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Richard Morgan: Das Unsterblichkeitsprogramm


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74 Antworten in diesem Thema

#31 Henrik Fisch

Henrik Fisch

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Geschrieben 09 September 2004 - 19:40

@dyke:

Man müßte z.Bsp. den Sehnerv total umleiten, da der Stack hinten an der Hirnrinde sitzt, oder?

Hm, hm, hm ... hmmmmmmmm! Tja, 1:0 für Dich, dyke. Da habe ich nicht dran gedacht. Ähnliches gilt ja dann wohl auch für das Gehör und den Geschmackssin. Und überhaupt: Gedanken und Wissen würden nach meiner Theorie ja gar nie durch den Stack geleitet. Der müsste also dann doch wohl eher so etwas wie ein Empfänger sein. Ich fürchte aber, dass wir hier bei näherer theoretischer Betrachtung das ganze Gebäude des Buches einreissen würden.

Bis dennen,
Henrik
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#32 Henrik Fisch

Henrik Fisch

    Soeinnaut

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Geschrieben 09 September 2004 - 20:12

Whaaaaa! Ich hab’s verpasst ... ich hab’s verpasst ... ich hab’s verpasst! :DWenn Ihr auch zu den Schusseligen gehört, die die heutige nano-Sendung auf 3sat verpasst haben, dann gibt es noch drei Chance, das Ganze nachzuholen:10.09.04, 01:05 Uhr10.09.04, 07:00 Uhr10.09.04, 09:45 UhrMal sehen ...Bis dennen,Henrik
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#33 Sullivan

Sullivan

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Geschrieben 10 September 2004 - 07:47

Kovacs gibt es jetzt zweimal und er diskutiert mit sich selbst.

Diese Situation finde ich völlig unlogisch. Wieso besteht das eine Ich darauf über eine bestimmte Sache reden zu wollen (Kadmins Tod) und das andere Ich möchte partout darauf verzichten??? Es müsste doch eher ein stilles Einverständnis über alles geben solange die Erinnerungen die gleichen sind. Vielleicht gibt es feine Unterschiede, aber so kommt mir das ganze wie ein billiges Stilmittel vor. http://www.scifinet....tyle_emoticons/default/angry.png

Rusch meinte:

Sicher, es passiert einiges, aber eigentlich war ein Teil der Ereignisse nicht maßgeblich für die Handlung.

Genau, z.B. hätte man sich den Kampf mit Kadmin meiner Meinung nach komplett sparen können. Als Leser weiß man, dass Kovacs nicht stirbt, und gegen Schmerzen ist er konditioniert.

Wahrscheinlich bin ich Ende der Woche mit dem Buch durch, bin schon gespannt auf die Auflösung.

Sullivan

#34 Henrik Fisch

Henrik Fisch

    Soeinnaut

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Geschrieben 10 September 2004 - 07:57

Ich werde wohl in ein paar Stunden durch sein und ehrlich gesagt bin ich nicht so gespannt auf die Auflösung. Bisher hat sich alles im Buch immer dadurch erledigt, dass aus der Luft gegriffene Argumente von einem Kapitel auf’s nächste in die Handlung eingebaut wurden und sich das Problem damit erledigt hat. Als Leser hatte man keine Chance selber ein wenig mitzudenken. Schauen wir mal.Bei dem Kampf habe ich gedacht, dass ich jetzt mitten im Film „Die Klapperschlange“ bin. Das ganze empfand ich auch wenig für unnötig.Ich sehe mir auf jeden Fall jetzt erst einmal die nano-Sendung auf 3sat an.Bis dennen,Henrik

Bearbeitet von Henrik Fisch, 10 September 2004 - 08:08.

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#35 Sullivan

Sullivan

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Geschrieben 10 September 2004 - 08:59

Hallo Henrik, schreib mal was in der 3sat Sendung gesagt wurde! Wahrscheinlich war es nur ein 30 Sekunden Beitrag, oder? http://www.scifinet....tyle_emoticons/default/laugh.png Sullivan

#36 Henrik Fisch

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Geschrieben 10 September 2004 - 09:09

@Sullivan:

Nein, der Beitrag war überraschenderweise sogar etwas länger, so ca. 6 bis 7 Minuten schätze ich mal und enthielt sogar gespielte Szenen.


@alle:

Ich habe jetzt gerade eben den Bericht in nano gesehen und wie zu erwarten war, hat sich der Autor nicht sehr intensiv mit dem Buch oder gar der implizierten Problematik auseinandergesetzt. Es kam dann eine Art Machbarkeitsstudie, wie denn so eine Technik des „Stacks“ überhaupt funktionieren könnte; wobei das Wort „Stack“ im Bericht nicht erwähnt wurde. Ein Wissenschaftler hat dann dazu seinen bisherigen Wissensstand preisgegeben, und – Überraschung – es kam dann dabei heraus, dass im Moment noch niemand so genau weiß, wie denn die Persönlichkeit im Gehirn überhaupt gebildet wird.

Zwei interessante Thesen wurden dann aber doch geäußert: Zum einen ist vielleicht die Trennung von Geist und Körper nur eine künstliche aus der Luft gegriffene und würde so in der Natur gar nicht funktionieren. Zum anderen ist die Persönlichkeit vielleicht auch nur ein Kunstgriff der Natur, damit ein Lebewesen mit der Komplexität des Menschen besser lernen kann.

Interessant fand ich die gespielten Szenen in dem Bericht: So ungefähr wie der Schauspieler bei nano stelle ich mir Kovacs tatsächlich die ganze Zeit vor. http://www.scifinet....tyle_emoticons/default/biggrin.png

Ich werde jetzt mal wieder lesen.

Bis dennen,
Henrik
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#37 Sullivan

Sullivan

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Geschrieben 10 September 2004 - 09:27

Hallo Henrik,

Zum einen ist vielleicht die Trennung von Geist und Körper nur eine künstliche aus der Luft gegriffene und würde so in der Natur gar nicht funktionieren.

Also zum Beispiel das berühmte amputierte Bein, dass juckt obwohl es nicht mehr vorhanden ist. Interessanterweise versucht Richard Morgan, eine Verbindung zwischen Geist und Körper deutlich zu machen. Kovacs reagiert intensiv auf Kristin Ortega obwohl er sie kaum kennt (Pheromone heißt das Zauberwort). Sullivan

#38 Lomax

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Geschrieben 10 September 2004 - 11:49

@dyke:

Die Beschreibung solcher zukünfigte Auswirkungen heutiger Maßnahemn auf den Menschen und die Gesellschaft erhoffe ich mir mehr von der SF.

Das Problem bei dieser Art von SF ist dasjenige, dass sie oft nicht die die Realität fortschreibt, sondern nur die gerade dem Zeitgeist entsprechenden Ansichten. Für das angesprochene Beispiel "demographische Entwicklung" bedeutet das: Zumindest Ende der 90er war der Stand der Fakten noch derjenige, dass das Bruttosozialprodukt seit den 60ern erheblich stärker gewachsen war, als sich die Quote zwischen Rentnern und Erwerbstätigen verschlechtert hatte. Würde man also derzeit denselben Anteil des Volkseinkommens an die Rentner verteilen wie in den 60ern, als das System ja angeblich noch in Ordnung war, dann könnte man sie sogar bezogen auf das Durchschnittseinkommen besser stellen als damals. Tatsächlich ist das Rentenproblem derzeit gar kein demographisches Problem, sondern einfach nur ein Problem des Sozialversicherungssystems: Mit den weniger werdenden Erwerbstätigen wird insgesamt trotzdem mehr erwirtschaftet, und es schrumpft nur der Anteil des erwirtschafteten Vermögens, dass in die Umlage der Sozialversicherungen einbezogen wird. In der tagesaktuellen Diskussion werden so komplexe Zusammenhänge allerdings gerne ausgeklammert, aus polititschen Gründen oder wegen der Gruppendynamik oder weswegen auch immer. Eine SF, die zu sehr versucht, heutige Probleme in die Zukunft fortzuschreiben, würde mit ziemlicher Sicherheit regelmäßig in solche Fallen hineintappen, und es entstünde genau die Art von Büchern, die immer dem Zeitgeist hinterherhecheln und 10 Jahre später schon sichtlich obsolet wirken. Wichtiger für die SF finde ich, sich von tagesaktuellen Problemen zu lösen oder zumindest eine ganz neue Perspektive einzubringen. Erst wenn der Autor eine Perspektive gefunden hat, macht es Sinn, auch aktuelle Probleme darin einzuordnen. @... zurück zum Thema: Gerade diese allgemeine Komponente - also wenn der Autor versucht, "literarisch" zu werden und gesellschaftliche Probleme oder die Folgen seiner Technologie zu beschreiben - fand ich im "Unsterblichkeitsprogramm" noch die schwächste Komponente. Er versucht es zwar, versucht es sichtlich; und er reflektiert z.B. auch ganz deutlich das Problem der "Bewusstseinswanderung". Aber irgendwie schafft er es nicht, dem Thema noch etwas Neues abzugewinnen. Alles schon mal dagewesen, schon mal so ähnlich anderswo gelesen. Er gestaltet es nur moderner als ältere Werke der SF. Also, wenn man über komplexere philosophische oder psychologische Fragen diskutieren will, halte ich den Roman für einen wenig geeigneten Einstieg. Er reißt zwar einige Themen an, bleibt aber an der Oberfläche und reißt eigentlich auch mehr an, als er adäquat behandeln kann. Ich halte das "Unsterblichkeitsprogramm" in erster Linie für einen klasse SF-Thriller, der gerade auf der Handlungsebene wirkt und dessen Hintergrund sich in erster Linie eignet, um der Story manch interessanten Twist zu verleihen. @Sullivan:

Es müsste doch eher ein stilles Einverständnis über alles geben solange die Erinnerungen die gleichen sind.

Auch wenn Morgan das Thema sicher nicht erschöpfend behandelt, so kommt m.E. doch rüber, dass der Körper, in dem das Bewusstsein sitzt, einen sehr großen Unterschied macht. Das Ich ist in dem Roman also nicht nur die Summe der Erinnerungen und Algorithmen, die im Stack gespeichert sind, sondern wird offenbar auch von der "Hardware" beeinflusst, auf der es läuft. Hinweise darauf sind hier ja schon genug angesprochen worden, und Erklärungen dafür lassen sich auch problemlos finden. Meines Erachtens nach ist das sogar der wichtigste Subplot des Buches. Also finde ich einen solchen Konflikt durchaus folgerichtig, und ich denke, es soll wohl auch einen weiteren Hinweis auf die Grundthese des Romans geben. @alle: Aber was auch immer der Autor für Schwächen in der Theorie hat: Ich finde, auf erzählerischer Ebene hat er einiges drauf. Gerade wenn Sullivan Kovacs Konfronatation mit seinem "Alter Ego" anspricht: Es gibt ja eine Phase, wo Kovac dargestellt wird, ohne dass explizit gesagt wird, dass er den Körper gewechselt hat. Im englischen Original hatte ich an der Stelle wirklich das Gefühl, dass hier ein ganz anderer Mensch beschrieben wird - und für einen Augenblick hatte ich den Eindruck, dass der Autor einen Kontinuitätsbruch fabriziert und Kovacs "off-character" agiert. Als sich die Situation später aufklärte, war ich sehr beeindruckt davon, dass der Autor es nur über die Darstellung geschafft hat, die Veränderung durch den neuen Körper spürbar zu machen. Kommt diese Nuance eigentlich auch in der deutschen Übersetzung noch rüber? Morgan hat ja einen sehr vielseitigen Stil, der in jeder Situation den richtigen Ton trifft - das "Flair" rüberbringt, wenn man das so nennen will http://www.scifinet....tyle_emoticons/default/wink.png Ich habe mich immer gefragt, ob man das in der deutschen Ausgabe überhaupt erhalten kann.
"Modern Economics differs mainly from old Political Economy in having produced no Adam Smith. The old 'Political Economy' made certain generalisations, and they were mostly wrong; new Economics evades generalisations, and seems to lack the intellectual power to make them." (H.G. Wells: Modern Utopia)

#39 Henrik Fisch

Henrik Fisch

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Geschrieben 10 September 2004 - 12:39

So ... *uff* ... ich bin jetzt durch. Hier mal mein komprimierte Eindruck:

    [*]Der Roman hat sehr schöne Ideen, aber sie kommen eigentlich nur am Rande vor und sind deswegen nur Staffage. So, natürlich in abgewandelter Form, hätte es sich auch um einen Episode von „Mission Impossible“ handeln können.
    [*]Mir ist aufgefallen, dass der Roman in allen Action-Szenen sehr ausführlich ist, bei der eigentlich Klärung des Mordfalles, den Schlüsselszenen sozusagen, dagegen recht hopplahopp geschrieben ist. Die letzten beiden Kapitel musste ich teilweise mehrfach lesen, um hinter die Mordsache zu kommen.
    [*]Die eigentliche Auflösung finde ich fast banal. Da war die ursprünglich von Kovacs als Lüge erdachte Idee mit dem Virus im Stack, der auf keinen gebackup werden durfte, eigentlich viel interessanter. So geht es doch wieder nur um sehr weltliche Angelegenheiten, die wir genau so auch aus dem 21. Jahrhundert kennen.
    [*]Ich hätte mir mehr Szenen gewünscht, in denen das Gefühl des Dekantierens beschrieben wird. Vor allem bietet sich das eigentlich an, weil der Roman sowieso in der Ich-Form geschrieben ist.
    [*]Nimmt man den Roman als Action-Thriller – und nicht mehr – ist er sehr schön geschrieben; ein „Pageturner“ eben, wie es hier im Forum ja schon anklang.
    [*]Ich fand es erstaunlich, wie schnell ich als Leser die Idee des Stacks angenommen habe. Das muss man als Autor auch erst einmal schaffen.
    [/list]Alles in allem finde ich das Buch ganz gut, aber es war auch nicht der Überflieger. Ich kann mir bei der Konzentration auf Action ganz gut vorstellen, warum Hollywood das Teil verfilmen will. Wobei der arme Drehbuchautor dann wohl noch drei Viertel der spärlich vorhandenen SF-Szenen herausstreichen muss, um das arme Kinopublikum nicht zu überfordern. http://www.scifinet....tyle_emoticons/default/biggrin.png


    @Lomax:

    ... ohne dass explizit gesagt wird, dass er den Körper gewechselt hat. Im englischen Original hatte ich an der Stelle wirklich das Gefühl, dass hier ein ganz anderer Mensch beschrieben wird ...

    Das Gefühl hatte ich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Wenn es nicht vorher ein Kapitel mit dem Zwiegespräch der beiden Kovacs gegeben hätte, wäre mir der Wechsel fast nicht aufgefallen. Und das kann eigentlich auch nicht an der Übersetzung liegen, weil darüber ja mehr als nur ein paar Nebensätze erzählt wird.

    Aber eine Veränderung von Kovacs kann ich trotzdem feststellen: Am Anfang der Geschichte ist er für mich der logische Detektiv, der in Kapitel 15 („Nimm es persönlich“) ja auch noch als eiskalte Kampfmaschine daherkommt; höre ich da jemanden „Terminator“ sagen? Weiter hinten im Buch wird er dann eigentlich eher der halbwegs fürsorgliche Menschenfreund, der Retter des Guten und Schönen sozusagen .Letzteres passt für mich nicht zu dem militärischen Envoy-Drill, den er ja verpasst bekommen hat.

    Bis dennen,
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#40 Rusch

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Geschrieben 11 September 2004 - 22:52

Ich habe jetzt auch fertig.Im Prinzip schließe ich mich weitestgehend Henriks Meinung an. Die Action wurde zu detailreich beschrieben und die Ermittlung musste man sich irgendwie zusammenreimen.Ich bleibe dabei: Die Figure des Takeshi Kovacs ist mir zu inkonsistent. Einmal vernichtet er alle Menschen in einem Labor (und zwar endgültig) und dann schwingt er sich als Retter all der Menschen auf Kawahara und Bancrofts missbraucht hatten. Am Ende jedoch läßt er, mir vollkommen unverständlich, Miriam Bancroft laufen. Warum denn das? Was meint Morgan mit Needlecast? Ein Datentransferstrom, der die Bewustseinskopie zwischen den Sternensystemen hin und her schickt. So etwas muss es wohl sein. Somit würde sich auch der Rätsel der Zeitschuld, die glaube ich Thrul angesprochen hat, lösen. Es gab keine Zeitschuld, wenn die Gedächtnis Informationen mittels Überlichtschnellen Datenstrach übermittelt werden.Fazit: Ein gelungener Sf-Thriller, der zu viel Action und zu wenig Hintergrund bietet. Die Sache mit den gesleevten Körper ist aber total fremdartig. Die Lösung an sich war gut. Klar, Henrik, es war ein wenig absurd, aber wenn man sich die Sache mit den Stacks und den gesleevten Körpern vor Augen hält, dann ist die Handlungsweise gar nicht mehr so seltsam.

#41 Sullivan

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Geschrieben 13 September 2004 - 08:49

So, die letzten Seiten sind geschafft.

Die Auflösung des Falles fand ich auch etwas komisch - die Idee mit dem Virus war viel origineller und vollkommen logisch!

Ich stimme dir zu, Rusch, dass Takeshi in den letzten Kapiteln "out of character" war. Dies war nicht sein erster Einsatz und er hat anscheinend schon eine Menge erlebt. Mit welchen Begründungen er einerseits Leute abschlachtet und sich dann plötzlich als Rächer präsentiert, ist etwas abenteuerlich (um nicht zu sagen abstrus).

Der Showdown mit Reileen hat mich an Hollywood erinnert. Warum sollte sie irgendwelche Geheimnisse preisgeben? Sie kennt Takeshi und weiß, dass er sie wahrscheinlich sowieso töten wird. Und wieso wechselt Trepp auf einmal die Seiten? Erstaunlich fand ich auch, wozu das Hotel Hendrix fähig war und wieso es bereitwillig mitgemacht hat. Von einer KI hätte ich erwartet, dass sie die Risiken (vollkommene Löschung) und die Aussichten auf Erfolg (Takeshi und die Polizei gegen einen Teil der Unterwelt) realistisch einschätzt.

Es gab keine Zeitschuld, wenn die Gedächtnis Informationen mittels Überlichtschnellen Datenstrach übermittelt werden.

Etwas ähnliches wollte ich schon mal schreiben. Anders hätte man Takeshi nicht so schnell auf die Erde bekommen (von Harlans World), aber das Thema wird nur ganz am Rande behandelt.

Der Wechsel der Körper kam im Original recht gut rüber und verstärkt damit den interessantesten Aspekt des Buches: wie kommt man in einem fremden Körper zurecht, welche Auswirkungen hat er auf das Denken, auf die Handlungen, auf Beziehungen zu anderen Menschen? Allein darüber hätte man einen eigenen Roman schreiben können.

Fazit: Das Buch hat als Thriller eine Menge Spaß gemacht, insbesondere der Mittelteil hat mich mit seiner Cyberpunk Atomsphäre sehr gefesselt. Die letzten Kapitel ungefähr vom doppelten Takeshi an fand ich enttäuschend und von der Auflösung des Falles hatte ich mehr erwartet. Durch das "Sleeven" gab es einen sehr guten Aufhänger, der sich wie ein roter Faden durch das Buch zog. Das Sleeven ist auch fast der einzige Grund, das Buch als SF zu bezeichnen.

Wenn man bedenkt, dass wir das Erstlingswerk von Richard Morgan vor uns haben, bin ich angenehm überrascht. Der Überflieger ist das Buch nicht und die expliziten Gewaltszenen rufen bei mir ein starkes Stirnrunzeln hervor, aber die erzählerische Kraft ist gewaltig und ich bin gespannt, wie es mit Takeshi weitergeht.

Sullivan

Bearbeitet von Sullivan, 13 September 2004 - 11:56.


#42 Rusch

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Geschrieben 13 September 2004 - 11:15

Wieviele Punkte (aus 10) würdet ihr dem Werk geben?Bei mir sind es 7 und zwar deshalb, weil die Grundidee zwar super war und Morgan durchaus zu schreiben versteht, sich aber der Autor am Ende ein wenig verzettelt hat und das Buch Längen aufwiese. Aber ich habe es nicht bereut, den Roman gelesen zu haben.

#43 Henrik Fisch

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Geschrieben 13 September 2004 - 11:27

@Rusch:

Bei mir wäre es ein Pünktchen weniger; also 6 Punkte. Ich sehe das genau so wie Du Rusch, aber zum einen hätte ich den Roman nicht mehr gelesen, wenn ich unsere Kritik hier im Forum verfolgt hätte. Zum anderen vergebe ich auch gerne Schulnoten und das wäre bei mir irgend etwas zwischen zwei Minus und drei Plus. Und das wären dann gerade eben keine sieben Punkt mehr. Hier also meine Schulnote:

Schulnote: 3+

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#44 Sullivan

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Geschrieben 13 September 2004 - 11:55

Bei mir wäre es eine 2- was 7 /10 Punkten entspricht mit der gleichen Begründung wie Rusch.

Henrik meinte:

...aber zum einen hätte ich den Roman nicht mehr gelesen, wenn ich unsere Kritik hier im Forum verfolgt hätte.

Hättest du das Buch nicht zu Ende gelesen ohne den Lesezirkel?

Sullivan

Bearbeitet von Sullivan, 13 September 2004 - 11:57.


#45 Henrik Fisch

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Geschrieben 13 September 2004 - 13:15

@Sullivan:

Hättest du das Buch nicht zu Ende gelesen ohne den Lesezirkel?

Ich habe das Buch doch mit dem Lesezirkel zuende gelesen, oder wie darf ich die doppelte Verneinung verstehen? :D

Ok, ich habe mich auch ein wenig unglücklich ausgedrückt. :D Ich hätte das Buch auf jeden Fall zu Ende gelesen. Dafür war es nun wieder zu gut, als dass ich es einfach liegen lasse. Aber hätte ich den Lesezirkel vorher als Entscheidungsgrundlage genommen, dann hätte ich wohl gar nicht erst angefangen.

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#46 Henrik Fisch

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Geschrieben 13 September 2004 - 13:25

Noch eine Kleinigkeit:Vielleicht noch eine kleine Begründung für meine 6 Punkte: Das Buch hatte zwar eine ganz nette Idee, aber der Rest war hemmungslos geklaut: Cyberpunk und Shadowrun, Terminator, und so weiter und so fort. Das war ist zwar klasse geschrieben, aber so klasse nun auch wieder nicht. Und zwischendurch hätte es – wie von Euch ja auch sehr richtig bemerkt – durchaus etwas logischer ineinanderlaufen dürfen.Bis dennen,Henrik
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#47 Sullivan

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Geschrieben 13 September 2004 - 13:55

Hallo Henrik,

Ich habe das Buch doch mit dem Lesezirkel zuende gelesen, oder wie darf ich die doppelte Verneinung verstehen?

Genau, "mit" dem Lesezirkel hast du "zuende" gelesen und meine Frage war, ob du "ohne" Lesezirkel "nicht zuende" gelesen hättest. :D Den Whisky Trinkern unter uns wird aufgefallen sein, dass Richard Morgan weiß wie man einen Single Malt trinkt. Da wird weder gemischt noch sinnlos Eis ins Glas gehauen oder maßlos getrunken. Sullivan

#48 Thomas Sebesta

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Geschrieben 13 September 2004 - 15:24

...Den Whisky Trinkern unter uns wird aufgefallen sein, dass Richard Morgan weiß wie man einen Single Malt trinkt. Da wird weder gemischt noch sinnlos Eis ins Glas gehauen oder maßlos getrunken....

Ich kenn nur ein "Einzelnes Malz" und das wird gelutscht bis die Füllung kommt

Thomas Sebesta/Neunkirchen/Austria<br />

Blog zur Sekundärliteratur: http://sebesta-seklit.net/

Online-Bibliothek zur Sekundärliteratur: http://www.librarything.de/catalog/t.sebesta

Facebook-Gruppe: https://www.facebook...tik.ge/members/


#49 Rusch

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Geschrieben 13 September 2004 - 15:42

Noch eine Kleinigkeit: Vielleicht noch eine kleine Begründung für meine 6 Punkte: Das Buch hatte zwar eine ganz nette Idee, aber der Rest war hemmungslos geklaut: Cyberpunk und Shadowrun, Terminator, und so weiter und so fort. Das war ist zwar klasse geschrieben, aber so klasse nun auch wieder nicht. Und zwischendurch hätte es – wie von Euch ja auch sehr richtig bemerkt – durchaus etwas logischer ineinanderlaufen dürfen. Bis dennen, Henrik

Hi Sullivan, kannst Du mir genauere Angaben geben, bei welchen Büchern sich Morgan bedient hat - vor allem in Hinblick auf das "gesleeve" und die Bewustseinskopien. Ich hätte diese Info gerne, bevor ich meine Rezi schreibe. Danke im Voraus.

#50 Henrik Fisch

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Geschrieben 13 September 2004 - 20:54

@Rusch:

Kuckuck, den vorherigen Text habe ich verbrochen und nicht Sullivan. ;)

Das “sleeven” erinnert mich fatal an den Film “The 6th Day” mit jetzt Governator Arnold Schwarzenegger. Und an einen Roman von David Gerrold (ich hoffe, dass der das war). In letzteren ging es um die langsame Umformung der Erde für Außerirdische. Auffallendstes Merkmal waren riesige superschnelle Würmer, deren Leibgericht Menschen waren. Im zweiten Teil gab es eine Technik, mit deren Hilfe Menschen in anderen Körper schlüpfen konnten. Das ist für Dich jetzt allerdings wohl ein wenig unbefriedigend, weil ich mir beim Autor eben nicht sicher bin und mir eben der Titel ums verrecken nicht einfällt.

Bis dennen,
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#51 Dave

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Geschrieben 13 September 2004 - 21:02

Das “sleeven” erinnert mich fatal an den Film “The 6th Day” mit jetzt Governator Arnold Schwarzenegger.

Mein Lieblingswort ist 'cross-sleeving'.

;)


Mir hat besonders der Erste Teil gefallen, in dem noch viel Kulissenmalerei und auch ‚Literarisches’ zu bewundern war. Alles was mit der Bewusstseinsfrage zusammenhing, wurde dann doch schon ein wenig vernachlässigt. Das hängt aber womöglich mit dem Erzählstil zusammen, denn vieles um uns herum ist uns selbstverständlich geworden. Daher kann man diesen Umstand eigentlich nicht bemängeln. Anders wäre es bei einem Roman gewesen, der sich mit der Forschung und Entwicklung dieser Methoden (Geist und Bits) beschäftigt hätte (Herausforderung!).

Auffallend sind die Brüche im Sti, denn die ausgezeichneten ‚literarischen’ Momente machen nur einen kleinen Teil des Buches aus und tauchen sporadisch auf.

Bei mir trübte sich der gute Eindruck nach Kovaks Besuch im Waffenladen, anschließend war für mich das Buch nur noch –das Wort fiel bereits- abstrus. Gewaltorgien, grobe und schwierig nachvollziehende Wendungen und Interaktionen.
Ehrlich gesagt war meine Konzentration an diesem Punkt schon ziemlich herabgesetzt, und ich sollte vorsichtig sein mit Urteilen über etwas, was ich gar nicht richtig verstanden habe. Nur soviel: Insgesamt hat mir das Buch nicht gefallen. Auch aus der Warte des Thrillers gesehen kann ich nicht sagen, dass ich beeindruckt war, im Gegenteil. Eigentlich weiß ich wirklich nicht, worin der Vorzug des Buches besteht, denn was zählen letztlich gute Ansätze? Auch angesichts der Aussage, dass der Autor die Science Fiction des neuen Jahrtausends definiert (ein weiterer Kandidat).

Übrigens hatte ich bei der Lektüre öfters einen befremdlichen Eindruck, den ich nicht unerwähnt lassen möchte. Ich habe ja schon eine Reihe gruseliger Büchern gelesen, aber bei keinem Autor hatte ich den Eindruck – wie hier -, er hätte eine erotische Affinität zur Gewalt.
Natürlich habe ich einen Autor unterschlagen, und als ich auf Seite 570 folgendes las, schien es mir fast, als hätte de Sade dieses höchst selbst verzapft:
„Menschen sind unbeschränkt verfügbar. Sie reproduzieren sich wie Krebszellen, ob man sie haben will oder nicht (...) Wie können sie dann einen Wert haben? (...)“
Dies einmal als eine subjektive Anmerkung.

#52 Henrik Fisch

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Geschrieben 13 September 2004 - 21:11

@Dave:

Die Punktewertung, Euer Ehren?

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#53 Rusch

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Geschrieben 13 September 2004 - 21:24

@Dave:

Die Punktewertung, Euer Ehren?

Bis dennen,
Henrik

So wie das sich liest, tippe ich, dass Dave dem Buch eine 4 geben würde. Naja, ich hatte den Vorteil, dass ich die Werke, von denen Morgan geklaut hat, nicht kannte und so die Idee des Sleevens für mich neu war.

Kleine Anregung für die Zukunft: Man könnte doch im zweiten (oder letzten Thread) zu einem Buch gleich eine Abstimmung einbauen. Dann kann jeder, nachdem er das Buch gelesen hat, werten. Das setzt natürlich voraus, dass alle Disziplin walten lassen und ersten erst dann abstimmen, wenn das Buch ganz fertig ist und zweitens nur die Abstimmen, die das Werk gelesen haben. Man kann ja sich die Ergebnisse ansehen ohne abzustimmen. Übrigens: Verher kucken geht dann auch nicht, denn wer einmal die Ergebnisse gesehen hat, kann nicht mehr Abstimmen - als vorsicht. Ich denke so etwas würde das ganze schön abrunden und wäre auch nicht mit größerem Aufwand verbunden. Was denkt ihr?

#54 Dave

Dave

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Geschrieben 13 September 2004 - 22:41

So wie das sich liest, tippe ich, dass Dave dem Buch eine 4 geben würde.

Ja, denke ich auch. Ich vermute auch, dass das Buch etwas sacken muss, aber im Moment bin ich wirklich nicht begeistert.

Kleine Anregung für die Zukunft: Man könnte doch im zweiten (oder letzten Thread) zu einem Buch gleich eine Abstimmung einbauen. Dann kann jeder, nachdem er das Buch gelesen hat, werten. Das setzt natürlich voraus, dass alle Disziplin walten lassen und ersten erst dann abstimmen, wenn das Buch ganz fertig ist und zweitens nur die Abstimmen, die das Werk gelesen haben. Man kann ja sich die Ergebnisse ansehen ohne abzustimmen. Übrigens: Verher kucken geht dann auch nicht, denn wer einmal die Ergebnisse gesehen hat, kann nicht mehr Abstimmen - als vorsicht. Ich denke so etwas würde das ganze schön abrunden und wäre auch nicht mit größerem Aufwand verbunden. Was denkt ihr?

Finde ich eine ganz gute Idee, wenn man die Abstimmung immer gleich gestaltet, wäre der Mehraufwand wirklich nicht so groß.

#55 Henrik Fisch

Henrik Fisch

    Soeinnaut

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Geschrieben 14 September 2004 - 06:45

@Rusch:

Man könnte doch im zweiten (oder letzten Thread) zu einem Buch gleich eine Abstimmung einbauen.

Die Idee gefällt mir spontan eigentlich auch sehr gut. ^_^

Bis dennen,
Henrik
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#56 Sullivan

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Geschrieben 14 September 2004 - 08:43

Hallo Rusch,um deine Frage zu beantworten, als Bücher bzw. Geschichten fallen mir spontan ein:* "Lebensgeister GmbH" von Robert Sheckley (verfilmt als "Freejack City"): die Körper von Unfallopfern werden kurz vor ihrem Tod in die Zukunft "transportiert" damit die Reichen und Mächtigen länger leben können* "Das Schloss If" von Jack Vance (Kurzgeschichte): ich verrate lieber nichts...* CYBERCITY von Greg Egan: das Bewusstsein wird in einem Computer simuliert, man lebt sozusagen in einer virtuellen Realität. Die Handlung spielt in der Übergangszeit in der die Technik noch in den Kinderschuhen steckt und die Rechner nicht schnell genug sind* "Diaspora" von Greg Egan: im Grunde der Nachfolger von CYBERCITY, spielt in einer fernen Zukunft mit superschnellen Rechnern* "The golden age" von John C. Wright: spielt ebenfalls in einer sehr fernen Zukunft, alles ist virtuell und (fast) alle Probleme, die mit diesem Thema zusammenhängen, werden erörtertSullivan

#57 Sullivan

Sullivan

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Geschrieben 14 September 2004 - 09:30

Hallo Dave, Morgans Hang zur expliziten Gewalt muss man akzeptieren sonst wird man nicht viel Freude beim lesen haben.

Eigentlich weiß ich wirklich nicht, worin der Vorzug des Buches besteht, denn was zählen letztlich gute Ansätze?

Ich denke die Idee mit dem "Sleeven" war über weite Strecken gut durchdacht und hat das Buch lange Zeit spannend gemacht. In diesem Kontext macht sogar die Gewalt als "organic damage" Sinn. Das Zitat, dass du ansprichst, ist zwar sehr zynisch, würde aber in die "neue Zeit" passen. Hier haben wir übrigens ein hübsches Dilemma: auf der einen Seite wünscht man sich mutige Ideen, Extrapolation der Gegenwart, aber sind wir bereit die Konsequenzen dafür zu akzeptieren? In einer Welt, in der der Tod nicht das Ende sein muss, gewinnt auch die Gewalt eine neue Dimension. Das ist kein Aspekt über den ich ständig lesen möchte, aber ich kenne kein Buch in dem dieses Thema so konsequent durchdacht wurde wie hier. Sullivan

#58 Skydiver

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Geschrieben 14 September 2004 - 10:35

Zum Buch kann ich nur sagen: schade!Zu Beginn war es noch recht spannend, gut geschrieben und unterhaltsam. Zum Ende hin immer zäher und schlicht uninteressant. Wobei als uninteressant definiere ich für mich alle Arten von Drehbüchern. Logig und Tiefgang gehen zugunsten der Action drauf. Solche Bücher will ich nicht lesen. Da schaue ich mir vielleicht den Film an. Darunter fallen zum Beispiel auch die Bücher von Preston Chield oder auch Dan Brown.Richard Morgan´s Buch hinterläßt Erinnerungen an exzessive Gewalt, Selbstjustiz (soweit das Wort „Justiz“ auf Verbrecher anwendbar ist) und ein merkwürdiges Sexualleben zwischen Drogen, Cyberspace und Gewalt. Er kann schreiben! Keine Frage - Aber die interessanten Teile werden viel zu oberflächlich behandelt.(7 für die Story +1 für den Schreibstiel +1 für das Szenario -1 für mangelnden Tiefgang -1 für mangelnde Logik –1 für enttäuschte Erwartungen – Macht 6 Gummipunkte)GrussAlex

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#59 Henrik Fisch

Henrik Fisch

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Geschrieben 14 September 2004 - 13:03

@Rusch:

Mir fällt gerade spontan noch „Biochips“ von William Gibson ein (dass ich den nur vergesen konnte): Da wird gleich zu Beginn des Buches einer gekillt, aber sein Bewusstsein lebt in einem Mainframe-Computer weiter, solange sein Körper neu gezüchtet wird.


@Sullivan:

Den Whisky Trinkern unter uns wird aufgefallen sein, dass Richard Morgan weiß wie man einen Single Malt trinkt. Da wird weder gemischt noch sinnlos Eis ins Glas gehauen oder maßlos getrunken.

Das ist mir auch aufgefallen. Hach … „Glenmorangie, 15 Jahre, Port Wood Finish“ … mmmm! :confused:

Bis dennen,
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#60 Skydiver

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Geschrieben 14 September 2004 - 14:50

Den Whisky Trinkern unter uns wird aufgefallen sein, dass Richard Morgan weiß wie man einen Single Malt trinkt. Da wird weder gemischt noch sinnlos Eis ins Glas gehauen oder maßlos getrunken.

In Schottland wird teilweise mit Wasser getrunken. Langnavulin (oder so :confused: ) wird dadurch erst trinkbar. :D Das ist dann aber ein Wasser mit Torfanteil. Das würde hier keiner trinken!

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