriften zur Beantragung von Fördergeldern. Ein Wissenschaftler hat eine bahnbrechende Idee, schafft es aber leider nicht, den entsprechenden Förderantrag korrekt auszufüllen. Daher beantragt er für sein Institut die Einstellung einer Fachkraft, die sich um Antragssachen kümmert. Doch der Apparat legt ihm einen Stein nach dem anderen in den Weg. Auch sein Versuch, bei einem Institut in der freien Wirtschaft unterzukommen, wird blockiert, da die Beamten Rechte an seiner von ihnen verhinderten Idee geltend machen wollen. Am Ende ist durch das entstandene bürokratische System jede Wissenschaft und Forschung unmöglich geworden.
Weiterhin beeindruckt hat mich die Geschichte "Licht" von Ghassan Homsi aus Syrien. Es geht um Solartechnik. In der Wüste sind riesige Anlagen des Unternehmens Desertec für die Erzeugung von Sonnenergie entstanden, doch aufgrund von Verträgen fließt der Strom nur an bestimmte Länder, vor allem in Europa, während die Anwohner leer ausgehen. Doch dann schließen sich die Staaten des nahen Ostens zusammen, Araber und Israelis, friedlich vereint, stemmen ein Großprojekt zum Einfangen des Sonnenlichts bereits im Weltall. Und sie können das Licht von den Desertec-Stationen abfangen. Der milliardenschwere Konzern guckt in die Röhre. Schön und gerecht.
"Linber" von Galit Dahan Carlibach aus Israel ist eine berührende, in eingängigem, beinahe lyrischem Rhythmus geschriebene Geschichte, die in Berlin spielt und sich mit dem Holocaust beschäftigt, mit den dortigen Stolpersteinen und der Judenvernichtung in der Nazizeit, die sowohl von vielen heutigen Deutschen, als auch von afrikanisch-stämmigen Juden verdrängt beziehungsweise als nicht sie betreffend betrachtet wird. Doch in einer Nebelnacht in Berlin begegnet die Ich-Erzählerin den Geistern der Ermordeten und ihrer eigenen Identität. Nicht unbedingt etwas, das ich als Science Ficition bezeichnen würde, aber einfach eine sehr gute Geschichte.
Viertens schließlich möchte ich die Geschichte "Unterstadt" von Maria Eijo López aus Spanien hervorheben. Es ist eine sehr harte, böse Geschichte über ein Geschwisterpaar und mehrere andere Bewohner der Unterstadt, die in den falschen Zug steigen und umkommen, weil sie die Durchsage auf Neu-Esperanto nicht verstehen. Eine Säuberungsaktion, mit der sich die Herren aus der Oberschicht der ungebildeten Bewohner der ärmeren Stadtviertel entledigen wollen. Sehr böse.

Uta Lohmann: Haskala und allgemeine Menschenbildung
Eine sehr gute und umfangreiche Darstellung der Freundschaft und Zusammenarbeit von David Friedländer und Wilhelm von Humboldt. Eine Freundschaft, die über Religions- und Altersgrenzen hinweg trägt und sich in einem bildungspolitischen Dialog und gegenseitiger Inspiration zeigt. Beim Stichwort Freundschaft zwischen jüdischen und christlichen Philosophen fallen einem ja immer zuerst Lessing und Mendelssohn ein, aber das, was hier in der darauf folgenden Generation entstanden ist, hat mindestens die gleiche Qualität. Ein Austausch zweier sehr kluger Menschen, die sich im Bereich der Bildungspolitik engagieren, immer auf Augenhöhe und sehr offen für andere Kulturen und Perspektiven. Humboldt ging in die Geschichte ein als großer Bildungsreformer und Schöpfer des humanistischen Gymnasiums. Friedländer kämpfte für die Gleichberechtigung der Juden, für ein Bildungsprogramm und die Gründung einer Schule. Beide zusammen traten ein für Freiheit und Menschenwürde und eine offene, freie Menschenbildung jenseits aller Schranken der Herkunft und Konfession.

David Friedländer, der Ältere, war ursprünglich eine Art Mentor und väterlicher Freund Wilhelms und auch Alexanders, des jüngeren der Humboldt-Brüder. Beide gingen in ihrer Jugend sehr offen auf jüdische Zeitgenossen zu, diskutierten in den Salons jüdischer Gastgeberinnen jenseits aller Standesschranken mit Intellektuellen und Künstlern und lernten Hebräisch. Sprachstudien, die in Wilhelms sprachphilosophischem Werk eine herausragende Stellung hatten, neben Latein und Griechisch ein wichtiger Pfeiler in dessen Philosophie. Und als die Finanzierung von Alexanders Forschungsreise nach Südamerika auf der Kippe steht, ist es Friedländer, der dem Freund mit Geld und Kontakten beispringt und das Auslaufen möglich macht.
Uta Lohmann stellt die bildungspolitischen und sprachphilosophischen Positionen beider Denker dar und arbeitet unter anderem sehr schön heraus, dass vieles, was Friedländer anlässlich seiner Übersetzungsarbeit und der Thora-Übersetzung Mendelssohns als Grundsätze entwickelt hat, in die sprachphilosophischen Aufsätze Humboldts mit eingeflossen ist. Gerade beim Nachspüren von Wortbedeutungen und bei Gedanken über das Wesen von Sprachen und Möglichkeiten der Übertragung sind Humboldt und Friedländer sehr dicht beieinander. Und auch Humboldts bildungspolitische Arbeit wäre ohne den Austausch mit Friedländer sicher sehr anders ausgefallen. Auch in der Übersetzungsarbeit selbst berühren sich die Gedankenwelten und Problemkreise der beiden. Humboldt, der über 20 Jahre an der Übersetzung des aischyleischen Agamemnon arbeitete, und Friedländer, der rund 30 Jahre mit der Übersetzung des Jesaja rang, den Hiob übersetzte und eine Übersetzung des jüdischen Gebetbuchs veröffentlichte, haben sehr ähnliche Gedanken und Ideale bei der Übertragung von einer Sprache in die andere.

Die Grundsätze "Wir wollen ... gute und moralische Menschen bilden" oder "Nach Wahrheit forschen, Schönheit lieben, das Gute wollen, das Beste tun" ziehen sich leitmotivisch durch die politische und reformatorische Arbeit beider Männer hindurch, und es ist sehr erhellend, Humboldts Positionen einmal vor dem Hintergrund der Bildungsdiskussion der Haskala (etwa der Wessely-Debatte) zu betrachten.
Uta Lohmann stellt die Wechselwirkungen zwischen jüdischer Aufklärung und neuhumanistischer Bildungstheorie ausführlich und gut nachvollziehbar dar. Der Band enthält auch den Briefwechsel Humboldts mit Friedländer, so weit erhalten, sowie weitere Schreiben von und an Friedländer und seine Familie, außerdem Briefe Alexanders von Humboldt, dazu Textanalysen, Faksimiles und Bildmaterial. Eine sehr schöne, gediegene Ausgabe, die mir sehr gefallen und beim Lesen sehr viel Spaß gemacht hat. Schön, wenn man seinen alten Freund Wilhelm von Humboldt nach so vielen Jahren mal von einer noch neuen Seite vorgestellt bekommt und wieder einmal feststellen kann, dass er auch dort ein sehr anständiger und kluger Mensch war. Gut so.


Wenn die Welt klein wird und bedrohlich. Schreiben aus der Corona-Isolation
Anthologie, in der ich selbst mit einem Text vertreten bin, daher hier keine Bewertung. Wir waren 30 Autoren und haben den ersten Monat des ersten Lockdowns schreibend begleitet. Ich steuerte meine "Notizen aus der Lokalredaktion" bei.

L. Frank Baum: OZ, Complete Edition: 5: The Road to Oz (e)
Ein Landstreicher kommt an der Farm vorbei, auf der Dorothy zusammen mit ihrem Onkel und ihrer Tante lebt. Der Shaggy Man (Zottelmann) trägt nicht gerade vornehme Klamotten, aber er besitzt einen Herzmagneten, der ihm alle Menschen, denen er begegnet, sofort gewogen macht. Als er Dorothy nach dem Weg zu einem benachbarten Ort fragt, meint sie, es wäre einfacher, ihn dorthin zu begleiten. Doch Dorothy, Hund Toto und der Shaggy Man kommen nie dort an, obwohl sie sich auf der Straße eigentlich gar nicht verlaufen können.
Sie begegnen zunächst dem hübschen, aber ziemlich einfältigen jungen Buttonbright, der jede Frage mit "Don't know" beantwortet. Da der Junge nicht weiß, wo er zu Hause ist, beschließen Dorothy und der Shaggy Man, dass sie ihn nicht allein dort sitzen lassen können, und nehmen ihn mit.
Ihr Weg führt sie durch unbekannte Städte. Als sie in eine Stadt kommen, die von Füchsen bewohnt ist, hält der Fuchskönig Buttonbright aufgrund der ständigen Antwort "Don't know" für einen besonders klugen Menschen und zaubert ihm einen Fuchskopf. Buttonbright und seine Begleiter sind entsetzt, der Fuchskönig etwas betrübt, dass der Junge die große Ehre nicht zu würdigen weiß. Leider kann er das Geschenk nicht wieder wegzaubern, das könne nur der Brunnen der Wahrheit in Oz, sagt der Fuchs. Apropos Oz: Der Fuchs erzählt, dass Ozma, die Herrscherin von Oz, demnächst ihren Geburtstag feiert, und er hätte doch so gern eine Einladung ... Dorothy verspricht, dass sie Ozma bitten wird, den Fuchskönig einzuladen, sobald sie sie trifft. Die Wanderer haben jetzt also ein Ziel: Oz. Und Dorothy, die im Bereisen von Zauberländern erfahren ist, macht sich auch keine Sorgen.
Wenig später erreichen sie eine Stadt, die von Eseln bewohnt wird. Selbes Spielchen. Diesmal ist es der Shaggy Man, an dem der Eselskönig einen gewaltigen Narren gefressen hat. So ein höflicher Besucher wie der Shaggy Man ist doch wahrhaftig eines Eselskopfes würdig, meint das königliche Grautier. Ups. Nein, rückgängig machen kann eine solchen Zauber nur der Brunnen der Wahrheit in Oz. Apropos Oz, da ist ja bald diese Geburtstagsparty ...
Die Freunde wandern weiter und treffen ein wunderschönes Mädchen, das immer wieder zu tanzen anfängt, weil ihm so kalt ist. Es handelt sich um Polychroma, die Tochter des Regenbogens, die versehentlich vom Himmel fiel und nun nicht mehr zu ihrem Vater zurückfindet. Polychroma schließt sich der Gruppe an.
Eine weitere interessamte Begegnung haben sie mit einem "Musicker". Der Mann ist offenbar an Musik erkrankt, sein Körper macht bei jedem Atemzug musikalische Geräusche, zum Teil wunderschön, zum Teil aber auch extrem nervtötend, weil ja mit Geräusch verbunden. Auch der Musicker bittet um eine Einladung zu Ozmas Party.
Schließlich erreichen sie die tödliche Wüste, hinter der Oz liegt. Leider, wie gesagt, tödlich, also nicht so ohne weiteres zu überqueren. Doch der Shaggy Man hat einen Freund, den er offenbar in jeder Gefahrensituation anrufen kann: Johnny Dooit. Dieser seltsame, hilfreiche Deus ex Machina erscheint und zimmert für die Gruppe ein Sandsegelschiff, mit dem sie durch die Wüste fahren können. Den Dank dafür wartet Johnny Dooit gar nicht ab, er ist ein vielbeschäftigter Mann und verschwindet sofort. Und die Freunde segeln durch die Wüste. Das Schiff nimmt rasch Fahrt auf, es fährt schnell, aber mit dem Bremsen hapert es, so zerschellt es auf der anderen Seite an Klippen. Doch die Freunde sind in Oz. Und zwar genau am Brunnen der Wahrheit. Schnell baden Buttonbright und der Shaggy Man darin und erhalten ihre wahre Gestalt wieder.
Das war so ungefähr die erste Hälfte des Buchs. Die andere Hälfte besteht aus Besuchen bei Dorothys alten Freunden, Wiedersehensfreude, Erzählen, dann die Ankunft bei Ozma, Gespräche, Empfänge, Festessen, schöne neue Klamotten, wobei die für den Zottelmann zwar aus sauteuren Stoffen hergestellt werden, aber seinem persönlichen Stil folgend als Zottelklamotten gestaltet werden. Es gibt haufenweise Besucher, das Ganze liest sich wie eine endlose Folge von Namedroppings. So wird natürlich die ganze Königsfamilie von Ev bewirtet, jedes Volk, das in den vorigen Bänden irgendwann mal erwähnt wurde, ist hier vertreten. Hinzu kommen auch viele noch unbekannte Völker und Länder. Auch Johnny Dooit ist zu Gast. Der Fuchskönig und der Eselskönig sind da. Der Musicker erhielt keine Einladung, wegen des Krachs, den der Mann macht. Der verrückte Erfinder aus dem vorigen Band schenkt Ozma Knisterer für ihre Kleider usw usw usw.
Zum Glück taucht auch der Weihnachtsmann auf, der als Freund aller Kinder auch Buttonbright kennt und weiß, wo er zu Hause ist. Und auch wo sich Polychromas Vater gerade aufhält, wird nun klar.
Der Zauberer von Oz führt seine neue Luftblasenmaschine vor. Die Riesenblasen sind stabil und lassen sich steuern, sodass alle Gäste, einschließlich Buttonbrights, mit ihnen nach Hause fliegen können. Einzig Dorothy will lieber mit dem Zaubergürtel Ozmas nach Hause geschickt werden. Alle wieder daheim. Ende gut, alles gut.
Die erste Hälfte fand ich ganz nett, allerdings war es wieder ein stereotypes Wiederholen von üblichen Reisegeschichten in und nach Oz. Immer wieder neue seltsame Leute, die sich ihnen anschließen oder ihnen Köpfe aufsetzen, und alles soll sich, wie gehabt, in Oz lösen. Das kennt man aus Teil 1, 2 und 4. Die zweite Hälfte war einfach nur fad, da wurden nur endlos lang Leute aufgezählt, Klamotten und Festessen beschrieben, Wiedersehensfeiern mit alten Freunden gefeiert und alte Erinnerungen aufgewärmt. Verzichtbar.
Was mir aufgefallen ist: Bisher konnten alle Tiere, die Dorothy nach Oz mitbrachte, sprechen: Henne Billina, Kutschpferd Jim, Katze Eureka ... Nur Toto bleibt auch bei seinem zweiten Besuch in Oz stumm. Wieso?
Interessant ist auch, dass das Transsexualitätsthema fortgesetzt wurde. Beziehungsweise Wesen mit scheinbar männlichem Geschlecht werden als Frauen erkannt, während scheinbar weibliche Wesen plötzlich Männer sind. Billina, ehemals Bill, hat inzwischen zahlreiche Nachkommen. Alle ihre zehn Kinder nannte sie Dorothy. Allerdings musste sie dann drei von ihnen umtaufen, da sie sich als Gockel entpuppten, die heißen jetzt alle David, da sie unbedingt einen Namen mit D brauchten, weil Ozma ihnen ja jeweils ein Halsband mit einem D darauf geschenkt hatte ...


Heike Wüller: Christian Wilhelm von Dohm. Ein Mann der Aufklärung im preußischen Staatsdienst
Kleiner Nachklapp zu meinen Dohm-Studien im Frühjahr. Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um eine schmale 42-seitige Broschüre, Herausgegeben vom Landesverband Lippe und der Stadt Lemgo, Dohms Geburtsstadt. Das schlanke Bändchen bietet eine Überblick über Leben und Werk Dohms, ist reich bebildert und erschien in einer Reihe mit dem Titel "Lemgo.Persönlichkeiten". Sehr gute Einstiegslektüre, mit der Lemgo einen der bedeutenden Söhne der Stadt vorstellt. Inhaltlich aber nicht beschränkt auf sein Wirken in Lemgo und seinen Bezug zur Stadt, sondern eine Gesamtdarstellung. Kurz, knapp, handlich, hilfreich.


© Petra Hartmann


Weitere Jahresrückblicke:
Teil I: Januar bis März 2020
Teil II: April bis Juni 2020
Teil III: Juli bis September 2020
Teil IV: Oktober und November 2020
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Falkenblut, 2020

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Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Widar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus …
Es ist eine schaurige Welt, in der sich die junge Walküre behaupten muss. Doch Valkrys wäre keine echte Falkin, wenn sie einem Kampf aus dem Weg gehen würde. Todesmutig und mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor stürzt sie sich in die Begegnungen mit Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfen, Berserkern, Hexen, Meerungeheuern und dem furchtbaren Totenschiff Naglfari.

 

 

Petra Hartmann: Falkenblut.

Sibbesse: Hottenstein, 2020.

Broschiert, 247 S., Euro 11.

ISBN 978-3935928991

 

Bestellen im Hottenstein-Verlags-Shop

 

Bestellbar unter anderem bei Amazon

Hörbuch: Drachen! Drachen! 2020

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Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren. Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist – und gelegentlich fies!

Die Autoren: Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.

 

Herausgeber: Petra Hartmann, Frank G. Gerigk

Sprecher: Tim Schmidt

Blitz-Verlag

Ungekürzte Lesung

mp3-Download

611 Minuten, 495.91 MB

9783991093435

 

Zu bestellen unter anderem bei Thalia oder bei Amazon.

Nestis und die verbotene Welle, 2017

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Meerprinzessin Nestis und ihre Freunde sind sauer: Lehrer Seestern meint, dass laute Haifischmusik nichts für Kinder ist. Und der Kronrat stimmt ihm zu. Deshalb bekommt die Band »Ølpæst« Auftrittsverbot in der gesamten Nordsee. Doch plötzlich ist deren Musik überall zu hören: Ein Piratensender strahlt die Hits der Knorpelfischgang lautstark aus.

Als eine hochexplosive Kugelmine über dem blauen Glaspalast im Meer dümpelt und ein führungsloser Öltanker in die Nordsee einfährt, droht eine wirkliche Ölpest. Gelingt es den Meerkindern, ein Unglück zu verhindern?

 

Petra Hartmann: Nestis und die verbotene Welle. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Voraussichtlich ab Juni 2017 erhältlich.

Buch-Infos: ca. 152 Seiten, 14,2 x 20,6 cm, Hardcover, zahlreiche s/w-Illustrationen, mit Fadenheftung, Euro 14,90, ISBN 978-3-977066-00-1

 

Leseprobe

 

Bestellen beim Verlag Monika Fuchs.

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Demantin, 2016

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Demantin, der junge König von Antrium, liebt die griechische Königstochter Sirgamot. Doch ihr Vater ist strikt gegen die Hochzeit. Immerhin ist Sirgamot erst zwölf Jahre alt. So zieht Demantin in die Welt, um Ruhm zu erwerben, den Namen seiner Geliebten durch seine Taten zu verherrlichen und sich dem griechischen König als Schwiegersohn zu empfehlen. Er besteht heldenhafte Kämpfe, erwirbt sich die Freundschaft der Königin und des Königs von England und besiegt ein schauriges Meerweib. Letzteres allerdings erweist sich als verhängnisvoll. Denn die sterbende Unholdin verflucht Demantin und prophezeit, dass seine Geliebte mit dem üblen König Contriok verlobt werden soll. Kann Demantin noch rechtzeitig zurückkehren, um die Hochzeit zu verhindern?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Demantin. Ein Ritter-Epos
128 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 9-78-3-940078-34-6
8,95 EUR

 

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Leseprobe

 

Crane, 2016

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Gayol, der Sohn des ungarischen Königs, hat in jugendlichem Übermut den alten Hofmarschall seines Vaters zum Wettkampf herausgefordert und eine peinliche Niederlage erlitten. Aus Scham flüchtet er und gerät ins Reich des deutschen Kaisers, wo er unerkannt unter dem Namen Crane (Kranich) eine Stellung als Kämmerer annimmt und bald sehr beliebt ist. Doch als der Fremde und die Kaiserstochter einander näher kommen und Hofbeamten Unzucht und eine unstandesgemäße Liebschaft wittern, beginnt eine schwere Zeit für Königssohn und Kaiserstochter. Kann Gayol sich auf die Treue Acheloydes verlassen? Und kann die lebensbedrohliche Krankheit der Prinzessin noch geheilt werden?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Crane. Ein Ritter-Epos
84 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 978-3-940078-48-3
6,95 EUR

 

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Leseprobe

Hut ab, Hödeken! 2015

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Ein rasender Bischof auf dem Rennstieg.
Wegweiser, die sich wie von Geisterhand drehen.
Jäger in Todesangst.
Bierkutscher mit unheimlicher Fracht.
Ein stammelnder Mönch,
der plötzlich zum brillanten Redner wird.
Sollte da Hödeken seine Hand im Spiel haben?
Sagen um einen eigenwilligen Geist
aus dem Hildesheimer Land,
frisch und frech nacherzählt
von Petra Hartmann.

 

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken!

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

101 S., Euro 7,95.

ISBN 978-3-940078-37-7

 

Bestellen bei Amazon

 

Leseprobe

Freiheitsschwingen, 2015

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Deutschland in den 1830er-Jahren: Für Handarbeit, arrangierte Ehe und Kinderkriegen hat die junge Bürgermeistertochter wenig übrig. Stattdessen interessiert sie sich für Politik und Literatur und greift sehr zum Leidwesen ihres Vaters selbst zur Feder, um flammende Texte für die Gleichberechtigung der Frau und die Abschaffung der Monarchie zu verfassen. Angestachelt von der revolutionären Stimmung des Hambacher Festes versucht sie, aus ihrem kleinbürgerlichen Dasein auszubrechen und sich als Journalistin zu behaupten. Gemeinsam mit ihrer großen Liebe verschreibt sie sich dem Kampf für ein freies, geeintes Deutschland und schlägt den Zensurbehörden ein Schnippchen. Die Geheimpolizei ist ihnen jedoch dicht auf den Fersen, und die junge Journalistin begeht den verhängnisvollen Fehler, ihre Gegner zu unterschätzen

 

Petra Hartmann: Freiheitsschwingen

Personalisierter Roman

München: Verlag Personalnovel, 2015

ca. 198 Seiten. Ab Euro 24,95.

(Einband, Schriftart und -größe, Covergestaltung etc. nach Wahl.)

 

Bestellen unter:

www.tinyurl.com/Freiheitsschwingen

 

Timur, 2015

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Wer ist der bleiche Jüngling im Verlies unter der Klippenfestung? Prinzessin Thia will ihn retten. Doch wer Timurs Ketten bricht, ruft Tod und Verderben aus der Tiefe hervor. Als der Blutmond sich über den Horizont erhebt, fällt die Entscheidung ...

 

Beigaben:

Nachwort zur Entstehung

Original-Erzählung von Karoline von Günderrode

Autorinnenbiografien

Bibliografie

 

Petra Hartmann: Timur

Coverillustration: Miguel Worms

Bickenbach: Saphir im Stahl, 2015.

ISBN: 978-3-943948-54-7

Taschenbuch, 136 S.

Euro 9,95

 

 

Ulf, 2015

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Ein Roman-Experiment mit ungewissem Ausgang: Ulf (Magisterstudent unbekannter Fachrichtung), stammt aus einem Dorf, das mehrmals jährlich überschwemmt wird. Zusammen mit Pastor Dörmann (Geistlicher unbekannter Konfession) und Petra (Biografin ohne Auftrag) überlegt er, was man dagegen tun kann. Als ein vegetarisches Klavier die Tulpen des Gemeindedirektors frisst und das Jugendamt ein dunkeläugiges Flusskind abholen will, spitzt sich die Situation zu. Nein, Blutrache an Gartenzwergen und wütende Mistgabelattacken sind vermutlich nicht die richtigen Mittel im Kampf für einen Deich ...
Mal tiefgründig, mal sinnlos, etwas absurd, manchmal komisch, teilweise autobiografisch und oft völlig an den Haaren herbeigezogen. Ein Bildungs- und Schelmenroman aus einer Zeit, als der Euro noch DM und die Bahn noch Bundesbahn hieß und hannöversche Magister-Studenten mit dem Wort "Bologna" nur eine Spaghettisauce verbanden.

 

Petra Hartmann:

Ulf. Ein Roman-Experiment in zwölf Kapiteln.

eBook

Neobooks 2015

Euro 2,99

Erhältlich unter anderem bei Amazon

Vom Feuervogel, 2015

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Ein Tempel in der Wüste. Heilige Männer, die sich dem Dienst des Feuervogels geweiht haben. Ein Hirtenjunge, der seinem Traum folgt. Aber wird der alte und kranke Phönix wirklich zu neuem Leben wiederauferstehen, wenn der Holzstoß niedergebrannt ist? Eine Novelle von Idealen und einer Enttäuschung, die so tief ist, dass kein Sonnenstrahl je wieder Hoffnung bringen kann.

 

Petra Hartmann:

Vom Feuervogel. Novelle.

Erfurt: TES, 2015.

BunTES Abenteuer, Heft 30.

40 Seiten, Euro 2,50 (plus Porto).

Bestellen unter:

www.tes-erfurt.jimdo.com

 

eBook:

Neobooks, 2015.

Euro 1,99.

Unter anderem bei Amazon

Nestis und die Hafenpiraten, 2014

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Endlich Sommerferien! Nestis und ihre Freunde freuen sich auf sechs Wochen Freiheit und Abenteuer. Doch ausgerechnet jetzt verhängt der Kronrat ein striktes Ausgehverbot für alle Meerkinder. Denn in der Nordsee treibt plötzlich ein furchtbares “Phantom” sein Unwesen. Möwen, Lummen und Tordalke werden von einem unheimlichen Schatten unter Wasser gezerrt und verschwinden spurlos.

Nestis beschließt, den Entführer auf eigene Faust zu jagen. Als ein Dackel am Strand von Achterndiek verschwindet, scheint der Fall klar: Die gefürchteten “Hafenpiraten” müssen dahinter stecken. Zusammen mit ihrem Menschenfreund Tom wollen die Meerkinder der Bande das Handwerk legen …

Petra Hartmann: Nestis und die Hafenpiraten
Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014
ISBN 978-3-940078-84-1
14,90 EUR

 

 

Leseprobe unter

 

www.tinyurl.com/nestis2

Blitzeis und Gänsebraten, 2014

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Weihnachten im Potte …

… ist so vielfältig wie die Menschen, die dort leben. Und deshalb findet sich auf diesem Bunten Teller mit 24 Hildesheimer Weihnachtsgeschichten für jeden etwas: romantische Erzählungen und freche Gedichte, Erinnerungen an die Nachkriegszeit, Geschichten von neugierigen Engeln, eifrigen Wichteln und geplagten Weihnachtsmännern. Der Huckup und die »Hildesheimer Weisen« fehlen auch nicht. Was es aber mit dem Weihnachtswunder an der B6 auf sich hat, erfahren Sie auf Seite 117. – Greifen Sie zu!

 

 

Petra Hartmann & Monika Fuchs (Hrsg.): Blitzeis und Gänsebraten. Hildesheimer Weihnachtsgeschichten.

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

144 Seiten | 12 x 17 cm | Paperback |

ISBN 978-3-9400787-57-5
8,90 EUR

 

Leseprobe

Beim Vorderhuf meines Pferdes, 2014

Eingefügtes Bild

Das Messer zuckte vor. Fauchend wich die riesige Katze zurück. Doch nur, um sofort wieder anzugreifen. Das Mädchen, das auf dem Leichnam seiner Stute kauerte, schien verloren.
Acht Jahre ist Steppenprinzessin Ziris alt, als sie bei einem Sandkatzenangriff ihr Lieblingspferd verliert. Ist es wirklich wahr, was ihr Vater sagt? "Alle Pferde kommen in den Himmel ..."
Drei Erzählungen aus der Welt der Nearith über edle Steppenrenner, struppige Waldponys und die alte graue Stute aus Kindertagen.

Petra Hartmann: Beim Vorderhuf meines Pferdes. Neue Geschichten aus Movenna. eBook, ca. 30 Seiten. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014. Euro 0,99.

Erhältlich unter anderem bei Amazon.

Darthula, 2014

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Darthula ist die Tochter eines irischen Kleinkönigs, der über das nebelreiche Land Selama herrscht. Als schönste Prinzessin Irlands lebt sie allerdings nicht ungefährlich. Als sie den mächtigen König Cairbar abweist und ihm nicht als seine Braut folgen will, nimmt das Unheil seinen Lauf. Cairbar überzieht das kleine Selama mit Krieg und Vernichtung und rottet Darthulas Familie aus. Mit ihrem Geliebten Nathos wagt die junge Frau die Flucht über die stürmische See. Aber Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...

Beigaben zur Neuausgabe:
Vorwort der Autorin mit Infos zur Entstehungsgeschichte
Übersetzung des "ossianischen Originals"
Autorinnenbiographie und Veröffentlichungsliste

Buch-Informationen:
Petra Hartmann: Darthula, Tochter der Nebel.
Bickenbach: Verlag Saphir im Stahl, 2014.
Taschenbuch. 126 S., Euro 9,95.
ISBN 978-3-943948-25-7

Bestellen bei Saphir im Stahl

Pressearbeit für Autoren, 2014

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Petra Hartmann, Autorin und langjährige Lokalredakteurin, gibt Tipps für die Pressearbeit vor Ort. Sie erklärt die Wichtigkeit der „Ortsmarke“ für eine Zeitung, gibt Tipps zum Schreiben von Artikeln, zum guten Pressefoto und zum Umgang mit Journalisten. Anschaulich, verständlich, praxisorientiert und für Autoren jedes Genres anwendbar.

Petra Hartmann: Pressearbeit für Autoren. So kommt euer Buch in die Lokalzeitung.
eBook. Neobooks, 2014. Ca. 30 Seiten.
Euro 1,99
Diverse Formate, für alle gängigen eBook-Reader.
Erhältlich z.B. bei Amazon, eBook.de, Thalia, Hugendubel, Weltbild u.a.

Nestis und der Weihnachtssand, 2013

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Als kleine Weihnachtsüberraschung gibt es für Fans des "großen" Nestis-Buchs "Nestis und die verschwundene Seepocke" jetzt ein kleines bisschen Weihnachtssand: Der Verlag Monika Fuchs hat aus der "Ur-Nestis", einem Helgoland-Märchen aus dem Jahr 2007, jetzt ein eBook gemacht. Mit einem wunderschönen Cover von Olena Otto-Fradina und mit ein paar exklusiven Einblicken in Nestis' Nordseewelt.

Klappentext:
"November 2007: Orkantief Tilo tobt über die Nordsee und reißt große Teile der Helgoländer Düne ins Meer. Wer soll nun die Robbenküste reparieren? Meerjungfrau Nestis wünscht sich einfach mal vom Weihnachtsmann 500.000 Kubikmeter Sand ..."

Bonus-Material:
Die Autorin im Interview mit Wella Wellhorn von der Meereszeitung "Die Gezeiten"
XXL-Leseprobe aus "Nestis und de verschwundene Seepocke"

Petra Hartmann: Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013. 99 Cent.

Erhältlich für den Amazon-Kindle

Nestis und die verschwundene Seepocke, 2013

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Eine ausführliche Leseprobe findet ihr hier:
www.tinyurl.com/nestis


Wütend stampft Meerjungfrau Nestis mit der Schwanzflosse auf. Ihre Schwester Undine ist von den Menschen gefangen worden – und weder Meerkönig noch Kronrat wagen, die Kleine zu retten. Aber Nestis fürchtet sich nicht einmal vor den furchtbarsten Monstern des Meeres. Zusammen mit ihren Freunden bricht sie auf zur Rettungsaktion, und es zeigt sich, dass tollpatschige Riesenkraken und bruchrechnende Zitteraale großartige Verbündete sind.
Petra Hartmann entführt ihre Leser in eine etwas andere Unterwasserwelt mit viel Humor und Liebe zum Detail. Trotz des phantastischen Meermädchen-Themas findet der Leser auch sehr viel naturnahe Beobachtungen aus Nord- und Ostsee, lernt die Meerbewohner und ihre Probleme kennen. Dabei werden unter anderem auch die Meeresverschmutzung, Fischerei und die wenig artgerechte Haltung von Haien in Aquarien behandelt.
Zauberhaft dazu die Zeichnungen von Olena Otto-Fradina.

Text: Petra Hartmann
Bilder: Olena Otto-Fradina
| Hardcover | 14,8 x 21 cm
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2013
151 S., Euro 14,90
ISBN 978-3-940078-64-3


eBook:
Amazon-Kindle, 2154 KB
Euro 6,99
http://amzn.to/JJqB0b

Autorenträume, 2013

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Autorinnen und Autoren schicken ihre Leser in vergangene Zeiten, ferne Länder, phantastische Welten, spannende Abenteuer und bringen sie zum Träumen.
Wovon aber träumen Autoren? Vom Nobelpreis? Vom Bestseller? Vom Reich-und-berühmt-werden? Oder einfach nur davon, eines Tages vom Schreiben leben zu können? Vom Lächeln auf dem Gesicht eines Kindes, wenn das neue Märchen vorgelesen wird? Oder sind es schreckliche Albträume, die der angebliche Traumberuf mit sich bringt? Werden Schriftsteller nachts im Schlaf gar von Verlegern, Lektoren, Rezensenten oder Finanzbeamten bedroht?
Monika Fuchs und Petra Hartmann starteten eine »literarische Umfrage«, wählten aus den über 300 Antworten 57 phantasievolle Beiträge aus und stellten sie zu diesem Lesebuch zusammen. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen des Autorenalltags und träumen Sie mit!
Von jedem verkauften Buch wird 1 Euro an das Hilfswerk Brot & Bücher e.V. der Autorin Tanja Kinkel gespendet, die auch das Geleitwort zum Buch schrieb.

Petra Hartmann und Monika Fuchs (Hrsg.):
Autorenträume. Ein Lesebuch.
ISBN 978-3-940078-53-7
333 S., Euro 16,90

Bestellen beim Verlag Monika Fuchs

Mit Klinge und Feder, 2013

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Phantasie statt Völkerschlachten - das war das Motto, unter dem die Phantastik Girls zur Schreibfeder griffen. Mit Humor, Gewitztheit und ungewöhnlichen Einfällen erzählen sieben Autorinnen ihre Geschichten jenseits des Mainstreams der Fantasy. Kriegerinnen und gut bewaffnete Zwerge gehören dabei genau so zum Personal wie sprechende Straßenlaternen, Betonfresser oder skurrile alte Damen, die im Bus Anspruch auf einen Behindertensitzplatz erheben. Dass es dennoch nicht ohne Blutvergießen abgeht, ist garantiert: Immerhin stecken in jeder der Storys sechs Liter Herzblut. Mindestens.

Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns.
Mit Geschichten von Linda Budinger, Charlotte Engmann, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl.
Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. 978-3943378078
247 S., Euro 9.
Bestellen bei Amazon

eBook:
396 KB, Euro 5,49.
Format: Kindle
Bestellen bei Amazon

Das Serum des Doctor Nikola, 2013

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Berlin, 1927. Arbeitslos, pleite und mit der Miete im Rückstand: Bankierssohn Felix Pechstein ist nach dem "Schwarzen Freitag" der Berliner Börse ganz unten angekommen. Da erscheint das Angebot, in die Dienste eines fremden Geschäftsmannes zu treten, eigentlich als Geschenk des Himmels. Doch dieser Doctor Nikola ist ihm mehr als unheimlich. Vor allem, als Felix den Auftrag erhält, Nikola zu bestehlen ...

Petra Hartmann: Das Serum des Doctor Nikola
Historischer Abenteuerroman.
ISBN 978-3-938065-92-1
190 S., 12,95 Euro.
Bestellen beim Wurdack-Verlag

Leseprobe

Hörbuch: Der Fels der schwarzen Götter, 2012

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Bei einer Mutprobe begeht der junge Ask einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat.
Bald wissen die Völker des Berglandes nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...

Der Fels der schwarzen Götter.
Hörbuch. 8 Stunden, 57 Minuten.
Sprecherin: Resi Heitwerth.
Musik: Florian Schober.
Action-Verlag, 2012.
CD/DVD: 16,95 Euro
mp3-Download: 11,95 Euro

Hörbuchfassung des 2010 im Wurdackverlag erschienenen Buchs "Der Fels der schwarzen Götter".

Drachen! Drachen! 2012

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Frank G. Gerigk & Petra Hartmann (Hrsg.)
DRACHEN! DRACHEN!
Band 01, Drachen-Anthologie
ISBN: 978-3-89840-339-9
Seiten: 384 Taschenbuch
Grafiker: Mark Freier
Innengrafiker: Mark Freier
Preis: 14,95 €
Bestellen beim Blitz-Verlag

Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren.
Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist – und gelegentlich fies!

Die Autoren:
Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.
Originalveröffentlichung!

Nächste Lesungen / Termine

Lesungen

 

Samstag, 17. Juli: Radio-Lesung aus "Geisterreiter" in der Sendung "High Noon" auf Radio Tonkuhle. Beginn: 12 Uhr. Livestream: https://stream.tonku...de/tonkuhle.mp3

 

Samstag, 14. August: Lesung aus "Nestis und die verschwundene Seepocke". Freibad Rhüden, Wilhelm-Busch-Straße 1, 38723 Seesen – OT Rhüden. Beginn: 15 Uhr.

 
Samstag, 14. August: Lesung aus "Falkenblut". Freibad Rhüden, Wilhelm-Busch-Straße 1, 38723 Seesen – OT Rhüden. Beginn: 20 Uhr.
 
Samstag, 4. September: Lesung aus "Falkenblut" in der Kneipe "Zum Trollmönch", Trollmönch 2, 38640 Goslar. Beginn: 19.30 Uhr.

 

Samstag, 18. September 2021: Lesung aus "Nestis und die verschwundene Seepocke". Buchmesse "Buch im Wald" in Leimen/Pfalz.  Beginn: 14.30 Uhr.

 

Samstag, 18. Dezember: Weihnachtsmärchen in der Goslarer Kneipe "Zum Trollmönch", Trollmönch 2, 38640 Goslar. Beginn: 19.30 Uhr.

 

Sonntag, 19. Dezember: Weihnachtsmärchen in der Goslarer Kneipe "Zum Trollmönch", Trollmönch 2, 38640 Goslar. Beginn: 19.30 Uhr.

 

 

 

 

Buchmessen, Cons, Büchertische

 

Samstag und Sonntag, 18. und 19. September 2021: Buch im Wald

Links

Meine Heimseite:

www.petrahartmann.de

Mein Gezwitscher:

www.twitter.com/PetraHartmann

 

Facebook-Autorenseite:

www.facebook.com/AutorinPetraHartmann/

 

Seite der Nestis-Serie:

www.nestis.net

 

Nestis auf Facebook:

www.facebook.com/nestis.net/

 

Nestis auf Twitter:

https://twitter.com/NestisLogbuch

 

Die Falkin auf Facebook:

https://www.facebook.com/FalkinValkrys

 

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Biografie

Petra Hartmann, Jahrgang 1970, wurde in Hildesheim geboren und wohnt in Sillium. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Hannover. Auf den Magisterabschluss folgten die Promotion mit einer Doktorarbeit über den jungdeutschen Schriftsteller Theodor Mundt und ein zweijähriges Volontariat bei der Neuen Deister-Zeitung in Springe. Anschließend war sie dort fünf Jahre Lokalredakteurin. Ferner arbeitete sie für die Leine-Zeitung in Neustadt am Rübenberge, die Nordsee-Zeitung in Bremerhaven, die Neue Presse in Hannover und die Volksstimme in Gardelegen. Derzeit ist sie bei der Goslarschen Zeitung beschäftigt.
Als Schriftstellerin liebt sie vor allem das fantastische Genre. Sie verfasst hauptsächlich Fantasy und Märchen. Bekannt wurde sie mit ihren Fantasy-Romanen aus der Welt Movenna. Mit den Abenteuern der Nordsee-Nixe Nestis legte sie ihre erste Kinderserie vor. Sie errang mit ihren Geschichten dreimal den dritten Platz bei der Storyolympiade und wurde 2008 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet.

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Leserunden zum Nachlesen

Leserunde zu "Darthula, Tochter der Nebel" auf Lovelybooks. Mit Autorin Petra Hartmann und Cover-Künstler Miguel Worms: http://www.lovelyboo...nde/1201913120/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Nestis und die verschwundene Seepocke": Mit Autorin Petra Hartmann und Verlegerin Monika Fuchs:

http://www.lovelyboo...nde/1166725813/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Mit Klinge und Feder": Mit den Autorinnen Linda Budinger, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl: http://www.lovelyboo...nde/1156671163/

 

Leserunde zu "Falkenblut" auf Lovelybooks: https://www.lovelybo...263/2687604262/

Geschichten über Nestis

Bücher
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

"Nestis und die verbotene Welle. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

 

Mini-Buch

"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

eBooks
"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.

"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

Hörbuch
"Eine Hand voll Weihnachtssand." In: Petra Hartmann: "Weihnachten im Schneeland". Gelesen von Karin Sünder. Mit Musik von Simon Daum. Essen: Action-Verlag, 2010. (mp3-Download und CD-ROM)

Beiträge zu Anthologien
"Weihnachtssand für Helgoland." In: "Wenn die Biiken brennen. Phantastische Geschichten aus Schleswig-Holstein." Hrsg. v. Bartholomäus Figatowski. Plön: Verlag 71, 2009. S. 163-174.

Hödeken-Lesestoff

Buch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. 101 S., Euro 7,95. ISBN 978-3-940078-37-7. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

 

Hörbuch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. 2 CD. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Euro 14,95. ISBN: 978-3940078414. Unter anderen erhältlich bei Amazon.

 

eBook

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

 

Geschichten

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg. In: Hildesheimliche Autoren e.V.: Hildesheimer Geschichte(n). Ein Beitrag zum 1200-jährigen Stadtjubiläum. Norderstedt: Book on Demand. 196 S., Euro 9,99. ISBN 978-3734752698. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

Die glücklose Hasenjagd. In: MVP-M. Magazin des Marburger Vereins für Phantastik. Marburg-Con-Ausgabe. Nr. 19b. S. 36-40.

 

Lesung

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg, Radio Tonkuhle, Sendung vom April 2015.

 

Movenna-Kompass

Übersicht über die Romane und Erzählungen aus Movenna


Bücher

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2004. 164 S.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2007. 188 S.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2010. 240 S.

 

eBooks

 

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Beim Vorderhuf meines Pferdes. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Hörbuch

Der Fels der schwarzen Götter. Action-Verlag, 2012.


Movennische Geschichten in Anthologien und Zeitschriften

Die Krone Eirikirs. In: Traumpfade (Anthologie zur Story-Olympiade 2000). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2001. S. 18-25.
Flarics Hexen. In: Geschöpfe der Dunkelheit (Anthologie zur Story-Olympiade 2001). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2002. S. 22-28.
Raubwürger. In: Kurzgeschichten, September 2004, S. 20f.
Furunkula Warzenkraish. Elfenschrift, dritter Jahrgang, Heft 2, Juni 2006. S. 10-14.
Der Leuchtturm am Rande der Welt. In: Elfenschrift, vierter Jahrgang, Heft März 2007, S. 18-21.
Gewitternacht. In: Im Bann des Nachtwaldes. Hrsg. v. Felix Woitkowski. Lerato-Verlag, 2007. S. 57-60.
Pfefferkuchen. In: Das ist unser Ernst! Hrsg. v. Martin Witzgall. München: WortKuss Verlag, 2010. S. 77-79.
Winter-Sonnenwende. In: Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns. Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. S. 51-59.
Der Reiter auf dem schwarzen Pferd. Ebd. S. 60-68.


Movennische Geschichten in Fanzines

Föj lächelt. In: Alraunenwurz. Legendensänger-Edition Band 118. November 2004. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 23.
Raubwürger. In: Drachenelfen. Legendensänger-Edition Band 130. Januar 2006. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 3-5.
Goldauge. In Phantastische Geschichten mit den Phantastik Girls. (Broschüre der Phantastik Girls zum MarburgCon 2007)


Aufsätze

Wie kann man nur Varelian heißen? Über das Unbehagen an der Namensgebung in der Fantasy. In: Elfenschrift, 5. Jahrgang, März 2008. S. 16f.


Movennische Texte online

Aus "Geschichten aus Movenna":
König Surbolds Grab
Das letzte Glied der Kette
Brief des Dichters Gulltong
Der Kranich
Die Rückkehr des Kranichs

Aus "Ein Prinz für Movenna":
Der Leuchtturm am Rand der Welt
Furunkula Warzenkraish
Gewitternacht

Aus "Der Fels der schwarzen Götter":
Der Waldalte
Hölzerne Pranken
Im Bann der Eisdämonen

Die Bibliothek der Falkin

Übersicht über die Romane und Novellen über die Walküre Valkrys, genannt "die Falkin"

Bücher

Die letzte Falkin. Heftroman. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2010.
Falkenblut. Sibbesse: Hottenstein-Verlag, Sommer 2020.

eBooks

Falkenblut. Vier Fantasy-Romane. eBook-Ausgabe. Chichili und Satzweiss.com, 2012. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. eBook. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2011. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. In: Best of electronic publishing. Anthologie zum 1. Deutschen eBook-Preis 2011. eBook. Chichili und Satzweiss.com, 2011. (unter anderem erhältlich bei Thalia und Amazon)


Aufsatz

Aegirs Flotte – ein Nachruf. In: Fandom Observer, Dezember 2011. S. 16-18. Online-Magazin und Blogversion

Die Schlagzeile, 2011/2012

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Petra Hartmann: Die Schlagzeile.
Personalisierbarer Roman.
PersonalNovel Verlag, 2011.
eBook: PersonalNovel, 2012.
Personalisieren und bestellen

Verschlafen und idyllisch liegen sie da, die Orte Barkhenburg, Kleinweltwinkel und Reubenhausen. Doch dann stört der Diebstahl einer Heiligenfigur die Ruhe: Ein jahrhundertealter Hass bricht wieder aus und ein hitziger Streit entflammt, der aus Freunden Feinde und aus friedlichen Nachbarn sich prügelnde Gegner macht. Mittendrin: Eine Journalistin, die bereit ist, für eine Schlagzeile im Sommerloch alles zu geben. Mit viel Einsatz und einer Prise Humor versucht sie, das Geheimnis um die verschwundene Hubertus-Statue aufzuklären, und muss sich dabei mit erregten Politikern, aufgebrachten Dorfbewohnern und einem nervösen Chefredakteur herumschlagen. Aber die Journalistin lässt sich nicht unterkriegen – bis ihr ein Anruf fünf Minuten vor Redaktionsschluss die Schlagzeile zunichtemacht...

Falkenblut, 2012

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Petra Hartmann: Falkenblut.
Vier Romane in einem Band.
E-Book
Satzweiss.com - chichili agency, 2012.
3,99 Euro

 

Nicht mehr lieferbar!

Neuausgabe in Vorbereitung.


Die Abenteuer der jungen Walküre Valkrys beginnen an ihrem ersten Arbeitstag und ausgerechnet dort, wo die germanischen Götter- und Heldensagen enden: Ragnarök, die Endzeitschlacht, ist geschlagen, Götter und Riesen haben sich gegenseitig aufgerieben, die wenigen Überlebenden irren ziellos durch die Trümmer des zerbrochenen Midgard. An der Seite des neuen Götterkönigs Widar muss sich Valkrys nun behaupten. Dabei trifft sie auf Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfe, Berserker, Hexen, riesenhafte Meerungeheuer und das furchtbare Totenschiff Naglfari. Leseempfehlung ab 12 Jahren.

Meine Bücher 1998 - 2011

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Petra Hartmann
Falkenfrühling
eBook
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN: 978-3-939139-59-1

Wegen Verkauf des Arcanum-Verlags ist die Ausgabe nicht mehr erhältlich, aber die Zweitveröffentlichung in der eBook-Anthologie "Best of electronic publishing" gibt es noch als epub oder Kindle-Ausgabe.

Valkrys träumt davon, eine echte Walküre zu sein. Sie springt, noch Kind, vom Dach des Langhauses.
Alle Ermahnungen ihrer Eltern sind vergeblich, sie macht sich an den Aufstieg zum Gipfel der nahen Klippe, besessen vom "Traum vom Fliegen" ...

Fünfter Platz beim Deutschen eBook-Preis 2011.

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Petra Hartmann
Die letzte Falkin
Roman.
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-62-1
Bestellen beim Arcanum-Verlag

Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Vidar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus …


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Petra Hartmann
Der Fels der schwarzen Götter
Roman
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-64-8
Bestellen beim Wurdack-Verlag


Hochaufragende Felswände, darin eingemeißelt weit über tausend furchteinflößende Fratzen, die drohend nach Norden blicken: Einer Legende zufolge sind die schwarzen Klippen das letzte Bollwerk Movennas gegen die Eisdämonen aus dem Gletscherreich.
Doch dann begeht der junge Ask bei einer Mutprobe einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat. Und die Völker des Berglandes wissen bald nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...


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Petra Hartmann
Darthula
Heftroman
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-32-4
Bestellen beim Arcanum-Verlag


Darthula, die schönste Prinzessin der Nebellande, beschwört Krieg, Tod und Vernichtung über ihr heimatliches Selama herauf, als sie den Heiratsantrag des mächtigen Königs Cairbar ausschlägt. Zusammen mit ihrem Geliebten flüchtet sie in einem kleinen Segelboot übers Meer. Doch Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...


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Petra Hartmann
Weihnachten im Schneeland
Hörbuch
Action-Verlag
Download bei Audible
CD bestellen beim Action-Verlag

WEIHNACHTEN IM SCHNEELAND von Petra Hartmann vereint vier wundervolle Kurzgeschichten für Kinder ab 6 Jahren. Schon die Titel regen die Phantasie der Kleinen an und verleiten zum Schmunzeln und Staunen:
- "Der Reserve-Weihnachtsmann"
- "Die Weihnachts-Eisenbahn"
- "Eine Handvoll Weihnachtssand"
- "Paulchen mit den blauen Augen"



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Petra Hartmann
Ein Prinz für Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-24-9
Bestellen

Mit dem Schild oder auf dem Schild
- als Sieger sollst du heimkehren oder tot.
So verlangt es der Ehrenkodex des heldenhaften Orh Jonoth. Doch der letzte Befehl seines sterbenden Königs bricht mit aller Kriegerehre und Tradition: "Flieh vor den Fremden, rette den Prinzen und bring ihn auf die Kiesinsel." Während das Land Movenna hinter Orh Jonoth in Schlachtenlärm und Chaos versinkt, muss er den Gefahren des Westmeers ins Auge blicken: Seestürmen, Riesenkraken, Piraten, stinkenden Babywindeln und der mörderischen Seekrankheit ....


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Petra Hartmann
Geschichten aus Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-00-1
Bestellen


Verwünschte Hexen!
Warum zum Henker muß König Jurtak auch ausgerechnet seinen Sinn für Traditionen entdecken?
Seit Jahrhunderten wird der Kronprinz des Landes Movenna zu einem der alten Kräuterweiber in die Lehre gegeben, und der Eroberer Jurtak legt zum Leidwesen seines Sohnes großen Wert auf die alten Sitten und Gebräuche. Für den jungen Ardua beginnt eine harte Lehrzeit, denn die eigenwillige Lournu ist in ihren Lektionen alles andere als zimperlich ...


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Wovon träumt der Mond?
Hrsg. v. Petra Hartmann & Judith Ott
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-37-2
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Der Mond - König der Nacht und gleichsam Verbündeter von Gut und Böse ... Seit jeher ranken sich Legenden voller Glauben und Aberglauben um sein Licht, das von den einen als romantisch verehrt und von den anderen als unheimlich gefürchtet wird. Seine Phasen stehen für das Werden und Vergehen allen Lebens, er wacht über die Liebenden, empfängt die Botschaften der Suchenden, Einsamen und Verzweifelten und erhellt so einiges, was lieber im Dunkeln geblieben wäre. 39 Autorinnen und Autoren im Alter von 12 bis 87 Jahren sind unserem nächtlichen Begleiter auf der Spur gewesen. In 42 erfrischend komischen, zutiefst nachdenklichen und manchmal zu Tränen rührenden Geschichten erzählen sie die Abenteuer von Göttin Luna und Onkel Mond, von erfüllten und verlorenen Träumen, lassen Perlmuttschmetterlinge fliegen und Mondkälber aufmarschieren. Und wer denkt, dass nur der Mann im Mond zuweilen die Erde besucht, irrt sich! Auch umgekehrt erhält er gelegentlich unverhofften Besuch dort oben.


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Drachenstarker Feenzauber
Herausgegeben von Petra Hartmann
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-28-0
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Öko-Feen, Büro-Feen, Todes-Feen und Bahn-Feen, geschäftstüchtige Drachen, goldzahnige Trolle, Sockenmonster, verzauberte Kühlschränke, Bierhexen, Zwirrrrrle, Familienschutzengel, Lügenschmiede, ehrliche Anwälte, verarmte Zahnärzte und andere Märchenwesen geben sich in diesem Buch ein Stelldichein.
51 Märchenerzähler im Alter von zwölf bis 76 Jahren haben die Federn gespitzt und schufen klassische und moderne Märchen, lustige, melancholische, weise und bitterböse Erzählungen, so bunt wie das Leben und so unvergesslich wie das Passwort eines verhexten Buchhalters.


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Zwischen Barrikade, Burgtheater und Beamtenpension.
Die jungdeutschen Autoren nach 1835.
ibidem-Verlag
ISBN 978-3-89821-958-7
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"Das Junge Deutschland“ – dieser Begriff ist untrennbar verbunden mit dem Bundestagsbeschluss vom 10. Dezember 1835, durch den die Werke der fünf Schriftsteller Heinrich Heine, Theodor Mundt, Karl Gutzkow, Ludolf Wienbarg und Heinrich Laube verboten wurden. Das Verbot markierte Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt einer literarischen Bewegung, die erst wenige Jahre davor begonnen hatte. Die Wege der Autoren trennten sich. Und doch gab es auch danach immer wieder Begegnungen und Berührungspunkte.
Petra Hartmann zeichnet die Wege der Verbotenen und ihrer Verbündeten nach und arbeitet Schnittstellen in den Werken der alt gewordenen Jungdeutschen heraus. Sie schildert insbesondere die Erfahrungen der Autoren auf der Insel Helgoland, ihre Rolle in der Revolution von 1848, aber auch die Versuche der ehemaligen Prosa-Schriftsteller, sich als Dramatiker zu etablieren. Irgendwo zwischen Anpassung und fortwährender Rebellion mussten die Autoren ihr neues Auskommen suchen, endeten als gescheiterte Existenzen im Irrenhaus oder als etablierte Literaten, die doch körperlich und seelisch den Schock von 1835 nie ganz verwunden hatten, sie leiteten angesehene Theater oder passten sich an und gerieten nach Jahren unter strenger Sonderzensur beim Publikum in Vergessenheit. Die vorliegende Untersuchung zeigt, was aus den Idealen von 1835 wurde, wie vollkommen neue Ideen – etwa die Debatte um Armut und Bildung – in den Werken der Jungdeutschen auftauchten und wie die Autoren bis zum Ende versuchten, ihr „Markenzeichen“ – ihren Stil – zu bewahren.


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Von Zukunft trunken und keiner Gegenwart voll
Theodor Mundts literarische Entwicklung vom Buch der Bewegung zum historischen Roman
Aisthesis-Verlag
ISBN: 3-89528-390-8
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Theodor Mundt - Schriftsteller, Zeitschriftenherausgeber, Literaturwissenschaftler und Historiker - verdankt seinen Platz in der Literaturgeschichte vor allem dem Umstand, daß seine Veröffentlichungen am 10. Dezember 1835 verboten wurden. Das vom deutschen Bundestag ausgesprochene Verbot, das sich gegen die vermeintlichen Wortführer des "Jungen Deutschland", Heine, Gutzkow, Laube, Wienbarg und eben Theodor Mundt richtete, war vermutlich die entscheidende Zäsur in den literarischen Karrieren aller Betroffenen. Daß sie mit dem schon berühmten Heinrich Heine in einem Atemzug genannt und verboten wurden, machte die noch jungen Autoren Gutzkow, Laube, Mundt und Wienbarg für ein größeres Publikum interessant. Doch während Gutzkow und auch Laube im literarischen Bewußtsein präsent blieben, brach das Interesse an Mundt und seinen Werken schon bald nach dem Verbot fast gänzlich ab. Seine weitere Entwicklung bis zu seinem Tod im Jahr 1861 wurde von der Literaturwissenschaft bislang so gut wie vollständig ignoriert. Diese Lücke wird durch die vorliegende Studie geschlossen. Nachgezeichnet wird der Weg von den frühen Zeitromanen des jungen Mundt bis hin zu den historischen Romanen seines Spätwerks.


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Faust und Don Juan. Ein Verschmelzungsprozeß,
dargestellt anhand der Autoren Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt
ibidem-Verlag
ISBN 3-932602-29-3
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"Faust und Don Juan sind die Gipfel der modernen christlich-poetischen Mythologie", schrieb Franz Horn bereits 1805 und stellte erstmalig beide Figuren, speziell den Faust Goethes und den Don Giovanni Mozarts, einander gegenüber. In den Jahren darauf immer wieder als polar entgegengesetzte Gestalten aufgefaßt, treten Faust und Don Juan in den unterschiedlichsten Werken der Literaturgeschichte auf.

Bei Lenau sind sie Helden zweier parallel aufgebauter Versepen, bei Grabbe begegnen sie sich auf der Bühne und gehen gemeinsam zugrunde. Theodor Mundt stellt als Lebensmaxime auf, man solle beides, Faust und Don Juan, in einer Person sein und beide in sich versöhnen.

Anhand der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt zeichnet Petra Hartmann die Biographien Fausts und Don Juans in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach, einer Zeit, die beide Helden stark prägte und auch für heutige Bearbeitungen beider Stoffe grundlegend ist.

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