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TENET (26. August 2020)


41 Antworten in diesem Thema

#1 Trace

Trace

    Cyberpunk-o-Naut

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Geschrieben 04 September 2020 - 20:32

Inhalt laut filmstarts.de:

 

 

Ein CIA-Agent (John David Washington) wird nach einem Einsatz bei einem Terroranschlag auf die Kiewer Oper enttarnt und überwältigt. Selbst unter Folter weigert er sich jedoch, seine Kollegen zu verraten und nimmt sich selbst das Leben – oder glaubt das zumindest. In Wahrheit hat er so einen ultimativen Test bestanden und dadurch Zugang zu einer supergeheimen Organisation gewonnen, die versucht den Dritten Weltkrieg zu verhindern. Die Mitarbeiter stoßen immer wieder auf Gegenstände aus der Zukunft, die sich rückwärts in der Zeit bewegen – die sogenannte Inversion. Offenbar handelt es sich dabei um eine Kriegserklärung aus der Zukunft, deren Mittelsmann der russische Waffenhändler Andrei Sator (Kenneth Branagh) ist. Gemeinsam mit seinem neuen Partner Neil (Robert Pattinson) versucht der Protagonist, Zugang zu Sator zu erhalten und den Krieg der Zeiten zu verhindern. Eine Möglichkeit scheint Sators Ehefrau Kat (Elizabeth Debicki) zu sein...

 



#2 quanat

quanat

    Giganaut

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Geschrieben 05 September 2020 - 00:13

Danke für den Thread zum Film, der hat das Forum bislang offenbar nicht interessiert (Nolan ist ja ohnehin nicht Everybody´s Darling oder lag es an der pandemischen Kinoangst?)

 

 

Christopher Nolan hatte in einem Interview in Entertainment Weekly die Hoffnung geäußert, dass der Film die Zuschauer aus der Pandemie zurück ins Kino bringen wird. Und die Erwartungen waren dadurch besonders hoch und damit der Raum für Enttäuschungen. Als Filmfan ist man aber ohnehin gut beraten sich frei von Erwartungen zu machen, denn in der Filmkunst gilt, wie sonst auch in der Kunst: Art is to change what you expect from it.

 

In sorgfältigen Details, Dialogen und im Soundtrack (der schwedische Komponist Ludwig Göransson nutzt u.a. eindrucksvoll akustische Spiegelungen in Schlüsselszenen) arbeitet Nolan wie in früheren Werken an der physikalischen und emotionalen Erfahrbarkeit von "Zeit". Seine unbedingte Disziplin im Umgang mit Special Effects dürfte viele enttäuscht haben, grenzt den Film aber angenehm vom üblichen Bildersturm vergleichbarer Blockbuster ab, die nur noch Langeweile erzeugen.

 

Tobias Kniebe schreibt dazu am 25.8.2020 in der Süddeutsche Zeitung

 

"Da gilt es dann, auf subtilste Zeichen zu achten, um zu erkennen, in welcher Zeitrichtung man eigentlich unterwegs ist: Rauch, der in Schornsteinen verschwindet, Staub, der sich legt, statt aufzuwirbeln, Wellen, die in der falschen Richtung am Schiffsbug lecken. Weil das meist aber viel zu schnell vorbeirauscht, um wirklich ins Bewusstsein vorzudringen, entsteht dieser flirrende Traumeffekt - als habe man sich in ein wildbewegtes surrealistisches Gemälde verirrt. [ .... ] Darum geht es, das ist der Kern des ganzen Unternehmens, und seine Unwirklichkeit ist eine ganz andere als die jener unwirklichen Bilder aus dem Computer, die es inzwischen in ermüdendem Überfluss gibt - und denen man immer irgendwie ansieht, dass sie aus Pixeln zusammengebaut sind. Hier ist das Allermeiste echt, feste Materie und reale Menschen, die beim Filmen nur sehr seltsam durch die Gegend bewegt wurden. Das macht alles viel greifbarer und noch ungreifbarer zugleich."

 

https://www.sueddeut...nolan-1.5005981

 

Zum Thema der Erfahrbarkeit der Zeit im Physikalischen, Kulturellen und Philosophischen empfehle ich eines der spannendsten und schönsten Bücher der letzten Jahre: Carlo Rovelli: Die Ordnung der Zeit  (Rowohlt, 2018):

 

https://www.rowohlt....g-der-zeit.html

 

Auch nach wiederholter Lektüre des spannenden Buches wird der Leser Film mit anderen Augen wahrnehmen. Und dies macht sich bei Tenet dann sehr bezahlt.


Bearbeitet von quanat, 05 September 2020 - 00:16.


#3 George Nelson

George Nelson

    Yoginaut

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Geschrieben 05 September 2020 - 07:27

Mir hat an dem Film gar nichts gefallen. Ein ohrenbetäubender Film, der teilweise rückwärts lief. Keine Ahnung, was daran toll sein soll.



#4 yiyippeeyippeeyay

yiyippeeyippeeyay

    Interstellargestein

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Geschrieben 05 September 2020 - 16:57

Der FIlm ist cool, aber ev. in seinem Anspruch an korrektem verflechteten Ablauf ev. einfach zu voll & daher mechanisch wirkend. Die Motivation des Helden wird kaum beleuchtet, einfach weil keine Zeit dafür da ist - warum z.B. handelt er so schützend ggü. einer gewissen Person in der Gewalt des Russen? Letztendlich hat Nolan wohl ein wenig zu sehr Bond nachmachen wollen - mit einem deutlich sympathischeren Ersatz in der Person des Agenten m.E. - denn dort wird die Motivation der HeldInnen auch selten zeitlich bedient.

 

Der technische Aufwand, der betrieben wurde, ist immens, insbes. wenn man sich klar macht dass kaum CGI eingesetzt wird (wohl ein Nolan-Prinzip). Die 747 ist echt!

 

Aber es geschieht so viel, und die Grundprämisse so erstaunlich (durchgeführt), dass man locker die Hälfte des Gesagten/Raisonierten - und laut raisoniert wird fast ständig, auch in mancher Kampfszene - nicht mit bekommt. Und so den Plot nicht beim 1. Sehen durchschaut. Deshalb sollte man sich den Film mindestens 2 Mal ansehen, bevor man darüber her zieht, was ich vor habe (Ersteres :P). (Dann auch noch etwas mehr hier von mir zum Film.)

 

Die Grundprämisse, so wie hier präsentiert, ist eigentlich ein richtiger Test für etwas das SF-Fans immer dabei haben sollten: Die Fähigkeit zur "suspension of disbelief". Also eine m.E. deutliche Herausforderung Nolans an SF-Cineasten! :aliensmile:

 

Und, ja, so ein Film gehört ins Kino! Großartig dass Nolan sich dafür eingesetzt hat! :ninja: ^_^  B-)


Bearbeitet von yiyippeeyippeeyay, 05 September 2020 - 17:16.

/KB (blokkt auch auf dt.)

Yay! SF-Monolog im März...
Leben erhöht die Kapazität des geschlossenen [planetaren] Systems, Leben zu erhalten. Leben - alles Leben - ist dem Leben dienlich. Notwendige Nährstoffe für das Leben werden durch das Leben in immer größerer Fülle zur Verfügung gestellt, wenn die Vielfalt des Lebens zunimmt. Die gesamte Umwelt erwacht, erfüllt von Wechselbeziehungen, in denen sich Wechselbeziehungen verbergen, in denen sich weitere Wechselbeziehungen verbergen.
(Pardot Kynes, 1. Planetologe Dunes, zitiert aus dem 1. Anhang von Der Wüstenplanet, im Heyne-Verlag, S. 745, by Herbert; Unterstreichung von mir!)


#5 lapismont

lapismont

    Linksgrünversifft

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Geschrieben 05 September 2020 - 20:05

Ich bin da kritisch. Thomas Mann schrieb zum Zauberberg auch, man müsse den Roman ein zweites Mal lesen, bevor man verstünde. Mich schreckt das eher ab. 

Sehen will ich ihn, aber. Nächste Woche teste ich mal beim FFF, ob Kino mit Maske funktioniert.


Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.
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#6 Aramor

Aramor

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Geschrieben 08 September 2020 - 13:14

 

Die Grundprämisse, so wie hier präsentiert, ist eigentlich ein richtiger Test für etwas das SF-Fans immer dabei haben sollten: Die Fähigkeit zur "suspension of disbelief". Also eine m.E. deutliche Herausforderung Nolans an SF-Cineasten! :aliensmile:

Das ist eine spannende Formulierung - und hier absolut zutreffend.

Er ist bombastisch, überwältigend, die Sinne voll fordernd - aber ja, erzählerisch bleiben da einige Aspekte auf der Strecke. 

Und ob ein Film, den man zweimal sehen muss, innerhalb des Mediums als gelungen bezeichnet werden kann - das ist eine spannende Frage.



#7 Peter-in-Space

Peter-in-Space

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Geschrieben 09 September 2020 - 07:51

Ich bin da kritisch. Thomas Mann schrieb zum Zauberberg auch, man müsse den Roman ein zweites Mal lesen, bevor man verstünde. Mich schreckt das eher ab. 

Sehen will ich ihn, aber. Nächste Woche teste ich mal beim FFF, ob Kino mit Maske funktioniert.

Ich kenne nur die Verfilmung, und auch nur in Ausschnitten - habe aber sofort kapiert, um was es geht.

 

Ich nenne ihn ... ironisch.


Wenn es eine Krisensituation gibt, sucht der intelligente Mensch nach einer Lösung,

der dumme Mensch nach Schuldigen.

(Verfasser unbekannt)


#8 simifilm

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Geschrieben 10 September 2020 - 08:39

Wie bereits in einem anderen Thread geschrieben: Ich finde diesen Film wirklich schlecht und zwar auf einer ganz basalen handwerklichen Ebene. An dem Drehbuch geht nichts auf. Das ist im Grunde ein absolut lächerlicher B-Movie-Plot, den Nolan mit viel Geld, durchaus eindrücklichen Bildern und an sich guten Schauspielern so aufmotzt, dass man meint, das sei irgendwie intelligent oder tiefsinnig. Ist es aber nicht. Wenn der Film mit weniger Brimborium inszeniert wäre, würde ihn niemand auch nur einen Moment lang ernst nehmen.   Die ersten 40 Minuten sind extrem lange Laber-Exposition, in der sehr wenig geschieht und viel Überflüssiges geredet wird (Protagonist wird zu Person a an exotischem Schauplatz b geschickt und mit viel Irrelevantem zugetextet, nur um dann zu exotischem Schauplatz c geschickt werden, wo ihn Figur d zutextet und ihn dann zu Schauplatz e … ); das ist in seinem geschwätzigen Erklärgestus regelrechtes Antikino. Der Auftritt des halbsenil wirkenden Michael Caine war regelrecht peinlich. Danach zieht der Film an und wird ganz unterhaltsam, die Prügelei in der Restaurant-Küche fand ich echt witzig. Die Kenneth-Brannagh-Figur ist dagegen derart lächerlich, dass ich mich gefragt habe, ob das eine Parodie sein soll. Der erste grosse Twist ist sehr absehbar (Hinweis: Wenn man das Gesicht einer wichtigen Figur in einer zentralen Szene nicht sieht, hat das in der Regel einen Grund). Der grosse Showdown war dann wieder ziemlich langweilig; es geschieht viel, ist aber nur mässig spannend. Als Actionszene erstaunlich uninteressant, da ist jeder Mission-Impossible-Film zehnmal besser.   Ach ja, und die Musik war extrem laut und aufdringlich, und Nolans seltsame Obsession mit Eltern, die mit ihren Kindern zusammengebracht werden müssen, geht mir mittlerweile tierisch auf den Sack.

Spoiler

Ich bin da kritisch. Thomas Mann schrieb zum Zauberberg auch, man müsse den Roman ein zweites Mal lesen, bevor man verstünde. Mich schreckt das eher ab.

 

Ist das ein verbürgtes Zitat? Würde mich ehrlich gesagt erstaunen. Zudem stimmt es im Falle des Zauberbergs definitiv nicht. Ich habe ihn zwar zwei- oder dreimal gelesen, aber nicht, weil ich das Buch beim ersten Mal nicht verstanden habe, sondern weil es ein solcher Genuss ist (und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass viele Leute beim Zauberberg abspringen, weil er so kompliziert ist, sondern viel eher, weil sie ihn langweilig finden).


Bearbeitet von simifilm, 10 September 2020 - 14:54.

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#9 George Nelson

George Nelson

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Geschrieben 19 September 2020 - 16:05

Physiker haben den Film auch gesehen. Wohlwollende Kritik: Ist zwar Unsinn, aber beim zweiten Anschauen ist es zu ertragen. ;)

 

https://www.pro-phys...ilmkritik-tenet



#10 simifilm

simifilm

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Geschrieben 10 February 2021 - 10:39

Was Allgemeineres zu Nolans Filmen, über das ich schon seit einiger Zeit hirne und das ich hier mal poste.

 

Ich bin alles andere als ein Nolan-Fan und finde mehr oder weniger alles, was er nach The Dark Knight gemacht hat, unterschiedlich ärgerlich. Unabhängig davon bin ich aber ziemlich ratlos, warum so viele Leute seine Filme so kompliziert finden. Dabei geht es mir überhaupt nicht um ein Qualitätsurteil, sondern darum, dass ich nicht verstehe, was viele an seinen Filmen nicht zu verstehen scheinen.

 

Vielleicht liegt es bereits daran, dass ich etwas anderes unter "kompliziert" verstehe als andere. Kompliziert ist ein Film in meinen Augen dann, wenn ich beim Schauen einen hohen kognitiven Aufwand habe, wenn ich also die ganze Zeit überlegen muss, was nun aus welchen Gründen geschieht und den Film in meinem Kopf fortlaufend neu arrangieren muss. So betrachtet finde ich frühe Filme von Nolan wie Memento oder The Prestige schon kompliziert, spätere dagegen nicht.

 

Das betrifft vor allem Inception und Tenet. Bei beiden Filmen habe ich keine grosse Mühe, der Handlung zu folgen. Bei Inception gibt es zwar viele Realitätsebenen, als Zuschauer weiss man aber immer, auf welcher Ebene sich die Handlung abspielt. Es kommt nie – oder zumindest fast nie – zu einer Verwirrung, auf welcher Ebene wir uns befinden. Wenn ich das mit einem 60er/70er-Jahre-Arthouse-Film wie Fellinis oder Rosselinis Strategie der Spinne vergleiche, finde ich Letztere viel komplizierter, da hier oft völlig unklar ist (und sein soll), ob das, was wir sehen, Traum oder Realität ist. Bei Inception ist das hingegen immer klar.

 

Ähnlich bei Tenet. Am Ende ist das nur ein Zeitreisefilm, in dem die Bösen und die Guten dem gleichen MacGuffin hinterherjagen. Der Plot ist überhaupt nicht kompliziert (Nolan ist ja ein erklärter Bond-Fan, und das zeigt sich in beiden Filmen).

 

Könnte es sein, dass es hier zwei Arten von Komplexität gibt, auf die unterschiedliche Zuschauer verschieden reagieren?

 

Komplexität im Handlungsablauf: Gemeint ist, dass man als Zuschauer fortlaufend überlegen muss, was eigentlich erzählt wird, wie die einzelnen Teile zusammenpassen. Das würde alle Arten von nicht-chronologischem Erzählen betreffen. 

 

Komplexität in der "Weltentiefe": Wie viele Ebenen gibt es in der Handlungswelt, wo sind wir jeweils?

 

Ich nehme primär die erste Variante als "kompliziert" wahr. Ich finde einen Film wie Pulp Fiction letztlich deutlich komplexer als Inception, da ich mir hier zusammenreimen muss, wie die verschiedenen Teile angeordnet werden müssen (wobei Pulp Fiction diesbezüglich nicht sonderlich anspruchsvoll ist). Bei Inception – aber im Grunde auch bei Tenet – ist der Plot immer klar, was bei Pulp Fiction oder Memento nicht der Fall ist. Bei Letzteren muss ich zuerst verstehen, was mir eigentlich erzählt wird.

 

Soweit mein erzähltheoretischer Exkurs vor dem Mittagessen.


Bearbeitet von simifilm, 10 February 2021 - 11:14.

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#11 Stefan9

Stefan9

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Geschrieben 27 April 2021 - 11:08

Der Streifen läuft nun auch im deutschen Sky Programm. Ist ja schon viel geschrieben worden über Christopher Nolan s Werk.

Um es in einem Satz zu sagen:

Der Film ist eine Unverschämtheit dem Zuschauer gegenüber.

Agentengeschichten erfordern in der Regel eine hohe Aufmerksamkeit des Zuschauers; gilt es doch oft, Freund und Feind zu unterscheiden, Finte und Gegenfinte zu erkennen, oder Verrat und Maulwurf zu identifizieren. Dazu bedarf es Konzentration. Nolan verfrachtet nun dieses ohnehin schon Aufmerksamkeit fordernde Genre in eine Zeitreisegeschichte. Und diese wiederum bricht mit selbst aufgestellten Prämissen und Regeln und ist per Definition mindfucking. Ich selbst kann zwar nicht behaupten, Zeitreisegeschichtenprofi zu sein, habe aber über Eschbach, Haldemann, Anderson und viele andere literarische Vorlagen oder mit Filmen wie Edge of tomorrow, 12 Monkey, Das Philadelphia Projekt und viele viele andere mehr als nur eine leise Idee davon, was eine Zeitreisegeschichte ist und wie diese funktionieren. Kurz, ich lasse kaum etwas davon aus:-)

Nachdem Nolan das Geschehen nur fragmentarisch frei legt, erklärt er nach etwa einem Drittel des Filmes (der etwas zu lang geraten ist) in einem lässigen Nebensatz dem Rezipienten das Großvaterparadox. Michael und Peter Spierig brauchen dafür in ihrem grandiosen Streifen Predestination aus 2014- nach einer Idee von Heinlein- volle 97 Minuten. Der normale Zuschauer ohne Vorkenntnisse ist damit natürlich komplett überfordert. Er sitzt mit offenem Mund da, versucht ständig hochkonzentriert die Handlung zusammen zu bringen, bekommt immer zu wenig Handlungsinformationen, wird noch dazu vom Klang.- und Bilderrausch aufs vorzüglichste abgelenkt und bleibt frustriert und ratlos zurück. Immer mit dem Gefühl, etwas verpasst oder nicht richtig verstanden zu haben. Ohne einen roten Faden, ohne über die gesamte Länge gleichmäßig verteilten Spannungs.- und Handlungsbogen, ohne Benefit eines finalen, fulminanten Mindtwist, der in vielen Zeitreisestories den verdienten Lohn für die anstrengende Hirnverrenkung liefert. Kunst ist Kunst, aber dieser Streifen ist nur für eine sehr kleine Zuschauergruppe zu empfehlen, die überaus sachkundig in Zeitreisegeschichten sind und sich ad hoc in die von Nolan präsentierten Konzepte hinein denken können. Oder für die, die sich mit Cola und Popcorn einen zugegeben überaus bildgewaltigen Mission Impossible oder James Bond Abklatsch ansehen wollen. Mich stört es gewaltig, wenn Filmemacher nicht eine Sekunde an ihre Zuschauer denken. Kunst hin oder her.

 


------ ......ob Herr Rossi je das Glück gefunden hat?....------

 

In motivationstheoretischer Interpretation aus Managementsicht ist Hans im Glück ein „eigennütziger Hedomat und unlustmeidender Glücksökonom“. ---Rolf Wunderer

 

Niemand hat das Recht auf ein konstantes Klima. Auch Grönländer haben ein historisches Recht auf Ackerbau. Daran sollten unsere Weltenlenker denken, wenn sie sich daran machen, die globale Temperatur mit Hilfe des CO2 neu einzustellen. 

 


#12 Peter-in-Space

Peter-in-Space

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Geschrieben 27 April 2021 - 18:15

@Stefan9: kann es sein, dass dieser Streifen nur deshalb diesen Hype erfuhr, da er am Ende der zweiten Welle der Coronakrise anrollte?


Wenn es eine Krisensituation gibt, sucht der intelligente Mensch nach einer Lösung,

der dumme Mensch nach Schuldigen.

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#13 CPL386

CPL386

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Geschrieben 28 April 2021 - 01:07

@Peter-in-Space ich denke schon.

Ich bin zwar ebenfalls kein Zeitreisespezialist, aber ganz ehrlich? Ich fand den Film langweilig.

Die Story selbst ist hauchdünn und bildet eigentlich nur eine Art Grund, dass der Film überhaupt irgendwas zu erzählen hat.

Die Zeitreisen und dass man dabei Rückwärts läuft, fand ich jetzt auch nicht so besonders innovativ.

Da hat mich Memento durch seine Erzählweise besser gefesselt. Aber ich fand auch Inception langweilig.



#14 simifilm

simifilm

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Geschrieben 28 April 2021 - 05:55

@Peter-in-Space ich denke schon.

Ich bin zwar ebenfalls kein Zeitreisespezialist, aber ganz ehrlich? Ich fand den Film langweilig.

Die Story selbst ist hauchdünn und bildet eigentlich nur eine Art Grund, dass der Film überhaupt irgendwas zu erzählen hat.

Die Zeitreisen und dass man dabei Rückwärts läuft, fand ich jetzt auch nicht so besonders innovativ.

Da hat mich Memento durch seine Erzählweise besser gefesselt. Aber ich fand auch Inception langweilig.

 

Sehe ich ähnlich. Wie bereit geschrieben – ich verstehe nicht wirklich, was an dem Film kompliziert sein soll. Es ist ein Zeitreisefilm mit einer besonderes idiotischen Prämisse, der durch den Gag der rückwärts gehenden Figuren visuell aufgemotzt wurde.

 

Ich habe vergangenes Semester ein Seminar zu komplex und unzuverlässig erzählten Filmen gegeben, was zu zahlreichen Hausarbeiten zu Nolans Filmen geführt hat. Es hat sich beim Korrigieren bestätigt – ab Inception hat Nolan nur noch wichtigtuerischen Bruch produziert,


Bearbeitet von simifilm, 28 April 2021 - 06:18.

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#15 ShockWaveRider

ShockWaveRider

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Geschrieben 28 April 2021 - 07:06

"Tenet" war der einzige Film, den ich im Jahre 2020 im Kino gesehen habe. (8 von 197 Kinoplätzen waren besetzt; wir hatten also kein Problem mit dem Mindestabstand)

 

Ich habe ihn nach kurzer Zeit nur noch als Actionspektakel gesehen. Und so funktionierte er ganz gut. Popcornkino mit viel Kawumm. Aber eben nicht mehr.

Plotholes gibt es jede Menge. Aber - hey, das ist im weitesten Sinne ein Zeitreisefilm. Wie soll der ohne Paradoxa auskommen?

Andererseits: die themenimmanenten Paradoxa waren noch das Geringste, was man am Drehbuch kritisieren kann.

 

Den ganzen Hype um den Film kann ich nach wie vor nicht nachvollziehen. Auch was einige Intellektuelle, allen voran der eigentlich von mir sehr geschätzte Filmanalytiker Wolfgang M. Schmitt, da hineininterpretiert haben, konnte ich nicht wiederentdecken.

 

Zu normalen, unpandemischen Zeiten hätte ich den Film mit einem Achselzucken abgetan. Ordentliches Actionkino ohne Tiefgang, abhaken, weiterleben.

Zu Corona-Zeiten war das im Nachhinein ein ungerechtfertigtes Infektionsrisiko. Und das hat mich dann doch geärgert.

 

Die größte Gefahr: das Ende ließ die Option eines Sequels offen. Ein Sequel freilich, das für einige der beteiligten Figuren zu einem Prequel würde.

Ich hoffe, dass wir von beidem verschont bleiben.

 

Gruß
Ralf


Bearbeitet von ShockWaveRider, 28 April 2021 - 07:08.

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#16 J. A. Hagen

J. A. Hagen

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Geschrieben 28 April 2021 - 08:35

"Die größte Gefahr: das Ende ließ die Option eines Sequels offen. Ein Sequel freilich, das für einige der beteiligten Figuren zu einem Prequel würde.

Ich hoffe, dass wir von beidem verschont bleiben."

 

Soweit ich weiß, sind die Einspielergebnisse hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Eine Fortsetzung dürfte es daher wahrscheinlich nicht geben. Ich mag Nolans "Inception", aber alle nachfolgenden Filme sind aus meiner Sicht überambitioniert und überbewertet. Ich glaube, dass Nolan von dem Ruf zehrt, intelligente Filme zu machen. Daher gehen vermutlich Kritiker davon aus, dass seine Filme intelligent sein müssen. Wie heißt für mich einer der prägnantesten Sätze von "Tenet": "Versuchen Sie gar nicht erst, es zu verstehen." Das könnte auch übersetzt heißen: Wir können es nicht sauber erklären, aber wir fanden die Idee cool.

"Tenet" ist für mich das filmische Gegenstück zu Zuckerwatte: Sieht nach viel aus, ist aber größtenteils Luft.



#17 simifilm

simifilm

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Geschrieben 28 April 2021 - 08:52

Soweit ich weiß, sind die Einspielergebnisse hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Eine Fortsetzung dürfte es daher wahrscheinlich nicht geben. Ich mag Nolans "Inception", aber alle nachfolgenden Filme sind aus meiner Sicht überambitioniert und überbewertet. Ich glaube, dass Nolan von dem Ruf zehrt, intelligente Filme zu machen. Daher gehen vermutlich Kritiker davon aus, dass seine Filme intelligent sein müssen.

 

Ich fand schon Inception ärgerlich, aber ansonsten Zustimmung. Nolan scheint seit The Dark Knight vom Glauben beseelt, ein grosser Denker zu sein, was seinen Filmen leider nicht bekommt.


Bearbeitet von simifilm, 28 April 2021 - 15:03.

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#18 J. A. Hagen

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Geschrieben 28 April 2021 - 09:43

Ja, er hat in die letzten Filme aus meiner Sicht zuviel hineingepackt. Das wirkt auf mich wie das krampfhafte Bemühen, um jeden Preis originell sein zu müssen. Es kann jedoch sein, dass er nach dem relative Misserfolg von "Tenet" weniger Freiraum von den Filmstudios eingeräumt bekommt. Wir werden sehen. Ich weiß jedoch nicht, ob ich in Zukunft noch für einen seiner Filme ins Kino gehen werde. Die Grundidee von "Tenet", dass Menschen der Zukunft die Vergangenheit überschreiben wollen, um so ihrer verseuchten Welt zu entkommen, finde ich nicht schlecht. Das hätte Stoff für großes Drama geboten.



#19 simifilm

simifilm

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Geschrieben 28 April 2021 - 09:44

 Die Grundidee von "Tenet", dass Menschen der Zukunft die Vergangenheit überschreiben wollen, um so ihrer verseuchten Welt zu entkommen, finde ich nicht schlecht. Das hätte Stoff für großes Drama geboten.

 

Diese Idee des "Kriegs gegen die Vergangenheit" fand ich in der Tat auch interessant. Hier stellen sich verzwickte moralische Fragen. Bloss macht der Film nichts draus.


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#20 Stefan9

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Geschrieben 28 April 2021 - 10:27

Sehe ich ähnlich. Wie bereit geschrieben – ich verstehe nicht wirklich, was an dem Film kompliziert sein soll.

 

Da bin ich mit dir einig. Wenn man etwas genauer das Finale untersucht, wird das auch deutlich:

In der Parallel Montage/ Crosscut wird auf der einen Ebene der Sturm auf das Bunkerloch gezeigt, auf der anderen die „Rückversicherung“, also die Geiselnahme und ggf Terminierung des Oberschurken. Beides ist voneinander abhängig und Nolan fällt nichts besseres ein, als uns ständig Armbanduhren mit einem ablaufenden Countdown einzublenden, um Spannung zu erzeugen. Das zeugt im Gegensatz zu der überaus komplizierten Handlung, die immer nur ansatzweise, fragmentarisch und schließlich nichteinmal zu ende erzählt wird, von geradezu (cineastischer), primitiver Schlichtheit. Die Countdownuhren sind ein Mätzchen, das nur noch müdes Gähnen bei mir auslöst. Zumal er uns zuvor zwei Stunden lang beibringt, das jedes Ereignis nur temporär ist und in einer neuen Zeitschleife ein Fehlschlag korrigiert werden kann.

 

Die Story selbst hat nmA großes Potential, wenn sie nur „richtig“ auserzählt worden wäre und nicht nur angedeutet. Die Agentengeschichte ebenso wie die Zeitreisegeschichten mit den aufgetauchten „Temporärobjekten“, die so als Handlungselement zumindest für mich das Genre um eine weitere Spielart bereichern. Hier hätte man sich die allerschönsten Dinge konstruieren können.  Aber der Zuschauer wird stattdessen ständig an der kurzen Leine gehalten und muss dem Geschehen wie ein eingespannter Esel der Morrübe folgen, ohne dem Ziel näher zu kommen oder einen Benefit zu erhalten. Nervtötend.

Seine Filme wirken mittlerweile auf mich, als würde er einen ganz normalen Film drehen und im Nachgang alle Dialoge und erklärende Sachverhalte, die die Story voran brächten oder Hintergründe und Motivationen erklärten, um 80% weg kürzen. Das darauf übrig bleibende Skelett wird dann als besonders intelligent verkauft. Richtig gut würde der Film für mich allerdings erst, wenn er das unterlassen würde:-)


------ ......ob Herr Rossi je das Glück gefunden hat?....------

 

In motivationstheoretischer Interpretation aus Managementsicht ist Hans im Glück ein „eigennütziger Hedomat und unlustmeidender Glücksökonom“. ---Rolf Wunderer

 

Niemand hat das Recht auf ein konstantes Klima. Auch Grönländer haben ein historisches Recht auf Ackerbau. Daran sollten unsere Weltenlenker denken, wenn sie sich daran machen, die globale Temperatur mit Hilfe des CO2 neu einzustellen. 

 


#21 simifilm

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Geschrieben 28 April 2021 - 10:36

Da bin ich mit dir einig. Wenn man etwas genauer das Finale untersucht, wird das auch deutlich:
In der Parallel Montage/ Crosscut wird auf der einen Ebene der Sturm auf das Bunkerloch gezeigt, auf der anderen die „Rückversicherung“, also die Geiselnahme und ggf Terminierung des Oberschurken. Beides ist voneinander abhängig und Nolan fällt nichts besseres ein, als uns ständig Armbanduhren mit einem ablaufenden Countdown einzublenden, um Spannung zu erzeugen. Das zeugt im Gegensatz zu der überaus komplizierten Handlung, die immer nur ansatzweise, fragmentarisch und schließlich nichteinmal zu ende erzählt wird, von geradezu (cineastischer), primitiver Schlichtheit.


Aber was findest du an der Handlung denn überaus kompliziert?

Signatures sagen nie die Wahrheit.

Filmkritiken und anderes gibt es auf simifilm.ch.

Gedanken rund um Utopie und Film gibt's auf utopia2016.ch.

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#22 Stefan9

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Geschrieben 29 April 2021 - 09:54

Aber was findest du an der Handlung denn überaus kompliziert?

Zeitreiseagent muss die Welt retten.

Hört sich nicht weiter kompliziert an:-)

Vielleicht greift das Wort kompliziert in Bezug auf die Handlung nur auf die Zeitreiseelemente, die per Definition „Mindfucking“ sind. Und schon deshalb allein einen gehörigen Anteil an meiner begrenzten Aufmerksamkeitsressource verbrauchen.

 

Die Agenten und Hetzjagdelemente sind so angelegt, das man sie erst im Nachgang versteht bzw. für plausibel hält. Nie jedoch in dem Augenblick, in dem sie passieren.

Bsp.:

Ein Kampf zwischen dem Titelhelden und einem Maskenmann (er selbst, bloss das weiß der Zuschauer noch nicht) im Flughafenfreilager endet damit, das der Maskenmann von einer Flugzeugturbine eingesaugt wird. Tatsächlich, und das kapiert man erst nachher, war er es selbst und er verhält sich so, wie die „temporären“ Artefakte wie zB. die Pistolenkugeln; widersinning und rückwärts. Er wird also gar nicht von der Flugzeugturbine eingesaugt.

Oder:

Der Giftgasangriff zu Beginn auf die Oper musste ein Giftgasangriff sein, damit Nolan Masken einsetzen konnte. Erst im Nachgang wissen wir, das die Masken nicht nur gegen das Gas wirken, sondern auch verbergen sollten, das Zeitreisende mit Sauerstoff (Maske) unterwegs sind.

 

Der Zuschauer ist also kognitiv mit dem aktuellen Geschehen nie auf gleicher Höhe und fragt sich ständig, warum und aus welcher Motivation heraus gerade etwas passiert. 

Ich gehe jede Wette, das wenn ich den Film noch einmal sehe, ich etliche Stellen „neu“ entdecke, die die tatsächliche Tiefe und Bedeutung der Handlungsebenen offenbart, die ich aber bei einmaligen sehen nicht goutieren konnte.

In einem Wort:

Ich bin offenbar zu blöd, den Film in Gänze zu erfassen. Was mich als Kunden frustriert zurück lässt, weil ich das Gefühl habe, das noch sehr viel mehr Substanz da ist und ich das Beste verpasse.

Oder Nolan ist zu ignorant, ihn so zu gestalten, das mehr als 10% ihn vollständig verstehen. Und das werfe ich Nolan vor. Er denkt nicht eine Sekunde an den Zuschauer, sondern suhlt sich in seinem Wissens und Kenntnisvorsprung, den er sich in monatelanger, intensiver Beschäftigung mit seinem Thema bzw. Projekt angeeignet hat.

 

Vielleicht liegt ja auch ein Missverständnis vor. Tenet ist kein Actionfilm zum lässigen ansehen im Kinosessel, obwohl der Klang und Bilderrausch eigentlich schon ausreichten. Er ist ein Film zum durcharbeiten, will man ihn vollständig auf allen Ebenen verstehen.


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#23 simifilm

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Geschrieben 29 April 2021 - 10:10

Die Agenten und Hetzjagdelemente sind so angelegt, das man sie erst im Nachgang versteht bzw. für plausibel hält. Nie jedoch in dem Augenblick, in dem sie passieren.
Bsp.:
Ein Kampf zwischen dem Titelhelden und einem Maskenmann (er selbst, bloss das weiß der Zuschauer noch nicht) im Flughafenfreilager endet damit, das der Maskenmann von einer Flugzeugturbine eingesaugt wird. Tatsächlich, und das kapiert man erst nachher, war er es selbst und er verhält sich so, wie die „temporären“ Artefakte wie zB. die Pistolenkugeln; widersinning und rückwärts. Er wird also gar nicht von der Flugzeugturbine eingesaugt.


Tatsächlich war mir praktisch von Anfang an klar, wer der Maskenmann ist. Denn es ist so offensichtlich, dass man als Zuschauer nicht erkennen soll, wer das ist, dass für mich damit klar war, dass es später zu einer grossen Enthüllung kommen würde. Und damit lag auch auf der Hand, was da enthüllt werden würde (es musste ja ein Figur sein, die man bereits kennt, sonst müsste man ihr Gesicht nicht verstecken. Und damit waren die möglichen Varianten schon recht beschränkt).

Aber ob man das nun bereits errät oder nicht, ist doch eigentlich ziemlich egal. Um was es geht, ist, dass der Held sich mit einem Unbekannten prügelt und dass dieser davonkommt. Fertig, mehr gibt's da gar nicht zu verstehen.
 

Der Giftgasangriff zu Beginn auf die Oper musste ein Giftgasangriff sein, damit Nolan Masken einsetzen konnte. Erst im Nachgang wissen wir, das die Masken nicht nur gegen das Gas wirken, sondern auch verbergen sollten, das Zeitreisende mit Sauerstoff (Maske) unterwegs sind.

Der Zuschauer ist also kognitiv mit dem aktuellen Geschehen nie auf gleicher Höhe und fragt sich ständig, warum und aus welcher Motivation heraus gerade etwas passiert.


Ich übernehme wirklich sehr ungern die Rolle des Tenet-Verteidgers, aber auch hier sehe ich das Problem nicht. Dass man in einem Film nicht von Anfang alles weiss, ist doch absolut normal. Das ist eine Möglichkeit der Spannungserzeugung. Oder noch grundlegender: Eine Geschichte erzählt doch immer Dinge, die man noch nicht weiss.
 

Ich gehe jede Wette, das wenn ich den Film noch einmal sehe, ich etliche Stellen „neu“ entdecke, die die tatsächliche Tiefe und Bedeutung der Handlungsebenen offenbart, die ich aber bei einmaligen sehen nicht goutieren konnte.
In einem Wort:
Ich bin offenbar zu blöd, den Film in Gänze zu erfassen. Was mich als Kunden frustriert zurück lässt, weil ich das Gefühl habe, das noch sehr viel mehr Substanz da ist und ich das Beste verpasse.


Mir scheint, dass du irgendwie zugleich zu viel und zu wenig von dem Film erwartest. Im Grunde ist Tenet nicht gross anders als jeder x-beliebige James-Bond-Film: Es gibt einen Bösewicht, der die Welt zerstören will, und einen Super-Agenten, der das im letzten Augenblick verhindern kann. Auf dem Weg dahin gibt es diverse Schiessereien und Prügeleien. Fertig, das ist der ganze Plot. Der einzige Unterschied: Zwischendurch gehen manche der Figuren rückwärts. 

Natürlich kommen dann noch die Zeitreise-Paradoxien hinzu, aber diesbezüglich macht der Film nichts, was wir nicht schon in Back to the Future, The Terminator und unzähligen anderen Filmen gesehen haben. Und es ändert am oben beschriebenen Grundplot eigentlich erstaunlich wenig.


Bearbeitet von simifilm, 29 April 2021 - 18:58.

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#24 Stefan9

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Geschrieben 30 April 2021 - 09:24

 

 Auch was einige Intellektuelle, allen voran der eigentlich von mir sehr geschätzte Filmanalytiker Wolfgang M. Schmitt, da hineininterpretiert haben, konnte ich nicht wiederentdecken.

 

 

Ja, schlicht Stuss. Habe nur auszugsweise reingesehen, eine ganze halbe Stunde wären ein Ärgernis gewesen. Offenbar ein Reflex heutiger Zeit, alles in diese Richtung zu interpretieren.

 

 

Mir scheint, dass du irgendwie zugleich zu viel und zu wenig von dem Film erwartest. Im Grunde ist Tenet nicht gross anders als jeder x-beliebige James-Bond-Film: Es gibt einen Bösewicht, der die Welt zerstören will, und einen Super-Agenten, der das im letzten Augenblick verhindern kann. Auf dem Weg dahin gibt es diverse Schiessereien und Prügeleien. Fertig, das ist der ganze Plot. Der einzige Unterschied: Zwischendurch gehen manche der Figuren rückwärts. 
 

Steile These Simi, Tenet mit einem Bond Film in einem Atemzug zu benennen. Auch wenn ich nicht auf jeder Ebene einen Zugang zu Tenet finde, als bildgewaltiger Actionfilm funktioniert er auch bei mir vorzüglich. Man würde dem Filmemacher Nolan Unrecht tun, wenn man behauptet, sein Werk wäre nicht gross anders als eine Bond Replik. Nolan reizt im Gegensatz zu Bond Filmen, die einzig dem ökonomischen Erfolg verpflichtet sind, seine filmerischen Freiheiten bis zum äussersten aus. NmA fordert er die volle Konzentration fur seinen auf das raffinierteste ausgeklügelte Story. Das besitzt deutlich mehr Substanz als Bond Filme.

Das soll es auch jetzt zu Tenet gewesen sein. Wir haben uns schon bei Aniara verzettelt.


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#25 Frank Lauenroth

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Geschrieben 30 April 2021 - 09:41

Steile These Simi, Tenet mit einem Bond Film in einem Atemzug zu benennen.

 

Naja, so weit hergeholt ist es nicht ... https://outnow.ch/Ne...einer-Bedingung


 In memoriam Christian Weis & Alfred Kruse  ___________________________________ Lest meine für den Kurd-Laßwitz-Preis nominierte Geschichte DELTER jetzt online! ______              


#26 simifilm

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Geschrieben 30 April 2021 - 12:13

Steile These Simi, Tenet mit einem Bond Film in einem Atemzug zu benennen. Auch wenn ich nicht auf jeder Ebene einen Zugang zu Tenet finde, als bildgewaltiger Actionfilm funktioniert er auch bei mir vorzüglich. Man würde dem Filmemacher Nolan Unrecht tun, wenn man behauptet, sein Werk wäre nicht gross anders als eine Bond Replik. Nolan reizt im Gegensatz zu Bond Filmen, die einzig dem ökonomischen Erfolg verpflichtet sind, seine filmerischen Freiheiten bis zum äussersten aus. NmA fordert er die volle Konzentration fur seinen auf das raffinierteste ausgeklügelte Story. Das besitzt deutlich mehr Substanz als Bond Filme.
Das soll es auch jetzt zu Tenet gewesen sein. Wir haben uns schon bei Aniara verzettelt.


Wirklich keine sonderlich steile These; dass Nolan von Bond fasziniert ist, ist nichts Neues, wie ja auch Franks Link bestätigt. Und dass z.B. eine zentrale Actionszene in Inception stark von On Her Majesty's Secret Service inspiriert ist, ist ebenfalls keine originelle Feststellung (umgekehrt bedienen haben sich die jüngsten Craig-Bonds offensichtlich in gewissen Bereichen Nolans Batman-Filme zum Vorbild genommen).

 

Der Bond-Vergleich ist übrigens in keiner Weise abwertend gemeint; ich bin ein grosser Liebhaber der klassischen Bond-Filme (und der neueren Mission-Impossible-Filme, die deren Geist weitertragen).

 

Das Problem von Tenet ist nicht, dass der Film ein Bond-Verschnitt ist, sondern dass er krampfhaft als unglaublich viel mehr erscheinen will. Die raffiniert ausgeklügelte Story bleibt eine uneingelöste Behauptung.


Bearbeitet von simifilm, 30 April 2021 - 12:15.

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#27 Stefan9

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Geschrieben 30 April 2021 - 12:14

@Frank:

:-)

Die Drehleiterszene und Bungeejumping Nummer an der Hausfassade sind tatsächlich "Bond like".

Und die Flugzeugszene als Ablenkungsmanöver allemal.

Vllt eine kleine Reminiszenz an die Bondfilme.

Allerdings:

 

"Das würde eine Neuausrichtung benötigen"

 

spräche dann doch für einen anderen Bond von Nolan, als den, den wir kennen.


Bearbeitet von Stefan9, 30 April 2021 - 12:15.

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#28 simifilm

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Geschrieben 30 April 2021 - 12:39

Das ganze "Superbösewicht-auf-Jacht-will-mit-Supergeheimgerät-die-Welt-zerstören-Setup" ist doch reinster Bond; inklusive hemmungslosem Overacting von Herrn Branagh. Hat mich sehr an Thunderball bzw. Never Say Never Again erinnert.


Bearbeitet von simifilm, 30 April 2021 - 15:01.

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#29 Frank Lauenroth

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Geschrieben 30 April 2021 - 12:45

"Das würde eine Neuausrichtung benötigen"

 

spräche dann doch für einen anderen Bond von Nolan, als den, den wir kennen.

 

Nun, die Neuausrichtung wäre jetzt möglich.

Daniel Craig ist aus der Tür. 

Im Grunde kann man bis auf Q und M komplett durchtauschen.

Die Rufe nach einem eher weltmännischen und cleveren als brutalen Bond werden auch wieder lauter.

Tom Hiddleston könnte ich mir wunderbar als Bond vorstellen. Und da bin ich vielleicht nicht alleine.

Allerdings besetzt Nolan gerne seine Lieblinge. Da wäre eher Tom Hardy. 

Wahrscheinlich wird es aber ein ganz anderer. Wilson/Broccoli reden da ja auch ein Wörtchen mit. 

Sie müssen an die nächsten 5 Filme denken und nicht, wie Nolan, vielleicht an einen oder zwei.


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#30 Tifflor

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Geschrieben 30 April 2021 - 12:51

... dass er krampfhaft als unglaublich viel mehr erscheinen will. Die raffiniert ausgeklügelte Story bleibt eine uneingelöste Behauptung.

Das ist eine Beschreibung, die mMn jeden Nolan - Film treffend charakterisiert.
(und auch bei den neueren MI-Filmen bin ich bei dir. Im Vergleich zu den Craig-Sachen sind das die besseren/klassicheren Bond-Filme)

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