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Exodus 42 (März 2021)

Exodus Zeitschrift Kurzgeschichten

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9 Antworten in diesem Thema

#1 ChristophGrimm

ChristophGrimm

    Ufonaut

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Geschrieben 15 April 2021 - 13:36

Exodus, Nr. 42 (März 2021)

 

exodus42.jpg

 

Stories:

  • Thomas Kolbe: "Nachtschicht"
  • Maria Orlvskaya: "Am Ende - Eden"
  • Olaf Layhayne: "Schwarmverhalten"
  • Lisa Jenny Krieg: "Notizen zur Beobachtung von Schildkröten nach einer Bruchlandung"
  • Hans Jürgen Kugler: "Die Numerophilen"
  • Maike Braun: "Ewige Seeanemonen"
  • Christian Endres: "Alte Schule"
  • Nicole Rensmann: "Tatjanas Entscheidung"
  • Christian J. Maier: "Flucht vor der Schwere"
  • Gabriele Behrend: "Alles eine Frage der Einstellung"
  • Moritz Greenman: "Blinde Könige"
  • Thomas Kolbe: "Ein perfekter Tag"

Lyrik Section:

  • Aldous Huxley: Eingangszitat
  • A. Pernath: Abschied
  • Johannes Tosin: Venusfliegenfalle
  • Nick Lüthe: Voyager
  • Pink Floyd: Wish you were here

"die Galerie"

  • Simon Lejeune, Begleitartikel: Uwe Anton

Grafik & Illustrationen: 

  • Gabriele Behrend, Uli Bendick, Oliver Engelhard, Mario Franke, Gerd Frey, Jan Hoffmann, Simon Lejeune, Stas Rosin, David Staege

Comic & Karikatur:

  • Kostas Koufogiorgos

 

Zu beziehen:

https://www.exodusmagazin.de

 



#2 ChristophGrimm

ChristophGrimm

    Ufonaut

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Geschrieben 15 April 2021 - 14:17

Leseeindrücke (1)

 

"Vorwort"

Sofern nicht schon bekannt: Olaf Kemmler stieg aus zeitlichen Gründen als Herausgeber aus, bleibt der Redaktion jedoch als Werbe- und Cover-Layouter erhalten. Hans Jürgen Kugler verstärkt die beiden Herausgeber René Moreau und Heinz Wipperfürth. 

 

"Nachtschicht" (Thomas Kolbe)

Geschildert wird die "typische" Nachtschicht eines menschlichen Arztes, der einige Jahre, nachdem die Menschheit erstmaligen Kontakt mit Außerirdischen hatte, auf einer Raumstation seinen Dienst ableistet. - Der Einstieg in diese Ausgabe war leider nicht meins. Auch nach zweimaligem Lesen bleibt für mich von der Geschichte nicht mehr hängen, als eine humor- und fantasievoll geschriebene Setting-Beschreibung, die mit einem mauen Schluss-Gag endet. Fair dazugesagt: Kolbes Geschichten sind generell nicht meins.

 

"Am Ende - Eden" (Maria Orlovskaya)

In nicht näher definierten Zukunft in der Stadt Eden, wird ein Tag im Leben der Zofe Aysa und ihrem zugewiesenen Mädchen Nastea geschildert - Wenn es mit dem "Exodus" dieses Mal bei mir länger dauert, als sonst, dann liegt es an mehrmaligem Lesen. Auch dieser Geschichte gönnte ich eine zweite Runde. Maria Orlovskaya zeichnet ein dichtes, dystopisches Setting, gewährt hingegen nur vage, was es mit ihrer Welt außerhalb Edens, indem sich ihre Protagonistinnen befinden, auf sich hat. Die mehrfache Referenz an den mythologischen Fluss Styx (Grenze zwischen der Welt der Lebenden und dem Totenreich Hades) beschreibt den goldenen Käfig für Aysa und Nastea hingegen gut, wobei am Ende der Hinweis gegeben wird, wer ihn überqueren wird. Insgesamt vermittelt mir die Geschichte allerdings das Gefühl, zu nah an einem Gemälde zu stehen, um das gesamte Bild fassen zu können.

 

(wird fortgesetzt)


Bearbeitet von ChristophGrimm, 15 April 2021 - 14:19.


#3 Birgit

Birgit

    Infonaut

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Geschrieben 18 April 2021 - 06:30

Das Beste an dieser Ausgabe fand ich die Grafiken. In diesem Bereich ist Exodus auf dem deutschen Markt wirklich einzigartig.

Dieses Heft hat aber auch starke Geschichten zu bieten:

Am Besten fand ich "Schwarmverhalten". Gut gefallen haben mir auch die Erzählungen "Blinde Könige" und "Flucht vor der Schwere".

 

Alles in Allem eine gelungene Ausgabe, wie ich finde!



#4 ChristophGrimm

ChristophGrimm

    Ufonaut

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Geschrieben 18 April 2021 - 10:54

Leseeindrücke (2)

"Schwarmverhalten" (Olaf Layhayne)
In einer Sportsbar in nicht näher definierter Zukunft belästigt eine Schar fehlgeleiteter Mecha-Bees - Die Geschichte mutet in ihrem Aufbau ein wenig wie Hitchcocks "Die Vögel" an. Die Idee mit den Mecha-Bees ist toll. Sprachlich sehr gefällig, starke Botschaft. Die Wendung ist gut gelungen. Top.

"Notizen zur Beobachtung von Schildkröten nach einer Bruchlandung" (Lisa Jenny Krieg)
Nach einem Raumgleiter-Absturz kämpft eine namenlose Protagonistin um ihr Überleben. Seltsame, schildkröten-ähnliche Wesen beobachten und helfen (?) ihr. - Den Titel finde ich ein wenig umständlich, aber inhaltlich ganz großes Kino. Gehalten in Tagebuch-Form zeichnet die Autorin auf wenigen Seiten Spannung und eine dichte Atmosphäre. Die Wendung, gut vorbereitet, verfehlt ihre Wirkung nicht. Interessanter Zusatz: Kaum ein männlicher Schreiber würde sich wohl Gedanken um Menstruation nach einer Bruchlandung machen. Die Autorin hat diesen biologischen Umstand nicht nur thematisiert, sondern gelungen mit ihrer Geschichte verknüpft. Alle Achtung. (Note: Bin in keinem Wahlkomitee, aber ich nutze diese Stelle, für diejenigen, die es sind, sich einen potentiellen DSFP / KLP 2022 - Kandidaten zu notieren)

Bearbeitet von ChristophGrimm, 18 April 2021 - 12:56.


#5 Narrania

Narrania

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Geschrieben 19 April 2021 - 09:55

Habe auch gerade angefangen und die ersten zwei Geschichten gelesen. Ich stimme zu, dass ich von der ersten Geschichte etwas enttäuscht bin, denn die Grundidee habe ich viel schöner und interessanter bei James White gelesen. 

 

Die zweite Geschichte ist bedrückend. Die Vermutung liegt nahe, dass in der äußeren Welt die Männer die absolute Macht haben und zu ihrer Befriedigung die Möglichkeit ist Sklavinnen einfach einzufangen. Interessant die Schilderung der Handlung der Mutter, die im ersten Moment die Frage nach Brutalität aufwirft und sich aber sofort umkehrt, wenn man den Grund erfährt. Auch die Situation der Mädchen vor Eden zeigt, dass dieses Leben anscheinend sehr normal verläuft bis auf diese Sklavenjagden, wer nicht "normal" ist wird gemobbt. Das spiegelt sich dann in Eden. Die einstige Mobberin wird zum Spielzeug ihres Opfers. Die Zofe hat aufgrund ihrer Vergangenheit keinen Grund aus Eden herauszuwollen, dank ihrer Mutter. Der Schluss ist zynisch, aber realistisch.
Ich stimme zu, dass diese Geschichte wie ein Gemälde wirkt mit einer sehr tollen Beschreibung von Eden und dem Missbrauch der Mädchen.ohne direkt davon zu berichten.


Bearbeitet von Narrania, 19 April 2021 - 09:56.


#6 Narrania

Narrania

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Geschrieben 19 April 2021 - 21:30

Ich habe jetzt alle GEschichten gelesen und meine zwei Favoriten dabei sind

 

Christian J. Maier: "Flucht vor der Schwere"

 

Eine tolle Protagonistin und ein Ende, dass mir wirklich super gefallen hat.

Was passiert, wenn die Verschwerung zunimmt und was macht eine Verwatlungs-KI, wenn keiner mehr Fragen stellt.

Die Geschichte zeigt wie wichtig es ist selbst zu denken und Fragen zu stellen, wo sie kein anderer stellt. Es könnte überlebenswichtig sein.

Gabriele Behrend: "Alles eine Frage der Einstellung"

 

Wen oder was stellt man ein und welche Einstellung hat man so al Angestellter mit größeren Fähigkeiten als  die Bosse?

Feiner Humor und spielerische Leichtigkeit der Gestaltung der Protagonisten.

 

 

Interessant auch die Geschichte, die über/in einem Spiel spielt und in der der Leser mitspielen kann, zumindest ein wenig. Welche Tür soll es denn sein?

 

Nicole Rensmann: "Tatjanas Entscheidung"



#7 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben 24 April 2021 - 08:23

Leseeindrücke (3)

„Die Numerophilen“ (Hans Jürgen Kugler)
Ein außerirdischer Bericht über einen Planeten, deren Bewohner die skurrile Besessenheit haben, allen Wert in Zahlen vorzunehmen. - Kugler liefert unter Nutzung einer Alien Perspektive spitze Bemerkungen, schön geschrieben und mit eineinhalb Seiten knackig gehalten. Allerdings ist das Ganze, inkl. Schlussgag, auch ohne Überraschung.

„Ewige Seeanemonen“ (Maike Braun)
Amphibische Besucher finden bei ihrer Jagd heraus, dass scheinbar nicht alle Landlebensformen an einem Virus zugrunde gingen. - Schöne Geschichte, die langsam Spannung aufbaut und sie bis zum Schluss hält. Eher eine Erzählung als die typische Pointen-KG. Als solche ausgesprochen lesenswert.

„Alte Schule“ (Christian Endres)
Martins Spaziergang. - Die Geschichte eines alten Mannes, der scheinbar den Anschluss an die moderne Welt verloren hat, ist Endres-typisch gut geschrieben und weiß durch eine gute Wendung zu überraschen.

(wird fortgesetzt)

#8 ChristophGrimm

ChristophGrimm

    Ufonaut

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Geschrieben 25 April 2021 - 17:26

Leseeindrücke (4)

„Tajanas Entscheidung“ (Nicole Resmann)
Die VR-Programmiererin Tajana findet sich, ebenso wie vermutlich mehrere Millionen User, gefangen in ihrer eigenen Kreation. - Tür 1, 2 oder 3? Ich liebe Adventure-Stories. Keine neue Idee, aber gefällig geschrieben und gut verzahnt. Eine lustige Tür 1, eine schräge Tür 2 und eine heftige Tür 3 sorgen für dreifaches Lesevergnügen.

„Alles eine Frage der Einstellung“ (Gabriele Behrend)
Während die menschlichen Bewohner auf Reisen sind, bricht das Androiden-Personal aus seinen Routinen aus - Eine rundum gelungene Geschichte, die mit einem schwungvollen Einstieg prickelnd startet und im weiteren Verlauf spielend den Wechsel von anfänglich leichter zur philosophisch anmutenden Geschichte meistert. Wie fein dieser Wechsel verläuft, manifestiert sich bereits im doppeldeutigen Titel. Auch der Abschluss sitzt. Gibt nichts zu meckern. Top.

#9 Narrania

Narrania

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Geschrieben 25 April 2021 - 22:32

stimme mit dir voll überein!



#10 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben 06 May 2021 - 00:14

Leseeindrücke (5)

„Blinde Könige“ (Moritz Greenman)
William Gomes findet sich im geistigen Verhör mit einer KI - Durch die erzählerische Reduktion auf Dialoge stilistisch interessant. Rein sprachlich absolut gelungen, v. a. die verhörende KI ist gut getroffen. Nach einer interessanten ersten Hälfte wird es leider etwas generisch. Der Abschluss hält im Detail eine Überraschung bereit, ist aber in der Gesamtheit vorhersehbar.

„Ein perfekter Tag“ (Thomas Kolbe)
Der typische Tag in einer postappokalyptischen Welt - Die Illustration irritiert und mag nicht so ganz zur Geschichte passen. Kolbe ist in dieser Ausgabe zweimal vertreten und ich vermute, dass die entgegengesetzten Tageszeiten („Nachtschicht“-Nacht, „Ein perfekter Tag“-Tag) den Platzierungen im Magazin dieser Ausgabe eine Klammer geben sollten. Ob beide Geschichten eine ähnliche Pointe gebraucht hätten, ist allerdings fraglich.

Grafiken:

Braucht es noch die Erwähnung, dass es sowohl das Merkmal als auch die große Stärke von EXODUS ist, die Geschichten mit Werken der unterschiedlichsten Grafik-Künstler anzureichern? Das Magazin ist einfach eine Schönheit.
Die „Galerie“ widmet sich Simon Lejeune.

Fazit:

EXODUS bietet erneut das, was man erwartet: Größtenteils gelungene Geschichten und fantastische Grafiken. Ausgabe 42 glänzt weniger durch Überflieger, als vielmehr durch Abwechslung auf überdurchschnittlichem Niveau.



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