Daniel 12,4
#1
Geschrieben 15 February 2009 - 23:25
Viel Spaß beim Lesen und bewerten und viel Erfolg für die Geschichte.
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#2
Geschrieben 17 February 2009 - 20:13
Dies ist die zweite Geschichte, die ich kommentiere.
Dabei werde ich meine Kritik in die Sparten Inhalt, Sprache und Form einteilen und am Ende des Wettbewerbs eine Durchschnittswertung abgeben. Dies deswegen, da ja noch die eine oder andere Frage, die mich quält, geklärt werden kann.
Ich werde im Folgenden auf die Geschlechtertrennung der Einfachheit halber verzichten und "der Autor" schreiben. Danke.
Von der Leichtigkeit des Anfangs und der Bürde der Vollendung
Inhalt:
Liest man in der einschlägigen Bibelübersetzung nach, da es sich ja durch den Titel irgendwie aufdrängt, findet man unter Daniel, Kapitel 12, Vers 4 folgendes:
Zitat
Interessant. Besonders wenn man es mit Cyberpunk in Beziehung setzt.
Gleich im ersten Satz lernen wir Josh und sein Problem kennen. Sehr schön. So sollen Kurzgeschichten beginnen. Knackig und spannend.
Leider enttäuscht der zweite Satz.
Zitat
Ist er gelähmt? Ist ihm die Haxe eingeschlafen? Wieso „zieht“ er sie nach?
Naja, es wird sich noch klären. Das hat Biblisches ja so an sich.
Es gibt ein mysteriöses Amt, dass den Rekreationspark, samt dazugehörendem Kiesweg, im Hochsommer schließt, weil es zu heiß wird. Alles klar, wieso nicht. Autoritäre Systeme leben von solchen schrulligen Ideen.
Josh steht also verbotenerweise auf dem Rasen. Warum? Er hat in 400 Meter Entfernung etwas Glitzerndes gesehen. Wahnsinn! 400 Meter.
Legolas, was sieht dein Elbenauge?
Bevor mich wer darauf festnagelt. Nein, ich habe es nicht nachgemessen. Ist auch nicht mein Job. Ich denke mir nur, 40 Meter hätten es auch getan. Egal. Weiter im Text.
Das ominöse Amt hat den Weg so angelegt, dass er 200 Meter vor einer Mauer abbiegt, damit man sich nicht mehr als besagte 200 Meter der besagten Mauer nähert. Wo liegt dann die Flasche? Wahrscheinlich so 400 Meter von links nach schräg. Haarspalterei? Möglich, aber ich möchte mir das halt vorstellen können.
Jedenfalls packt den Protagonisten sofort das schlechte Gewissen. Schlimmer als das Amt sind anscheinend die Hausmütter. Aha, wir haben es also mit ein paar Novizelchen zu tun, die in einer Klosterschule unter der Fuchtel von Hausmüttern leben müssen. Impliziert zumindest das weiße Gewand, der biblische Titel und das noch zu erwähnende Neogelium.
Alles klar, alles verständlich. Doch was ist das?
Zitat
Wieso das denn? Es ist verboten den Rasen zu betreten, sich der Mauer zu nähern und das alles nur auf ein gesprochenes Verbot hin?
Im Übrigen beinhaltet der Satz ein richtig unmoralisches Angebot. Nur weil mein Nachbar kein Schild an seine Frau angebracht hat „Bitte nicht grapschen“, kann es doch nicht gefährlich sein, oder? Supi!
Mehr noch. Eine ähnliche Erregung dürfte auch Josh packen, denn er hat ein Hochgefühl, wenn er über den Rasen geht. Schön für ihn.
Zitat
Aha, der arme Josh ist nicht nur hörig, sondern auch „brain washed“.
Gerade noch voller Lebensfreude, schon kommt die Konditionierung zurück. Lehrsätze aus einem Neogelium drängen sich in sein Gewissen. Böse Mütter, böses Amt, böses Neogelium, böser Josh!
Nein Halt, das Teufelchen auf der Schulter flüstert ihm es doch noch mal mit dem Glitzerding zu versuchen.
Also kehrt das Ganze und zurück. Könnte wichtig sein. Innerhalb einer Seite hat Josh vier Mal seine Meinung gewechselt.
Das kann man jetzt als eleganten Versuch des Autors deuten die Wandlung in der Figur Schritt für Schritt darzustellen. Man kann aber auch anmerken, das ein Protagonist, der so unentschlossen ist, über eine strenge Hausmutter und ein strenges Amt, samt dazu gehörender Religion, dankbar sein sollte.
Zitat
Warum diese ganzen Konjunktive, wenn er es dann ohnehin tut?
Zitat
Moment. Kontrolle ist die Pflicht eines Jeden. Ok.
Vor einer solchen Kontrolle steht dann aber sicher eine „Selbstkontrolle“.
Irgendwas in die Richtung: "Bete deine Gebete, ehre deine Hausmutter, ehre das Amt, lass die Hände in der Nacht über der Bettdecke."
Zum Glück ist aber Neugier stärker als Kontrolle, sonst stünde unser Josh mit einem ziemlichen Dilemma da und bis das er dafür die Lösung raus hat, wäre sicher schon ein Sicherheitsmensch da.
Verwirrend im Übrigen, dass ein solcher Komplex über keine Sicherheitskameras verfügt, die sich um die Einhaltung von Verboten kümmern.
Josh nähert sich also einem Baum. Lausche da, Lautsprecher statt Vögel?
Zitat
und er hätte gerade einen Blick hinter die Theaterbühne geworfen, nur um festzustellen, dass alles nur aus Holz und Farbe bestand. Langsam aber sicher wurde Josh sein Abenteuer unheimlich.
Aha, Trueman-Show läßt grüßen.
Zitat
Der arme Josh. Das fünfte Mal packt ihn der Zweifel. Schön langsam kann ich mich mit seinem Wunsch nicht mehr identifizieren, ja würde ihm sogar lieber zurufen, dass er klug genug ist und wieder zurückgehen soll.
Ende der Geschichte.
Zitat
Joshs Zweifel Teil 6.
Zitat
erkennen, um was es sich bei seinem Fund handelte.
Eine Flasche?
Die Götter müssen verrückt sein!
Zitat
Er kennt diese Flaschen und weiß NICHT, dass sie kaputt gehen können und man sich daran schneiden kann. Josh ist nicht nur in seinen Entscheidungen zerrissen, sondern auch etwas einfach gestrickt. Verständlich, Sekten rekrutieren selten Genies. Schon gar keine aus der Flasche.
Zitat
WAS? Das gilt für eine ganze STADT? Sorry, ab hier kann ich die Story nicht mehr glauben.
OK, für eine abgeschottete Sekte, ein NO-GO für eine Stadt, sprich mehr als 200 Menschen.
Zitat
Das ist derselbe Teil, der sich fragt, warum es keine Warnsignale gibt, wenn man auf den Rasen tritt.
Im Weiteren erfährt Josh, dass er eine Flaschenpost von der anderen Seite bekommen hat. Der Inhalt der Flasche deutet darauf hin, dass jenseits der Mauer Menschen leben. In Dreck und Armut. Die Spannung steigert sich, als auch ein Zettel zum Vorschein kommt, auf dem was steht. Aber was steht da?
Es muss was Tolles sein. Ich will es wissen. Ich lese, lese, lese … ätsch …
Der Gong kommt in Form von zwei Schutzbeamten, die den Rasen betreten. Armer Rasen, dem bleibt heute wirklich nichts erspart. Der will doch nur in Ruhe wachsen.
Ein nicht nachzuvollziehender Gedanke flutet Josh.
Zitat
sein mochte. Vor ihm lag die Grenze seiner Welt; ein Grenze, die Das Amt bestimmt hatte, ...
Dass die Mauer existiert, weiß er doch nicht seit gerade eben.
Oha, er läuft vor den Schutzbeamten davon. Super, ich liebe Verfolgungsjagden.
Josh läuft zurück zur Stadt.
HÄ, da gibt es Hochhäuser. Schaut von dort niemand über die Mauer? Oder sind die Mauern so hoch wie die Hochhäuser?
Er läuft und läuft und heeeee … AUS? Wieso das denn?
Was steht auf dem Zettel? Wird Josh bestraft? Wer hat die Flasche geworfen?
Werden die Schutzbeamten zur Belohnung einen Orden bekommen, weil sie Josh erlegt haben? Wir die Hausmutter einen neuen Josh bekommen? Wird das Amt in ein paar Sicherheitskameras investieren?
Und das Wichtigste, warum nützt der Autor nicht die restlichen 10.000 Zeichen, um uns das alles zu erzählen?
Sprache:
Manchmal kann weniger mehr sein. Aber manchmal kann auch mehr, nicht genug sein. Fröhlich freigiebiger Umgang mit Konjunktiven, Ausrufezeichen und Adjektiven.
Zitat
Aha, wie darf man sich das Gewand vorstellen?
Zitat
… etwas Wichtiges war!
Form:
Die Geschichte, die eigentlich eher eine durchgehende Szene ist, ist in fünf Blöcke unterteilt.
Im ersten Block erfahren wir den dramatischen Konflikt und die Figur wird vorgestellt. Das Rätsel erhält seine Form. Sehr schön.
Im zweiten Block wird das Rätsel genauer beleuchtet. Eine Flasche mit einer Nachricht. Soweit so spannend.
Im dritten Block wird der Protagonist entdeckt, eine Jagd wird gestartet.
Im vierten Block erkennt Josh eine Wahrheit, die er eigentlich dauernd vor Augen hatte.
Im fünften Block sind nun viele Fragen offen und werden nicht beantwortet.
Fazit:
Ein schön geschnitzter Anfang einer längeren Geschichte. Der Autor bemüht sich redlich, muss sich aber eingestehen, dass Hintergrundwelt und Figur zu wenig ausgearbeitet sind.
Die ganze Geschichte könnte auch in einen Absatz als Beginn eines Romans passen.
Etwas mehr Tiefe (die natürlich in einer längeren Geschichte kommen könnte) und dem Protagonisten etwas mehr Pfeffer in den Hintern gestreut, dann kann daraus was sehr Gutes werden.
Ich schließe mit dem ersten Teil aus Daniel, Kapitel 14, Vers 13:
[…]Du aber, Daniel, gehe hin, bis das Ende komme; […]
Empfehlung an den Autor:
Etwas mehr Sorgfalt bei der Planung einer Geschichte. Nicht dort aufhören, wo die Geschichte eigentlich beginnen sollte.
lg, Flo
Bearbeitet von Earth Rocks, 19 February 2009 - 15:47.
#3
Geschrieben 19 February 2009 - 08:30
In der Geschichte führt der Kampf mit sich selbst zu einem gewollten Ende. Beim Lesen stieg bei mir die Spannung, was denn nun der glitzernde Gegenstand auf dem Rasen ist und welche Bedeutung er hat. Deshalb war ich auch ein bisschen enttäuscht, dass der Autor nicht weiter auf die schriftliche Botschaft eingegangen ist. Dass sie die Einstellung des Protagonisten Josh ändert, ist klar. Aber was genau auf dem Zettel stand, hätte ich trotzdem gern gewusst.
Bemerkenswert fand ich noch die letzten Worte.
http://hpsch.blogspot.com/
#4
Geschrieben 21 February 2009 - 22:19
Gut und angenehm zu lesen, was eindeutig auf Erfahrung im Bereich Schreiben schließen lässt. Es könnte aber durchaus sein, das der unspektakuläre Inhalt hier nicht richtig ankommt.
Fazit
Keine schlechte Leistung und ich könnte mir den Text in einer Menge von Publikationen vorstellen... darunter aber keine, die sich mit SF beschäftigt.
Gruß
Jürgen
Punkte am Ende des Wettbewerbs
#5
Geschrieben 26 February 2009 - 17:34
Das Brechen von Regeln beginnt beim Betreten des Rasens. Die Idee wird fortgeführt und endet im Brechen anderer Vorschriften, Normen – und in einem Gefühl der Freiheit. So habe ich die Geschichte verstanden. Mir gefällt, was der Text aussagt.
8 Punkte
Bearbeitet von heschu, 26 February 2009 - 17:35.
http://hpsch.blogspot.com/
#6
Geschrieben 28 February 2009 - 10:02
Klassisches Setting, klassischer Plot, klassische Darstellung. Nichts Neues, nichts wirklich Innovatives, aber gut erzählt. Sehr gefallen hat mir die gleichzeitige Schilderung von innerer und äußerer Welt, von dem Auffinden der von Außen geworfenen Flasche auf dem Rasen bei gleichzeitiger Darstellung des Gefühlslebens des Protagonisten. Nicht unbedingt preiswürdig, aber durchaus im oberen Qualitätsbereich anzusiedeln.
#7
Geschrieben 02 March 2009 - 16:52
Der Titel signalisiert christliches Thema, philosophischer Anspruch.
Ich mag philosophische SF, denn hier kann das Genre zeigen, daß es mehr leisten kann, als Haudrauftheater und Fernwehschnulzen.
Die Erzählung kreist um das Thema Sünde/Versuchung/Freiheit in einem alles bestimmenden, behütenden, künstlichen Staat/System.
Das Sujet ist nicht neu, bei den künstlichen Vögel und der Mauer fühlt man sich an die "Truman-Show" erinnert.
Der erste Satz löst Stirnrunzeln aus. Josh bricht zum ersten Mal in seinem Leben eine Regel. Zum ersten Mal! Hmm!
Nun gibt es natürlich immer ein erstes Mal, aber offenbar kann Josh laufen und da fragt man sich, wie hat er seine Kindheit verbracht. Kinder brechen ständig Regeln, es gehört zu ihrer Natur Regeln zu brechen. Jeder, der Kinder hat, oder diese auch nur aufmerksam beobachtet oder über seine eigene Kindheit nachgedacht hat, weiß das.
Also bei so einer unwahrscheinlichen Behauptung wäre es doch logisch, hier wenigstens eine vage Idee zu vermitteln, wie dies möglich ist. Wurde er konditioniert, gab es vielleicht bis gestern keine Regeln, ist er ein neuer Typus Mensch, ist er überhaupt noch ein Mensch? Nicht umsonst haben schließlich mehrere Weltreligionen einen Regelbruch an den Anfang der Menschheitsgeschichte gestellt, sozusagen als Konstitutionsbedingung für die Menschwerdung.
Nichts, wir erfahren weder etwas über Joshs Kindheit, wie alt er ist, noch wie es dazu kommen konnte, daß Josh noch nie eine Regel gebrochen hat.
Der erste Satz ist nackte kalte Prämisse der nachfolgenden Geschichte und stellt damit sofort den Zustand der absoluten Künstlichkeit her.
Wir sind also in einem Märchen und erkunden "das erste Mal".
Na gut, dann wollen wir mal sehen, was sich der Autor als Impuls für den Regelbruch ausgedacht hat.
Hmm, ein Glitzern in 400m Entfernung und Josh gerät in Versuchung. Offenbar sind wir in einem Kindermärchen.
Keine Notsituation, keine Machtprobe, nicht mal Wut, Verzweiflung oder Liebe. Nein, ein banales Glitzern und Josh wirft alle Schranken über Bord. Was für eine armselige Allegorie der Neugier.
Halt, nicht so schnell, Josh merkt selber, wie lächerlich seine Motivation ist und kramt noch mühsam Unterstützung hervor, da gibt es noch eine harsche Hausmutter und überhaupt ist es ungefährlich.
Also läuft er los und verkündet pathetisch die philosophische Idee der Geschichte, "Es gab keine Grenze mehr, wenn man den Weg einmal verlassen hatte".
Dieser Satz wird nochmal am Ende der Geschichte, wenn Josh ohne Ziel lachend in den Sonnenuntergang läuft, zur Bekräftigung wiederholt.
Dazwischen wird langatmig die Auffindung einer Flaschenpost beschrieben, dessen Botschaft uns leider verschwiegen wird, aber letztlich für den im voraus geäußerten philosophischen Gedanken auch keine Rolle spielt.
Wenn man den ganzen Text gelesen hat, dann beschleicht einen das ungute Gefühl, daß diese beiden genannten Sätze die vorgegeben Eckpunkte einer Hausaufgabe gewesen sind, für die dieser Text geschrieben wurde. Die Versatzstücke, die dazwischen aneinandergereiht wurden, atmen eine merkwürdige Behäbigkeit um nicht zu sagen Leblosigkeit, so, als würde die Geschichte an derselben Ziellosigkeit leiden, den die Hausmütter zu bekämpfen scheinen.
Da wird über eine halbe Seite der Schutt, der als Balast für die geworfene Flasche dient, in allen Details beschrieben.
Nicht, daß der Autor dies schlecht machen würde, ganz im Gegenteil. Der Autor kann mit der Sprache umgehen.
Aber all dieses artifizielle Wortgeklingel transportiert zwischen den Zeilen die Haltung des Autors, und die sagt, die Eckpunkte der Geschichte stehen fest und es ist nicht mein Gedanke.
So bleibt am Ende leider nur das Fazit, der Autor hat es leider nicht geschafft, dem Potential des Themas gerecht zu werden. Der philosophische Gedanke bleibt leblos.
Bearbeitet von Konrad, 02 March 2009 - 17:36.
#8
Geschrieben 04 March 2009 - 13:11
Doch dieses Prinzip setzt sich im Stilistischen fort: mehrfach werden kleine, banale Dinge durch ausufernde Beschreibung großgeredet, so z.B. der Inhalt der Flasche, das Aussehen der Nachricht. Doch dann – als der Leser neugierig wird, was denn nun so Welterschütterndes in der Nachricht steht – nichts. Wir erfahren es nicht, müssen uns weiter mit dem naiv-tumben Josh herumschlagen, der durch das Gefundene völlig aus der Bahn geworfen wird.
Ich wüsste schon gern, warum, und genau das wäre doch ein würdiger Abschluss für eine Kurzgeschihcte.
So aber bleibt sie blass und unentschlossen, tut keinem weh und verschwindet schnell wieder aus dem Gedächtnis. Schade, den die cleane Atmosphäre kam eigentlich ganz gut rüber.
Punkte: 3
Bearbeitet von Christian Günther, 09 March 2009 - 20:37.
- • (Buch) gerade am lesen:NOVA SF Magazin 20
- • (Buch) als nächstes geplant:2012 - T minus Null
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• (Film) gerade gesehen: #9
#9
Geschrieben 04 March 2009 - 22:11
Ich mag solche Geschichten manchmal, aber ich habe das auch schon besser gesehen. (Z.B. in "Tillie und die Mauer".)
Liest gerade: Russel, Swamplandia
Steampunk-Chroniken — Geschichten aus dem Æther
Rache ist eine schwere Schaufel Amazon Beam
Fieberglasträume
D9E - Das Haus der blauen Aschen
#10
Geschrieben 04 March 2009 - 23:43
Punkte gibts am Schluß...
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#11
Geschrieben 08 March 2009 - 17:03
Diese Geschichte gehört für mich wertungstechnisch ebenfalls ins obere Drittel, konkrete Punkte dann am Ende.
#12
Geschrieben 10 March 2009 - 16:08
Dennoch bleibe ich ratlos zurück. Wie ließe sich die alttestamentarische Story mit der vorliegenden in Einklang bringen? Ist der Schutt in der Flasche als Hinweis auf einen "draußen" tobenden Krieg zu verstehen? Wie sähe das Heil am Ende der Kämpfe aus? Will uns der Autor etwa auch mit der Auferstehung kommen? Soll überhaupt eine Nähe zur christlichen Mythologie hergestellt werden? Wenn nicht, bliebe zumindest der Titel und damit die Frage nach dem Inhalt der message in the bottle und warum diese versiegelt und weggeschlossen werden soll.
Mir stellen sich mehr Fragen, als ich Antworten bekomme. Ich habe den Verdacht, dass die Story absichtlich mysteriös gehalten wurde. Natürlich ist nie auszuschließen, dass man selbst zu wenig sieht ...
#13
Geschrieben 10 March 2009 - 17:59
Als religiöses Gleichnis ist die Story gelungen, und sie trifft auch das Thema des Wettbewerbs. Was mich persönlich an ihr stört, ist, dass ich aus ihr nichts lernen kann. Ich fühle mich bei der Lektüre in meinem eigenen Weltbild nicht herausgefordert, nach der Lektüre nicht bereichert. Den in meinen Augen zentralen Test für eine gute Story besteht sie nicht; sie beantwortet mir die Frage: "Warum sollte ich dich lesen wollen?" nicht.
#14
Geschrieben 11 March 2009 - 15:05
Auf jeden Fall weiter spannende Themen beschreiben, denn wer immer auf den geraden Wegen wandelt, wird auf der Strecke bleiben.
4 Punkte
Bearbeitet von Vincent Voss, 11 March 2009 - 15:13.
#15
Geschrieben 12 March 2009 - 18:57
Nett geschrieben, aber gleichzeitig altbekannt.
Ich hatte beim Lesen einen gewissen Angestellten des Ministeriums für Wahrheit vor Augen, der sich abseits der vorgesehen Wege bewegt, dabei ein Antiquitätengeschäft entdeckt ubd sich langsam aber sicher von den Idealen der totalitären Gesellschaft fortentwickelt.
Und wenn mich die Handlung schon so stark an den Altmeister des urbanen Dystopie erinnert, dann liegt die Messleiste hoch.
6 Punkte
Eine nicht ganz ernsthafte Zukunftsvision.
Coming Soon.
- • (Buch) gerade am lesen:keins
#16
Geschrieben 13 March 2009 - 10:11
Was mich etwas stoert, sind die am Schluss erwaehnten Hochhaeuser. Joshua denkt, dass hinter der Mauer nichts sei, aber wenn jemand eine Flasche rueberwerfen kann, wird sie wohl nicht so hoch sein, dass man von einem Hochhaus nicht erkennen koenne sollte, dass es da nicht doch etwas gibt (unabhaengig davon, wie weit die Hochhaeuser entfernt sind). Der Grund fuer das Fehlen von Voegeln im Park duerfte auch sein, dass niemand sieht, wie einer ueber die Mauer fliegt. Aber warum hat sich Joshua dann nicht schon frueher darueber gewundert, dass er nie einen sieht ausser im Zoo(?)?
Das Ende fand ich etwas enttaeuschend. Ich weiss nicht warum. Offene Enden gefallen mir normalerweise. Interessant finde ich im Zusammenhang mit der gewaehlten Ueberschrift die Namensgebung des Protagonisten: Joshua hat nach dem Tod Mose die Israeliten ins gelobte Land. Ich hatte erwartet, dass am Schluss eine Anspielung kommt, die darauf hinweisen koennte, dass er hier eine aehnliche Rolle spielen koennte. Vielleicht fuehrte das zu der Enttaeuschung.
Die gewaehlte Ueberschrift finde ich ungluecklich. Zumindest mir ist nicht klar, welchen Bezug die Bibelstelle zur Geschichte haben soll. Wenn darauf hingewiesen werden soll, haette ich ein Zitat am Anfang besser gefunden.
6 Punkte
#17
Geschrieben 14 March 2009 - 20:42
4 Punkte
Entheete
Andrade
Argona
---------------------------------------------------------
Mein Blog * Wurdack Science Fiction
#18
Geschrieben 15 March 2009 - 23:29
Da die Geschichte in zwei Tagen und zwischen einem halben Dutzend Deadline-Aufträgen entstandt (ich arbeite als freier Werbetexter und Journalist), bin ich überrascht, dass sie so gut angekommen ist.
Ich habe vor allem deutlich erkannt, dass ich das Cyberpunk-Genre einfach nicht gut genug kenne (bin großer Fan des klassichen SF). Nachdem was ich hier so gelesen an Kritiken und Geschichten gelesen habe, werde ich nächstes Jahr vieles anders machen.
Die Story ist eine Verbeugung in Richtung der großen Meister Wells, Orwell und Asimov (qualitativ natürlich um Welten davon entfernt
Auf jeden Fall habe ich mich gefreut und die Kritiken hier mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.
Danke an alle und Glückwunsch an die Sieger!
(Geoffrey Berenger; Highlander Turning Tide)
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#19
Geschrieben 15 March 2009 - 23:50
Naja, wenigstens bei Krematorium lag ich noch richtig, auch wenn die Geschichte letztendlich doch nicht gewonnen hat.
Myspace // Blog
No rest from the labor at the whip's end, when portraits of toil invade.
No rest from the stinging of the needles, when we covet their highs.
We can't run from the swarm when we live in the hive,
and the game is soon lost when we pray to the skies.
We can't run from the storm under black clouded skies.
We can't run from the swarm when live in the hive.
Are we deaf to the silence, or the roar of the machines,
or the hammering of the gavels, or the thunder of the crowds,
or the voices in our heads, or are we deaf from the silence?
From Ashes Rise - Silence
#20
Geschrieben 15 March 2009 - 23:52
Ich lag bei dir tatsächlich richtig. Yay me!
(Geoffrey Berenger; Highlander Turning Tide)
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#21
Geschrieben 15 March 2009 - 23:56
Freeport sagte am 15.03.2009, 23:52:
War ja auch nicht sonderlich kompliziert, wenn man sich den "Vorbereitungen zum Capco.de"-Thread genau durchliest
Oder man darauf achtet, dass ich alle Storys ausser meiner, Nishka und Ruhelos kommentiert habe.
Myspace // Blog
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or the hammering of the gavels, or the thunder of the crowds,
or the voices in our heads, or are we deaf from the silence?
From Ashes Rise - Silence
#22
Geschrieben 16 March 2009 - 00:31
Ich hätte gerne alle Geschichten kommentiert, aber ich komme einfach nicht dazu - Zeit ist bei mir sehr knapp.
(Geoffrey Berenger; Highlander Turning Tide)
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