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Metaphernpark



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Besser spät als nie... Etwas Blogpflege (#56)

Geschrieben von Sierra , in In eigener Sache, Verschiedenes, Rezension 20 February 2021 · 430 Aufrufe
Übersetzungen, Rezensionen und 1 weitere...
Die Tage hatte jemand getwittert, dass die Übersetzer*innen – etwa bei Buchbesprechungen – selbstverständlich immer erwähnt werden sollten. Ich teile diese Kritik voll und ganz und gelobe auch hier Besserung :blush: . Folglich habe ich diese Angabe eben in allen meinen Rezensionen – da wo die Namen gefehlt haben – nachgetragen :qwiseguy:


Marcel Le Comte, "Unschlagbar"

Alexandra Ernst, Der Blackthorn-Code

Ursula Gräfe, In Liebe, Dein Vaterland

Bernd Kronsbein, Descender

Katharina Naumann, Walled City

Gesine Schröder, California

Cordula Setsman, Die Sprache des Wassers

Matthias Wieland, Weltraumkrümel


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Es kann nur einen geben! Zu Pascal Jousselins Comic "Unschlagbar. Bd. 1: Gerechtigkeit und frisches Gemüse" (Rezension, #55)

Geschrieben von Sierra , in Comics, Science Fiction, Rezension 17 February 2021 · 746 Aufrufe
Superhelden, Comic, Jousselin und 1 weitere...
Es kann nur einen geben! Zu Pascal Jousselins Comic "Unschlagbar. Bd. 1: Gerechtigkeit und frisches Gemüse" (Rezension, #55) Es kann nur einen geben!
(zu Pascal Jousselins Comic: Unschlagbar. Bd. 1. Gerechtigkeit und frisches Gemüse)


„Gerechtigkeit und frisches Gemüse“ – Der Untertitel des ersten Bandes mit den Abenteuern von „Unschlagbar“ bringt den Charakter dieses ungewöhnlichen Superhelden sehr treffend zum Ausdruck. Denn Unschlagbar vereint die moralischen Maßstäbe eines echten Superhelden mit einer bürgerlichen Lebensweise. Ob bei einem kleinen Einkauf auf dem Markt oder beim Rasenmähen im Garten, überall kann es plötzlich notwendig sein, dass Unschlagbar die Menschheit rettet. Pascal Jousselin gelingt es in den unterhaltsamen Geschichten mühelos, actionreiche und humorvolle Handlungselemente zu verbinden, sodass der junge Leser den Comic vermutlich gar nicht aus der Hand legen will.

Dass ausgerechnet der kleine und etwas rundlich aussehende Unschlagbar als der „einzig wahre Superheld des Comics“ (S. 3) bezeichnet wird, klingt vielleicht angeberisch, ist jedoch alles andere als unberechtigt. Denn nur Unschlagbar verfügt über die – wie er selbst formuliert – ‚unglaubliche Magie des Comics‘ (S. 3), d.h. die Fähigkeit, sich von der normalen sequenziellen Abfolge der Panels abzunabeln. Anstatt einen Dieb etwa zu Fuß zu verfolgen, spart sich Unschlagbar die Puste und macht einfach einen kleinen Hopser in den darunter stehenden Panel und kann den Bösewicht so an einem Ort festnehmen, an dem er sich eigentlich noch gar befinden dürfte. Dass Unschlagbar also Raum und Zeit überwinden kann, sorgt auf der Handlungsebene für viel Spannung und Tempo.

Abwechslungsreich ist der Comic auch auf der Figurenebene und hinsichtlich der Themen und Motive. Gegenspieler wie zum Beispiel ein verrückter Wissenschaftler sind zwar für den Superhelden-Comic durchaus typisch, gleichzeitig variiert Jousselin aber das Figurenarsenal, wenn er in einigen Abenteuern Unschlagbar den tollpatschigen Schülerpraktikanten Fabian alias „Two-D“ an die Seite stellt, der jedwede Gegenstände zwischen den Panels bewegen, verkleinern oder vergrößern kann: Autos, die im Hintergrund eines Panels auf einem Parkplatz stehen, schrumpfen nach einer Berührung Two-Ds auf Spielzeuggröße. Da Two-D seine Kräfte nicht immer unter Kontrolle hat, ist regelmäßig die größtmögliche Verwirrung seiner Mitmenschen garantiert.

Abschließend lässt sich folgendes Fazit ziehen: Bei „Unschlagbar“ kommen nicht nur junge Leser etwa ab zehn Jahren auf ihre Kosten, denen spannende Superheldengeschichten mit einer klaren Gut-Böse-Aufteilung gefallen. Dass der Lesespaß lange erhalten bleibt und das Comic geradezu Suchtcharakter entwickelt, liegt auch an der cleveren Grundidee. Unschlagbars ungewöhnliche Bild-Zaubereien verblüffen auch ältere Leser sowie Erwachsene und schaffen starke Leseanreize, weitere Abenteuer zu lesen, um Unschlagbars Tricks doch noch auf die Spur zu kommen. (bf)


Gesamteindruck: +++++ (5 / 5)


Bibliographische Angaben:

Pascal Jousselins Comic: Unschlagbar. 1. Gerechtigkeit und frisches Gemüse. Übers. von Marcel Le Comte.
Hamburg: Carlsen, 2018. 48 S. 12,00 EUR.

Bestellungen und Bildquelle: klick!
Erstveröffentlichung dieser Rezension im Rahmen der Empfehlungsliste des boys & books e.V. (09/2018 - 02/2019): klick!


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Jeff Lemire & Dustin Nguyen: Descender, Bd. 2 + 3 (Rezension, #53)

Geschrieben von Sierra , in Comics, Phantastik, Science Fiction, Kinder- und Jugendliteratur, Rezension 30 September 2018 · 5358 Aufrufe
Comic, Rezension, Besprechung und 5 weitere...
Anmerkung: Zwischenzeitlich wurden auch die Bände 4 und 5 ins Deutsche übersetzt.


Jeff Lemire & Dustin Nguyen: Descender, Bd. 2 + 3

(Rezension, #53)

Die SF-Comic-Reihe Descender des US-amerikanischen Autors Jeff Lemire handelt von dem Androidenkind Tim-21, das mit seinesgleichen ums Überleben in einem Universum kämpft, in dem künstliche Wesen zum Abschuss freigegeben sind. Die Ursache liegt in der Vergangenheit: Eine gewaltige Angriffswelle bis dahin unbekannter Roboter-Raumschiffe – Harvester genannt – hat die Hauptwelten des Vereinten Galaktischen Rates (UGC) zerstört. In der Folge kam es zu einer planetenübergreifenden Vernichtung der eigenen Roboter, die als Sündenböcke für die wieder spurlos verschwundenen Harvester herhalten mussten.
Der erste Band der Descender-Serie schilderte die letzten Endes erfolgreiche Suche von Captain Tesla und des Kybernetikers Dr. Quon nach Tim-21, der über denselben Maschinencode wie die Harvester verfügen soll. Bevor Tim-21 über die Herkunft und etwaige Rückkehr der Harvester befragt werden kann, wird Telsas Gruppe von Roboter-Kopfgeldjägern (›Schrottern‹) angegriffen und auf den Planeten Gnish gebracht, dem Epizentrum der Roboterverfolgung.
Band 2 setzt diese Handlungslinie fort und beginnt mit einer Kommandoaktion des Roboters Psius, der mit seinem Roboter-Bund namens Hardwire Tim-21 und seine Gefährten befreit – und eine Brutalität an den Tag legt, die der der Gnishianer in nichts nachsteht. Psius bringt sie zum ›Maschinenmond‹, Hardwires Geheimbasis in einem Asteroidenfeld. Er hofft über das »Neuro-Netz« von Tim-21 die mächtigen Harvester zu kontaktieren, um den Spieß umzudrehen und Hardwire die Herrschaft über die Menschheit zu sichern. Schon bald wissen Tim-21 und seine Freunde nicht mehr, ob sie noch Psius‘ Gäste sind oder schon seine Gefangenen.

In einer Parallelhandlung steht Andy im Mittelpunkt, ein Schrotter, der aus ganz eigenen Motiven Tim-21 sucht: In seiner Kindheit ist er mit dem Androidenjungen aufgewachsen – seine Mutter hat Tim-21 als »Gefährten-Bot« für Andy angeschafft – und betrachtet ihn darum als seinen Bruder. Um Tim-21 zu orten, nimmt Andy Kontakt zu seiner Ex-Frau auf, die ihm ihre Hilfe aber zunächst verweigert, weil sie sich von Andy und den Schrottern insgesamt losgesagt hat. Schließlich ist da auch noch Tim-22, Psius‘ Sohn. Anders als der baugleiche Tim-21, der sich sehr positiv an Andy zurückerinnert, hasst Tim-22 menschliche Wesen und ist zudem auf Tim-21 eifersüchtig, weil dieser für den Roboter-Widerstand so wichtig sein soll. Sehr eindrücklich werden in einem Splash-Panel die unterschiedlichen Charaktere der beiden Androiden in Szene gesetzt, als sie ein VR-Spiel spielen. Während Tim-21 vor einem Drachen das Weite sucht, kauft sich sein misanthroper Doppelgänger eine titanisch anmutende Axt, mit er das Ungeheuer in Stücke haut.

Im dritten Descender-Band wird der Fortschritt der Handlung etwas verzögert, indem in Rückblicken die Vergangenheit ausgewähler Figuren beleuchtet wird. Dadurch gewinnt die gesamte Geschichte an Komplexität und wird noch unterhaltsamer. Und auch der Aspekt, wie mit den Robotern umzugehen ist, wird differenzierter behandelt, so dass zu fragen ist: Sollte man künstliche Wesen, die mit den Menschen aufgrund ihrer Intelligenz gleichwertig sind, nicht auch ›menschlich‹ – d.h. eben nicht als Sklaven und Ersatzteillager – behandeln?

Insgesamt ziehe ich folgendes Fazit: Der zweite und dritte Band der Descender-Serie bleiben empfehlenswert. Die Serie ist weiterhin spannend und inhaltlich anspruchsvoll, auch weil sie dem Erzählmotiv des künstlichen Wesens interessante Facetten abgewinnt.

Gesamteindruck für beide Bände: +++++ (5 / 5)


Bibliographische Angaben:

Jeff Lemire (Text), Dustin Nguyen (Zeichnungen): Descender. Buch 2: Maschinenmond. Übers. von Bernd Kronsbein. Bielefeld: Splitter, 2016. Hardcover. 120 S. 19,80 EUR. ISBN: 978-3958391673.
Jeff Lemire (Text), Dustin Nguyen (Zeichnungen): Descender. Buch 3: Singularitäten. Übers. von Bernd Kronsbein. Bielefeld: Splitter, 2017. Hardcover.
Bielefeld, Splitter: 2017. 120 S. 22,80 EUR. ISBN: 978-3958391680.

(Erstveröffentlichung dieser Sammelrezension in: Michael Görden (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2017, Berlin: Golkonda Verlag, 2017. Und hier geht es zu meiner Rezension von Band 1: Blogpost #43.)

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Robert Deutsch: Turing (Rezension, #52)

Geschrieben von Sierra , in Comics, Phantastik, Rezension 04 September 2018 · 3469 Aufrufe
Turing, Enigma, Graphic Novel und 4 weitere...
Robert Deutsch: Turing

(Rezension, #52)

Nur auf den ersten Blick erstaunt die Idee des Illustrators und Grafik-Designers Robert Deutsch, mit einem Comic über den britischen Mathematiker und Kryptoanalytiker Alan Turing (1912-1954) zu debütieren. Denn schließlich ist das Leben Turings so bemerkenswert, dass es keinesfalls auf eine typische Wissenschaftlerbiographie verkürzt werden darf.

Bis heute gilt Turing als Pionier der Computerentwicklung und Informatik, der mit seiner Turingmaschine aus dem Jahre 1936 ein frühes mathematisch fassbares Modell eines Computers entwickelte. Von Bedeutung ist auch seine Grundlagenforschung, besonders im Bereich der Software, für die ersten Computermodelle. Turing war jedoch das Gegenteil eines Elfenbein-Theoretikers. Zum einen leistete er während des Zweiten Weltkriegs entscheidende Zuarbeit in einer Arbeitsgruppe, die die deutschen Funkspruch-Codes dechiffrierte und so die Schlagkraft feindlicher Truppenmanöver schmälerte. Zum anderen lebte Turing auch nach dem Krieg nicht ganz risikolos, als er wegen seiner Homosexualität diskriminiert und bestraft wurde. Die Depressionen, die Turing in der Folge entwickelte, werden heutzutage für seinen Suizid im Jahre 1954 verantwortlich gemacht.

Hier setzt auch Deutsch` Comic wie mit einem Paukenschlag ein, indem er die Entdeckung von Turings Leichnam an den Beginn setzt. Die Handlung springt sogleich um drei Jahre zurück, um die Vorgeschichte dieser Tat zu erzählen und Turing und sein soziales Umwelt in den Blick zu nehmen: Manchester, ein Café, in das Alan seine neue und deutlich jüngere Zufallsbekanntschaft namens Arnold einlädt. Sie unterhalten sich, verlieben sich. Doch schon bald wird aus der Liebesgeschichte ein Kriminalfall, als Arnold einem Fremden den Einbruch in Turings Domizil ermöglicht. Als Turing die Angelegenheit mit der Polizei klären will, ist diese mittlerweile Arnold und seinem Komplizen auf die Spur gekommen. Turing muss seine Affäre mit Arnold eingestehen und wird zu seiner Überraschung von der Polizei als ›Sittenstrolch‹ kriminalisiert. Turing fühlt sich vom Empire ungerecht behandelt, berichtet von seinem mathematischen Partisanenkampf gegen ›Enigma‹, die Chiffriermaschine der Nazis. Doch das hilft alles nichts, er wird zu einer Hormontherapie verurteilt, die ihm die Libodo nimmt und Depressionen verursacht. Dies wird von Deutsch in einem Vorher- und Nachher-Bild versinnbildlicht, das sehr eindrücklich seine körperlichen Veränderungen verdeutlicht. Turing ist nicht mehr er selber, sondern ein Mr. Hyde, der die Blicke seiner Mitmenschen als »Messerstiche« empfindet. Unter Verwendung von teilweise sehr düsteren Märchen- und Todesmotiven der Brüder Grimm schildert Deutsch, wie der erlebte Fremdhass in Selbsthass mündet und Turing zum Suizid treibt.

Comic-Biographien liegen im Trend, wenn man an die vielen Neuerscheinungen der letzten Jahre in diesem Buchsegment denkt. Robert Deutsch ist dennoch ein ganz außergewöhnliches Werk gelungen, weil es in seiner gegenständlich-geometrischen Formensprache auf sehr sympathische Weise Turing als liebenden Menschen und nicht als ›Informatikgott‹ ins Zentrum rückt.

Gesamteindruck: +++++ (5 / 5)

Bibliografische Angaben: Robert Deutsch:Turing. Berlin: Avant Verlag, 2017. 192 S. 29,95 EUR. ISBN-13: 978-3945034552.

(Erstveröffentlichung dieser Rezension in: Michael Görden (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2017, Berlin: Golkonda Verlag, 2017.)

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"Boys & Books" – neue Buchempfehlungen für Jungen (dritte Auswahlliste), #51

Geschrieben von Sierra , in Preise und Auszeichnungen, Phantastik, Kinder- und Jugendliteratur, Rezension 26 August 2018 · 2127 Aufrufe
Kinderliteratur, Literaturpreise und 4 weitere...
Nach eine längeren Blog-Pause mache ich mal weiter. Zwischenzeitlich ist auf den Seiten von boys & books die dritte Top-Titel-Auswahl (Zeitraum: 9/2017 - 02/2018) online gegangen. Boys & books ist eine Buchempfehlungsseite für Jungen, die zweimal im Jahr jeweils fünf besonders interessante Titel für vier Altersgruppen (8+, 10+, 12+, 14+) auswählt. Die Auswahl lässt sich auch als Plakat betrachten bzw. herunterladen, eine Printversion wird bei Interesse kostenlos an Bibliotheken, Buchhandel etc. verschickt (Bestellung: kontakt@boysandbooks.de).

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Ich arbeite seit Beginn des Projekts in der Jury der Altersgruppe 10 + mit. Dies sind diesmal – teilweise mit ziemlich starkem Phantastik-Einschlag – unsere Favoriten:


Der Ameisenjunge. Der Tag, an dem ich aus Versehen in der Schrumpfmaschine landete (Band 1) - Thomas Krüger (Baumhaus) >>mehr

Hamstersaurus Rex -
Tom O'Donnell (arsEdition) >>mehr

Henry Smart. Im Auftrag des Götterchefs (Band 1) -
Frauke Scheunemann (Oetinger) >>mehr

Master of Disaster: Chaos ist mein zweiter Name (Band 1) -
Stephan Knösel (Beltz & Gelberg) >>mehr

Mist, Oma ist ein Alien (und ich bin schuld!) -
Suzanne Main (arsEdition) >>mehr

Zur ersten Top-Titel-Auswahl und einigen Informationen zum Hintergrund des Projekts geht es hier entlang. (bf)


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"Boys & Books" – neue Buchempfehlungen für Jungen (zweite Auswahlliste), #50

Geschrieben von Sierra , in Rezension, Kinder- und Jugendliteratur, Preise und Auszeichnungen 20 January 2018 · 2131 Aufrufe
Kinderliteratur, Juryarbeit und 4 weitere...
Der Verein boys & books hat eine gleichnamige Buchempfehlungsseite für Jungen ins Leben gerufen, die zweimal im Jahr jeweils fünf besonders interessante Titel für vier Altersgruppen (8+, 10+, 12+, 14+) auswählt. Seit Dezember ist die zweite Top-Titel-Auswahl (Herbst 2017) vollständig online. Sie lässt sich sowohl als Plakat (pdf) betrachten als auch herunterladen.
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Die Mitarbeit in der Jury der Altersgruppe 10 + hat mir wieder viel Spaß gemacht. Dies sind unsere Favoriten, die sicher guten Anklang bei jungen Lesern finden werden:

Zombie-Zahnarzt
David Walliams >>mehr

Luzifer Junior – Zu gut für die Hölle
Jochen Till >>mehr


Evil Hero – Superschurke wider Willen,
Sandra Grauer >>mehr


Der magische Faden
Tom Llewellyn >>mehr

Ich bin einfach zu genial
Stuart David >>mehr

Zur ersten Top-Titel-Auswahl (und einigen Informationen zum Hintergrund des Projekts) geht es hier entlang. (bf)


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Der Blackthorn-Code: Das Vermächtnis des Alchemisten (Rezension, #48)

Geschrieben von Sierra , in Preise und Auszeichnungen, Phantastik, Kinder- und Jugendliteratur, Rezension 17 July 2017 · 2943 Aufrufe
Abenteuerroman, Blackthorn und 7 weitere...
Ein todesmutiger Held, der sich mit einer Alchemisten-Sekte anlegt, viel Old-London-Flair und Rätsel en masse, der »Blackthorn-Code« war beim ersten Durchgang der boys & books-Juryarbeit mein Favorit. Dabei mache ich einen weiten Bogen um Apotheker-Romane und um Werke mit »Vermächtnis« im Untertitel ... normalerweise.


Der Blackthorn-Code: Das Vermächtnis des Alchemisten (Rezension, #48)

Inhalt:

Christopher Rowe, ein vierzehnjähriges Waisenkind, lebt beim legendären Londoner Apotheker und Alchemisten Benedict Blackthorn. Christopher könnte eigentlich nicht glücklicher sein, denn sein Meister lehrt ihn nicht nur das gängige Apothekerhandwerk, sondern auch die Entzifferung von Geheim-Botschaften und Rätseln. Doch leider sind es unruhige Zeiten im Jahr 1665: Mörder treiben an der Themse ihr Unwesen und fast immer sind es Apotheker, die getötet werden. Obwohl Lord Richard Ashcombe, der Beschützer des Königs, und seine Leute den Verbrechern dicht auf den Fersen sind, fällt auch Blackthorn der Mordserie zum Opfer. Zusammen mit Tom Bailey, einem befreundeten Bäckersjungen, bleibt Christopher nur wenig Zeit, um die von Blackthorn hinterlassenen Geheimcodes zu entschlüsseln und die Mörder zu enttarnen. Dabei gerät Christopher in den Dunstkreis eines mächtigen Geheimbunds um den Alchemisten Oswyn, der eine Verschwörung gegen den Hofstaat von König Charles‘ plant und dazu eine hochexplosive Substanz – das sogenannte Feuer des Erzengels – herstellen will. In letzter Sekunde kommt Christopher Oswyns Plan auf die Schliche und auf einem abgelegenen Friedhofsgelände entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod.


Beurteilung:

»Geheimnisse über Geheimnisse. Codes innerhalb von Codes« (S. 314) – Dieser Abenteuerroman, der im historischen London des 17. Jahrhunderts spielt, ist ausgesprochen spannend! Kevin Sands gelingt es in der unterhaltsamen Geschichte bravourös rätselhafte, actionreiche und humorvolle Handlungselemente zu verbinden, sodass der junge Leser das Buch vermutlich gar nicht aus der Hand legen will. Christopher, der die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, ist ein sympathischer Protagonist, der in vielen brenzligen Situationen List und alchemistisches Wissen an den Tag legt. Obwohl er ein Waisenkind ist und vielen Lesern diese Lebenslage möglicherweise nicht vertraut ist, eignet sich Christopher dennoch gut als Identifikationsfigur. Sein Freund Tom übernimmt dabei die Rolle des unterstützenden Begleiters. Obwohl er nur ein »Möchtegerne-Soldat« (S. 11) ist, vermittelt er Christopher – und damit auch dem Leser – selbst an besonders geheimnisvollen Orten und in gefährlichen Situationen ein Stück Geborgenheit. Außerdem ist Tom immer für einen lustigen Wortwechsel mit Christopher gut, sodass der Humor in der Geschichte nicht zu kurz kommt.

Der »Blackthorn Code« greift eine ganze Reihe von interessanten Themen auf: Neben dem Kriminalplot, der natürlich sogleich an Arthur Conan Doyles Geschichten um »Sherlock Holmes« denken lässt, werden durch die Themen Freundschaft und die Alchemie – als eine spannende Geheim- und Grenzwissenschaft – weitere Leseanreize geschaffen. Die Geschichte ist aber auch wegen der Überschneidungen zum Mystery-Genre originell. Denn die Rätsel, die Blackthorn seinem Lehrling hinterlassen hat, sind sehr stimmig mit der Handlung verwoben und werden nur schrittweise gelöst. Zum einen wird der Leser aufgefordert, die Codes gemeinsam mit Christopher zu entschlüsseln und so auf beinahe interaktive Weise Anteil am Handlungsfortschritt zu nehmen. Zum anderen dienen die Rätsel als retardierende Elemente, um den dramatischen Höhepunkt der Handlung, die insgesamt nur wenige Tage umfasst, hinauszuzögern.

Der Roman lässt sich flüssig lesen und trumpft mit einem buchstäblich explosiven Showdown auf, bei dem die Verschwörer ihre geballte Ruchlosigkeit an den Tag legen. Für sensible Leser könnten allerdings einige der Kampfdarstellungen womöglich zu einer kleinen Belastungsprobe werden. Andererseits obsiegt Christopher letzten Endes immer dank seiner Cleverness und nicht wegen seiner Kampfkraft. (bf)


Gesamteindruck: ++++ (5 / 5)


Bibliografische Angaben: Kevin Sands: Der Blackthorn-Code. Band 1: Das Vermächtnis des Alchemisten. Übers. von Alexandra Ernst. München: dtv, 2016. S. 330. ISBN: 978-3-423-76148-2. EUR 15,99.

Quelle: boys & books, Juli 2017

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"Boys & Books" – eine neue Buchempfehlungsseite für Jungen (Top-Titel 09/16 – 2/2017), #47

Jugendliteratur, Kinderliteratur und 3 weitere...
"Boys & Books" – eine neue Buchempfehlungsseite für Jungen (Top-Titel 09/16 – 2/2017)

Der Verein boys & books hat eine gleichnamige Buchempfehlungsseite ins Leben gerufen, die zweimal im Jahr aus den Neuerscheinungen des deutschsprachigen Buchmarkts je fünf Top-Titel für die vier Altersgruppen (8+, 10+, 12+, 14) präsentiert. Das Projekt geht zurück auf eine Initiative der Literaturwissenschaftlerin Professorin Dr. Christine Garbe und ihren MitarbeiterInnen an der Universität Köln. Nachdem die Webpage nach ihrer Erstellung im Jahr 2012 zunächst ein reines Rezensionsportal war – mit dem Ziel der Leseförderung von Jungen –, hat sie nun mehr den Charakter eines Literaturpreises.

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Die Jury-Mitglieder sichten die Neuerscheinungen für ihre Altergruppe und wählen ihre Favoriten anhand eines kriteriengeleiteten Bewertungsbogens aus, in zweimal jährlich stattfindenden Treffen wird die Vorauswahl diskutiert und es werden dann endgültig die "Top-Titel" festgelegt.
Ich habe im Frühjahr dieses Jahres mit viel Spaß an der Sache bei dem Auswahlprozess in der Jury der Altersgruppe 10 + mitgearbeitet. Trotz der vielen Neuerscheinungen haben wir uns sehr einvernehmlich – Christian Dudas Roman "Gar nichts von allem" bildete die Ausnahme von der Regel :devil: – auf unsere "Top-Liste" festgelegt:

So überlebte ich das Schuljahr trotz Aliens, Robotern und der grausamen Missy
Jennifer Brown >>mehr

Broccoli-Boy rettet die Welt
Frank Cottrell Boyce >>mehr


Jack, der Monsterschreck. Band 1: Den Letzten beißen die Zombies,
Max Brallier >>mehr


Der Blackthorn-Code. Band 1: Das Vermächtnis des Alchemisten
Kevin Sands >>mehr

Game Over. Wir retten die Welt
Susanne Rauchhaus>>mehr

Zu meiner "Vorgeschichte" mit dem Projekt: Als ich gefragt wurde, ob ich an einer Mitarbeit Interesse hätte, habe ich gar nicht lange gefackelt und sogleich zugesagt. Ich finde es sympathisch, dass boys & books – im Unterschied zu manchen anderen Literaturpreisen – keine Berührungsängste mit Genre- und Unterhaltungsliteratur für junge Leser hat. Ganz im Gegenteil erkennt boys & books ihr Potential für die Leseförderung von Jungen an, sieht aber angesichts der Vielzahl der Neuerscheinungen auch die Notwendigkeit der Orientierung und Auswahl.
Ich erhoffe mir zudem von dem Projekt Impulse für eine Neubewertung der phantastischen Literatur im Rahmen der Leseförderung, etwa in Schulen oder Bibliotheken. Dass bei unserem ersten Durchgang u.a. neben Rauchhaus' SF-Comicroman "Game Over – Wir retten die Welt" auch die Anti-(Super)heldengeschichte "Broccoli Boy", die Dystopie "Stone Rider" mit Anklängen an "Mad Max" und Morton Rhues dystopisches Seefahrerabenteuer "Creature – Gefahr aus der Tiefe" eine Empfehlung bekamen, nehme ich als positives Signal wahr. Kinder und Jugendliche selbst müssen von diesen phantastischen Lesestoffen wohl kaum überzeugt werden, schließlich sind Phantastik und Science Fiction (Collins' "Tribute von Panem", Dashners "Maze Runner" etc.) nach wie vor recht beliebt bei jungen Lesern. (bf)


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Das Schloss in den Sternen (Rezension, #41)

Geschrieben von Sierra , in Comics, Science Fiction, Rezension 04 May 2017 · 2111 Aufrufe
Alex Alice, Steampunk, Hetzel und 7 weitere...
Alex Alice: Das Schloss in den Sternen – 1869: Die Eroberung des Weltraums, Buch 1 (Rezension)

Gott – oder besser gesagt – Jules Verne sei Dank herrscht im Genre der literarischen Phantastik seit jeher kein Mangel an Abenteuerromanen, die die Sehnsucht des Menschen nach den Sternen und anderen unbekannten Gefilden abbilden. Auf sehr sympathische wie spannende Weise spiegelt sich dieses urmenschliche Bestreben in Alex Alices ambitioniertem Comic-Abenteuer »Das Schloss in den Sternen«. Im Zentrum der Geschichte, die im 19. Jahrhundert spielt, steht ein Junge namens Seraphin, der im nordfranzösischen Courrière in die Schule geht. Seraphins Eltern sind Naturwissenschaftler und Seraphin wünscht sich nichts so sehr, wie in ihre Fußstapfen zu treten. Besonders interessiert sich die Forscherfamilie an dem Phänomen des Äthers, eines Urstoffs, der jenseits der Erdatmosphäre vorkommen soll und dem Menschen gänzlich phantastische Unternehmen ermöglichen soll. Und doch ist dieses Forschungsgebiet alles andere als ungefährlich. Die Handlung setzt damit ein, dass Claire, Seraphins Mutter, einen riskanten Heißluftballonflug in extremer Höhe unternimmt und nach der Konfrontation mit unbekannten elektromagnetischen Phänomenen verschollen geht. Ihrem Tod zum Trotz gibt sich Seraphin weiterhin seinen Tagträumen hin, etwa von einem Flug zur Venus mit einer Äthermaschine. Als Seraphins Vater, Professor Archibald, ein Jahr später einen ungewöhnlichen Brief aus Bayern erhält, in dem der anonyme Absender behauptet, im Besitz des Logbuchs seiner Frau zu sein, reisen Vater und Sohn nach Füssen in Bayern, um dies zu überprüfen. Ihre Hoffnung wird nicht enttäuscht, aber noch eine größere Überraschung bedeutet für sie die Person des Absenders, es ist niemand geringerer als König Ludwig von Bayern. Der König beauftragt Professor Archibald, ein Ätherschiff auf Schloss Neuschwanstein zu bauen. Dies führt sogleich zu einem Disput mit dem Architekten König Ludwigs, der das Fluggerät lieber auf barocke Weise austatten will, anstatt seine Flugsicherheit zu gewährleisten. Während der Professor diesen Streit mit der Kraft des besseren Arguments lösen kann, geht für ihn und Seraphin eine ernsthafte Gefahr von einem Spion aus, der im Auftrag Bismarcks handelt. Indem er eine politische Intrige in Gang setzt, die auf die Entmachtung von König Ludwig abzielt, wird der Entwicklungsprozess des Ätherschiffs empfindlich gestört. Für den Professor und seinen Jungen beginnt nun ein Wettlauf mit der Zeit.

Alex Alices Comic überzeugt hinsichtlich verschiedener Aspekte. Zum einen ist die Handlung hervorzuheben, in der eigentlich altbekannte Versatzstücke des Steampunks und der Abenteuerliteratur – zum Beispiel die Ballonfahrt als halsbrecherisches Wagnis oder der um den Äther als mysteriöses Energie-Substrat aufgebaute Spionage-Plot – auf originelle Weise verknüpft werden. Zum anderen hat Alice, der bereits die Nibelungensage als Heroic Fantasy gezeichnet hat, ein Händchen dafür, Figuren Tiefe zu verleihen, indem er mit den historischen Fakten spielt. So ist König Ludwig – der realiter im Jahre 1886 für geisteskrank erklärt und entmündigt wurde – bei Alex Alice kein Wahnsinniger, sondern ein Visionär, der an die Kraft der Mythen glaubt. An einer Stelle bringt er dies gegenüber Seraphin wie folgt zum Ausdruck: »Seht ihr, die Wahrheit, die uns die Mythen lehren ist nicht, dass Drachen existieren, sondern dass man sie besiegen kann.« Bemerkenswert ist der Band schließlich dank des graphischen Handlungsgerüstes, das sich zwar den Erzählsträngen der Texte unterordnet, aber immer wieder durch großformatige, perspektivreiche Splash-Panels und actionbetonte Panelsequenzen Akzente setzt. Ausschmückungen wie die zweiseitige Projektskizze des Ätherschiffs sorgen für eine zusätzliche Authentizität der Geschichte. Passend ist auch die Covergestaltung des Bandes, die auf angenehme Weise Pierre-Jules Hetzels Ausgaben der »Voyages extraordinaires« von Jules Verne Reverenz erweist. Insgesamt betrachtet ist das »Schloss in den Sternen« durch und durch empfehlenswert und wird als zeichnerisches Schmuckstück viele Freunde unter den Comiclesern – und auch den Comicsammlern! – finden. (bf)

Gesamteindruck: +++++ (5 / 5)


Bibliografische Angaben: Alex Alice: Das Schloss in den Sternen – 1869: Die Eroberung des Weltraums. Übers. von Swantje Baumgart aus dem Französischen. Bielefeld: Splitter, 2015. 72 S. (inkl. Bonusmaterial).15,80 EUR. ISBN 978-3958390706.

(Erstveröffentlichung dieser Rezension in: Sascha Mamczak und Hannes Riffel (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2016. Berlin: Golkonda 2016.)

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Abschied vom Osterhasen: »Hasenfest und Hühnerhof« (#35 Rezension)

Geschrieben von Sierra , in Sachbuch, Bilderbuch, Kinder- und Jugendliteratur, Rezension 19 March 2017 · 831 Aufrufe
Sachbuch, Ostern, Kinderliteratur und 4 weitere...
Eva Sixt: »Hasenfest und Hühnerhof« (Rezension)

Inhalt
In ihrem Sachbilderbuch nimmt Eva Sixt die Osterbräuche rund um Hasen und bunte Eier zum Anlass, über Feldhasen, Kaninchen und Hühner zu informieren. Sie berichtet von Körperbau und Lebensweise sowie von besonderen Fähigkeiten dieser Tiere. Außerdem arbeitet Sixt die Unterschiede zwischen Feldhasen, Wild- und Zwergkaninchen heraus und gibt Hinweise zur Haltung von Hühnern und Kaninchen. Aber auch das Ei als solches kommt nicht zu kurz: Die Eier verschiedener Vogelarten werden gegenübergestellt.

Beurteilung
Wie es der Untertitel ihres Sachbilderbuches verspricht, liefert die Biologin und Wissenschaftsillustratorin Sixt »Naturwissen - nicht nur für Ostern«. Originell ist es, dass die Autorin von den Fragen ausgeht, die sich Kinder zu stellen beginnen, wenn der feste Glaube an den Osterhasen zu schwinden beginnt und die Unstimmigkeiten zwischen dem tradierten Mythos und einer zunehmend kritischeren Realitätswahrnehmung größer werden. Eva Sixt geht sensibel vor, wenn sie durch Sachinformationen aufklärt ohne explizit zu sagen, dass es den Osterhasen nicht gibt. Folglich überlässt sie es dem kindlichen Leser, aus ihrem Buch Schlüsse zu ziehen - oder eben (noch) nicht.
Eva Sixt schreibt in kurzen einfachen Sätzen. Die Anzahl der Fachbegriffe, z.B. Tarnkleid, Kolonien, Schalltrichter und Wurf(bau), ist Vorschulkindern zumutbar und sie sind vom erwachsenen Vorleser schnell erklärt. Hierbei helfen auch die lebendigen, detailreichen und naturgetreuen Zeichnungen, welche die verbalen Informationen sehr gut illustrieren. Text- und Bildverständnis werden zudem durch die wohlüberlegte Auswahl der Informationen und Illustrationen unterstützt, die sich auf Wesentliches konzentriert, aber spannende Fakten nicht außer Acht lässt. Wer weiterführende Informationen wünscht, findet sie in der Innenseite des Einbandes. Der Buchtext, der als Fließtext ohne Überschriften und Aufzählungen layoutet ist, erinnert in seiner Erzählweise eher an die Sachgeschichten der »Sendung mit der Maus« als an Lehrtexte aus dem Sachunterricht. Auch diesbezüglich ist der Autorin die Orientierung an der Adressatengruppe gelungen.
Sixt’ Zeichnungen offenbaren einen Blick für die Schönheit von Tier und Natur und lassen den kindlichen Betrachter daran teilhaben bzw. hierfür sensibel werden. Die großformatigen und klaren Bilder eignen sich zudem für eine Präsentation in der Kleingruppe. Wichtig - auch schon für die Gruppe der Vorschulkinder - sind die Hinweise zur Hühnerhaltung. Die bildliche und verbale Darstellung der Käfighaltung hätte m.E. etwas kritischer sein können, ohne dass die Altersgruppe überfordert worden wäre. Die Formulierung »Sie haben kein schönes Leben« verharmlost wichtige Fakten und ist wenig informativ. Ganz anders ist es mit den Vergleichen, mit denen Sixt dem kindlichen Leser Aussehen und Gestalt unterschiedlicher Vogeleier näher bringt. So ist zu erfahren, dass die Eier des Kolibris so groß sind wie Erbsen und die des Afrikanischen Straußes wie 24 Hühnereier. Wissenswert sind schließlich die Informationen zur Haltung von Hauskaninchen, die sich mancher kindliche Leser nach der Lektüre dieses Buches sicherlich wünscht. (sb)

Gesamteindruck: +++ (4 / 5)

Bibliografische Angaben: Eva Sixt: Hasenfest und Hühnerhof. Zürich: Atlantis bei Orell Füssli, 2016. 32 S. ISBN: 978-3-7152-0712-4. EUR 14,95 € [Gebundene Ausgabe].


[Rezension zuerst erschienen in der Datenbank der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW]

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»Die Gene wissen, was sie fürchten müssen.« – Peter Watts' »Blindflug« (#34 Rezension)

Geschrieben von Sierra , in Science Fiction, Rezension 11 February 2017 · 1125 Aufrufe
Peter Watts, Science Fiction und 6 weitere...
Ist Peter Watts' »Blindflug« nicht bereits ein SF-Klassiker? Mir fällt es schwer darauf eine Antwort zu geben, obwohl der Roman 2007 für den Hugo nominiert wurde. Die Lektüre liegt für mich auch schon ein paar Jahre zurück. Dennoch denke ich gerne an das Werk zurück, fand die von Peter Watts beschriebene Erstkontakt-Geschichte ungewöhnlich, faszinierend und bezugsreich. Leider ist das Buch im Deutschen vergriffen bzw. nur als ePUB erhältlich – man wird sehen, ob und wann der Roman nochmal eine Neuauflage / Neuausgabe erfährt. Im englischsprachigen Original sieht die Situation besser aus, zudem hält der Autor den Roman auf seiner Webpage – wie auch schon seine andere Werke – zum kostenlosen Creative-Commons-Download bereit (wobei Watts eine wichtige Einschränkung macht: »please don't edit my actual prose, at least not without asking me first. I put all these words in a specific order for a reason.« :devil: ).

Beurteilung

Die Handlung des Hard-SF-Romans »Blindflug« des kanadischen Autors und Meeresbiologen Peters Watts setzt in medias res ein. Die menschliche Welt ist im späten 21. Jahrhundert zu einer Welt der Simulationen geworden; der künstlich-intelligente Maschinenapparat ermöglicht eine Existenz in der Virtualität, im sogenannten »Himmel«, die viele Menschen der Wirklichkeit vorziehen. Im Jahre 2082, kurz vor der »Ankunft des Großen Digitalen Uploads«, wird die Menschheit jedoch von einem höchst realen Ereignis aus ihrem digitalen Freudetaumel geholt: Rund um den Erdball erscheinen feuerwerkähnliche Irrlichter in der Atmosphäre und geben Anlass zu den wildesten Spekulationen, etwa dass es sich um eine Fotoaufnahme der Erde handele, die eine außerirdische Macht zu einem unbekannten Zweck angefertigt habe. Zwei Jahre später werden erneut ähnliche Signale aus der Oort’schen-Wolke, jenseits der Plutobahn, empfangen. Das hochentwickelte Raumschiff Theseus wird zu der Signalquelle entsendet. Es ist vollautomatisiert und hat nur deswegen eine fünfköpfige Besatzung an Bord, »weil bislang noch niemand eine geeignete Software für den Erstkontakt entwickelt hatte.«

Wie in Watts Tiefsee-Thriller »Abgrund« (1999), dessen Protagonisten sich ebenfalls aus Psychopathen rekrutieren, besteht auch in »Blindflug« die Mannschaft aus menschlichen Grenzgängern. Ihr Anführer ist der Vampir Jukka Sarasti – in der Zukunft sind Vampire aus uraltem Genmaterial rekonstruiert worden –, der als einziges Besatzungsmitglied im direkten Kontakt mit Theseus steht. Die Funktion jedes Einzelnen an Bord ist klar umrissen: »Isaac Szpindel, der die Fremden erforschen sollte. Die Vierergang – Susan James und ihre Sekundärpersönlichkeiten –, um mit ihnen zu sprechen. Majorin Amanda Bates, um im Notfall gegen sie zu kämpfen. Und Jukka Sarasti, mit dem Oberbefehl über uns alle, um uns wie Schachfiguren auf einem mehrdimensionalen Spielbrett hin und her zu schieben, das nur ein Vampir sehen konnte.« Die Handlung des Romans wird aus der Ich-Perspektive des sogenannten Synthesisten Siri Keeton vermittelt, der vor der Mission als KI-Forscher am Kurzweil-Institut angestellt war. Nach einer schweren Gehirnoperation in seiner Kindheit ist er zu der Empfindung von Gefühlen nicht mehr in der Lage. Gleichzeitig kann er dank besonderer Fähigkeiten zur Mustererkennung sowohl menschliches Handeln deuten als auch die Konsequenzen wissenschaftlicher Entdeckungen vorhersehen, - ohne diese selbst verstehen zu müssen. Die Forscher stoßen auf ein unförmiges Objekt nicht-irdischen Ursprungs in der Nähe eines Planeten: »Rundungen und Zacken waren zu erkennen, keinerlei glatte Kanten. Ich konnte nicht genau sagen, was von der Gestalt echt war und was von den Brechungen der Wolkendecke darunter herrührte. Doch das Objekt schien die Form eines Torus zu besitzen. […] Dieses Ding, das sich im Schatten von zehn Jupitermassen verbarg, hatte etwa dreißig Kilometer Durchmesser.« Der Linguistin Susan James gelingt eine Kontaktaufnahme mit dem Objekt, das sich scheinbar mühelos des menschlichen Begriffs- und Vorstellungssystems zur Kommunikation bedient und sich selbst »Rorschach« nennt. Obwohl es ihnen verständlich macht, dass sie sich ihm lieber nicht weiter nähern sollen, betreten die Astronauten Rorschach und stoßen dort sogleich auf die »Scrambler«, menschengroße Tentakelwesen, die ihr Selbstvertrauen einer harten Belastungsprobe aussetzen. Die Riesen-»Blutkörperchen mit Armfortsätzen« leben in einer Symbiose mit Rorschach und sind in der Lage, die menschlichen Sinnesorgane zu stören. Die Gefangenahme zweier Scrambler führt zu einer gefährlichen Kettenreaktion, in der schließlich nicht nur das Alien-Artefakt, sondern auch der Super-KI Theseus den Machbarkeitswahn und die Kontrollillusion der menschlichen Konquistadoren ad absurdum führen. Der Synthesist Siri stellt sich im Laufe der Handlung als höchst unzuverlässiger Erzähler heraus, der überdies in der Begegnung mit dem Ganz-Fremden schnell seiner Rolle als nicht-teilnehmender Beobachter verlustig geht.

Auf ungewöhnliche Art spielt Watts Roman mit dem Motiv der Konfrontation mit Außerirdischen und erinnert dabei an die berühmten Lem-Romane »Stimme des Herrn« und »Der Unbesiegbare«, und vor allem »Solaris«, in dem ein absolut fremdartiger Ozeanplanet die menschlichen Forscher zum Narren hält. Wie Lems Ozean ist auch Rorschach in der Lage menschliches Bewusstsein zu manipulieren, obwohl er selbst aus Einheiten besteht, die kein eigenes Bewusstsein haben und aus dem Zusammenspiel von physischen und chemischen Strukturen entstanden sind.
Ungewöhnlich ist natürlich auch die Verwendung von Vampir-Figuren im Weltraum. Ohne über Gebühr die Pseudowissenschaft zu bemühen, versteht es Watts vorzüglich das dramatische Potential der Vampir-Mensch-Polarität auszuloten und so dem altbekannten Erst-Kontakt-Szenario seinen ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Bereits in der Exposition der Mannschaftsmitglieder aus der Sicht Siris wird die evolutionäre Dimension des Antagonismus deutlich, der über den harmlosen Grusel vieler Gothic-Romane hinausgeht: »Wenn Sarasti mich mit blossen Augen ansah, die nicht von einem Visor verdeckt wurden, schienen sich eine halbe Million Jahre einfach in Luft aufzulösen. Die Tatsache, dass seine Spezies ausgestorben war, spielte dann keine Rolle mehr. Dass wir so weit gekommen und in der Lage waren, unsere schlimmsten Albträume aus dem Grab wiederaufstehen zu lassen … bedeutete nichts. Die Gene lassen sich nicht täuschen. Sie wissen, was sie fürchten müssen.«

Wie Lem macht es Watts Spaß die Grenzen der menschlichen Wahrnehmungskraft aufzuzeigen, die auch vom modifizierten Menschen nicht überschritten werden können. Sein Roman überzeugt vor allem in der faszinierenden Diskussion der Möglichkeiten fremder Intelligenzformen, die ausdrücklich nicht auf Bewusstsein fußen und sich wie die Scrambler ohne Gene entwickelt haben. So phantastisch diese Alien-Phantasien manchmal sind, bleiben sie dennoch – dies ist das erklärte Ziel von Watts – »in biologischer Hinsicht plausibel« und werden in sinnvoller Weise mit der spannenden Rahmenhandlung verbunden. Auch die insgesamt recht pessimistisch anmutende Extrapolation der sozialen und psychologischen Facetten des Kurzweilschen Menschen, der trotz seiner künstlichen Bauteile und chirurgischen Modifikationen im Kosmos das Scheitern lernt, kann man als überaus gelungen bezeichnen. Spaß macht die Lektüre schließlich dank vieler literarischer und cineastischer Querverweise innerhalb und außerhalb des SF-Genres. Diese Inspirationsquellen und Referenzen mindern dabei keineswegs die Tatsache, dass Watts einen eigenen Stil gefunden hat, der auf weitere SF-Meilensteine hoffen lässt. (bf)

Gesamteindruck: ++++ (4,5 / 5)

Bibliografische Angaben: Peter Watts: Blindflug [Blindsight]. Übers. aus dem Englischen von Sara Riffel. München: Heyne, 2008. 494 S. ISBN: 978-3453523647. EUR 9,99.

[Rezension zuerst erschienen im Heyne Science Fiction Jahr 2009.]

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»Linkslesemut oder Die Sache mit dem Versiebtlein« von Anja Janotta (#33, Rezension)

Geschrieben von Sierra , in Kinder- und Jugendliteratur, Rezension 28 January 2017 · 791 Aufrufe
Lese-Rechtschreibschwäche, LRS und 7 weitere...
»Linkslesemut oder Die Sache mit dem Versiebtlein«

Inhalt:

Mira ist genervt: Alle ihre Freunde sind verliebt. In Miras Leben aber hat die Liebe nichts zu suchen. Schließlich ist sie durch ihre Lese-Rechtschreibschwäche mehr als genug gefordert. Doch in der Schülerzeitungs-AG, der sie nur widerwillig beitritt, trifft das Mädchen auf Maurice, den ›Maulaufreißer‹. Im gemeinsamen Kampf für die Pressefreiheit gegen die oberstrenge Schulleiterin kommt sie dem Jungen näher. Und am Ende steht fest: Auch Mira ist gegen den ›peinlichen Quatsch‹ nicht im-muhen.


Beurteilung:

»Linkslesemut oder Die Sache mit dem Versiebtslein« ist Anja Janottas zweites Buch über ihre sympathische Heldin Mira, die sich nicht nur mit einer Lese-Rechtschreibschwäche (LRS), sondern auch mit der Schwierigkeit herumschlägt, sich Namen nicht merken zu können.
Janotta versteht es sehr gut dem Leser zu vermitteln, wie sich eine LRS ›anfühlt‹. Dies gelingt ihr, indem sie Mira aus der Ich-Perspektive mit altersentsprechenden Bildern und Wörtern erzählen lässt: »Für Leute wie meinen längsten Freund Felix oder meinen schlauen Bruder Linus sind Wörter immer alte Bekannte – sie wissen, wer das ist und wie man sie schreibt. Ich hingegen muss sie immer wieder neu kennenlernen, ihnen brav die Hand schütteln und von dem ganzen Geschüttel geraten die Buchstaben dann immer wieder durcheinander« (S. 63). Selbst der Hinweis auf einfache Ableitungs- und Verlängerungsregeln (Wald – Wälder, Fahrrad – fahren) kann ihr zur tiefen Verzweiflung der Mutter keine Hilfe sein (S. 59). Die Identifikation mit Mira wird zudem dadurch gefördert, dass Janotta ihre Protagonistin nicht als ›graues Mäuschen‹ darstellt. Mira erscheint als temperamentvolles, aufgewecktes und durchsetzungsstarkes Mädchen, das mit ihren Schwächen – zumindest im zweiten Band – offensiv umzugehen weiß, aber auch zum Ausdruck bringt, wie anstrengend dies sein kann. Damit liefert die Autorin ein ermutigendes Vorbild für den Umgang mit ähnlichen Problemen.
Janottas Figuren und deren Dialoge sind überwiegend authentisch gezeichnet und mit viel Witz geschrieben: »›Was is'n das?‹, fragte also Papa beim Abendessen und deutete auf den roten Punkt. ›Hast du Masern?‹ ›Nein, das ist ein Zeichen für meine indische Weisheit.‹ (…) ›So, so. Und das ist dir nicht peinlich?‹ ›Wieso peinlich?‹ ›Na, du bist doch keine Inderin oder so. Oder Hinduistin. Du bist doch eh-wann-Gel-lösch.‹ ›Ja und?‹, gab ich trotzig zurück. ›Magst du das nicht lieber wegmachen?‹, fragte Papa. ›Warum sollte ich?‹ (…) ›Weil man sich hier nicht im Gesicht anmalt.‹ ›Und Mama? Was ist mit Mama? Mama trägt auch jeden Tag Merk-ab (…)‹«. (S. 110) Etwas überzeichnet und klischeehaft wirkt die Darstellung der Schulleitung, die als gemeinsames Feindbild, als eine Art »Fräulein Rottenmeier« daherkommt. Zudem wären der von Janotta gewählten Jugendsprache m.E. stellenweise ein paar weniger Kraftausdrücke zuträglich gewesen ohne an Authentizität zu verlieren.

Die Autorin spricht in ihrer Geschichte unterschiedliche Themen an, die ältere Grundschulkinder beschäftigen wie Umgang mit Anderssein, Freundschaften, erstes Verliebtsein, Bewusstsein für eigene Rechte oder Auseinandersetzung mit Regeln. Die einzelnen Handlungsstränge verbindet sie zu einem schlüssigen Plot – wobei es am Ende keine wirkliche Überraschung ist, dass das Verliebtsein Mira selbst erwischt. Realistisch und humorvoll zugleich sind die Gefühle und das Verhalten verliebter Grundschüler aus Miras Sicht beschrieben: Initialen mit einem Pluszeichen verbunden und einem Herz umrandet sorgen für Glückseligkeit und Ärger zugleich. Mira begründet ihre Abwehr gegen Verliebtsein direkt zu Anfang: »Ich will immer noch angucken, wen und solange ich das will. Will allen möglichen Quatsch quasseln, ohne darüber nachdenken zu müssen. (…) Mich mit Schneematsch als Indianer bemalen und mir Schneelockenwickler drehen ohne schauen zu müssen, ob's nicht vielleicht doch beknackt aussieht« (S. 8). Hinter diesen Worten verbirgt sich gleichzeitig die ermutigende Aufforderung, sich selbst treu zu bleiben und sich nicht zu verstellen. Dies gilt noch mehr für Miras Schülerzeitungsartikel »Warum manche Regeln blöd sind« (S. 112), den Janotta in berührende, altersentsprechende Worte zu fassen versteht.

Äußerst gelungen ist m.E., dass die Autorin das problemgeladene Thema LRS durch die beschriebenen Wort- und Satzbildungsspiele sowie die bildlich dargestellten Kapitelüberschriften und eingebauten Mira-Wörter – »schick-an-Nieren«, »Komm-säg-wenn-zehen«, »Sehr-Minis Nächst Topf Modell«, »tu Matsch« u.v.m. – mit einer Aufforderung zum spielerischen, kreativen Umgang mit Schriftsprache verbindet. Die comichaften, witzigen Illustrationen von Stefanie Jeschke geben den Figuren Janottas ein entsprechendes Gesicht und spiegeln vor allem die freche, natürlich-sympathische Art der Protagonistin wider. (sb)


Gesamteindruck: ++++ (4 / 5)


Bibliografische Angaben: Anja Janotta: Linkslesemut oder Die Sache mit dem Versiebtslein. Mit Illustrationen von Stefanie Jeschke. München: cbj, 2016. 237 S. ISBN: 978-3-570-16340-5. EUR 12,99 (Hardcover).

[Rezension zuerst erschienen in: Datenbank der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW.]

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Nachlaufspiele und Spielplatzgeschichten (#32, Bilderbuch-Besprechungen)

Geschrieben von Sierra , in Bilderbuch, Kinder- und Jugendliteratur, Rezension 28 January 2017 · 1216 Aufrufe
Spiel, Tiere, Gewicht und 7 weitere...
»So leicht so schwer«

Inhalt:

Die Spielplatzgeschichte von Susanne Straßer erzählt von einem Elefant, der gerne wippen möchte. Alleine geht das gar nicht. Der Pinguin macht mit, aber er ist zu leicht. Nach und nach unterstützen ihn immer mehr Tiere und klettern auf seine Seite der Wippe. Erst als ein Nilpferd dazuplumpst, setzt sich die Wippe in Bewegung ohne jedoch zu wippen. Die Tiere sind zusammen genauso schwer wie der Elefant. Am Ende kommt ein Kind mit einer Überraschung und der Wippspaß kann endlich beginnen.

Beurteilung:

In ihrem Bilderbuch stellt Susanne Straßer ein Spielgerät – auch bildlich – in den Mittelpunkt, das schon ganz kleinen Kindern aus eigener Erfahrung vertraut und zumeist sehr positiv besetzt ist: die Wippe. Vielleicht hat das ein oder andere Kind schon einmal erlebt, dass die Wippe nicht immer (gleich gut) wippt, z.B. wenn Mama und Papa auf der anderen Seite gesessen haben und es einfach in der Luft hängen geblieben ist. Straßer greift diese Erlebnisse in einer einfachen und witzigen Geschichte auf und erklärt ganz nebenbei, warum dies so ist. Dabei spielen die Begriffe »leicht« und »schwer« eine zentrale Rolle. Durch die Art und Weise, wie die Wippe dargestellt ist, wird auch die Vorstellung von der Funktionsweise einer Waage unterstützt.
Straßers Helden sind bekannte und beliebte Tiere, offensichtlich unterschiedlicher Gewichtsklassen. Ihre Bilder sind äußerst klar und deutlich gezeichnet und einfach komponiert. Obwohl das Buch nicht groß ist, lässt es sich aus diesem Grund dennoch in der Gruppe präsentieren. Reduziert und pointiert ist auch Straßers Text. Sie arbeitet mit Halbsätzen und sich wiederholenden Sätzen bzw. Satzmustern, die sich selbst kleinen Kindern schnell einprägen bzw. sie zum Mitsprechen einladen. Alliterationen und lautmalerische Wörter verstärken diesen Effekt. Letztere sind schräg gestellt und fett gedruckt, wodurch eine erste Auseinandersetzung mit Wort und Schrift angeregt wird. Die Tiere sind lebendig gezeichnet. Mimik und Gestik fördern das Textverständnis und geben Anlass zum Lachen. Dies gilt auch für die Zwischenfälle bzw. Überraschungen, durch die Straßer den sehr einfachen Plot durchbricht: Ein Krokodil mit großem Maul hat zum Glück keine Zeit beim Wippen dabei zu sein. Ein Kind bringt die Wippe am Ende – mit lauter Tröte und einem Dinosaurier an der Leine – endlich in Schwung.
Das Buch ist eine empfehlenswerte Bereicherung für jede U3-Gruppe und könnte im Rahmen von basalen Projekten zum Thema Gewicht sinnvoll zum Einsatz kommen. (sb)

Gesamteindruck: +++ (4 / 5)


Bibliografische Angaben:
Susanne Straßer: So leicht so schwer. Mit Illustrationen von Henrike Wilson. Wuppertal: Peter Hammer, 2016. 22 S. ISBN: 978-3-7795-0538-9. EUR 14,90 (Hartpappe)

[Rezension zuerst erschienen in: Datenbank der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW.]

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»Das Schaf Charlotte und das Kätzchen«

Inhalt:

»So etwas Wildes wie unsere Charlotte gibt's nicht noch mal!«, sagen die Schafe. Aber sie sollten sich täuschen. In dem neuen Bilderbuch-Abenteuer des Schafs Charlotte von Stohner und Wilson taucht plötzlich der kleine Kater Michel auf, der mindestens genauso ungestüm ist wie sein wolliges Pendant. Der quirlige Vierbeiner stört die Tiere in ihrer Ruhe und Gemächlichkeit. Nur Charlotte erkennt, dass Michel »nur spielen« will und »eben ein bisschen wild« ist.


Beurteilung:


»Das Schaf Charlotte und das Kätzchen« ist nach »Das Schaf Charlotte« (2005), »Das Schaf Charlotte und die Wölfe« (2009) und »Das Schaf Charlotte und seine Freunde« (2011) das vierte gemeinsame Werk der Autorin Anu Stohner und der Illustratorin Henrike Wilson. Die sympathische kleine Heldin Charlotte tobt sich schnell in die Herzen der jungen Leser und ihrer Begleiter. Welches Kind zwischen zwei und fünf Jahren hat nicht auch schon einmal den Satz »Jetzt sei doch nicht so wild!« hören müssen. In der Figur der Charlotte steht Wildsein für etwas Positives, für pure Lebenslust, die auch erwachsene Vorleser in Schwung zu setzen vermag. Charlotte zeigt zudem, dass es auch wilde Mädchen gibt und geben darf. Aus der eigenen Lebenswirklichkeit wird der Adressatengruppe das »Nachlaufspiel« bekannt sein, welches sich zwischen Charlotte und Michel automatisch entspinnt. Kern des Spiels – welcher sich vielen Erwachsenen nicht mehr erschließt – ist nicht das Gefangennehmen. Der eigentliche Spaß liegt im Prozess selbst, im wechselseitigen Hintereinanderherlaufen.
Anu Stohner zeigt mit ihrer Geschichte nicht nur ein tiefes Verständnis für das Spielverhalten der adressierten Altersgruppe, sondern auch für ihr Bedürfnis nach Spannung und ihren spezifischen Humor. Dieser wird nicht nur durch Charlottes Verhalten, sondern auch durch lustige Wörter wie »Modderpampe« bedient. Sprachlich kommt den jüngeren Lesern zudem entgegen, dass Stohner mit sich wiederholenden und parasprachlichen Äußerungen arbeitet, wie z.B. »Tz-tz-tz«, die Lust zum Nachsprechen bzw. Mitlesen erzeugen. Getragen wird die Geschichte zweifellos durch die großformatigen, farbintensiven Bilder Henrike Wilsons, die sich fast immer über eine Doppelseite erstrecken. Dies macht ein Betrachten in einer größeren Gruppe auch ohne technische Hilfsmittel möglich. Die Emotionen der Tiere lassen sich leicht an ihrer Mimik und Körperhaltung ablesen, ebenso die Dynamik der Handlung und in eindrucksvoller Weise die Größenverhältnisse. Letztere führen vor Augen, wie widersinnig und daher witzig es eigentlich ist, dass der winzige Michel selbst die riesigen Tiere wie Eber und Stier aus der Ruhe bringt. Da mag man es vertreten, dass Text und Bild nicht immer übereinstimmen. Alles in allem ist »Das Schaf Charlotte und das Kätzchen« eine echte Bereicherung für jede Kita-Bibliothek und liefert viele Anhaltspunkte über die Themen Wildsein, Spiel und Freundschaft zu sprechen sowie Verständnis für unterschiedliche persönliche Bedürfnisse und Grenzen zu wecken. (sb)


Gesamteindruck: +++ (4 / 5)


Bibliografische Angaben:
Anu Stohner: Das Schaf Charlotte und das Kätzchen. Mit Illustrationen von Henrike Wilson. München: Hanser, 2015. 23 S. ISBN: 978-3-446-24752-9. EUR 14,90 (Hardcover, Großformat).

[Rezension zuerst erschienen in: Datenbank der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW.]

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#31 »Anna und der Schwalbenmann« von Gavriel Savit (Besprechung)

Geschrieben von Sierra , in Kinder- und Jugendliteratur, Rezension 22 January 2017 · 965 Aufrufe
Nationalsozialismus und 8 weitere...
Inhalt

Krakau 1939. Annas Vater, ein Professor, verschwindet. Schlagartig ist das siebenjährige Mädchen auf sich gestellt. In dieser hilflosen Situation begegnet es dem »Schwalbenmann«. Er beherrscht nicht nur viele menschliche Sprachen wie ihr Vater, sondern auch die der Vögel. Zum Trost lockt er für Anna eine Schwalbe an. Obwohl Anna den Mann auch unheimlich findet, weicht sie ihm nicht mehr von der Seite. Auf ihrer Wanderschaft erfährt Anna, wie man in einer bedrohlichen, gnadenlosen Welt überlebt.


Beurteilung

»Anna und der Schwalbenmann« ist kein Jugendroman, der sich nebenbei lesen lässt. Dies ist zum einen in einer anspruchsvollen Sprache, zum anderen in dem breiten Spektrum philosophischer und moralisch-ethischer Aspekte und Fragen begründet, die durch Savits Figuren thematisiert werden. Es geht um die Bedeutung und Grenzen von Sprache, Vertrauen und Menschlichkeit – der Mensch ist dem Menschen Wolf und Retter zugleich –, das Leben und den Umgang mit Ungewissheit, Überlebensstrategien verfolgter Menschen, das Verhältnis von Mittel und Zweck, den Antagonismus von Fragen und Wissen, Weg und Ziel sowie die Koexistenz von Grauen und Schönheit. Diese Vielfalt tiefgründiger Themen wird meines Erachtens zu häufig durch den Schwalbenmann doziert, ohne sich auf natürliche Weise aus der beschriebenen Handlung oder den Gesprächen mit Anna zu ergeben. Hierunter leiden zuweilen Authentizität und Spannung.

Der Zweite Weltkrieg dient vor allem als Aufhänger der Erzählung. Bezüge zu historischen Ereignissen gibt es nur wenige (Sonderaktion Krakau 1939, Unternehmen Barbarossa 1941). Savits Roman ist damit weniger ein historischer Jugendroman, sondern beschäftigt sich v.a. mit den menschlichen Fragen, die eine Extremsituation wie der Zweite Weltkrieg aufwerfen. Dabei lässt sich das Buch nur schwer einem bestimmten Genre zuordnen. Es vereint Elemente der problemorientierten Literatur und des Roadmovies, hat aber auch etwas märchenhaft Mystisches. Savits Sprache ist komplex und poetisch. Er bedient sich häufig metaphorischer Bilder, um die Gemütszustände und Erlebnisse seiner Figuren zu beschreiben. Sie sind zumeist treffend und sensibel gewählt, manchmal aber überladen und schwer zugänglich: »Nach den heftigen Schluchzern der letzten Nacht, die ihren Körper fast hatten bersten lassen, begrüßte Anna die neuen Tränen wie tiefblaue Schmetterlinge, die durch den sonnendurchfluteten Raum ihrer Brust gaukelten« (S. 146). Trotzdem findet Savit viele starke Formulierungen und Bilder, die unter die Haut gehen. Dies gilt besonders für die wenigen, aber umso eindringlicheren Darstellungen von Gewalt. Gleich zu Anfang wird Anna Zeugin, wie drei Soldaten einen alten, gebrechlichen Mann demütigen, indem sie ihn nötigen, vor ihnen auf und ab zu springen. Bereits in dieser Szene offenbaren sich Anna und mit ihr dem Leser die alltägliche Grausamkeit der Zeit ganz unmittelbar.
Die Geschichte ist aus der Perspektive von Anna geschrieben. Für ein siebenjähriges Mädchen wirkt sie schon äußerst erwachsen und intellektuell. Auch wenn dies ihrer Biographie geschuldet sein mag – sie hat früh die Mutter verloren, ihr Vater, ein Linguistikprofessor, hat sie bereits viele Sprachen gelehrt, steht es der Identifikation mit ihr auch im Wege. Meines Erachtens hat Savits Erzählung keinen Spannungsbogen mit eindeutigem Höhepunkt. Dies liegt auch daran, dass der Autor viele Fragen offen und den Leser bewusst im Ungewissen lässt. Auch nach der Lektüre bleibt die Identität des Schwalbenmannes ungeklärt. Diesbezüglich eingestreute Informationen verstärken eher das Geheimnisvolle und Rätselhafte an seiner Person. Damit hält sich Savit an die Botschaft seines Schwalbenmannes, wonach Fragen viel wertvoller sind als Antworten. Manchen Leser mag dies aber nicht zufriedenstellen.


Fazit: Savits Roman ist sowohl thematisch als auch sprachlich sehr ambitioniert und stellt hohe Anforderungen an den jugendlichen Leser. Für den Unterricht mit älteren Schülern könnten einzelne Szenen oder Lektionen des Schwalbenmannes als Diskussionsimpuls genutzt werden, um über die Lebensrealität verfolgter Menschen zu sprechen. (sb)

Gesamteindruck: +++ (3,5 / 5)


Bibliografische Angaben: Gavriel Savit: Anna und der Schwalbenmann (Orig.: Anna and the Swallow Man). Übers. aus dem Engl. von Sophie Zeitz-Ventura, München: cbt, 2016. 272 S. ISBN: 978-3570164044. EUR 16,99 (gebundene Ausgabe).

[Rezension zuerst erschienen in: Datenbank der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW]

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#30 Fahrten zum Licht – Herbert W. Franke: »Der grüne Komet«, AndroSF 46 (Besprechung)

Geschrieben von Sierra , in Sekundärliteratur, Science Fiction, Rezension 21 January 2017 · 1031 Aufrufe
Herbert W. Franke, Rezension und 8 weitere...
Beurteilung

Die Zahl deutschsprachiger SF-Autoren, die mit einer Werkausgabe gewürdigt wurden, ist bis heute überschaubar. Auch haftet der wissenschaftlichen Erschließung von Genreliteratur immer noch etwas Abseitiges an, als ob man diese als ›Literatur der Massen‹ nur auf ihren Gebrauchscharakter reduzieren könnte. Der Österreicher Herbert W. Franke (* 1927) ist so ein Autor, dessen teilweise vergriffene Werke schon längst einer leserfreundlichen und literaturwissenschaftlich aufbereiteten Textausgabe bedurft haben. Die der Hard-SF zuzurechnende Literatur des promovierten Physikers ist vielfach preisgekrönt, seine Sachbücher über Höhlenforschung und Computerkunst verdeutlichen sein facettenreiches Schaffen. Daher sind Vorschusslorbeeren für Professor Hans Esselborn und Ulrich Blode mehr als berechtigt, die die 30-bändige Franke-Werkausgabe ab 2014 im Verlag p.machinery herausgeben. Frankes 1961 erschienener Storyband »Der grüne Komet« bildet den Auftakt der Veröffentlichungsreihe. Dass die darin enthaltenen 65 Kürzestgeschichten – die interessanterweise jedes Mal durch Vorbemerkungen des Autors eingeleitet werden – auch heute noch empfohlen werden können, lässt sich wie folgt begründen:

1. Franke setzt sich mit den Motiven und Themen der SF realitätsbezogen und gleichzeitig ästhetisch anspruchsvoll auseinander. Hier ist beispielsweise der Kosmos noch eine echte terra incognita. Eindrücklich transportiert die Kurzgeschichte »Meteoriten« die Erkenntnis, dass das Überleben im Weltall schnell zur Zufallssache wird, wenn sich etwa ein Raumschiff im Meteoritenhagel in einen Schweizer Käse verwandelt... Und doch wird in vielen Geschichten die Hoffnung spürbar, dass der raumfahrende Mensch eine Zukunft hat, wenn er seine Menschlichkeit zu bewahren vermag. Vom Kurs abgekommen überlebt ein fieberkranker Raumfahrer die »Fahrt ins Ungewisse« (so auch der Geschichtentitel) nur dank des ›Theaterspiels‹ seines Kollegen, der ihm den Funkkontakt mit dem Zielplaneten vorgaukelt. Möglicherweise kann der Raumfahrer auf Gott verzichten, aber sicherlich nicht auf mitmenschlichen Trost und Mitgefühl.

2. Ob die Erstbegegnung im Weltall oder denkwürdige evolutionäre Prozesse auf anderen Planeten, – Aliens dienen nicht als Klischeefiguren, sondern veranschaulichen elementare Wesenszüge des Menschen. Immer noch Sklave seiner (Ur-)Angst vor allem Fremden stellt er sich beim Versuch, mit anderen Lebewesen zu kommunizieren, mitunter selbst ein Bein. So droht den Raumfahrern in der Story »Misstrauen« ein ›Kommunikations-Gau‹, weil sie sich den Außerirdischen aus übertriebener Vorsicht nicht selbst zu erkennen geben, sondern lieber ihre Roboter vorschicken.

3. Trotz seines naturwissenschaftlich-philosophischen Interesses vergisst Franke nie, dass der Leser unterhalten werden will. Einige Geschichten fallen dabei erstaunlich actionlastig aus. In der Invasionstory »Das Ei« wird man aus der Ich-Perspektive Zeuge einer Kommandoaktion, bei der ein Agent eine Luftwaffenbasis auf den Kopf stellt, um dort mittels militärischer Strahlentechnik außerirdisches Leben ›freizusetzen‹. Andere Stories bestechen durch Witz und Skurrilität à la Douglas Adams. In der Story »Die Pfauen« geht es um eine seltsame Form der Vogelfütterung. Obzwar seine Dienstordnung Kontakte mit Außerirdischen verbietet, widmet sich ein Astronaut auf dem Planeten Cassia mit Begeisterung der ›Vogelkunde‹. Als er beim Herausschrauben einer Glühbirne einen kleinen Stromschlag erleidet, erfährt er am eigenen Leib, dass Federvieh nicht gleich Federvieh ist...

Unterm Strich ist das Lesefazit sehr positiv: Frankes Kurzgeschichten begeistern auch noch heute und machen Lust auf die Lektüre der kommenden Werkbände. Zu einer echten Liebhaberausgabe wird der Band schließlich durch die Sekundärtexte im Anhang. Den Anfang machen obligatorische editorische Anmerkungen von Ulrich Blode und farbige Abbildungen der Titelbilder der bisherigen Buchausgaben, welche von Eyke Volkmer, Andreas Nottebohm und Tom Breuer gestaltet wurden. Es folgt der Wiederabdruck eines Artikels von Herbert W. Franke zur »Bewertung von Science Fiction«, in dem dieser Stil, Handlungslogik, Spannung, »wissenschaftlich-technisch[e] Wahrscheinlichkeit« (S. 197) und Originalität in der Auseinandersetzung mit den klassischen SF-Motiven und -Ausgangssituationen als Beurteilungskriterien gelungener SF-Literatur hervorhebt. Abgerundet wird der Anhang durch einen informativen Überblicksartikel über die Biographie und das Werk Herbert W. Frankes.
Lesenswert ist weiterhin der letzte Sekundärtext, ebenfalls von Hans Esselborn, der sich zum einen den Entstehungsbedingungen der Kurzgeschichten Frankes widmet. Eine besondere Bedeutung hat hierbei die Wiener Kulturzeitschrift »Neue Wege«, in der Franke in den 1950er-Jahren – als junger Physiker zunächst eigene Aufsätze zu technischen Sachthemen veröffentlichen konnte. Esselborn zitiert hierbei aus einem aus einem bisher unveröffentlichen Franke-Manuskript, in dem in Frankes Wunsch, auch literarisch zu schreiben, eine naturwissenschaftliche Wissenspopularisierung als Schreibintention aufscheint: „Wie sieht die Welt von Morgen aus? Wie werden die Menschen leben? Ich war sehr stolz über dieses Angebot, das ich natürlich annahm. […] Ich […] schlug später vor, einige der zukunftsbezogenen Überlegungen in kleine Geschichten zu kleiden, da man auf diese Weise viel mehr Verständnis finden würde. Daraufhin wurden zwei oder drei meiner extra kurzen Texte in den Neuen Wegen veröffentlicht – meine ersten Publikationen im Genre Science Fiction.“ (S. 217) Und auch die Skizze der folgenden Zusammenarbeit Frankes mit dem Goldmann-Verlag, der Franke die Veröffentlichung eines ganzen Kurzgeschichtenbandes unter dem Titel »Der grüne Komet« ermöglichte, ist dank interessanter Zitate und Erläuterungen aufschlussreich und mitunter etwa hinsichtlich der von Franke gewählten Schreiborte überraschend. Zum anderen untersucht Esselborn Frankes Erzählweise, wobei er den Modell- und Experimentcharakter der Geschichten unterstreicht: Dann würden die einleitenden Worte eine hypothetische Aussage über die Welt und menschliches Verhalten darstellen und die folgende Handlung würde diese in einem Gedankenexperiment illustrieren und verifizieren.“ (S. 221)
Frankes Stories als Einladung des Lesers zu einer Art literarischem Symposium, bei dem der Leser der Überprüfung von Hypothesen hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Mensch und Technik beiwohnen darf? – Diese Deutungsperspektive auf den »Grünen Kometen« erscheint alles andere als unwahrscheinlich. (bf)

Gesamteindruck: +++++ (5/5)

Bibliografische Angaben: Herbert W. Franke: Der grüne Komet. Science-Fiction-Erzählungen. Murnau am Staffelsee: p.machinery, 2014. 235 S. ISBN: 978-3-95765-0191. EUR 11,90. [SF-Werkausgabe Herbert W. Franke, Bd. 1. Hrsg. von Ulrich Blode und Hans Esselborn. Titelbild: Thomas Franke].

[Rezension zuerst erschienen im Golkonda Science Fiction Jahr 2015. Für den vorliegenden Blog-Beitrag überarbeitet und erweitert.]

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„All judgment of literature by genre is tripe. All judgment of a category of literature as inherently superior or inferior is tripe. […] There are many bad books. There are no bad genres.“ (Ursula K. Le Guin)

 

[Ursula K. Le Guin: Genre: A Word Only the French Could Love. In: The James Tiptree Award Anthology 1. Tachyon Publications, 2005, S. 68.]

 

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(Quelle: Wikipedia: Le Guin in 2009. Ursula Le Guin. Photo by Marian Wood Kolisch. CC BY-SA 2.0)

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