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Steampunk Anthologie - erstes Interview

Eingetragen von Nina, 09.12.2009, 21:16

Noch gar nicht materiell existent und schon im Gespräch: Unsere Steampunk-Anthologie, die bei Arcanum erscheinen wird. Wieder mal mit inhaltlich verzahnten Geschichten, wie das bei den Geschichtenwebern in ihrem Sammelbänden des öfteren vorkommt.

Meine Geschichte spielt – wie sollte es anders sein – in Wien. Gut, ich hatte natürlich bei der Interessensbekundung den Gedanken Steampunk = Science-Fiction = Zukunftswelten, was so natürlich nicht automatisch angenommen werden kann und was sich dann auch als irrig erwies: Nichts damit. Keine Dampfraumschiffe, immerhin war die Vorgabe die Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie!
Kaiserin Elisabeth „Sisi“ ist zu der Zeit zwar schon tot, doch die weiblichen Charakteren neigen dennoch immer noch eher dazu, Korsette statt Cyberimplante tragen.


Logo des Online-Magazins Clockworker.

Aber gut, solange ich persönlich mich in keines reinquetschen muss ...

Genug Spaß für den SF-Fan sollte es dennoch geben, so ist das persönliche Highlight für mich Andreas Grubers dampfbetriebener Teilchenbeschleuniger.

Aber genug der Vorrede: Ich wollte euch ja den Link zum Steampunk-Online Magazin Clockworker geben, in dem ein Interview zur Anthologie erschienen ist:
http://clockworker.de/cw/2009/12/03/deutsc...logie/trackback


Weihnachtsfeier der Science-Fiction Gruppe

Eingetragen von Nina, 08.12.2009, 20:50

Ich nehme mir endlich mal die Zeit, etwas über die Weihnachtsfeier der Science-Fiction Gruppe Wien zu schreiben. War ja das erste Mal, dass ich mit Fans gefeiert habe und gleichzeitig auch die erste Gelegenheit in diesem Jahr, so etwas wie freudige Vorweihnachtsstimmung aufkommen zu lassen.
Dekorierte Auslagen, Schokonikoläuse, Weihnachtswerbung und anderes fängt ja inzwischen so früh an, dass man es bald entweder nicht mehr sehen kann oder lernt, es auszublenden.
Dabei, man höre und staune, bin ich bekennender Weihnachtsfan!

Und wenn alle Feiern so harmonisch und lustig ablaufen wie die, über die hier berichte, werde ich das wohl bis ins hohe Alter bleiben.

Anfangs ging es los wie immer, eintrudelnde Mitglieder, allerdings zum feierlichen Anlass mehr als sonst. Platz suchen, essen, trinken, erste Plaudereien.
Witzig fand ich, dass durch meinen letzten Blogbeitrag ein lange verschollenes Mitglied, Andreas Reinisch, der laut eigenen Angaben vor etwa zwanzig Jahren mal mit dabei gewesen war, wieder zu der lustigen Gemeinschaft zurückfand.
Ich finde das auch irgendwie beruhigend: Manche Dinge haben doch noch Bestand.

Nach einiger Zeit ergriff das Alfred Vejchar das Wort, um der versammelten Gemeinde ein frohes Fest zu wünschen, einen kleinen Rückblick auf das Jahr zu geben, wobei er vor allem herausstrich, dass erfreulicherweise dieses Jahr einige Mitglieder zwar gesundheitlich was mitgemacht haben, aber keiner vom Quiqui, wie er fast liebevoll auf altwienerische Art den Tod allegorisierte, geholt worden wäre. (2008 war in der Hinsicht ja kein so glückliches Jahr, nachdem es das letzte von dem langjährigen Mitglied Ernst Vlcek war, den ich als damals Neuhinzugekommene gerade noch so ein bisschen kennen lernen durfte.)
Anschließend folgte ein Vorausblick auf 2010, denn da hat man noch sehr viel vor, unter anderem ein großes Projekt, das man aber der Öffentlichkeit gegenüber noch unter Verschluss halten möchte.
Aber ich kann nur so viel verraten, dass es die Herzen der Science-Fiction Fans insbesondere in Wien höher schlagen lassen dürfte und dass ich mit meinen Berichten natürlich weiter dranbleibe.

Anschließend folgte das fröhliche Beschenken. Es gab ja einen reichen Gabentisch mit einer Weihnachtspackerlzahl im dreistelligen Bereich, den die Mitglieder reich befüllt hatten.


Hans Langsteiner und Peter Soukoup können mit dem Lesen ihre Büchergeschenke offenbar nicht warten.

Die Geschenke waren mit dem Namen der Beschenkten versehen, aber nur teilweise gaben sich die „Spender“ auch in Weihnachtskarten namentlich zu erkennen, sehr viel wurde praktisch anonym auf den Gabentisch gelegt und dann von Herrmann Urbanek und Alfred Vejchar, der wiederholt angekündigt hatte, das eigentlich nicht mehr machen zu wollen, zu den entsprechenden Leuten gebracht.


Hermann Urbanek skeptisch: Sind die Geschenke etwa für die Kuriositätensammlung gedacht?


Viktor Farkas hat wohl den größten Geschenkeberg! Links davon Robert Christ, rechts Hans Langsteiner.

Dabei war ich total überrascht, dass ich recht reich beschenkt wurde: Neben einer größeren Zahl an Büchern gab es auch noch zwei spannend wirkende DVDs, Süßigkeiten und ein bisschen Kleinzeug.


Im Vordergrund bin ich vor dem noch wachsenden Geschenkeberg. Im Hintergrund wird gerade fließig verteilt.

Der Abend klang schließlich noch beim Anstoßen mit einem Gläschen Sekt, das auf unser Stammlokal ging, aus.


Anstoßen am Ende der Feier.


Boa Esperança

Eingetragen von Nina, 18.11.2009, 22:16

Eine neue Veröffentlichung von mir steht in den Startlöchern - und zwar von der andauernd "fast veröffentlichten" Kurzgeschichte "Trautes Heim, parallel", die auch schon mal einen anderen Titel hatte.
Nun ist es aber tatsächlich konkret geworden, hier die Infos:

Boa Esperança

Hoffnung ist eine der Triebfedern in der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft: gestern, heute und morgen. Guter Hoffnung sind neben Matthias Falke, dem Autor der titelgebenden Story »Boa Esperança«, auch zahlreiche weitere Schriftsteller.



Mit diesen Beiträgen:
Simon Anhut (»Zuhause im Universum«),
Marco Ansing (»Der Gesang der Thiniden«),
Frederic Brake (»Gefühlsecht«),
Tom Cohel (»Wolkenfieber«),
Christian Damerow (»Der Tempel ist hier«),
Barbi Delvalle (»Mediziner im Weltall: Esperanza in Gefahr«),
Andreas Dresen (»Würfel Nummer 13«),
Simone Edelberg (»Cyber Cat«, »Ich heiße Anna«),
Arno Endler (»Maus«),
Sascha Erni (»Qoph«),
Manuela P. Forst (»Freitagnacht«),
Maren Frank (»Weihnachten 2050«),
Steffi Friederichs (»Projektion«),
Christiane Gref (»Das Reich der Möbel«),
Christian Günther (»Familie Bollmann richtet sich ein«),
Frank Hackenbruch (»Das Geheimnis seines Erfolgs«),
Nina Horvath (»Trautes Heim parallel«),
Rainer Innreiter (»Nächster Schritt«),
Konrad Jakob (»Mietnomade«),
Carsten Knittel (»Der Mann ohne Namen«, »Der Junge mit dem Fernglasauge«, »Der Herr der Besen«),
Christian Künne (»2053«, »Der Blick in der Stimme«, »Stellvertreterkrieg«),
Olaf Lahayne (»Der Trabant«),
Mark-Denis Leitner (»KEMs: Keine Einsamkeit mehr«, »G-Wake«),
Chris Lind (»Der iridianische Kreidekreis«),
Kay Löffler (»Das Thanatos-Experiment«),
Ernst-Eberhard Manski (»Urbania«),
Gerald Meyer (»Die Regulatoren des Mars«),
Robert na’Bloss (»Acid House <2009 Japanese Remix>«),
Clemens Nissen s.ps. (»Die verdammten dreißig Minuten«),
Sandra Rehschuh (»Es ist an der Zeit«),
Bernhard Röck (»In der toten Stadt«),
Karolin Salmen (»Die Maske fällt«),
Regina Schleheck (»Lost in Space«),
Susanne Schnitzler (»Nebenverdienst zur Weihnachtszeit«),
Mathias Sorg (»Projekt «Mondkorrektur««),
Michael Stappert (»Unterschätzt«),
Achim Stößer (»Bem«),
Ian Ulster (»Thereza«, »Willkommen«),
Christian Weis (»Mutagenese«),
Bernhard Weißbecker (»Gesang der Odai«),
Katrin Zulauf (»Zinnherz und Silberstern«)


Vorbestellen auf Amazon


Science-Fiction Fans in Weihnachtsstimmung

Eingetragen von Nina, 16.11.2009, 10:36

Die Tage ging bereits die Liste rum, wer nun zu der Weihnachtsfeier der Science-Fiction Gruppe Wien kommen wird. Derzeit wären das sechzehn Teilnehmer, was für die Kreise ja bekanntermaßen eine erkleckliche Gästezahl ist.

Nachdem ich letztes Jahr nicht konnte und auch noch nicht so lange dabei bin, wird das für mich dann die erste Feier dieser Art. Da habe ich mal nachgefragt: Wie feiert man denn eigentlich so als Mitglied der SFGW?

Nun, man macht, was man bei normalen Treffen auch macht. Man trifft sich abends in der Gaststätte, plaudert, isst und trinkt.


Edith Eder und ich beim SFGW-Stammtisch. Das vor mir ist angeblich die kleine (!) Portion Holzhackersteak.

Programm in der Art von Vorträgen gibt es allerdings an dem Tag keines – schade eigentlich, das letzte Mal war wieder sehr interessant. Peter Sokoup hat da über das Science-Fiction Museum in Seattle gesprochen.


Feilschen beim Bücherflohmarkt

Natürlich haben die Fans auch immer jede Menge überschüssiger Bücher, die dann beim Flohmarkt in einer Ecke auf neue Besitzer warten.
Bei der Weihnachtsfeier werden derlei Dinge jedoch verpackt, auf einen Haufen geworfen und dann neu verteilt – so zumindest habe ich das verstanden. Na da bin ich mal gespannt, wie die große Umverteilaktion dann abläuft!


Und noch ein Blick in die Runde (zumindest ein Teil davon)


Lesung Franz Zeller

Eingetragen von Nina, 13.11.2009, 19:29

Richtig Lust hatte ich gestern zwar nicht, gleich nach unserer spät angesetzten Grabungsnachbesprechung noch zu einer Lesung zu fahren, aber ich weiß inzwischen: Wenn man mal den inneren Schweinehund überwindet, lohnt es sich meist dann doch.

Ich kam also genau pünktlich in der Buchhandlung Mord und Musik an, wo sich angesichts des recht überschaubaren Publikums wohl auch andere der innere Schweinehund geplagt hatte.

Als Autor mag man das ja nicht unbedingt, aber als Gast ist es natürlich ideal. Man kommt leichter mit den Leuten ins Gespräch, auch mit denen, die man noch nicht kennt und auch mit dem so nicht allzu sehr beschlagnahmten Autor.

Dieses Mal war es ja praktisch ein Überraschungsei, ich hatte von der Lesung im Newsletter der Buchhandlung erfahren und war ohne je was vom Autor Franz Zeller gelesen zu haben, einfach mal hingegangen.
Er las aus seinem Krimi Herzlos, der seinem Titel folgend mit Morden in einer Salzburger Herzklinik beginnt.


Franz Zeller bei seiner Lesung im Mord und Musik

Der Autor witzelte noch beim Signieren, er könne in ein Buch mit so einem Titel schlecht „herzlich“ reinschreiben ...

Mir hat die Lesung sehr gut gefallen. Franz Zeller hat flüssig und abwechslungsreich gelesen und dabei immer wieder mit dem Publikum geredet. Und anschließend konnte ich noch ein wenig mit den Anwesenden plaudern.
Das ist das Schöne an solchen Lesungen, man kann einfach hingehen, bekommt vorgelesen – etwas, das die eigene Mama irgendwann man aufhört, weil man zu alt dafür ist, aber kann man dafür jemals zu alt werden? – und findet auch wenn man keine Begleitung mitbringt, jemanden für interessante Gespräche.


Nachbericht: The Dark Side of Manga

Eingetragen von Nina, 07.11.2009, 20:36

Auch schon wieder einige Zeit vorbei: Die Dark Side of Manga. Dieses Mal war die Anreise problemlos, ich war schon zuvor in der Gegend Linz und konnte bequem im Auto mitfahren, da der Verein MACO dort einen Stand betrieb.
Im Grunde genommen ist es von dort aus ein Katzensprung nach München, zumindest gemessen an der Strecke, die ich für den BuchmesseCon zurückgelegt habe.

Wir waren also schon vormittags dort und fuhren am weitläufigen, ehemaligen Industriegelände vor. Die Dark Side of Manga scheint am ehesten mit einem Gothicmarkt vergleichbar, der auch gleichzeitig ein wenig in Richtung Comicbörse geht. Aber vor allem wird das natürlich von dunklen Gestalten beherrscht.

Bei den Ständen war man an und für sich auch schnell durch, wobei ich dazusagen muss, dass ich mir zwar ganz gerne dunkle Sachen bin, aber auch selbst kein Goth bin (ich trage schwarz zwar gerne, bin aber je nach Lust und Laune selbst Kleidern in hellrosa nicht abgeneigt) und vor allem keine Unsummen für Klamotten ausgebe – und im unteren Preissegment ist die übliche Bekleidung für dunkle Gestalten ja nicht gerade.

Neben einfach nur schwarz gab es aber noch andere Outfitexperimente: Wir witzelten noch am Stand über einen "Kerl", von dem man nur sehen könnte, dass der weitgehend kahle Hinterkopf mit Kunstblut behandelt worden war.

Ich freute mich dann auch richtig, als der Verleger Torsten Low des gleichnamigen Verlags und seine Frau und Managerin Tina ankamen. Gerade, als wir im Gespräch waren, kam die blutbespritzte Gestalt die wir schon vorher bemerkt hatten und deren Gesicht an manchen Stellen auch ein wenig zermatscht wirkte, auf mich zu.
„Hallo Nina!“
Was, verdammt noch mal kenne ich denn für Leute?
Im ersten Moment wusste ich angesichts der wirklich gelungenen Verkleidung echt nicht, wohin ich diese Person stecken sollte. Ich brauchte einige Momente, bis mir einschoss, dass es die Autorin Simone Edelberg war, die ich ja erst vor kurzem auf dem BuchmesseCon persönlich kennengelernt hatte!

Als die Identität klar war, zogen wir uns dann erst mal auf einen Kaffee zurück, wo wir ausführlich über das Schreiben, unsere Projekte und was es sonst noch so interessantes gibt, plauderten.

Später gesellte sich dann noch der Autor Martin Skerhut dazu, auf den ich auch schon wahnsinnig gespannt gewesen war. Immerhin habe ich mit dem Autor jetzt auch schon viele Jahre lang zu tun, ohne ihn je persönlich getroffen zu haben.

Etwas versteckt ging eine Treppe nach oben zu den Lesungen, ich glaube, dass in der psychedelischen Umgebung – immerhin war die Decke mit zerlöchertem Stoff verhängt, der in aberwitzigen Bahnen verlief – Hinweisschilder aufgehängt waren, dass Drogenkonsum illegal ist, sagt schon einiges über die Bude aus.

Ich hörte mir nicht alle Lesungen an, denn bei einer ganzen Reihe lässt ja auch mal die Aufmerksamkeit nach, aber Simone, die in ihrem extravaganten Styling ihr Buch Auch Zombies brauchen Liebe präsentierte und dazu extra ein Gummibein aus ihrer Handtasche rausfischte (ja, die Herrn der Schöpfung haben immer schon gerätselt, was sich in den großen Damenhandtaschen verbirgt, jetzt ist das Geheimnis endlich gelüftet!) und aufstellte, konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.


Simone Edelberg bei ihrer Lesung - im Zombie-Style und mit "Drittbein".

Ebenso wenig wie Martin, der mich zunächst zwar mit seiner Aussage enttäuschte, sicher nichts über schwule Elfen zu lesen, der aber Geschichten mit keineswegs anders veranlagten anderen Fantasiegestalten zum Besten gab. Dabei hatte er es mit seinem Publikum alles andere als leicht, immerhin bekam ein junger Bursche während der Lesung einen derartigen Lachkrampf, dass ein normales Fortfahren kaum noch möglich war.


Torsten Low und ich präsentieren die Anthologie "Metamorphosen".

Ganz am Ende präsentierte Torsten unsere gemeinsame Anthologie Metamorphosen, wobei er für eine Geschichte rund um eine „spezielle“ Schokolade extra vorher und nachher Schokolade im Publikum verteilte. Aber wer bis zu einer Lesung um 21:00 durchgehalten hatte, ließ sich dann durch eine Horrorgeschichte auch nicht sonderlich den Appetit stören – es soll bei früheren Terminen schon zartbesaiteteres Publikum gegeben haben.

Aber überhaupt war es eine lustige Runde, klein, dafür aber sehr aufmerksam und wirklich mit Feuereifer am Mitfiebern während des Lesens, was ich auch beim Vortragen meiner eigenen Geschichte aus dem Buch merkte.


Ich beim Lesen meiner Kurzgeschichte.

Anschließend war leider schon Aufbruchstimmung – der Tontechniker war überhaupt gleich zu Beginn der Lesung gegangen und hatte dabei gleich auch mal das Mikrofon abgedreht, was aber zum Glück nicht sonderlich viel machte.
Ich war dann noch zum Signieren da, wobei mir etwas wirklich Peinliches passierte: Ein junger Mann ließ sich das Buch „für Sven“ widmen und wie ich halt so bin, wollte ich nicht nur meinen Namen reinsetzen, sondern auch etwas reinschreiben. Als ich gerade mitten im „Danke für den Besuch der Lesung auf der …“ war, kam der entsetzte Zwischenruf: „Aber das Buch ist doch nicht für mich!“
Mir war das Ganze wirklich sehr unangenehm. Ich selbst hatte außer meinem Buch, in dem „unverkäufliches Belegexemplar“ eingestempelt war, auch keinen Band mit, um es eventuell auszutauschen.
Ich rettete mich schließlich unter den Spötteleien meiner Kollegen damit, dass ich hinten noch „durch einen Stellvertreter“ dranschrieb. Ich kann nur hoffen, dass Sven das lustig findet …


BuchmesseCon 2009

Eingetragen von Nina, 01.11.2009, 22:11

Neulich stand wieder eine Veranstaltung an, die für mich inzwischen zum jährlichen Höhepunkt geworden ist: Der BuchmesseConvent, eine kleine Buchmesse in Dreieich nahe Frankfurt für Kleinverleger aus dem phantastischen Bereich. Nahe ist es ja nicht gerade hin, aber das hat mich wieder mal nicht abgeschreckt.
Ich verzichtete dieses Mal gänzlich auf eine Übernachtung vor Ort, auch wenn ich schon am Vortag losfuhr. Die Fahrt im Nachtzug nach Frankfurt dauert immerhin elf Stunden.

Ist aber auch witzig, dass man auf solchen Reisen tatsächlich mit Fremden zum Plaudern kommt. Abends und dann wieder frühmorgens unterhielt ich mich am Gang mit einer sehr netten Dame eines benachbarten Abteils, die zum ersten Mal das Abenteuer Frankfurter Buchmesse anging – dann Probeliegen im Abteil, wo ein Italiener in der obersten Koje bereits vor Abfahrt in Wien selig schlummerte. Die beiden anderen aus meinem Abteil, ein junger Koch und ein Theaterwissenschaftsstudent, hatten ebenso wie ich erst einmal Einschlafprobleme auf den harten, schmalen und geländerlosen Pritschen des ungarischen Zugs – also noch mal ab in den Speisewagen, wo wir zusammen noch ein Bier als Schlummertrunk zu uns nahmen. Danach ging es auch ganz gut, immerhin bin ich inzwischen schon ausgerüstet mit eigenem Schlafsack und Polster, ganz im Gegenteil hatte ich dann morgens Stress, weil wir doch recht knapp geweckt wurden und ich in etwa einer halben Stunde Kaffee trinken, zwei Semmeln frühstücken, mich umziehen, schminken, kämmen, waschen und meine Sachen zusammenpacken sollte, was sich in der Zeit unmöglich ausgehen kann – selbst wenn der Waschraum nicht besetzt ist.
Ein Teil davon blieb dann auf der Strecke, aber selbst nach S-Bahn und Bus war ich noch relativ zeitig in Dreieich. Draußen schon traf ich auf das erste bekannte Gesicht, das des Fantasyautors Philipp Bobrowski, der mich auch gleich auf einen Kaffee einlud. Ich nehme mal, zerstrubbelt und verschlafen wie ich war, sah ich wohl so aus, als könnte ich einen vertragen.
Nach und nach füllte sich auch der Messeraum und die letzten Stände wurden aufgebaut, während ich erst noch mal mit dem Kamm in der Hand verschwand. Besonders bei den Geschichtenwebern, die wie jedes Jahr als besonders große Gruppe zusammenkamen, gab es ein großes Hallo.

Besonders freute ich mich dann auch, als der Verleger Torsten Low eintraf. Ich weiß, wenn man jemanden trifft, sollte man diesem erst einmal ins Gesicht sehen, aber bei Torsten fiel mir das schwer. Der Grund dafür war sein T-Shirt, auf dem groß das Cover zu unserer Anthologie Metamorphosen – Auf den Spuren H.P. Lovecrafts prangte!
Ich hatte das druckfrische Buch, das ich später auch präsentieren sollte, bislang noch nicht in Händen gehalten, umso gespannter war ich darauf.
Es ist aber einfach toll geworden! Das von Chris Schlicht gestaltete Titelbild natürlich auf jeden Fall, aber dazu noch der Druck und die Aufmachung, die liebevollen Details wie die Zierrahmen zu Beginn jeder neuen Geschichte ...!

Die nächsten Stunden über war ich praktisch die ganze Zeit auf Achse. Die Programmpunkte sind praktisch alle so interessant, dass ich sie mir über ein Jahr verteilt irgendwo in Wien wohl größtenteils anhören würde – dass ich relativ selten zu Lesungen gehe, liegt nämlich daran, dass es fast nie etwas in meinen bevorzugten Genres gibt.
Beim BuCon kam ich aber nicht sehr weit, ohne auf Leute zu stoßen, die mich in ein Gespräch verwickelten. Oder ich sie. Vor allem natürlich Personen, die mir schon von früheren BuCons her bekannt waren, wie beispielsweise Thomas „Gus“ Backus, der meine Blödeleien in Horrorforum zum Thema Signieren tatsächlich erst genommen hatte und ein Autogramm „auf die nackte Haut“ wollte. Nach einigen Sprüchen wie „dafür ist dein Name ja zu kurz“ (habe ich übrigens schon mal erwähnt, dass der Mann ein großes Ego hat? – In dem Zusammenhang möchte ich besser nicht mutmaßen, welchen Körperteil Gus ursprünglich im Sinne hatte) nahm ich dann doch lieber seinen Arm als Schreibfläche.


Der signierte Thomas Backus

Oder dann traf ich auch auf Leute, die mich schon sehr früh gefördert haben: Zum einen Uwe Post, in dessen Fanzine Thunderyear ich meine erste Genreveröffentlichung überhaupt hatte und der unser Zusammentreffen auch gleich für ein Foto mit dem Earth Rocks Magazin nutzte.
Oder Michael Schneider, bei dem ich meine erste Anthologieveröffentlichung in Schattenseiten absolviert habe und zu dem ich die Jahre über immer wieder Kontakt hatte – allerdings noch nie die Möglichkeit, ihn jenseits des BuCons zu treffen.
Im Takt von wenigen Minuten sprach ich mit interessanten Menschen, teilweise war es leider nur ganz kurz. Bei Markus Korb war ich zunächst so verpeilt, dass ich keine Ahnung hatte, wer das sein sollte und warum er zu mir kam. Ich hatte ja nach der bewegten Nacht – die wie erwähnt auf die unruhige Fahrt im Zug und die unbequemen Liegen zurückzuführen war, und nicht, wie böse Zungen behaupten könnten, darauf, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes nachts zwischen zwei jungen Männern gelegen hatte – und immer wieder phasenweise kleinere Aussetzer. Und Aussagen wie „ich bin doch wegen der Anthologie hier!“ tragen auch nicht gerade dazu bei, die Verwirrung aufzulösen.
Daneben gab es aber für mich wirklich neue Gesichter, wie Bernd Perplies, mit dem ich neulich über Myspace näher in Kontakt kam und mit dem ich auch einen Büchertausch (Fluchbringer gegen Schildkröte) gemacht hatte.
Und und und ...


Uwe Post und ich posieren mit dem neuen Earth Rocks Magazin.

Sogar das Mittagessen war sozusagen eine Geschäftsbesprechung mit einem Verleger, mit dem ich was Neues aushecke. Was genau und mit wem schreibe ich hier sicher noch, sobald es spruchreif ist, aber es sieht so aus, als könnte ich in ein paar Monaten wieder eine Anthologie ausschreiben.
Aber wie gesagt, das ist erst einmal Zukunftsmusik und erst einmal stand die Verleihung zum Deutschen Phantastik Preis an. Zu dem Zeitpunkt hatte ich auch endlich durch viel Rumfragen eine Mitfahrgelegenheit an den Frankfurter Hauptbahnhof gefunden, da ich sonst mit dem einmal stündlich fahrenden Bus und der S-Bahn wohl mit sehr viel zeitlichem Puffer aufbrechen hätte müssen. Notfallplan B wäre noch gewesen, mir zusammen mit Hermann Urbanek, der ein Hotel in Bahnhofsnähe hatte, ein Taxi zu teilen.
So kam das freundliche Angebot genau richtig und ich fragte dann auch gleich für Hermann mit, wobei ich hier dann auch gleich auf die Bühne zeigen konnte: „Ach ja, das ist der da ganz rechts.“ Den DPP hat er zwar dieses Jahr nicht gewonnen, aber immerhin eine Ehrenurkunde des Deutschen Science-Fiction Clubs überreicht bekommen, was auch sehr feierlich war. Bei mir bricht ja dann immer bei Landsleuten ein wenig der Lokalpatriotismus aus. Finde ich überhaupt witzig, mir sind neben Hermann noch drei weitere Österreicher über den Weg gelaufen, Berta Berger als Geschichtenweberin sowieso, dann noch Bettina Ferbus, die ich zuletzt auf der Vienna Fantasy Gaming Con gesehen hatte, sowie Christian Pree, der für seine umfangreiche SF-Bibliographie bekannt ist.


Hermann Urbanek bekommt eine Ehrenurkunde. Also wirklich, verkehrt halten ist schlecht für Fotos!

Nach der Preisverleihung, die auch wirklich gut moderiert wurde, ging es dann an die Lesung der Geschichtenweber. Dieses Mal hatten wir da relativ wenig Stress mit dem Rübergehen, aber auch vor Ort. Wir lachten sogar noch herzhaft, als wir sahen, dass man durch Verhängen der Tische mein Markenzeichen, die extravagante Strumpfhose, sabotiert hatte.


Geschichtenweberlesung. Von links nach rechts: Berta Berger, ich, Maike Schneider

Dieses Mal sollte ich gleich zweifach mitwirken, die Anthologie Metamorphosen vorstellen und auch gleich daraus lesen. Ich lese sehr gerne vor, aber frei reden mag ich gar nicht. Andererseits dachte ich mir dann auch, dass es ja eigentlich bei guten Reden, die ich gehört habe, gar nicht so sehr darauf ankam, was derjenige erzählt hat, sondern wie. Und was sollte die Worte besser tragen als die Freude über ein neues Werk und jahrelange Begeisterung für ein Thema?
Also dieses Mal einfach drauf los, ohne Stichwortzettel und es ging dann auch tatsächlich ganz gut. OK, es schreibt ja auch keiner mit und analysiert den Text durch, was mein Glück ist.


Das Publikum bei der Lesung der Geschichtenweber.

Das Lesen klappte auch, aber ich war wegen des Mikrofons etwas unzufrieden. Abgesehen davon, dass es andauernd zu kippen drohte, war es zu weit oben und auch so eingestellt, dass es sofort seine Wirkung verlor, wenn man den Kopf nur wenige Zentimeter bewegte. Notiz für mich: Das nächste Mal weg mit dem Mikrofon und einfach so lesen. Dann kann ich Augenkontakt mit dem Publikum halten und meine Aufmerksamkeit wird nicht durch den Gedanken abgelenkt, wie lange es wohl dauert, bis das Gerät Übergewicht bekommt und mir auf die Nase fällt.
Danach konnte ich noch den Rest der Lesung genießen – am Anfang war es ja leider so, dass ich mir zu sehr überlegt habe, was ich sagen will, als dass ich mich da wirklich zurücklehnen hätte können.
Danach brach die Gruppe in ein Lokal auf, ich musste allerdings schon kurz nach elf wieder in Frankfurt sein, da dann mein Zug zurückging. Ich wäre ja lieber später gefahren, aber das war der letzte ohne Umsteigen bis Wien.

Zumindest theoretisch. Praktisch sah es so aus, dass ich völlig geschafft war und mich darauf freute, die Augen zuzumachen – aber der Zug kam nicht. Erst eine Stunde später.
Danach wollte ich es mir so richtig gemütlich machen. Rein in den Jogginganzug, das Gepäck auf die Ablage, den Polster zurechtgerückt und rein in den eigenen, kuschelig warmen Schlafsack.
Als ich dann endlich den Schlaf der Gerechten schlief, fing es an, im Abteil zu stinken. Ich war viel zu müde, um mich darum zu kümmern und dachte noch, dass das wieder mal die Bremsen sind, aber der Geruch nach verschmortem Gummi wurde penetranter. Meine Mitreisenden fingen schließlich an zu diskutieren und machten das Licht an.

Letztendlich vermuteten die Bahnangestellten einen Kabelbrand, der Zug hielt an und wir mussten alle mit Sack und Pack mitten in der Nacht außen rum marschieren und in einen anderen Wagon.
Dabei ist auch meine Jacke auf der Strecke geblieben. Aber das habe ich dann erst morgens gemerkt, erst einmal war mein einziger Gedanke: Schlafen. Was mit dem einzigen Gedanken einer Mitreisenden kollidierte: Raus hier.
Denn hier gab es eine Milchglasscheibe in der Tür, was wiederum Platzangst auslöste.
Natürlich weiß ich, dass Menschen mit Platzangst nicht anders können, aber kann man es mir unter den Umständen verübeln, dass allein meine Müdigkeit mich davon abgehalten hat, die Dame von oben herab mit Gepäckstücken zu bewerfen?
Na toll, erst mal Diskussion eines Ehepaars und dann blieb die Tür einen Spalt offen. Als würde es nicht auch schon so laut genug rattern und rumpeln!
Morgens gab es nicht mal Frühstück, dabei wäre angesichts der nächtlichen Unannehmlichkeiten eigentlich ein Kaviarbrötchen fällig gewesen.

Und trotzdem: Es ist weit, es ist eine widrige Anreise, man erlebt unangenehme Überraschungen mit der Bahn, aber: Ich will auch nächstes Jahr wieder zum BuCon!!!




Interessante Beiträge zum BuchmesseConvent 2009:

Simone Edelberg:
http://wortkuss.wordpress.com/2009/10/19/b...toimpressionen/

Thomas Backus:
http://backus.blogg.de/eintrag.php?id=111#kommentare

Philipp Bobrowski:
http://philippbobrowski.wordpress.com/2009...on-war-zu-kurz/

Torsten Scheib :
http://torstenscheib.blogspot.com/2009/10/bucon-2009.html

Anke Brandt:
http://www.geisterspiegel.de/index.html?ba....html~mainFrame

Linda Köberl:
http://www.literra.info/kolumnen/kolumne.p...SESSID=whqjbzwp

Fantasyguide:
http://blog.fantasyguide.de/?p=938


Cthulhu-Anthologie "Metamorphosen" zum Vorbestellen!

Eingetragen von Nina, 21.09.2009, 21:38

Endlich steht unsere Cthulhu-Anthologie in den Starlöchern:

Metamorphosen - Auf den Spuren H. P. Lovecrafts

Geschichten über Menschen, die aus ihrem Alltag gerissen werden und sich einem Schicksal stellen müssen, das an Ekel und Bizarrerie ihre Vorstellungen übersteigt. Sie sind die Auserwählten, die Wiedergeburt einer Rasse, die sich anschickt, den Planeten ein weiteres Mal zu erobern.



Autoren/Geschichten:

Sascha Erni - Der Journalist
Thomas Backus - Die versunkene Stadt
Timo Bader - Der Veränderte
Markus Niebios - Die Anstalt
Nina Horvath - Zombies für einen Tag
Sabrina Eberl - Die Ausstellung
Samuel White - 3,5
Marco Bianchi - Der Kenotaph des Kagemni
Chris Schlicht - Symbiose
J.C. Prüfer - Die Schokolade des Herrn Bost
Carsten Steenbergen - Der Fluch des Zulu
Christian Stobbe - Portrait eines sterbenden Mannes
Robin Haseler - Das Erbe
Christian Damerow - Der gute Gott

Herausgeber: Sabrina Eberl, Manuel Bianchi und Nina Horvath
Titelbild von Chris Schlicht

Jedes Exemplar ist nummeriert und enthält einen Downloadcode für die CD Devourer der Band Sorrowfield.
Erscheint voraussichtlich am 11.10.2009.
ISBN 978-3-940036-03-2
gebundener Ladenpreis 11,90 Euro (plus Porto und Verpackung)

Subskriptionspreis (Vorbestellungspreis): 10,90 Euro (plus Porto und Verpackung)
(gilt nur, wenn bis zum 11.10.2009 bestellt und bezahlt wird, Auslieferung erfolgt ab 12.10.2009)
Das Buch kann hier bestellt werden:
http://nr1-shop.de/cgi-bin/shopserver/shop...&subid=1309


Ankündigung: Lesung nächsten Dienstag

Eingetragen von Nina, 20.09.2009, 08:48

Am Dienstag steht bei mir wieder eine Lesung im Arena Beisl Wien an. Dieses Mal handelt es sich um so eine Art Retrospektive, bei der auftretende Autoren der letzten Saison noch mal im Schnelldurchlauf Werke zum Besten geben. Immerhin habe ich da bis zu einer Viertelstunde Zeit, was für eine Lesung, die mir praktisch zugeflogen ist und wo ich auch keine Organisationsarbeit übernehmen muss, ja echt nicht übel ist.

Gäste sind natürlich wie immer bei freiem Eintritt herzlich willkommen!

Zeit: 22.September 2009, 20:00
Ort: Arena Beisl, Baumgasse 80, 1030 Wien


Grabung in Gbely

Eingetragen von Nina, 19.09.2009, 16:23

Mit meinem nunmehr vierten Auslandsaufenthalt für dieses Jahr bin ich in letzter Zeit ganz schon rumgekommen!
Dieses Mal ging es für ein paar Tage nach Gbely. Es handelt sich dabei um einen netten Ort in der Slowakei, wo man Geschäfte großer Ketten vergeblich sucht und man durchaus so seine Schwierigkeiten haben kann, sich auf Deutsch oder Englisch mit den Einheimischen verständigen zu wollen.

Urlauber soll es angeblich wegen eines Badesees und zum Schwammerlsuchen dorthin ziehen, aber für beides hatten wir natürlich während unserer Grabung keine Zeit – aber an vergnüglichem Programm immerhin das Kennenlernen der ausgezeichneten Küche und des ebenfalls hervorragenden, wenn auch etwas herben Biers aus der Gegend.


Die Grabungsstelle in Gbely.

Unsere Grabungsstelle lag in einer aufgelassenen Ziegelei und glücklicherweise war auch vor Arbeitsbeginn schon ein Bagger da, was uns einiges an grober Arbeit ersparte.
Es handelt sich kurz zusammengefasst um Ablagerungen eines ehemaligen Sees, wie man auch an den aufgefundenen Muscheln sehen kann. Besonders interessant sind hierbei Spurenfossilien, durchaus längere verzweigte Gänge (die später mit Sediment ausgefüllt wurden und sich nun als rötliche „Würstel“ präsentieren), die man erfassen und auch in die Tiefe verfolgen kann.


Das bin ich beim Ausgraben eines Spurenfossils.


Vienna Fantasy Gaming Con - Nachbericht

Eingetragen von Nina, 14.09.2009, 17:54

Jetzt war auch wieder Vienna Fantasy Gaming Con, dieses Mal aber mit anderem Konzept als bisher: Während die beliebte Convention noch im Vorjahr tatsächlichen Messecharakter mit Verkaufs- und Ausstellerständen hatte, wo neben Läden aus der Stadt auch der Wurdackverlag zu Gast war und Spielerunden so nebenbei liefen, setzte man dieses Jahr auf ein „VIP-Konzept“ mit hundert geladenen Gästen.

Fragt man sich natürlich, wie ich an eins der begehrten, sogenannten „goldenen Tickets“ gelangt bin – nun, wie so mancher vielleicht vermuten würde, nicht als It-Girl der Fantasyszene, sondern tatsächlich in sinnvoller Mission und zwar als Jurymitglied für den Schreibwettbewerb.

Zunächst war ich mal am Veranstaltungsort, das altehrwürdige Lokal Kaiserwalzer, das tatsächlich wie ein Überbleibsel aus der österreichisch-ungarischen Kaiserzeit wirkt.
Das Gelächter war zwar groß, als herumgewitzelt wurde, man hätte dort Ratten in der Küche – wer jetzt beunruhigt ist, dem kann ich jedoch versichern, dass das Essen fachgerecht und sicherlich auch hygienisch einwandfrei zubereitet wird und man sich damit darauf bezog, dass das Rollenspiel mit dem schönen Namen Ratten eben vor Ort präsentiert und in Küchennähe abgelegt wurde.

Zunächst einmal war ich vor Ort und war etwas eingeschüchtert davon, dass die Leute bereits in Gruppen zusammensaßen und ich niemanden kannte.
Zum Glück sah ich dann doch noch ein vertrautes Gesicht von einem jungen Herrn, der als Supporter für Pegasus-Spiele unterwegs ist. Da ließ ich mich dann kurzerhand auf eine Runde Pandemie ein, wo es darum geht, die Welt vor einer Virenepedemie zu retten – nachdem ich gerade erst von einer schlimmen Mageninfektion genesen war, war mir das Thema ja nicht so fremd.


So sah es auf der Vienna Fantasy Gaming Convention aus.

Nach und nach kamen dann noch mehr Leute, die ich kannte und ich konnte mich vom Organisator Harry, der auch einen recht netten Comic- und Fanartikelshop besitzt, dann auch zum Rest der Jury leiten lassen.
Die Jury ging bei den wenigen Beiträgen die Sache recht locker an und etwa neunzig Prozent der Zeit, wo ich mit am Tisch gesessen bin, wurde über Puppenfilme, Kleinkinderpsychiatrie und Fernsehserien geredet. Aber egal. Platz 1 war ja so unumstritten, dass wir uns da ja auch wirklich nicht die Kehlen wund diskutieren mussten.

Viele Beiträge waren es auch nicht, aber bei dem Thema hat es mich auch nicht gewundert. Aufgabe war es, ein Kurztheaterstück zu dem Bild von einem grimassenschneidenden Mann zu schreiben, der schon eine gewisse Ähnlichkeit mit Harry aufzuweisen hatte. Das war eine echt reife Leistung der Teilnehmer, dass ihnen da überhaupt was dazu eingefallen ist – und noch dazu was Unterhaltsames.


Das Vorgabenbild für den Schreibwettbewerb.

Die Preisverleihung wurde zu einer recht zwanglosen Sache, aber was ich so gesehen habe, war der Preis für die Gewinner des Schreib- und des Rollenspielwettbewerbs zumindest ein ganz schön hoher Stapel. (Zu meiner großen Überraschung war tatsächlich eine Ausgabe von Disturbania dabei, wo ich ja mit einer Kurzgeschichte vertreten bin.) Gegen Ende konnte zum Glück noch die Schreibwettbewerbssiegerin Bettina Ferbus aufgetrieben werden, immerhin hat sie es mit ihrem Beitrag verdient, den Applaus auch noch zu genießen.
Ich kannte Bettina ja schon vorher persönlich (wobei ihr Sieg so einstimmig war, dass ich wegen des Vorwurfs der Voreingenommenheit keine Gedanken zu machen brauche), witzigerweise trotz dem Umstands, dass sie Österreicherin ist, nicht von hier sondern aus Deutschland vom BuchmesseConvent.


Wettbewerbsgewinnerin Bettina Ferbus (links) und ich.

Was die Veranstaltung betrifft, so bin ich etwas zwiegespalten. Einerseits war es eine schöne Sache und es gab gute Stimmung – alles bei freiem Eintritt und dazu noch kostenloses Essen.
Andererseits ist es nun noch mehr eine Insiderveranstaltung geworden, bei der Neue fast nur dazustoßen können, wenn sie jemanden kennen, der sie dorthin begleitet. Und natürlich war das Programm neben formlosen Spielerunden auch deutlich reduziert.


Vor allem eines: USA-Reise!

Eingetragen von Nina, 13.09.2009, 21:51

Wenn einer eine Reise tut, kann er was erzählen – so sagt man jedenfalls.
Bei mir schaut es so aus, als wäre ich nur gereist und hätte gar nichts zu berichten. Aber ganz so stimmt das natürlich auch nicht, nur weil man mal sein Blog schleifen lässt, heißt das schließlich noch lange nicht, dass man nichts mehr zu sagen hätte. Im Gegenteil, man ist da ja immer so in einer Zwickmühle: Ist viel los, kommt man nicht zum Bloggen, ist nichts los, ist man zwar meist hochmotiviert, kann der Welt aber auch nicht viel mehr als seine Weltanschauung mit Hang zu Selbstmitleid oder in welche Richtung das auch immer gehen mag, präsentieren.

Jedenfalls war ich zwischenzeitlich zwei Mal verreist. Das eine war eine Woche reiner Erholungsurlaub Kreta, Sonne, Strand, Meer, faulenzen und lesen, wobei in einer Woche da auch nicht unendlich geht.

Das andere war schon eine etwas größere Sache und zwar eine Nordamerika Reise. Für mich war es auch überhaupt das erste Mal, dass ich aus Europa rausgekommen bin. Das Ganze lief als paläobotanisch-paläozoologische Exkursion der Universität Wien über nahezu drei Wochen.
Der Flug mit Umsteigen in Krakau und Chicago erst einmal nach Denver, wo wir auch die erste Nacht auf amerikanischem Boden verbrachten. Überhaupt waren fast täglich in einer anderen Unterkunft – meist Inns größerer Ketten mit entsprechender Standardausstattung, dann wieder Motels wie eins mit dem schönen Namen „Swiss Mountain Motel“, das jedoch als einziges echtes Highlight eine tatsächlich besuchte Kolibritränke (!) zu bieten hatte. Oder ein tatsächliches Saurierthemenmotel, das von der Idee her zwar nett war, wo das Bett aber so durchgelegen war, dass ich morgens vermisst wurde – dabei lag ich schlafend da, nur halt tief eingesunken und mit der Bettdecke über den Kopf. Interessant war auch die kleine Hütte im Yellowstone Nationalpark, wo dann die Waschbären am Dach rumturnten.
Gesehen und erlebt habe ich so wahnsinnig viel, dass ich gar nicht alles erzählen kann. Immerhin war das ja auch eine richtige Rundreise von Colorado über Utah, durch Wyoming nach Montana, South Dakota, Nebraska und wieder zurück.


Grand Teton Nationalpark. Das Bild bringt vor allem die Erkenntnis, dass ich auf Fotos oft recht witzig aussehe!

Unterwegs haben wir einige Museen gesehen und natürlich viele, viele interessante Orte besucht.
Darunter natürlich einige Nationalparks wie natürlich Yellowstone, wo nicht nur die Tierwelt, sondern auch die Geysire beeindruckend sind. Allerdings war der berühmte Old Faithful eine echte Enttäuschung, umlagert von Menschenmassen verliert ja alles seinen Reiz und der Ausbruch sah mehr wie das Einschalten eines Rasensprengers aus. Allerdings gab es andere Geysire mit wunderbaren Farben durch die Bakterien und es ist echt ein tolles Gefühl, der Wind Schwaden von warmem Wasserdampf herweht und man da mitten durchgeht.


Reiche Tierwelt: Bisons!

Daneben waren wir noch in den Nationalparks Grand Teton, Windcave und Badlands, wobei mich insbesondere die karge Landschaft letzter beeindruckte.


Die beeindruckende Landschaft der Badlands.

Geologisch interessante Punkte waren der Devil´s Tower, eine hohe, vermutlich vulkanisch entstandene Steinsäule und wenn wir schon bei Felsen sind, durfte ein kurzer Besuch bei Mount Rushmore und den eingemeißelten Präsidentenköpfen nicht fehlen.

Und natürlich kam auch das Besichtigen von Fossilfundstellen und wo erlaubt auch das Sammeln nicht zu kurz! Teilweise tragen die Orte, wo es was gibt, auch schon Namen, die einiges versprechen, wie Fossil Butte oder Dinosaur.


Auf der Suche nach fossilen Fischen in Kemmerer.

Für mich wird die Reise auf jeden Fall zur bleibenden Erinnerung, neben den Sehenswürdigkeiten gab es natürlich auch noch viel Spaß unterwegs mit den Kollegen, mit denen ich allein über eine Woche lang über den Yellowstone-Flyer lachen konnte. (Warum muss ein Trapper auch den doppelt anzüglichen Namen Beaver Dick tragen!)
Natürlich war es schon anstrengend und vor allem nachher brauchte ich eine Woche, um wieder zu einem normalen Schlafrhythmus zurückzufinden. Gelohnt hat es sich dennoch auf jeden Fall und wer weiß schon, ob ich je wieder in meinem Leben die Möglichkeit haben werde, eine vergleichbar aufregende Reise zu machen?



Ich lese beim Open Air Festival in Haag!

Eingetragen von Nina, 06.08.2009, 19:16

Die Besucher des Open Air Festivals in Haag erwartet über eine Woche lang ein vielfältiges Programm mit Musikerauftritten, Filmen und Lesungen.
Am Samstag, dem 16. August, kann man gleich fünf Bands genießen, die laut Veranstalter "Psychodelic Rock" bieten. Ab 17:00 gibt es dann Lesungen und der Abend wird schließlich mit Filmprogramm abgeschlossen.


Auftritt von Nina Horvath: 17-18:00

Veranstaltungsort:

Böllerbauer, A-3350 Haag, Salaberg 36 - Open Air.

Eintritt: 15 Euro (enthält 5 Bands, 3 Lesungen - Nina Horvath, Manuela Führer, Florian Stummer, Kino; Camping mit Eintrittskarte frei)


Ich fliege in die USA!

Eingetragen von Nina, 18.07.2009, 19:34

Morgen früh ist es so weit: Ich fliege in die USA! Los geht es vom Flughafen Wien und dann von Krakau weiter nach Chicago und dann nach Denver. Das Ganze ist eine Exkursion von der Universität aus. Ich bin dann am 6. August wieder daheim.
Folgendes Programm steht an:

• Denver: Museum, Florestan (fossile Pflanzenfundstelle)
• Dinosaur National Monument, Red Cliffs, Flaming Gorge
• Vernal: Museum, Bridger Formation, Eozän
• Kemmerer: Tynsky Quarry, Fossil Butte National Monument
• Yellowstone National Park
• Bighorn Basin, Eozän‐Oligozän


Andreas Gruber im Narrenturm

Eingetragen von Nina, 08.07.2009, 19:26

Neulich war Andreas Gruber im Narrenturm. Nein, nicht eingewiesen, denn eine psychiatrische Klinik ist das im 18. Jahrhundert errichtete Bauwerk schon lange nicht mehr. Er hatte dort eine Lesung zu seinen Büchern Die Engelsmühle und Schwarze Dame.
Zwei Thriller – und zunächst schon es so, als müssten die Besucher erst einmal beweisen, dass sie das passende Nervenkostüm mitbringen, um die Veranstaltung zu überstehen. Der Narrenturm ist nämlich inzwischen ein anatomisch-pathologisches Museum. Erst musste man sich über fünf Stockwerke über die schmale Treppe hinaufbewegen, dann in einen stillen Gang, vorbei an einer Reihe krankhaft verformter Skelette.


Andreas Gruber während seines Vortrags.

Die Lesung selbst fand in einem kleinem Raum statt. War aber gut vorbereitet, mit professionell betreutem Büchertisch und überhaupt recht engagierten Veranstaltern. Als Autor fühlt man sich ja mitunter auf verlorenem Posten, wenn man von Vorstellung bis über den Verkauf alles machen muss und es kann nicht hoch genug geschätzt werden, wenn alles passt.

Ich habe mich dann auch total gefreut, dass Andreas noch vor der Lesung ein bisschen tratschen gekommen ist. Als Einstimmung und in der Pause legte dann ein DJ noch Platten auf. Während der Lesung war Andreas professionell wir immer und die Veranstaltung hat mir gut gefallen. Außerdem habe ich zufällig noch einen anderen alten Bekannten, den Autor Thomas Fröhlich, wiedergetroffen. Wir waren dann im Anschluss an die Lesung noch im Hof des Alten AKHs, das heute ein Universitätscampus ist, in einem Lokal ein Bier trinken.


Gastgartenbesuch nach der Lesung.


Am Golf von Triest

Eingetragen von Nina, 01.07.2009, 23:43

Ich war jetzt wie angekündigt eine Woche am Golf von Triest, um einen Kurs mit der Universität zu absolvieren. Untergebracht waren wir in Monfalcone in Italien (unweit der slowenischen Grenze) in zwei sehr schönen Ferienhäusern.

Am ersten Tag hieß es gleich um 3:00 raus aus den Federn und Abmarsch in voller Montur. Nachdem es regnete, entschied ich mich neben den Seestiefel für die durch und durch wasserdichte Kombi aus Regenjacke und –hose. Ich erinnere mich noch an den Ausspruch eines Professors bei einer meiner ersten Exkursionen: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung!“

Nun gut, ganz so atheistisch bin ich auch wieder nicht ...
Jedenfalls bewährte sich das Schuhwerk gleich mal, nachdem wir ein paar Hundert Meter rausgestapft waren und langsam das Wasser immer tiefer wurde. An der Grenze für normale Gummistiefeln gab es dann auch kurzfristig einen kleinen Volksaufstand.
Jedenfalls wurden dann an drei verschiedenen Stellen Proben genommen und insgesamt waren wir auch nur vier Stunden draußen, der Rest war dann Laborarbeit in der Naturkundestation an der Isonzomündung.


Im Watt mit gefangener Krabbe.

Am zweiten Tag immerhin eine halbe Stunde später aufstehen, nachdem sich herausgestellt hat, dass man im Dunkeln doch nicht so gut arbeiten kann. Es regnete dann auch heftiger während so netter Beschäftigungen wie das Messen der Einregelung von Molluskenschalen. Man muss sich das so vorstellen, man steckt ein Quadrat im Meer ab, legt den Kompass an immer eine Muschel- oder Schneckenschale und misst. Dann ruft man durch, ob Muschel oder Schnecke, bei Muscheln ob ein- oder zweiklappig, dann nimmt man entsprechendes raus, bestimmt die Gattung und wirft dann weg, während daneben einer steht und versucht, das auf einem aufgeweichten Blatt Papier festzuhalten.
Ach ja, das Ganze tut man sich übrigens an, um zu sehen, wie das so ist mit der Strömung und der Orientierung leerer Schalen. Dann sieht man, wie das heute ist und kann beim Auffinden fossilier Schalen dann wieder Rückschlüsse auf die damalige Strömung ziehen. Bei leeren, wohlgemerkt. Eine Schnecke hat beim Vermessen zu meiner Verblüffung plötzlich Beine bekommen und ist mir davongelaufen. Da war nämlich ein Einsiedlerkrebs drinnen ...


Beim Bestimmen der Orientierung von leeren Schalen mit dem Digitalkompass.

Allerdings waren wir insgesamt gesehen doch vor allem damit beschäftigt, dann im Labor die Organismen aus den Proben zu sortieren. Mach an und für sich Spaß, hängt sich aber an, wenn man mal bei der 1500. Schnecke im Millimeterbereich derselben Art angekommen ist.

Da kam dann Donnerstag recht, dass wir eine Bootsfahrt gebucht hatten. Mit Bademöglichkeit im Meer. Na ja. Wäre schön, wenn man nicht schon im Pulli an Deck frieren würde. Die meisten waren zwar trotzdem drin, auch, um frische Muscheln für das Abendessen zu sammeln, aber da hatte ich echt keine Lust drauf. Zumal ich mit irgendwelchen eleganten Hechtsprüngen ohnehin nicht mithalten kann und damit, unelegant und bibbernd ins Wasser zu klettern, kann ich ohnehin keinen beeindrucken.

Am Freitag hatten wir dann Exkursionstag und endlich schönes Wetter. Teilweise war die Aussicht atemberaubend und auch so die Stellen zum Besichtigen nicht ohne.
Was wir eigentlich im Antarktismuseum gemacht haben, weiß aber keiner so genau. Da haben uns die italienischen Geologen, die dazugestoßen sind, voller Begeisterung hingeschleppt. Zu sehen gab’s vor allem Schautafeln in fast ausschließlich italienischer Sprache, dazu Stücke wie ein Zelt das so aussah als könnte Amundsen auf seiner Südpolexpedition darin geschlafen haben. (Über den habe ich übrigens mal ein dickes Buch gelesen, das mir sehr gut gefallen hat, also ich bin sicher nicht so, dass ich die Thematik an sich uninteressant finde.) Dass es echt seins war, bezweifle ich – stand nicht dabei und warum zum Kuckuck sollen das ausgerechnet die Italiener haben?


Exkursionstag - endlich Sonne!

Aber immerhin gab’s dann noch schöne Sachen zu sehen wie eine Felswand mit deutlicher Kreide/Tertiärgrenze im Gestein und zum Abschluss noch eine Fundstelle für Spurenfossilien, wo ich immerhin unter anderem die ganz typische Grabspur eines Seeigels fand.

Am Samstag war dann noch alle Auswertungen fertigmachen und anschließend die Ergebnisse als Power Point Vortrag zu präsentieren.
Sonntag war im Großen und Ganzen nur noch Abreise. Überhaupt sind wir erstaunlich viel rumgefahren, was beweist, dass ich immerhin zwei Bücher gelesen habe – da habe ich nämlich nur beim Fahren reingeschaut, der Tag war immerhin lang genug und das abendliche Zusammensitzen mit den Kollegen war auch zu nett, als dass ich Lust gehabt hätte, mich in üblicher Manier zum Lesen zu verkriechen. Konsumiert habe ich dabei Der Himmel, so weit und schwarz, einen beeindruckenden Science-Fiction Roman sowie die Phantastikanthologie Als ich tot war, was einen wissenschaftlichen Mitarbeiter unseres Instituts entsetzt hat, weil man seiner Meinung nach im schönen Italien lieber Bücher in der Art von „Als ich fröhlich war“ lesen sollte.
Daneben machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp in Aquileia, einerseits zum kulturellen Sightseeing, andererseits zu einem kurzen Besuch bei einem Weinbauern, der gleich mal eine Weinkost improvisierte, wo einfach ein paar gutgefüllte Gläser die Runde gingen.

Zu Hause merkte ich dann, dass die Woche doch sehr anstrengend gewesen war. Aber auf jeden Fall war sie eine interessante Erfahrung!


Sammelneuigkeiten aus dem Autorenuniversum

Eingetragen von Nina, 19.06.2009, 18:11

In letzter Zeit war ich viel zu sehr mit meinen Exkursionen beschäftigt – das heißt aber nicht, dass sich in meinem Leben als Autorin so rein gar nichts getan hätte!
Abgesehen mal von ein paar ungelegten Eiern wie beispielsweise der Teilnahme an einem Steampunk-Projekt, wo jeweils drei Geschichten inhaltlich miteinander verknüpft werden. Da ist die Geschichte fertig, aber da gibt es noch Verbesserungsvorschläge, die eingearbeitet werden müssen, was natürlich für einen Autor immer etwas ist, wozu er sich förmlich hinprügeln muss.

Weiters hatte ich ja beim Earth Rocks Wettbewerb zum Thema „Home, sweet Home“ eine Parallelweltgeschichte eingereicht. Nun, die Jury war voll des Lobes und es gab da folgende Kommentare:
„Phantasievoll geschrieben.“
„Ein typischer Horvath. Mehr gibt es nicht zu sagen. “
„Schön bildhaft geschildert“

Und dann?
Nun, das gute Stück kam auf den vierten Platz. Ist zwar schön, wenn man merkt, dass man was kann, aber bekanntermaßen wird die lederne Medaille üblicherweise nicht verliehen. Also habe ich mich dann doch geärgert.

Allerdings nicht allzu lange. Denn dann kam die Zusage, dass meine Geschichte mit dem Titel „Trautes Heim, parallel“ gedruckt wird – sofern ich einverstanden bin. Aber nicht von Earth Rocks, sondern von SFCD. Dass ich tatsächlich mit dabei sein werde, kann man auch im SFCD-Blog nachlesen: Hier klicken.

Doch wie das? – Nun, mit PSI-Kräften hat das nichts zu tun, auch wenn ich gerne des öfteren schon mal einem Verleger gerne den telepathischen Befehl erteilt hätte, einen meiner Texte zu drucken, ging es auf durchaus erklärliche Weise zu: Earth Rocks und der SFCD arbeiten nämlich zusammen. Das klingt zwar ganz erstaunlich, dass zwei Vereine mit Schwerpunkt Science-Fiction sich gut vertragen und sinnvoll zusammenarbeiten – wenn man sich anschaut, wie in der Szene mitunter auf Mord und Brand gestritten wird – ist aber so.
Gut für alle Beteiligten – mich besonders. Dann kommt der Text also im Storycenter und man darf gespannt sein, was uns Michael Haitl als zukünftiger Herausgeber darin servieren wird. Könnte aber durchaus ein Leckerbissen werden!

Eine weitere Science-Fiction Anthologie mit mir dabei wird im Sarturia Verlag erscheinen. Der Text ist angenommen, würde lektoriert und dieses von mir eingearbeitet. Schaut also so weit ganz gut aus und ich hoffe, bald wieder Neues zu dem Thema bloggen zu können.

Last but not least gibt es Neuigkeiten zu unserer Cthulhu-Anthologie, die einen Verlagswechsel hinter sich gebracht hat: Sie wird nun bis spätestens Herbst dieses Jahres im Torsten Low Verlag erscheinen. Ich denke, dass sie in diesem auf Phantastik spezialisierten kleinem Verlag gut aufgehoben sein wird – zumal der Verleger selbst Fan des Cthulhu-Mythos ist. Allerdings müssen wir das noch vertraglich besiegeln, was aber hoffentlich kurz und schmerzlos über die Bühne gehen wird.


Ab ins Watt mit passendem Schuhwerk!

Eingetragen von Nina, 18.06.2009, 19:28

So, nächste Woche geht es dann für einen Kurs zu „Fossilisation und Paläoökologie“ für eine Woche an den Golf von Triest. Ich bin selbst gespannt darauf, was mich genau erwartet. Was ich jedenfalls weiß, ist, dass wir auf jeden Fall an mindestens zwei Tagen um 3:00 aufstehen müssen, um ins Watt rauszumarschieren.
Am Montag kann ich mich dann schon mal ans frühe Aufstehen gewöhnen, da ist um 7:30 Treffpunkt, was auch wesentlich früher ist, als ich sonst rausmuss. Aber mal schauen, jammern kann ich nachher schließlich immer noch!

Im Zuge meiner Vorbereitung habe ich mich auch extra in eine der letzten Männerdomänen vorgewagt: Und damit meine ich weder die Kaserne (die zwar vis a vis meines Zielortes war, die ich aber nicht besucht habe), noch den Science-Fiction Stammtisch, der ja so frauenlos auch wieder nicht ist.

Nein, ich war im Großgerätebaumarkt, um mir Seestiefel zu kaufen. Im normalen Baumarkt gab es die nicht, im Internet sah es auch schlecht damit aus: Zum einen gab es fast nur große Größen (als ob nur grobschlächtige Kerle so was brauchen würden!), teils unkalkulierbare Lieferzeiten, Preise meist im dreistelligen Bereich und so nebenbei musste ich etwas herausfinden, was ich eigentlich niemals wissen wollte: Es gibt tatsächlich Leute mit einem Fetisch für bis über die Knie reichende Gummistiefel!

Die Dinger mögen ja ganz praktisch sein, gerade für eine Mimose wie mich, die leicht friert und dementsprechend nicht wild drauf ist, frühmorgens stundenlang mit nassen Füßen im Meer zu stehen, aber ein sexueller Anturner?!? So hässliche Teile? Also das gehört wohl zu den Dingen, die mir ewig rätselhaft bleiben werden.

Ebenso wie die Frage, wozu die Bänder auf der Seite gut sind. Ein wenig sehen sie ja wie Hosenträger aus, aber selbst für mich und angesichts der Tatsache, dass es die Dinger zu groß sind, weil offenbar unter Größe 40 kein Kundenbedarf besteht, sind die zu kurz dafür. Ich habe mich schon gefragt, ob man die Dinger vielleicht um die Hüften schlingt und dann miteinander verhakt. Oder ob man da einen Gürtel tragen sollte und das so ein ähnliches Konzept wie bei Strapsen hat?
Nun ja, vielleicht hat ja noch ein Leser meines Blogs einen Tipp für mich und hilft mir, eines der Mysterien meiner kleinen Welt zu lösen.


Ratloskeit: Was tun mit den seitlichen Bändern der Seestiefel?

Hätte ich aber wohl gleich im Laden fragen sollen. Aber ich bin mir dort, wo sonst nur Männer für irgendwelche Baufirmen eingekauft haben, schon seltsam genug vorgekommen. Da war ich froh, als ich wieder weggekommen bin.


Exkursion in die Donauau

Eingetragen von Nina, 22.05.2009, 14:48

Diese Woche war dann die letzte Exkursion, dieses Mal waren wir im Nationalpark Donauauen und dabei auch tatsächlich Bootfahren.
Ja, Bootfahren. Ich war selbst überrascht davon, wie sich das mit einer Lehrveranstaltung zu Aktuopaläontologie verträgt.
Aber im Grunde genommen erstaunlich gut. Mal abgesehen davon, dass es natürlich auch Paläontologen und solche, die es werden wollen, Spaß macht, bei strahlendem Sonnenschein stromabwärts zu schippern.


Die zweite Gruppe, vom Boot aus fotografiert.

Immerhin soll man ja beobachten, wie etwas heute aussieht, zum Beispiel Spuren, die von Lebewesen hinterlassen werden und sich dann Gedanken dazu machen, wie es im Vergleich dazu fossil aussieht.
Insgesamt gesehen war es recht gemütlich, rudern musste man kaum. Zwischendurch waren wir auch mal an Land.
Nach der Mittagspause ging es noch auf eine Wanderung durch die schöne Donauau. Wirklich störend waren nur die gewaltigen Gelsenschwärme, wobei ich mich nicht ganz sicher bin, ob nun die Insekten oder der Gestank von Mückenabschreckungscremes, die alle großzügig aufgetragen hatten, lästiger war.
Jedenfalls war es noch ein schöner Ausflug und es hat mir richtig gut getan, auch mal wieder in die Natur zu kommen.


Eine Libelle im Nationalpark Donauauen.


Exkursion am Freitag

Eingetragen von Nina, 17.05.2009, 22:34

Am Freitag war schon wieder die nächste Exkursion. Dieses Mal waren wir auch wieder in etwa in der selben Gegend, um zwei Sand- und Schottergruben zu besuchen.
In der ersten war es jetzt nicht wirklich zu klettern, aber doch sehr steil nach oben, was inbesondere auf dem lockeren Sandgrund lästig war, da man keinen sicheren Stand und schnell die Schuhe voll Sand hatte.


Aufstieg zu den fossilführenden Schichten.

Es gab einige Pflanzenfossilien zu begutachten, ebenso wie einzelne Muscheln und Schnecken, die jedoch leicht zerbröselten. Die zweite Grube war hingegen total toll, da konnte man so richtig klassisch, wie man es sich vorstellt, Platten spalten und da war alles voll mit Pflanzenfossilien.


Ein Pflanzenfossil


Das bin ich beim Herausschlagen von Stücken an der Wand mit dem Geologenhammer.

Nach einer Pause in einem Lokal ging es dann noch in guter Stimmung nach mal an den Autobahnaufschluss im Gablenztal. Immerhin wird hier das Sammeln mit der Eröffnung der Autobahn nicht mehr so leicht möglich sein und es ist auch eine wirklich lohnende Fundstelle. Ich habe auch dieses Mal wieder was gefunden, selbstverständlich massenweise Schnecken (so ungeschickt, keine zu finden, kann man sich dort gar nicht anstellen), abe besonders stolz bin ich auf zwei Fischzähne, auf die ich beim Herumtstochern gestoßen bin.


Die Gruppe am Autobahnaufschluss Gablenztal.

Dass ich neben dem und auch meinem üblichen Alltag nicht allzu viel zum Schreiben komme, ist natürlich verständlich. Aber ich merke auch, wie gut es mir tut, nicht immer nur zu Hause herumzusitzen, sondern auch mal wieder rauszukommen.


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