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Brightburn: Son of Darkness

Geschrieben von Armin , in Film 24 June 2019 · 6 Aufrufe

Manchmal läuft es einfach gut: Dann fällt das außerirdische Kleinkind genau an der Stelle vom Himmel, an der ein liebevolles Farmer-Ehepaar nur auf einen Sprössling gewartet hat, er verbringt eine unbeschwerte Jugend, lernt nebenbei seine übernatürlichen Fähigkeiten kennen, ohne weiteres Unheil anzurichten, und entwickelt sich zu einem Menschenfreund, der so unbesiegbar stark und gutherzig gleichermaßen ist, dass man schon fast nicht mehr neidisch sein möchte. Ja, das hat bei Kal-El, auf der Erde als Clark Kent und Superman bekannt, prächtig funktioniert. Aber wie sieht es bei Brandon Breyer aus? Der Horrorfilm „Brightburn: Son of Darkness“ präsentiert die Antwort.

Als Zwölfjähriger zeigt der in Brightburn, nicht Smallville, in Kansas aufgewachsene Brandon (Jackson A. Dunn) die ersten Auffälligkeiten. Von der gebrochenen Hand einer Mitschülerin über das Massaker im Hühnerstall bis hin zu seinem ersten schaurigen Mord geht es dann aber rasend schnell. Während seine Pflegeeltern Tori (Elizabeth Banks) und Kyle (David Denman) blauäugig Auswirkungen der Pubertät vermuten, hört er tatsächlich Stimmen im Kopf. Die befehlen ihm, die Herrschaft über die Welt zu übernehmen, also fängt er in Brightburn schon mal damit an.

Regie-Neuling David Yarovesky fährt die gar nicht uninteressante Geschichte relativ zügig an die Wand. Vielleicht hätte er sich bei Produzent James Gunn („Guardians of the Galaxy“), aus dessen Verwandtschaft das Drehbuch stammt, nach einem vernünftigen Spannungsaufbau erkundigen sollen, nach Figuren, die das Mitgefühl des Zuschauers erwecken, und nach einigem mehr. Das hat er offenkundig nicht getan und so ist schon nach wenigen Minuten klar, wohin die Reise geht: Der böse Junge mit den Superhelden-Kräften will alle umbringen, die dämlichen Eltern begreifen grundsätzlich erst alles, wenn es zu spät ist. Das ist auch für einen Horrorfilm ziemlich dünn, der zudem selbst mit seinen drastischeren Bildern oder Schockmomenten nicht wirklich gruseln kann. Spannung geht anders.


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X-Men: Dark Phoenix

Geschrieben von Armin , in Film 09 June 2019 · 78 Aufrufe

2006 endete die erste Trilogie der X-Men-Filmreihe mit „Der letzte Widerstand“ und der eher beiläufigen Offenbarung der wahren Kräfte von Jean Grey als „Phoenix“ (damals dargestellt von Famke Janssen) – nicht unbedingt zur Zufriedenheit der Fans, die diese Geschichte aus den Comics prickelnder in Erinnerung hatten. Praktischerweise hat inzwischen die Zeitreise in „Zukunft ist Vergangenheit“ (2014) diese Ereignisse ungeschehen gemacht, sodass sich die eigentlich epische Story um den „Dark Phoenix“ noch einmal breiter angelegt erzählen lässt, diesmal mit Jean Grey (inzwischen von Sophie Turner gespielt) im absoluten Mittelpunkt.

Anfang der neunziger Jahre sind die X-Men genannten Mutanten endlich einmal von der normalmenschlichen Gesellschaft akzeptiert, Professor Charles Xavier (James McAvoy) erfreut sich sogar einer exklusiven Telefonverbindung zum amerikanischen Präsidenten. Natürlich sagt er auch seine Hilfe zu, als das Space Shuttle „Endeavour“ zu verunglücken droht. Die X-Men um Hank McCoy (Nicholas Hoult) und Raven (Jennifer Lawrence) fliegen mit ihrem Jet kurzerhand ins Weltall, dank der Kräfte von Nightcrawler (Kodi Smit-McPhee) und Quicksilver (Evan Peters) können sie die havarierten Raumfahrer auch retten. Doch dann absorbiert Jean Grey (Sophie Turner) die Energie einer vermeintlichen Sonneneruption – ihre Kräfte wachsen ins Unermessliche, vor allem aber erfährt sie Dinge aus ihrer Vergangenheit, die sie Xavier und seinen X-Men den Rücken zuwenden lassen. Prompt kommt es zum alten Konflikt zwischen Mutanten und Menschen, in den natürlich Magneto (Michael Fassbender) hineingezogen wird und zu dem sich auch noch eine Alien-Invasion um die finstere Bösewichtin Vuk (Jessica Chastain) gesellt.

Es ist viel zu viel, was Simon Kinberg, seit Langem Drehbuchautor und Produzent der X-Men-Reihe, hier aber erstmals auch Regisseur, in nur 113 Minuten Film hineinpacken möchte. Dabei scheint ihn die Fülle möglicher Handlungselemente regelrecht zu paralysieren, sodass widersinnigerweise immer wieder quälender Leerlauf entsteht. Trotz der Hauptrolle für Sophie Turner („Game of Thrones“) gelingt es nicht, dieser tragischen Figur die nötige Tiefe und Emotionen zu verleihen – Jean Grey bleibt enttäuschend blass. Und auch die D’Bari genannten Aliens wollen nicht so recht Schwung in die Geschichte bringen, wirken stattdessen eher lästig und bremsend. Für die besseren Momente in „Dark Phoenix“ sorgt Michael Fassbenders Magneto: Eine ähnliche Sorgfalt beim Umgang mit vertrauten Figuren hätte man den Machern auch beim Rest des Personals gewünscht, dem diese Gelegenheiten aber nicht zugestanden werden. Eher schon dienen die restlichen X-Men als Stichwortgeber nicht immer gelungener Dialoge und als Staffage der diversen Actionszenen, die zwar nett anzuschauen sind, aber auch nichts Neues offenbaren. Damit ist der wahrscheinlich letzte Film dieser X-Men-Generation (nachdem Disney Fox übernommen hat, ist mit einer Einbettung ins „Marvel Cinematic Universe“ zu rechnen) leider kein würdiger Abschied.

Mehr:
Deadpool 2 (2018)
Logan - The Wolverine (2017)
X-Men: Apocalypse (2016)
Deadpool (2016)
X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (2014)
Wolverine - Weg des Kriegers (2013)
X-Men: Erste Entscheidung (2011)
X-Men Origins: Wolverine (2009)
X-Men 3: Der letzte Widerstand (2006)


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Godzilla: King of the Monsters

Geschrieben von Armin , in Film 02 June 2019 · 108 Aufrufe

1954 kam der erste Godzilla-Film in die Kinos, der bis heute über 30 weitere Monsterstreifen nach sich gezogen hat. Die kommen fast alle aus Japan, aber auch Hollywood lässt nicht locker: Nach Roland Emmerichs Versuch von 1998 war Gareth Edwards’ „Godzilla“ (2014) der Startschuss für eine US-amerikanische Reihe von Filmen, zu denen auch „Kong: Skull Island“ (2017) und nun „Godzilla: King of the Monsters“ zählen. Regie führt Michael Dougherty („Krampus“), der neben der titelgebenden Riesenechse eine ganze Reihe weiterer Monster auffahren darf, die hier „Titanen“ genannt werden – von Rodan über Mothra bis hin zu Ghidorah. Dafür wurden wohl sämtliche Filme seit 1954 schamlos geplündert.

Dr. Emma Russell (Vera Farmiga), Wissenschaftlerin der Organisation Monarch, hat ein Gerät entwickelt, das die Kommunikation mit den Titanen möglich macht. Terrorist Jonah Alan (Charles Dance) weckt mit dem „Orca“ genannten Kästchen schlappe 17 dieser Monster, die rund um den Globus vor sich hin geschlummert haben und nun anfangen, alles in Schutt und Asche zu legen. Dabei geht es natürlich auch darum, wer denn nun der große Boss ist: Godzilla oder sein alter Erzfeind Ghidorah, ein wahrlich beeindruckender dreiköpfiger Drache, der statt Feuer Blitze speit. Daneben verblassen die menschlichen Konflikte um Mann und Tochter der Wissenschaftlerin, Mark (Kyle Chandler) und Madison Russell (Millie Bobby Brown), die gemeinsam mit dem japanischen Monarch-Wissenschaftler Dr. Ishiro Serizawa (Ken Watanabe) und einigen weiteren Helfern die Welt retten wollen.

Die große Schwäche des Films sind seine menschlichen Figuren: Davon gibt es deutlich zu viele, ohne dass wirklich alle wichtige Funktionen hätten, außer die Spannung durch alberne Dialoge auszubremsen – die meisten stellen sich einfach nur ziemlich dusslig an, was dann immerhin dafür sorgt, die konfliktreiche Handlung am Leben zu halten. Ganz anders sieht es mit den zahlreichen Monstern aus, die sogar Titelheld Godzilla gleich mehrfach die Schau stehlen: Für den mächtigen König Ghidorah (seit 1964 immer mal wieder Godzillas Gegenspieler) gebührt der Spezialeffekte-Abteilung ebenso ein großes Lob wie für die schick leuchtende Riesenmotte Mothra oder den bedrohlichen Feuervogel Rodan, der noch nie so eindrucksvoll auf die Leinwand gezaubert wurde, und all die anderen Titanen. Die dürfen sich ordentlich austoben und ganze Städte dem Erdboden gleich machen. Das wirkt nicht immer zwingend logisch, sieht aber großartig aus und übertüncht damit viele, wenn auch nicht alle Schwächen des Films. Das klappt vielleicht in der nächsten Fortsetzung, wenn sich 2020 Godzilla und King Kong gegenüberstehen.

Mehr:
Kong: Skull Island (2017)
Godzilla (2014)


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Aladdin

Geschrieben von Armin , in Film 26 May 2019 · 100 Aufrufe

Der Disney-Konzern scheint wild entschlossen, seine sämtlichen Zeichentrickklassiker nach und nach auch in Realfilm-Varianten auf die Leinwand zu bringen. Zuletzt gab es unter anderem „Das Dschungelbuch“, „Die Schöne und das Biest“ oder „Dumbo“ zu sehen, mehr oder weniger nahe am Original orientiert. Im Sommer steht „Der König der Löwen“ an, zuvor ist jetzt aber erst einmal „Aladdin“ an der Reihe. Der liefert mit dem fernen Orient, allerlei Magie und der verbotenen Liebe zwischen Straßendieb und Prinzessin eigentlich viel Stoff für ein flottes Abenteuer. Obwohl dafür Regisseur Guy Ritchie („Sherlock Holmes“) genau der richtige Mann sein könnte, gibt es den konsequenten Blick durch die Disney-Brille mit jeder Menge Musical-haften Szenen, durchgängig auf Familientauglichkeit getrimmt, lieb und brav statt wirklich spannend inszeniert.

Der kleine Dieb Aladdin (Mena Massoud) stolpert per Zufall ins Leben von Prinzessin Jasmin (Naomi Scott). Deren Vater, der Sultan (Navid Negahban), ahnt nichts von den Intrigen des machthungrigen Großwesirs Dschafar (Marwan Kenzari). Der schnappt sich Aladdin, um aus einer Höhle voller Schätze eine Wunderlampe zu holen. Darin wohnt der Dschinn (Will Smith), mit dessen Macht sich Dschafar zum Sultan aufschwingen wollte, doch der dient zunächst Aladdin.

Ja: „Aladdin“ ist lustig-unterhaltsam, schön bunt und definitiv etwas fürs Herz. Typische Disney-Dutzendware eben, die jedes Risiko scheut. Den Schauspielern kann man kaum einen Vorwurf machen, Newcomer Mena Massoud trägt ein ansteckendes Lächeln spazieren, der alte Hase Will Smith ist so lustig wie seit „Men in Black“ nicht mehr, nur Marwan Kenzaris Bösewicht hätte deutlich düsterer ausfallen müssen – was vermutlich nicht ins Schema der Macher gepasst hat. Bester Beleg für die verschenkten Möglichkeiten ist die nervig-anstrengende Musik Marke Disney: zuckersüß orchestriert, Hollywood statt Orient.


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Fighting with my Family

Geschrieben von Armin , in Film 05 May 2019 · 178 Aufrufe

Saraya-Jade Bevis ist Wrestling-Fans unter ihren Ringnamen „Britani Knight“ und später „Paige“ bekannt. Die wahre Geschichte der aus dem englischen Norwich stammenden Bevis, die erst in Europa aktiv war, dann vom amerikanischen Unternehmen World Wrestling Entertainment (WWE) entdeckt wurde und dort große Erfolge feierte, kommt jetzt als „Fighting with my Family“ auf die Kinoleinwand. Unter der Regie von Stephen Merchant ist ein weitgehend unterhaltsamer Sportfilm entstanden, der anders als Rocky und Co. vor allem außerhalb des Rings zu überzeugen weiß. Hauptgrund dafür ist die titelgebende Familie, die alles andere als gewöhnlich, sondern reichlich schräg daherkommt.

Vater Ricky Knight (Nick Frost), genannt Rowdy, ist ein ehemaliger Ganove mit Knastvergangenheit und Irokesenschnitt, der sich dem Wrestling verschrieben hat. Ehefrau Julia (Lena Headey) und die Kinder Zak (Jack Lowden) und Saraya (Florence Pugh) teilen diese Leidenschaft, auch wenn der ganz große Rubel bei ihren Auftritten in der Provinz und in der bescheidenen eigenen Wrestling-Halle nicht rollt. Wie ein Donnerschlag kommt dann für Saraya und Zak das Angebot, an der Sichtung für die WWE in London teilzunehmen. Dort sind sie schon von der Begegnung mit Dwayne „The Rock“ Johnson (der sich selbst spielt) ziemlich überwältigt. Dass dann allerdings Saraya, die sich jetzt „Paige“ nennt, von Trainer Hutch Morgan (Vince Vaughn) die Einladung zum WWE-Camp in Orlando erhält, während Zak durchs Raster fällt, sorgt für familiären Unfrieden. Ohnehin wird es für Paige, die mit ihrem düsteren Look perfekt ins englische Arbeitermilieu passt, in ungewohnter Umgebung im sonnigen Florida zwischen ehemaligen Models und Cheerleadern alles andere als einfach.

Der Film lebt von seinen skurrilen Figuren, die vor allem Nick Frost (der langjährige Sidekick von Simon Pegg in Filmen von „Shaun of the Dead“ bis „Paul – Ein Alien auf der Flucht“) und Lena Headey (Königin Cersei in „Game of Thrones“) zahlreiche dankbare Szenen bescheren. Auch der Humor kommt keineswegs zu kurz. Die eigentliche Handlung ist dann nicht gar so prickelnd, weil sie vergleichsweise stereotyp den üblichen Ablauf eines Sportfilms herunternudelt, ohne dabei wirklich zu überraschen. Um zudem im Geschehen im Ring echte Dramatik erspähen zu können, muss man vermutlich Wrestling-Fan oder zumindest Sympathisant sein – sonst wirkt das doch eher drollig als spannend. Trotzdem: kein schlechter Film.

Weitere Filme mit Nick Frost:
The Huntsman & the Ice Queen (2016)
The World's End (2013)
Paul - Ein Alien auf der Flucht (2011)
Radio Rock Revolution (2009)
Hot Fuzz (2007)

Filme mit Lena Headey:
Dredd (2012)
Der Rote Baron (2008)
300 (2007)


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Avengers: Endgame

Geschrieben von Armin , in Film 27 April 2019 · 285 Aufrufe

Es ist eine lange Reise gewesen, die mit „Avengers: Endgame“ zu Ende geht. 2008 kam mit „Iron Man“ der erste Film des „Marvel Cinematic Universe“ (MCU) in die Kinos, satte elf Jahre und 21 Filme später bekommt die „Infinity Saga“ ihren wahrlich krönenden Abschluss. Das Regie-Duo Anthony und Joe Russo meistert wie schon im Vorgänger („Avengers: Infinity War“, 2018) die extrem schwierige Aufgabe, eine ganze Heerschar an Superhelden im Film unterzubringen, trotzdem vergleichsweise stringent eine spannende, unterhaltsame Geschichte zu erzählen, zahllose Handlungsfäden aus früheren Streifen zu verknüpfen und den Fans ein Wiedersehen mit vielen, vielen beliebten Figuren zu ermöglichen. Das mag Neulinge, so sie sich überhaupt in den Film trauen, verwirren, für alle anderen ist es ein Fest.

Jedes Wort zur Story des neuen Films wäre eins zu viel und würde dem Zuschauer nur den Spaß rauben. Deshalb sei an dieser Stelle lediglich an die Ausgangslage erinnert: Thanos (Josh Brolin) hat alle sechs Infinity-Steine in seinen Besitz gebracht und mit einem Fingerschnippen die Hälfte der Lebewesen im ganzen Universum ausgelöscht, darunter auch viele Helden aus den Reihen der Avengers oder ihre Angehörigen. Das verarbeiten die Überlebenden wie Tony Stark/Iron Man (Robert Downey Jr.), Steven Rogers/Captain America (Chris Evans), Thor (Chris Hemsworth), Natasha Romanoff/Black Widow (Scarlett Johansson) oder Bruce Banner/Hulk (Mark Ruffalo) ganz unterschiedlich, vom völligen Rückzug in ein neues Leben bis hin zu ungeachtet der aussichtslosen Lage kämpferischem Trotz. Und dann sind da ja noch Carol Danvers/Captain Marvel (Brie Larson), die vom zu Staub zerfallenden Nick Fury (Samuel L. Jackson) zu Hilfe gerufen wurde, und der vermeintlich im subatomaren Raum verschwundene Scott Lang/Ant-Man (Paul Rudd).

Der Film transportiert gerade zu Beginn eine Fülle von Stimmungen. Da ist die Trauer um die Verstorbenen, die sehr intensiv in einer Szene mit Clint Barton/Hawkeye (Jeremy Renner) anschaulich gemacht wird. Da sind trotz allem aber auch grandiose komische Momente – Stichwort Thor, mehr wird nicht verraten. Auf die ganz große Action muss der Zuschauer dagegen zwei Stunden lang warten, erst dann kommt die finale Schlacht auf die Leinwand. Das macht aber überhaupt nichts, denn „Avengers: Endgame“ ist auch vorher keine Sekunde langweilig. Dank einer Fülle von Schauplätzen und vielen Puzzlestücken, die sich wie von selbst zum großen Ganzen zusammensetzen. Das ist einfach nur klasse gemacht.

In einer Welt, in der sich nicht vieles (um nicht zu sagen: alles) ums Geld dreht, wäre das eigentlich der perfekte Zeitpunkt um die Filmreihe zu beenden. Das wird natürlich nicht passieren, zumal die Welt der Marvel-Comics sicher noch viele erzählenswerte Geschichten bereithält. Genauso sicher ist aber: Besser wird’s garantiert nicht mehr.

Das MCU hier im Blog:
Captain Marvel (2019)
Ant-Man and the Wasp (2018)
Avengers: Infinity War (2018)
Black Panther (2018)
Thor - Tag der Entscheidung (2017)
Spider-Man: Homecoming (2017)
Guardians of the Galaxy Vol.2 (2017)
Doctor Strange (2016)
The First Avenger - Civil War (2016)
Ant-Man (2015)
Avengers: Age of Ultron (2015)
Guardians of the Galaxy (2014)
The Return of the First Avenger (2014)
Thor - The Dark Kingdom (2013)
Iron Man 3 (2013)
The Avengers (2012)
Captain America - The First Avenger (2011)
Thor (2011)
Iron Man 2 (2010)
Iron Man (2008)

Nach wie vor keine Ahnung, wo meine Kritik zu Der unglaubliche Hulk (2008) abgeblieben ist ...


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Hellboy – Call of Darkness

Geschrieben von Armin , in Film 16 April 2019 · 248 Aufrufe

Wer die beiden „Hellboy“-Filme von Guillermo del Toro (für „Shape of Water“ 2018 mit dem Oscar ausgezeichnet) aus den Jahren 2004 und 2008 kennt, sei gewarnt: „Hellboy – Call of Darkness“ hat damit außer der titelgebenden Figur nichts, aber auch gar nichts zu tun. Neuer Regisseur (Neil Marshall), neuer Hauptdarsteller (David Harbour), dazu mehr Trash, Gewalt und Blut, weniger Charme und Humor – unvorbereitet fühlt man sich trotz der Beteiligung von Comic-Schöpfer Mike Mignola am Drehbuch buchstäblich im falschen Film.

Zu Beginn geht es weit in der Historie zurück: Kein Geringerer als König Artus hat einst die Blutkönigin Nimue (Milla Jovovich) besiegt. 1500 Jahre später will sie Rache nehmen und gleich die ganze Welt zerstören. Das soll ausgerechnet Hellboy (David Harbour) verhindern, ein Halbdämon, der für das Gute kämpft, wenn auch meist übel gelaunt. Sein Adop-tivvater Trevor Bruttenholm (Ian McShane) ist zugleich Gründer der „Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen“. Neben der mit allerlei magischen Fähigkeiten gesegneten Alice Monaghan (Sasha Lane) stellt er seinem Sohnemann auch den knallharten Kämpfer Ben Daimio (Daniel Dae Kim) an die Seite. Gemeinsam wollen sie es mit Nimue und den von ihr entfesselten gar gruseligen Gestalten aufnehmen.

Dass Hellboys Vorgeschichte nur in kurzen Rückblenden statt mit langatmigen Ausführungen wie in vielen anderen Superhelden-Filmen geschildert wird, ist noch das Beste an diesem Reboot. Alles andere geht leider mächtig in die Hose: David Harbour funktioniert als knurriger, aber herzensguter Kleinstadt-Sheriff in „Stranger Things“, kann aber dem ersten „Hellboy“ Ron Perlman in dieser Rolle nicht einmal im Ansatz das Wasser reichen. Das gilt rein äußerlich wie auch für die vom Drehbuch verordneten trockenen Einzeiler, die gefühlt kein einziges Mal zünden wollen. Milla Jovovichs Blutkönigin bleibt ebenfalls sehr blass. Spezialeffekte gibt es zwar an jeder Ecke, ein wirklich großes Budget scheint dafür aber nicht zur Verfügung gestanden haben. So hätte zum Beispiel Hellboys Kampf gegen drei Riesen optisch durchaus eine große Nummer werden können, wirkt aber leider wie direkt aus einem Computerspiel vom Wühltisch. Das gilt für viele weitere Szenen, wenn sie nicht gleich so düster gefilmt sind, dass ohnehin kaum etwas zu erkennen ist. „Hellboy – Call of Darkness“ sieht billig aus, hat eine langweilige Handlung und versucht sich mit allerlei Schockelementen mühevoll über die Ziellinie zu retten. Insgesamt ist das schlicht ungenügend.

Besser:
Hellboy - Die Goldene Armee (2008)


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Shazam

Geschrieben von Armin , in Film 08 April 2019 · 264 Aufrufe

Vier Wochen nach „Captain Marvel“ (Marvel Comics) kommt „Shazam“ (DC) in die Kinos. Das ist insofern bemerkenswert, als dieser Shazam seine ersten Abenteuer ab 1940 für den Verlag Fawcett unter dem Namen Captain Marvel erlebte. Die Rechte an der Figur landeten später bei DC, den Namen ließ jedoch Konkurrent Marvel für einen eigenen Helden (heute eine Heldin) rechtlich schützen, DC darf ihn zwar noch in den Comics, aber nicht mehr auf Titelseiten oder zu Werbezwecken verwenden. Also: Shazam. Ein schönes Kuddelmuddel.

Viel entspannter kommt der Film daher, in dem der 14-jährige Billy Batson (Asher Angel) gerade mal wieder seiner Pflegefamilie davongelaufen ist, um seine leibliche Mutter zu suchen. Er landet nicht nur bei einer neuen Familie, sondern wird auch vom alten Zauberer Shazam (Djimon Hounsou) als Nachfolger auserkoren. Wenn Billy das Wort „Shazam“ ausspricht, verwandelt er sich in einen erwachsenen Superhelden (Zachary Levi) mit erstaunlichen Fähigkeiten. Kräfte, die auch Dr. Thaddeus Sivana (Mark Strong) haben will. Der trägt bereits die sieben Todsünden in sich und macht Jagd auf Billy und seine neuen Geschwister.

„Shazam“ ist unter der Regie von David F. Sandberg ein erfreulich leichtfüßiger Superhelden-Film aus dem DC-Universum geworden. Die echten Probleme überlässt man gerne Batman & Co., hier geht es vor allem um den Riesenspaß beim Ausprobieren der neu erworbenen, übermenschlichen Fähigkeiten, um Freundschaft und ganz nebenbei halt auch noch um den Kampf gegen einen Superschurken – irgendwo schon dramatisch, aber auch mit einem Augenzwinkern. Das ist dann am Ende zwar kein Meisterwerk der Filmgeschichte, aber sehr sympathisch, absolut familienkompatibel und richtig unterhaltsam.

Das sogenannte DCEU:
Aquaman (2018)
Justice League (2017)
Wonder Woman (2017)
Suicide Squad (2016)
Batman v Superman: Dawn of Justice (2016)
Man of Steel (2013)

Und davor:
The Dark Knight Rises (2012)
Green Lantern (2011)
The Dark Knight (2008)


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Friedhof der Kuscheltiere

Geschrieben von Armin , in Film 06 April 2019 · 262 Aufrufe

Der Roman „Friedhof der Kuscheltiere“, 1985 veröffentlicht, gilt bis heute als das erfolgreichste Buch von Horror-König Stephen King. Die erste Verfilmung aus dem Jahr 1989 lockte zwar damals eine Menge Menschen ins Kino, konnte mit der literarischen Vorlage aber bei Weitem nicht mithalten. Hauptgrund, neben eher schwachen Darstellern, die sich schwertun, die Dramatik zu vermitteln, ist die fehlende dichte Atmosphäre, die das Buch zu etwas Besonderem macht: das Düstere, die Verzweiflung – beides fehlt dem 1989er Film. Ein neuer Versuch kann also nicht schaden. Und tatsächlich macht das im Genre bewährte Regie-Duo Kevin Kölsch und Dennis Widmyer eine Menge besser als Vorgängerin Mary Lambert. Leider aber nicht alles.

Weil Louis Creed (Jason Clarke) nicht mehr in der stressigen Notaufnahme in Boston arbeiten will, nimmt er einen Job als Collegearzt in der Kleinstadt Ludlow in Maine an. Gemeinsam mit seiner Frau Rachel (Amy Seimetz) und den Kindern Ellie (Jeté Laurence) und Gage (Hugo und Lucas Lavoie) bezieht er ein Haus, zu dem auch ein riesiges Waldstück gehört. Nachbar Jud Crandall (John Lithgow) klärt sie über den darin liegenden „Pet Sematary“ auf: Dorthin bringen die hiesigen Kinder ihre verstorbenen Haustiere. Als Ellies Kater Winston Churchill von einem der tagein, tagaus vorbeirauschenden Tanklaster überfahren wird, offenbart Jud Louis ein viel größeres Geheimnis: einen alten Indianerfriedhof, aus dessen verfluchter Erde alles lebendig zurückkehrt, wenn auch unangenehm verändert. Dort wird nicht nur Kater Church begraben.

Die Macher wandeln inhaltlich lange auf den Pfaden des 1989er Films, zeigen aber gleichzeitig von Anfang an unmissverständlich, dass es sich hier um einen Horrorstreifen und nicht um einen Kindergeburtstag handelt. Das ist atmosphärisch gut gemacht, auch die Darsteller spielen in einer deutlich höheren Liga und vermitteln glaubhaft, was ihnen an Schlimmem widerfährt. So weit, so gut. Doch im letzten Drittel macht der Film einen doppelten Schwenk, der nicht nur weg vom Vorgänger, sondern auch von der Romanvorlage führt. Das ist, ohne zu viel zu verraten, bei der ersten Änderung keinesfalls eine schlechte Idee. Ob aber auch der abschließende Twist gelungen ist, darüber lässt sich trefflich streiten – letztlich kommt das Finale zwar ziemlich überraschend, dafür aber jetzt auch weit weniger emotional daher, als das im Buch der Fall ist. Und trotzdem ist der neue „Friedhof der Kuscheltiere“ ein ordentlicher Horrorfilm geworden, bei dem man sich gruseln darf.


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Iron Sky: The Coming Race

Geschrieben von Armin , in Film 24 March 2019 · 427 Aufrufe

Der Low-Budget-Film „Iron Sky“ des finnischen Regisseurs Timo Vuorensola war 2012 ein Fest für Verschwörungstheoretiker, Nerds und Trash-Liebhaber: Nach dem Zweiten Weltkrieg, so die Prämisse, haben sich die Nazis auf dem Mond ein neues Reich erbaut und greifen jetzt, da sie sich von einer amerikanischen Mondmission bedroht fühlen, auch wieder nach der Erde. Der komplett per Crowdfunding finanzierte Film war zwar kein Erfolg an den Kinokassen, avancierte aber auf seine Weise trotzdem zum Kult und es war schnell klar, dass eine Fortsetzung her musste. Mit der hat es aus verschiedenen Gründen viel zu lange gedauert und angesichts des fertigen Ergebnisses sieht es leider so aus, als wäre den Machern irgendwo auf der langen Wegstrecke die Luft ausgegangen.

Vor 20 Jahren, am Ende des ersten Films, wurde die Erde durch einen Atomkrieg zerstört. Die meisten überlebenden Menschen hat es auf die ehemalige Nazi-Mondbasis verschlagen, wo sich nun eine seltsame Religion, der Jobismus, unter der Führung von Fanatiker Donald (Tom Green) ausgebreitet hat. In der alten Heimat wiederum hat sich die ehemalige amerikanische Präsidentin (Stephanie Paul) erst in die Antarktis und dann unter die Erde geflüchtet: Sie entpuppt sich als Vril, Gestaltwandler, die seit Urzeiten die Strippen auf der Erde ziehen. Eine Verschwörung, die eine Gruppe um Obi Washington (Lara Rossi), Tochter von Renate Richter (Julia Dietze), ihren Freund Malcolm (Kit Dale) und den russischen Raumschiffpiloten Sasha (Vladimir Burlakov) vom Mond auf die Erde lockt.

Die Handlung ist weder besonders originell noch schlüssig oder gar spannend. Das wäre halb so wild, wenn das Geschehen dann wenigstens lustig wäre. Also beispielsweise wie im ersten Teil mit einer Fülle von Anspielungen auf verrückte Nazi-Mythen wie Reichsflugscheiben und andere Wunderwaffen sowie auf die aktuelle Weltpolitik, die eine mäßig unterhaltsame Story mit der nötigen Würze versehen. Das ist dieses Mal aber leider Fehlanzeige: Was an der auf Steve Jobs basierenden Religion witzig sein soll, wissen vermutlich nicht einmal die Macher, die echsenhaften Vril sind auch nicht gerade der letzte Schrei und ihre Dinosaurier sehen im Gegensatz zu vielem anderen auf der Leinwand wenigstens leidlich schick aus – das ist reichlich dünn und leider alles andere als abendfüllend.


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Captain Marvel

Geschrieben von Armin , in Film 13 March 2019 · 389 Aufrufe

Wir erinnern uns: Am Ende von „Avengers: Infinity War“ (2018) sendet Nick Fury eine Nachricht, ehe er, wie die Hälfte der Lebewesen im Universum, nach Thanos‘ Fingerschnippen zu Staub zerfällt. Kenner der Marvel-Comics wussten dank des aufleuchtenden Symbols natürlich sofort, an wen die Botschaft gerichtet ist. Nun erfahren auch alle anderen Kinogänger, wer der Empfänger war: „Captain Marvel“, menschliche Kampfpilotin mit den Superkräften des Außerirdischen Mar-Vell, die jetzt ihren eigenen Film erhält, der in den neunziger Jahren angesiedelt ist und damit deutlich vor dem bösen Cliffhanger aus dem letzten Avengers-Streifen spielt.

Kree-Soldatin Vers (Brie Larson) trägt ein Geheimnis mit sich herum. Das beginnt sich zu lüften, als sie von Skrull, den Erzfeinden der Kree, erst gefangen genommen wird, dann fliehen kann und schließlich auf der Erde landet. Mit Hilfe der S.H.I.E.L.D.-Agenten Nick Fury (Samuel L. Jackson) und Phil Coulson (Clark Gregg) kommt sie nicht nur den wahren Beweggründen von Skrull-Anführer Talos (Ben Mendelsohn) auf die Spur, sondern auch ihrer eigenen Vergangenheit. Sechs Jahre zuvor hat sie als Testpilotin Carol Danvers eine allseits heiß begehrte Fracht transportiert, die auch ihr Kree-Mentor Yon-Rogg (Jude Law) unbedingt in die Finger bekommen will.

Die Neunziger liefern leider keine so tolle Kulisse wie es der Dekade davor (beispielsweise in „Ready Player One“ oder der Serie „Stranger Things“) immer wieder gelingt. Ein paar halbgare Songs von Salt ‘n‘ Pepa bis Nirvana, eine Videothek, in der ein Arnold-Schwarzengegger-Poster dran glauben muss, viel mehr an Nostalgie fahren die Macher um das Regie-Team Anna Boden und Ryan Fleck nicht auf. Mit ähnlich gebremster Begeisterung beginnt der Film recht lahm auf der Kree-Welt Hala, steigert sich dann glücklicherweise mit der Ankunft der Heldin auf der Erde und vor allem im Duett mit Fury, der hier mehr Leinwandzeit als in allen anderen Marvel-Filmen zusammen bekommt. Das tut dem Film ebenso gut wie das Wiedersehen mit Figuren wie Coulson oder den aus „Guardians of the Galaxy“ bekannten Ronan (Lee Pace) und Kree-Agent Korath (Djimon Hounsou). Schön auch der eigens für den im November 2018 verstorbenen Marvel-Allvater Stan Lee geschaffene Vorspann. Und trotzdem will „Captain Marvel“ nicht restlos überzeugen. Zu oft wirkt die Geschichte etwas schwerfällig erzählt, sind die Action-Szenen zwar nett anzuschauen, jedoch nicht übermäßig spektakulär gelungen und will der letzte Funke nicht so recht zünden. Kein schlechter, aber einer der schwächeren Marvel-Filme, der in den Abspannszenen immerhin noch den Übergang zum schon bald kommenden „Avengers: Endgame“ (25. April) hinbekommt, in dem Captain Marvel sicher keine unwesentliche Rolle spielen wird.

Das MCU hier im Blog:
Ant-Man and the Wasp (2018)
Avengers: Infinity War (2018)
Black Panther (2018)
Thor - Tag der Entscheidung (2017)
Spider-Man: Homecoming (2017)
Guardians of the Galaxy Vol.2 (2017)
Doctor Strange (2016)
The First Avenger - Civil War (2016)
Ant-Man (2015)
Avengers: Age of Ultron (2015)
Guardians of the Galaxy (2014)
The Return of the First Avenger (2014)
Thor - The Dark Kingdom (2013)
Iron Man 3 (2013)
The Avengers (2012)
Captain America - The First Avenger (2011)
Thor (2011)
Iron Man 2 (2010)
Iron Man (2008)

Nach wie vor keine Ahnung, wo meine Kritik zu Der unglaubliche Hulk (2008) abgeblieben ist ...


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Alita: Battle Angel

Geschrieben von Armin , in Film 17 February 2019 · 386 Aufrufe

Der japanische Cyberpunk-Manga „Battle Angel Alita“ stammt zwar bereits aus dem Jahr 1991, ist aber keineswegs angestaubt. Die Geschichte von Yukito Kishiro bietet genügend Zutaten für einen bildgewaltigen, spannenden Science-Fiction-Film. Nachdem dafür James Cameron („Avatar“) fast zwanzig Jahre lang Pläne schmiedete, ist er nun nur noch am Drehbuch beteiligt, während Robert Rodriguez („Sin City“) Regie führt. Das Ergebnis unter dem Titel „Alita: Battle Angel“ ist zwar optisch überzeugend, inhaltlich leider weniger.

Der Arzt Dyson Ido (Christoph Waltz) findet in der heruntergekommenen Stadt Iron City auf einer gigantischen Müllkippe den Kopf eines weiblichen Cyborgs, den er nicht nur mit einem neuen Körper ausrüstet, sondern auch auf den Namen Alita (Rosa Salazar) tauft. Die entdeckt schnell ihre besonderen Fähigkeiten und versucht sich als Kopfgeldjägerin und im Motorball, einer brutalen Mischung aus Inline-Skate-Rennen und Gladiatorenkampf. Erschwerend kommt hinzu, dass sie sich in Hugo (Keean Johnson) verliebt, der ausgerechnet für Bösewicht Vector (Mahershala Ali) arbeitet. Hugos Ziel: Er möchte irgendwann in der schicken Himmelsstadt Zalem leben, die gut sichtbar über Iron City schwebt, für den Normalsterblichen aber trotzdem unerreichbar bleibt. Und auch Alita, die nach Erinnerungen an ihr früheres Leben sucht, scheint Verbindungen zur Himmelsstadt zu haben.

Optisch ist „Alita: Battle Angel“ über jeden Zweifel erhaben: Das fängt beim ungewöhnlichen Look der Titelheldin an, mit ihren an die Manga-Vorlage erinnernden, unnatürlich großen Augen, geht über die vielen fantasievoll gestalteten, künstlichen Körper der unterschiedlichen Bewohner Iron Citys und bis hin zu den großartig in Szene gesetzten Motorball-Wettkämpfen, die für ordentlich Action und Dynamik sorgen.

Die Kehrseite: Alitas Coming-of-Age-Geschichte, die auch viele ruhigere Momente beinhaltet, ist weit weniger eindrucksvoll gelungen. Das gilt zum Beispiel für ihren Ziehvater Ido und seine arg naive, idealistische Weltsicht, deren spät nachgeschobene Begründung nicht wirklich überzeugen kann. Eine undankbare Rolle für Christoph Waltz, der kaum Akzente setzen kann. Alita selbst wirkt ebenfalls schwerlich plausibel, zu groß ist die Diskrepanz zwischen dem unschuldigen „Kind“ und der gnadenlosen Killer-Maschine. Auch die Frage, wer denn da nun im Hintergrund die Fäden zieht, will gar nicht so interessant erscheinen. Dementsprechend gelingt es dem Film nicht, das ganz große Drama zu entfalten, das eigentlich in seiner Geschichte steckt. Statt den Zuschauer emotional richtig zu packen, kommt vieles zu aufgesetzt wirkend, aber inhaltsleer daher. Das ist schade, aus diesem Stoff hätte man deutlich mehr machen können.

Mehr von Robert Rodriguez:
Sin City 2 - A Dame to kill for (2014)
Machete Kills (2013)
Machete (2010)


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The Lego Movie 2

Geschrieben von Armin , in Film 11 February 2019 · 366 Aufrufe

Ein Film mit Lego-Figuren? Eigentlich eine bescheuerte Idee und natürlich reines Marketing für die Spielzeugindustrie. Aber es kann tatsächlich funktionieren: „The Lego Movie“ (2014) war nicht nur für Kinder ein Heidenspaß, der Ableger „The Lego Batman Movie“ (2017) ebenfalls ein echtes Vergnügen. In beiden Fällen vor allem dank zahlreicher Anspielungen auf bekannte Bücher, Serien und Filme, die immer wieder zum Schmunzeln einladen. Davon lebt nun auch „The Lego Movie 2“, allerdings ist die Handlung diesmal noch deutlich dünner gestrickt, sodass dem Geschehen gleich mehrfach die Luft auszugehen droht und sich die Zeit bis zum Finale doch unangenehm ausdehnt.

Phil Lord und Chris Miller haben zwar noch die Story entworfen, die Regie-Verantwortung aber an Mike Mitchell („Trolls“) weitergereicht. Der konfrontiert die Lego-Helden Emmet und Lucy mit einer neuen Herausforderung: Die böse Königin aus dem Duplo-Reich zerstört die schöne Lego-Stadt. Als sie dann auch noch Emmets Freunde entführen lässt, macht er sich auf, diese zu retten.

Manches nutzt sich dann halt doch ab: Statt einem Liedchen („Alles ist so super ...“), das so sehr nervt, dass es schon wieder lustig ist, wird jetzt gefühlt ständig gesungen, Batmans selbstherrliche Macho-Attitüde gerät arg repetitiv und auch der eigentliche Konflikt ist letztlich nur eine Randnotiz und nullkommanull spannend. Zum Kontrast gibt es dann großartige Einfälle wie den durch Lüftungsschächte kriechenden Lego-Bruce-Willis („ich bin häufiger hier“) – das stimmt versöhnlich, rettet den Film aber nur ins Mittelmaß.

Mehr:
The Lego Movie (2014)


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Drachenzähmen leicht gemacht 3

Geschrieben von Armin , in Film 10 February 2019 · 308 Aufrufe

Alles hat ein Ende, auch die unterhaltsame Saga um die Drachenreiter von Berk. Nachdem schon die Fernsehserie (zuletzt unter dem Titel „DreamWorks Dragons“ zu sehen) ihr Finale erreicht hat, soll jetzt auch der dritte Kinofilm der letzte sein. Und selbst wenn die Fans deshalb das eine oder andere Tränchen verdrücken, ist das sicher die richtige Entscheidung: Denn „Drachenzähmen leicht gemacht 3“ bietet inhaltlich wenig Neues, die Parallelen zur Handlung des Vorgängers (2014) sind unübersehbar. Trotzdem ist der Animationsfilm ein guter, immer noch würdiger Abschluss der 2010 begonnenen Reihe.

Der Bösewicht heißt nun nicht mehr Drago Blutfaust, sondern Grimmel, er ist kein Drachenfänger, sondern will die Tiere gleich töten. Ganz besonders hat er es auf den letzten Nachtschatten abgesehen, Hicks’ Ohnezahn. Dafür zieht er alle Register und setzt sogar einen ebenso seltenen Tagschatten auf den Drachen an. Prompt verliebt sich Ohnezahn in sein weibliches Pendant, während Hicks, seine Freundin Astrid und ihre chaotischen Wikinger-Freunde verzweifelt versuchen, die Drachen vor ihren Häschern zu retten.

Regisseur Dean DeBlois (im ersten Teil noch gemeinsam mit Chris Sanders verantwortlich) hat ein Händchen für Details: Wenn ganze Drachenherden den Himmel erobern, gibt es für den Zuschauer jede Menge zu entdecken, auch viele andere Passagen stecken voller kleiner und großer Bonbons fürs Auge. Das gilt ebenso für die Actionszenen, die visuell absolut überzeugend auf die Leinwand gebracht werden. Köstlich ist Ohnezahns Liebeswerben. Schwächen entpuppt der Film in der arg vorhersehbaren Handlung – da will den Machern wohl einfach nichts mehr Überraschendes einfallen. Dafür werden die ernsten Themen erneut nicht ausgespart. Im Vorgängerfilm war das der Tod von Hicks’ Vater, auch jetzt gibt es ähnlich emotionale Momente, so viel sei verraten.

Mehr:
Drachenzähmen leicht gemacht 2 (2014)


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Chaos im Netz

Geschrieben von Armin , in Film 29 January 2019 · 303 Aufrufe

Wir erinnern uns: In „Ralph reicht’s“ (2012) hat Randale-Ralph, Bösewicht eines an „Donkey Kong“ erinnernden Arcade-Spiels, die Welt der für die achtziger Jahre so typischen Videospiele munter auf den Kopf gestellt: ein großartiger Animationsfilm mit vielen witzigen Ideen. Dass ausgerechnet die Marketing-Genies des Disney-Konzerns im deutschen Titel der Fortsetzung ihre Hauptfigur vergessen haben, ist dann auch schon der einzige Vorwurf, den man „Chaos im Netz“ machen kann. Denn da entdecken Ralph und seine Freundin, Rennfahrerin Vanellope, die weite Welt des Internets. Ihr Versuch, Vanellopes Spiel zu retten, indem sie bei E-Bay ein neues Lenkrad für den Automaten ersteigern, führt zu immer kurioseren Verstrickungen: ob Ralph als neuer Youtube-Star, Vanellopes Begeisterung für das knallharte Rennspiel „Slaughter Race“ oder ihre Begegnung mit sämtlichen Disney-Prinzessinnen der Filmgeschichte von Schneewittchen bis Merida – die Fülle der grandiosen Einfälle nimmt kein Ende und sorgt für ein Vergnügen in Dauerschleife. Dazu kommen viele kleine Details (wer rechnet schon mit dem Cameo-Auftritt von Stan Lee?) und bestens in Bilder umgesetzte Internet-Eigenheiten wie Suchmaschinen oder Pop-ups. Hier kommen auch Erwachsene auf ihre Kosten, jüngere Zuschauer könnten fast überfordert sein.


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Creed II

Geschrieben von Armin , in Film 27 January 2019 · 301 Aufrufe

2016 ist mit „Creed – Rocky’s Legacy“ ein mitreißender Neustart der Rocky-Reihe gelungen, der jetzt die unweigerliche Fortsetzung nach sich zieht. Mit neuem Regisseur (Steven Caple Jr. ersetzt Ryan Coogler), aber bewährtem Personal, nämlich Michael B. Jordan und Sylvester Stallone in den Hauptrollen, überzeugt auch der zweite Creed-Film. Inhaltlich bietet der zwar nichts wirklich Neues, indem er „Rocky IV“ (1985) ohne die von der Zeit überholten Kalter-Krieg-Zutaten noch mal neu erzählt, dafür liefert er neben den sportlichen auch spannende menschliche Dramen.

Adonis Creed (Michael B. Jordan) holt sich gleich am Anfang des neuen Films den Weltmeister-Titel im Schwergewicht, kann sich darüber aber nicht lange freuen. Viktor Drago (Florian Munteanu) fordert ihn öffentlich heraus – ausgerechnet der Sohn von Ivan Drago (Dolph Lundgren), der einst Adonis’ Vater Apollo im Ring getötet hatte. Rocky Balboa (Sylvester Stallone) hält davon wenig und will Adonis auch nicht für den Kampf trainieren. Dass dessen Freundin, die Sängerin Bianca (Tessa Thompson), schwanger ist, macht die Sache nicht einfacher: Da sie selbst unter einem fortschreitenden Verlust ihrer Hörfähigkeit leidet, fürchtet sie nun, das ihrem Kind zu vererben.

Die Boxszenen kommen weniger intensiv als im Vorgänger auf die Leinwand, sorgen aber trotzdem noch für gute Unterhaltung. Zwischen den Kämpfen passiert dafür deutlich mehr mit den Figuren: Adonis und seine junge Familie sind das eine Thema, das mit vielen Konflikten spannend präsentiert wird. Das andere sind die Dragos: Vater Ivan kommt diesmal trotz aller Grimmigkeit deutlich sympathischer und menschlicher als in „Rocky IV“ daher und auch sein Sohn bleibt nicht über den ganzen Film hinweg die Kampfmaschine, als die er eingeführt wird. Dass dann auch noch Ivans Ex-Frau Ludmilla (Brigitte Nielsen) zwei kurze Auftritte hat, wird nicht nur Nostalgiker begeistern. Vergleichsweise wenig Neues gibt es dafür dieses Mal von Rocky selbst zu sehen, außer der eher ungewohnten Synchronstimme von Jürgen Prochnow, der diese Aufgabe zuletzt in „Rocky II“ (1979) übernommen hatte. Erst ganz am Ende bekommt aber auch Rocky noch seinen besonderen Moment in einem gelungenen Film.

Mehr aus der Rocky-Reihe:
Creed - Rocky's Legacy (2016)
Rocky Balboa (2007)


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Glass

Geschrieben von Armin , in Film 21 January 2019 · 321 Aufrufe

M. Night Shyamalan hat nach dem so verheißungsvollen Start seiner Karriere („The Sixth Sense“, „Unbreakable“) eine ganze Reihe richtig schlechter Filme zu verantworten. Zuletzt waren das das Science-Fiction-Debakel „After Earth“ (2013) und der belanglos-ärgerliche Horrorstreifen „The Visit“ (2015). Mit dem spannenden Psychothriller „Split“ (2017) scheint der Regisseur aber noch einmal die Kurve gekriegt zu haben. Für Aufsehen sorgte neben dem gelungenen Film nicht zuletzt, dass die Abspannszene einen Zusammenhang mit „Unbreakable“ (2000) herstellte. Das setzt Shyamalan nun konsequent fort: In „Glass“ verknüpft er Personen und Geschehen beider Filme und schafft einen unerwarteten, nicht restlos gelungenen Abschluss dessen, was der Regisseur selbst „Eastrail 177“-Trilogie (nach dem Zugunglück im Auftaktfilm) nennt.

David Dunn (Bruce Willis) weiß seit diesem verheerenden Unfall, dass er unverwundbar ist, ähnlich wie ein Comic-Superheld. In einem Fernsehbericht erfährt er von den Taten Kevin Wendell Crumbs (James McAvoy), der unter einer dissoziativen Identitätsstörung leidet, die ihm gleich 24 verschiedene Persönlichkeiten bescherte. In der Vergangenheit hat er immer wieder Mädchen entführt und getötet. Dunn, kostümiert mit einem Regenmantel und von der lokalen Presse mit dem Superhelden-Alias „The Overseer“ (Der Aufpasser) versehen, geht schon länger auf die Jagd nach Menschen, die seiner Meinung nach eine Bestrafung verdienen. Er findet schließlich auch Crumb, doch der Kampf zwischen dem eigentlich unbesiegbaren Dunn und der tierhaften „Bestie“, Crumbs brutalster Identität, endet auf unerwartete Weise. Beide landen in einer psychiatrischen Klinik, in der Dr. Ellie Staple (Sarah Paulson) sie davon überzeugen will, gar keine übernatürlichen Fähigkeiten zu haben. Und die Klinik hat noch einen anderen Patienten: Den Mr. Glass genannten Elijah Price (Samuel L. Jackson), der wegen einer unheilbaren Knochenkrankheit im Rollstuhl sitzt und schon sein ganzes Leben lang an die Existenz von Superhelden glaubt.

War „Unbreakable“ Shyamalans persönliche Liebeserklärung an die Superhelden-Comics, nutzt er, nachdem „Split“ ja lange deutlich realistischer daherkam, auch hier die Eigenheiten dieses Genres. Das funktioniert mal besser – wenn Glass die Regie übernimmt und bei zahlreichen Anspielungen auf die Comicwelt –, mal weniger gut. Denn vor allem Bruce Willis’ unverwundbarer David Dunn wirkt doch arg müde und wenig übermenschlich, gerade auch im Vergleich zur überbordenden Vitalität des von James McAvoy erneut großartig gespielten Crumb, der ebenso wild wie absolut überzeugend zwischen seinen so verschiedenen Persönlichkeiten hin und her springt.

Dass ausgerechnet die neu zum Personal hinzugestoßene Psychiaterin, die eigentlich eine wichtige Rolle einnehmen soll, für deutlich mehr Fragezeichen als Erhellung sorgt, ist schade. Dafür geht der Regisseur wieder einmal seinem Markenzeichen, der unerwarteten Wendung, mehr als nur einmal nach: Deshalb liefert er auch ein Finale, das sämtlichen Erwartungen widersprechen dürfte. Kein schlechter Film, aber in der nicht immer geglückten, weil auch schwierigen Kombination der verschiedenen Elemente doch der schwächste der Trilogie.

Mehr Filme von M. Night Shyamalan:
Split (2017)
After Earth (2013)
Die Legende von Aang (2010)
The Happening (2008)
Unbreakable - Unzerbrechlich (2000)


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In Kürze: Split (2017)

Geschrieben von Armin , in Film 21 January 2019 · 522 Aufrufe

Kevin Wendell Crumb (James McAvoy) leidet unter einer dissoziativen Identitätsstörung. Sein Körper beherbergt sage und schreibe 24 verschiedene Persönlichkeiten, vom neunjährigen Kind bis zum brutalen Entführer. Gerade hat er drei Mädchen im Teenager-Alter in seinen Keller gesperrt, die beiden Freundinnen Claire (Haley Lu Richardson) und Martha (Jessica Sula) sowie die Außenseiterin Casey (Anya Taylor-Joy), die eigentlich nur aus Mitleid zur vorangegangenen Geburtstagsfeier eingeladen war. Casey, deren Vergangenheit schlaglichtartig in Rückblenden beleuchtet wird, ist dann aber auch die treibende Kraft beim Versuch, Crumb mit einem vernünftigen Plan zu entkommen, während die beiden anderen Mädchen ebenso kopf- wie erfolglos agieren. Dass sich Crumb gerade mal wieder in einer kritischen Phase seiner Krankheit befindet, bemerkt auch seine langjährige Psychiaterin Dr. Fletcher (Betty Buckley).

James McAvoy macht seine Sache wirklich großartig, wenn er binnen Sekunden von der einen in die andere Rolle schlüpft und so die unterschiedlichsten Charaktere glaubhaft verkörpert. Die absolute Unberechenbarkeit der multiplen Persönlichkeit seines Kevin ist es auch, die mehr noch als der Entführungs-Plot für Hochspannung sorgt. Und Anya Taylor-Joys Casey entwickelt sich mit fortschreitender Dauer des Geschehens, auch dank der Rückblenden, zur immer ebenbürtigeren Gegenspielerin. So wird „Split“ für Regisseur M. Night Shyamalan nach langer Durststrecke endlich mal wieder zu einem gelungenen Film: ein packender Psychothriller, in dem gerade dank der Figurenkonstellation wenig bis nichts vorhersehbar scheint. Dass in der Abspannszene dann ein Bezug zu Shyamalans letztem guten Film, „Unbreakable“ (2000), hergestellt wird, ist schließlich noch ein Sahnehäubchen.

Mehr Filme von M. Night Shyamalan:
After Earth (2013)
Die Legende von Aang (2010)
The Happening (2008)
Unbreakable - Unzerbrechlich (2000)


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Aus dem Archiv: Unbreakable (2000)

Geschrieben von Armin , in Film 18 January 2019 · 316 Aufrufe

M. Night Shyamalan, der Mann mit dem zungenbrecherischen Namen, ist der neue Stern am Himmel der Regisseure. Sein Debüt „The Sixth Sense“ war mehr als nur ein Überraschungserfolg, liegt in der Hitliste der erfolgreichsten Filme auf Rang zehn. Beachtlich für einen Streifen, der völlig unüblich nicht so sehr darauf setzte, furchtbar spektakulär das Publikum zu unterhalten, sondern vielmehr mit ruhigen Tönen eine mysteriöse Geschichte erzählte, die den Zuschauer bis zum genialen Schluss im Dunkeln ließ. In „Unbreakable“ setzt Shyamalan legitimerweise erneut auf dieses Erfolgsrezept und wieder auf Bruce Willis als Hauptdarsteller, den einstigen Actionspezialisten, der auch dank dem Regisseur den Sprung ins Charakterfach bewältigt hat.

David Dunn (Bruce Willis) ist der einzige Überlebende eines verheerenden Zugunglücks. Während alle anderen Insassen nur noch tot geborgen werden können, hat er nicht einmal einen winzigen Kratzer. Einige Zeit später findet er eine Karte an seinem Auto, die ihn dazu auffordert, darüber nachzudenken, wie oft er in seinem Leben schon krank gewesen sei. Die verblüffende Erkenntnis: noch nie. Dunn spürt den Absender auf, Elijah Price (Samuel L. Jackson), der eine auf Comics spezialisierte Kunstgalerie führt und seit seiner Kindheit an einer unheilbaren Knochenkrankheit leidet. Die Theorie von Price lässt Dunn allerdings denken, dass er es mit einem Verrückten zu tun hat, glaubt dieser doch, Dunn sei ein unverwundbarer Superheld, geradewegs einem seiner heiß geliebten Comics entsprungen, die für ihn ein lediglich überzeichnetes Abbild der Realität sind.

Regisseur Shyamalan schafft es auch in „Unbreakable“, eine düstere und beklemmende Atmosphäre zu schaffen, die es sich leisten kann, auf billige Effekte zu verzichten. Es wird eine Geschichte erzählt, die, je weiter sie fortschreitet, immer unheimlicher und geheimnisvoller wird, dem Hang des Regisseurs zu Übernatürlichem gehorchend. Ungewöhnliche Kameraeinstellungen und oft spartanisch aufgebaute Szenen, deren Sinn sich erst weit später erschließt, vervollständigen das Bild. Die beiden Akteure, Bruce Willis und sein Gegenspieler Samuel L. Jackson, agieren darin hervorragend und können ihre ganze Klasse ausspielen. Ein sehr ruhiger, nichtsdestotrotz beeindruckender Film.

(ursprünglich erschienen am 27. Dezember 2000)

Mehr Filme von M. Night Shyamalan:
After Earth (2013)
Die Legende von Aang (2010)
The Happening (2008)


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Bumblebee

Geschrieben von Armin , in Film 26 December 2018 · 335 Aufrufe

Überraschung: Es gibt einen „Transformers“-Film, der sich die Prädikate „sympathisch“ und „bescheiden“ verdient. Während die fünf Michael-Bay-Filme zwischen 2007 und 2017 noch das genaue Gegenteil waren, ist „Bumblebee“ unter der Regie von Travis Knight ein echter Lichtblick. Ob man den Film nun als Prequel oder Spin-off der Hauptreihe ansieht, spielt eigentlich keine Rolle, wichtiger ist, dass es von allem deutlich weniger gibt: weniger Materialschlachten, weniger monströse Roboter, weniger sinnfreie Handlungswendungen. Und genau das ist ein echter Gewinn, obwohl natürlich auch „Bumblebee“ nicht ganz frei von Schwächen ist.

Der Film blickt zurück zum Höhepunkt der Auseinandersetzungen zwischen den guten Autobots und den bösen Decepticons, dem Kampf um Cybertron. Die endgültige Niederlage vor Augen, schickt Autobot-Anführer Optimus Prime seinen jungen Soldaten B-127 zur Erde, um dort eine Basis für den Widerstand aufzubauen. Doch B-127 fällt prompt einer Spezialeinheit des Militärs unter der Leitung von Jack Burns (John Cena) vor die Füße, die außerirdische Aktivitäten überwacht und ihn gefangen nehmen will. Und auch die Decepticons dürfen nicht fehlen: Blitzwing zerstört sein Sprachsystem und löscht Teile seiner Erinnerung. Bumblebee kann fliehen, landet aber schwer angeschlagen als verstaubter VW Käfer auf dem Schrottplatz. Dort entdeckt ihn die gerade 18 gewordene Charlie Watson (Hailee Steinfeld), die sich ohnehin sehnlichst ein Auto wünscht und von ihrem verstorbenen Vater das Talent als Mechanikerin geerbt hat. Bald sieht sie sich aber keinem reparaturbedürftigen Auto, sondern dem quicklebendigen Autobot gegenüber, den sie auf den Namen „Bumblebee“ tauft. Natürlich sind die Decepticons nicht weit, Charlie und ihr Nachbar Memo (Jorge Lendeborg Jr.) werden in die Auseinandersetzung mit hineingezogen.

„Bumblebee“ spielt 1987 und die Macher lassen keinen Zweifel daran, dass sie die Zuschauer mit aller Macht in die achtziger Jahre zurückversetzen wollen: Die Musik ist an manchen Stellen einen Tick zu laut (wobei man viel Verständnis für den Autobot aufbringt, als er eine Rick-Astley-Kassette nach wenigen Takten gnadenlos ausspuckt), die Klamotten sind so authentisch, dass es einem regelrecht peinlich wird, in diesem Jahrzehnt gelebt zu haben. Dazu hängt ein Ronald-Reagan-Porträt an der Wand und im Fernsehen läuft „Alf“, Bumblebee als Käfer lässt an Dudu und Herbie denken – die Kulisse stimmt. Die Handlung ist ähnlich altmodisch gestrickt, was gerade im Vergleich zu den bisherigen „Transformers“-Filmen und ihren törichten Kapriolen äußerst wohltuend ist, wenn auch ein wenig mehr Raffinesse sicher nicht geschadet hätte. Dafür beschränkt sich auch die Action glücklicherweise aufs Notwendige: Das sieht immer noch gut aus, kommt aber nicht so restlos übertrieben wie in den diversen „Transformers“-Zerstörungsorgien daher. Insgesamt ein überraschend charmanter Film.

Mehr Transformers:
Transformers - The Last Knight (2017)
Transformers - Ära des Untergangs (2014)
Transformers 3 (2011)
Transformers (2007)






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Carl Amerys Der Untergang der Stadt Passau. Eine Untersuchung der zentralen Themenkomplexe
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Griff nach der Macht
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Andrade
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Argona
3. Roman aus dem Argona-Universum
Wurdack Science Fiction Band 13
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ISBN 978-3-938065-30-3

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