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Le Mans 66

Geschrieben von Armin , in Film 18 November 2019 · 26 Aufrufe

Die 24 Stunden von Le Mans, seit 1923 ausgetragen, lassen die Herzen der Motorsportfans höher schlagen. Als ganz besonderes unter vielen besonderen Rennen gilt das von 1966 – unter anderem wegen des knappsten Zieleinlaufs aller Zeiten, aber auch, weil Ford die langjährige Dominanz von Ferrari (Dauersieger von 1960 bis 1965) brechen konnte. Dem Rennen selbst und seiner mindestens ebenso spannenden Vorgeschichte widmet sich nun der Film „Le Mans 66“ von Regisseur James Mangold („Logan – The Wolverine“). Der wartet mit packenden Rennszenen auf, produziert bei 153 Minuten Länge zwischendurch aber auch ein wenig Leerlauf.

Sportwagenkonstrukteur Carroll Shelby (Matt Damon) wird von Henry Ford II (Tracy Letts) beauftragt, ein Rennauto zu bauen, mit dem Ford den Giganten Ferrari schlagen kann – und zwar in Europa, bei den 24 Stunden von Le Mans. Shelby beharrt darauf, seinen Wagen von dem eigenwilligen Ken Miles (Christian Bale) lenken zu lassen. Das sorgt im Ford-Konzern für Unmut, Motorsportchef Lee Beebe (Josh Lucas) zieht Miles zwischendurch sogar aus dem Verkehr. Nachdem ein erster Anlauf ohne ihn im Fiasko endet, sitzt Miles aber bald wieder am Steuer.

„Le Mans 66“ muss einen Vergleich mit dem großartigen Formel-1-Film „Rush – Alles für den Sieg“ (2013) nicht scheuen. In den Rennszenen ist der Film über jeden Zweifel erhaben, es wird nie langweilig, Miles dabei zu verfolgen, wie er das Äußerste aus Shelbys Konstruktionen herausholt. Dank geschickter Schnitte – vom Gesicht des Fahrers auf die Hand am Schalthebel und den Fuß am Gas, dann wieder aufs Auto oder die Rennstrecke – entsteht eine ungeheuer mitreißende Rasanz. Mit eher gedrosseltem Tempo wird allerdings der Rest der Geschichte erzählt: Das gibt den Figuren einerseits Raum, sich zu entfalten, sowohl die Hauptdarsteller Matt Damon und Christian Bale als auch viele weitere Akteure wie Tracy Letts als knurriger Ford-Patron oder Remo Girone als sein herrlich arroganter Gegenspieler Enzo Ferrari liefern eine großartige Leistung ab. Auf der anderen Seite ziehen sich die Szenen, in denen es „menschelt“, wenn sich Shelby und Miles zusammenraufen müssen oder die Ford-internen Konflikte ausgebreitet werden, ein wenig zu sehr in die Länge – diese ereignisärmeren Momente sind zwar gut gemacht, aber in der Summe doch zu ausgedehnt.

Vorwerfen kann man dem Film auch die unreflektierte Schwarz-weiß-Sicht: hier die „guten“ Ford, dort die „bösen“ Ferrari. Wie das wohl ein italienischer Regisseur gehandhabt hätte? Spätestens die packende Renndramatik am Ende wird aber auch die Ferraristi versöhnen.

Mehr von James Mangold:
Logan - The Wolverine (2017)
Wolverine: Der Weg des Kriegers (2013)


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Midway: Für die Freiheit

Geschrieben von Armin , in Film 16 November 2019 · 29 Aufrufe

Mit „Independence Day: Wiederkehr“ (2016) hat sich Roland Emmerich keinen Gefallen getan. Die inhaltsleere, extrem unspannende Fortsetzung seines größten Erfolgs („Independence Day“, 1996) dürfte sein schlechtester Film überhaupt gewesen sein. Nimmt man das als Maßstab, hat „Midway: Für die Freiheit“, der neue Streifen des schwäbischen Regisseurs, schon einmal leichtes Spiel. Aber mehr noch und weit erfreulicher: Das auf der Seeschlacht von Midway im Jahr 1942 basierende Werk bietet tatsächlich ein überraschend unterhaltsames Spektakel.

Der japanische Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941 bringt nicht nur den Pazifikkrieg, sondern auch die Geschichte ins Rollen: Der neue US-Oberbefehlshaber Admiral Nimitz (Woody Harrelson) schenkt nach diesem Debakel dem Nachrichtenoffizier Layton (Patrick Wilson) deutlich mehr Vertrauen als sein Vorgänger. Die von Laytons Leuten dechiffrierten Botschaften der Japaner lassen einen Angriff auf die Midway-Inseln vermuten. Hier sollen die amerikanischen Piloten um Dick Best (Ed Skrein), Wade McClusky (Luke Evans) und Clarence Dickinson (Luke Kleintank) die japanische Flotte unter der Führung von Konteradmiral Yamaguchi (Tadanobu Asano) stellen.

Frei von Schwächen ist „Midway“ nicht: Immerhin ist Emmerichs Pathos, mit dem er sich gerne amerikanischer als jeder Amerikaner gibt, nicht gar so nervtötend ausgeprägt wie beispielsweise einst in „Der Patriot“ (2000) und in anderen seiner Filme – die Sympathien liegen zwar klar bei den USA, aber auch das Bild der Japaner ist doch erfreulich differenziert. Schwieriger ist da schon die Fülle an Figuren, von denen viele nur so knapp abgehandelt werden können, dass sie fast verschenkt scheinen, während sich ausgerechnet eine Hauptperson wie Fliegerass Dick Best nicht wirklich zum Sympathieträger entwickeln will. Ed Skrein („Alita: Battle Angel“) tut sich in dieser Rolle arg schwer.

Die volle Punktzahl heimst Regisseur Emmerich natürlich beim Spektakel ein: Die Flugzeugszenen sind packend gefilmt und wirken auch angesichts der Vielzahl an Gefechten nicht ermüdend. Explosionen sind ohnehin bei niemandem sonst schöner, greller und lauter in Szene gesetzt. Das beginnt mit dem Angriff auf Pearl Harbor (in Emmerichs Version zwar nur der Auftakt der Geschichte, aber weit überzeugender als in Michael Bays Film von 2001) und endet mit der eindrucksvollen Vernichtung diverser Flugzeugträger. Das sieht bei aller Zerstörung einfach gut aus und ist, auch wenn man historisch bewandert ist, spannend gemacht.


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Zombieland: Doppelt hält besser

Geschrieben von Armin , in Film 14 November 2019 · 39 Aufrufe

Die aberwitzige Zombie-Komödie „Zombieland“ war 2009 ein Überraschungserfolg an den Kinokassen. Eine Fortsetzung war zwar lange im Gespräch, wollte aber – mit Ausnahme des Pilotfilms (2013) für eine dann allerdings nicht realisierte Fernsehserie – einfach nicht zustande kommen. Nach zehn Jahren ist es nun aber doch so weit, Ruben Fleischer (zuletzt „Venom“, 2018) führt erneut Regie und auch das Hauptdarsteller-Quartett ist komplett wieder versammelt.

Während sich fast alle Menschen in Zombies verwandelt haben, lassen es sich die nicht vom Virus infizierten Columbus (Jesse Eisenberg), Tallahassee (Woody Harrelson), Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) im Weißen Haus gut gehen. Bis Little Rock den Gitarre spielenden Hippie Berkeley (Avan Jogia) kennenlernt und mit ihm das Weite sucht. Ihre Schwester Wichita braucht nur einen ungeschickten Heiratsantrag von Columbus, um sich ebenfalls zu verabschieden und ihn zu verlassen. Trost spendet ihm die nicht allzu helle Blondine Madison (Zoey Deutch). Auf der bald folgenden Suche nach Little Rock stößt die Truppe unter anderem auf die unerschrockene Nevada (Rosario Dawson), aber auch auf wesentlich robustere Zombies, als sie es bislang gewohnt waren.

Kritiker werden sich bestätigt sehen: Eigentlich war mit dem ersten Film schon alles gesagt, neue Aspekte werden der Geschichte in der Fortsetzung keineswegs hinzugefügt, auch die Gags erfinden das Rad nicht neu, originell ist hier praktisch nichts. Aber: Wer „Zombieland“ mochte, wird bei „Doppelt hält besser“ trotzdem das Grinsen nicht aus dem Gesicht bekommen. Der Film ist nicht einmal im Ansatz gruselig, höchstens gelegentlich etwas unappetitlich, aber vor allem eben richtig komisch. Dazu trägt das kongeniale Duo Eisenberg/Harrelson den größten Teil bei, das sich die Bälle permanent gegenseitig zuspielt. Die Damen werden vom Drehbuch leider deutlich stiefmütterlicher behandelt, nur die neu hinzugestoßene Zoey Deutch darf die mit vielen, vielen Klischees beladene Rolle des blonden Dummerchens herrlich auskosten.

Analog zum ersten Film dienen auch dieses Mal wieder Columbus’ Regeln, dank derer er die Zombie-Apokalypse überhaupt überlebt hat, als Leitplanken der Geschichte und werden immer mal wieder amüsant eingebaut, was weitere Lacher garantiert. Schließlich ist ja auch der Titel der Fortsetzung diesen Regeln entlehnt: Doppelt auf die Zombies zu schießen, sorgt auf jeden Fall fürs gewünschte Ergebnis. Und zwei Filme sind nicht nur für Nostalgiker besser als einer.

Mehr:
Zombieland (2009)


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Terminator: Dark Fate

Geschrieben von Armin , in Film 27 October 2019 · 148 Aufrufe

Das einzig wirklich Schöne an „Terminator Genisys“ (2015): Die Handlung war dermaßen sinnfrei, dass sie sich sehr leicht ignorieren lässt. Vermissen wird diesen Teil der Geschichte garantiert niemand. Die Macher von „Dark Fate“, dem schon sechsten Terminator-Film, um Regisseur Tim Miller („Deadpool“) und Terminator-Urvater James Cameron, der Teile des Drehbuchs beigesteuert hat, gehen aber noch einen gewaltigen Schritt weiter: Sie blenden auch die Filme drei und vier aus und schließen direkt an den damals noch von Cameron verantworteten „Tag der Abrechnung“ (1991) an – dessen Klasse erreicht „Dark Fate“ aber leider nicht.

Es kommt einem hinreichend bekannt vor: Zwei Besucher aus der Zukunft machen sich im Jahr 2020 auf die Suche nach der Fabrikarbeiterin Dani Ramos (Natalia Reyes). Das Terminator-Modell Rev-9 (Gabriel Luna) will sie töten, die technisch aufgerüstete, aber menschliche Soldatin Grace (Mackenzie Davis) soll sie beschützen. Die Auseinandersetzung hinterlässt eine Spur der Zerstörung und lockt eine alte Bekannte an: Sarah Connor (Linda Hamilton), die zwar dereinst den „Tag der Abrechnung“ verhindert hat, aber seit dem Tod ihres Sohns komplett auf Rache-Modus geschaltet hat. Ausgerechnet dessen Mörder, ein alter T-800 (Arnold Schwarzenegger), soll dann aber eine wichtige Rolle beim Versuch spielen, Danis Leben zu retten.

Eine neue Geschichte? Leider Fehlanzeige. Der ewige Kampf zwischen Mensch und Maschine wird praktisch deckungsgleich mit dem allerersten „Terminator“-Film (1984) mit neuen Figuren noch einmal erzählt – das ist wenig originell und irgendwie überflüssig, erspart dem Zuschauer aber immerhin wirre Verwicklungen, wie sie „Genisys“ produziert hat. Die Action-Szenen entschädigen ein wenig, auch wenn einen hier gleichfalls das Gefühl beschleicht, vieles schon einmal gesehen zu haben. Dass wenigstens das neue Terminator-Modell ein paar schicke Weiterentwicklungen aufweist, ist dann aber doch ein dankbar aufgenommenes Plus.

Dafür sorgt aufseiten der Darsteller eindeutig Arnold Schwarzenegger, der seine Paraderolle auch sichtlich gealtert und mit Vollbart hervorragend meistert – herrlich sein Griff zur Sonnenbrille, die er dann aber doch liegen lässt. Während unter den neuen Akteuren noch am ehesten Mackenzie Davis („Blade Runner 2049“) überzeugt, ist Linda Hamiltons Rückkehr nur bedingt geglückt: gut, wenn sie grimmig entschlossen sein darf, aber fast schon peinlich, wenn sich ihre Sarah Connor an Humor versucht. Dafür ist auch diesmal der T-800 zuständig. Der rettet den Streifen aufs Niveau eines soliden Action-Films, mehr aber auch nicht.

Mehr:
Terminator: Genisys (2015)
Terminator: Die Erlösung (2009)


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Joker

Geschrieben von Armin , in Film 14 October 2019 · 361 Aufrufe

Jack Nicholson („Batman“, 1989), Heath Ledger („The Dark Knight“, 2008) und Jared Leto („Suicide Squad“, 2016) haben sich in der Vergangenheit auf der großen Leinwand am Joker versucht, dem irre-bösen Gegenspieler von Batman – drei ganz unterschiedliche, immer aber spannende Darbietungen einer Figur, in der ganz offensichtlich wesentlich mehr Facetten stecken, als sich in einem einzigen Film abbilden lassen, vom skrupellosen Kriminellen bis zum heillos Wahnsinnigen. Völlig unberührt davon schlägt Joaquin Phoenix in Todd Phillips‘ „Joker“ nun ein ganz neues Kapitel auf: weit weg von allen Superhelden, mehr Charakter- und vor allem Gesellschaftsstudie als Comic-Verfilmung.

Im Gotham der frühen achtziger Jahre ist Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) schon ziemlich weit unten, als für ihn die ganz persönliche Abwärtsspirale endgültig einsetzt: Er muss sich erst von Teenagern verprügeln lassen, verliert dann seinen Job als Clown, die für seine psychischen Probleme dringend benötigten Medikamente werden ihm ebenso gestrichen wie die ohnehin nicht zuhörende Sozialarbeiterin und auch seine Mutter Penny (Frances Conroy) trägt mehr als nur ein dunkles Geheimnis mit sich herum. Während in der Stadt die Müllabfuhr streikt, soziale Proteste und Gewalt zunehmen, erlebt Arthur, den seine Mutter widersinnigerweise „Happy“ nennt und der eigentlich Komiker werden möchte, die Kälte der Gesellschaft in Person zweier für ihn wichtiger Menschen: Murray Franklin (Robert De Niro), Moderator einer von Arthur verehrten TV-Show, und Thomas Wayne (Brett Cullen), der reichste Mann der Stadt und frühere Arbeitgeber von Penny Fleck, zeigen ihm auf ihre jeweils eigene Art und Weise, wie wenig er von dieser Welt zu erwarten hat.

Dieser Joker muss nicht wie einst Jack Nicholson in den Säuretank fallen, um komplett wahnsinnig zu werden. Die emotionale Kälte und gnadenlose Ablehnung, ob in seinem persönlichen Umfeld oder in einer zunehmend verrohenden Gesellschaft, reichen dafür völlig aus. Todd Phillips („War Dogs“) orientiert sich dabei ziemlich schamlos an zwei Filmen Martin Scorseses (beide passenderweise mit Robert De Niro in der Hauptrolle), „Taxi Driver“ (1976) und „The King of Comedy“ (1982), die er weit ausführlicher zitiert, als dass er sich im umfangreichen Batman-Kosmos bedienen würde (selbst für Bruce Wayne bleibt nur eine kleine Szene). Das lässt das Schicksal der Hauptfigur erschreckend realistisch wirken, lebensnaher als in der oft grellbunt überzeichneten Comic-Welt. Dabei begeht der Regisseur nicht den Fehler, Sympathie für seinen Joker wecken zu wollen, höchstens Verständnis dafür, wie sein Weg unweigerlich verlaufen muss. Des Jokers krankheitsbedingtes, irres Lachen überfällt ihn anfangs in den unpassendsten Situationen. Am Ende, nach einem düsteren, deprimierenden, intensiv-beklemmenden Niedergang, erscheint es als perfektes Statement seiner Verständnislosigkeit und Verzweiflung. Dem Zuschauer ist das Lachen da schon längst vergangen.

DC-Filme:
The Dark Knight Rises (2012)
Green Lantern (2011)
The Dark Knight (2008)

Das sogenannte DCEU:
Shazam (2019)
Aquaman (2018)
Justice League (2017)
Wonder Woman (2017)
Suicide Squad (2016)
Batman v Superman: Dawn of Justice (2016)
Man of Steel (2013)


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Gemini Man

Geschrieben von Armin , in Film 11 October 2019 · 190 Aufrufe

Ang Lee gilt als vielseitiger Filmemacher, der sich schon an so extrem unterschiedliche Stoffe wie den Jane-Austen-Klassiker „Sinn und Sinnlichkeit“ (1995) oder die Comic-Verfilmung „Hulk“ (2003) gewagt hat und gleich zweimal mit dem Oscar für die beste Regie ausgezeichnet wurde: für „Brokeback Mountain“ (2005) und „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“ (2012). Das macht Lust auf seinen Science-Fiction-Thriller „Gemini Man“ – das Ergebnis ist aber leider ziemlich ernüchternd.

Henry Brogan (Will Smith) ist als Auftragsmörder für eine geheime Regierungsorganisation deren bestes Pferd im Stall. Nachdem er den jüngsten Auftrag nach seinem eigenen Geschmack nicht souverän genug über die Bühne gebracht hat, beschließt er, die Flinte an den Nagel zu hängen. Doch davon will sein Chef Clay Verris (Clive Owen) nichts wissen: Er hetzt ihm seinen 25 Jahre jüngeren Klon auf den Hals. Brogan, seiner Agentenkollegin Danny (Mary Elizabeth Winstead), die ihn erst beschattet, dann unterstützt, und seinem alten Freund Baron (Benedict Wong) bleibt nur die Flucht.

Schon über die Optik lässt sich streiten: Der Film wurde mit 120 Bildern pro Sekunde (Kinostandard sind 24) gedreht, was zwar die Bildqualität verbessern soll, vieles aber auch eher künstlich als echt wirken lässt. Dazu passt die Technik, die in Will Smith’ jüngerem Ich steckt: Die Verjüngungskur ist zweifelsohne gelungen, richtig überzeugend kommt der geklonte Gegenspieler des Helden aber nicht daher. Kein glückliches Händchen beweist der Regisseur zudem bei den Actionszenen: Zu viele wurden aus nächster Nähe gefilmt und wirken deshalb sehr unübersichtlich.

Viel schlimmer als alle handwerklichen Details ist aber der eigentliche Inhalt: Das beginnt bei der Hauptfigur, die auch nach Mord Nummer 72 immer noch im festen Glauben handelt, nur die Bösen zu töten. Es setzt sich über die wirre Klon-Story fort: Eigentlich sollte es eine ganze Armee dieser Burschen geben, von jeglichen moralischen Skrupeln befreit. Ausgerechnet den Klon, der Brogan töten soll, hat Bösewicht Verris aber adoptiert und als seinen eigenen Sohn großgezogen, mit allen menschlichen Schwächen – die dann natürlich auch prompt zu Tage treten. Quälend pathetische bis sinnfreie Dialoge bremsen zudem immer wieder jeden Anflug von Spannung aus. Insgesamt ist „Gemini Man“ eine große Enttäuschung.


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Ad Astra – Zu den Sternen

Geschrieben von Armin , in Film 25 September 2019 · 215 Aufrufe

Filme wie „Gravity“ (2013) oder „Interstellar“ (2014) kommen einem in den Sinn: Faszinierende Weltraumszenen und emotionale Achterbahnfahrten ließen den Zuschauer staunen und mitfiebern. Auf ähnliche Zutaten setzt Regisseur James Gray (zuletzt „Die versunkene Stadt Z“, 2016) in „Ad Astra – Zu den Sternen“, allerdings in einer ganz speziellen Machart: Gray erzählt seine Geschichte in einer sehr unaufgeregten Atmosphäre und zudem in ungewöhnlich gemächlichem Tempo.

Major Roy McBride (Brad Pitt), ein erfahrener Astronaut, der durch nichts aus der Ruhe zu bringen ist, wird von seinen Vorgesetzten auf eine Sondermission geschickt. Rätselhafte elektromagnetische Stürme haben auf der Erde mehrere Katastrophen ausgelöst. Deren Auslöser wird von den Wissenschaftlern in der Nähe des Planeten Neptun ausgemacht. Ausgerechnet dorthin ist das seit 16 Jahren als verschollen geltende Raumschiff des sogenannten „Lima-Projekts“ geflogen – Kommandant war ausgerechnet McBrides Vater Clifford (Tommy Lee Jones), der nach Spuren intelligenten Lebens suchen sollte. Nun wird vermutet, dass er noch leben könnte und mit den aktuellen Vorkommnissen in Verbindung steht. Sein Sohn Roy soll mit ihm Kontakt aufnehmen. Aus dem ursprünglichen Plan, eine Funkbotschaft zu schicken, wird dann aber eine längere Reise, die ihn über den Mond und den Mars schließlich tatsächlich in Richtung Neptun führt.

Trotz einiger, sogar prominent besetzter Nebenfiguren – Roys Frau Eve (Liv Tyler), die er zugunsten seiner beruflichen Ziele verlassen hat, sein kurzzeitiger Begleiter Colonel Pruitt (Donald Sutherland) oder Helen Lantos (Ruth Negga), Chefin der Mars-Basis – steht der von Brad Pitt überzeugend gespielte Roy McBride so sehr im Zentrum, dass man öfter den Eindruck eines Ein-Personen-Stücks hat. Das wird durch das extrem behäbige Voranschreiten der Handlung noch betont: Die Reise zum Mond, auf der praktisch nichts passiert, wird dank gelungener Einfälle und stimmiger Details alles andere als langweilig. Eine Verfolgungsjagd mit Mondmobilen kommt dank der niedrigen Gravitation bei aller Zerstörungswut fast schon schwerelos leichtfüßig daher. Das ist alles gut gemacht, intensiv und interessant zu verfolgen.
Ziemlich genau in der Mitte des Films verliert sich der Reiz dieser tempoarmen Erzählweise, dann wird das Geschehen eher schleppend, fast schon quälend, und es wäre dringend notwendig gewesen, doch einmal die Handbremse zu lösen. Ähnliches gilt für Brad Pitts Verkörperung der Hauptfigur: die düstere Emotionslosigkeit, der Gleichmut – das funktioniert lange sehr gut, überzeugt aber angesichts der Entwicklungen zum Ende hin samt der letztlich unbefriedigenden Aufarbeitung der komplizierten Vater-Sohn-Beziehung dann nicht mehr komplett. Apropos Ende: Das kann leider überhaupt nicht begeistern. Damit bleibt „Ad Astra“ in vielerlei Hinsicht sehenswert, wird in der zweiten Hälfte aber zusehends schwächer.


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Downton Abbey

Geschrieben von Armin , in Film 22 September 2019 · 209 Aufrufe

Wer die Serie mag, wird den Film lieben: „Downton Abbey“ lief von 2010 bis 2015 im Fernsehen und begeisterte Kritiker wie Zuschauer. Über sechs Staffeln und 52 Folgen hinweg wurde das Schicksal einer englischen Adelsfamilie und ihres Personals erzählt, eingewoben in historische Ereignisse wie den Ausbruch des Ersten Weltkriegs oder gesellschaftliche Umbrüche wie die Einführung des Frauenwahlrechts. Mit der Weihnachtsfolge 2015, sinnigerweise „The Finale“ betitelt, schien die Handlung zu einem zufriedenstellenden, guten Ende gebracht: mit diversen Hochzeiten, Abschieden und auch neuen Herausforderungen. Vier Jahre später wagen sich die Macher um Serienschöpfer Julian Fellowes nun an eine 1927 spielende Fortsetzung auf der großen Leinwand, ein eher ungewöhnlicher Schritt, aber mit der schönen Erkenntnis, dass „Downton Abbey“ auch im Kino funktioniert.

Helle Aufregung im Herrschaftssitz der Grafen Granthom: König George V. (Simon Jones) und Königin Mary (Geraldine James) wollen Downton Abbey besuchen. Das bedeutet nicht nur eine große Ehre, sondern auch einen riesigen Aufwand, wie sich schnell zeigt. Während Lord und Lady Granthom, Robert Crawley (Hugh Bonneville) und seine Frau Cora (Elizabeth McGovern), wie gewohnt eher über den Dingen schweben, packt vor allem Tochter Mary (Michelle Dockery) kräftig an, während ihre Schwester Edith (Laura Carmichael) ganz andere Probleme hat und Schwiegersohn Tom (Allen Leech) als gebürtiger Ire und einst engagierter Sozialist in den Verdacht zu geraten scheint, den königlichen Besuch sabotieren zu wollen. Zur wahren Herausforderung wird die royale Stippvisite aber vor allem für die Angestellten des Hauses. Da sich Butler Barrow (Rob James-Collier) überfordert zeigt, holt Mary flugs seinen Vorgänger Carson (Jim Carter) aus dem Ruhestand, der aber bald ebenfalls vor dem nach Downton entsandten königlichen Personal und dessen arroganter Impertinenz zu kapitulieren droht – bis Kammerzofe Anna (Joanne Froggatt) einen frechen Einfall hat, um die Ehre des Hauses und seiner Diener wiederherzustellen.

Der Auftakt ist zugegebenermaßen etwas schwerfällig, die Idee, durch ein auch noch sehr offensichtlich geplantes Attentat für zusätzlichen Schwung zu sorgen, misslingt. Der Film „Downton Abbey“ lebt wie schon die Serie von den herzerfrischenden Dialogen, den vielen kleinen Problemen und Problemchen der über die Jahre lieb gewonnenen Figuren (alle wichtigen sind mit dabei) sowie dem Kontrast zwischen der pompösen Welt des Adels und der weitaus weniger glamourösen Wirklichkeit ihrer Dienstboten. Sobald sich Regisseur Michael Engler, der auch für die finale Fernsehfolge verantwortlich zeichnete, und seine Mitstreiter auf diese Stärken besinnen, hat „Down-ton Abbey“ die Zuschauer endgültig wieder auf seine Seite gezogen. Fliegen dann noch ein paar Giftpfeile aus dem Köcher von Roberts Mutter Violet (Maggie Smith), ist das Vergnügen komplett. Da scheint auch eine weitere Fortsetzung nicht völlig unmöglich zu sein.


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Es: Kapitel 2

Geschrieben von Armin , in Film 08 September 2019 · 264 Aufrufe

„Eine gute Neuverfilmung“ lautete das Urteil an dieser Stelle über den ersten Teil von „Es“ (2017), den Regisseur Andrés Muschietti nach dem Horrorklassiker von Stephen King (1986) drehte. Jetzt folgt die zweite Hälfte und schließt fast nahtlos daran an. Muschiettis Idee, die beiden Zeitebenen des Romans auf zwei Filme zu verteilen, hat schon in Teil eins überraschend gut funktioniert und tut das auch jetzt. Zumal die jungen Versionen der Hauptpersonen dank einiger Rückblenden auch dieses Mal zu sehen sind, obwohl die Handlung nun 27 Jahre später angesiedelt ist.

Im Derry des Jahrs 2016 hat Clown Pennywise (Bill Skarsgård) seine tödliche Arbeit wieder aufgenommen. Mike Hanlon (Isaiah Mustafa), der als Einziger in der Heimat geblieben ist, erinnert seine alten Freunde um Bill Denbrough (James McAvoy) und Beverly Marsh (Jessica Chastain) an ihren Schwur aus Kindertagen: „Es“ muss endgültig zur Strecke gebracht werden.

Insgesamt ist auch das zweite Kapitel der Geschichte weitgehend gelungen, kann aber in einigen Punkten nicht ganz mit Teil eins mithalten: Schade ist, dass der Film trotz beinahe drei Stunden Länge der Einführung der nun erwachsenen Figuren vergleichsweise wenig Zeit widmet. Im Gegenzug wirkt es eher redundant, wenn sich ausnahmslos jedes Mitglied des „Clubs der Verlierer“ später seinen individuellen, mit der Vergangenheit verknüpften Traumata stellen muss – das ist, gerade weil die sich inhaltlich so ähnlichen Szenen kurz aufeinander folgen, nur in einem einzigen Fall richtig gruselig. Viel Potenzial wird zudem bei Bösewicht Henry Bowers verschenkt, von Teach Grant grandios durchgeknallt gespielt, der in seinen zu wenigen Szenen mehr Horror verbreitet als alle computeranimierten Schauergestalten zusammen. Für den ganzen Film gilt trotzdem: Die Atmosphäre ist angemessen düster, Pennywise diabolisch – das passt.

Der erste Teil:
Es (2017)

Und Blick zurück auf eine ältere Stephen-King-Verfilmung:
Der Nebel (2008)


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Gelesen im Juli

Geschrieben von Armin , in Buch 03 September 2019 · 275 Aufrufe

Mit viel Verspätung ...

George R.R. Martin/Raya Golden – Starport (Harper Voager, 2019)
Nach längerer Zeit mal wieder ein Comic beziehungsweise eine Graphic Novel, wie das heutzutage ja heißt. Bei stolzen 272 Seiten (da glaube ich mal der Angabe bei Amazon, irgendein Scherzkeks hat die Seitenzahlen im Buch nämlich einfach weggelassen) in zwölf Kapiteln ist diese Bezeichnung durchaus angemessen. „Starport“ ist eins der (nach Angabe des Autors) zahlreichen Drehbücher, die George R.R. Martin in seiner Hollywood-Zeit in den achtziger und neunziger Jahren neben seiner Arbeit für „The Twilight Zone“ und „Beatuy and the Beast“ für TV-Pilotfilme geschrieben hat, die nie verwirklicht wurden. Raya Golden, die schon die Martin-Story „Meathouse Man“ als Comic adaptiert hat, ist für die visuelle Umsetzung zuständig – und genau daran hakt es. Die Story um einen Alien-Bund („Harmony of Worlds“), der die Erde als 315. Welt in seine Reihen aufnehmen möchte, wobei es zehn Jahre nach dem Erstkontakt allerlei Komplikationen rund um die Eröffnung des Starports in Chicago gibt, ist nicht uninteressant, aber auch nicht herausragend originell. Martin selbst hat den Vergleich hat den Vergleich zur Polizeiserie „Hill Street Blues“ (deutsch „Polizeirevier Hill Street“) gezogen, nur mit Aliens eben. Das ist schon recht unterhaltsam, die optische Umsetzung hinkt aber leider deutlich hinterher. Frau Goldens Zeichenstil ist arg brav, ein etwas flippigerer, ausladenderer Ansatz hätte um einiges besser zur Geschichte gepasst – ich nenne mal „The Green Lantern“, die aktuelle Serie mit Zeichnungen von Liam Sharp, als Referenz. Ein ähnlicher Stil hätte „Starport“ sehr gut getan und aus einem netten einen sehr guten Comic gemacht.

Alan Dean Foster – Reise zur Stadt der Toten (Heyne, 1986)
Nach meiner Lektüre von Fosters „Vorposten des Commonwealth“ vor Kurzem habe ich mir einen weiteren bislang noch ungelesenen Roman aus seinem Homanx-Commonwealth-Universum vorgenommen, im Original als „Voyage to the City of the Dead“ 1984 erschienen. Das Urteil fällt ganz ähnlich aus: aus heutiger Sicht kaum angestaubt, spannend und mit exotischen Außerirdischen, gut zu lesen, unterhaltsam.

Heinrich Steinfest – Der Allesforscher (Piper, 2014)
Science Fiction? Nein. Im Nachwort erwähnt der Autor aber immerhin, dass er mal vorhatte, im Finale die Sonne „kalben“ und zwei kleinere Sonnen gebären zu lassen, sodass die Welt, wie wir sie kennen, aufhört zu existieren. Das hat er nicht gemacht und trotzdem ist „Der Allesforscher“ wie eigentlich jeder Steinfest-Roman ein großes Vergnügen. Hier geht‘s um einen Manager, der durch einen explodierenden Wal und einen Flugzeugabsturz aus der Bahn geworfen wird, Job und Verlobte verliert, Bademeister in Stuttgart und Vater eines unehelichen Sohns wird und noch um einiges mehr. Ein Roman, den man einerseits nicht weglegen möchte, andererseits aber auch so langsam wie nur möglich lesen will, damit er nicht aufhört. Heinrich Steinfest ist vermutlich der klügste Autor, den es gibt, er packt in einen Satz mehr Weisheiten, Gags oder absurde Ideen als viele andere in ein ganzes Buch – nein, kein großes, sondern ein riesiges Vergnügen.

Charles Sheffield – Das Artefakt der Meister (Bastei-Lübbe, 2008)
Ich hatte ja angekündigt, mir ein bisschen mehr Zeit mit dem nächsten (vierten) Band aus Charles Sheffields „Heritage“-Zyklus zu lassen, jetzt habe ich ihn dann aber doch schon gelesen – hier liegt noch der eine oder andere Mehrteiler von anderen Autoren herum, vielleicht ist es ganz gut, hier vorher mal zum Ende zu finden. „Das Artefakt der Meister“, im Original 1997 als „Convergence“ erschienen, hat mir wieder ein Stück besser als der Vorgänger gefallen, auch wenn die Zutaten immer noch dieselben sind – irgendwie erscheint es mir flotter, ein bisschen lockerer geschrieben. Im Nachwort kündigt der Autor übrigens an, seine Tetralogie damit beendet zu haben, und wird eine Seite weiter vom Übersetzer korrigiert: Schließlich hat Sheffield fünf Jahre später mit „Der Schwarze Schlund“ einen fünften Roman nachgeschoben. Der ist dann demnächst an der Reihe.

Robert A. Heinlein – Das neue Buch Hiob (Bastei-Lübbe, 1985)
Ein Roman aus Heinleins (1907-1988) Spätphase, im Original gerade mal ein Jahr zuvor, 1984, als „Job: A Comedy of Justice“ veröffentlicht, zwar sowohl für Hugo als auch Nebula Award nominiert und Gewinner eines Locus Award, aber sicher kein Meisterwerk. Immerhin ist es ganz vergnüglich mitzuverfolgen, wie Alec und Margrethe, die beiden Hauptpersonen, durch mehrere Paralleluniversen geschleudert werden. Sobald sich dann aber die pseudoreligiösen Einsprengsel mehr und mehr häufen (angesichts des Titels wohl kein Wunder ...), wird‘s deutlich weniger interessant.

Holger M. Pohl – Ein uralter Plan (Wurdack, 2019)
„Die neunte Expansion“, Band 21, und was für einer. Holger lüftet Rätsel, treibt die Haupthandlung entscheidend voran, erzählt mit ordentlich Tempo und Spannung – diese Lektüre hat Spaß gemacht. Würde das nächste Buch schon vorliegen, hätte ich es sicher direkt im Anschluss gelesen. So heißt es: Geduld. Und Kompliment für den vorliegenden Roman.

Mehr:
Gelesen im Juni
Gelesen im Mai
Gelesen im April
Gelesen im März
Gelesen im Februar
Gelesen im Januar


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Musik 2019 (Stand 22.8.)

Geschrieben von Armin , in Musik 22 August 2019 · 387 Aufrufe

(Vorheriger Eintrag zum Thema)

Erschienen:
  • Magnum – Live at the Symphony Hall (2CD, 18.1.)
  • Magnum – Live at the Symphony Hall (3LP, 18.1.)
  • Anubis – Lights of Change – Live in Europe 2018 (2CD, 18.1.)
  • In Continuum – Acceleration Theory (CD, 18.1.)
  • The Neal Morse Band – The Great Adventure (2CD, 25.1.)
  • Steve Hackett – At the Edge of Light (CD/DVD, 25.1.)
  • PFM – Celebration – Live in Nottingham 1976 (2CD, 25.1.)
  • Phil Collins – Serious Hits live (Remaster, CD, 1.2.)*
  • Phil Collins – A Hot Night in Paris (Remaster, CD, 1.2.)
  • Peter Hammill with the K Group – The K Box (4CD, 8.2.)*
  • Tobias Sammet's Avantasia – Moonglow (CD, 14.2.)
  • Dream Theater – Distance over Time (CD, 22.2.)
  • Jadis – Medium Rare 2 (CD, 22.2.)
  • O.R.k. – Ramagehead (CD, 22.2.)
  • John Mayall – Nobody told me (CD, 22.2.)
  • Gary Clark Jr. – This Land (CD, 22.2.)
  • Marco Sfogli – Homeland (CD, 22.2.)*
  • Grand Tour – Clocks that Tick (But never Talk) (CD, 22.2.)
  • The Dave Foster Band – Nocebo (CD, 23.2.)*
  • Queensryche – The Verdict (2CD, 1.3.)
  • Tim Bowness – Flowers at the Scene (CD, 1.3.)
  • Reese Wynans and Friends – Sweet Release (CD, 1.3.)
  • Celeste – Il Risveglio del Principe (CD, 1.3.)
  • Adrian Belew – Pop-Sided (CD, März)*
  • Caravela Escarlate – Caravela Escarlate (CD, 7.3.)
  • Whitesnake – Slide it in (Ultimate Edition, 6CD/1DVD, 8.3.)
  • U.K. – Night after Night: Extended (Remaster, 2CD, 8.3.)*
  • Foreigner – Live at the Rainbow '78 (CD/Blu-ray, 15.3.)
  • Le Orme – Sulle Ali di un Sogno (CD, 15.3.)
  • RPWL – Tales from outer Space (CD, 22.3.)
  • The Mute Gods – Atheists and Believers (CD, 22.3.)
  • Peter Hammill – Not Yet Not Now (8CD, 29.3.)
  • Hans Lundin – The Solo Years 1982-1989 (6CD, 29.3.)
  • Arena – Double Vision (2LP, 29.3.)*
  • Jon Anderson – 1000 Hands (CD, 31.3.)*
  • Peter Gabriel – Rated PG (Record Store Day, LP, 13.4.)
  • Emerson, Lake & Palmer – Live at Pocono International Railway, USA, 8th July 1972 (Record Store Day, 2LP, 13.4.)
  • Beth Hart – Front and Center – Live from New York (Record Store Day, 2LP, 13.4.)*
  • Jordan Rudess – Wired for Madness (CD, 19.4.)*
  • Snowy White – The Situation (CD, 19.4.)*
  • Van der Graaf Generator – The Aerosol Grey Machine 50th Anniversary Edition Deluxe Boxset (2CD/1LP/1Single, 26.4.)
  • Lonely Robot – Under Stars (CD, 26.4.)
  • King Crimson – Live in Newcastle, December 8, 1972 (CD, 26.4.)
  • Arena – Re-Visited Live Box Set (2CD/Blu-ray/DVD, 26.4.)
  • Huis – Abandoned (CD, 1.5.)*
  • Bjorn Riis – A Storm is coming (CD, 3.5.)*
  • The Samurai of Prog – Toki No Kaze (The Winds of Time) (CD, 3.5.)*
  • Isildurs Bane/Peter Hammill – In Amazonia (CD, 10.5.)
  • Banco del Mutuo Soccorso – Transsiberiana (CD, 10.5.)
  • Whitesnake – Flesh & Blood (CD/DVD, 10.5.)
  • Sammy Hagar & The Circle – Space Between (CD, 10.5.)
  • Big Big Train – Grand Tour (CD, 17.5.)
  • Izz – Don‘t Panic (CD, 17.5.)*
  • Pink Floyd – Transmissions 1967-1968 (2CD, 24.5.)*
  • King Crimson – The ReconstruKction of Light 40th Anniversary Remaster Edition (CD/DVD, 31.5.)
  • King Crimson – The Power to Believe 40th Anniversary Remaster Edition (CD/DVD, 31.5.)
  • Kenny Wayne Shepherd – The Traveler (CD, 31.5.)
  • Chandelier – Timecode (Remaster, 2CD, 7.6.)
  • Neal Morse – Jesus Christ: The Exorcist (2CD, 14.6.)
  • Sweet Oblivion – Sweet Oblivion (CD, 14.6.)*
  • UMAE – Lost in the View (CD, 21.6.)*
  • King Crimson – The Elements Of King Crimson – 2019 Tour Box (2CD, 28.6.)
  • Bill Bruford‘s Earthworks – Earthworks Complete (20CD/4DVD, 28.6.)*
  • Pattern-Seeking Animals – Pattern-Seeking Animals (CD, 5.7.)
  • Nad Sylvan – The Regal Bastard (CD, 5.7.)
  • Billy Sherwood – Citizen: In the next Life (CD, 12.7.)*
  • Deep Purple – Live in Newcastle 2001 (2CD, 19.7.)*
  • Richard Henshall – The Cocoon (CD, 26.7.)*
  • Eddie Jobson – The Green Album/Theme of Secrets (2CD/1 Blu-ray, 26.7.)*
  • Ian Gillan – Contractual Obligation #1: Live In Moscow (Blu-ray, 26.7.)*
  • Ian Gillan – Contractual Obligation #2: Live In Warsaw (2CD, 26.7.)*
  • Ian Gillan – Contractual Obligation #3: Live In St. Petersburg (3LP, 26.7.)*
  • Yes – Live 50 (2CD, 2.8.)
* (noch) nicht gekauft

Noch nicht erschienen:
  • Magic Pie – Fragments of the 5th Element (CD, 30.8.)
  • Sons of Apollo – Live with the Plovdiv Psychotic Symphony (3CD/1DVD, 30.8.)
  • Dave Kerzner – Static Live Extended Edition (2CD, 6.9.)
  • Clepsydra – The Gap (CD, 6.9.)
  • Caravan – The Decca/Deram Years (An Anthology) 1970-1975 (9CD, 6.9.)
  • Richard Wright & Dave Harris – Zee:Identity 2019 (CD, 6.9.)
  • Hasse Fröberg & Musical Companion – Parallel Life (CD, 12.9.)
  • Camel – Live at the Royal Albert Hall 2018 (Blu-ray, 13.9.)
  • The Cult – Sonic Temple: 30th Anniversary Deluxe Edition (5CD, 13.9.)
  • King Crimson – Audio Diary 2014-2018 (5CD, 20.9.)
  • IQ – Resistance (2CD, 27.9.)
  • IQ – Resistance (3LP, 27.9.)
  • Beth Hart – War in my Mind (CD, 27.9.)
  • Lee Abraham – Comatose (CD, 27.9.)
  • Pendragon – The First Forty Years (5CD, 30.9.)
  • Nick Magnus – Catharsis (CD, 30.9.)
  • Flying Colors – Third Degree (2CD, 4.10.)
  • District 97 – Screens (CD, 4.10.)
  • Badger – One Live Badger (Remaster, CD, 4.10.)
  • Jethro Tull – Stormwatch: 40th Anniversary Force 10 Edition (4CD/2DVD, 11.10.)
  • Yes – Live at Glastonbury Festival 2003 (2CD, 11.10.)
  • In Continuuum – Accelereation Theory Part Two: Annihilation (CD, 11.10.)
  • ESP Project – The Rising (CD, 11.10.)
  • Steve Hackett – Genesis Revisited Band & Orchestra: Live at the Royal Festival Hall (2CD/Blu-ray, 25.10.)
  • Joe Bonamassa – Live at the Sydney Opera House (CD, 25.10.)
  • Bruce Soord – All this will be yours (CD, 25.10.)
  • Nick Beggs – Words fail me (3CD, 25.10.)
  • Fish – Vigil in a Wilderness of Mirrors (Remaster, 3CD,Oktober)
  • Fish – Internal Exile (Remaster, 3CD,Oktober)
  • The Flower Kings – Waiting for Miracles (2CD, 8.11.)
  • The Flower Kings – Waiting for Miracles (2LP, 8.11.)
  • Bill Bruford's Earthworks – Heavenly Bodies (2CD, 8.11.)
  • Yogi Lang – A Way out of Here (CD, 8.11.)
  • RPWL – Live from outer Space (2CD, 15.11.)
  • Pink Floyd – The Later Years (5CD/6Blu-ray/5DVD/2 7", 29.11.)
  • Pendragon – Love over Fear (CD, Februar 2020)
  • Nektar – The other Side (CD, 2020)
  • Fish – Weltschmerz (2CD, ?)
... und sicher noch einiges mehr …


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Fast & Furious: Hobbs & Shaw

Geschrieben von Armin , in Film 04 August 2019 · 349 Aufrufe

Der Erfolg der „Fast & Furious“-Filmreihe ist ungebrochen. Teil acht stellte im April 2017 mit einem Einspielergebnis von über 500 Millionen Dollar am Startwochenende nicht nur einen neuen Rekord auf, sondern belegt aktuell in der Liste der erfolgreichsten Filme immerhin Platz 17. Kein Wunder, dass die nächsten beiden Fortsetzungen bereits eingeplant sind (für 2020 und 2021) und es jetzt auch noch das erste Spin-off gibt. Mit Luke Hobbs (Dwayne Johnson), seit Teil fünf dabei, und Deckard Shaw (Jason Statham), am Ende des sechsten Films zum Franchise gestoßen, stehen zwei Figuren im Mittelpunkt, die längst mehr als nur Nebenfiguren der Reihe und sich zudem in herzlicher gegenseitiger Abneigung verbunden sind.

Dass Hobbs und Shaw gemeinsame Sache machen müssen, obwohl sie sich nicht riechen können, liegt an Terrorist Brixton (Idris Elba), der für einen skrupellosen Technologiekonzern arbeitet und von diesem mit allerlei Spielereien in eine Art Supersoldat verwandelt wurde. Brixton will für den Konzern an ein gefährliches Virus kommen, doch MI6-Agentin Hattie Shaw (Vanessa Kirby), zufälligerweise Deckard Shaws Schwester, ist schneller. Sie injiziert sich das Virus selbst, wird fortan von Brixton gejagt und weiß, dass sie nicht nur binnen 72 Stunden sterben muss, sondern auch noch eine weltweite, absolut tödliche Seuche auslösen wird. Das sollen und wollen Hobbs und Shaw verhindern.

„Hobbs & Shaw“ ist von der Machart schon ein wenig anders als die Hauptreihe angelegt – die schnellen Autos und diversen anderen rasanten Gefährte sind mehr Beiwerk und stehen nicht so sehr im Vordergrund –, in vielerlei Hinsicht dann aber doch wieder sehr nahe dran. Das gilt zum Beispiel für die geradezu schwülstige Betonung von Familie und Freundschaft, aber vor allem auch für die spätpubertären Dialoge, die immer hart um die Schmerzgrenze herumschrammen. Die Agenten-Action dagegen tut dem Film gut, sorgt für eine flotte, wenn auch nicht sonderlich originelle oder gar überraschende Handlung. Da geht es, wie in den anderen „Fast & Furious“-Filmen auch, ganz besonders darum, möglichst viel auf möglichst spektakuläre Art und Weise kaputtzumachen.

Auf der Darstellerseite darf Stammpersonal wie Dom Toretto (Vin Diesel) oder Letty Ortiz (Michelle Rodriguez) diesmal Pause machen und wird auch nicht vermisst, dafür knüpft Helen Mirren sehenswert an Teil acht an, lustige Gastauftritte haben Ryan Reynolds („Deadpool“) und Kevin Hart („Jumanji“). Während die beiden muskelbepackten Hauptdarsteller so gut oder schlecht wie in jedem anderen ihrer Filme sind, macht Idris Elba („Luther“) seine Sache richtig gut: Er verkörpert endlich mal einen ernst zu nehmenden Bösewicht.

Mehr:
Fast & Furious 8 (2017)
Fast & Furious 7 (2015)


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Elvis: Rezension auf Amazon

Geschrieben von Armin , in Veröffentlichungen, Buch 29 July 2019 · 371 Aufrufe

Erfreulicherweise gibt es noch eine weitere Rezension zu unserer SF-Anthologie "Elvis hat das Gebäude verlassen" (Begedia, 2019), diesmal auf Amazon. Murray A. Murchison schreibt unter der Überschrift "Retrofuturismus aus Deutschland" nachdem er die Geschichten von Tobias Fromme, Peter Hohmann und mir etwas näher betrachtet hat:

Fazit:
Elvis hat das Gebäude verlassen ist eine gelungene Anthologie mit einer “quirky” Prämisse. Die Idee, SF zu präsentieren die durch die Fünfziger inspiriert wurde – oder auch von unseren Vorstellungen der Fünfziger in den USA – klingt im ersten Moment merkwürdig, aber das Ergebnis ist eine faszinierende und interessante Vision des Retrofuturismus. Wer eine schicke Anthologie sucht oder mal einen Blick in Zukünfte werfen möchte die es so nicht gab ist hier sehr gut aufgehoben.



Die ganze Rezension gibt es hier:
https://www.amazon.d...ASIN=395777117X


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Elvis: Rezension in der Standard-Rundschau

Geschrieben von Armin , in Veröffentlichungen, Buch 14 July 2019 · 415 Aufrufe

Josefson rezensiert unsere immer noch neue SF-Anthologie "Elvis hat das Gebäude verlassen" (Begedia, 2019) in der SF-Rundschau des Standard und meint (leider nicht restlos begeistert):

Gesamtbewertung: OK. Einige Geschichten (Küper, Hohmann, Fromme) werden in Erinnerung bleiben. Mit der sprachlichen Verheißungskraft, die die Anthologie auf der Buchrückseite zeigt ("Rockabilly und Petticoats, Jukebox und Milchshakes, während der Kalte Krieg als greller Schädel zum Himmel hochwächst"), kann sie in ihrem Inneren aber nicht mithalten.



Zu meiner eigenen Story "Random Gunn und der Griff nach der Weltherrschaft" schreibt der Rezensent:

Einen ambivalenten Eindruck hinterlässt auch Armin Rößlers "Random Gunn und der Griff nach der Weltherrschaft", in dem eine klassische Pulp-Detektivgeschichte auf einen Zeitreise-Plot umgelegt wird. Rößler liegt schreiberisch klar über dem Schnitt, sein Umgang mit Zeitparadoxa und alternativen Geschichtsverläufen erscheint mir in sich aber nicht stimmig.



Die gesamte Rezension:

https://www.derstand...g-elvis-hat-das


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Spider-Man: Far From Home

Geschrieben von Armin , in Film 07 July 2019 · 527 Aufrufe

Was kommt nach dem großen Knall? Natürlich geht es weiter, nicht mit dem nächsten Paukenschlag, sondern erst einmal bescheiden, in kleinen Schritten. Ein Rezept, auf das die Marvel-Macher schon einmal erfolgreich gesetzt hatten, als sie dem pompösen „Age of Ultron“ den schnucklig-sympathischen „Ant-Man“ (2015) folgen ließen. So darf sich nun, nach dem Großreinemachen in „Avengers: Endgame“ vor wenigen Wochen, „Spider-Man“, die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft, in ein lustiges, romantisches, turbulentes High-School-Abenteuer stürzen – es geht auf Klassenfahrt nach Europa, weit weg von allen Superhelden-Problemen. Oder eben auch nicht.

Peter Parker (Tom Holland) tut sich nach dem sogenannten „Blip“, der vorübergehenden Auslöschung durch Thanos‘ Fingerschnippen, vor allem schwer, den Tod seines Mentors Tony Stark zu verkraften und sich der Verantwortung zu stellen, die jetzt auf ihm, als einem der überlebenden Superhelden, lastet. Er lässt den ehemaligen S.H.I.E.L.D.-Boss Nick Fury (Samuel L. Jackson), der ihn in einen Einsatz schicken möchte, abblitzen und schmiedet lieber Pläne, um seiner Klassenkameradin MJ (Zendaya) auf dem Pariser Eiffelturm seine Liebe zu gestehen. Doch Fury lässt nicht locker: Er braucht Spider-Man, der gemeinsam mit dem aus einer anderen Dimension stammenden Quentin Beck (Jake Gyllenhaal) erst ein Wasser-, dann ein Feuermonster bekämpfen soll. Mit dabei sind natürlich eine ganze Reihe alter Bekannter: Peters Tante May (Marisa Tomei), sein bester Freund Ned (Jacob Batalon) und Tony Starks ehemalige rechte Hand Happy Hogan (Jon Favreau).

Die anfangs noch harmlose Komödie mit vielen Stellen zum Schmunzeln, aber auch einigen Längen verwandelt sich in der zweiten Hälfte dann doch in einen Action-Kracher – als habe die Macher um Regisseur Jon Watts (auch schon für „Spider-Man: Homecoming“, 2017, verantwortlich) der Mut verlassen. Das Ergebnis ist zweischneidig: Einerseits tut das höhere Tempo dem Film gut und auch Spider-Man selbst kommt in seiner europäischen Tarnidentität „Nightmonkey“ nun besser zur Geltung, nachdem vorher der Schwerpunkt auf den Befindlichkeiten des Teenagers Peter, ohne Maske, lag. Spektakulär ist das Geschehen dann allemal, durch das Spiel mit der Realität aber auch ein wenig beliebig. Ein etwas handfesterer Bösewicht hätte „Spider-Man: Far From Home“ sicher gut getan, da hatte der erste Film nach Spideys Eingliederung ins „Marvel Cinematic Universe“ mit „Vulture“ einfach mehr zu bieten. So bleibt ein zwar guter, unterhaltsamer, oft lustiger Streifen und trotzdem der Eindruck, dass da mehr möglich gewesen wäre. Die beiden Abspannszenen deuten dann auch darauf hin, dass das noch nicht alles gewesen ist.

Das MCU hier im Blog:
Avengers: Endgame (2019)
Captain Marvel (2019)
Ant-Man and the Wasp (2018)
Avengers: Infinity War (2018)
Black Panther (2018)
Thor - Tag der Entscheidung (2017)
Spider-Man: Homecoming (2017)
Guardians of the Galaxy Vol.2 (2017)
Doctor Strange (2016)
The First Avenger - Civil War (2016)
Ant-Man (2015)
Avengers: Age of Ultron (2015)
Guardians of the Galaxy (2014)
The Return of the First Avenger (2014)
Thor - The Dark Kingdom (2013)
Iron Man 3 (2013)
The Avengers (2012)
Captain America - The First Avenger (2011)
Thor (2011)
Iron Man 2 (2010)
Iron Man (2008)

Nach wie vor keine Ahnung, wo meine Kritik zu Der unglaubliche Hulk (2008) abgeblieben ist ...


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Gelesen im Juni

Geschrieben von Armin , in Buch 03 July 2019 · 445 Aufrufe

Walter Jon Williams – Wall, Stone, Craft
in: Ronald M. Hahn (Hrsg.) - Die Untiefen der Sirenen. Die besten Stories aus The Magazine of Fantasy and Science Fiction 93 (Heyne Verlag, 1996)
Inspiriert durch den Film „Mary Shelley“ (2017) habe ich diese, in der deutschen Übersetzung 116 Seiten lange Novelle aus den Tiefen des Kellers gekramt und mal wieder gelesen – dafür sollte man öfter Zeit haben oder sich halt die Zeit nehmen. Williams‘ Alternative-History-Geschichte „Wall, Stone, Craft“, im Original 1993 unter demselben Titel erschienen und hier von Michael Iwoleit übersetzt, war für den Hugo, Nebula und World Fantasy Award nominiert, und ist auch dann großartig zu lesen, wenn man nur rudimentäre Ahnung hat, was denn nun auf Tatsachen beruht und was frei erfunden ist. Mit Mary Godwin, der späteren Mary Shelley, ihrer Stiefschwester Claire Clairmont, Percy Bysshe Shelley und Lord Byron in den Hauptrollen ist für allerhand Dramatik gesorgt – und am Ende steht Mary Shelleys „Frankenstein“, auf ganz andere Art und Weise inspiriert, als das im oben genannten (in dieser Hinsicht wahrheitsgetreueren) Film der Fall ist. Spannend zu lesen, und vielleicht wäre eine Mary-Shelley-Biografie auch mal keine schlechte Idee … Wie auch der Rest dieses von Ronald M. Hahn zusammengestellten Auswahlbands aus dem „Magazine of Fantasy and Science Fiction“ - über zwanzig Jahre nach der Erstlektüre ist da einiges in Vergessenheit geraten, bei den Titeln der Storys von Maureen F. McHugh („Virtuelle Liebe“) und Jack McDevitt („Standardkerzen“) klingelt es aber noch leise … Vielleicht mal irgendwann demnächst.

Michael Iwoleit & Michael Haitel (Hrsg.) - Nova 27 (p.machinery, 2019)
Es klingt im Interview mit Harald Lesch (wie schon in Ausgabe 26 wieder das Highlight des Sekundärteils) kurz an: Utopien könne furchtbar langweilig sein, insofern darf man bei einer Themenausgabe „Neue Wege zur Utopie“ vorab schon ein bisschen skeptisch sein. Das Misstrauen ist aber glücklicherweise nicht angebracht: In Nova 27 findet sich wenig heile Welt, dafür überraschend viele gute Storys. Meine Favoriten waren die Geschichten von Frank Haubold („Die beste aller Welten“), Frank Hebben („Erwache“) und C. Stuart Hardwick („Regenbögen für kommende Tage“), dicht gefolgt von Frank Neugebauer („Entscheidung in Traumhaus 8“), Marcus Hammerschmitt („PLKL“) und Dirk Alt („Die Eismaschine“) – eine wirklich gute Ausbeute. Nur ein paar Mal haben mich die Autoren mit zu viel Erklärbär-Info-Dump-Modus genervt, wenn sie unbedingt erklären mussten, warum ihre Welt so geworden ist, wie sie geworden ist, aber insgesamt hat sich das glücklicherweise in Grenzen gehalten. Weil am Preis gemäkelt wurde: Ich persönlich brauche keine Farbgrafiken, empfinde die meisten aber als gelungene Beigabe – insofern ist das Buch seine 18,90 Euro wert, die bezahle ich auch beim nächsten Mal gerne. Highlights im Sekundärbereich neben dem erwähnten Lesch-Interview sind für mich die sehr persönlichen Nachrufe auf Achim Mehnert und Harlan Ellison.

Stephen King – Der Outsider (Heyne Verlag, 2018)
Als Jugendlicher habe ich Stephen Kings Romane verschlungen, irgendwann hatte ich sie dann komplett über und heute lese ich – wohldosiert – gerne wieder gelegentlich etwas von ihm. So viele Kritikpunkte sich da immer finden lassen (einfach das Zeug mal richtig lektorieren, dann wär‘s halb so lang und verschwafelt, aber bestimmt doppelt so intensiv – das wär‘ doch mal was), so gut werde ich unterhalten. Das gilt im Prinzip auch für „Der Outsider“, wobei ich ausgerechnet mit dem übernatürlichen Element meine Probleme habe, da geht es mir ähnlich wie den Figuren im Buch: Richtig glaubhaft wirkt der titelgebende „Outsider“ nicht auf mich. Zwiespältig sehe ich auch den Auftritt von Holly Gibney (aus „Mr. Mercedes“ und den beiden Folgebüchern): Einerseits ist es nett, sie wiederlesen zu dürfen, andererseits wirkt ihr Auftauchen ziemlich genau in der Mitte des Romans wie eine Verzweiflungstat des Autors, um seine Geschichte zu retten … Trotzdem: Spannend war‘s.

Andreas Eschbach – Submarin (Arena, 2017)
Nach „Aquamarin“ (2015) also „Submarin“ - Andreas Eschbach lässt aus seinen Jugendbüchern gerne Mehrteiler werden („Marsprojekt“, „Out“-Trilogie), da spricht ja auch nichts dagegen, und hier könnte sich theoretisch ebenfalls noch ein dritter Teil anschließen. Nachdem Saha in „Aquamarin“ entdeckt hat, dass sie sowohl an Land als auch im Wasser atmen kann, lernt sie jetzt die Welt der Wassermenschen, der Submarins, kennen. Das ist recht nett, aber nicht mehr ganz so unterhaltsam wie im ersten Teil und zieht sich zwischendurch ein bisschen – die ziellose Suche nach ihrem Vater mag dafür als Beispiel dienen. Vielleicht ist dann auch alles gesagt und es braucht kein drittes Buch ...

George R.R. Martin (ed.) - Knaves over Queens (Harper Voyager, 2018)
Endlich mal wieder ein englischsprachiges Buch geschafft, da war ich zuletzt faul, und die Stapel werden größer … Wie schon mal erwähnt, ist „Knaves over Queens“ je nach Zählweise Wild-Cards-Band 26 oder 27 (es hat nichts mit der „America Triad“ zu tun, ist aber aus irgendeinem Grund zwischen „Low Chicago“ und „Texas Hold‘em“ erschienen). Hier geht‘s nach Großbritannien, und zwar noch einmal ganz zurück bis ins Jahr 1946, als in Kevin Andrew Murphys Auftaktstory „A Flint lies in the Mud“ das Wild-Card-Virus ausbricht, während das britische Schiff Queen Mary vor dem Hafen von New York liegt und das Virus schließlich mit nach Hause transportiert. Der im Titel erwähnte Captain Flint wird zu einer wichtigen Figur des von Queen Margaret (ja, ja) gegründeten „Order of Silver Helix“ (eine Reaktion auf „Scare“) und im Buch – so lernt er in „But a Flint holds Fire“ (ebenfalls von Murphy geschrieben) zum Beispiel Churchill und Turing kennen. In den Geschichten von Peadar Ó Guilín („The Coming of the Crow“, „The Cracks in the City“ und das das Buch beschließende „Feeding on the Entrails“) geht es um den Nordirland-Konflikt und die irische Göttin Babd, Caroline Spectors „Needles and Pins“ ist eine Mafia-Geschichte, Paul Cornells „Night Orders“, in dem es vordergründig um den (im wahrsten Sinne des Wortes) unsterblichen Churchill geht, gönnt dem Leser im Jahr 1973 einen Gastauftritt von David Bowie und den Spiders (ohne „from Mars“), Charles Stross fährt in „Police on my Back“ dann wieder eine Ganoven-Story auf, während sich Marko Kloos in „Probationary“ dem Falkland-Krieg widet. Peter Newman schildert in „Twisted Logic“ den Aufstieg von Redenschreiber Roger Barnes nach seiner Wild-Cards-Infizierung vom Undercover-Agenten in einer Terror-Organisation zu deren Anführer The Green Man (inklusive Churchills Ermordung) und in Melinda M. Snodgrass‘ „The Ceremony of Innocence“ gibt es ein erfreuliches Wiederlesen mit dem Hermaphroditen Noel/Lilith (bekannt aus den Band „Low Chicago“ und dem Snodgrass-Beitrag „The Sister in the Streets“). Tragisch dann Emma Newmans „How to Turn a Girl to Stone“ über Kerry, die Menschen in steinerne Statuen verwandelt, woraus ihre Eltern ein Geschäft machen, und „The Visitor“ von Mark Lawrence, in dem Angela, behinderter Pflegefall, ihr Bewusstsein in andere Körper schicken kann. Der rote Faden ist vorhanden, aber vergleichsweise lose, das Geschehen ist nicht ganz so eng miteinander verknüpft wie in den letzten Wild-Cards-Mosaikromanen – vergleichbar vielleicht den allerersten beiden Bänden der Reihe („Wild Cards“ und „Aces High“, beide 1987), die ja noch eher Story-Anthologien waren. Das macht gar nichts, auch weil viele sehr gute Geschichten dabei sind, wobei mir persönlich die Stories von Kevin Andrew Murphy, Paul Cornell, Melinda M. Snodgrass und Emma Newman am besten gefallen haben. Damit wäre ich up-to-date, der nächste Wild-Cards-Band darf kommen. Nur habe ich noch nichts darüber gehört, wann das der Fall sein könnte.

Ken Grimwood – Replay – Das zweite Spiel (Heyne, 2013)
Wenn ich mir am Ende dieses Buchs den Hinweis auf die anderen „Meisterwerke der Science Fiction“ in Heynes gleichnamiger Reihe anschaue, dann habe ich wohl so ziemlich alle irgendwann einmal gelesen – große Ausnahme bisher: Ken Grimwoods Roman „Replay“, im Original sogar schon 1986 erschienen. Warum ich das Buch bisher verschmäht hatte, kann ich nicht sagen, nach der Lektüre noch weniger. Diese Murmeltier-Variante ist sehr gut geschrieben, durchdacht konstruiert, droht erst gegen Ende hin, ein wenig zu zerfasern (was kein Wunder ist: Wie will der Autor auch aus der Nummer rauskommen?), und schafft dann doch einen wirklich zufriedenstellenden Schluss. Klasse Buch, das macht Lust, sich weiter mit dem 2003 verstorbenen Autor auseinanderzusetzen. Leider scheint von seinem schmalen Werk sonst nichts auf Deutsch übersetzt worden zu sein – dann eben vielleicht mal im Original.

Mehr:
Gelesen im Mai
Gelesen im April
Gelesen im März
Gelesen im Februar
Gelesen im Januar


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Brightburn: Son of Darkness

Geschrieben von Armin , in Film 24 June 2019 · 448 Aufrufe

Manchmal läuft es einfach gut: Dann fällt das außerirdische Kleinkind genau an der Stelle vom Himmel, an der ein liebevolles Farmer-Ehepaar nur auf einen Sprössling gewartet hat, er verbringt eine unbeschwerte Jugend, lernt nebenbei seine übernatürlichen Fähigkeiten kennen, ohne weiteres Unheil anzurichten, und entwickelt sich zu einem Menschenfreund, der so unbesiegbar stark und gutherzig gleichermaßen ist, dass man schon fast nicht mehr neidisch sein möchte. Ja, das hat bei Kal-El, auf der Erde als Clark Kent und Superman bekannt, prächtig funktioniert. Aber wie sieht es bei Brandon Breyer aus? Der Horrorfilm „Brightburn: Son of Darkness“ präsentiert die Antwort.

Als Zwölfjähriger zeigt der in Brightburn, nicht Smallville, in Kansas aufgewachsene Brandon (Jackson A. Dunn) die ersten Auffälligkeiten. Von der gebrochenen Hand einer Mitschülerin über das Massaker im Hühnerstall bis hin zu seinem ersten schaurigen Mord geht es dann aber rasend schnell. Während seine Pflegeeltern Tori (Elizabeth Banks) und Kyle (David Denman) blauäugig Auswirkungen der Pubertät vermuten, hört er tatsächlich Stimmen im Kopf. Die befehlen ihm, die Herrschaft über die Welt zu übernehmen, also fängt er in Brightburn schon mal damit an.

Regie-Neuling David Yarovesky fährt die gar nicht uninteressante Geschichte relativ zügig an die Wand. Vielleicht hätte er sich bei Produzent James Gunn („Guardians of the Galaxy“), aus dessen Verwandtschaft das Drehbuch stammt, nach einem vernünftigen Spannungsaufbau erkundigen sollen, nach Figuren, die das Mitgefühl des Zuschauers erwecken, und nach einigem mehr. Das hat er offenkundig nicht getan und so ist schon nach wenigen Minuten klar, wohin die Reise geht: Der böse Junge mit den Superhelden-Kräften will alle umbringen, die dämlichen Eltern begreifen grundsätzlich erst alles, wenn es zu spät ist. Das ist auch für einen Horrorfilm ziemlich dünn, der zudem selbst mit seinen drastischeren Bildern oder Schockmomenten nicht wirklich gruseln kann. Spannung geht anders.


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Elvis: Rezension beim Fantasyguide

Geschrieben von Armin , in Veröffentlichungen, Buch 18 June 2019 · 475 Aufrufe

Beim Fantasyguide ist eine Rezension von Ralf Steinberg zu unserer neuen SF-Anthologie "Elvis hat das Gebäude verlassen" (Begedia, 2019) online gegangen. Sein Fazit:

Ein Bündel alternative 50er Jahre Welten, gewürzt mit jeweils sehr speziellen Science-Fiction Topoi – »Elvis hat das Gebäude verlassen« ist eine etwas andere Anthologie. Betritt das Weltraum-Diner, hole dir 'nen Space-Burger und schwing dich dann wieder in dein rostiges Düsenbike – du wurdest gewarnt: Der Weltraum ist nur was für die echten Rocker …



Zu meiner eigenen Story "Random Gunn und der Griff nach der Weltherrschaft" schreibt der Rezensent:

Armin Rößler zeigt sich in Random Gunn und der Griff nach der Weltherrschaft von seiner humorvollen Seite.
Random Gunn ist Zeitagent und nimmt den Auftrag einen hübschen Blondine an, ihren Vater aus den Fängen der Russen zu befreien, für die er als Wissenschaftler an einer tödlichen Waffe bastelt …
Eine gelungene Mischung aus Detektiv- und Bond-Story, die mit den genretypischen Klischees und Zeitparadoxa spielt. Entsprechend wirkt die Illustration von Christian Dörr auch wie ein Bond-Filmplakat.



Hier geht's zur Rezension:
https://fantasyguide...ank-hebben.html

Mehr zum Buch:


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Gelesen im Mai

Geschrieben von Armin , in Buch 12 June 2019 · 486 Aufrufe

Mit ordentlich Verspätung ...

Charles Sheffield – Die Reliktjäger (Bastei-Lübbe, 2007)
„Es ist schwer, einen Autor zu finden, der bessere SF schreibt als Sheffield“, behauptet der Buchrücken mit einem „Booklist“ zugeschriebenen Zitat. Ganz so weit würde ich dann nicht gehen, auch wenn mich „Die Reliktjäger“ (im Original „Divergence“, 1991) ähnlich gut unterhalten haben wie der Vorgängerband „Gezeitensturm“, Auftakt des fünfteiligen „Heritage“-Zyklus des 2002 verstorbenen Autors. Auch hier sind alle Zutaten für einen guten Hard-SF-Roman vorhanden, die Handlung wird recht flott erzählt, nur die Figuren sind wieder das Manko – zumal sie zwar dieselben Namen wie im Vorgänger tragen und wohl auch dieselben Personen sein sollen, plötzlich aber ganz anders daherkommen … Das ist doch etwas unbefriedigend. Mal gucken, wie das in „Der kalte Tod“ weitergeht.

Katharina Ushachov & Stefan Cernohuby/Veronika Bicker/Stefan Cernohuby : D9E – Der Loganische Krieg – Sammelband 3: Episoden 7-9 (Wurdack, 2019)
Flotter Abschluss der D9E-Ablegerreihe mit erneut drei Kurzromanen, die zuvor schon als E-Books erschienen sind: „Gefangen im Dilemma“, gemeinsam verfasst von Katherina Ushachov und Stefan Cernohuby, „Zwischen allen Fronten“ von Veronika Bicker, die ja bereits mit Folge 4 vertreten war, und schließlich „Tabula rasa“ von Stefan Cernohuby, mit dreieinhalb Teilen der Reihe nicht nur fleißigster Autor, sondern sowohl für Auftakt als auch Abschluss zuständig. Er verantwortet auch den schönsten Dialog des Buchs: „Hey, du!“ - „Meinst du mich?“ - Wen sonst?“ (Seite 206 der gedruckten Fassung) – muss da nur ich an die Sesamstraße denken? Insgesamt gerne gelesen, ich hätte nichts gegen weitere D9E-Ableger, Romane oder Geschichten in diesem Universum. Und die beteiligten Autoren (auch der beiden Vorgängerbände) haben ihre Sache gut gemacht.

Robert E. Howard – Herrscher der Nacht (Pabel, 1975)
Band 3 der Terra-Fantasy-Reihe aus den Siebzigern, einer Zeit, in der (schmale) Taschenbücher noch für 2,80 Mark zu haben waren, und ein weiteres lange im Regal ungelesen vor sich hinschlummerndes Exemplar. In den hier versammelten Erzählungen widmet sich der Conan-Schöpfer Robert E. Howard (1906-1936) den Pikten (mit denen es – um mal abzuschweifen – ja vor nicht allzu langer Zeit auch Asterix zu tun hatte) und ihrem von ihm ersonnenen Herrscher Bran Mak Morn, etwa im Jahr 200 unserer Zeitrechnung angesiedelt. Im Apex-Verlag scheint 2017 eine Neuauflage unter dem Titel „Könige der Nacht – Die Bran Mak Morn-Erzählungen“ erschienen zu sein. Enthalten sind im Terra-Fantasy-Band neben einem Vorwort des Autors die überwiegend ursprünglich in „Weird Tales“ veröffentlichten Storys „Das verschwundene Volk“ (The Lost Race), „Die im Dunkeln wohnen ...“ (Men of the Shadows), „Herrscher der Nacht“ (Kings of the Night), „Fragment“ (Fragment) und „Würmer der Erde“ (Worms of the Earth). So richtig Bemerkenswertes ist leider nichts dabei, sieht man mal von einem „Gastauftritt“ von Kull auf, der mich daran erinnert, dass ich den Film („Kull, der Eroberer“ von 1997) auch mal sehen wollte.

Dirk van den Boom – Aume reist – Der Kalte Krieg 2 (Atlantis, 2019)
Das kann ich kurz machen, weil mir das Buch so gut wie der erste Band gefallen hat – ich bereu‘s jetzt nur ein bisschen, dass ich nicht genug Geduld hatte, zu warten, bis Band 3 erschienen ist; wenn das auch wieder ein Jahr dauert, wird‘s schwer, die vielen, vielen Personen in Erinnerung zu behalten …

Charles Sheffield – Der kalte Tod (Bastei-Lübbe, 2007)
Auch hier gilt die Formel „mehr vom selben“, allerdings mit weniger Begeisterung auf meiner Seite. Drei Sheffields in sechs Wochen sind vermutlich zu viel des Guten, Teil vier des „Heritage“-Zyklus sollte ich vermutlich noch ein bisschen länger auf Halde liegen lassen ...

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X-Men: Dark Phoenix

Geschrieben von Armin , in Film 09 June 2019 · 515 Aufrufe

2006 endete die erste Trilogie der X-Men-Filmreihe mit „Der letzte Widerstand“ und der eher beiläufigen Offenbarung der wahren Kräfte von Jean Grey als „Phoenix“ (damals dargestellt von Famke Janssen) – nicht unbedingt zur Zufriedenheit der Fans, die diese Geschichte aus den Comics prickelnder in Erinnerung hatten. Praktischerweise hat inzwischen die Zeitreise in „Zukunft ist Vergangenheit“ (2014) diese Ereignisse ungeschehen gemacht, sodass sich die eigentlich epische Story um den „Dark Phoenix“ noch einmal breiter angelegt erzählen lässt, diesmal mit Jean Grey (inzwischen von Sophie Turner gespielt) im absoluten Mittelpunkt.

Anfang der neunziger Jahre sind die X-Men genannten Mutanten endlich einmal von der normalmenschlichen Gesellschaft akzeptiert, Professor Charles Xavier (James McAvoy) erfreut sich sogar einer exklusiven Telefonverbindung zum amerikanischen Präsidenten. Natürlich sagt er auch seine Hilfe zu, als das Space Shuttle „Endeavour“ zu verunglücken droht. Die X-Men um Hank McCoy (Nicholas Hoult) und Raven (Jennifer Lawrence) fliegen mit ihrem Jet kurzerhand ins Weltall, dank der Kräfte von Nightcrawler (Kodi Smit-McPhee) und Quicksilver (Evan Peters) können sie die havarierten Raumfahrer auch retten. Doch dann absorbiert Jean Grey (Sophie Turner) die Energie einer vermeintlichen Sonneneruption – ihre Kräfte wachsen ins Unermessliche, vor allem aber erfährt sie Dinge aus ihrer Vergangenheit, die sie Xavier und seinen X-Men den Rücken zuwenden lassen. Prompt kommt es zum alten Konflikt zwischen Mutanten und Menschen, in den natürlich Magneto (Michael Fassbender) hineingezogen wird und zu dem sich auch noch eine Alien-Invasion um die finstere Bösewichtin Vuk (Jessica Chastain) gesellt.

Es ist viel zu viel, was Simon Kinberg, seit Langem Drehbuchautor und Produzent der X-Men-Reihe, hier aber erstmals auch Regisseur, in nur 113 Minuten Film hineinpacken möchte. Dabei scheint ihn die Fülle möglicher Handlungselemente regelrecht zu paralysieren, sodass widersinnigerweise immer wieder quälender Leerlauf entsteht. Trotz der Hauptrolle für Sophie Turner („Game of Thrones“) gelingt es nicht, dieser tragischen Figur die nötige Tiefe und Emotionen zu verleihen – Jean Grey bleibt enttäuschend blass. Und auch die D’Bari genannten Aliens wollen nicht so recht Schwung in die Geschichte bringen, wirken stattdessen eher lästig und bremsend. Für die besseren Momente in „Dark Phoenix“ sorgt Michael Fassbenders Magneto: Eine ähnliche Sorgfalt beim Umgang mit vertrauten Figuren hätte man den Machern auch beim Rest des Personals gewünscht, dem diese Gelegenheiten aber nicht zugestanden werden. Eher schon dienen die restlichen X-Men als Stichwortgeber nicht immer gelungener Dialoge und als Staffage der diversen Actionszenen, die zwar nett anzuschauen sind, aber auch nichts Neues offenbaren. Damit ist der wahrscheinlich letzte Film dieser X-Men-Generation (nachdem Disney Fox übernommen hat, ist mit einer Einbettung ins „Marvel Cinematic Universe“ zu rechnen) leider kein würdiger Abschied.

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3. Roman aus dem Argona-Universum
Wurdack Science Fiction Band 13
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