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Der Attentäter


17 Antworten in diesem Thema

#1 scal

    Giganaut

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Geschrieben 15 February 2009 - 23:23

Hier gehts zur Story Der Attentäter
Viel Spaß beim Lesen und bewerten und viel Erfolg für die Geschichte.
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#2 Jürgen

    CyberPunk

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Geschrieben 20 February 2009 - 19:45

Das ist die erste Geschichte aus dem laufenden Wettbewerb, die ich lese.... und undankbarer Weise ist es eine Story, die extreme Schatten besitzt. Nun könnte man sagen, dass dort, wo viel Schatten ist, auch eine starke Lichtquelle sein muß. Deshalb versuche ich in meiner Kritik, beides zu berücksichtigen.

Beginnen möchte aber mit den Schwächen, denn allgemein bleibt das Fazit bzw. der Schluß einer Kritik am längsten im Gedächtnis.

Stilistisch ist es eher "Hausmannskost", was wir hier geboten bekommen. Einige unnötige Wort- und Ausdruckswiederholungen springen schnell ins Auge und die erzählerischen Fähigkeiten des Autors lassen noch eine Menge Spielraum nach oben erkennen.
Während des lesens habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie ich die Story erzählen würde und stellte fest, dass die Thematik nicht ganz so einfach zu "erzählen" und umzusetzen ist. Es lauert nämlich eine gewisse Komplexität in der Story selbst.
Nach dem dritten Lesen bin ich aber überzeugt, man hätte die Geschichte mit einem wesentlich besseren Spannungsfaden entwickeln können. Auch einige "Locations" funktionieren nicht richtig; da wäre etwas mehr Feintuning nicht schlecht gewesen. Dass der One-Night-Stand nichts davon merkt, was der (Nacht)Partner macht, ist nicht wirklich logisch und raubt der Story ganz schön die Glaubwürdigkeit.
Der Hauptprotagonist bleibt unnötig blaß - und das ist imho ein Kardinalsfehler in einer Story. Hier erkennt man die Konzentration des Autors auf den Verlauf der Geschichte... und darunter leiden die Figuren.

Bei den Stärken steht auf der Haben-Seite, und das ist jetzt kein Widerspruch in sich, ebenfalls die Umsetzung der Thematik. Es ist nämlich gar nicht so leicht, einem an und für sich gut "abgearbeitetem" Thema neue Impulse zu geben. Das Klonen von Staatschefs zwecks "Unverwundbarkeit" der Machtverhältnisse ist wirklich schon hunderte Male aufgegriffen worden. Das "Umdrehen" eines Attentäters zum eigenen Nutzen eher seltener. Deshalb ist der Schluß der Geschichte auch mein Highlight des Textes. Nicht, dass ich mich beim Lesen durchquälen musste... sooo schlimm wars dann doch nicht.
Was mir noch positiv auffiel, war die Aussage der Story - ungewöhnlicher Denkansatz, den man nicht unbedingt teilen muß, aber interessante Aspekte bietet. Muß man erst einmal darauf kommen.

Fazit:
Ein durchgenudeltes Thema mit einem überraschenden Schluß - stilistisch im Bereich dessen, was ein Amateurautor leisten kann (bzw. mindestens leisten sollte, wenn er weiterhin schreiben möchte) Es offenbaren sich einige Fehler, die mit mehr Erfahrung (und steigendem Anspruch an sich selbst) wahrscheinlich immer weniger werden. Alles in Allem eine durchschnittliche Autorenleistung, die für einen Print nicht ausreichen dürfte.

Punkte von mir für diese Story folgen zu einem späteren Zeitpunkt

Gruß
Jürgen
Aus dem Weg! Ich bin Sys-Admin...

#3 heschu

    Giganaut

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Geschrieben 20 February 2009 - 20:58

Richtig warm bin ich mit der Story nicht geworden. Gefallen hat mir, dass z.B. im Laufe des Textes geschickt die Gleichen erwähnt wurden. Ich habe mich zwar über den merkwürdigen Namen des Geheimbundes gewundert, doch die Aufklärung erfolgte ja dann.
Auch das Ende ist ungewöhnlich, für mich jedoch nicht so nachvollziehbar. Die Gleichen wissen, wer der Attentäter ist und lassen ihn erst ein paar Leute umbringen, bevor sie mit ihm reden? Hätten sie es nicht einfacher haben können?
Autorin des SF-Hörspiels "Der Schweif des Diabolus"
http://hpsch.blogspot.com/
  • (Buch) gerade am lesen:Das Licht der Hajeps von Doska Palifin
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#4 Yoscha

    Cybernaut

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Geschrieben 23 February 2009 - 17:06

-An einigen Stellen kam mir die Zeichensetzung unglücklich vor. Ausrufezeichen ohne wirklichen Grund zur besonderen Betonung, Nicht- und Halbsätze.

-Show don't tell. Es gibt zwar literarische Werke, die ihre Qualität grade durch das reine Erzählen und Erklären gewinnen, aber dort wird es konsequent durchgezogen. Hier nicht. Wir haben ein Ping-Pong Spiel zwischen Handlung und handlungsunterbrechenden bis -störenden Erzähleinschüben (was bereits bei der Einleitung beginnt, die wie ein Fremdkörper über der eigentlichen Geschichte liegt).

-An einigen Stellen hapert es für mich mit der Plausibilität. Beginnend bei der Prämisse der Geschichte, dass Europa von heute an in weniger als 20 Jahren zum balkanisierten Bürgerkriegsgebiet mutiert. Wie Jürgen schon schrieb

Zitat

Dass der One-Night-Stand nichts davon merkt, was der (Nacht)Partner macht,...
an der Stelle tat ich mich ebenfalls schwer.


Eigentlich finde ich die Geschichte so weit eigentlich ganz nett. Nur will das ganze bei mir nicht richtig zünden, aus oben genannten Gründen.

Punkte folgen, wenn ich mit den Geschichten durch bin.
Willkommen am Teufelsmeer.
Eine nicht ganz ernsthafte Zukunftsvision.
Coming Soon.

#5 a3kHH

    x

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Geschrieben 26 February 2009 - 08:48

Ein Attentäter tötet den Präsidenten von Europa und muß feststellen, daß er nur einer von zehn Klonen ist.
Die gleiche Geschichte wie in Heidrun Jänchens "Simon Goldsteins Geburtstagsparty". Und genauso schlecht und beliebig erzählt. Bezeichnend für diese Story ist die mangelnde Kenntnis des Genres : Tatsächlich haben wir es hier nämlich mit einem Crossover zwischen Thriller und SF zu tun. Und wenn man schon so etwas schreibt, sollte man sich in beiden Genres zumindestens oberflächlich auskennen. Dies ist leider nicht der Fall, genauso wie bei dem Roman von Heidrun Jänchen wird ein beklagenswerter Mangel an Kenntnissen und Techniken des Thriller-Genres deutlich. Es reicht eben nicht, "Der Schakal" im Kino gesehen zu haben, man sollte zumindestens die Romane von Ludlum und Forsyth auch gelesen haben. So ist dies (insbesondere für Kenner beider Genres) nur eine langweilige und vorhersehbare Geschichte, ein ausgelutschter Plot ohne Überraschungen, uninspiriert erzählt. Diverse handwerkliche Mängel (etwa die Beschreibung der Waffe, die sich mehr für ein Rollenspiel-Szenario als für eine Short Story eignet) tun ein übriges, um die Story zur verschwendeten Lesezeit zu machen.

Bearbeitet von a3kHH, 26 February 2009 - 08:48.


#6 heschu

    Giganaut

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Geschrieben 27 February 2009 - 06:59

Nur meine Meinung. :D

Mir sagen einzelne Textstellen zu, besonders die, mit den Menschen und Ratten, mit den Gleichen. Ich wünsche mir mehr Mut für den Autor, solche Ideen weiter zu führen.
Was ich unlogisch finde, habe ich bereits geschrieben. Nachdem ich die Story noch einmal gelesen habe, komme ich zu dem Schluss, dass die Handlung vielleicht gar nicht so unlogisch ist.
Die Geschichte ist als Rückblick aufgebaut, als zusammengesetztes Puzzle, das aus Informationen besteht. Ich meine damit, dass die Lücken zwischen den Infos mit Phantasie gefüllt sind, wenn ich das mal so salopp schreiben darf.
Mist! Ich kriege es heute nicht hin, meine Meinung richtig auszudrücken. Sorry.
Ist nicht mein Tag!

5 Punkte
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#7 Naut

    Semantomorph

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Geschrieben 04 March 2009 - 22:27

Ich fand die Geschichte ziemlich langweilig. Weder der Plot, noch die Umsetzung haben mich überzeugt. Okay, ich kann Thrillern sowieso nichts abgewinnen, liegt aber auch daran, dass ich gar keine kenne.
_________________________________________________________________________________________________________________

Semantomorph: Mein Blog, meine Geschichten
Liest gerade: Skora, Hebben, Fieberglasträume; Nicolaisen: Winteraustreiben; Boyle: Grün ist die Hoffnung

D9E - Das Haus der blauen Aschen (Januar '14)
D9E - Die Seelen der blauen Aschen (Januar '15)
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Rache ist eine schwere Schaufel Amazon Beam
Fieberglasträume

#8 Guido Seifert

    Biblionaut

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Geschrieben 05 March 2009 - 04:17

Im Jahre 2024 geht es in Europa ziemlich turbulent zu. Paramilitärische Milizen bekriegen sich, besetzen ganze Städte und machen ziemlich viel kaputt. Anarchie herrscht. Offenbar ist die Demokratie gescheitert. Wie sieht´s mit der staatlichen Gewalt aus? Nun, es gibt noch General Zesser. Nein, halt: so kann man das nicht sagen. Denn es bleibt offen, ob er General einer regulären Armee ist oder doch eher der Kopf einer Ansammlung von Rebellen, von denen man ja weiß, dass sie auch gerne mit solchen hübschen Titel herumspielen. Ja, das letztere wird´s wohl sein, denn wir erfahren, dass Zessers Gruppe nur eine von vielen ist, die um die Macht im untergehenden Europa kämpfen, wobei anzumerken wäre, dass Zesser selbst sich aus der Macht nichts macht - anders als seine Gruppe eben. Er will etwas anderes. Was?

Um sein Ziel zu verwirklichen, muss der General erst einmal siegen. Er beschließt kurzerhand, mal ordentlich dreinzuschlagen und die großen Städte Europas zu besetzen. Gesagt - getan: Zesser kriegt´s hin. Er ernennt sich zum Kommissionspräsidenten auf Lebenszeit, was darauf hindeuten mag, dass es ihm nicht unbedingt um die Restaurierung der Demokratie geht, was im Übrigen auch einigen Historikern Kopfzerbrechen bereitet. Nun, Zesser hat immerhin die Ordnung wieder hergestellt.

Es ginge dem General nicht um Demokratie? Weit gefehlt! Um nichts anderes geht es ihm! Doch eins nach dem anderen ...

Zesser fragt sich, was denn eigentlich los ist. Anarchie, Chaos, Ungerechtigkeiten ... Wie kommt sowas? Zesser macht das, was einem Politiker gut ansteht: Er lässt sich von Wissenschaftlern beraten. Die forschen herum und kriegen raus, dass der ganze Unsinn der Weltgeschichte darin begründet liegt, dass die Wissenden nicht die Regeln bestimmen! Aber wer sind die Wissenden? Das wissen nun leider auch die Forscher nicht. Nun, sagen sich die Wissenschaftler, wenn wir schon die Wissenden nicht befragen können, dann fragen wir doch einfach mal die Leute auf der Straße danach, was sie von der Lage halten und wie sie sich die gesellschaftlich-politische Zukunft wünschen. Wir erfahren nun leider nicht, was die Leutchen genau gesagt haben, aber doch immerhin soviel, dass die Wissenschaftler das Gros der Meinungen und Urteile als klug und verantwortungsbewusst einstufen. Leicht ließe sich denken, dass die meisten Leute zu erkennen gegeben haben, dass sie nicht viel von Anarchie, Chaos und Ungerechtigkeiten halten und sie es nett fänden, wenn man diese Sachen in Zukunft bleiben ließe. Und nun kommt Zesser ins Spiel - und erfindet die Demokratie! Wenn man schon die Empfehlungen der Wissenden nicht kriegen kann, nehmen wir doch den Mehrheitswillen des Pöbels!

An diesem Punkt wird spätestens klar, dass wir es mit einer Parallelwelt-Geschichte zu tun haben. In der dargestellten Welt gab es soetwas wie Demokratie offenbar niemals! Zesser begreift nun endlich, wofür er die ganze Zeit gekämpft hat. Was bleibt jetzt noch zu tun?

Natürlich nur das eine: einen Geheimbund gründen und zehn Klone von sich anfertigen lassen. Das mag auf den ersten Blick seltsam erscheinen - auf den zweiten allerdings auch. Dass sich Zesser nach getaner Arbeit - seiner Lebensleistung sozusagen - zurückziehen möchte, ist verständlich. Ebenso ist es nicht ungewöhnlich, dass er einen Nachfolger für sich sucht. Aber warum gleich zehn? Die Sache ist sehr mysteriös. Denn um dem Volk aufs Maul zu schauen und dieser Beschauung gemäß zu regieren, reichte ja ein einziger Zessor-Klon. Aber "irgendwie" scheinen die zehn Zessors neben ihrer Öffentlichkeitsrolle ein Kollektiv zu bilden, das "irgendwie" mitregiert - hoffentlich nicht am Willen des Volkes vorbei ...

Wie dem auch sei: Die Leute sind an ihren Zesser gewöhnt - Klon hin, Klon her. Sie leben sozusagen eine geheime Demokratie. Es geht ihnen prima, sie finden die Regierung klasse, sie glauben von Zesser regiert zu werden. In Wirklichkeit regieren sie sich selbst, aber das kann man ihnen nicht sagen, das fänden sie nicht so toll. Aber es sagt ihnen ja auch keiner. Also - klappt alles?

Leider nicht. Zesser hat einen Fehler gemacht, indem er sich den Luxus eines Europaparlaments leisten zu können glaubte. Das Parlament hat zwar nix zu sagen - denn der jeweilige Zesser-Klon-Pseudodiktator setzt ja die Meinung der Masse um -, aber dennoch haben es die Grünen geschafft, sich dort einzunisten. Die finden zwar auch die Zessor-Regierung wirklich prima, haben aber doch Bedenken, dass die Leute sich zu sehr an einen starken Mann an der Spitze gewöhnen könnten. Wenn man da nicht aufpasst, fällt man leicht zurück in die Monarchie! Also machen die Grünen das, was sie in solchen Fällen immer tun: Sie heuern einen Killer an ...

Und hier beginnt nun die Geschichte. Und hier höre ich dann mal auf.

#9 MrSeaman

    Nanonaut

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Geschrieben 08 March 2009 - 19:00

Saubere Arbeit, störend fand ich nur, dass Catherine von dem Mord nichts mitbekommt und auch Juan da überhaupt keine Bedenken zu haben scheint, sie könnte ihn erwischen. So "blond" muss man erst mal sein. :rofl1:
Ansonsten wundert es mich, dass Juan anscheinend der einzige Killer ist, den die Präsidenten in Betracht ziehen, und dass er überhaupt auf die Unterhaltung eingeht, nach der er ja auf alle Fälle erstmal tüchtig in der Falle sitzt - die drei könnten ja genauso gut tatsächlich einfach irgendwelche Doppelgänger sein, was ihren Wert als Geisel sehr schmälern würde.
Aber ein hoher Unterhaltungsfaktor, überraschendes Moment beim Auftauchen der Klone und insgesamt hochwertiger Stil lassen mich über diese kleinen Ungereimtheiten, ohne die die Story nicht funktioniert hätte, halbwegs hinwegsehen.

Im Gesamtbild und im Kontext des Wettbewerbs 7 Punkte.

#10 Christian Günther

    Cybernaut

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Geschrieben 09 March 2009 - 11:30

Die unsaubere Perspektive macht es schwer, sich in die Hauptfigur hineinzuversetzen – immer wieder wird z.B. aus Catherines Sicht erzählt. Ohnehin ist die Hauptfigur blass, wirkt auf mich wie ein schlecht gespielter Shadowrun-Charakter, hart, zynisch, kann irgendwie alles. Seine Vorliebe für Martinis und chinesisches Essen reicht mir da nicht. Ansonsten ist der Stil gar nicht schlecht, mit etwas Überarbeitung (z.B. Bereinigung der Perspektivfehler) könnte die Story ganz flott werden.
Im zweiten Teil wird dann der Hintergrund der Story nur noch referiert, was ich schade finde, das ist langweilig.
Auch die Beschreibung der Frau am Telefon könnte knapper ausfallen, da sie ja im weiteren Verlauf der Geschichte nicht weiter in Erscheinung tritt.
Trotz dieser Kritikpunkte kann man mit der Grundidee sicher arbeiten und mit etwas Feintuning eine gute Thriller-Geschichte daraus machen.

Punkte: 6

Bearbeitet von Christian Günther, 09 March 2009 - 20:35.

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#11 Muside

    Infonaut

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Geschrieben 10 March 2009 - 17:43

Hier ist nicht viel zu wollen. Nach einem holprigen Anlauf mit einer Rahmenhandlung, die nie wieder eine Rolle spielt und nur eine unbeholfene Einführung in das Setting bietet, eiert diese Geschichte lange vor sich hin, scheinbar unschlüssig, welche Richtung sie einschlagen will. In Wirklichkeit sind die vielen Anfänge nur Füller, um die Lesezeit bis zum Ende zu überbrücken, wo der Autor endlich zum Punkt kommt. Ein klassisches Beispiel für eine Story, die um ihre Pointe herum geschrieben wurde. So etwas kann zwar funktionieren, aber nur dann, wenn der "Füller" thematisch und motivisch so eng wie möglich mit der Pointe verknüpft wird, was hier nicht der Fall ist. Es entsteht der Eindruck kaum miteinander verbundener und beliebig wirkender Episoden, was sich im Fall des seelenruhig aus der Wohnung der arglosen Freundin snipernden Protagonisten und anderer Momente bisweilen absurd ausnimmt. Viele Details wie der Katzen-Kommunikator sind ganz witzig, aber auch hier gilt leider, dass sie selten etwas mit der eigentlichen Story zu tun haben. Ausnahme ist das Gewehr, bei dem ich mir wie auch a3kHH dachte: "Aha, ETW0 -5 mit +10 zu Dexterity!"

Auch sprachlich ist der Text wacklig. "Zwei leuchtende Augen kamen näher", "eingelangende" Zahlungen und eine Person, die "äußerlich eine korpulente Frau mit langem glattem Haar" ist, sowie "vier Menschen, wohl ausländische Besucher" - dieser Autor muss noch lernen, vor dem Schreiben eines Textes, eines Absatzes, eines Satzes zu überlegen, was er eigentlich sagen will.

Leider ist auch das Thema verfehlt. Wenigstens kann man die Story noch unter Near Future einordnen. Auch die Pointe an sich ist schön!

#12 Yoscha

    Cybernaut

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Geschrieben 10 March 2009 - 23:22

Nachtrag:
5 Punkte
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#13 Vincent Voss

    Typonaut

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Geschrieben 11 March 2009 - 08:17

In diesem Fall ist die Einbettung einer Historie in eine Kurzgeschichte einigermaßen gelungen. Die dezente Verwebung von der eigentlichen Handlung mit dem Hintergrund gelingt aufgrund des angenehmen Stils sogar größtenteil bruchlos. Da zeigt sich Talent. Die Szene mit den drei jugendlichen Angreifern, vor allem der erzählerische Nachtrag, dass die Situation für die jungen Angreifer lebensgefährlich war, war nicht notwendig, sogar sehr störend. Der Autor vermochte es schon im Vorfeld, den Hauptakteur als Profi darzustellen.

Das Setting wurde für mich allerdings, trotz des schön aufgebauten Tempos, immer berechenbarer. Die Gegenspielerin erklärt durch den Autoren ihre Motivation, dies auch noch sehr schmalspurig. Die 10 Klone argumentieren schablonenhaft und sind obendrein auch noch allwissend. Es wirkte auf mich wie ein sehr überraschender und guter Rollenspielabend, allerdings funktionierte bei mir die Geschichte nicht.

5 Punkte

#14 Konrad

    Temponaut

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Geschrieben 12 March 2009 - 17:02

Mein Eindruck ohne Anspruch auf Objektivität:

Sozialistische Heilslehre, Dogma I oder das Märchen von der Weisheit des Kollektivs.
Der große Mathematiker und Philosoph Bertrand Russel hat es zum ersten Mal auf den Punkt gebracht, als er in seiner sehr weitsichtigen Studie über die deutsche Sozialdemokratie diese als "Sozialreligion" deutete.
Ich fand in meiner frühen Jugend den Religionsunterricht toll, denn unser Pfarrer brachte immer spannende kleine Anekdoten und Geschichten mit, die um christliche Lehren herum gesponnen waren, um diese zu verdeutlichen.
Bei der vorliegenden Erzählung handelt es sich nun um das SED-Pendant, passend zu den Bibelstunden der sozialistischen Heilslehre.
Zum Inhalt der Geschichte hat Guido Seifert alles gesagt, was nötig ist. :rolleyes:
Zur Ethik der Erzählung ist nur ein Zitat notwendig "Es ist kaum von Belang, dass Sie unseren Bruder und einige Angestellte ermordet haben...Allein, dass die Zukunft des Staats gesichert wird, darauf kommt es an."
Ich glaube kaum, daß man die SED-Politik prägnanter zusammenfassen kann.
Gottseidank ist sie auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet.
Aber wie das so Müll an sich hat, es bleiben immer noch ein paar Fetzen Papier übrig.
Oder sollten wir etwa einer Satire auf den Leim gegangen sein? :(

#15 Morn

    Temponaut

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Geschrieben 13 March 2009 - 09:40

Mit dem Protagonisten bin ich nicht warm geworden. Es war mir ziemlich egal, ob er am Ende getoetet wird oder nicht. Dass es mehrere Klone gibt, ist auch nicht wirklich eine Ueberraschung. Dass sie (alle?) immer mit dabei sind bei oeffentlichen Auftritten des Praesidenten ist ueberraschend (ein Bombenanschlag koennte alle toeten), aber die Bezeichnung "Die Gleichen" ist gut. (Ich wunderte mich ueber die Wortwahl fuer eine angebliche Beschuetzertruppe.) Das Ende hat mich an den Film "Hero" erinnert, in dem der Koenig von China den Moerder auch davon zu ueberzeugen versucht, dass es besser sei, ihn nicht zu toeten.

5 Punkte

#16 Muside

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Geschrieben 13 March 2009 - 13:34

Beitrag anzeigenMorn sagte am 13.03.2009, 09:40:

Das Ende hat mich an den Film "Hero" erinnert, in dem der Koenig von China den Moerder auch davon zu ueberzeugen versucht, dass es besser sei, ihn nicht zu toeten.


Für den übrigens genau das gleiche gilt, was Konrad über diese Story gesagt hat:

Beitrag anzeigenKonrad sagte am 12.03.2009, 17:02:

Zur Ethik der Erzählung ist nur ein Zitat notwendig "Es ist kaum von Belang, dass Sie unseren Bruder und einige Angestellte ermordet haben...Allein, dass die Zukunft des Staats gesichert wird, darauf kommt es an."
Ich glaube kaum, daß man die SED-Politik prägnanter zusammenfassen kann.


In beiden Stories wird das moralisch zumindest fragwürdige Staatengebilde letzten Endes mit der Argumentation legitimiert, "okay, wir sind böse - aber vernichte uns, und es wird noch viel schlimmer kommen".

#17 scal

    Giganaut

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Geschrieben 14 March 2009 - 19:06

Da steckt ja ne nette Idee dahinter, eine "echte Demokratie", die sich als Diktatur tarnt. Nur sind leider ein paar Fehler und Elemente drin die mich etwas stören. Zum Beispiel die erwähnung der Python Scripte, da hätte man nicht die Programmiersprache nennen müssen, die bis zum Zeitpunkt der Gecshichte wohl eh nicht mehr gebraucht wird. Ich meine es Programmiert jetzt ja auch keiner mehr mit BASIC... Dann, dass nicht binnen weniger Minuten nach dem Attentat ein Einsatzkommando den Killer fesgesetzt hat hat, denn wenn die Waffe schon schon berechnungen der Flugbahn machen kann, können das die Sicherheitsdienste des Präsidenten auch binnen weniger Sekunden und schon hat man das Gebäude, die Etage und das Fenster, aus dem der Schuß abgegeben wurde.

Fazit: Ne wirklich gute Idee, die leider nicht ihr ganzes Potential ausgeshöpft hat...
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#18 Armin

    Entheetonaut

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Geschrieben 14 March 2009 - 20:39

Langweiliger Einstieg, der dem Leser erst mal die Welt erklärt, und danach wird’s leider nicht viel interessanter. Die Handlung bleibt unspannend, der Stil bieder, bis auf Seite neun dann endlich alles haarklein erklärt wird …

3 Punkte
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