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181 Antworten in diesem Thema

#181 Dyrnberg

Dyrnberg

    Cybernaut

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Geschrieben 12 March 2019 - 21:23

Die dritte Staffel von "Fargo" erzählt in einer Nebengeschichte von einem Science Fiction Autor, der einen Roman schreibt über einen Roboter, der quasi ewig lebt und Zivilisationen kommen und gehen sieht. Erinnerte mich gestern Abend, als ich die Folge sah, an "Enola in Ewigkeit".



#182 Armin

Armin

    Entheetonaut

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Geschrieben 17 April 2019 - 07:54

Ein Nachtrag aus meiner "Im-März-gelesen-Liste":

 

Lag eine Weile rum, aber ganz allgemein habe ich den letzten zwei, drei Jahren jede Menge Anthologien, Magazine und Storysammlungen gekauft und sauber im Regal ungelesener Bücher archiviert. Da steht auch noch einiges von Dozois (RIP), Strahan oder Clarke und anderen, das unbedingt mal gelesen werden muss … Highlights aus meiner Sicht: die Geschichten von C.M. Dyrnberg, Heidrun Jänchen und Horst Pukallus, mit kleineren Abstrichen Marcus Hammerschmitt. Für eine Bewertung der Illustrationen bin ich der falsche Ansprechpartner.

 

Gleich drei Vorworte, das ist natürlich speziell, aber ebenso natürlich der Situation geschuldet: Silberjubiläum (Redaktion), ein Herausgeber (Olaf Hilscher) hört auf, der Verleger (Jürgen Eglseer) verkündet, dass sich die Wege von Verlag und Magazin trennen. Hätte man sicher auch in einen Text packen können. Und wenn das Inhaltsverzeichnis vor den Vorworten stünde, würde ich‘s jetzt beim noch mal nachblättern leichter finden.

 

Dirk Alt: Die totale Obsoleszenz

Schöne Idee, aber leider schnarchlangweilig erzählt. Zwölf Seiten, inklusive Illustration, können sich auf diese Art und Weise gefüllt furchtbar lang dehnen. Solche Geschichten an den Anfang eines Buchs zu stellen, kann dann schon mal dazu führen, dass die Lust zum Weiterlesen eher gering ausgeprägt ist …

 

Gustavo Bondoni: Die zehnte Umlaufbahn

Sehr … hmm … poetisch. Gepackt hat mich‘s nicht. Oder, um beim Stichwort „Winter“ zu bleiben: hat mich kalt gelassen. Sorry.

 

C.M. Dyrnberg: Intervention

Na endlich, es geht los. Das wäre eine gute Geschichte zum Auftakt gewesen. Bitterböse und zum Schmunzeln, mit einer (wenigstens für den Ich-Erzähler) netten Überraschung zum Ende. Gelungen.

 

Marcus Hammerschmitt: Entkoppelt

Ich bin nicht der größte Fan von Marcus Hammerschmitt, aber hier habe ich wenig zu meckern. Keine spektakuläre, sondern eine eher ruhig erzählte Geschichte, die mich aber trotzdem von Anfang bis Ende gefesselt hat. Das liegt sicher am etwas skurrilen Setting, an den schwer zu durchschaubaren Figuren und am konsequenten Ende.

 

Heidrun Jänchen: Baum Baum Baum

Sehr schön, nach Längerem mal wieder was von Heidrun zu lesen. Sie ist ja fast noch fauler geworden als ich, was einfach nur schade ist. Das belegt auch diese clevere konstruierte, launig geschriebene Story. Bitte, bitte, Heidrun: mehr davon. Wenn das in der Biografie hinten erwähnte politische Engagement (das ja auch in die Geschichte geflossen ist) schuld an der fehlenden Produktivität sein sollte: Sind in Thüringen dieses Jahr auch Kommunalwahlen? Wenn ja: Jenaer, macht euer Kreuz an der richtigen Stelle ...

 

Tobias Reckermann: Der unbekannte Planet

Das Problem hier ist das Fehlen echter Figuren. Bis dann tatsächlich mal zu einer Person umgeschaltet wird, die nicht einmal einen Namen bekommt, ist das Interesse an der gar nicht schlechten Idee längst erloschen.

 

Hans Lammersen: Das Evangelium nach Erasmus

Ich mag Zeitreise-Geschichten, und auch wenn hier ziemlich brav biblische Stationen abgeklappert werden, habe ich die Story gerne gelesen – etwas mehr Überraschungseffekt hätte aber sicher nicht geschadet. Wie es gelungen ist, Judas zu klonen, frage ich mich lieber nicht ...

 

Michael Schmidt: She's so unusual

Da habe ich sprachlich so meine Probleme. Wenn „die Seile im Raum crossen und den besonderen Touch taken“ wirkt das erst einmal ein bisschen bemüht. Schlimmer aber, wenn der Autor seine Sprache dann nicht durchhält und mehr und mehr ganz normale Sätze anbietet, als hätte er am Anfang nur mal was ausprobieren wollen. Die eigentliche Story geht bei dieser unkonsequenten Erzählweise dann auch irgendwie verloren.

 

Thomas Sieber: Enola in Ewigkeit

Fängt richtig gut an, erzählt die eigentlich witzige Idee aber durch die Länge der Story und den irgendwann Geschichtsbuch-trockenen Stil aber leider zu Tode. Man sehnt das Ende dann schon herbei, aber nicht, weil man es vor Spannung nicht mehr aushält … Widersprüchlich, aber wahr: Habe ich trotzdem gern gelesen. Vielleicht auch, weil das Ende erfreulich konsequent ist.

 

Norbert Stöbe: Das Museum der toten Dinge

Lange Absätze, wenig Handlung und wenig Neues (wie viele solcher Museums-Storys hat‘s schon gegeben? Eher zu viele als zu wenige), offenes Ende – unterm Strich unbefriedigend.

 

Wolf Welling: Beide, der Wärter und der Gefangene

Überhaupt nicht mein Ding, dieses umständlich Gestelzte mit „Er, der Wärter“ und „ihn, den Gefangenen“. Immerhin: Die Pointe habe ich ehrlicherweise nicht kommen sehen.

 

Sven Klöpping: Buddha stirbt

Eine Fingerübung, ganz nett, aber ohne größeren Eindruck zu hinterlassen.

 

Horst Pukallus: Selfie mit Alien

Schöner Abschluss des Prosa-Teils nach doch einigen schwächeren Geschichten: Mit bissigem Humor geführter Dialog über Fremdenfeindlichkeit.

 

Im Sekundarteil habe ich die Smart Cities ignoriert, mich gerne an Christian Weis erinnern lassen und aus Christopher Priests Nachruf auf Brian W. Aldiss mitgenommen, dass wohl auch Aldiss ein netter Kerl war.




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